Der tägliche Chumasch-Abschnitt

3. Ijar 5786

Montag, 20. April 2026

Heute

Achare – Kedoschim

2. Alija

(Wajikra 16:25 – 17:7)

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וְאֵ֛ת חֵ֥לֶב הַֽחַטָּ֖את יַקְטִ֥יר הַמִּזְבֵּֽחָה׃
25
25
Und das Fett des Sündopfers (Chatat) lasse Aharon auf dem Altar verdampfen.
Und das Fett des Sündopfers: die Opferstücke des Stieres und des Widders.
Raschi
auf dem Altar verdampfen: auf dem äußeren Altar (מִזְבֵּחַ הַחִיצוֹן); denn beim inneren Altar steht (Schem. 30:9) לֹא תַעֲלוּ עָלָיו קְטֹרֶת זָרָה וְעֹלָה וּמִנְחָה „Ihr sollt darauf kein fremdes Räucherwerk darbringen, kein Ganzopfer (Olah) und Mehlopfer (Mincha)“.
Raschi
וְהַֽמְשַׁלֵּ֤חַ אֶת־הַשָּׂעִיר֙ לַֽעֲזָאזֵ֔ל יְכַבֵּ֣ס בְּגָדָ֔יו וְרָחַ֥ץ אֶת־בְּשָׂר֖וֹ בַּמָּ֑יִם וְאַחֲרֵי־כֵ֖ן יָב֥וֹא אֶל־הַֽמַּחֲנֶֽה׃
26
26
*Und wer den Bock zum Asasel geführt hat, soll seine Kleidung waschen und seinen Körper im Wasser einer Mikwe untertauchen und danach darf er in das Lager kommen.*
Asasel: ein hoher, steiler Felsen in einer unwirtbaren Gegend.
וְאֵת֩ פַּ֨ר הַֽחַטָּ֜את וְאֵ֣ת ׀ שְׂעִ֣יר הַֽחַטָּ֗את אֲשֶׁ֨ר הוּבָ֤א אֶת־דָּמָם֙ לְכַפֵּ֣ר בַּקֹּ֔דֶשׁ יוֹצִ֖יא אֶל־מִח֣וּץ לַֽמַּחֲנֶ֑ה וְשָׂרְפ֣וּ בָאֵ֔שׁ אֶת־עֹרֹתָ֥ם וְאֶת־בְּשָׂרָ֖ם וְאֶת־פִּרְשָֽׁם׃
27
27
Und den Stier des Sündopfers und den Bock des Sündopfers, deren Blut hineingebracht wurde, um Sühne zu bringen im Heiligtum, bringe man hinaus außerhalb des Lagers und verbrenne ihre Häute und ihr Fleisch und ihren Mist im Feuer.
deren Blut hineingebracht wurde: ins Heiligtum und ins Allerheiligste.
Raschi
bringe man hinaus
יוֹצִיא אֶל מִחוּץ לַמַּחֲנֶה „bringe man hinaus außerhalb des Lagers“: damit ist Aharon der Kohen selbst angesprochen, und das ist ein Befehl für ihn. [Ibn Esra]
„bringe man hinaus außerhalb des Lagers“: jeder ist geeignet, Stier und Bock hinauszubringen.
Ramban
ihre Häute und ihr Fleisch
Wie wurden der Stier und der Bock hinausgebracht zum Aschenplatz (בֵּית הַדֶּשֶׁן)?
Sie wurden als Ganzes hinausgetragen, auf zwei Stangen, und der Stier und der Bock lagen einer auf dem anderen. [Raschi zu Joma 67]

In Stücke geschnitten wurden sie hinausgebracht, nur waren sie noch verbunden und nicht völlig getrennt.
Rambam, Hilchot Jom Kippur 3:7
וְהַשֹּׂרֵ֣ף אֹתָ֔ם יְכַבֵּ֣ס בְּגָדָ֔יו וְרָחַ֥ץ אֶת־בְּשָׂר֖וֹ בַּמָּ֑יִם וְאַחֲרֵי־כֵ֖ן יָב֥וֹא אֶל־הַֽמַּחֲנֶֽה׃
28
28
Und der sie verbrennt, soll seine Kleidung waschen und seinen Körper im Wasser einer Mikwe untertauchen und danach darf er in das Lager kommen.
וְהָיְתָ֥ה לָכֶ֖ם לְחֻקַּ֣ת עוֹלָ֑ם בַּחֹ֣דֶשׁ הַ֠שְּׁבִיעִי בֶּֽעָשׂ֨וֹר לַחֹ֜דֶשׁ תְּעַנּ֣וּ אֶת־נַפְשֹֽׁתֵיכֶ֗ם וְכָל־מְלָאכָה֙ לֹ֣א תַעֲשׂ֔וּ הָֽאֶזְרָ֔ח וְהַגֵּ֖ר הַגָּ֥ר בְּתוֹכְכֶֽם׃
29
29
Und es sei euch zum ewigen Gesetz: im siebten Monat Tischre, am zehnten Tag des Monats sollt ihr euch quälen und keinerlei Arbeit tun, der geborene Israelit und der Fremde (Ger), der bei euch wohnt.
im siebten Monat: in der Zählung der Monate ab Nissan ist der siebte Monat Tischre. [Siehe Rosch haSchana 7a]
quälen

תְּעַנּוּ, wörtl. „quälen“ bedeutet תִּרְעָבוּ „fasten“. [Saadia Gaon]

עִנּוּי הַנֶּפֶשׁ, das „Quälen der Seele“ ist der Verzicht auf Nahrung, das Fasten. [Ibn Esra, Ramban, Ralbag, Chiskuni]

sollt ihr euch quälen

תְּעַנּוּ אֶת נַפְשֹׁתֵיכֶם, wörtl. sollt ihr eure Seele quälen. Damit ist das Fasten angesprochen, das die Bindung zwischen Seele und Körper auflöst. [Torat Kohanim 7, 1–4, Joma 74b, Raschi z.St., ד״ה ואם נפשך]

am zehnten Tag des Monats sollt ihr euch quälen

Vom leiblichen Genuss der Nahrungsaufnahme kehrt der Mensch an Jom Kippur ab, um das Herz zu beugen und mit ganzem Wollen die schlechten Wege verlasse. [Ralbag]

der geborene Israelit

אֶזְרָח, ein dauerhafter Bürger des Landes. Das heißt, jeder Jude, der Anteil am Land Israel hat.

Das Wort אֶזְרָח kommt vom Ursprung זרח „Klarheit“. [Saadia Gaon zu Tehillim 37:35; Schemot 12:19]

Damit wird ausgedrückt, dass seine Abstammung klar und rein sind. Anders beim Ger, dessen Abstammung unklar ist. [Radak, Rabbi Jona ibn Dschanach, שורש זרח]

אֶזְרָח ist ein Baum mit starken Wurzeln. [Machberet Menachem]

אֶזְרָח ist ein Mensch mit verzweigter Familie, wie ein Ast, der mit den Wurzeln verbunden ist. [Ibn Esra zu Bereschit 15:13]

der Fremde: der alle Mizwot der Torah auf sich genommen hat (Ger Zedek). [Targum Onkelos]

der Geborene und der Fremde

Beiden Gruppen muss der Vers direkt anführen, da der Vers mit לָכֶם, es sei „euch“ – den Kohanim – zum ewigen Gesetz beginnt.
Or haChaim
כִּֽי־בַיּ֥וֹם הַזֶּ֛ה יְכַפֵּ֥ר עֲלֵיכֶ֖ם לְטַהֵ֣ר אֶתְכֶ֑ם מִכֹּל֙ חַטֹּ֣אתֵיכֶ֔ם לִפְנֵ֥י יְהוָ֖ה תִּטְהָֽרוּ׃
30
30
Denn an diesem Tag wird G‑tt euch Sühne gewähren, um euch zu reinigen; von allen euren Sünden sollt ihr vor dem Ewigen rein werden.
שַׁבַּ֨ת שַׁבָּת֥וֹן הִיא֙ לָכֶ֔ם וְעִנִּיתֶ֖ם אֶת־נַפְשֹׁתֵיכֶ֑ם חֻקַּ֖ת עוֹלָֽם׃
31
31
Ein Schabbat völliger Ruhe ist es für euch und ihr sollt euch quälen; das ist ein ewiges Gesetz.
וְכִפֶּ֨ר הַכֹּהֵ֜ן אֲשֶׁר־יִמְשַׁ֣ח אֹת֗וֹ וַאֲשֶׁ֤ר יְמַלֵּא֙ אֶת־יָד֔וֹ לְכַהֵ֖ן תַּ֣חַת אָבִ֑יו וְלָבַ֛שׁ אֶת־בִּגְדֵ֥י הַבָּ֖ד בִּגְדֵ֥י הַקֹּֽדֶשׁ׃
32
32
Und es versöhne der Kohen, den man salben wird und in dieses Amt einsetzen wird, um als Kohen zu dienen an Stelle seines Vaters; der soll die Leinen-Gewänder anziehen, die Gewänder des Heiligtums.
Und es versöhne der Kohen, den man salben wird
Diese Sühne am Jom Kippur ist nur durch den Kohen Gadol gültig (Joma 32b). Weil der ganze Abschnitt von Aharon spricht, musste er von dem Kohen Gadol, der auf ihn folgen würde, sagen, dass er ihm gleich sein werde.
Raschi
und in dieses Amt einsetzen wird
וַאֲשֶׁר יְמַלֵּא אֶת יָדוֹ, wörtl. dem man die Hände füllen wird.
Ich wüsste nur den mit Öl gesalbten Kohen Gadol (כֹּהֵן מָשׁוּחַ בְּשֶׁמֶן הַמִּשְׁחָה); woher weiß ich auch den Kohen Gadol mit acht Gewändern? Darum heißt es וַאֲשֶׁר יְמַלֵּא אֶת יָדוֹ „den man in sein Amt einsetzen wird“. Und das sind alle Kohanim Gedolim, die vom König Joschija an und weiter amtierten; denn in seinen Tagen wurde die Flasche mit dem Öl zum Salben des Kohen Gadol verborgen.
Raschi
an Stelle seines Vaters
Das lehrt, dass wenn der Sohn seinen Platz ausfüllt, er vor jedem anderen das Recht hat.
Raschi
וְכִפֶּר֙ אֶת־מִקְדַּ֣שׁ הַקֹּ֔דֶשׁ וְאֶת־אֹ֧הֶל מוֹעֵ֛ד וְאֶת־הַמִּזְבֵּ֖חַ יְכַפֵּ֑ר וְעַ֧ל הַכֹּהֲנִ֛ים וְעַל־כָּל־עַ֥ם הַקָּהָ֖ל יְכַפֵּֽר׃
33
33
Und er versöhne das Allerheiligste, und das Zelt der Zusammenkunft und den Altar versöhne er, und für die Kohanim und für das ganze Volk der Versammlung versöhne er.
das Allerheiligste
מִקְדַּשׁ הַקֹּדֶשׁ, damit ist קֹדֶש הַקָּדָשִׁים gemeint, das Allerheiligste im Heiligtum.
Torat Kohanim 8:8, Joma 61a
וְהָֽיְתָה־זֹּ֨את לָכֶ֜ם לְחֻקַּ֣ת עוֹלָ֗ם לְכַפֵּ֞ר עַל־בְּנֵ֤י יִשְׂרָאֵל֙ מִכָּל־חַטֹּאתָ֔ם אַחַ֖ת בַּשָּׁנָ֑ה וַיַּ֕עַשׂ כַּאֲשֶׁ֛ר צִוָּ֥ה יְהוָ֖ה אֶת־מֹשֶֽׁה׃ (פ)
34
34
Und das soll euch sein zum ewigen Gesetz, Sühne zu bringen für die Kinder Israel wegen aller ihrer Sünden ein Mal im Jahr. Und als Jom Kippur sechs Monate später kam, machte Aharon genau so, wie der Ewige Mosche befohlen hatte.
wie der Ewige befohlen hatte
Als Jom Kippur herankam, tat er nach dieser Ordnung; damit verkündet der Vers das Lob Aharons, dass er sie nicht zur eigenen Verherrlichung anzog, sondern wie einer, der den Befehl des Königs ausführt.
Raschi
וַיְדַבֵּ֥ר יְהוָ֖ה אֶל־מֹשֶׁ֥ה לֵּאמֹֽר׃
1
1
Und der Ewige sagte zu Mosche, wie folgt:
דַּבֵּ֨ר אֶֽל־אַהֲרֹ֜ן וְאֶל־בָּנָ֗יו וְאֶל֙ כָּל־בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֔ל וְאָמַרְתָּ֖ אֲלֵיהֶ֑ם זֶ֣ה הַדָּבָ֔ר אֲשֶׁר־צִוָּ֥ה יְהוָ֖ה לֵאמֹֽר׃
2
2
Sprich zu Aharon und zu seinen Söhnen und zu allen Kindern Israel und sage zu ihnen: Das ist, was der Ewige befohlen hat, wie folgt:
אִ֥ישׁ אִישׁ֙ מִבֵּ֣ית יִשְׂרָאֵ֔ל אֲשֶׁ֨ר יִשְׁחַ֜ט שׁ֥וֹר אוֹ־כֶ֛שֶׂב אוֹ־עֵ֖ז בַּֽמַּחֲנֶ֑ה א֚וֹ אֲשֶׁ֣ר יִשְׁחַ֔ט מִח֖וּץ לַֽמַּחֲנֶֽה׃
3
3
Jeder Mensch aus dem Haus Israel, der einen Ochsen oder ein Schaf oder eine Ziege im Lager schlachtet, oder der diese Tiere außerhalb des Lagers schlachtet,
der einen Ochsen oder ein Schaf oder eine Ziege schlachtet
Der Vers spricht von Opfern, denn es steht (im nächsten Vers) לְהַקְרִיב קָרְבָּן „um es als Opfer darzubringen“.
Raschi
im Lager: außerhalb des Vorhofes (עֲזָרָה). (Sewachim 107b)
Raschi
וְאֶל־פֶּ֜תַח אֹ֣הֶל מוֹעֵד֮ לֹ֣א הֱבִיאוֹ֒ לְהַקְרִ֤יב קָרְבָּן֙ לַֽיהוָ֔ה לִפְנֵ֖י מִשְׁכַּ֣ן יְהוָ֑ה דָּ֣ם יֵחָשֵׁ֞ב לָאִ֤ישׁ הַהוּא֙ דָּ֣ם שָׁפָ֔ךְ וְנִכְרַ֛ת הָאִ֥ישׁ הַה֖וּא מִקֶּ֥רֶב עַמּֽוֹ׃
4
4
und es nicht zum Eingang des Zeltes der Zusammenkunft bringt, um es als Opfer darzubringen dem Ewigen vor dem Mischkan des Ewigen, dann soll es ihm als Blutschuld angerechnet werden, das Blut, das er vergossen hat; und ausgerottet werde dieser Mensch aus der Mitte seines Volkes.
soll es ihm als Blutschuld angerechnet werden: als ob er das Blut eines Menschen vergossen hätte, wodurch er des Todes schuldig wird (חַייָב מִיתָה).
Raschi
das Blut, das er vergossen hat
Das fügt den hinzu, der außerhalb des Vorhofes Blut sprengt (Sewachim 107a).
Raschi
לְמַעַן֩ אֲשֶׁ֨ר יָבִ֜יאוּ בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֗ל אֶֽת־זִבְחֵיהֶם֮ אֲשֶׁ֣ר הֵ֣ם זֹבְחִים֮ עַל־פְּנֵ֣י הַשָּׂדֶה֒ וֶֽהֱבִיאֻ֣ם לַֽיהוָ֗ה אֶל־פֶּ֛תַח אֹ֥הֶל מוֹעֵ֖ד אֶל־הַכֹּהֵ֑ן וְזָ֨בְח֜וּ זִבְחֵ֧י שְׁלָמִ֛ים לַֽיהוָ֖ה אוֹתָֽם׃
5
5
Damit die Kinder Israel ihre Opfer heranführen, die sie auf freiem Feld schlachten, und sie es dem Ewigen hinbringen an den Eingang des Zeltes der Zusammenkunft zu dem Kohen und sie als Friedensopfer (Schlamim) schlachten dem Ewigen.
die sie schlachten: die sie zu schlachten pflegten.
Raschi
וְזָרַ֨ק הַכֹּהֵ֤ן אֶת־הַדָּם֙ עַל־מִזְבַּ֣ח יְהוָ֔ה פֶּ֖תַח אֹ֣הֶל מוֹעֵ֑ד וְהִקְטִ֣יר הַחֵ֔לֶב לְרֵ֥יחַ נִיחֹ֖חַ לַיהוָֽה׃
6
6
Und der Kohen sprenge das Blut auf den Altar des Ewigen am Eingang des Zeltes der Zusammenkunft und er lasse das Fett verdampfen zum lieblichen Duft, dem Ewigen zu Ehren.
sprengen: etwas mit Flüssigkeit besprühen.
וְלֹא־יִזְבְּח֥וּ עוֹד֙ אֶת־זִבְחֵיהֶ֔ם לַשְּׂעִירִ֕ם אֲשֶׁ֛ר הֵ֥ם זֹנִ֖ים אַחֲרֵיהֶ֑ם חֻקַּ֥ת עוֹלָ֛ם תִּֽהְיֶה־זֹּ֥את לָהֶ֖ם לְדֹרֹתָֽם׃
7
7
Und sie sollen nicht weiter schlachten ihre Opfer den Dämonen, denen sie nachirren. Ein ewiges Gesetz ist das ihnen für ihre künftigen Generationen.
den Dämonen
לַשְּׂעִירִם – לַשֵּׁדִים, den Dämonen [opfern], wie (Jesch. 13:21) וּשְׂעִירִים יְרַקְּדוּ שָׁם „und Dämonen tanzen dort“.
Raschi
den Dämonen
Ähnlich steht (Jesch. 13:21) וּשְׂעִירִים יְרַקְּדוּ שָׁם „und Dämonen tanzen dort“, eine Strafprophezeiung über Bawel, deren Land zerstört und wüst sein wird, bis sogar die Tiere des Waldes dort wohnen und die Dämonen tanzen.
Der vorliegende Vers bedeutet: Solange das Volk Israel Opfer auf offenem Feld schlachtete, gab es manche, die sündigten und den Dämonen opferten. Doch jetzt, da alle Opfer zum Mischkan gebracht werden, werden auch sie von ihrer Sünde ablassen.
Raschbam
Und sie sollen nicht weiter schlachten ihre Opfer den Dämonen
Anschließend an den Abschnitt über den Bock, der in die Wüste geschickt wurde (שָֹּׂעִיר לַעֲזָאזֵל) stellt die Tora diesen Abschnitt: Damit die Ketzer nicht behaupten können, der Bock für die Wüste sei den Dämonen (שְּׂעִירִם) gewidmet, G‑tt behüte. Die Tora warnt auch gleich vor dem Schlachten eines Opfers außerhalb des Mischkan (שְׁחִיטַת חוּץ) und zeigt im Gegenteil: G‑tt verbietet ein Opfern den Dämonen, dem sie in der Vergangenheit gefrönt hatten, wie es in diesem Vers heißt וְלֹא עוֹד „nicht weiter“.
Kli Jakar
Dämone
Das hebräische Wort שְּׂעִירִם spielt auf böse Geister in der Gestalt von Ziegenböcken („Bocksdämone“) an. Warum werden die Dämonen mit einem Ziegenbock verglichen?
Weil Dämonen die Gestalt von Ziegenböcken haben für diejenigen, die daran glauben. [Radak]

Weil die Dämonen keine Ruhe kennen, sondern unruhig umherwirbeln wie Ziegenböcke. [Ha’amek Dawar]

Weil sie in den unbewohnten Wüsten leben und an den nördlichen Enden der Welt, wo aufgrund der extremen Kälte niemand leben kann. [Rabbenu Bechaje]

Sie werden nicht mit Ziegenböcken verglichen, sondern die Bezeichnung שְּׂעִירִם kommt vom Begriff ,Haare‘, שֵׂעָר. Denn es stellen sich die Haare auf bei demjenigen, der sie zu Augen bekommt. [Ibn Esra]

Weil die männlichen Dämonen Haare am Kopf haben, die weiblichen Dämonen aber keine Haare am Kopf haben.
Sefer Chassidim
denen sie nachirren
אֲשֶׁר הֵם זֹנִים אַחֲרֵיהֶם „denen sie nachirren“, זְנוּת im Sinn von Fehlschluss, Irrtum, Versagen. [Targum Onkelos; und siehe Raschi zu Jewamot 61a, ד״ה כשמא]
Das Wort זְנוּת bedeutet „abfallen“, und hier: von G‑tt abfallen und den bösen Geistern anhängen. [Mezudat Zion zu Hoschea 1:2]

Die dem Götzendienst folgen, werden זֹנִים genannt, weil sie unter G‑ttes Herrschaft huren in ihrer trügerischen Annahme, die Götzen lenkten die Geschicke der Welt und könnten ihnen helfen. [Saadia Gaon]

Israel in seiner Treue zum Ewigen gleicht einer tugendhaften Gattin. Wendet sich Israel jedoch dem Götzendienst zu, so gleicht es einer Ehefrau, die unter ihrem Mann der Unzucht nachgeht.
Malbim