Der tägliche Chumasch-Abschnitt

16. Aw 5787

Donnerstag, 19. August 2027

Heute

Ekew

5. Alija

(Dewarim 10:12 – 11:9)

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וְעַתָּה֙ יִשְׂרָאֵ֔ל מָ֚ה יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֔יךָ שֹׁאֵ֖ל מֵעִמָּ֑ךְ כִּ֣י אִם־לְ֠יִרְאָה אֶת־יְהוָ֨ה אֱלֹהֶ֜יךָ לָלֶ֤כֶת בְּכָל־דְּרָכָיו֙ וּלְאַהֲבָ֣ה אֹת֔וֹ וְלַֽעֲבֹד֙ אֶת־יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֔יךָ בְּכָל־לְבָבְךָ֖ וּבְכָל־נַפְשֶֽׁךָ׃
12
12
Und nun, Israel, was fordert der Ewige, dein G‑tt, von dir, als zu fürchten den Ewigen, deinen G‑tt, auf allen Seinen Wegen zu gehen und Ihn zu lieben und zu dienen dem Ewigen, deinem G‑tt, mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele,
Und nun, Israel
Obwohl ihr all das getan habt, ist doch Sein Erbarmen und Seine Liebe weiter über euch. Und nach allem, was ihr vor Ihm gesündigt habt, verlangt Er von euch nur eines: לְיִרְאָה אֶת ה׳ אֱלֹהֶיךָ „dass ihr den Ewigen fürchtet“.
Raschi
Und nun, Israel
In dieser Welt, nicht der Kommenden, im Hier und Jetzt „fordert der Ewige, dein G‑tt, Ihn zu fürchten, auf allen Seinen Wegen zu gehen und Ihn zu lieben und Ihm zu dienen“.
Or haChaim
als zu fürchten
Unsere Rabbiner lernen daraus: Alles wird vom Himmel bewirkt, außer der G‑ttesfurcht (Berachot 33b).
Raschi
als zu fürchten
Was führt den Menschen zur G‑ttesfurcht? Das tiefe Nachdenken über die Größe G‑ttes.
Seforno
was fordert der Ewige … als zu fürchten den Ewigen, deinen G‑tt
Der Ewige hat in Seiner Welt nichts außer der G‑ttesfurcht, wie es heißt וְעַתָּה יִשְׂרָאֵל מָה ה׳ אֱלֹהֶיךָ שֹׁאֵל מֵעִמָּךְ כִּי אִם לְיִרְאָה „Und nun, Israel, was fordert der Ewige, dein G‑tt, von dir, als den Ewigen zu fürchten“.
Rawa sagte: Wenn man den Menschen vor das Himmlische Gericht bringt, fragt man ihn: Hast du deinen Handel in Ehrlichkeit betrieben? Hast du Zeiten für die Torah festgesetzt? Hast du Kinder gezeugt? Hast du auf die Erlösung durch Maschiach gehofft? Hast du über Weisheit diskutiert? Hast du verstanden, Sache aus Sache zu folgern? Aber selbst damit [ist das Wichtigste noch nicht gesagt]. Wenn die „Furcht G‑ttes sein Schatz“ (Jesch. 33:6) und Leitbild war, so ist es gut; sonst aber nicht. Ein Gleichnis dazu. Jemand sagte zu seinem Boten: Bringe den Weizen auf den Boden. Nachdem dieser ihn hinaufgebracht hat, fragte er ihn: Hast du auch ein Kaw Salzsand (קַב חוֹמְטוֹן) hineingetan? Dieser sagte: Nein. Da sagte er zu ihm: Es wäre besser, du hättest den Weizen gar nicht hinaufgebracht.

Raba bar Raw Huna sagte: Ein Mensch mit Torah aber ohne G‑ttesfurcht gleicht einem Schatzmeister, dem man die inneren Schlüssel übergeben hat, nicht aber die äußeren Schlüssel – wie soll er hineinkommen?

Raw Jannai ließ ausrufen: Wie bedauerlich, wer das Grundstück (Hof) nicht besitzt, aber einen Eingang dazu baut. Rabbi Jehuda sagte: Der Ewige hat seine Welt nur dazu erschaffen, dass man Ihn fürchte, wie es heißt (Koh. 3:14) וְהָאֱלֹהִים עָשָׂה שֶׁיִּירְאוּ מִלְּפָנָיו „und G‑tt machte es, damit man Ihn fürchte“.
Schabbat 31a–b
was fordert der Ewige … als den Ewigen zu fürchten
Ist denn die G‑ttesfurcht eine solch kleine Sache? Ja, für Mosche Rabbenu ist das eine kleine Sache. [Berachot 33b]
Die Antwort der Gemara ist nicht verständlich: Der Vers verlangt G‑ttesfurcht von Israel, nicht von Mosche Rabbenu: וְעַתָּה יִשְׂרָאֵל מָה ה׳ אֱלֹהֶיךָ שֹׁאֵל מֵעִמָּךְ „Und nun, Israel, was fordert der Ewige, dein G‑tt, von dir …“ Was bedeutet also „Ja, für Mosche Rabbenu ist das eine kleine Sache“?

Die Antwort: Ja, als Mosche Rabbenu das Volk leitete und mit den Menschen in direkter Beziehung stand, er sie G‑ttesfurcht und gute Eigenschaften lehren konnte, war es leicht, G‑ttesfurcht zu erlangen.
מובא בכלי יקר בשם יש מתרצים
was fordert der Ewige … als den Ewigen zu fürchten
Die Antwort der Gemara ist nicht verständlich: Der Vers verlangt G‑ttesfurcht von Israel, nicht von Mosche Rabbenu: וְעַתָּה יִשְׂרָאֵל מָה ה׳ אֱלֹהֶיךָ שֹׁאֵל מֵעִמָּךְ „Und nun, Israel, was fordert der Ewige, dein G‑tt, von dir …“ Was bedeutet also „Ja, für Mosche Rabbenu ist das eine kleine Sache“?
Jede Person besitzt einen Funken von Mosche Rabbenu; das ist die Fähigkeit von Da’at, das tiefe Nachsinnen über die Größe G‑ttes. Übt sich der Mensch darin (אֱמוּנָה, לְּשׁוֹן אוּמָן הַמְאַמֵּן יָדָיו), über die Größe G‑ttes nachzudenken, wird die in ihm ruhende G‑ttesfurcht wirksam. Welche Art von G‑ttesfurcht ist das? Es ist eine G‑ttesfurcht, die zur praktischen Ausübung aller Mizwot genügt, wie es in diesem Vers heißt לְיִרְאָה אֶת ה׳ אֱלֹהֶיךָ לָלֶכֶת בְּכָל דְּרָכָיו „den Ewigen zu fürchten, damit du in allen Seinen Wegen gehest“.

Und wenn es schwerfällt, über die Größe G‑ttes nachzudenken? Darauf sagt die Torah (Mischle 2:4–5) אִם תְּבַקְשֶׁנָּה כַכָּסֶף וְכַמַּטְמוֹנִים תַּחְפְּשֶׂנָּה אָז תָּבִין יִרְאַת ה׳ „Wenn du sie suchst wie Silber, und wie nach Schätzen ihr nachspürst: dann wirst du die Furcht G‑ttes verstehen“. Wie der Mensch mit gewaltiger Anstrengung nach verborgenen Schätzen gräbt, die in der tiefen Erde verborgen sind, so erfordert es tiefe Arbeit, um den Schatz der G‑ttesfurcht ans Licht zu bringen, der im Herzen jedes Menschen verborgen liegt.
Buch Tanja, Kap. 42
was fordert der Ewige, dein G‑tt
מָה ה׳ אֱלֹהֶיךָ „Womit bin Ich dein G‑tt? Welche Taten hast du getan, dass Ich ,dein G‑tt‘ genannt werden soll?“, שֹׁאֵל מֵעִמָּךְ – das ist die Frage, die G‑tt mir stellt.
Rabbi Naftali von Ropschitz
לִשְׁמֹ֞ר אֶת־מִצְו‍ֹ֤ת יְהוָה֙ וְאֶת־חֻקֹּתָ֔יו אֲשֶׁ֛ר אָנֹכִ֥י מְצַוְּךָ֖ הַיּ֑וֹם לְט֖וֹב לָֽךְ׃
13
13
und zu beachten die Gebote des Ewigen und Seine Anordnungen zu deinem Wohl.
zu beachten die Gebote des Ewigen: und auch das nicht umsonst, sondern zu deinem Wohl, damit ihr Lohn empfanget.
Raschi
הֵ֚ן לַיהוָ֣ה אֱלֹהֶ֔יךָ הַשָּׁמַ֖יִם וּשְׁמֵ֣י הַשָּׁמָ֑יִם הָאָ֖רֶץ וְכָל־אֲשֶׁר־בָּֽהּ׃
14
14
Siehe, dem Ewigen, deinem G‑tt, gehören der Himmel und die Himmel der Himmel, die Erde und alles, was darauf ist.
Siehe, dem Ewigen, deinem G‑tt: gehört alles, und dennoch hat der Ewige von allem nur nach deinen Vätern Verlangen.
Raschi
רַ֧ק בַּאֲבֹתֶ֛יךָ חָשַׁ֥ק יְהוָ֖ה לְאַהֲבָ֣ה אוֹתָ֑ם וַיִּבְחַ֞ר בְּזַרְעָ֣ם אַחֲרֵיהֶ֗ם בָּכֶ֛ם מִכָּל־הָעַמִּ֖ים כַּיּ֥וֹם הַזֶּֽה׃
15
15
Nur nach deinen Vätern hatte der Ewige Verlangen, sie zu lieben, so erwählte Er ihre Nachkommen nach ihnen, nämlich euch, vor allen Völkern, so wie es heute ist.
euch: wie ihr euch heute geliebt seht vor allen Völkern.
Raschi
וּמַלְתֶּ֕ם אֵ֖ת עָרְלַ֣ת לְבַבְכֶ֑ם וְעָ֨רְפְּכֶ֔ם לֹ֥א תַקְשׁ֖וּ עֽוֹד׃
16
16
Beschneidet die Verstopfung eures Herzens! und seid nicht weiter hartnäckig.
Verstopfung eures Herzens
Das Wort עָרְלָה bedeutet Verstopfung und Verhüllung eures Herzens.
Raschi
Verstopfung eures Herzens
עָרְלַת הַלֵּב „Orla des Herzens“ ist zu verstehen als טַפְשׁוּת לִבְּכוֹן, die „Dummheit eures Herzens“, ein blindes Nachgeben gegenüber den Launen des Herzens.
Targum Onkelos
Verstopfung eures Herzens
עָרְלַת הַלֵּב „Orla des Herzens“ ist eine Bezeichnung für den inneren Trieb zum Bösen, den Jezer haRa.
Sukka 52a
Beschneidet die Verstopfung eures Herzens!
Sagt euch los von den Gelüsten, die derb und schwer bedrückend wie Orla („Hülle“) sind.
Andere Erklärung: Reinigt euer Herz, sodass es die Wahrheit begreife.
Ibn Esra
כִּ֚י יְהוָ֣ה אֱלֹֽהֵיכֶ֔ם ה֚וּא אֱלֹהֵ֣י הָֽאֱלֹהִ֔ים וַאֲדֹנֵ֖י הָאֲדֹנִ֑ים הָאֵ֨ל הַגָּדֹ֤ל הַגִּבֹּר֙ וְהַנּוֹרָ֔א אֲשֶׁר֙ לֹא־יִשָּׂ֣א פָנִ֔ים וְלֹ֥א יִקַּ֖ח שֹֽׁחַד׃
17
17
Denn der Ewige, euer G‑tt, ist der wahre G‑tt über falsche Götter und Herr über alle Herren, der große, mächtige und ehrfurchtbare G‑tt, der kein Ansehen achtet und keine Bestechung annimmt,
der Herr über alle Herren: kein Herr kann euch aus Seiner Hand retten.
Raschi
der große G‑tt: der alles aus dem Nichts erschafft und belebt.
Seforno
der ehrfurchtbare G‑tt: der darauf achtet, für Sünden zu strafen. Deshalb gebührt es dem Menschen, Ihn zu fürchten.
Seforno
der kein Ansehen achtet
לֹא יִשָּׂא פָנִים, wörtl. der das Gesicht eines Menschen nicht erhebt; d.h. der niemanden bevorzugt.
der kein Ansehen achtet: wenn ihr Sein Joch abwerft.
Raschi
und keine Bestechung annimmt: dass man Ihn mit Geld versöhnen könne.
Raschi
עֹשֶׂ֛ה מִשְׁפַּ֥ט יָת֖וֹם וְאַלְמָנָ֑ה וְאֹהֵ֣ב גֵּ֔ר לָ֥תֶת ל֖וֹ לֶ֥חֶם וְשִׂמְלָֽה׃
18
18
der Recht verschafft dem Waisen und der Witwe, der den Fremden (Ger Zedek) liebt, ihm Brot und Kleidung zu geben.
dem Waisen und der Witwe: denen es an Schutz und Unterstützung fehlt.
Ibn Esra
der Recht verschafft dem Waisen und der Witwe: Das ist Stärke. Wo du die Größe G‑ttes findest, dort findest du Seine Bescheidenheit (Megilla 31a).
Raschi
Witwe
Der Begriff אַלְמָנָה „Witwe“ leitet sich von der Wurzel אִלֵּם „stumm“ ab. Nach dem Tod ihres Ehemannes verstummt sie, weil sie sich nicht mehr wehren kann gegen jene, die sie bedrücken.
Rabbi Jona ibn Dschanach, שורש אלם
den Fremden: das ist der Ger Zedek, der die 613 Mizwot der Torah angenommen hat.
den Fremden: dem es an Schutz und Unterstützung fehlt.
Ibn Esra
und den Fremden liebt, ihm Brot und Kleidung zu geben: und das ist eine wertvolle Sache, denn der ganze Inhalt des Gebets unseres Vorvaters Jaakow bestand nur darin (Ber. 28:20) וְנָתַן לִי לֶחֶם לֶאֱכֹל וּבֶגֶד לִלְבֹּשׁ „und mir Brot zum Essen gibt und Gewand zur Bekleidung“.
Raschi
וַאֲהַבְתֶּ֖ם אֶת־הַגֵּ֑ר כִּֽי־גֵרִ֥ים הֱיִיתֶ֖ם בְּאֶ֥רֶץ מִצְרָֽיִם׃
19
19
So liebt auch ihr den Fremden. Denn ihr habt selbst unter der Benachteiligung gelitten, als ihr Fremde wart im Land Mizraim.
Denn Fremde wart ihr
Deinen eigenen Makel wirf nicht deinem Nächsten vor (Bawa Mezia 59b).
Raschi
Fremde wart ihr im Land Mizraim
Den Schmerz des Fremdseins habt ihr in Mizraim am eigenen Leib erfahren. [Sefer haChinuch, Mizwa 431]
Deinen eigenen Makel wirf nicht anderen Menschen vor: Israel selbst diente den Götzen in Mizraim.
Chiskuni zu Wajikra 19:33
אֶת־יְהוָ֧ה אֱלֹהֶ֛יךָ תִּירָ֖א אֹת֣וֹ תַעֲבֹ֑ד וּב֣וֹ תִדְבָּ֔ק וּבִשְׁמ֖וֹ תִּשָּׁבֵֽעַ׃
20
20
Den Ewigen, deinen G‑tt, sollst du fürchten, Ihm sollst du dienen und Ihm anhangen und bei Seinem Namen schwören.
Den Ewigen, deinen G‑tt, sollst du fürchten: und Ihm dienen und Ihm anhangen; und erst wenn du alle diese Eigenschaften besitzt, dann darfst du bei Seinem Namen schwören.
Raschi
Den Ewigen, deinen G‑tt, sollst du fürchten: das ist die Beachtung der Verbote (מִצְווֹת לֹא תַעֲשֶׂה). Ihm sollst du dienen: das ist die Erfüllung der Gebote (מִצְווֹת עֲשֵׂה).
Ibn Esra
ה֥וּא תְהִלָּתְךָ֖ וְה֣וּא אֱלֹהֶ֑יךָ אֲשֶׁר־עָשָׂ֣ה אִתְּךָ֗ אֶת־הַגְּדֹלֹ֤ת וְאֶת־הַנּֽוֹרָאֹת֙ הָאֵ֔לֶּה אֲשֶׁ֥ר רָא֖וּ עֵינֶֽיךָ׃
21
21
Er ist dein Ruhm und Er ist dein G‑tt, der für dich getan hat diese großen und furchtbaren Taten, die deine Augen gesehen haben.
בְּשִׁבְעִ֣ים נֶ֔פֶשׁ יָרְד֥וּ אֲבֹתֶ֖יךָ מִצְרָ֑יְמָה וְעַתָּ֗ה שָֽׂמְךָ֙ יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֔יךָ כְּכוֹכְבֵ֥י הַשָּׁמַ֖יִם לָרֹֽב׃
22
22
Mit siebzig Seelen zogen deine Väter hinab nach Mizraim und nun hat der Ewige, dein G‑tt, dich gemacht wie die Sterne des Himmels an Menge.
Mit siebzig Seelen
Der Vers beginnt mit dem Buchstaben ב (Bet) und endet mit dem Buchstaben ב. Das Wort בֵּית, Name des Buchstabens ב, bedeutet auch „Haus“, „Haushalt“ oder im übertragenen Sinn „Ehefrau“. Seine siebzig Nachkommen mahnte Jaakow eindringlich bei dem Eintritt in das fremde Land Mizraim, nur im eigenen Volk zu heiraten; sich nicht in der mizrischen Mehrheitsgesellschaft zu verlieren bei der Suche nach Ehepartner und der Familiengründung (Bait). Deshalb wird das jüdische Volk „Haus Jaakows“ בֵּית יַעֲקֹב genannt.
Baal haTurim
wie die Sterne des Himmels
Die Gemara (Pessachim 2a) fragt zum Vers הַלְלוּהוּ כָּל כּוֹכְבֵי אוֹר „Rühmt Ihn, ihr lichten Sterne“ (Teh. 148:3): Demnach haben Ihn nur die leuchtenden Sterne zu rühmen, die nicht-leuchtenden Sterne aber brauchen Ihn nicht zu rühmen? Vielmehr lehrt es, dass das Sternenlicht ebenfalls „Licht“ heißt.
Das enthält ein Versprechen: הַכּוֹכָב שֶׁיְהַלֵל – יָאִיר, der Stern, der G‑tt rühmt, wird leuchten. Das ist, worauf der Vers hier anspielt שָׂמְךָ ה׳ אֱלֹהֶיךָ כְּכוֹכְבֵי הַשָּׁמַיִם „der Ewige hat dich gemacht wie die Sterne des Himmels“: preise und rühme G‑tt, und du wirst leuchten.
Jismach Israel
וְאָ֣הַבְתָּ֔ אֵ֖ת יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֑יךָ וְשָׁמַרְתָּ֣ מִשְׁמַרְתּ֗וֹ וְחֻקֹּתָ֧יו וּמִשְׁפָּטָ֛יו וּמִצְו‍ֹתָ֖יו כָּל־הַיָּמִֽים׃
1
1
Lieben sollst du den Ewigen, deinen G‑tt, und beachten sollst du Seine Maßnahmen und Seine Anordnungen und Seine Rechtsvorschriften und Seine Gebote allezeit.
Seine Maßnahmen
מִשְׁמַרְתּוֹ bezieht sich auf Verbote, die von der Übertretung der Verwarnungen der Torah fernhalten. Wie die zweiten Grade der verbotenen Ehen (שְׁנִיּוֹת לָעֲרָיוֹת), und die rabbinischen Bestimmungen für den Schabbat (שְׁבוּת לַשַּׁבָּת).
Raschi zu Bereschit 26:5
und beachten sollst du Seine Maßnahmen
Nach dem Gebot „Lieben sollst du den Ewigen, deinen G‑tt, bezeichnet וְשָׁמַרְתָּ מִשְׁמַרְתּוֹ „und beachten sollst du Seine Maßnahmen“ die Ehrfurcht, sich vor Sünden gegen G‑tt zu hüten.
Ramban
וִֽידַעְתֶּם֮ הַיּוֹם֒ כִּ֣י׀ לֹ֣א אֶת־בְּנֵיכֶ֗ם אֲשֶׁ֤ר לֹֽא־יָדְעוּ֙ וַאֲשֶׁ֣ר לֹא־רָא֔וּ אֶת־מוּסַ֖ר יְהוָ֣ה אֱלֹהֵיכֶ֑ם אֶת־גָּדְל֕וֹ אֶת־יָדוֹ֙ הַחֲזָקָ֔ה וּזְרֹע֖וֹ הַנְּטוּיָֽה׃
2
2
Und erkennt heute, denn nicht mit euren Kindern spreche ich, die nicht erfahren und gesehen haben die Zurechtweisung des Ewigen, eures G‑ttes, Seine Größe, Seine starke Hand und Seinen ausgestreckten Arm,
Und erkennt heute
Richtet euer Herz darauf, zu erkennen und einzusehen und diese Zurechtweisung anzunehmen.
Raschi
denn nicht mit euren Kindern spreche ich jetzt, die sagen könnten, wir wissen von alldem nichts und haben es nicht gesehen. [Raschi] -
וְאֶת־אֹֽתֹתָיו֙ וְאֶֽת־מַעֲשָׂ֔יו אֲשֶׁ֥ר עָשָׂ֖ה בְּת֣וֹךְ מִצְרָ֑יִם לְפַרְעֹ֥ה מֶֽלֶךְ־מִצְרַ֖יִם וּלְכָל־אַרְצֽוֹ׃
3
3
und Seine Zeichen und Seine Taten, die Er getan hat mitten in Mizraim an Pharao, König von Mizraim, und an seinem ganzen Land,
וַאֲשֶׁ֣ר עָשָׂה֩ לְחֵ֨יל מִצְרַ֜יִם לְסוּסָ֣יו וּלְרִכְבּ֗וֹ אֲשֶׁ֨ר הֵצִ֜יף אֶת־מֵ֤י יַם־סוּף֙ עַל־פְּנֵיהֶ֔ם בְּרָדְפָ֖ם אַחֲרֵיכֶ֑ם וַיְאַבְּדֵ֣ם יְהוָ֔ה עַ֖ד הַיּ֥וֹם הַזֶּֽה׃
4
4
und was Er getan hat an dem Heer von Mizraim, an seinen Pferden und seinen Wagen, über das Er das Wasser des Schilfmeeres strömen ließ, als sie euch nachjagten, und der Ewige vernichtete sie bis auf diesen Tag,
bis auf diesen Tag
Sogar vierzig Jahre später war ihr Verlust in Mizraim noch zu spüren, weil es niemanden gab, der sie ersetzte.
Seforno
וַאֲשֶׁ֥ר עָשָׂ֛ה לָכֶ֖ם בַּמִּדְבָּ֑ר עַד־בֹּאֲכֶ֖ם עַד־הַמָּק֥וֹם הַזֶּֽה׃
5
5
und was Er euch getan hat in der Wüste, bis ihr an diesen Ort kamt,
und was Er euch getan hat in der Wüste: als Er das Man für euch vom Himmel fielen ließ.
Ibn Esra
und was Er euch getan hat in der Wüste: als Er euch strafte nach der Sünde mit dem Goldenen Kalb, mit dem Feuer in Tawera, nach der Sünde mit den Kundschaftern, in Kiwrot haTaawa, und bei den übrigen Vorfällen, als ihr Ihn erzürnt habt.
Ramban
וַאֲשֶׁ֨ר עָשָׂ֜ה לְדָתָ֣ן וְלַאֲבִירָ֗ם בְּנֵ֣י אֱלִיאָב֮ בֶּן־רְאוּבֵן֒ אֲשֶׁ֨ר פָּצְתָ֤ה הָאָ֙רֶץ֙ אֶת־פִּ֔יהָ וַתִּבְלָעֵ֥ם וְאֶת־בָּתֵּיהֶ֖ם וְאֶת־אָהֳלֵיהֶ֑ם וְאֵ֤ת כָּל־הַיְקוּם֙ אֲשֶׁ֣ר בְּרַגְלֵיהֶ֔ם בְּקֶ֖רֶב כָּל־יִשְׂרָאֵֽל׃
6
6
und was Er getan hat an Datan und Awiram, den Söhnen von Eliaw, Sohn des Rëuwen, als die Erde ihren Mund aufriss und sie verschlang zusammen mit ihren Häusern und ihren Zelten und allem Vermögen, das sie auf ihre Beine stellte, in der Mitte von ganz Israel.
in der Mitte von ganz Israel
Überall, wohin einer von ihnen entfloh, spaltete sich die Erde unter ihm und verschlang ihn, das sind die Worte von R. Jehuda. Da sagte R. Nechemia zu ihm: Steht nicht bereits (Bam. 16:32) ״וַתִּפְתַּח הָאָרֶץ אֶת פִּיהָ״, וְלֹא ׳פִּיּוֹתֶיהָ׳ „die Erde öffnete ihren Mund“ und nicht „ihre Münder“? Er sagte zu ihm: Und wie verstehe ich die Worte [in unserem Vers] בְּקֶרֶב כָּל יִשְׂרָאֵל „in der Mitte von ganz Israel“? Er antwortete: Die Erde wurde abschüssig wie ein Trichter, und überall, wo sich einer von ihnen befand, rutschte er aus und kam zum Ort der Spaltung.
Raschi
zusammen mit ihren Häusern: zusammen mit ihren Familienmitgliedern.
Targum Onkelos
und alles Vermögen, das sie auf ihre Beine stellte
כָּל הַיְקוּם אֲשֶׁר בְּרַגְלֵיהֶם, wörtl. „alles Vermögen zu ihren Füßen“: das ist das Vermögen des Menschen, das ihn auf die Beine stellt (Sanh. 110a).
Raschi
כִּ֤י עֵֽינֵיכֶם֙ הָֽרֹאֹ֔ת אֶת־כָּל־מַעֲשֵׂ֥ה יְהוָ֖ה הַגָּדֹ֑ל אֲשֶׁ֖ר עָשָֽׂה׃
7
7
Sondern eure Augen sind es, die gesehen haben das ganze große Werk des Ewigen, das Er vollbracht hat.
Sondern eure Augen sind es, die gesehen haben
[Das Wort כִּי bedeutet hier „sondern“.] „Sondern eure Augen sind es, die gesehen haben“ bezieht sich auf das oben Genannte (Vers 2 „denn nicht mit euren Kindern, die nicht erfahren …“, sondern mit euch, deren Augen gesehen haben.
Raschi
וּשְׁמַרְתֶּם֙ אֶת־כָּל־הַמִּצְוָ֔ה אֲשֶׁ֛ר אָנֹכִ֥י מְצַוְּךָ֖ הַיּ֑וֹם לְמַ֣עַן תֶּחֶזְק֗וּ וּבָאתֶם֙ וִֽירִשְׁתֶּ֣ם אֶת־הָאָ֔רֶץ אֲשֶׁ֥ר אַתֶּ֛ם עֹבְרִ֥ים שָׁ֖מָּה לְרִשְׁתָּֽהּ׃
8
8
Beachtet das ganze Gebot, das ich dir heute befehle, damit ihr stark seid und hinkommet und in Besitz nehmet das Land, wohin ihr zieht, es in Besitz zu nehmen.
das ganze Gebot
כׇּל הַמִּצְוָה „Das ganze Gebot“ im Sinn von „alle Gebote“, die Gesamtheit der Mizwot.
Saadia Gaon
וּלְמַ֨עַן תַּאֲרִ֤יכוּ יָמִים֙ עַל־הָ֣אֲדָמָ֔ה אֲשֶׁר֩ נִשְׁבַּ֨ע יְהוָ֧ה לַאֲבֹתֵיכֶ֛ם לָתֵ֥ת לָהֶ֖ם וּלְזַרְעָ֑ם אֶ֛רֶץ זָבַ֥ת חָלָ֖ב וּדְבָֽשׁ׃
9
9
Und damit ihr lange bleibet auf dem Boden, den der Ewige euren Vätern mit einem Schwur zugesagt hat, ihnen und ihren Nachkommen zu geben, ein Land, das von Milch und Honig fließt.
das von Milch und Honig fließt
Ein Land, dessen Früchte fett wie Milch und süß wie Honig sind.
Targum Jonathan