וְעַתָּה֙ יִשְׂרָאֵ֔ל מָ֚ה יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֔יךָ שֹׁאֵ֖ל מֵעִמָּ֑ךְ כִּ֣י אִם־לְ֠יִרְאָה אֶת־יְהוָ֨ה אֱלֹהֶ֜יךָ לָלֶ֤כֶת בְּכָל־דְּרָכָיו֙ וּלְאַהֲבָ֣ה אֹת֔וֹ וְלַֽעֲבֹד֙ אֶת־יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֔יךָ בְּכָל־לְבָבְךָ֖ וּבְכָל־נַפְשֶֽׁךָ׃
12
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Und nun, Israel, was fordert der Ewige, dein G‑tt, von dir, als zu fürchten den Ewigen, deinen G‑tt, auf allen Seinen Wegen zu gehen und Ihn zu lieben und zu dienen dem Ewigen, deinem G‑tt, mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele,
Und nun, Israel
Obwohl ihr all das getan habt, ist doch Sein Erbarmen und Seine Liebe weiter über euch. Und nach allem, was ihr vor Ihm gesündigt habt, verlangt Er von euch nur eines: לְיִרְאָה אֶת ה׳ אֱלֹהֶיךָ „dass ihr den Ewigen fürchtet“.
Raschi
Und nun, Israel
In dieser Welt, nicht der Kommenden, im Hier und Jetzt „fordert der Ewige, dein G‑tt, Ihn zu fürchten, auf allen Seinen Wegen zu gehen und Ihn zu lieben und Ihm zu dienen“.
Or haChaim
als zu fürchten
Unsere Rabbiner lernen daraus: Alles wird vom Himmel bewirkt, außer der G‑ttesfurcht (Berachot 33b).
Raschi
als zu fürchten
Was führt den Menschen zur G‑ttesfurcht? Das tiefe Nachdenken über die Größe G‑ttes.
Seforno
was fordert der Ewige … als zu fürchten den Ewigen, deinen G‑tt
Der Ewige hat in Seiner Welt nichts außer der G‑ttesfurcht, wie es heißt וְעַתָּה יִשְׂרָאֵל מָה ה׳ אֱלֹהֶיךָ שֹׁאֵל מֵעִמָּךְ כִּי אִם לְיִרְאָה „Und nun, Israel, was fordert der Ewige, dein G‑tt, von dir, als den Ewigen zu fürchten“.
Rawa sagte: Wenn man den Menschen vor das Himmlische Gericht bringt, fragt man ihn: Hast du deinen Handel in Ehrlichkeit betrieben? Hast du Zeiten für die Torah festgesetzt? Hast du Kinder gezeugt? Hast du auf die Erlösung durch Maschiach gehofft? Hast du über Weisheit diskutiert? Hast du verstanden, Sache aus Sache zu folgern? Aber selbst damit [ist das Wichtigste noch nicht gesagt]. Wenn die „Furcht G‑ttes sein Schatz“ (Jesch. 33:6) und Leitbild war, so ist es gut; sonst aber nicht. Ein Gleichnis dazu. Jemand sagte zu seinem Boten: Bringe den Weizen auf den Boden. Nachdem dieser ihn hinaufgebracht hat, fragte er ihn: Hast du auch ein Kaw Salzsand (קַב חוֹמְטוֹן) hineingetan? Dieser sagte: Nein. Da sagte er zu ihm: Es wäre besser, du hättest den Weizen gar nicht hinaufgebracht.
Raba bar Raw Huna sagte: Ein Mensch mit Torah aber ohne G‑ttesfurcht gleicht einem Schatzmeister, dem man die inneren Schlüssel übergeben hat, nicht aber die äußeren Schlüssel – wie soll er hineinkommen?
Raw Jannai ließ ausrufen: Wie bedauerlich, wer das Grundstück (Hof) nicht besitzt, aber einen Eingang dazu baut. Rabbi Jehuda sagte: Der Ewige hat seine Welt nur dazu erschaffen, dass man Ihn fürchte, wie es heißt (Koh. 3:14) וְהָאֱלֹהִים עָשָׂה שֶׁיִּירְאוּ מִלְּפָנָיו „und G‑tt machte es, damit man Ihn fürchte“.
Rawa sagte: Wenn man den Menschen vor das Himmlische Gericht bringt, fragt man ihn: Hast du deinen Handel in Ehrlichkeit betrieben? Hast du Zeiten für die Torah festgesetzt? Hast du Kinder gezeugt? Hast du auf die Erlösung durch Maschiach gehofft? Hast du über Weisheit diskutiert? Hast du verstanden, Sache aus Sache zu folgern? Aber selbst damit [ist das Wichtigste noch nicht gesagt]. Wenn die „Furcht G‑ttes sein Schatz“ (Jesch. 33:6) und Leitbild war, so ist es gut; sonst aber nicht. Ein Gleichnis dazu. Jemand sagte zu seinem Boten: Bringe den Weizen auf den Boden. Nachdem dieser ihn hinaufgebracht hat, fragte er ihn: Hast du auch ein Kaw Salzsand (קַב חוֹמְטוֹן) hineingetan? Dieser sagte: Nein. Da sagte er zu ihm: Es wäre besser, du hättest den Weizen gar nicht hinaufgebracht.
Raba bar Raw Huna sagte: Ein Mensch mit Torah aber ohne G‑ttesfurcht gleicht einem Schatzmeister, dem man die inneren Schlüssel übergeben hat, nicht aber die äußeren Schlüssel – wie soll er hineinkommen?
Raw Jannai ließ ausrufen: Wie bedauerlich, wer das Grundstück (Hof) nicht besitzt, aber einen Eingang dazu baut. Rabbi Jehuda sagte: Der Ewige hat seine Welt nur dazu erschaffen, dass man Ihn fürchte, wie es heißt (Koh. 3:14) וְהָאֱלֹהִים עָשָׂה שֶׁיִּירְאוּ מִלְּפָנָיו „und G‑tt machte es, damit man Ihn fürchte“.
Schabbat 31a–b
was fordert der Ewige … als den Ewigen zu fürchten
Ist denn die G‑ttesfurcht eine solch kleine Sache? Ja, für Mosche Rabbenu ist das eine kleine Sache. [Berachot 33b]
Die Antwort der Gemara ist nicht verständlich: Der Vers verlangt G‑ttesfurcht von Israel, nicht von Mosche Rabbenu: וְעַתָּה יִשְׂרָאֵל מָה ה׳ אֱלֹהֶיךָ שֹׁאֵל מֵעִמָּךְ „Und nun, Israel, was fordert der Ewige, dein G‑tt, von dir …“ Was bedeutet also „Ja, für Mosche Rabbenu ist das eine kleine Sache“?
Die Antwort: Ja, als Mosche Rabbenu das Volk leitete und mit den Menschen in direkter Beziehung stand, er sie G‑ttesfurcht und gute Eigenschaften lehren konnte, war es leicht, G‑ttesfurcht zu erlangen.
Die Antwort der Gemara ist nicht verständlich: Der Vers verlangt G‑ttesfurcht von Israel, nicht von Mosche Rabbenu: וְעַתָּה יִשְׂרָאֵל מָה ה׳ אֱלֹהֶיךָ שֹׁאֵל מֵעִמָּךְ „Und nun, Israel, was fordert der Ewige, dein G‑tt, von dir …“ Was bedeutet also „Ja, für Mosche Rabbenu ist das eine kleine Sache“?
Die Antwort: Ja, als Mosche Rabbenu das Volk leitete und mit den Menschen in direkter Beziehung stand, er sie G‑ttesfurcht und gute Eigenschaften lehren konnte, war es leicht, G‑ttesfurcht zu erlangen.
מובא בכלי יקר בשם יש מתרצים
was fordert der Ewige … als den Ewigen zu fürchten
Die Antwort der Gemara ist nicht verständlich: Der Vers verlangt G‑ttesfurcht von Israel, nicht von Mosche Rabbenu: וְעַתָּה יִשְׂרָאֵל מָה ה׳ אֱלֹהֶיךָ שֹׁאֵל מֵעִמָּךְ „Und nun, Israel, was fordert der Ewige, dein G‑tt, von dir …“ Was bedeutet also „Ja, für Mosche Rabbenu ist das eine kleine Sache“?
Jede Person besitzt einen Funken von Mosche Rabbenu; das ist die Fähigkeit von Da’at, das tiefe Nachsinnen über die Größe G‑ttes. Übt sich der Mensch darin (אֱמוּנָה, לְּשׁוֹן אוּמָן הַמְאַמֵּן יָדָיו), über die Größe G‑ttes nachzudenken, wird die in ihm ruhende G‑ttesfurcht wirksam. Welche Art von G‑ttesfurcht ist das? Es ist eine G‑ttesfurcht, die zur praktischen Ausübung aller Mizwot genügt, wie es in diesem Vers heißt לְיִרְאָה אֶת ה׳ אֱלֹהֶיךָ לָלֶכֶת בְּכָל דְּרָכָיו „den Ewigen zu fürchten, damit du in allen Seinen Wegen gehest“.
Und wenn es schwerfällt, über die Größe G‑ttes nachzudenken? Darauf sagt die Torah (Mischle 2:4–5) אִם תְּבַקְשֶׁנָּה כַכָּסֶף וְכַמַּטְמוֹנִים תַּחְפְּשֶׂנָּה אָז תָּבִין יִרְאַת ה׳ „Wenn du sie suchst wie Silber, und wie nach Schätzen ihr nachspürst: dann wirst du die Furcht G‑ttes verstehen“. Wie der Mensch mit gewaltiger Anstrengung nach verborgenen Schätzen gräbt, die in der tiefen Erde verborgen sind, so erfordert es tiefe Arbeit, um den Schatz der G‑ttesfurcht ans Licht zu bringen, der im Herzen jedes Menschen verborgen liegt.
Jede Person besitzt einen Funken von Mosche Rabbenu; das ist die Fähigkeit von Da’at, das tiefe Nachsinnen über die Größe G‑ttes. Übt sich der Mensch darin (אֱמוּנָה, לְּשׁוֹן אוּמָן הַמְאַמֵּן יָדָיו), über die Größe G‑ttes nachzudenken, wird die in ihm ruhende G‑ttesfurcht wirksam. Welche Art von G‑ttesfurcht ist das? Es ist eine G‑ttesfurcht, die zur praktischen Ausübung aller Mizwot genügt, wie es in diesem Vers heißt לְיִרְאָה אֶת ה׳ אֱלֹהֶיךָ לָלֶכֶת בְּכָל דְּרָכָיו „den Ewigen zu fürchten, damit du in allen Seinen Wegen gehest“.
Und wenn es schwerfällt, über die Größe G‑ttes nachzudenken? Darauf sagt die Torah (Mischle 2:4–5) אִם תְּבַקְשֶׁנָּה כַכָּסֶף וְכַמַּטְמוֹנִים תַּחְפְּשֶׂנָּה אָז תָּבִין יִרְאַת ה׳ „Wenn du sie suchst wie Silber, und wie nach Schätzen ihr nachspürst: dann wirst du die Furcht G‑ttes verstehen“. Wie der Mensch mit gewaltiger Anstrengung nach verborgenen Schätzen gräbt, die in der tiefen Erde verborgen sind, so erfordert es tiefe Arbeit, um den Schatz der G‑ttesfurcht ans Licht zu bringen, der im Herzen jedes Menschen verborgen liegt.
Buch Tanja, Kap. 42
was fordert der Ewige, dein G‑tt
מָה ה׳ אֱלֹהֶיךָ „Womit bin Ich dein G‑tt? Welche Taten hast du getan, dass Ich ,dein G‑tt‘ genannt werden soll?“, שֹׁאֵל מֵעִמָּךְ – das ist die Frage, die G‑tt mir stellt.
Rabbi Naftali von Ropschitz