Der tägliche Chumasch-Abschnitt

27. Aw 5787

Montag, 30. August 2027

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Schoftim

2. Alija

(Dewarim 17:14 – 17:20)

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כִּֽי־תָבֹ֣א אֶל־הָאָ֗רֶץ אֲשֶׁ֨ר יְהוָ֤ה אֱלֹהֶ֙יךָ֙ נֹתֵ֣ן לָ֔ךְ וִֽירִשְׁתָּ֖הּ וְיָשַׁ֣בְתָּה בָּ֑הּ וְאָמַרְתָּ֗ אָשִׂ֤ימָה עָלַי֙ מֶ֔לֶךְ כְּכָל־הַגּוֹיִ֖ם אֲשֶׁ֥ר סְבִיבֹתָֽי׃
14
14
Wenn du in das Land kommst, das der Ewige, dein G‑tt, dir gibt, wenn du es in Besitz nimmst und darin wohnst und du sagst: Ich will einen König über mich setzen, wie alle die Völker, die rund um mich sind.
Ich will einen König über mich setzen
Rabbi Nehorai sagt: Der Vers spricht vom moralischen Verfall Israels und schildert hier prophetisch, was in den Tagen von König Scha’ul geschehen wird.
Rabbi Jehuda sagt: Es ist eine Mizwa der Tora, einen König einzusetzen. [Sanhedrin 20]

Es ist erlaubt (רְשׁוּת), einen König einzusetzen. [Ibn Esra]

Wird ein König für die Ehre Israels verlangt, ist das eine Mizwa. Doch wenn die Absicht ist, auf eine Führungsgestalt aus Fleisch und Blut im Krieg zu vertrauen, ist es eine Sünde.
Or haChaim
שׂ֣וֹם תָּשִׂ֤ים עָלֶ֙יךָ֙ מֶ֔לֶךְ אֲשֶׁ֥ר יִבְחַ֛ר יְהוָ֥ה אֱלֹהֶ֖יךָ בּ֑וֹ מִקֶּ֣רֶב אַחֶ֗יךָ תָּשִׂ֤ים עָלֶ֙יךָ֙ מֶ֔לֶךְ לֹ֣א תוּכַ֗ל לָתֵ֤ת עָלֶ֙יךָ֙ אִ֣ישׁ נָכְרִ֔י אֲשֶׁ֥ר לֹֽא־אָחִ֖יךָ הֽוּא׃
15
15
Dann setze, setze einen König über dich, den der Ewige, dein G‑tt, erwählen wird. Aus der Mitte deiner Brüder sollst du einen König über dich setzen. Du darfst nicht über dich einen fremden Mann setzen, der nicht dein Bruder ist.
Dann setze, setze
Der doppelte Ausdruck שׂוֹם תָּשִׂים zeigt, dass der König nicht selbst seinen Nachfolger bestimmen kann, sondern das Volk entscheidet. [Meschech Chochma]
Der doppelte Ausdruck שׂוֹם תָּשִׂים ist ein Hinweis darauf, dass sich Israel in zwei Königreiche teilen wird: Jehuda und Israel.
Sefat Emet
Du darfst nicht über dich setzen
Wörtlich steht לֹא תוּכַל „Du kannst nicht setzen“. Das bedeutet nicht, dass du „nicht kannst“, sondern dass du nicht darfst; und wie im Targum steht לֵית לָךְ רְשׁוּ „du hast nicht die Erlaubnis“.
Chiskuni
רַק֮ לֹא־יַרְבֶּה־לּ֣וֹ סוּסִים֒ וְלֹֽא־יָשִׁ֤יב אֶת־הָעָם֙ מִצְרַ֔יְמָה לְמַ֖עַן הַרְבּ֣וֹת ס֑וּס וַֽיהוָה֙ אָמַ֣ר לָכֶ֔ם לֹ֣א תֹסִפ֗וּן לָשׁ֛וּב בַּדֶּ֥רֶךְ הַזֶּ֖ה עֽוֹד׃
16
16
Nur darf er sich nicht die Pferde mehren, dass er nicht das Volk zurückführe nach Mizraim, um die Pferde zu mehren, und der Ewige hat euch gesagt: Ihr sollt auf diesem Weg niemals zurückkehren.
Nur darf er sich nicht die Pferde mehren
Nur so viele, wie für seinen Wagen nötig sind, damit er das Volk nicht nach Mizraim zurückbringe, woher die Pferde kommen. Wie es bei König Schlomo heißt (1 Kön. 10:29) וַתַּעֲלֶה וַתֵּצֵא מֶרְכָּבָה מִמִּצְרַיִם בְּשֵׁשׁ מֵאוֹת כֶּסֶף וְסוּס בַּחֲמִשִּׁים וּמֵאָה „Es kam ein Wagen herauf, heraus aus Mizraim, um 600 Silberstücke, und ein Pferd um 150“.
Raschi
dass er nicht das Volk zurückführe nach Mizraim
Das ist das Verbot, von den Taten der Mizrim zu lernen.
Rambam, Lo Ta’asse 46
niemals
עוֹד im Sinn von „auf ewig“, „niemals“.
Saadia Gaon; Rambam, Lo Ta’asse 46
וְלֹ֤א יַרְבֶּה־לּוֹ֙ נָשִׁ֔ים וְלֹ֥א יָס֖וּר לְבָב֑וֹ וְכֶ֣סֶף וְזָהָ֔ב לֹ֥א יַרְבֶּה־לּ֖וֹ מְאֹֽד׃
17
17
Auch darf er nicht viele Frauen zur Ehe nehmen, dass sein Herz nicht abweiche vom guten Weg, auch Silber und Gold darf er nicht mehren.
nicht viele Frauen zur Ehe nehmen: sondern maximal achtzehn. Wir finden, dass König David sechs Frauen hatte und zu ihm gesagt wurde (2 Schmu. 12:8) וְאִם מְעָט וְאֹסִפָה לְּךָ כָּהֵנָּה וְכָהֵנָּה „und wenn das zu wenig ist, dann werden wir dir noch hinzufügen wie diese und wie diese“. (Sanh. 21a)
Raschi
noch hinzufügen wie diese und wie diese: G‑tt würde die Zahl seiner Ehefrauen verdoppeln (כָּהֵנָּה, „so viele“) oder verdreifachen (וְכָהֵנָּה, „so viele“), sofern David dies wünschte; er könne bis zu achtzehn Ehefrauen haben.
Silber und Gold darf er nicht mehren: sondern nur so viel, um seine Soldaten zu bezahlen (Sanh. 21b).
Raschi
Silber und Gold darf er nicht mehren
Denn durch großen Reichtum wird er hochmütig sein Herz von G‑tt abwenden und nicht mehr auf G‑tt vertrauen. [Rabbenu Bechaje]
Um zu verhindern, dass er das Volk mit Steuern belastet, wie wir bei König Schlomo finden. [Ibn Esra]

Das Anhäufen von Reichtümern ist eine Krankheit, wie es heißt אֹהֵב כֶּסֶף לֹא יִשְׂבַּע כֶּסֶף „Wer das Geld liebt, wird nicht satt am Geld“.
Rabbi Schimschon R. Hirsch
וְהָיָ֣ה כְשִׁבְתּ֔וֹ עַ֖ל כִּסֵּ֣א מַמְלַכְתּ֑וֹ וְכָ֨תַב ל֜וֹ אֶת־מִשְׁנֵ֨ה הַתּוֹרָ֤ה הַזֹּאת֙ עַל־סֵ֔פֶר מִלִּפְנֵ֥י הַכֹּהֲנִ֖ים הַלְוִיִּֽם׃
18
18
Und es geschehe, wenn er auf dem Thron seines Königtums sitzt, dann soll er sich eine Abschrift dieser Torah schreiben in ein Buch aus dem, was vor den Kohanim aus dem Stamm der Leviim ist.
Und es geschehe, wenn er auf dem Thron sitzt: wenn er alle diese Verbote beachtet, ist er würdig, dass seine Herrschaft bestehe.
Raschi
Und es geschehe, wenn er auf dem Thron sitzt
Zu Beginn ist jeder König demütig und nimmt das Joch der g‑ttlichen Herrschaft (עוֹל מַלְכוּת שָׁמַיִם) auf sich. Mit der Zeit jedoch wird ihm die Königswürde zur Gewohnheit, es macht sich Überheblichkeit bei ihm bemerkbar und mitunter wagt er es gar, sich dem Ewigen zu widersetzen. Da warnt die Torah וְהָיָה כְשִׁבְתּוֹ עַל כִּסֵּא מַמְלַכְתּוֹ, er benehme sich stets wie damals, als er erstmals auf dem Thron Platz nahm; und wie kann ihm das gelingen trotz aller Versuchungen der Macht? Indem er sein Leben lang Torah lernt.
Minchat Chinuch
eine Abschrift dieser Torah
מִשְׁנֵה הַתּוֹרָה „eine Abschrift der Torah“: Zwei Torahrollen, die eine lege er in seine Schatzkammer, und die andere begleite ihn, wenn er ein- und ausgeht (Sanh. 21b).
Onkelos übersetzt das Wort מִשְׁנֵה mit פַּתְשֶׁגֶן „Abschrift“ [der Torah, er leitet somit מִשְׁנֵה ab] von שִׁנּוּן וְדִבּוּר „einschärfen“, „aussprechen“, „unterrichten“.
Raschi
„eine Abschrift der Torah“ … Zwei Torahrollen: das Wort מִשְׁנֵה in der Bedeutung von „doppelt“, wie in (Ber. 43:12) וְכֶסֶף מִשְׁנֶה קְחוּ בְיֶדְכֶם „Zweifaches Geld nehmt mit euch“. [Gur Arye]
wenn er ein- und ausgeht: Er nimmt diese Torahrolle mit sich, wohin er auch geht.

פַּתְשֶׁגֶן bedeutet Wortlaut der Torah, Abschrift der Torah.
Machberet Menachem, HaAruch, Radak
eine Abschrift dieser Torah
Der Ausdruck מִשְׁנֵה bedeutet „doppelt“: der König verfasse eine Abschrift der Torahrolle, die die Kohanim von Mosche Rabbenu erhielten (s. Dew. 31:9). So bedeutet מִשְׁנֵה הַתּוֹרָה: die zweite Abschrift der Torah, neben der Torahrolle im Mikdasch.
Ibn Esra
וְהָיְתָ֣ה עִמּ֔וֹ וְקָ֥רָא ב֖וֹ כָּל־יְמֵ֣י חַיָּ֑יו לְמַ֣עַן יִלְמַ֗ד לְיִרְאָה֙ אֶת־יְהוָ֣ה אֱלֹהָ֔יו לִ֠שְׁמֹר אֶֽת־כָּל־דִּבְרֵ֞י הַתּוֹרָ֥ה הַזֹּ֛את וְאֶת־הַחֻקִּ֥ים הָאֵ֖לֶּה לַעֲשֹׂתָֽם׃
19
19
Und diese Torahrolle habe er bei sich und darin lese er alle Tage seines Lebens, damit er lerne den Ewigen, seinen G‑tt, zu fürchten, zu beachten alle Worte dieser Torah und diese g‑ttlichen Anordnungen, um sie auszuführen.
dieser Torah: wie die einfache Bedeutung ist.
Raschi
wie die einfache Bedeutung ist: die Fünf Bücher des Chumasch; und nicht wie weiter (nächster Vers) וּלְבִלְתִּי סוּר מִן הַמִּצְוָה „damit er nicht abweiche von dem Gebot G‑ttes“, das sich auch auf die Worte der Propheten (נְּבִיאִים) bezieht.
Minchat Jehuda
לְבִלְתִּ֤י רוּם־לְבָבוֹ֙ מֵֽאֶחָ֔יו וּלְבִלְתִּ֛י ס֥וּר מִן־הַמִּצְוָ֖ה יָמִ֣ין וּשְׂמֹ֑אול לְמַעַן֩ יַאֲרִ֨יךְ יָמִ֧ים עַל־מַמְלַכְתּ֛וֹ ה֥וּא וּבָנָ֖יו בְּקֶ֥רֶב יִשְׂרָאֵֽל׃
20
20
Damit sein Herz sich nicht erhebe über seine Brüder und damit er nicht abweiche von dem Gebot G‑ttes rechts oder links, und damit er lange lebe in seinem Königtum, er und seine Söhne in der Mitte Israels.
damit er nicht abweiche von dem Gebot rechts oder links: sogar von einem leichten Gebot eines Propheten (נָבִיא).
Raschi
damit er lange lebe
Aus der Bejahung kannst du die Verneinung entnehmen. So finden wir bei Schaul, dass Schmuel zu ihm sagte (1 Schmu. 10:8) שִׁבְעַת יָמִים תּוֹחֵל עַד בּוֹאִי אֵלֶיךָ לְהַעֲלוֹת עוֹלוֹת „Sieben Tage sollst du warten, bis ich zu dir komme, um Ganzopfer (Korbanot Olah) darzubringen“. Dann heißt es (13:8) וַיּוֹחֶל שִׁבְעַת יָמִים „er wartete sieben Tage“, aber er hielt nicht sein Versprechen, den ganzen Tag zu warten. Da hatte er noch nicht vollendet, das Ganzopfer darzubringen, als Schmuel kam und zu ihm sagte נִסְכָּלְתָּ לֹא שָׁמַרְתָּ אֶת מִצְוַת ה׳ אֱלֹהֶיךָ וְעַתָּה מַמְלַכְתְּךָ לֹא תָקוּם „Du hast dumm gehandelt, du hast nicht das Gebot G‑ttes gehütet und nun wird deine Regierung keinen Bestand haben“. Daraus lernst du, dass er wegen eines leichten Gebotes des Propheten gestraft wurde.
Raschi
er und seine Söhne
Das lehrt: wenn sein Sohn zur Regierung würdig ist, hat er den Vorzug vor jedem anderen (Horajot 11b).
Raschi
Die Worte הוּא וּבָנָיו „er und seine Söhne“ lehren, dass die Monarchie ein Erbgut ist, das vom Vater auf den Sohn übergeht. Dass sie nur auf einen geeigneten Sohn übergeht, geht aus dem Ende des Verses hervor: בְּקֶרֶב יִשְׂרָאֵל „in der Mitte Israels“. Wenn Frieden herrscht in Israel und kein Streit um die Thronfolge ausbricht, geht der Thron an den Königssohn. Gibt es jedoch Streit darüber, weil der Sohn des Königs für das Amt nicht tauglich ist, geht der Thron nicht von selbst auf ihn über.
Keretot 5b, Raschi ד״ה בזמן ששלום בישראל