יִתֵּ֨ן יְהוָ֤ה אֶת־אֹיְבֶ֙יךָ֙ הַקָּמִ֣ים עָלֶ֔יךָ נִגָּפִ֖ים לְפָנֶ֑יךָ בְּדֶ֤רֶךְ אֶחָד֙ יֵצְא֣וּ אֵלֶ֔יךָ וּבְשִׁבְעָ֥ה דְרָכִ֖ים יָנ֥וּסוּ לְפָנֶֽיךָ׃
7
7
Der Ewige gibt deine Feinde, die gegen dich aufstehen, geschlagen vor dir hin. Auf einem Weg ziehen sie gegen dich aus und auf sieben Wegen fliehen sie vor dir.
und auf sieben Wegen fliehen sie
So ist die Art der Bestürzten (נִּבְהָלִים), dass sie nach allen Seiten zerstreut fliehen.
Raschi
יְצַ֨ו יְהוָ֤ה אִתְּךָ֙ אֶת־הַבְּרָכָ֔ה בַּאֲסָמֶ֕יךָ וּבְכֹ֖ל מִשְׁלַ֣ח יָדֶ֑ךָ וּבֵ֣רַכְךָ֔ בָּאָ֕רֶץ אֲשֶׁר־יְהוָ֥ה אֱלֹהֶ֖יךָ נֹתֵ֥ן לָֽךְ׃
8
8
Der Ewige befiehlt, es sei bei dir Segen für deine Vorratskammern und für allen Besitz deiner Hand und segnet dich in dem Land, das der Ewige, dein G‑tt, dir gibt.
Vorratskammern
אָסָם ist ein Speicher für Getreide.
Saadia Gaon
Besitz deiner Hand
מִשְׁלַח יָדֶךָ sind die materiellen Güter, über die der Mensch mit freier Hand verfügen kann.
HaKtaw we-haKabbala zu Dewarim 12:7
segnet dich in dem Land
בָּאָרֶץ „In deinem Land“ wird dich der Ewige segnen, sodass du es nicht für Handel und Geschäftstätigkeit verlassen musst, denn alles wird in deinem Land in Fülle verhanden sein.
Mincha Belula
Der Ewige befiehlt, es sei bei dir Segen
יְצַו ה׳ אִתְּךָ אֶת הַבְּרָכָה „Der Ewige befiehlt bei dir den Segen“. Das Wort אִתְּךָ im Vers ist schwer verständlich; passender scheint die Formulierung יְצַו ה׳ לְּךָ אֶת הַבְּרָכָה.
Der Vers drückt den wahren Segen aus: יְצַו, Der Ewige befiehlt Seinen Segen, ה׳ אִתְּךָ, dass Er und Seine Güte auch dann in deinem Bewusstsein verbleibe, הַבְּרָכָה בַּאֲסָמֶיךָ, wenn der Segen bereits eingetreten ist und es dir wohl ergeht.
R. Schaul Alter
יְקִֽימְךָ֨ יְהוָ֥ה לוֹ֙ לְעַ֣ם קָד֔וֹשׁ כַּאֲשֶׁ֖ר נִֽשְׁבַּֽע־לָ֑ךְ כִּ֣י תִשְׁמֹ֗ר אֶת־מִצְוֹת֙ יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֔יךָ וְהָלַכְתָּ֖ בִּדְרָכָֽיו׃
9
9
Der Ewige richtet dich auf, Ihm ein heiliges Volk zu sein, so wie Er dir mit einem Schwur zugesagt hat, wenn du hütest die Gebote des Ewigen, deines G‑ttes, und in Seinen Wegen gehst.
ein heiliges Volk … hütest die Gebote des Ewigen
Die Heiligkeit des Volkes Israel besteht im Hüten der Gebote.
Ibn Esra
wenn du hütest die Gebote des Ewigen: in deinem Herzen, und in Seinen Wegen gehst: in der praktischen Ausführung.
Ibn Esra
wenn
Dieses כִּי hat die Bedeutung אִם „wenn“, „unter der Bedingung“.
Bechor Schor
וְרָאוּ֙ כָּל־עַמֵּ֣י הָאָ֔רֶץ כִּ֛י שֵׁ֥ם יְהוָ֖ה נִקְרָ֣א עָלֶ֑יךָ וְיָֽרְא֖וּ מִמֶּֽךָּ׃
10
10
Und alle Völker der Erde sehen, dass der Name des Ewigen genannt ist über dich, und fürchten dich.
Und alle Völker der Erde sehen, dass der Name des Ewigen genannt ist über dich: das sind die Tefillin des Kopfes.
Menachot 35b
Und alle Völker der Erde sehen
Der Ewige erfülle deine Wünsche zum Zeugnis für alle Völker, dass Israel Sein Volk ist.
Raschbam
וְהוֹתִרְךָ֤ יְהוָה֙ לְטוֹבָ֔ה בִּפְרִ֧י בִטְנְךָ֛ וּבִפְרִ֥י בְהַמְתְּךָ֖ וּבִפְרִ֣י אַדְמָתֶ֑ךָ עַ֚ל הָאֲדָמָ֔ה אֲשֶׁ֨ר נִשְׁבַּ֧ע יְהוָ֛ה לַאֲבֹתֶ֖יךָ לָ֥תֶת לָֽךְ׃
11
11
Der Ewige gibt dir Überfluss an Gutem, an der Frucht deines Schoßes und an der Frucht deines Viehs und an der Frucht deines Erdbodens, auf dem Erdboden, den der Ewige deinen Vätern zugeschworen hat, dir zu geben.
die Frucht deines Schoßes: deine Kinder und Nachkommen.
יִפְתַּ֣ח יְהוָ֣ה׀ לְ֠ךָ אֶת־אוֹצָר֨וֹ הַטּ֜וֹב אֶת־הַשָּׁמַ֗יִם לָתֵ֤ת מְטַֽר־אַרְצְךָ֙ בְּעִתּ֔וֹ וּלְבָרֵ֕ךְ אֵ֖ת כָּל־מַעֲשֵׂ֣ה יָדֶ֑ךָ וְהִלְוִ֙יתָ֙ גּוֹיִ֣ם רַבִּ֔ים וְאַתָּ֖ה לֹ֥א תִלְוֶֽה׃
12
12
Dir öffnet G‑tt Seinen guten Schatz, den Himmel, um deinem Land Regen zu geben zu seiner Zeit und zu segnen alle Werke deiner Hände; du wirst vielen anderen Völkern leihen, du selbst wirst nicht ausborgen.
Seinen guten Schatz, den Himmel
Der Regen existiert bereits in den Wolken, bevor er herabkommt. Daher verwendet der Vers den Begriff אוֹצָר „Schatz“. [Ibn Esra]
G‑tt gebe dir aus dem Schatz Seiner Fülle vom Himmel.
Saadia Gaon
וּנְתָֽנְךָ֨ יְהוָ֤ה לְרֹאשׁ֙ וְלֹ֣א לְזָנָ֔ב וְהָיִ֙יתָ֙ רַ֣ק לְמַ֔עְלָה וְלֹ֥א תִהְיֶ֖ה לְמָ֑טָּה כִּֽי־תִשְׁמַ֞ע אֶל־מִצְוֹ֣ת׀ יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֗יךָ אֲשֶׁ֨ר אָנֹכִ֧י מְצַוְּךָ֛ הַיּ֖וֹם לִשְׁמֹ֥ר וְלַעֲשֽׂוֹת׃
13
13
Es lässt dich der Ewige zum Haupt werden und nicht zum Schwanz. Stets bist du oben und nicht unten, wenn du gehorchst den Geboten des Ewigen, deines G‑ttes, die ich dir heute befehle, zu beachten und auszuführen,
zum Haupt bedeutet „stark“, „mächtig“.
zum Schwanz bedeutet „schwächlich“.
Targum Onkelos
und nicht zum Schwanz … und nicht unten
Der doppelte Ausdruck וְלֹא לְזָנָב „und nicht zum Schwanz“, und ebenso וְלֹא תִהְיֶה לְמָטָּה „und nicht unten“ bringt zum Ausdruck: nicht nur jetzt, sondern stetig auf alle Zeit.
Ramban
וְלֹ֣א תָס֗וּר מִכָּל־הַדְּבָרִים֙ אֲשֶׁ֨ר אָנֹכִ֜י מְצַוֶּ֥ה אֶתְכֶ֛ם הַיּ֖וֹם יָמִ֣ין וּשְׂמֹ֑אול לָלֶ֗כֶת אַחֲרֵ֛י אֱלֹהִ֥ים אֲחֵרִ֖ים לְעָבְדָֽם׃
14
14
und du nicht abweichst von all den Worten, die ich euch heute befehle, rechts oder links, den Göttern anderer Völker nachzugehen, ihnen zu dienen.
Götter anderer Völker
אֱלֹהִים אֲחֵרִים bedeutet: sie sind keine Götter, sondern „andere“ (אֲחֵרִים) haben sie als Götter über sich gesetzt.
Es wäre aber nicht recht, zu erklären אֱלֹהִים אֲחֵרִים „andere Götter außer Mir“. Denn es wäre eine Lästerung vor dem Ewigen, sie neben Ihm als „Götter“ zu bezeichnen.
Andere Erklärung: אֱלֹהִים אֲחֵרִים – שֶׁהֵם אֲחֵרִים לְעוֹבְדֵיהֶם, „fremde Götter“: sie sind denjenigen fremd, die sie anbeten. Diese rufen zu ihnen, aber sie hören nicht.
Raschi zu Schemot 20:3
וְהָיָ֗ה אִם־לֹ֤א תִשְׁמַע֙ בְּקוֹל֙ יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֔יךָ לִשְׁמֹ֤ר לַעֲשׂוֹת֙ אֶת־כָּל־מִצְוֹתָ֣יו וְחֻקֹּתָ֔יו אֲשֶׁ֛ר אָנֹכִ֥י מְצַוְּךָ֖ הַיּ֑וֹם וּבָ֧אוּ עָלֶ֛יךָ כָּל־הַקְּלָל֥וֹת הָאֵ֖לֶּה וְהִשִּׂיגֽוּךָ׃
15
15
Aber es wird geschehen, wenn du nicht gehorchst der Stimme des Ewigen, deines G‑ttes, zu beachten und auszuführen alle Seine Gebote und Seine Anordnungen, die ich dir heute befehle: Dann kommen alle diese Flüche über dich und erreichen dich.
אָר֥וּר אַתָּ֖ה בָּעִ֑יר וְאָר֥וּר אַתָּ֖ה בַּשָּׂדֶֽה׃
16
16
Verflucht bist du in der Stadt und verflucht bist du auf dem Feld.
in der Stadt: bei deinen wirtschaftlichen Unternehmungen, dem Handel.
auf dem Feld: bei deinen landwirtschaftlichen Unternehmungen, dem Säen und Ernten.
Ibn Esra, Bechor Schor zu Dewarim 28:3
יְשַׁלַּ֣ח יְהוָ֣ה׀ בְּ֠ךָ אֶת־הַמְּאֵרָ֤ה אֶת־הַמְּהוּמָה֙ וְאֶת־הַמִּגְעֶ֔רֶת בְּכָל־מִשְׁלַ֥ח יָדְךָ֖ אֲשֶׁ֣ר תַּעֲשֶׂ֑ה עַ֣ד הִשָּֽׁמֶדְךָ֤ וְעַד־אֲבָדְךָ֙ מַהֵ֔ר מִפְּנֵ֛י רֹ֥עַ מַֽעֲלָלֶ֖יךָ אֲשֶׁ֥ר עֲזַבְתָּֽנִי׃
20
20
Es schickt der Ewige an dich den Mangel, die Verwirrung und das Verderben in allem Besitz deiner Hand, in allem, was du tust, bis du vernichtet und schnell umgekommen bist, wegen der Bosheit deiner Handlungen, dass du Mich verlassen hast.
den Mangel
הַמְּאֵרָה im Sinne von Mangel, wie (Waj. 13:51) צָרַעַת מַמְאֶרֶת „einfressender Aussatz“.
Raschi
Eine Form von Aussatz (צָרַעַת), die den Zerfall des betroffenen Kleidungsstücks bewirkt und zu einem teilweisen Materialverlust führt.
Ralbag und Raschbam zu Wajikra 13:51
den Mangel
הַמְּאֵרָה im Sinne von Misserfolg, Verlust.
Saadia Gaon
Verwirrung
הַמְּהוּמָה „Verwirrung“, Schreien aus Bestürzung.
Raschi
dass du Mich verlassen hast
אֲשֶׁר עֲזַבְתָּנִי „dass du Mich verlassen hast“: ihr habt euch entfernt von der Ehrfurcht vor Mir. [Targum Onkelos]
אֲשֶׁר עֲזַבְתָּנִי „dass du Mich verlassen hast“: ihr habt die Torah vernachlässigt.
Or haChaim
יַכְּכָ֣ה יְ֠הוָה בַּשַּׁחֶ֨פֶת וּבַקַּדַּ֜חַת וּבַדַּלֶּ֗קֶת וּבַֽחַרְחֻר֙ וּבַחֶ֔רֶב וּבַשִּׁדָּפ֖וֹן וּבַיֵּרָק֑וֹן וּרְדָפ֖וּךָ עַ֥ד אָבְדֶֽךָ׃
22
22
Es schlägt dich der Ewige mit Schwindsucht, mit Fieber und Fieberglut und Fieberbrand, und mit dem Schwert; Er schlägt deine Ernte mit Dürre und Austrocknung. Und all das verfolgt dich, bis du zugrunde gehst.
Es schlägt
Das Wort יַכְּכָה ist zu lesen wie יַכֶּה אוֹתְךָ „schlagen wird dich“.
Schwindsucht: dass sein Fleisch schwindet und hohl wird.
Raschi
Fieber
וּבַקַּדַּחַת „Fieber“, wie כִּי אֵשׁ קָדְחָה בְאַפִּי „denn Feuer brennt in Meinem Zorn“ (Dew. 32:22). Das ist die Hitze der Kranken, hohes Fieber, malweid auf Französisch.
Raschi
Fieberglut
דַּלֶּקֶת (Fieberglut) ist noch heißer als קַּדַּחַת (Fieber). Es sind das verschiedene Arten von Krankheiten.
Raschi
Fieberbrand
וּבַחַרְחֻר, eine Krankheit, die das Innere des Körpers erhitzt, dass er ständig nach Wasser dürstet, esardement auf Französisch. Ein ähnlicher Begriff kommt auch vor in den Versen (Ijow 30:30) וְעַצְמִי חָרָה מִנִּי חֹרֶב „meine Knochen glühen von Fieberbrand“, und (Jirm. 6:29) נָחַר מַפֻּחַ מֵאֵשׁ „es glüht der Blasebalg vor Feuer“.
Raschi
mit dem Schwert
Er bringt Heere über dich.
Raschi
mit Dürre und Austrocknung
וּבַשִׁדָּפוֹן וּבַיֵּרָקוֹן, Krankheiten des Getreides auf den Feldern.
Raschi
mit Dürre
שִדָּפוֹן, vom Ostwind verbrannt, hasle „Hitze“, „Dürre“ auf Französisch.
Raschi
und Austrocknung
Das Getreide trocknet aus, wobei das Aussehen des Getreides blass wird und sich in Gelb wandelt. Cro auf Französisch.
Raschi
bis du zugrunde gehst
Die Worte עַד אָבְדֶךָ übersetzt der Targum עַד דְּתֵיבָד „bis du zugrunde gehst“, das heißt, bis zu deinem Untergang, dass du von selbst zugrunde gehst.
Raschi
dass du von selbst zugrunde gehst: עַד אָבְדֶךָ meint nicht „bis er (der Feind) dich vernichtet“, sondern „bis du von alleine zugrunde gehst“.
Gur Arye
וְהָי֥וּ שָׁמֶ֛יךָ אֲשֶׁ֥ר עַל־רֹאשְׁךָ֖ נְחֹ֑שֶׁת וְהָאָ֥רֶץ אֲשֶׁר־תַּחְתֶּ֖יךָ בַּרְזֶֽל׃
23
23
Und es wird der Himmel, der über deinem Kopf ist, zu Erz und die Erde, die unter dir ist, wird Eisen.
es wird der Himmel über deinem Kopf zu Erz werden
Diese Verwünschungen sollte Mosche „aus seinem eigenen Mund“ sagen, und die am Berg Sinai sagte er „aus dem Mund des Ewigen, gepriesen sei Er“. Das zeigt sich an der Ausdrucksform, [denn bei den Flüchen in Paraschat Bechukotai spricht G‑tt in der ersten Person („Ich“); bei den vorliegenden Flüchen nimmt Mosche in der dritten Person auf G‑tt Bezug („Er“). Megilla 31b]
Denn dort heißt es (Waj. 26:14) וְאִם לֹא תִשְׁמְעוּ לִי „und wenn ihr nicht auf Mich hört …“, (26:21) וְאִם תֵּלְכוּ עִמִּי קֶרִי „und wenn ihr mit Mir zuwieder geht“. Hier aber sagt er (Vers 15) לְקוֹל ה׳ אֱלֹהֶיךָ „auf die Stimme des Ewigen, deines G‑ttes“; (Vers 21) יַדְבֵּק ה׳ בְּךָ „der Ewige wird dir anhaften lassen“; (Vers 22) יַכְּכָה ה׳ „der Ewige wird dich schlagen“. Mosche erleichterte die Verwünschungen, indem er sie in der Einzahl aussprach [„dir“, „dich“].
Und auch hier bei dieser Verwünschung erleichterte er. Denn in Paraschat Bechukotai (26:19) heißt es אֶת שְׁמֵיכֶם כַּבַּרְזֶל וְאֶת אַרְצְכֶם כַּנְּחֻשָּׁה „euer Himmel wie Eisen und euer Land wie Kupfer“: der Himmel wird nicht schwitzen, wie Eisen nicht schwitzt, und dadurch wird Trockenheit in der Welt sein. Die Erde jedoch wird schwitzen wie Erz und dadurch die Früchte verfaulen lassen.
Hier hingegen sagt er שָׁמֶיךָ נְחֹשֶׁת וְאַרְצְךָ בַּרְזֶל „es wird dein Himmel zu Erz und deine Erde zu Eisen“: der Himmel wird schwitzen, wenn auch kein Regen herabgießt, so wird doch keine vernichtende Trockenheit in der Welt sein. Und die Erde wird nicht schwitzen, wie Eisen nicht schwitzt, dass die Früchte nicht faulen. Dennoch ist es eine Verwünschung: ob sie wie Erz oder wie Eisen ist, wird die Erde keine Früchte hervorbringen, und ebenso wird der Himmel keinen Regen herabgießen.
Raschi
יִתֵּ֧ן יְהוָ֛ה אֶת־מְטַ֥ר אַרְצְךָ֖ אָבָ֣ק וְעָפָ֑ר מִן־הַשָּׁמַ֙יִם֙ יֵרֵ֣ד עָלֶ֔יךָ עַ֖ד הִשָּׁמְדָֽךְ׃
24
24
Der Ewige gibt als Regen deines Landes Staub und Flugsand, vom Himmel sinkt er nieder auf dich, bis du vernichtet bist.
als Regen Staub und Flugsand: das ist der Wind nach dem Regen (Taanit 3b). Es fällt Regen, aber nicht genügend, sodass er den Staub nicht zu legen vermag. Dann kommt der Wind und erhebt den Staub und bedeckt damit das Kraut der Pflanzen, die vom Wasser noch nass sind, sodass der Staub daran klebenbleibt, zu Lehm wird und trocknet, und die Pflanzen faulen.
Raschi
Staub und Flugsand: Der Wind bringt nun keinen Regen mehr, sondern Staub und Flugsand von den Bergen, die dir in den Augen brennen.
Raschbam
יִתֶּנְךָ֨ יְהוָ֥ה׀ נִגָּף֮ לִפְנֵ֣י אֹיְבֶיךָ֒ בְּדֶ֤רֶךְ אֶחָד֙ תֵּצֵ֣א אֵלָ֔יו וּבְשִׁבְעָ֥ה דְרָכִ֖ים תָּנ֣וּס לְפָנָ֑יו וְהָיִ֣יתָ לְזַעֲוָ֔ה לְכֹ֖ל מַמְלְכ֥וֹת הָאָֽרֶץ׃
25
25
Der Ewige gibt dich geschlagen hin vor deinen Feinden. Auf einem Weg ziehst du aus gegen ihn und auf sieben Wegen fliehst du vor ihm. Du wirst zum Entsetzen für alle Königreiche der Erde.
zum Entsetzen
לְזַעֲוָה „zum Entsetzen“: zur Angst, dass alle, die von deinen Plagen hören, wegen dir erzittern und sagen: Wehe uns, dass nicht über uns komme, was über diese gekommen ist.
Raschi
וְהָיְתָ֤ה נִבְלָֽתְךָ֙ לְמַאֲכָ֔ל לְכָל־ע֥וֹף הַשָּׁמַ֖יִם וּלְבֶהֱמַ֣ת הָאָ֑רֶץ וְאֵ֖ין מַחֲרִֽיד׃
26
26
Deine Leiche wird zum Fraß für alle Vögel des Himmels und für die Tiere der Erde und niemand scheucht sie fort.
Deine Leiche wird hingeworfen sein zum Fraß für alle Vögel und Tiere.
Targum Onkelos
die Tiere
וּלְבֶהֱמַת הָאָרֶץ, nicht Vieh, sondern Wild ist hier gemeint, denn das Wild frisst Fleisch, nicht aber das Vieh.
Radak zu 1 Schmuel 17:44
scheucht sie fort
וְאֵין מַחֲרִיד „niemand scheucht sie fort“, damit sie nicht von den Leichen fressen, denn menschenleer wird die Gegend sein. [Raschbam]
וְאֵין מַחֲרִיד bezieht sich auf וְהָיְתָה נִבְלָתְךָ „Deine Leiche“: ְאֵין מַחֲרִיד, kein Mensch wird erschrecken aufgrund des Todesfalles und sich des Leichnams für ein Begräbnis annehmen.
Chiskuni
יַכְּכָ֨ה יְהוָ֜ה בִּשְׁחִ֤ין מִצְרַ֙יִם֙ כתיב ובעפלים וּבַטְּחֹרִ֔ים וּבַגָּרָ֖ב וּבֶחָ֑רֶס אֲשֶׁ֥ר לֹא־תוּכַ֖ל לְהֵרָפֵֽא׃
27
27
Der Ewige schlägt dich mit der Entzündung von Mizraim und mit Geschwülsten, mit feuchter und mit trockener Entzündung, dass du nicht geheilt werden kannst.
Der Ewige schlägt: die von dir Verbliebenen.
Ibn Esra
Entzündung von Mizraim
Diese war sehr schlimm, innen feucht und außen trocken, wie in Bechorot (41a) ausgeführt wird.
Raschi
mit feuchter und mit trockener Entzündung
גָּרָב ist eine feuchte Entzündung. חָרֶס ist eine trockene Entzündung, trocken wie gebrannter Ton (חֶרֶס).
Raschi
וְהָיִ֜יתָ מְמַשֵּׁ֣שׁ בַּֽצָּהֳרַ֗יִם כַּאֲשֶׁ֨ר יְמַשֵּׁ֤שׁ הָעִוֵּר֙ בָּאֲפֵלָ֔ה וְלֹ֥א תַצְלִ֖יחַ אֶת־דְּרָכֶ֑יךָ וְהָיִ֜יתָ אַ֣ךְ עָשׁ֧וּק וְגָז֛וּל כָּל־הַיָּמִ֖ים וְאֵ֥ין מוֹשִֽׁיעַ׃
29
29
Du tappst umher am Mittag, wie der Blinde umhertappt in der Finsternis, und du hast kein Gelingen auf deinen Wegen. Du wirst nur angefochten und beraubt alle Tage und niemand hilft.
Du tappst umher
Die Blindheit (Vers zuvor, תִמְהוֹן) drückt sich darin aus, dass du verzweifelt nach Auswegen aus deiner Not suchst, aber niemanden findest, der dir helfe, „und du tappst umher am Mittag, wie der Blinde umhertappt in der Finsternis“.
Ibn Esra
angefochten
עָשׁוּק in der Bedeutung von: gegen alle deine Werke wird Anspruch erhoben.
Raschi
Anspruch erhoben: unrechtmäßige Ansprüche werden vor Gericht gegen dich erhoben, sodass du all dein Vermögen verlierst. Gemeinsam sind die zwei Begriffe zu lesen: עָשׁוּק וְגָזוּל „angefochten und beraubt“.
Diwre David – Tas
אִשָּׁ֣ה תְאָרֵ֗שׂ וְאִ֤ישׁ אַחֵר֙ כתיב ישגלנה יִשְׁכָּבֶ֔נָּה בַּ֥יִת תִּבְנֶ֖ה וְלֹא־תֵשֵׁ֣ב בּ֑וֹ כֶּ֥רֶם תִּטַּ֖ע וְלֹ֥א תְחַלְּלֶֽנּוּ׃
30
30
Mit einer Frau verlobst du dich und ein anderer Mann legt sich zu ihr. Ein Haus baust du und wohnst nicht darin. Einen Weinberg pflanzst du und löst ihn nicht aus.
legt sich zu ihr
יִשְׁגָּלֶנָּה, vom Wort „Gattin“ (שֵׁגָל), „Nebenfrau“ (פִּילֶגֶשׁ). Der Vers umschreibt es mildernd mit יִשְׁכָּבֶנָּה, das ist eine stilistische Feinheit (Megilla 25b).
Raschi
auslösen
תְּחַלְּלֶנּוּ „auslösen“: den Weinberg auslösen im vierten Jahr, um seine Frucht zu essen.
Raschi
Wie die Früchte jedes anderen Obstbaumes dürfen die Trauben eines Weinstocks in den ersten drei Jahren nach dem Pflanzen nicht gegessen werden. Die Ernte des vierten Jahres (Rewai) muss dann entweder mit Geld ausgelöst oder in Jeruschalaim gegessen werden. Erst die Trauben ab dem fünften Jahr sind ohne Auslösung frei zum Verzehr. Nach über drei Jahren Wartezeit ist die Auslösung der vierten Jahresernte somit der letzte Schritt, um den Ertrag der eigenen Arbeit endlich genießen zu dürfen. Der Fluch unseres Verses besagt, dass dem Menschen eben das verwehrt bleibt.
בָּנֶ֨יךָ וּבְנֹתֶ֜יךָ נְתֻנִ֨ים לְעַ֤ם אַחֵר֙ וְעֵינֶ֣יךָ רֹא֔וֹת וְכָל֥וֹת אֲלֵיהֶ֖ם כָּל־הַיּ֑וֹם וְאֵ֥ין לְאֵ֖ל יָדֶֽךָ׃
32
32
Deine Söhne und deine Töchter werden einem anderen Volk gegeben und deine Augen sehen es und vergehen vor Verlangen nach ihnen den ganzen Tag. Und deiner Hand fehlt die Kraft.
vergehen nach ihnen
וְכָלוֹת אֲלֵיהֶם – מְצַפּוֹת אֲלֵיהֶם, warten auf sie, dass sie wiederkommen. Sie kommen aber nicht wieder. Jede Hoffnung, die nicht in Erfüllung geht, wird כִּלְיוֹן עֵינָיִם „Vergehen der Augen“ genannt.
Raschi
Und deiner Hand fehlt die Kraft
וְאֵין לְאֵל יָדֶךָ, und deiner Hand fehlt die Kraft. [Targum Onkelos]
וְאֵין לְאֵל יָדֶךָ, deinen Händen fehlt Vermögen und Macht, um sie zurückzuführen.
Saadia Gaon
יַכְּכָ֨ה יְהוָ֜ה בִּשְׁחִ֣ין רָ֗ע עַל־הַבִּרְכַּ֙יִם֙ וְעַל־הַשֹּׁקַ֔יִם אֲשֶׁ֥ר לֹא־תוּכַ֖ל לְהֵרָפֵ֑א מִכַּ֥ף רַגְלְךָ֖ וְעַ֥ד קָדְקֳדֶֽךָ׃
35
35
Es schlägt dich der Ewige mit bösartiger Entzündung auf den Knien und auf den Schenkeln, dass du nicht geheilt werden kannst, von deiner Fußsohle bis zu deinem Schädel.
(35—36) von deiner Fußsohle bis zu deinem Schädel … und deinen König
Das ist ein Hinweis auf Jehoiakims Schädel, der nicht begraben wurde. [Baal haTurim]
Einst fand R. Chija bar Awuja einen Schädel, der an den Toren von Jeruschalaim lag, auf dem geschrieben war זֹאת וְעוֹד אַחֶרֶת „das und noch etwas anderes“. Er begrub ihn, der Schädel kam aber wieder hervor; er begrub ihn erneut, und er kam erneut hervor. Da sagte er: Das ist der Schädel Jehoiakims, von dem es heißt (Jer. 22:19) קְבוּרַת חֲמוֹר יִקָּבֵר „wie man einen Esel begräbt, wird er begraben werden“, סָחוֹב וְהַשְׁלֵךְ מֵהָלְאָה לְשַׁעֲרֵי יְרוּשָׁלָ͏ִם „man wird ihn fortschleifen und draußen vor den Toren Jeruschalaims hinwerfen“. Da sagte er: Trotz seiner bösen Taten war er König, und es gebührt nicht, dass er geschändet werde. Er hüllte den Schädel in Seide und legte ihn in eine Kiste. Als seine Frau die Kiste mit dem Schädel fand, erzählte sie ihren Nachbarinnen davon. Diese sagten ihr: Das ist gewiss von seiner ersten Frau, die er nicht vergessen möchte. Als sie das hörte, warf sie den Schädel in den Ofen und verbrannte ihn. Als R. Chija heimkam, sagte er: Das ist es, was auf ihm geschrieben stand: „das und noch etwas anderes.“
Sanhedrin 82a
Schädel
קָדְקֳד ist der Ort am Schädel, wo sich das Haar nach beiden Seiten teilt; „Scheitel“.
Radak, Mezudat Zion zu Jeschajahu 3:17
יוֹלֵ֨ךְ יְהוָ֜ה אֹֽתְךָ֗ וְאֶֽת־מַלְכְּךָ֙ אֲשֶׁ֣ר תָּקִ֣ים עָלֶ֔יךָ אֶל־גּ֕וֹי אֲשֶׁ֥ר לֹא־יָדַ֖עְתָּ אַתָּ֣ה וַאֲבֹתֶ֑יךָ וְעָבַ֥דְתָּ שָּׁ֛ם אֱלֹהִ֥ים אֲחֵרִ֖ים עֵ֥ץ וָאָֽבֶן׃
36
36
Der Ewige führt dich und deinen König, den du über dich setzt, zu einem Volk, das du nicht kanntest, weder du noch deine Väter. Dort dienst du den Göttern anderer Völker aus Holz und Stein.
וְהָיִ֣יתָ לְשַׁמָּ֔ה לְמָשָׁ֖ל וְלִשְׁנִינָ֑ה בְּכֹל֙ הָֽעַמִּ֔ים אֲשֶׁר־יְנַהֶגְךָ֥ יְהוָ֖ה שָֽׁמָּה׃
37
37
Du wirst zum Entsetzen, zum Gleichnis und zum Gerede unter allen Völkern, wohin der Ewige dich führt.
zum Entsetzen
לְשַׁמָּה – כְּמוֹ תִּמָּהוֹן, zum Entsetzen, zur Bestürzung. Wer dich sieht, entsetzt sich über dich, estordison auf Französisch.
Raschi
zum Gleichnis
לְמָשָׁל „zum Gleichnis“: wenn eine böse Plage über jemanden kommt, wird man sagen, diese gleicht der Plage von dem und dem.
Raschi
und zum Gerede
Das Wort וְלִשְׁנִינָה kommt vom Ausdruck (Dew. 6:7) וְשִׁנַּנְתָּם „du sollst sie einschärfen“. Man wird von dir reden. So sagt auch der Targum וּלְשׁוֹעֵי, von וְאִשְׁתָּעִי „er erzählte“.
Raschi
זֶ֥רַע רַ֖ב תּוֹצִ֣יא הַשָּׂדֶ֑ה וּמְעַ֣ט תֶּאֱסֹ֔ף כִּ֥י יַחְסְלֶ֖נּוּ הָאַרְבֶּֽה׃
38
38
Viel Saat bringst du hinaus auf das Feld, wenig sammelst du ein, denn die Heuschrecke frisst es ab.
Viel Saat bringst du hinaus …
Noch vor der Vertreibung ins Exil werden dich Jahre des Hungers und der Entbehrung heimsuchen.
Ibn Esra
abfressen
יַחְסְלֶנּוּ , jachsselenu, „verzehren“, „vertilgen“. Darum wird die Heuschrecke auch חָסִיל (chassil) genannt (Joel 1:4), weil sie alles vertilgt.
Raschi
זֵיתִ֛ים יִהְי֥וּ לְךָ֖ בְּכָל־גְּבוּלֶ֑ךָ וְשֶׁ֙מֶן֙ לֹ֣א תָס֔וּךְ כִּ֥י יִשַּׁ֖ל זֵיתֶֽךָ׃
40
40
Olivenbäume hast du in deinem ganzen Gebiet, mit Öl salbst du dich nicht, denn deine Oliven fallen ab.
salben: den Körper mit Öl einreiben.
fallen ab
כִּי יִשַּׁל, der Olivenbaum wirft seine Früchte ab, vom Ausdruck (Dew. 19:5) וְנָשַׁל הַבַּרְזֶל „das Eisen springt ab“.
Raschi
בָּנִ֥ים וּבָנ֖וֹת תּוֹלִ֑יד וְלֹא־יִהְי֣וּ לָ֔ךְ כִּ֥י יֵלְכ֖וּ בַּשֶּֽׁבִי׃
41
41
Söhne und Töchter zeugst du, aber sie bleiben dir nicht, denn sie gehen in die Gefangenschaft.
bleiben dir nicht: um dich zu unterstützen und im hohen Alter zu versorgen, „denn sie gehen in die Gefangenschaft“.
Ramban
כָּל־עֵצְךָ֖ וּפְרִ֣י אַדְמָתֶ֑ךָ יְיָרֵ֖שׁ הַצְּלָצַֽל׃
42
42
Alle deine Bäume und die Frucht deines Erdbodens werden vom Ungeziefer verdorben.
vom Ungeziefer verdorben
יְיָרֵשׁ הַצְּלָצַל, das Ungeziefer wird die Frucht deines Erdbodens rauben, wird sie arm an Früchten machen. יְיָרֵשׁ – „arm machen“, הַצְּלָצַל – eine Art Heuschrecke.
Man kann aber das Wort יְיָרֵשׁ nicht erklären als יְרֻשָּׁה („Erbschaft“), denn dann müsste יִירַשׁ stehen. Auch nicht von הוֹרָשָׁה וְגֵרוּשִׁין „austreiben“, „forttreiben“, denn dann müsste יוֹרִישׁ stehen.
Raschi
Erbschaft: dass das Ungeziefer deine Bäume und die Frucht deines Erdbodens „erbt“.
ה֣וּא יַלְוְךָ֔ וְאַתָּ֖ה לֹ֣א תַלְוֶ֑נּוּ ה֚וּא יִהְיֶ֣ה לְרֹ֔אשׁ וְאַתָּ֖ה תִּֽהְיֶ֥ה לְזָנָֽב׃
44
44
Er leiht dir, aber du kannst ihm nicht leihen. Er wird zum Haupt, und du wirst zum Schwanz.
Er leiht dir, aber du kannst ihm nicht leihen. Er wird zum Kopf, und du wirst zum Schwanz: wie es heißt (Mischle 22:7) וְעֶבֶד לֹוֶה לְאִישׁ מַלְוֶה „Knecht wird, wer borgt, dem Mann, der leiht“.
Ibn Esra, Chiskuni
zum Haupt bedeutet „stark“, „mächtig“.
zum Schwanz bedeutet „schwächlich“.
Targum Onkelos
וּבָ֨אוּ עָלֶ֜יךָ כָּל־הַקְּלָל֣וֹת הָאֵ֗לֶּה וּרְדָפ֙וּךָ֙ וְהִשִּׂיג֔וּךָ עַ֖ד הִשָּֽׁמְדָ֑ךְ כִּי־לֹ֣א שָׁמַ֗עְתָּ בְּקוֹל֙ יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֔יךָ לִשְׁמֹ֛ר מִצְוֹתָ֥יו וְחֻקֹּתָ֖יו אֲשֶׁ֥ר צִוָּֽךְ׃
45
45
Es kommen über dich alle diese Flüche, verfolgen und erreichen dich, bis du vernichtet bist, weil du nicht gehorchst der Stimme des Ewigen, deines G‑ttes, zu beachten Seine Gebote und Seine Anordnungen, die Er dir befohlen hat.
תַּ֗חַת אֲשֶׁ֤ר לֹא־עָבַ֙דְתָּ֙ אֶת־יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֔יךָ בְּשִׂמְחָ֖ה וּבְט֣וּב לֵבָ֑ב מֵרֹ֖ב כֹּֽל׃
47
47
Dafür, dass du nicht gedient hast dem Ewigen, deinem G‑tt, mit Freude und fröhlichem Herzen, aus Überfluss an allem.
aus Überfluss an allem: solange du noch alles Gute hattest.
Raschi
nicht gedient hast dem Ewigen mit Freude und fröhlichem Herzen: Gedient hast du dem Ewigen, aber es war ohne Freude und fröhliches Herz.
Rabbenu Bechaje
Dafür, dass du nicht gedient hast …
Weil du dem Ewigen, deinem G‑tt, nicht gedient hast בְּשִׂמְחָה מֵרֹב כֹּל, mit einer noch größeren Freude als derjenigen, die durch den Überfluss an allem hervorgerufen wird – treten die danach ausgeführten Strafen ein.
Arisal
וְעָבַדְתָּ֣ אֶת־אֹיְבֶ֗יךָ אֲשֶׁ֨ר יְשַׁלְּחֶ֤נּוּ יְהוָה֙ בָּ֔ךְ בְּרָעָ֧ב וּבְצָמָ֛א וּבְעֵירֹ֖ם וּבְחֹ֣סֶר כֹּ֑ל וְנָתַ֞ן עֹ֤ל בַּרְזֶל֙ עַל־צַוָּארֶ֔ךָ עַ֥ד הִשְׁמִיד֖וֹ אֹתָֽךְ׃
48
48
Und du dienst deinen Feinden — die der Ewige schickt gegen dich — in Hunger und Durst, nackt und in Mangel an allem. Ein eisernes Joch legt der Feind um deinen Hals, bis er dich vernichtet hat.
in Mangel an allem: das ist das Torahlernen.
Mechilta
eisernes Joch: so schwer, dass diese Last unerträglich für dich ist.
Bechor Schor
יִשָּׂ֣א יְהוָה֩ עָלֶ֨יךָ גּ֤וֹי מֵרָחוֹק֙ מִקְצֵ֣ה הָאָ֔רֶץ כַּאֲשֶׁ֥ר יִדְאֶ֖ה הַנָּ֑שֶׁר גּ֕וֹי אֲשֶׁ֥ר לֹא־תִשְׁמַ֖ע לְשֹׁנֽוֹ׃
49
49
Der Ewige führt über dich ein Volk aus der Ferne vom Ende der Erde, so wie der Adler herbeistößt, ein Volk, dessen Sprache du nicht verstehst,
so wie der Adler herbeistößt: rasch und mit Erfolg; die Pferde [des feindlichen Volkes] werden schnell sein.
Raschi
dessen Sprache du nicht verstehst
לֹא תִשְׁמַע לְשֹׁנוֹ, du kennst seine Sprache nicht; ebenso (Ber. 41:15) תִּשְׁמַע חֲלוֹם לִפְתֹּר אוֹתוֹ „du verstehst einen Traum zu deuten“; ebenso (Ber. 42:23) כִּי שֹׁמֵעַ יוֹסֵף „dass Josef verstand“. Auf Französisch entendre „verstehen“.
Raschi
וְ֠אָכַל פְּרִ֨י בְהֶמְתְּךָ֥ וּפְרִֽי־אַדְמָתְךָ֮ עַ֣ד הִשָּֽׁמְדָךְ֒ אֲשֶׁ֨ר לֹֽא־יַשְׁאִ֜יר לְךָ֗ דָּגָן֙ תִּיר֣וֹשׁ וְיִצְהָ֔ר שְׁגַ֥ר אֲלָפֶ֖יךָ וְעַשְׁתְּרֹ֣ת צֹאנֶ֑ךָ עַ֥ד הַאֲבִיד֖וֹ אֹתָֽךְ׃
51
51
dieses Volk isst die Frucht deines Viehs und die Frucht deines Erdbodens, bis du vernichtet bist, dass es dir nicht übrig lässt Getreide, Most und Öl, den Wurf deiner Rinder und Zuwachs deines Kleinviehs, bis es dich zugrunde gerichtet hat,
וְהֵצַ֨ר לְךָ֜ בְּכָל־שְׁעָרֶ֗יךָ עַ֣ד רֶ֤דֶת חֹמֹתֶ֙יךָ֙ הַגְּבֹה֣וֹת וְהַבְּצֻר֔וֹת אֲשֶׁ֥ר אַתָּ֛ה בֹּטֵ֥חַ בָּהֵ֖ן בְּכָל־אַרְצֶ֑ךָ וְהֵצַ֤ר לְךָ֙ בְּכָל־שְׁעָרֶ֔יךָ בְּכָ֨ל־אַרְצְךָ֔ אֲשֶׁ֥ר נָתַ֛ן יְהוָ֥ה אֱלֹהֶ֖יךָ לָֽךְ׃
52
52
dieses Volk bedrängt dich in allen deinen Toren, bis deine hohen und festen Mauern, auf die du vertraust, in deinem ganzen Land fallen, und bedrängt dich in allen deinen Toren, in deinem ganzen Land, das der Ewige, dein G‑tt, dir gegeben hat.
bedrängt dich in allen deinen Toren: wird all deine Städte belagern.
Targum Onkelos, Saadia Gaon
bis deine Mauern … fallen
Das Wort רֶדֶת hat die Bedeutung „beherrschen“, „bezwingen“ (לְשׁוֹן רִדּוּי וְכִבּוּשׁ).
Raschi
וְאָכַלְתָּ֣ פְרִֽי־בִטְנְךָ֗ בְּשַׂ֤ר בָּנֶ֙יךָ֙ וּבְנֹתֶ֔יךָ אֲשֶׁ֥ר נָֽתַן־לְךָ֖ יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֑יךָ בְּמָצוֹר֙ וּבְמָצ֔וֹק אֲשֶׁר־יָצִ֥יק לְךָ֖ אֹיְבֶֽךָ׃
53
53
Du isst die Frucht deines Schoßes, das Fleisch deiner eigenen Söhne und Töchter, die der Ewige, dein G‑tt, dir gegeben hat, in der Belagerung und Bedrängnis, in die dein Feind dich drängt.
Du wirst essen … das Fleisch deiner Söhne und Töchter in der Belagerung: weil man die Stadt belagert und in ihr Knappheit entsteht, Hungerplage.
Raschi
הָאִישׁ֙ הָרַ֣ךְ בְּךָ֔ וְהֶעָנֹ֖ג מְאֹ֑ד תֵּרַ֨ע עֵינ֤וֹ בְאָחִיו֙ וּבְאֵ֣שֶׁת חֵיק֔וֹ וּבְיֶ֥תֶר בָּנָ֖יו אֲשֶׁ֥ר יוֹתִֽיר׃
54
54
Der weichliche Mann unter dir und der sehr verhätschelte, sein Auge wird missgünstig gegen seinen Bruder und gegen seine eigene Frau und gegen den Rest seiner Kinder, die er übrig behalten hat.
verhätschelte: verwöhnt und verweichlicht.
(54—55) Der weichliche Mann unter dir und der sehr verhätschelte
Die Worte רַךְ (weich, weichlich) und עָנֹג (verhätschelt) sind von derselben Art und bedeuten Wohlleben; (Vers 56) מֵהִתְעַנֵּג וּמֵרֹךְ „aus Verzärtelung und Verweichlichung“ beweist, dass beide von derselben Art sind.
Obwohl er verwöhnt ist und sich vor etwas Widerlichem ekelt, wird ihm zur Stillung seines Hungers das Fleisch seiner Söhne und Töchter schmecken, sodass sein Auge missgünstig gegen seine übrigen Kinder wird und er es unterlässt, einem von ihnen vom Fleisch seiner Kinder [d.h. ihrer Geschwister] zu geben, das er isst.
Andere Erklärung. Der weiche Mann unter dir: Der Barmherzige und Weichherzige unter euch. [Selbst diese] werden durch die Größe des Hungers grausam und geben von dem Fleisch ihrer geschlachteten Söhne nichts ihren übrigen Söhnen.
Raschi
gegen seine eigene Frau
וּבְאֵשֶׁת חֵיקוֹ, wörtl. gegen die Frau an seiner Brust.
מִתֵּ֣ת׀ לְאַחַ֣ד מֵהֶ֗ם מִבְּשַׂ֤ר בָּנָיו֙ אֲשֶׁ֣ר יֹאכֵ֔ל מִבְּלִ֥י הִשְׁאִֽיר־ל֖וֹ כֹּ֑ל בְּמָצוֹר֙ וּבְמָצ֔וֹק אֲשֶׁ֨ר יָצִ֥יק לְךָ֛ אֹיִבְךָ֖ בְּכָל־שְׁעָרֶֽיךָ׃
55
55
Keinem von ihnen gibt er etwas vom Fleisch seiner Kinder, das er isst, weil ihm sonst nichts übrig geblieben ist in der Belagerung und Bedrängnis, in die dein Feind dich drängt in allen deinen Toren.
הָרַכָּ֨ה בְךָ֜ וְהָעֲנֻגָּ֗ה אֲשֶׁ֨ר לֹא־נִסְּתָ֤ה כַף־רַגְלָהּ֙ הַצֵּ֣ג עַל־הָאָ֔רֶץ מֵהִתְעַנֵּ֖ג וּמֵרֹ֑ךְ תֵּרַ֤ע עֵינָהּ֙ בְּאִ֣ישׁ חֵיקָ֔הּ וּבִבְנָ֖הּ וּבְבִתָּֽהּ׃
56
56
Die weichliche und vehätschelte Frau, die nie versucht hat, ihre Fußsohle auf die Erde zu setzen aus Verzärtelung und Weichlichkeit, ihr Auge wird missgünstig gegen ihren eigenen Mann und gegen ihren Sohn und ihre Tochter,
ihr Auge wird missgünstig gegen ihren eigenen Mann und gegen ihren Sohn und ihre Tochter: die erwachsenen.
Raschi
gegen ihren eigenen Mann
בְּאִישׁ חֵיקָהּ, wörtl. gegen den Mann an ihrer Brust.
וּֽבְשִׁלְיָתָ֞הּ הַיּוֹצֵ֣ת׀ מִבֵּ֣ין רַגְלֶ֗יהָ וּבְבָנֶ֙יהָ֙ אֲשֶׁ֣ר תֵּלֵ֔ד כִּֽי־תֹאכְלֵ֥ם בְּחֹֽסֶר־כֹּ֖ל בַּסָּ֑תֶר בְּמָצוֹר֙ וּבְמָצ֔וֹק אֲשֶׁ֨ר יָצִ֥יק לְךָ֛ אֹיִבְךָ֖ בִּשְׁעָרֶֽיךָ׃
57
57
gegen ihre Nachgeburt, die von ihrem Schoß hervorgeht, und gegen ihre Kinder, die sie gebärt, denn sie isst sie auf aus Mangel an allem, im Geheimen, in der Belagerung und Bedrängnis, in die dein Feind dich drängt in deinen Toren.
gegen ihre Nachgeburt
וּבְשִׁלְיָתָהּ, wörtl. „Nachgeburt“: die kleinen Kinder. Gegen alle ist sie missgünstig, wenn sie eins von ihnen aufisst, und gibt dem, das bei ihr ist, nichts vom Fleisch.
Raschi
von ihrem Schoß hervorgeht: wörtl. zwischen ihren Beinen.
אִם־לֹ֨א תִשְׁמֹ֜ר לַעֲשׂ֗וֹת אֶת־כָּל־דִּבְרֵי֙ הַתּוֹרָ֣ה הַזֹּ֔את הַכְּתוּבִ֖ים בַּסֵּ֣פֶר הַזֶּ֑ה לְ֠יִרְאָה אֶת־הַשֵּׁ֞ם הַנִּכְבָּ֤ד וְהַנּוֹרָא֙ הַזֶּ֔ה אֵ֖ת יְהוָ֥ה אֱלֹהֶֽיךָ׃
58
58
Wenn du nicht beachtest und ausführst alle Worte dieser Torah, die in diesem Buch geschrieben sind, zu fürchten diesen zu ehrenden und zu fürchtenden Namen, den Ewigen, deinen G‑tt.
וְהִפְלָ֤א יְהוָה֙ אֶת־מַכֹּ֣תְךָ֔ וְאֵ֖ת מַכּ֣וֹת זַרְעֶ֑ךָ מַכּ֤וֹת גְּדֹלוֹת֙ וְנֶ֣אֱמָנ֔וֹת וָחֳלָיִ֥ם רָעִ֖ים וְנֶאֱמָנִֽים׃
59
59
Herausstechend macht der Ewige deine Plagen und die Plagen deiner Nachkommen, große und anhaltende Plagen und böse und anhaltende Krankheiten.
Herausstechend macht der Ewige deine Plagen
וְהִפְלָא bedeutet: verschieden und von anderen Plagen getrennt.
Raschi
und anhaltende Plagen
וְנֶאֱמָנוֹת, anhaltend („treu“), dich zu züchtigen, um ihren Auftrag zu erfüllen.
Raschi
וְהֵשִׁ֣יב בְּךָ֗ אֵ֚ת כָּל־מַדְוֵ֣ה מִצְרַ֔יִם אֲשֶׁ֥ר יָגֹ֖רְתָּ מִפְּנֵיהֶ֑ם וְדָבְק֖וּ בָּֽךְ׃
60
60
Er bringt zurück auf dich alle Seuchen von Mizraim, vor denen du dich fürchtest, und sie haften an dir.
vor denen du dich fürchtest
אֲשֶׁר יָגֹרְתָּ מִפְּנֵיהֶם „vor denen du dich fürchtest“: vor den Plagen. Als das Volk Israel sah, wie außergewöhnliche Plagen über die Mizrim kamen, fürchtete es sich vor ihnen, dass sie nicht auch über es kämen. Zum Beweis, denn so heißt es (Schem. 15:26) אִם שָׁמוֹעַ תִּשְׁמַע גו׳ כָּל הַמַּחֲלָה אֲשֶׁר שַׂמְתִּי בְמִצְרַיִם לֹא אָשִׂים עָלֶיךָ „wenn du hören wirst … alle Krankheiten, die Ich auf Mizraim gelegt habe, werde Ich nicht auf dich legen“. Man droht einem Menschen nur mit einer solchen Sache, vor der er sich fürchtet.
Raschi
haften an dir: Während die Plagen Mizraims plötzlich ein Ende fanden, ist es hier nicht so, sondern „die Seuchen haften an dir“.
Zror haMor
גַּ֤ם כָּל־חֳלִי֙ וְכָל־מַכָּ֔ה אֲשֶׁר֙ לֹ֣א כָת֔וּב בְּסֵ֖פֶר הַתּוֹרָ֣ה הַזֹּ֑את יַעְלֵ֤ם יְהוָה֙ עָלֶ֔יךָ עַ֖ד הִשָּׁמְדָֽךְ׃
61
61
Auch jede Krankheit und jede Plage, die nicht geschrieben ist im Buch dieser Torah, bringt der Ewige über dich herauf, bis du vernichtet bist.
über dich heraufbringen
יַעְלֵם von עֲלִיָּה „aufsteigen“.
Raschi
יַעְלֵם ist zu verstehen als יַעֲלֶה אוֹתָם „lässt sie aufsteigen“.
Sefer Sikaron
über dich heraufbringen
יַעְלֵם kommt von der aramäischen Wurzel על „kommen“; die Bedeutung von יַעְלֵם ist: der Ewige bringt über dich.
Targum Onkelos, Ibn Esra
וְנִשְׁאַרְתֶּם֙ בִּמְתֵ֣י מְעָ֔ט תַּ֚חַת אֲשֶׁ֣ר הֱיִיתֶ֔ם כְּכוֹכְבֵ֥י הַשָּׁמַ֖יִם לָרֹ֑ב כִּי־לֹ֣א שָׁמַ֔עְתָּ בְּק֖וֹל יְהוָ֥ה אֱלֹהֶֽיךָ׃
62
62
Ihr bleibt in geringer Anzahl übrig, statt dass ihr wie die Sterne des Himmels an Menge seid, weil du nicht gehorcht hast der Stimme des Ewigen, deines G‑ttes.
Ihr bleibt in geringer Anzahl übrig: wenige an Stelle von vielen.
Raschi
וְ֠הָיָה כַּאֲשֶׁר־שָׂ֨שׂ יְהוָ֜ה עֲלֵיכֶ֗ם לְהֵיטִ֣יב אֶתְכֶם֮ וּלְהַרְבּ֣וֹת אֶתְכֶם֒ כֵּ֣ן יָשִׂ֤ישׂ יְהוָה֙ עֲלֵיכֶ֔ם לְהַאֲבִ֥יד אֶתְכֶ֖ם וּלְהַשְׁמִ֣יד אֶתְכֶ֑ם וְנִסַּחְתֶּם֙ מֵעַ֣ל הָֽאֲדָמָ֔ה אֲשֶׁר־אַתָּ֥ה בָא־שָׁ֖מָּה לְרִשְׁתָּֽהּ׃
63
63
Und es wird geschehen, so wie der Ewige sich gefreut hat über euch, euch Gutes zu tun, so lässt der Ewige eure Feinde freuen, euch zugrunde zu richten und euch zu vernichten. Und ihr werdet herausgerissen von dem Erdboden, wohin du kommst, ihn in Besitz zu nehmen.
so lässt der Ewige freuen
כֵּן יָשִׂישׂ ה׳, Er lässt eure Feinde freuen über euch, „um euch zugrunde zu richten und euch zu vernichten“ (Megilla 10b).
Raschi
Und ihr werdet herausgerissen
וְנִסַּחְתֶּם bedeutet „ausreißen“, ebenso (Mischle 15:25)
בֵּית גֵּאִים יִסַּח ה׳ „das Haus der Hochmütigen reißt der Ewige aus“.
Raschi
וֶהֱפִֽיצְךָ֤ יְהוָה֙ בְּכָל־הָ֣עַמִּ֔ים מִקְצֵ֥ה הָאָ֖רֶץ וְעַד־קְצֵ֣ה הָאָ֑רֶץ וְעָבַ֨דְתָּ שָּׁ֜ם אֱלֹהִ֣ים אֲחֵרִ֗ים אֲשֶׁ֧ר לֹא־יָדַ֛עְתָּ אַתָּ֥ה וַאֲבֹתֶ֖יךָ עֵ֥ץ וָאָֽבֶן׃
64
64
Und der Ewige zerstreut dich unter alle Völker, von einem Ende der Erde bis zum anderen Ende der Erde, und dort dienst du den Völkern, die anderen Göttern folgen, die du nicht kennst, weder du noch deine Väter, falschen Göttern aus Holz und Stein.
und dort dienst du anderen Göttern
Wie der Targum sagt, nicht wirklich Götzendienst leisten, sondern den Götzenpriestern Tribut und Steuern zahlen.
Raschi
Targum: וְתִפְלַח תַּמָּן לְעַמְמַיָּא פָלְחֵי טָעֲוָתָא, und dort wirst du den Völkern untertan sein, die falschen Göttern dienen.
וּבַגּוֹיִ֤ם הָהֵם֙ לֹ֣א תַרְגִּ֔יעַ וְלֹא־יִהְיֶ֥ה מָנ֖וֹחַ לְכַף־רַגְלֶ֑ךָ וְנָתַן֩ יְהוָ֨ה לְךָ֥ שָׁם֙ לֵ֣ב רַגָּ֔ז וְכִלְי֥וֹן עֵינַ֖יִם וְדַֽאֲב֥וֹן נָֽפֶשׁ׃
65
65
Und unter jenen Völkern erholst du dich nicht und es ist kein Ruheort für deine Fußsohle. Der Ewige gibt dir dort ein Herz voller Unruhe und ein Schmachten der Augen und eine betrübte Seele.
erholst du dich nicht
לֹא תַרְגִּיעַ „rastest nicht“, wie (Jesch. 28:12) וְזֹאת הַמַּרְגֵעָה „und das ist die Ruhe“.
Raschi
es ist kein Ruheort für deine Fußsohle: ständig verfolgt von den Völkern wirst du sein, und niederlassen musst du dich an jedem beliebigen Ort, den du findest.
Bechor Schor
ein Herz voller Unruhe
לֵב רַגָּז, ein ängstliches Herz, wie der Targum sagt דָּחֵל „furchtsam“. Wie in den Versen שְׁאוֹל מִתַּחַת רָגְזָה לְךָ
„die Unterwelt in der Tiefe zittert vor Dir“ (Jesch. 14:9),
שָׁמְעוּ עַמִּים יִרְגָּזוּן „Völker hörten es und erbebten“ (Schem. 15:14), מוֹסְדוֹת הַשָּׁמַיִם יִרְגָּזוּ „die Festen des Himmels erzitterten“ (2 Schmu. 22:8).
Raschi
Schmachten der Augen
Du wartest auf Erlösung und Hilfe, und sie kommt nicht.
Raschi
eine betrübte Seele
דַאֲבוֹן נָפֶשׁ „eine betrübte Seele“: Trübsal und Sorge.
Mezudat Zion zu Jirmijahu 31:11
וְהָי֣וּ חַיֶּ֔יךָ תְּלֻאִ֥ים לְךָ֖ מִנֶּ֑גֶד וּפָֽחַדְתָּ֙ לַ֣יְלָה וְיוֹמָ֔ם וְלֹ֥א תַאֲמִ֖ין בְּחַיֶּֽיךָ׃
66
66
Dein Leben schwebt ständig in Gefahr vor dir, du hast Angst bei Nacht und Tag und glaubst nicht an dein Leben.
Dein Leben schwebt
חַיֶּיךָ תְּלוּאִים לְךָ „dein Leben schwebt“: voller Zweifel. Jeder Zweifel wird etwas Schwebendes genannt. Vielleicht sterbe ich heute durch das Schwert, das über uns kommt.
Unsere Lehrer erklären: Dein Leben schwebt, das ist derjenige, der Getreide auf dem Markt kaufen muss. Und an dein Leben glaubst du nicht, das ist derjenige, der sich auf den Bäcker verlassen muss (Menachot 103b).
Raschi
Getreide auf dem Markt kaufen: er besitzt keine eigenen Äcker und so steht er in Gefahr, im kommenden Jahr nicht die nötigen Mittel zu besitzen, um Nahrung zu kaufen.
Bäcker: er besitzt nicht einmal genügend Mittel, um Brot für die Woche zu kaufen, sondern muss täglich seine Nahrung kaufen.
Raschi zu Menachot 103b
Und an dein Leben glaubst du nicht: den Tod wirst du eher wünschen als das Leben.
Rabbenu Meyuchas
בַּבֹּ֤קֶר תֹּאמַר֙ מִֽי־יִתֵּ֣ן עֶ֔רֶב וּבָעֶ֥רֶב תֹּאמַ֖ר מִֽי־יִתֵּ֣ן בֹּ֑קֶר מִפַּ֤חַד לְבָֽבְךָ֙ אֲשֶׁ֣ר תִּפְחָ֔ד וּמִמַּרְאֵ֥ה עֵינֶ֖יךָ אֲשֶׁ֥ר תִּרְאֶֽה׃
67
67
Am Morgen sagst du: Wäre es doch Abend! Und am Abend sagst du: Wäre es doch Morgen! vor Angst deines Herzens, mit dem zu zitterst, und wegen des Anblicks, den deine Augen erblicken.
Am Morgen sagst du: Wäre es doch Abend!
Der Abend von gestern. Und am Abend sagst du: Wäre es doch Morgen! Wäre es noch Tagesanbruch! Weil die Leiden immer stärker werden und in jeder Stunde die Verwünschung größer ist als in der Stunde zuvor (Sota 49a).
Raschi
וֶֽהֱשִֽׁיבְךָ֨ יְהוָ֥ה׀ מִצְרַיִם֮ בָּאֳנִיּוֹת֒ בַּדֶּ֙רֶךְ֙ אֲשֶׁ֣ר אָמַ֣רְתִּֽי לְךָ֔ לֹא־תֹסִ֥יף ע֖וֹד לִרְאֹתָ֑הּ וְהִתְמַכַּרְתֶּ֨ם שָׁ֧ם לְאֹיְבֶ֛יךָ לַעֲבָדִ֥ים וְלִשְׁפָח֖וֹת וְאֵ֥ין קֹנֶֽה׃
68
68
Und der Ewige führt dich auf Schiffen zurück nach Mizraim auf dem Weg, von dem Ich dir gesagt habe: Du sollst ihn nicht wiedersehen. Ihr bietet euch dort zum Kauf an euren Feinden als Sklaven und Sklavinnen und keiner kauft.
auf Schiffen: auf Schiffen, in die Gefangenschaft.
Raschi
Ihr bietet euch dort zum Kauf an: ihr wollt euch ihnen als Knechte und Mägde verkaufen; und keiner kauft: sondern sie werden Tod und Vernichtung über dich verhängen.
Raschi
Ihr bietet euch dort zum Kauf an
וְהִתְמַכַּרְתֶּם, auf Französisch e porwendrez wos, obwohl ihr euch zum Verkauf anbietet. Es wäre aber nicht richtig, das Wort zu erklären als וְנִמְכַּרְתֶּם „ihr werdet verkauft“, in der Bedeutung, ihr werdet von anderen Händlern verkauft, weil es [am Ende des Verses] heißt וְאֵין קוֹנֶה „und keiner kauft“.
Raschi
אֵלֶּה֩ דִבְרֵ֨י הַבְּרִ֜ית אֲֽשֶׁר־צִוָּ֧ה יְהוָ֣ה אֶת־מֹשֶׁ֗ה לִכְרֹ֛ת אֶת־בְּנֵ֥י יִשְׂרָאֵ֖ל בְּאֶ֣רֶץ מוֹאָ֑ב מִלְּבַ֣ד הַבְּרִ֔ית אֲשֶׁר־כָּרַ֥ת אִתָּ֖ם בְּחֹרֵֽב׃
69
69
Das sind die Worte des Bundes, den der Ewige Mosche befohlen hat, mit den Kindern Israel zu schließen im Land Moaw, außer dem Bund, den Er mit ihnen am Berg Chorew schloss.
mit den Kindern Israel zu schließen
[Dem Anschein nach drohte Mosche dem Volk nur mit einer Reihe von Flüchen. In welchem Sinn schloss er damit einen Bund mit ihnen?]
[Nachdem sie diese Flüche gehört hatten, schlossen sie tatsächlich einen Bund,] denn sie nahmen die Torah mit der Strafandrohung und dem Schwur auf sich (בְּאָלָה וּבִשְׁבוּעָה).
Raschi
denn sie nahmen die Torah auf sich: siehe weiter (Dew. 29:11) לְעׇבְרְךָ בִּבְרִית ה׳ אֱלֹהֶיךָ וּבְאָלָתוֹ אֲשֶׁר ה׳ אֱלֹהֶיךָ כֹּרֵת עִמְּךָ הַיּוֹם „Damit du eingehest den Bund des Ewigen, deines G‑ttes, und Seinen Schwur, den der Ewige, dein G‑tt, heute mit dir schließt.“
außer dem Bund: außer den Flüchen (קְלָלוֹת) in Torat Kohanim, die am Sinai gesagt wurden.
Raschi
in Torat Kohanim: im Buch Wajikra (26:14–46).