Der tägliche Chumasch-Abschnitt

27. Tischre 5788

Donnerstag, 28. Oktober 2027

Heute

Bereschit

5. Alija

(Bereschit 4:19 – 4:22)

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וַיִּֽקַּֽח־ל֥וֹ לֶ֖מֶךְ שְׁתֵּ֣י נָשִׁ֑ים שֵׁ֤ם הָֽאַחַת֙ עָדָ֔ה וְשֵׁ֥ם הַשֵּׁנִ֖ית צִלָּֽה׃
19
19
Es nahm sich Lemech zwei Frauen. Der Name der einen war Ada und der Name der zweiten Zila.
<b>Zwei Frauen,</b> so war die Art des Geschlechtes der Sintflut, eine zur Fortpflanzung und eine zum Verkehr. Die zum Verkehr ließ er einen Becher, aus unfruchtbar machenden Wurzeln hergestellt, trinken, dass sie unfruchtbar werde, sie war wie eine Braut geschmückt, und er gab ihr Leckerbissen zu essen; ihre Gefährtin aber war verstoßen und trauerte wie eine Witwe. Das ist, was Job erklärt hat, (24, 21) »er weidet die Unfruchtbare, die nicht gebiert, und der Witwe tut er nichts Gutes« (wie es in der Aggada des Perek Chelek erklärt wird) (Bereschit Rabbah 23:2).
Es nahm sich Lemech zwei Frauen
Die Torah hat es nur deshalb nötig erachtet, all das zu erklären, um uns aus dem Ende der Sache zu belehren, dass der Ewige Sein Versprechen erfüllte (weiter, Vers 24) „in der siebten Generation soll an Kain Vergeltung geübt werden“. Lemech stand auf, nachdem er Kinder gezeugt und eine siebte Generation geschaffen hatte, und tötete Kain. Das ist, was er sagt (Vers 23) כִּי אִישׁ הָרַגְתִּי לְפִצְעִי „einen Mann erschlug ich durch meine Wunde“. [Raschi]

Es nahm sich Lemech zwei Frauen

So war die Art der Generation der Sündflut (דּוֹר הַמַּבּוּל), eine Frau zur Fortpflanzung und eine für ihre Schönheit. Die für ihre Schönheit ließ er einen Becher trinken, aus unfruchtbar machenden Wurzeln hergestellt, sodass sie nicht schwanger werde, er schmückte sie wie eine Braut und gab ihr täglich Leckerbissen zu essen. Ihre Gefährtin aber war verstoßen und trauerte wie eine Witwe. Das ist, was Ijow erklärt hat (24:21) רֹעֶה עֲקָרָה לֹא תֵלֵד וְאַלְמָנָה לֹא יְיֵטִיב „er versorgt die Unfruchtbare, die nicht gebiert, der Witwe aber tut er nichts Gutes“, wie es auch in der Aggada des Abschnittes ›Chelek‹ in Sanhedrin erklärt wird.
Raschi; siehe Bereschit Rabba 23:2
Es nahm sich Lemech zwei Frauen
Obwohl nicht gänzlich einsichtig, zeigte Kain ein gewisses Maß an Reue für seinen Mord an Bruder Hewel. G‑tt schob deshalb Kains Strafe für sieben Generationen auf und gab so seinen Nachkommen eine weitere Gelegenheit zur Umkehr (Teschuwa). Leider wurde auch dieses Angebot ausgeschlagen, wie das Verhalten von Kains Nachfahren Lemech zeigt.
Zu Lemechs Zeiten war es für Männer üblich, eine Frau für ihre Schönheit und eine zweite Frau zum Zweck der Zeugung zu heiraten. Frauen wurden benutzt und auf ihr Äußeres reduziert. Der ersten Frau wurde ein Verhütungsmittel gegeben, damit Schwangerschaft und Geburt nicht ihr Aussehen beeinträchtigten. Mit ihr verbrachte der Ehemann seine Zeit, verwöhnte sie nach Kräften und schenkte ihr seine Aufmerksamkeit, seine zweite Frau ignorierte er.

G‑tt aber hat die Welt so erschaffen, dass jede menschliche Beziehung aus einem gebenden und einem empfangenden Teil besteht. In einer Ehe kann und darf es keine Trennung zwischen diesen beiden Aspekten geben! Männer haben ihre weiblichen Aspekte‑, und Frauen haben ihre männlichen Aspekte. Jeder von uns sollte wertschätzen, dass der Ehepartner uns ergänzt. In der Ehe brauchen wir zwei Hälften für ein Ganzes. Nur wenn wir herausfinden, wie wir die Stärken beider Partner in unserer Ehe kombinieren, erfüllen wir G‑ttes Ziel.
Torah Or 5a–b
Ada: Das ist diejenige, die für die Fortpflanzung bestimmt war, weil sie ihm hässlich erschien und von ihm (von seinem Tisch) entfernt war. „Ada“ ist die Übersetzung von סוּרָה „Zurückgewichene“.
Raschi
Ada: Der Name „Ada“ (עָדָה) kommt vom Wort וַעֲדִיאַת („Schwangerschaft“).
Kli Jakar
Zila: Das ist diejenige, die für den Geschlechtsverkehr bestimmt war, weil sie immer in seinem Schatten (בְּצִלּוֹ, be-zilo) saß; das sind Worte der Aggada in Bereschit Rabba.
Raschi
וַתֵּ֥לֶד עָדָ֖ה אֶת־יָבָ֑ל ה֣וּא הָיָ֔ה אֲבִ֕י יֹשֵׁ֥ב אֹ֖הֶל וּמִקְנֶֽה׃
20
20
Und Ada gebar Jawal, der war der Vater der Zeltbewohner und Viehzüchter.
der Vater der Zeltbewohner und der Viehzüchter
Jawal war der erste von denen, die in den Wüsten Vieh weiden und wegen der Weide für ihre Schafe einen Monat da und einen Monat dort in Zelten wohnen, und wenn die Weide an einem Ort zu Ende ist, hingehen und an einem anderen Ort das Zelt aufschlagen.
Der Midrasch erklärt das Wort מִקְנֶה, er baute Häuser für den Götzendienst, der מַּקְנֶה genannt wird, wie in Jecheskel (8:3) steht סֵמֶל הַקִּנְאָה הַמַּקְנֶה „das Bild des Zornes, das den Zorn erregt“. Ebenso nahm sein Bruder Juwal Harfe und Flöte, um zum Götzendienst zu musizieren.
Raschi
וְשֵׁ֥ם אָחִ֖יו יוּבָ֑ל ה֣וּא הָיָ֔ה אֲבִ֕י כָּל־תֹּפֵ֥שׂ כִּנּ֖וֹר וְעוּגָֽב׃
21
21
Und der Name seines Bruders war Juwal, der war der Vater aller, die Harfe und Flöte ergreifen, um Musik zu spielen für den Götzendienst.
וְצִלָּ֣ה גַם־הִ֗וא יָֽלְדָה֙ אֶת־תּ֣וּבַל קַ֔יִן לֹטֵ֕שׁ כָּל־חֹרֵ֥שׁ נְחֹ֖שֶׁת וּבַרְזֶ֑ל וַֽאֲח֥וֹת תּֽוּבַל־קַ֖יִן נַֽעֲמָֽה׃
22
22
Und auch Zila gebar, ihr Kind hieß Tuwal Kain. Er schärfte allerlei Werkzeug aus Kupfer und Eisen. Und die Schwester des Tuwal Kain war Na’ama.
Und auch Zila gebar: Die unfruchtbar machenden Wurzeln wirkten bei ihr nicht, denn es gibt Frauen, die nicht unfruchtbar werden. Deshalb sagt der Vers גַם „auch“ sie gebar, trotz des Bechers der Unfruchtbarkeit.
Chiskuni
Tuwal Kain
Er würzte das Handwerk Kains, תּוּבַל von תַּבְלִין „Gewürze“, er würzte und verbesserte das Handwerk von Kain, Waffen für Mörder herzustellen.
Raschi
Er schärfte allerlei Werkzeug aus Kupfer und Eisen
לֹטֵשׁ „er schärfte“ das Werk von Kupfer und Eisen, wie im Vers (Ijow 16:9) יִלְטוֹשׁ עֵינָיו לִי „er schärft seine Blicke gegen mich“. חוֹרֵשׁ ist nicht die Form des Hauptwortes, sondern Partizip, da es mit צֵירֵי (קָמַץ קָטָן) punktiert und auf der vorletzten Silbe betont ist. Es bedeutet, er schärfte und polierte allerlei Handwerks¬geräte aus Kupfer und Eisen.
Raschi
Na’ama wird im Vers erwähnt, weil sie die Ehefrau von Noach ist.
Raschi, Gur Arye