וְלִזְבוּלֻ֣ן אָמַ֔ר שְׂמַ֥ח זְבוּלֻ֖ן בְּצֵאתֶ֑ךָ וְיִשָּׂשכָ֖ר בְּאֹהָלֶֽיךָ׃
18
18
Und über Sewulun sagte Mosche zu G‑tt: Freue dich, Sewulun, wenn du hinausziehst und freue dich, Jissachar, in deinen Zelten.
Und über Sewulun sagte er
Bei diesen fünf Stämmen, die er zuletzt segnete – Sewulun, Gad, Dan, Naftali, Ascher – erwähnt er ihren Namen zwei Mal, um sie zu stärken und zu kräftigen, weil sie die schwächsten von allen Stämmen waren. Das sind dieselben, die Josef vor Pharao führte, wie es heißt (Ber. 47:2) וּמִקְצֵה אֶחָיו לָקַח חֲמִשָּׁה אֲנָשִׁים „und einen Teil seiner Brüder nahm er, fünf Männer“; weil diese schwach aussahen, damit er sie nicht bei sich zu Feldherren mache (Bawa Kama 92a).
Raschi
Der Vers nennt den Namen Sewulun zweimal: zuerst in der Einleitung („Über Sewulun sagte er“) und ein weiteres Mal im Segen selbst („Freue dich, Sewulun“). Diese Form der Wiederholung findet sich auch in den Segnungen für Gad (Vers 20), Dan (Vers 22), Naftali (Vers 23) und Ascher (Vers 24).
Freue dich …
Das Wort שְׂמַח „freue dich“ bezieht sich sowohl auf Sewulun als auch Jissachar: „Freue dich, Sewulun“ und „Freue dich, Jissachar“.
Ralbag
Freue dich, Sewulun, wenn du hinausziehst, und Jissachar in deinen Zelten
Sewulun und Jissachar schlossen eine Vereinbarung miteinander. Sewulun wohnte am Ufer des Meeres und zog auf Schiffen zum Handel aus. Er verdiente und ernährte auch Jissachar, und Jissachar saß und lernte Torah. Darum nennt der Vers Sewulun vor Jissachar, weil Jissachars Torah nur durch Sewulun möglich war.
Raschi
Freue dich, Sewulun, wenn du hinausziehst
Mögest du Gelingen und Erfolg haben, wenn du zum Handel ausziehst.
Raschi
Freue dich, Sewulun, wenn du hinausziehst
Weil der Mensch bei seinem Auszug zum Handel nicht weiß, ob er Gelingen haben wird oder nicht, deshalb segnete Mosche ihn „Freue dich, Sewulun, wenn du hinausziehst“: freue dich schon bei deinem Auszug, weil du gewiss Erfolg finden wirst.
Or haChaim
Freue dich, Sewulun, wenn du hinausziehst: in das Kriegsgefecht.
Ibn Esra
und Jissachar, in deinen Zelten: denn er wird nicht wie Sewulun in den Krieg ziehen.
Ibn Esra
und Jissachar: Mögest du Gelingen haben, wenn du in deinen Zelten die Torah studierst, wenn du sitzst und die Schaltjahre berechnest und die Rosch Chodesch-Tage bestimmst, wie es heißt (1 Chro. 12:33) וּמִבְּנֵי יִשָּׂשכָר יוֹדְעֵי בִינָה לַעִתִּים גו׳ רָאשֵׁיהֶם מָאתַיִם „von den Söhnen Jissachars, die die Berechnung der Zeiten verstanden … ihre Häupter waren zweihundert“. 200 Häupter des Sanhedrin (רָאשֵׁי סַנְהֶדְרִין) waren damit beschäftigt und legten Zeitdaten und Schaltjahre fest.
Raschi
עַמִּים֙ הַר־יִקְרָ֔אוּ שָׁ֖ם יִזְבְּח֣וּ זִבְחֵי־צֶ֑דֶק כִּ֣י שֶׁ֤פַע יַמִּים֙ יִינָ֔קוּ וּשְׂפוּנֵ֖י טְמ֥וּנֵי חֽוֹל׃ (ס)
19
19
Völker rufen sie zum Berg, dort bringen sie Opfer der Gerechtigkeit, denn den Reichtum der Meere saugen sie und Schätze, verborgen im Sand.
Völker rufen sie: die Stämme Israels
rufen sie zum Berg: sie versammeln sich beim Berg Moriah [für die Feste]. Jede Versammlung wird durch ein Rufen bewirkt, dass sie dort an den Festen Opfer der Gerechtigkeit darbrachten.
Raschi
Völker rufen sie: Nach den von den Gelehrten Jissachars festgelegten Zeitdaten und Schaltjahren (Vers zuvor) werden die Stämme Israels für die Festtage zum Heiligen Tempel am Berg Moriah gerufen.
Opfer der Gerechtigkeit: Opferungen zum Wohlgefallen vor G‑tt.
Targum Onkelos
denn den Reichtum der Meere saugen sie: Jissachar und Sewulun, sodass ihnen Zeit bleibt, sich mit dem Torahlernen zu beschäftigen.
Raschi
Schätze, verborgen im Sand: das im Sand versteckte Gut – edler Fisch (טָרִית), Chilason [zum Färben des Techelet] und helles Glas. Diese stammen vom Meer und vom Sand und befanden sich im Anteil von Jissachar und Sewulun, wie in der Gemara Megilla (6a) vorkommt: זְבוּלוּן עַם חֵרֵף נַפְשׁוֹ לָמוּת „Sewulun ist ein Volk, das seine Seele dem Tod preisgab“ (Ri. 5:18), denn נַפְתָּלִי עַל מְרוֹמֵי שָׂדֶה „Naftali ist auf den Höhen des Feldes“ (ebd.). Sewulun grämte sich über seinen Anteil: Meinem Bruder hast Du Felder und Weinberge gegeben …
Raschi
Sewulun grämte sich, bis er seines Lebens überdrüssig war, weil sein Anteil am Land Israel nicht so vortrefflich wie der Anteil Naftalis mit Feldern und Weinbergen war. Sewulun sprach vor dem Ewigen: „Meinem Bruder hast Du Felder und Weinberge gegeben, und mir Meere und Flüsse!“ Da sagte der Ewige zu ihm: „All deine Brüder werden zu dir kommen wegen des Chilason, der in deinem Anteil zu finden ist.“
Sifre
verborgene (Schätze): das Wort שְׂפֻנֵי bedeutet „bedecken“, wie (1 Kön. 6:9) וַיִּסְפֹּן אֶת הַבַּיִת „er bedeckte das Haus“; (1 Kön. 7:3) וְסָפוּן בָּאֶרֶז „es war mit Zedern gedeckt“, wie auch der Targum übersetzt, וּמְטַלֵּיל בְּכִיּוֹרֵי אַרְזַיָא „mit geschnitztem Zedernholz gedeckt“.
[Nach einer anderen Erklärung bezieht sich עַמִּים הַר יִקְרָאוּ nicht auf die Stämme Israels, sondern auf die Völker.] Andere Erklärung. Völker rufen sie zum Berg: durch den Handel Sewuluns kamen Kaufleute der Völker in sein Land. Er wohnte an der Grenze, und sie sagten, da wir uns einmal bis hierher bemüht haben, wollen wir nach Jeruschalaim gehen und die Religion dieses Volkes kennenlernen und seine Werke. Da sehen sie, wie ganz Israel einem einzigen G‑tt dient und einerlei Speise isst [einerlei Speisegesetze hält], während bei den Heiden der Gott des einen nicht gleich dem Gott des anderen ist, und die Speise des einen nicht gleich der Speise des anderen. Und sie sagen, es gibt kein Volk so gut wie dieses. Und sie nehmen dort die Torah auf sich, wie es heißt שָׁם יִזְבְּחוּ זִבְחֵי צֶדֶק „dort bringen sie Opfer der Gerechtigkeit“.
Raschi
denn den Reichtum der Meere saugen sie: Sewulun und Jissachar. Das Meer gab ihnen Vermögen im Überfluss.
Raschi
und Schätze, verborgen im Sand: werden von ihnen entdeckt.
Targum Jeruschalmi
und Schätze, verborgen im Sand: gesunkene Schiffe und Schätze werden von ihnen bei Meeresebbe entdeckt.
Chiskuni
und Schätze, verborgen im Sand: Sie werden solch große Reichtümer besitzen, dass sie gezwungen sind, diese im Boden zu vergraben.
Ibn Esra
וּלְגָ֣ד אָמַ֔ר בָּר֖וּךְ מַרְחִ֣יב גָּ֑ד כְּלָבִ֣יא שָׁכֵ֔ן וְטָרַ֥ף זְר֖וֹעַ אַף־קָדְקֹֽד׃
20
20
Und über Gad sagte Mosche zu G‑tt: Gepriesen sei, der Gad ausbreitet, wie eine Löwin ruht er, zerreißt Arm mit Schädel.
Gepriesen sei, der Gad ausbreitet
Das lehrt, dass sich das Gebiet Gads weit nach Osten ausdehnte.
Raschi
wie eine Löwin ruht er
Weil Gad an der Grenze wohnte, darum wird er mit Löwen verglichen. Denn alle, die an der Grenze wohnten, mussten stark und mutig sein.
Raschi
zerreißt Arm mit Schädel
Die von ihnen Erschlagenen waren daran zu erkennen, dass sie ihnen mit einem einzigen Schwertstreich Kopf und Arm abschlugen.
Raschi
וַיַּ֤רְא רֵאשִׁית֙ ל֔וֹ כִּי־שָׁ֛ם חֶלְקַ֥ת מְחֹקֵ֖ק סָפ֑וּן וַיֵּתֵא֙ רָ֣אשֵׁי עָ֔ם צִדְקַ֤ת יְהוָה֙ עָשָׂ֔ה וּמִשְׁפָּטָ֖יו עִם־יִשְׂרָאֵֽל׃ (ס)
21
21
Und er wählte sich seinen Erstteil aus, denn dort liegt der Anteil des Gesetzgebers Mosche verborgen, er geht an der Spitze des Volkes, Gerechtigkeit vor dem Ewigen tut er und seine Rechtsvorschriften mit Israel.
Und er wählte sich seinen Erstteil aus
Gad hielt es für gut, Anteil im Land von Sichon und Og zu erhalten, dem Ersten von der Einnahme des Landes.
Raschi
er wählte
Das Wort וַיַּרְא bedeutet „er wählte“.
Daat Skenim
denn dort liegt der Anteil des Gesetzgebers: weil er wusste, dass dort in seinem Besitz der Teil des Feldes mit dem Grab des Gesetzgebers, Mosche Rabbenu, liegen würde.
Raschi
des Gesetzgebers
מְחֹקֵק „Gesetzgeber“: Mosche Rabbenu, der uns die Gesetze (חֻקִּים) der Torah übergab.
Ralbag
verborgen: jener Teil ist jedem Geschöpf verborgen und unbekannt; wie es heißt (Dew. 34:6) וְלֹא יָדַע אִישׁ אֶת קְבֻרָתוֹ „und keiner kennt sein Grab“.
Raschi
an der Spitze des Volkes: sie zogen bei der Einnahme des Landes an der Spitze der Gerüsteten voran, weil sie Helden waren. So heißt es auch (Dew. 3:18) חֲלוּצִים תַּעַבְרוּ לִפְנֵי אֲחֵיכֶם „gerüstet sollt ihr an der Spitze eurer Brüder hinüberziehen“.
Gerechtigkeit vor dem Ewigen tut er: Sie hielten ihr Wort und hüteten ihr Versprechen, über den Jarden zu ziehen für die ganze Zeit, bis das Land eingenommen und verteilt war.
Andere Erklärung. Er geht: Mosche, an der Spitze des Volkes; Gerechtigkeit vor dem Ewigen tut er: bezieht sich auf Mosche.
Raschi