Der tägliche Chumasch-Abschnitt

17. Tischre 5786

Donnerstag, 9. Oktober 2025

Heute

Bracha

4. Alija

(Dewarim 33:22 – 33:26)

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וּלְדָ֣ן אָמַ֔ר דָּ֖ן גּ֣וּר אַרְיֵ֑ה יְזַנֵּ֖ק מִן־הַבָּשָֽׁן׃
22
22
Und über Dan sagte Mosche zu G‑tt: Dan ist ein junger Löwe, er stürzt hervor aus Baschan.
Dan ist ein junger Löwe
Auch er wohnte an der Grenze; darum vergleicht Mosche ihn mit Löwen.
Raschi
er stürzt hervor aus Baschan
יְזַנֵּק מִן הַבָּשָׁן „er stürzt hervor aus Baschan“: Wie der Targum sagt [אַרְעֵיהּ שָׁתְיָא מִן נַחְלַיָּא דְּנָגְדִין מִן מַתְנַן, sein Land wird bewässert von den Flüssen her, die im Land Baschan entspringen]. Der Jarden entsprang in seinem Land, in der Grotte von Pamjas (מְּעָרַת פַּמְיָאס), das ist [der Name aus der Zeit des Talmud für die Stadt] Leschem im Anteil von Dan; wie es [bei der Eroberung der Stadt Leschem durch den Stamm Dan] heißt (Jesch. 19:47) וַיִּקְרְאוּ לְלֶשֶׁם דָּן „sie nannten Leschem Dan“; sein Anschwellen (זִנּוּקוֹ) und Strömen kommen von Baschan her.
Andere Erklärung: wie ein Strahl von einem Punkt herkommt und sich nach zwei Seiten teilt, so erhielt der Stamm Dan Anteil an zwei Orten. Zuerst erhielten sie nordwestlich [von Jehuda] Ekron und seine Umgebung. Da ihnen das nicht reichte, gingen sie und bekriegten [die Stadt] Leschem, das ist Pamjas , im Nordosten des Landes. Der Jarden entspringt in der Grotte von Pamjas im (Nord-) Osten des Landes Israel, fließt von Norden nach Süden und mündet in das Ende des Salzsees im Osten von Jehuda, der den Süden Israels hatte, wie im Buch Jehoschua erklärt wird. Das bedeutet der Vers (Jesch. 19:47) וַיֵּצֵא גְבוּל בְּנֵי דָן מֵהֶם וַיַּעֲלוּ בְנֵי דָן וַיִּלָּחֲמוּ עִם לֶשֶׁם „davon entfernt lag ein Gebiet Dans, wo die Söhne Gads hinaufzogen und Leschem bekriegten“, ihr neues Gebiet verließ jene Seite ganz, auf der sie angefangen hatten, Besitz zu ergreifen.
Raschi
sein Land wird bewässert von den Flüssen her, die im Land Baschan entspringen: der Anteil Dans am Land Israel wird fruchtbar und üppig sein wie das Land Baschan.
Riwasch
Grotte von Pamjas: Der Ort heißt heute Banias und liegt auf den Golanhöhen. Der dort entspringende Fluss wird heute Nachal Chermon genannt. Er fließt nach Süden, nimmt andere Flüsse auf und wird schließlich zum Jordan.
וּלְנַפְתָּלִ֣י אָמַ֔ר נַפְתָּלִי֙ שְׂבַ֣ע רָצ֔וֹן וּמָלֵ֖א בִּרְכַּ֣ת יְהוָ֑ה יָ֥ם וְדָר֖וֹם יְרָֽשָׁה׃ (ס)
23
23
Und über Naftali sagte Mosche zu G‑tt: Naftali ist gesättigt mit Wohlgefallen und voll mit den Segnungen des Ewigen, den See Kineret und seinen Süden nimm ein!
gesättigt mit Wohlgefallen: sein Land war gesättigt mit dem ganzen Wohlgefallen seiner Bewohner.
Raschi
Das Land Naftalis sättigt seine Bewohner mit dem ganzen Wohlgefallen.
Gur Arye
Das Land Naftalis brachte eine große Vielfalt an Nahrungsmitteln hervor.
Sifre, Abschn. 355
Alle in Naftalis Gebiet gewachsenen Erzeugnisse waren von bester Güte und erfüllten die Bevölkerung mit Wohlgefallen.
Ralbag
נַפְתָּלִי „Naftali“, שְׂבַע „ist gesättigt“, רָצוֹן וּבִּרְכַּת ה’ „mit dem Wohlgefallen und Segen G‑ttes“.
Ramban
gesättigt mit Wohlgefallen
Das Land Naftalis bringt guten Ertrag und süße Früchte hervor, die rasch heranreiften.
Bechor Schor
Die Anfangsbuchstaben von נַפְתָּלִי שְׂבַע רָצוֹן „Naftali ist gesättigt mit Wohlgefallen“ ergeben נֶשֶׁר „Adler“, denn er war „rasch wie ein Adler, um den Willen seines Vaters im Himmel zu erfüllen“ (Pirke Awot 5:20).
Baal haTurim
den See und Süden nimm ein!
יָם וְדָרוֹם יְרָשָׁה „den See und Süden nimm ein!“: der See Kineret fiel in seinen Anteil; und außerdem erhielt er so viel Land, wie das Seil eines Netzes ausmacht, auch im Süden davon, um seine Netze und Reuse auszubreiten.
Raschi
Reuse: verankerte Netzfallen zum Fang von Fischen.
den See und Süden nimm ein!
יְרָשָׁה ist Imperativ (Befehlsform) „Nimm ein“. Wie (Dew. 1:21) עֲלֵה רֵשׁ „ziehe hinauf und nimm ein“. Die Betonung auf der ersten Silbe, dem Buchstaben ר (Resch), weist darauf hin, wie bei סְלַח, יְדַע, לְקַח, שְׁמַע. Sobald man den Buchstaben ה (He) hinzufügt, kommt die Betonung auf die vorletzte Silbe סְלָחָה, יְדָעָה, לְקָחָה, שְׁמָעָה. Auch hier ist יְרָשָׁה Imperativ (Befehlsform). Im Werk „Große Messora“ finden wir im alphabetischen Register der Imperative, dass diese auf der vorletzten Silbe betont werden.
Raschi
„Große Messora“: hebr. Messorat ha-Gedola, eine Bezeichnung für das Werk Achla we-Achla aus der Epoche der Geonim. Eine Sammlung verschiedener Wortlisten aus der Torah, deren Schreibweise oder Aussprache von der üblichen Form abweicht.
וּלְאָשֵׁ֣ר אָמַ֔ר בָּר֥וּךְ מִבָּנִ֖ים אָשֵׁ֑ר יְהִ֤י רְצוּי֙ אֶחָ֔יו וְטֹבֵ֥ל בַּשֶּׁ֖מֶן רַגְלֽוֹ׃
24
24
Und über Ascher sagte Mosche zu G‑tt: Gesegnet von allen Söhnen ist Ascher! Er sei der Liebling seiner Brüder, in Öl tauche er seinen Fuß.
Gesegnet von den Söhnen ist Ascher
Ich habe im Sifre gesehen, keiner von allen Stämmen war so mit Söhnen gesegnet wie Ascher; ich weiß nicht, auf welche Weise.
Raschi
mit Söhnen: die Vorsilbe מ ist nach der Erklärung des Sifre als „mit“ zu verstehen; מִבָּנִים „mit Söhnen“ war Ascher gesegnet.
Er sei der Liebling seiner Brüder
Er erfreute seine Brüder mit dem Öl, das man für die Körperpflege verwendet, und wohlschmeckenden Speisen; und sie versorgten ihn mit Getreide.
Andere Erklärung: Er ist beliebt bei seinen Brüdern, weil seine Töchter so schön waren. Das ist, was in Diwre haJamim (1, 7:31) steht הוּא אֲבִי בִרְזָיִת „er war der Vater von Birsajit“, seine Töchter waren mit Kohanim Gedolim und Königen verheiratet, die mit dem Öl von Oliven gesalbt werden.
Raschi
Er taucht in Öl seinen Fuß: sein Land floss von Öl wie eine Quelle (Sifre, Abschn. 355). Einmal kam vor, dass die Leute von Laodikeia Öl brauchten; sie setzten dafür einen Bevollmächtigten ein … wie in der Gemara Menachot (85b) vorkommt.
Raschi
Einst brauchten die Leute von Laodikeia (in der heutigen Türkei) Öl und schickten einen Bevollmächtigten mit dem Auftrag, für 1 Million Goldmünzen Öl zu kaufen. Da ging er nach Jeruschalaim, und dort sagte man ihm, er solle nach Zor gehen; als er nach Zor kam, sagte man ihm, er solle nach Gusch Chalaw (im Gebiet von Ascher) gehen, und als er nach Gusch Chalaw kam, sagte man ihm, er soll sich an jenen Olivenbauern auf jenem Feld wenden.
Als er den Bauern auf dem Feld fand, war er gerade beschäftigt, die Erde um seine Olivenbäume umzugraben. Er fragte ihn: Hast du so viel Öl, wie ich brauche? Der Bauer antwortete: Warte, bis ich meine Arbeit beendet habe. Nachdem er seine Arbeit beendet hatte, nahm er seine Arbeitsgeräte und trug sie selbst am Rücken (wie ein einfacher Arbeiter) und ging den Weg entlang, und wenn er einen Stein am Weg sah, räumte er ihn auf die Seite. Der Käufer war verunsichert und fragte sich: Hat er wirklich soviel Öl? Ich glaube, die Juden haben mich getäuscht (indem sie mich zu einem armen Bauern geschickt haben).

Als der Bauer zu Hause eintraf, brachte ihm seine Magd eine Schüssel warmes Wasser und er wusch Hände und Füße; dann holte sie ein goldenes Becken mit Öl und er tauchte darin Hände und Füße. Damit gingen die Worte in Erfüllung טֹבֵל בַּשֶּׁמֶן רַגְלוֹ „er taucht in Öl seinen Fuß“. Nachdem er dem Käufer zu essen und zu trinken gegeben hatte, maß der Bauer Öl für 1 Million Goldtaler ab, und fragte, ob er noch mehr brauche. Dieser sagte: Ja, nur habe ich kein Geld mehr. Der Ölbauer sagte: Wenn du willst, nehmen wir mehr Öl, und ich gehe dann mit dir, um das Geld entgegenzunehmen. Dann maß er ihm Öl für weitere 180.000 Goldstücke ab. Man erzählt, dass dieser Käufer kein einziges Lasttier in Eretz Israel zurückließ, das er nicht gemietet hätte (um die ungeheure Menge an Öl nach Hause zu transportieren).

Als sie in seiner Stadt angelangt waren, kamen ihm die Menschen der Stadt entgegen, um ihm zu danken. Er aber sagte: Dankt nicht mir. Dankt diesem Mann, der mit mir gekommen ist! Er maß mir für 1 Million Öl ab und bringt hier noch zusätzlich Öl für 180.000 Goldstücke. Damit gehen die Worte von Mischle (13:7) in Erfüllung יֵשׁ מִתְעַשֵּׁר וְאֵין כֹּל „Mancher zeigt sich reich und hat nichts“, מִתְרוֹשֵׁשׁ וְהוֹן רָב „mancher zeigt sich arm und hat großes Vermögen“.
Menachot 85b
Gesegnet von den Söhnen ist Ascher
Mosche erteilte Ascher diese Segnungen, denn als die Brüder Josef verkauft hatten, sprachen sie einen Bann (חֵרֶם) aus gegen jeden, der diese Angelegenheit preisgeben würde.
Durch Prophezeiung (נְבוּאָה) jedoch wusste Serach, Aschers Tochter, über den Verkauf. Die anderen Brüder dachten: „Wie kann sie das wissen, wenn nicht von ihrem Vater?“ Es heißt doch: Was ein Kind erzählt, hat es entweder vom Vater oder der Mutter gehört (Sukka 56b).
Die Brüder belegten Ascher daher mit einem Bann. Mosche Rabbenu kam und löste diesen Bann.
Die Brüder hatten gesagt: „Eine Person unter Bann darf keinen Eheverkehr führen (תַּשְׁמִישׁ הַמִּטָּה)“. Mosche sagte בָּרוּךְ מִבָּנִים אָשֵׁר „gesegnet an Kindern ist Ascher.“

Aufgrund ihres Bannes mieden die Brüder Ascher. Mosche sagte יְהִי רְצוּי אֶחָיו „er sei der Liebling seiner Brüder“.

Aufgrund des Bannes durfte sich Ascher nicht mit Öl salben (siehe Moed Katan 15b). Mosche sagte וְטֹבֵל בַּשֶּׁמֶן רַגְלוֹ „seine Füße soll er in Öl tauchen“ und erlaubte ihm, sich mit Öl zu salben.

Aufgrund des Bannes durfte er keine Schuhe tragen (siehe Moed Katan 15b). Mosche sagte (nächster Vers) בַּרְזֶל וּנְחֹשֶׁת מִנְעָלֶיךָ „Eisen und Kupfer sind deine Schuhe“.
Baal haTurim
Gesegnet von den Söhnen ist Ascher
מִבָּנִים אָשֵׁר יְהִי רְצוּי „[gesegnet] von den Söhnen ist Ascher; der Liebling [seiner Brüder sei er]“. Die Anfangsbuchstaben dieser vier Worte מִבָּנִים אָשֵׁר יְהִי רְצוּי ergeben מֵאִיר „zum Leuchten bringen“. Das bezieht sich auf das Öl, das ihre Gesichter zum Leuchten brachte und die Menora zum Leuchten brachte.
Baal haTurim
בַּרְזֶ֥ל וּנְחֹ֖שֶׁת מִנְעָלֶ֑יךָ וּכְיָמֶ֖יךָ דָּבְאֶֽךָ׃
25
25
Eisen und Kupfer sind deine Schlösser und wie deine Tage der Jugend wird dein Altern sein.
Eisen und Kupfer sind deine Schlösser
Jetzt spricht Mosche zu ganz Israel: Ihre Helden werden in den Städten an der Grenze wohnen und diese verschließen, dass die Feinde nicht in sie eindringen können, als wären sie mit Schlössern und Riegeln aus Eisen und Kupfer verschlossen.
Andere Erklärung. „Eisen und Kupfer sind deine Schlösser“: euer Land wird durch Berge, aus denen man Eisen und Kupfer abbaut, verschlossen sein; das Land Aschers war das Schloss von Eretz Israel.
Raschi
das Schloss von Eretz Israel: der gesicherte Grenzübergang des Landes.
und wie deine Tage wird dein Altern sein
וּכְיָמֶיךָ „So wie deine Tage“, die dir lieb waren, das sind die Tage deines Anbeginns, deiner Jugend, דָּבְאֶךָ, so sollen auch die Tage deines Alters sein, [die gewöhnlich] Tage des Leidens sind (דּוֹאֲבִים), die zerfließen und dahinsinken.
Andere Erklärung: Solange du treu bleibst, wirst du Überfluss haben. וּכְיָמֶיךָ, So wie die Tage, die gut für dich sind, so wie die Anzahl deiner Tage, solange ihr den Willen G‑ttes erfüllt, דָּבְאֶךָ, wird dir zuströmen, das heißt alle Länder werden Silber und Gold in das Land Israel strömen lassen, weil es mit den Erträgen des Bodens gesegnet ist und alle Länder sich damit sättigen und ihr Silber und Gold dafür hinleiten (auf Französisch escoront, „zufließen lassen“). Das Silber und Gold schwindet bei ihnen, weil sie es in euer Land abführen.
Raschi
אֵ֥ין כָּאֵ֖ל יְשֻׁר֑וּן רֹכֵ֤ב שָׁמַ֙יִם֙ בְעֶזְרֶ֔ךָ וּבְגַאֲוָת֖וֹ שְׁחָקִֽים׃
26
26
Keiner gleicht deinem G‑tt, Jeschurun! Am Himmel fährt Er zu deiner Hilfe und in Seiner Hoheit auf den Wolkenhöhen.
Keiner gleicht G‑tt, Jeschurun!
Wisse, Jeschurun, dass keiner gleich G‑tt von allen Göttern der Völker und nicht wie dein Fels ihr Fels ist.
Raschi
Jeschurun: das Volk Israel wird יְשׁוּרוּן „Jeschurun“ genannt, weil sie יְשָׁרִים (jescharim, „gerade“, „aufrecht“) sind.
Ramban zu Bamidbar 23:10
Am Himmel fährt Er zu deiner Hilfe
רֹכֵב שָׁמַיִם, G‑tt, der im Himmel wohnt, בְּעֶזְרֶךָ, hilft dir und וּבְגַאֲוָתוֹ שְׁחָקִים, in Seiner Hoheit thront Er über den Wolkenhöhen.
Raschi