וְלִזְבוּלֻ֣ן אָמַ֔ר שְׂמַ֥ח זְבוּלֻ֖ן בְּצֵאתֶ֑ךָ וְיִשָּׂשכָ֖ר בְּאֹהָלֶֽיךָ׃
18
18
Und über Sewulun sagte Mosche zu G‑tt: Freue dich, Sewulun, wenn du hinausziehst und freue dich, Jissachar, in deinen Zelten.
Und über Sewulun sagte er
Bei diesen fünf Stämmen, die er zuletzt segnete – Sewulun, Gad, Dan, Naftali, Ascher – erwähnt er ihren Namen zwei Mal, um sie zu stärken und zu kräftigen, weil sie die schwächsten von allen Stämmen waren. Das sind dieselben, die Josef vor Pharao führte, wie es heißt (Ber. 47:2) וּמִקְצֵה אֶחָיו לָקַח חֲמִשָּׁה אֲנָשִׁים „und einen Teil seiner Brüder nahm er, fünf Männer“; weil diese schwach aussahen, damit er sie nicht bei sich zu Feldherren mache (Bawa Kama 92a).
Raschi
Der Vers nennt den Namen Sewulun zweimal: zuerst in der Einleitung („Über Sewulun sagte er“) und ein weiteres Mal im Segen selbst („Freue dich, Sewulun“). Diese Form der Wiederholung findet sich auch in den Segnungen für Gad (Vers 20), Dan (Vers 22), Naftali (Vers 23) und Ascher (Vers 24).
Freue dich …
Das Wort שְׂמַח „freue dich“ bezieht sich sowohl auf Sewulun als auch Jissachar: „Freue dich, Sewulun“ und „Freue dich, Jissachar“.
Ralbag
Freue dich, Sewulun, wenn du hinausziehst, und Jissachar in deinen Zelten
Sewulun und Jissachar schlossen eine Vereinbarung miteinander. Sewulun wohnte am Ufer des Meeres und zog auf Schiffen zum Handel aus. Er verdiente und ernährte auch Jissachar, und Jissachar saß und lernte Torah. Darum nennt der Vers Sewulun vor Jissachar, weil Jissachars Torah nur durch Sewulun möglich war.
Raschi
Freue dich, Sewulun, wenn du hinausziehst
Mögest du Gelingen und Erfolg haben, wenn du zum Handel ausziehst.
Raschi
Freue dich, Sewulun, wenn du hinausziehst
Weil der Mensch bei seinem Auszug zum Handel nicht weiß, ob er Gelingen haben wird oder nicht, deshalb segnete Mosche ihn „Freue dich, Sewulun, wenn du hinausziehst“: freue dich schon bei deinem Auszug, weil du gewiss Erfolg finden wirst.
Or haChaim
Freue dich, Sewulun, wenn du hinausziehst: in das Kriegsgefecht.
Ibn Esra
und Jissachar, in deinen Zelten: denn er wird nicht wie Sewulun in den Krieg ziehen.
Ibn Esra
und Jissachar: Mögest du Gelingen haben, wenn du in deinen Zelten die Torah studierst, wenn du sitzst und die Schaltjahre berechnest und die Rosch Chodesch-Tage bestimmst, wie es heißt (1 Chro. 12:33) וּמִבְּנֵי יִשָּׂשכָר יוֹדְעֵי בִינָה לַעִתִּים גו׳ רָאשֵׁיהֶם מָאתַיִם „von den Söhnen Jissachars, die die Berechnung der Zeiten verstanden … ihre Häupter waren zweihundert“. 200 Häupter des Sanhedrin (רָאשֵׁי סַנְהֶדְרִין) waren damit beschäftigt und legten Zeitdaten und Schaltjahre fest.
Raschi
עַמִּים֙ הַר־יִקְרָ֔אוּ שָׁ֖ם יִזְבְּח֣וּ זִבְחֵי־צֶ֑דֶק כִּ֣י שֶׁ֤פַע יַמִּים֙ יִינָ֔קוּ וּשְׂפוּנֵ֖י טְמ֥וּנֵי חֽוֹל׃ (ס)
19
19
Völker rufen sie zum Berg, dort bringen sie Opfer der Gerechtigkeit, denn den Reichtum der Meere saugen sie und Schätze, verborgen im Sand.
Völker rufen sie: die Stämme Israels
rufen sie zum Berg: sie versammeln sich beim Berg Moriah [für die Feste]. Jede Versammlung wird durch ein Rufen bewirkt, dass sie dort an den Festen Opfer der Gerechtigkeit darbrachten.
Raschi
Völker rufen sie: Nach den von den Gelehrten Jissachars festgelegten Zeitdaten und Schaltjahren (Vers zuvor) werden die Stämme Israels für die Festtage zum Heiligen Tempel am Berg Moriah gerufen.
Opfer der Gerechtigkeit: Opferungen zum Wohlgefallen vor G‑tt.
Targum Onkelos
denn den Reichtum der Meere saugen sie: Jissachar und Sewulun, sodass ihnen Zeit bleibt, sich mit dem Torahlernen zu beschäftigen.
Raschi
Schätze, verborgen im Sand: das im Sand versteckte Gut – edler Fisch (טָרִית), Chilason [zum Färben des Techelet] und helles Glas. Diese stammen vom Meer und vom Sand und befanden sich im Anteil von Jissachar und Sewulun, wie in der Gemara Megilla (6a) vorkommt: זְבוּלוּן עַם חֵרֵף נַפְשׁוֹ לָמוּת „Sewulun ist ein Volk, das seine Seele dem Tod preisgab“ (Ri. 5:18), denn נַפְתָּלִי עַל מְרוֹמֵי שָׂדֶה „Naftali ist auf den Höhen des Feldes“ (ebd.). Sewulun grämte sich über seinen Anteil: Meinem Bruder hast Du Felder und Weinberge gegeben …
Raschi
Sewulun grämte sich, bis er seines Lebens überdrüssig war, weil sein Anteil am Land Israel nicht so vortrefflich wie der Anteil Naftalis mit Feldern und Weinbergen war. Sewulun sprach vor dem Ewigen: „Meinem Bruder hast Du Felder und Weinberge gegeben, und mir Meere und Flüsse!“ Da sagte der Ewige zu ihm: „All deine Brüder werden zu dir kommen wegen des Chilason, der in deinem Anteil zu finden ist.“
Sifre
verborgene (Schätze): das Wort שְׂפֻנֵי bedeutet „bedecken“, wie (1 Kön. 6:9) וַיִּסְפֹּן אֶת הַבַּיִת „er bedeckte das Haus“; (1 Kön. 7:3) וְסָפוּן בָּאֶרֶז „es war mit Zedern gedeckt“, wie auch der Targum übersetzt, וּמְטַלֵּיל בְּכִיּוֹרֵי אַרְזַיָא „mit geschnitztem Zedernholz gedeckt“.
[Nach einer anderen Erklärung bezieht sich עַמִּים הַר יִקְרָאוּ nicht auf die Stämme Israels, sondern auf die Völker.] Andere Erklärung. Völker rufen sie zum Berg: durch den Handel Sewuluns kamen Kaufleute der Völker in sein Land. Er wohnte an der Grenze, und sie sagten, da wir uns einmal bis hierher bemüht haben, wollen wir nach Jeruschalaim gehen und die Religion dieses Volkes kennenlernen und seine Werke. Da sehen sie, wie ganz Israel einem einzigen G‑tt dient und einerlei Speise isst [einerlei Speisegesetze hält], während bei den Heiden der Gott des einen nicht gleich dem Gott des anderen ist, und die Speise des einen nicht gleich der Speise des anderen. Und sie sagen, es gibt kein Volk so gut wie dieses. Und sie nehmen dort die Torah auf sich, wie es heißt שָׁם יִזְבְּחוּ זִבְחֵי צֶדֶק „dort bringen sie Opfer der Gerechtigkeit“.
Raschi
denn den Reichtum der Meere saugen sie: Sewulun und Jissachar. Das Meer gab ihnen Vermögen im Überfluss.
Raschi
und Schätze, verborgen im Sand: werden von ihnen entdeckt.
Targum Jeruschalmi
und Schätze, verborgen im Sand: gesunkene Schiffe und Schätze werden von ihnen bei Meeresebbe entdeckt.
Chiskuni
und Schätze, verborgen im Sand: Sie werden solch große Reichtümer besitzen, dass sie gezwungen sind, diese im Boden zu vergraben.
Ibn Esra
וּלְגָ֣ד אָמַ֔ר בָּר֖וּךְ מַרְחִ֣יב גָּ֑ד כְּלָבִ֣יא שָׁכֵ֔ן וְטָרַ֥ף זְר֖וֹעַ אַף־קָדְקֹֽד׃
20
20
Und über Gad sagte Mosche zu G‑tt: Gepriesen sei, der Gad ausbreitet, wie eine Löwin ruht er, zerreißt Arm mit Schädel.
Gepriesen sei, der Gad ausbreitet
Das lehrt, dass sich das Gebiet Gads weit nach Osten ausdehnte.
Raschi
wie eine Löwin ruht er
Weil Gad an der Grenze wohnte, darum wird er mit Löwen verglichen. Denn alle, die an der Grenze wohnten, mussten stark und mutig sein.
Raschi
zerreißt Arm mit Schädel
Die von ihnen Erschlagenen waren daran zu erkennen, dass sie ihnen mit einem einzigen Schwertstreich Kopf und Arm abschlugen.
Raschi
וַיַּ֤רְא רֵאשִׁית֙ ל֔וֹ כִּי־שָׁ֛ם חֶלְקַ֥ת מְחֹקֵ֖ק סָפ֑וּן וַיֵּתֵא֙ רָ֣אשֵׁי עָ֔ם צִדְקַ֤ת יְהוָה֙ עָשָׂ֔ה וּמִשְׁפָּטָ֖יו עִם־יִשְׂרָאֵֽל׃ (ס)
21
21
Und er wählte sich seinen Erstteil aus, denn dort liegt der Anteil des Gesetzgebers Mosche verborgen, er geht an der Spitze des Volkes, Gerechtigkeit vor dem Ewigen tut er und seine Rechtsvorschriften mit Israel.
Und er wählte sich seinen Erstteil aus
Gad hielt es für gut, Anteil im Land von Sichon und Og zu erhalten, dem Ersten von der Einnahme des Landes.
Raschi
er wählte
Das Wort וַיַּרְא bedeutet „er wählte“.
Daat Skenim
denn dort liegt der Anteil des Gesetzgebers: weil er wusste, dass dort in seinem Besitz der Teil des Feldes mit dem Grab des Gesetzgebers, Mosche Rabbenu, liegen würde.
Raschi
des Gesetzgebers
מְחֹקֵק „Gesetzgeber“: Mosche Rabbenu, der uns die Gesetze (חֻקִּים) der Torah übergab.
Ralbag
verborgen: jener Teil ist jedem Geschöpf verborgen und unbekannt; wie es heißt (Dew. 34:6) וְלֹא יָדַע אִישׁ אֶת קְבֻרָתוֹ „und keiner kennt sein Grab“.
Raschi
an der Spitze des Volkes: sie zogen bei der Einnahme des Landes an der Spitze der Gerüsteten voran, weil sie Helden waren. So heißt es auch (Dew. 3:18) חֲלוּצִים תַּעַבְרוּ לִפְנֵי אֲחֵיכֶם „gerüstet sollt ihr an der Spitze eurer Brüder hinüberziehen“.
Gerechtigkeit vor dem Ewigen tut er: Sie hielten ihr Wort und hüteten ihr Versprechen, über den Jarden zu ziehen für die ganze Zeit, bis das Land eingenommen und verteilt war.
Andere Erklärung. Er geht: Mosche, an der Spitze des Volkes; Gerechtigkeit vor dem Ewigen tut er: bezieht sich auf Mosche.
Raschi
וּלְדָ֣ן אָמַ֔ר דָּ֖ן גּ֣וּר אַרְיֵ֑ה יְזַנֵּ֖ק מִן־הַבָּשָֽׁן׃
22
22
Und über Dan sagte Mosche zu G‑tt: Dan ist ein junger Löwe, er stürzt hervor aus Baschan.
Dan ist ein junger Löwe
Auch er wohnte an der Grenze; darum vergleicht Mosche ihn mit Löwen.
Raschi
er stürzt hervor aus Baschan
יְזַנֵּק מִן הַבָּשָׁן „er stürzt hervor aus Baschan“: Wie der Targum sagt [אַרְעֵיהּ שָׁתְיָא מִן נַחְלַיָּא דְּנָגְדִין מִן מַתְנַן, sein Land wird bewässert von den Flüssen her, die im Land Baschan entspringen]. Der Jarden entsprang in seinem Land, in der Grotte von Pamjas (מְּעָרַת פַּמְיָאס), das ist [der Name aus der Zeit des Talmud für die Stadt] Leschem im Anteil von Dan; wie es [bei der Eroberung der Stadt Leschem durch den Stamm Dan] heißt (Jesch. 19:47) וַיִּקְרְאוּ לְלֶשֶׁם דָּן „sie nannten Leschem Dan“; sein Anschwellen (זִנּוּקוֹ) und Strömen kommen von Baschan her.
Andere Erklärung: wie ein Strahl von einem Punkt herkommt und sich nach zwei Seiten teilt, so erhielt der Stamm Dan Anteil an zwei Orten. Zuerst erhielten sie nordwestlich [von Jehuda] Ekron und seine Umgebung. Da ihnen das nicht reichte, gingen sie und bekriegten [die Stadt] Leschem, das ist Pamjas , im Nordosten des Landes. Der Jarden entspringt in der Grotte von Pamjas im (Nord-) Osten des Landes Israel, fließt von Norden nach Süden und mündet in das Ende des Salzsees im Osten von Jehuda, der den Süden Israels hatte, wie im Buch Jehoschua erklärt wird. Das bedeutet der Vers (Jesch. 19:47) וַיֵּצֵא גְבוּל בְּנֵי דָן מֵהֶם וַיַּעֲלוּ בְנֵי דָן וַיִּלָּחֲמוּ עִם לֶשֶׁם „davon entfernt lag ein Gebiet Dans, wo die Söhne Gads hinaufzogen und Leschem bekriegten“, ihr neues Gebiet verließ jene Seite ganz, auf der sie angefangen hatten, Besitz zu ergreifen.
Raschi
sein Land wird bewässert von den Flüssen her, die im Land Baschan entspringen: der Anteil Dans am Land Israel wird fruchtbar und üppig sein wie das Land Baschan.
Riwasch
Grotte von Pamjas: Der Ort heißt heute Banias und liegt auf den Golanhöhen. Der dort entspringende Fluss wird heute Nachal Chermon genannt. Er fließt nach Süden, nimmt andere Flüsse auf und wird schließlich zum Jordan.
וּלְנַפְתָּלִ֣י אָמַ֔ר נַפְתָּלִי֙ שְׂבַ֣ע רָצ֔וֹן וּמָלֵ֖א בִּרְכַּ֣ת יְהוָ֑ה יָ֥ם וְדָר֖וֹם יְרָֽשָׁה׃ (ס)
23
23
Und über Naftali sagte Mosche zu G‑tt: Naftali ist gesättigt mit Wohlgefallen und voll mit den Segnungen des Ewigen, den See Kineret und seinen Süden nimm ein!
gesättigt mit Wohlgefallen: sein Land war gesättigt mit dem ganzen Wohlgefallen seiner Bewohner.
Raschi
Das Land Naftalis sättigt seine Bewohner mit dem ganzen Wohlgefallen.
Gur Arye
Das Land Naftalis brachte eine große Vielfalt an Nahrungsmitteln hervor.
Sifre, Abschn. 355
Alle in Naftalis Gebiet gewachsenen Erzeugnisse waren von bester Güte und erfüllten die Bevölkerung mit Wohlgefallen.
Ralbag
נַפְתָּלִי „Naftali“, שְׂבַע „ist gesättigt“, רָצוֹן וּבִּרְכַּת ה’ „mit dem Wohlgefallen und Segen G‑ttes“.
Ramban
gesättigt mit Wohlgefallen
Das Land Naftalis bringt guten Ertrag und süße Früchte hervor, die rasch heranreiften.
Bechor Schor
Die Anfangsbuchstaben von נַפְתָּלִי שְׂבַע רָצוֹן „Naftali ist gesättigt mit Wohlgefallen“ ergeben נֶשֶׁר „Adler“, denn er war „rasch wie ein Adler, um den Willen seines Vaters im Himmel zu erfüllen“ (Pirke Awot 5:20).
Baal haTurim
den See und Süden nimm ein!
יָם וְדָרוֹם יְרָשָׁה „den See und Süden nimm ein!“: der See Kineret fiel in seinen Anteil; und außerdem erhielt er so viel Land, wie das Seil eines Netzes ausmacht, auch im Süden davon, um seine Netze und Reuse auszubreiten.
Raschi
Reuse: verankerte Netzfallen zum Fang von Fischen.
den See und Süden nimm ein!
יְרָשָׁה ist Imperativ (Befehlsform) „Nimm ein“. Wie (Dew. 1:21) עֲלֵה רֵשׁ „ziehe hinauf und nimm ein“. Die Betonung auf der ersten Silbe, dem Buchstaben ר (Resch), weist darauf hin, wie bei סְלַח, יְדַע, לְקַח, שְׁמַע. Sobald man den Buchstaben ה (He) hinzufügt, kommt die Betonung auf die vorletzte Silbe סְלָחָה, יְדָעָה, לְקָחָה, שְׁמָעָה. Auch hier ist יְרָשָׁה Imperativ (Befehlsform). Im Werk „Große Messora“ finden wir im alphabetischen Register der Imperative, dass diese auf der vorletzten Silbe betont werden.
Raschi
„Große Messora“: hebr. Messorat ha-Gedola, eine Bezeichnung für das Werk Achla we-Achla aus der Epoche der Geonim. Eine Sammlung verschiedener Wortlisten aus der Torah, deren Schreibweise oder Aussprache von der üblichen Form abweicht.
וּלְאָשֵׁ֣ר אָמַ֔ר בָּר֥וּךְ מִבָּנִ֖ים אָשֵׁ֑ר יְהִ֤י רְצוּי֙ אֶחָ֔יו וְטֹבֵ֥ל בַּשֶּׁ֖מֶן רַגְלֽוֹ׃
24
24
Und über Ascher sagte Mosche zu G‑tt: Gesegnet von allen Söhnen ist Ascher! Er sei der Liebling seiner Brüder, in Öl tauche er seinen Fuß.
Gesegnet von den Söhnen ist Ascher
Ich habe im Sifre gesehen, keiner von allen Stämmen war so mit Söhnen gesegnet wie Ascher; ich weiß nicht, auf welche Weise.
Raschi
mit Söhnen: die Vorsilbe מ ist nach der Erklärung des Sifre als „mit“ zu verstehen; מִבָּנִים „mit Söhnen“ war Ascher gesegnet.
Er sei der Liebling seiner Brüder
Er erfreute seine Brüder mit dem Öl, das man für die Körperpflege verwendet, und wohlschmeckenden Speisen; und sie versorgten ihn mit Getreide.
Andere Erklärung: Er ist beliebt bei seinen Brüdern, weil seine Töchter so schön waren. Das ist, was in Diwre haJamim (1, 7:31) steht הוּא אֲבִי בִרְזָיִת „er war der Vater von Birsajit“, seine Töchter waren mit Kohanim Gedolim und Königen verheiratet, die mit dem Öl von Oliven gesalbt werden.
Raschi
Er taucht in Öl seinen Fuß: sein Land floss von Öl wie eine Quelle (Sifre, Abschn. 355). Einmal kam vor, dass die Leute von Laodikeia Öl brauchten; sie setzten dafür einen Bevollmächtigten ein … wie in der Gemara Menachot (85b) vorkommt.
Raschi
Einst brauchten die Leute von Laodikeia (in der heutigen Türkei) Öl und schickten einen Bevollmächtigten mit dem Auftrag, für 1 Million Goldmünzen Öl zu kaufen. Da ging er nach Jeruschalaim, und dort sagte man ihm, er solle nach Zor gehen; als er nach Zor kam, sagte man ihm, er solle nach Gusch Chalaw (im Gebiet von Ascher) gehen, und als er nach Gusch Chalaw kam, sagte man ihm, er soll sich an jenen Olivenbauern auf jenem Feld wenden.
Als er den Bauern auf dem Feld fand, war er gerade beschäftigt, die Erde um seine Olivenbäume umzugraben. Er fragte ihn: Hast du so viel Öl, wie ich brauche? Der Bauer antwortete: Warte, bis ich meine Arbeit beendet habe. Nachdem er seine Arbeit beendet hatte, nahm er seine Arbeitsgeräte und trug sie selbst am Rücken (wie ein einfacher Arbeiter) und ging den Weg entlang, und wenn er einen Stein am Weg sah, räumte er ihn auf die Seite. Der Käufer war verunsichert und fragte sich: Hat er wirklich soviel Öl? Ich glaube, die Juden haben mich getäuscht (indem sie mich zu einem armen Bauern geschickt haben).
Als der Bauer zu Hause eintraf, brachte ihm seine Magd eine Schüssel warmes Wasser und er wusch Hände und Füße; dann holte sie ein goldenes Becken mit Öl und er tauchte darin Hände und Füße. Damit gingen die Worte in Erfüllung טֹבֵל בַּשֶּׁמֶן רַגְלוֹ „er taucht in Öl seinen Fuß“. Nachdem er dem Käufer zu essen und zu trinken gegeben hatte, maß der Bauer Öl für 1 Million Goldtaler ab, und fragte, ob er noch mehr brauche. Dieser sagte: Ja, nur habe ich kein Geld mehr. Der Ölbauer sagte: Wenn du willst, nehmen wir mehr Öl, und ich gehe dann mit dir, um das Geld entgegenzunehmen. Dann maß er ihm Öl für weitere 180.000 Goldstücke ab. Man erzählt, dass dieser Käufer kein einziges Lasttier in Eretz Israel zurückließ, das er nicht gemietet hätte (um die ungeheure Menge an Öl nach Hause zu transportieren).
Als sie in seiner Stadt angelangt waren, kamen ihm die Menschen der Stadt entgegen, um ihm zu danken. Er aber sagte: Dankt nicht mir. Dankt diesem Mann, der mit mir gekommen ist! Er maß mir für 1 Million Öl ab und bringt hier noch zusätzlich Öl für 180.000 Goldstücke. Damit gehen die Worte von Mischle (13:7) in Erfüllung יֵשׁ מִתְעַשֵּׁר וְאֵין כֹּל „Mancher zeigt sich reich und hat nichts“, מִתְרוֹשֵׁשׁ וְהוֹן רָב „mancher zeigt sich arm und hat großes Vermögen“.
Menachot 85b
Gesegnet von den Söhnen ist Ascher
Mosche erteilte Ascher diese Segnungen, denn als die Brüder Josef verkauft hatten, sprachen sie einen Bann (חֵרֶם) aus gegen jeden, der diese Angelegenheit preisgeben würde.
Durch Prophezeiung (נְבוּאָה) jedoch wusste Serach, Aschers Tochter, über den Verkauf. Die anderen Brüder dachten: „Wie kann sie das wissen, wenn nicht von ihrem Vater?“ Es heißt doch: Was ein Kind erzählt, hat es entweder vom Vater oder der Mutter gehört (Sukka 56b).
Die Brüder belegten Ascher daher mit einem Bann. Mosche Rabbenu kam und löste diesen Bann.
Die Brüder hatten gesagt: „Eine Person unter Bann darf keinen Eheverkehr führen (תַּשְׁמִישׁ הַמִּטָּה)“. Mosche sagte בָּרוּךְ מִבָּנִים אָשֵׁר „gesegnet an Kindern ist Ascher.“
Aufgrund ihres Bannes mieden die Brüder Ascher. Mosche sagte יְהִי רְצוּי אֶחָיו „er sei der Liebling seiner Brüder“.
Aufgrund des Bannes durfte sich Ascher nicht mit Öl salben (siehe Moed Katan 15b). Mosche sagte וְטֹבֵל בַּשֶּׁמֶן רַגְלוֹ „seine Füße soll er in Öl tauchen“ und erlaubte ihm, sich mit Öl zu salben.
Aufgrund des Bannes durfte er keine Schuhe tragen (siehe Moed Katan 15b). Mosche sagte (nächster Vers) בַּרְזֶל וּנְחֹשֶׁת מִנְעָלֶיךָ „Eisen und Kupfer sind deine Schuhe“.
Baal haTurim
Gesegnet von den Söhnen ist Ascher
מִבָּנִים אָשֵׁר יְהִי רְצוּי „[gesegnet] von den Söhnen ist Ascher; der Liebling [seiner Brüder sei er]“. Die Anfangsbuchstaben dieser vier Worte מִבָּנִים אָשֵׁר יְהִי רְצוּי ergeben מֵאִיר „zum Leuchten bringen“. Das bezieht sich auf das Öl, das ihre Gesichter zum Leuchten brachte und die Menora zum Leuchten brachte.
Baal haTurim
בַּרְזֶ֥ל וּנְחֹ֖שֶׁת מִנְעָלֶ֑יךָ וּכְיָמֶ֖יךָ דָּבְאֶֽךָ׃
25
25
Eisen und Kupfer sind deine Schlösser und wie deine Tage der Jugend wird dein Altern sein.
Eisen und Kupfer sind deine Schlösser
Jetzt spricht Mosche zu ganz Israel: Ihre Helden werden in den Städten an der Grenze wohnen und diese verschließen, dass die Feinde nicht in sie eindringen können, als wären sie mit Schlössern und Riegeln aus Eisen und Kupfer verschlossen.
Andere Erklärung. „Eisen und Kupfer sind deine Schlösser“: euer Land wird durch Berge, aus denen man Eisen und Kupfer abbaut, verschlossen sein; das Land Aschers war das Schloss von Eretz Israel.
Raschi
das Schloss von Eretz Israel: der gesicherte Grenzübergang des Landes.
und wie deine Tage wird dein Altern sein
וּכְיָמֶיךָ „So wie deine Tage“, die dir lieb waren, das sind die Tage deines Anbeginns, deiner Jugend, דָּבְאֶךָ, so sollen auch die Tage deines Alters sein, [die gewöhnlich] Tage des Leidens sind (דּוֹאֲבִים), die zerfließen und dahinsinken.
Andere Erklärung: Solange du treu bleibst, wirst du Überfluss haben. וּכְיָמֶיךָ, So wie die Tage, die gut für dich sind, so wie die Anzahl deiner Tage, solange ihr den Willen G‑ttes erfüllt, דָּבְאֶךָ, wird dir zuströmen, das heißt alle Länder werden Silber und Gold in das Land Israel strömen lassen, weil es mit den Erträgen des Bodens gesegnet ist und alle Länder sich damit sättigen und ihr Silber und Gold dafür hinleiten (auf Französisch escoront, „zufließen lassen“). Das Silber und Gold schwindet bei ihnen, weil sie es in euer Land abführen.
Raschi
אֵ֥ין כָּאֵ֖ל יְשֻׁר֑וּן רֹכֵ֤ב שָׁמַ֙יִם֙ בְעֶזְרֶ֔ךָ וּבְגַאֲוָת֖וֹ שְׁחָקִֽים׃
26
26
Keiner gleicht deinem G‑tt, Jeschurun! Am Himmel fährt Er zu deiner Hilfe und in Seiner Hoheit auf den Wolkenhöhen.
Keiner gleicht G‑tt, Jeschurun!
Wisse, Jeschurun, dass keiner gleich G‑tt von allen Göttern der Völker und nicht wie dein Fels ihr Fels ist.
Raschi
Jeschurun: das Volk Israel wird יְשׁוּרוּן „Jeschurun“ genannt, weil sie יְשָׁרִים (jescharim, „gerade“, „aufrecht“) sind.
Ramban zu Bamidbar 23:10
Am Himmel fährt Er zu deiner Hilfe
רֹכֵב שָׁמַיִם, G‑tt, der im Himmel wohnt, בְּעֶזְרֶךָ, hilft dir und וּבְגַאֲוָתוֹ שְׁחָקִים, in Seiner Hoheit thront Er über den Wolkenhöhen.
Raschi
מְעֹנָה֙ אֱלֹ֣הֵי קֶ֔דֶם וּמִתַּ֖חַת זְרֹעֹ֣ת עוֹלָ֑ם וַיְגָ֧רֶשׁ מִפָּנֶ֛יךָ אוֹיֵ֖ב וַיֹּ֥אמֶר הַשְׁמֵֽד׃
27
27
Die Wolkenhöhen sind Wohnort unseres wahren G‑ttes, der allen Mächten vorausging, und darunter die Mächtigen der Welt. Er vertreibt den Feind vor dir, und sagt: Vernichte!
מְעֹנָה אֱלֹהֵי קֶדֶם „Wohnort G‑ttes, der vorausging“: die Wolkenhöhen sind der Wohnort, לֵאלֹהֵי קֶדֶם G‑ttes, der vor allen Mächten da war (קָּדַם לְכָל אֱלֹהִים) und sich den Himmel zu Seinem Wohnort und zu Seiner Stätte wählte; und darunter, unter Seiner Stätte, wohnen alle Mächtigen.
Raschi
die Mächtigen der Welt
זְרֹעֹת עוֹלָם „die Mächtigen der Welt“: Sichon und Og und die Könige von Kna’an, welche die Stärke und die Macht der Welt waren. Sie zittern vor Ihm und beben und ihre Kraft versagt, weil stets die Furcht vor dem Hohen auf dem Niedrigen liegt. Und Er, der die Kraft und die Stärke hat, hilft dir.
Raschi
Er vertreibt den Feind vor dir, und sagt zu dir: Vernichte sie!
Raschi
als der Wohnort
מְעֹנָה „Wohnort“: jedem Wort, das den Buchstaben ל (Lamed) am Anfang braucht, kann stattdessen auch der Buchstabe ה (He) am Ende angeschlossen werden.
Raschi
Das Wort מְעֹנָה ist damit zu verstehen als לְמָעוֹן als poetischer Ausdruck für „als Wohnstätte“ [dienen Ihm die Wolken].
Leket Bahir
ist zu deiner Hilfe: wie es im Vers zuvor heißt אֵין כָּאֵל יְשֻׁרוּן
רֹכֵב שָׁמַיִם בְּעֶזְרֶךָ „Keiner gleicht deinem G‑tt, Jeschurun! Am Himmel fährt Er zu deiner Hilfe“.
וַיִּשְׁכֹּן֩ יִשְׂרָאֵ֨ל בֶּ֤טַח בָּדָד֙ עֵ֣ין יַעֲקֹ֔ב אֶל־אֶ֖רֶץ דָּגָ֣ן וְתִיר֑וֹשׁ אַף־שָׁמָ֖יו יַֽעַרְפוּ טָֽל׃
28
28
Und Israel wohnt sicher und abgesondert, gleich dem Segen Jaakows, in einem Land von Korn und Most. Auch sein Himmel lässt Tau herabtropfen.
sicher und abgesondert
בֶּטַח בָּדָד, Jeder unter seinem Weinstock und seinem Feigenbaum, zerstreut [d.h. בָּדָד im Sinn von „jeder für sich“], ohne sich versammeln und zusammenwohnen zu müssen wegen eines Feindes.
Raschi
gleich dem Segen Jaakows
עֵין יַעֲקֹב wie [bei der Beschreibung des Man] וְעֵינוֹ כְּעֵין הַבְּדֹלַח „sein Aussehen war wie das Aussehen des Kristalles“ (Bam. 11:7): nach dem Segen, mit dem Jaakow sie gesegnet hatte, und nicht nach dem „einsam“, von dem Jirmijahu sagte (15:17) בָּדָד יָשַׁבְתִּי „einsam saß ich“. Sondern nach dem Versprechen, das ihnen Jaakow gab (Ber. 48:21) וְהָיָה אֱלֹהִים עִמָּכֶם וְהֵשִׁיב אֶתְכֶם אֶל אֶרֶץ אֲבוֹתֵיכֶם „G‑tt wird mit euch sein und euch in das Land eurer Väter zurückbringen“.
Raschi
lässt Tau herabtropfen
יַעַרְפוּ – יַטִּיפוּ, lässt herabtropfen. [Raschi]
Auch sein Himmel lässt Tau herabtropfen
Auch der Segen Jizchaks kommt noch zu dem Segen Jaakows dazu, וְיִתֶּן לְךָ הָאֱלֹהִים מִטַּל הַשָּׁמַיִם „G‑tt gebe dir vom Tau des Himmels“ (Ber. 27:28).
Raschi
אַשְׁרֶ֨יךָ יִשְׂרָאֵ֜ל מִ֣י כָמ֗וֹךָ עַ֚ם נוֹשַׁ֣ע בַּֽיהוָ֔ה מָגֵ֣ן עֶזְרֶ֔ךָ וַאֲשֶׁר־חֶ֖רֶב גַּאֲוָתֶ֑ךָ וְיִכָּֽחֲשׁ֤וּ אֹיְבֶ֙יךָ֙ לָ֔ךְ וְאַתָּ֖ה עַל־בָּמוֹתֵ֥ימוֹ תִדְרֹֽךְ׃ (ס)
29
29
Glücklich bist du, Israel! Wer ist wie du, ein Volk, gerettet durch den Ewigen, den Schild deiner Hilfe, Ihn, der das Schwert deiner Hoheit ist! Deine Feinde verleugnen sich vor dir, du wirst über ihre Höhen dahinschreiten.
Glücklich bist du, Israel!
Nachdem Mosche ihnen die Segnungen einzeln aufgezählt hatte, sagte er zu ihnen: Was soll ich euch aufzählen? Mit einem Wort, alles gehört euch!
Raschi
Glücklich bist du, Israel! Wer ist wie du: deine Hilfe kommt vom Ewigen, Er ist der Schild deiner Hilfe und das Schwert deiner Hoheit!
Raschi
Deine Feinde verleugnen sich vor dir
Wie die Giwonim, die sagten (Jesch. 9:9) מֵאֶרֶץ רְחוֹקָה בָּאוּ עֲבָדֶיךָ „aus einem fernen Land kommen deine Knechte“.
Raschi
Die Giwonim erfuhren, dass das Volk Israel den Befehl zur Vernichtung aller Völker Kna’ans hatte, und fürchteten um ihr Leben. Deshalb logen sie und gaben vor, Fremde aus einem fernen Land zu sein, damit Israel einen Bund mit ihnen schließe und ihr Leben gerettet werde.
du wirst über ihre Höhen dahinschreiten
Wie es heißt (Jesch. 10:24) שִׂימוּ אֶת רַגְלֵיכֶם עַל צַוְּארֵי הַמְּלָכִים הָאֵלֶּה „setzt euren Fuß auf den Hals dieser Könige“.
Raschi
וַיַּ֨עַל מֹשֶׁ֜ה מֵֽעַרְבֹ֤ת מוֹאָב֙ אֶל־הַ֣ר נְב֔וֹ רֹ֚אשׁ הַפִּסְגָּ֔ה אֲשֶׁ֖ר עַל־פְּנֵ֣י יְרֵח֑וֹ וַיַּרְאֵ֨הוּ יְהוָ֧ה אֶת־כָּל־הָאָ֛רֶץ אֶת־הַגִּלְעָ֖ד עַד־דָּֽן׃
1
1
Und Mosche stieg hinauf von den Ebenen Moaws auf die Spitze des Berges Newo, Jericho gegenüber. Und der Ewige zeigte ihm das ganze Land, die Landschaft Gilad bis Dan,
von den Ebenen Moaws auf die Spitze des Berges Newo
Es waren viele Stufen, aber Mosche Rabbenu erstieg sie mit einem Schritt (Sota 13b).
Raschi
das ganze Land
Er zeigte ihm das ganze Land Israel in seinem Frieden und die Feinde, die es in Zukunft bedrängen würden.
Raschi
bis Dan
Er zeigte ihm, wie die Söhne Dans Götzendienst betrieben, wie es heißt (Ri. 18:30) וַיָּקִימוּ לָהֶם בְּנֵי דָן אֶת הַפֶּסֶל „die Söhne Dans stellten sich das Bild auf“. Und zeigte ihm Schimschon, der ihm als Retter entstammen würde.
Raschi
וְאֵת֙ כָּל־נַפְתָּלִ֔י וְאֶת־אֶ֥רֶץ אֶפְרַ֖יִם וּמְנַשֶּׁ֑ה וְאֵת֙ כָּל־אֶ֣רֶץ יְהוּדָ֔ה עַ֖ד הַיָּ֥ם הָאַחֲרֽוֹן׃
2
2
und ganz Naftali und das Land Efraim und Menasche und das ganze Land Jehuda bis zum westlichen Meer,
ganz Naftali
Er zeigte ihm sein Land in seinem Frieden und in seiner Verwüstung und zeigte ihm Dewora und Barak von Kedesch Naftali, wie sie mit Sisra und seinem Heer kämpften.
Raschi
Sisra war der Feldherr des kna‘anischen Königs Jawin, Dewora war eine Prophetin und Richterin Israels, und Barak war der von ihr berufene jüdische Heerführer. Die Niederlage Sisras gegen Dewora und Barak ist in Schoftim (Richter), Kapitel 4, beschrieben. Barak stammte aus der Stadt Kadesch, die im Gebiet von Naftali lag.
das Land Efraim und Menasche
Er zeigte ihm ihr Land in seinem Frieden und in seiner Verwüstung und zeigte ihm Jehoschua, der von Efraim stammte, wie er mit den Königen Kna’ans Krieg führte, und wie Gideon, der von Menasche stammte, mit Midian und Amalek kämpfte.
Raschi
und das ganze Land Jehuda: in seinem Frieden und in seiner Verwüstung und zeigte ihm die Herrschaft des Hauses David und dessen Sieg.
Raschi
bis zum westlichen Meer
עַד הַיָּם הָאַחֲרוֹן, das Land im Westen in seinem Frieden und seiner Verwüstung.
Andere Erklärung: Lies nicht הַיָּם הָאַחֲרוֹן, sondern הַיּוֹם הָאַחֲרוֹן „bis zum letzten Tag“. Der Ewige zeigte ihm alle Ereignisse, die Israel begegnen würden, bis die Toten wieder auferstehen.
Raschi
וְאֶת־הַנֶּ֗גֶב וְֽאֶת־הַכִּכָּ֞ר בִּקְעַ֧ת יְרֵח֛וֹ עִ֥יר הַתְּמָרִ֖ים עַד־צֹֽעַר׃
3
3
und die Südseite und die Ebene des Jarden, das Tal von Jericho, Stadt der Palmen, bis hin nach Zoar.
die Südseite
הַנֶּגֶב, das Land im Süden.
Andere Erklärung: die Höhle Machpela, wie es heißt (Bam. 13:22) וַיַּעֲלוּ בַנֶּגֶב וַיָּבֹא עַד חֶבְרוֹן „sie zogen im Süden hinauf und kamen nach Chewron“.
Raschi
die Ebene des Jarden
Er zeigte ihm, wie Schlomo die Geräte für den Tempel goss, wie es heißt (1 Kön. 7:46) בְּכִכַּר הַיַּרְדֵּן יְצָקָם הַמֶּלֶךְ בְּמַעֲבֵה הָאֲדָמָה „in der Ebene am Jarden goss sie der König in dichter Erde“.
Raschi
וַיֹּ֨אמֶר יְהוָ֜ה אֵלָ֗יו זֹ֤את הָאָ֙רֶץ֙ אֲשֶׁ֣ר נִ֠שְׁבַּעְתִּי לְאַבְרָהָ֨ם לְיִצְחָ֤ק וּֽלְיַעֲקֹב֙ לֵאמֹ֔ר לְזַרְעֲךָ֖ אֶתְּנֶ֑נָּה הֶרְאִיתִ֣יךָ בְעֵינֶ֔יךָ וְשָׁ֖מָּה לֹ֥א תַעֲבֹֽר׃
4
4
Und der Ewige sagte zu ihm: Das ist das Land, das Ich mit einem Schwur Awraham, Jizchak und Jaakow zugesagt habe, indem Ich sagte: Deinen Nachkommen werde Ich es geben. Ich habe es dich mit deinen Augen sehen lassen, aber du sollst nicht nach dort hinübergehen.
indem Ich sagte: Deinen Nachkommen werde Ich es geben
Ich habe es dich sehen lassen, damit du hingehest und Awraham, Jizchak und Jaakow sagen kannst, den Schwur, den euch der Ewige geschworen hat, hat Er erfüllt; das bedeutet hier לֵאמֹר „indem ich sagte“. Darum habe Ich es dir gezeigt. Aber der Beschluss steht bei Mir fest, dass du nicht dahin hinüberziehen darfst. Denn wenn das nicht wäre, so hätte Ich dich so lang am Leben erhalten, bis du sie darin eingepflanzt und fest angesiedelt gesehen hättest, um hinzugehen und es ihnen zu berichten.
Raschi
וַיָּ֨מָת שָׁ֜ם מֹשֶׁ֧ה עֶֽבֶד־יְהוָ֛ה בְּאֶ֥רֶץ מוֹאָ֖ב עַל־פִּ֥י יְהוָֽה׃
5
5
Dort starb Mosche, Diener des Ewigen, im Land Moaw, nach dem Wort des Ewigen.
Dort starb Mosche
Ist es denkbar, dass Mosche starb und weiter schrieb וַיָּמָת שָׁם מֹשֶׁה „Dort starb Mosche“? Nur, bis dahin schrieb Mosche, und von da an und weiter schrieb Jehoschua.
Rabbi Meir aber sagt, ist es denkbar, dass an der Torahrolle auch nur das Geringste fehlte, während es heißt (Dew. 31:26) לָקֹחַ אֵת סֵפֶר הַתּוֹרָה הַזֶּה „nimm dieses Buch der Torah“? Nur, der Ewige sprach, und Mosche schrieb es mit Tränen nieder aus Schmerz [über seinen nahen Tod].
Raschi
„schrieb es mit Tränen nieder“: jene Verse schrieb Mosche nicht mit Tinte, sondern in die Tränen, die aus seinen Augen strömten, tauchte er die Feder und schrieb.
Ritwa zu Bawa Batra 15a
nach dem Wort des Ewigen: durch einen Kuss G‑ttes.
Raschi
וַיִּקְבֹּ֨ר אֹת֤וֹ בַגַּיְ֙ בְּאֶ֣רֶץ מוֹאָ֔ב מ֖וּל בֵּ֣ית פְּע֑וֹר וְלֹֽא־יָדַ֥ע אִישׁ֙ אֶת־קְבֻ֣רָת֔וֹ עַ֖ד הַיּ֥וֹם הַזֶּֽה׃
6
6
Er begrub ihn im Tal, im Land Moaw, gegenüber Bet Peor, und niemand kennt sein Grab bis auf diesen Tag.
Er begrub ihn im Tal
וַיִּקְבֹּר אוֹתוֹ, der Ewige selbst, in Seiner Herrlichkeit, begrub ihn.
Rabbi Ischmael sagt, er begrub sich selbst. Und das ist eines von den drei אֵת, die R. Ischmael so deutete. So auch (Bam. 6:13) בְּיוֹם מְלֹאת יְמֵי נִזְרוֹ יָבִיא אוֹתוֹ „am Tag, als die Zeit seiner Enthaltsamkeit voll ist, bringt er sich selbst“. So auch (Waj. 22:16) וְהִשִּׂיאוּ אוֹתָם עֲוֹן אַשְׁמָה „sie würden die Schuld der Versündigung auf sich laden“. Laden etwa Fremde sie ihnen auf? Nur, sie würden sie sich selbst aufladen.
Raschi
gegenüber Bet Peor
Sein Grab war dort seit den sechs Tagen der Schöpfung vorbereitet, um für die Sünde des Peor zu sühnen. Das ist eines von den Dingen, die in der Dämmerung am Erew Schabbat erschaffen wurden.
Raschi
וַיִּבְכּוּ֩ בְנֵ֨י יִשְׂרָאֵ֧ל אֶת־מֹשֶׁ֛ה בְּעַֽרְבֹ֥ת מוֹאָ֖ב שְׁלֹשִׁ֣ים י֑וֹם וַֽיִּתְּמ֔וּ יְמֵ֥י בְכִ֖י אֵ֥בֶל מֹשֶֽׁה׃
8
8
Und die Kinder Israel beweinten Mosche in den Ebenen von Moaw 30 Tage lang. Und dann waren die Tage des Weinens der Trauer um Mosche zu Ende.
Kinder Israel
בְּנֵי יִשְׂרָאֵל, die Männlichen; aber bei Aharon, weil er dem Frieden nachjagte und Frieden stiftete zwischen Mensch und Mitmensch, zwischen Frau und ihrem Mann, heißt es (Bam. 2:29) כֹּל בֵּית יִשְׂרָאֵל „das ganze Haus Israel“, Männer und Frauen.
Raschi
וְלֹֽא־קָ֨ם נָבִ֥יא ע֛וֹד בְּיִשְׂרָאֵ֖ל כְּמֹשֶׁ֑ה אֲשֶׁר֙ יְדָע֣וֹ יְהוָ֔ה פָּנִ֖ים אֶל־פָּנִֽים׃
10
10
Und es stand kein Prophet mehr auf in Israel wie Mosche, dem sich der Ewige offenbarte von Angesicht zu Angesicht.
dem sich der Ewige offenbarte von Angesicht zu Angesicht
Er war mit Ihm vertraut und sprach zu Ihm, wann er wollte, wie es heißt (Schem. 32:20) וְעַתָּה אֶעֱלֶה אֶל ה׳ „und nun will ich zum Ewigen hinaufgehen“; (Bam. 9:8) עִמְדוּ וְאֶשְׁמְעָה מַה יְּצַוֶּה ה׳ לָכֶם „wartet, und ich will hören, was der Ewige für euch befiehlt“.
Raschi
וּלְכֹל֙ הַיָּ֣ד הַחֲזָקָ֔ה וּלְכֹ֖ל הַמּוֹרָ֣א הַגָּד֑וֹל אֲשֶׁר֙ עָשָׂ֣ה מֹשֶׁ֔ה לְעֵינֵ֖י כָּל־יִשְׂרָאֵֽל׃
12
12
Und mit der ganzen starken Hand, mit der ganzen großen Erscheinung, die Mosche getan hatte vor den Augen von ganz Israel.
mit all der starken Hand: dass er die Lehre auf den Tafeln mit seinen Händen aufnahm.
Raschi
Raschi bezieht sich damit auf die Lehre des Jerusalemer Talmuds (Taanit 4:5): Als die Kinder Israel mit dem Goldenen Kalb sündigten, wollte der Ewige die Bundestafeln aus Mosches Händen reißen. Mosche behielt jedoch die Oberhand und nahm sie erneut aus den Händen G‑ttes. Darauf weist Raschi mit den Worten hin, „dass Mosche die Lehre auf den Tafeln mit seinen Händen aufnahm“.
Gur Arye; und siehe auch Maharal, Tiferet Israel, Kap. 48
mit all der starken Hand: Die Bundestafeln in der Hand zu halten erforderte beträchtliche körperliche Kraft, denn sie bestanden aus einem Ama (אַמָּה, „Elle“, ca. 45–48 cm) großen Steinwürfel.
Misrachi
mit der ganzen großen Erscheinung: die Wunder und mächtigen Taten in der großen und furchtbaren Wüste.
Raschi
vor den Augen von ganz Israel: dass ihm sein Herz den Mut gab, die Tafeln vor ihren Augen zu zerbrechen, wie es heißt (Dew. 9:17) וָאֲשַׁבְּרֵם לְעֵינֵיכֶם „und ich zerbrach sie vor euren Augen“; und der Ewige stimmte seiner Meinung zu, so heißt es (Schabbat 87a) ״אֲשֶׁר שִׁבַּרְתָּ״ – יִישַׁר כֹּחֲךָ שֶׁשִּׁבַּרְתָּ, „die du zerbrochen hast“, Dank sei dir, dass du sie zerbrochen hast.
Raschi