Der tägliche Chumasch-Abschnitt

19. Kislew 5786

Dienstag, 9. Dezember 2025

Heute

Wajeschew

3. Alija

(Bereschit 37:23 – 37:36)

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וַֽיְהִ֕י כַּֽאֲשֶׁר־בָּ֥א יוֹסֵ֖ף אֶל־אֶחָ֑יו וַיַּפְשִׁ֤יטוּ אֶת־יוֹסֵף֙ אֶת־כֻּתָּנְתּ֔וֹ אֶת־כְּתֹ֥נֶת הַפַּסִּ֖ים אֲשֶׁ֥ר עָלָֽיו׃
23
23
Es geschah, als Josef zu seinen Brüdern kam: Sie zogen Josef seinen Umhang aus, und den Umhang aus feiner Wolle, den er anhatte,
seinen Umhang
כֻּתָּנְתּוֹ, das ist das untere Gewand [ein Hemd, das direkt an der Haut getragen wird].
Raschi
den Umhang aus feiner Wolle
כְּתֹנֶת הַפַּסִּים, das ist der Umhang, durch den sein Vater ihn vor seinen Brüdern ausgezeichnet hatte.
Raschi
Mit כֻּתָּנְתּוֹ „sein Umhang“ und כְּתֹנֶת הַפַּסִּים „Umhang aus feiner Wolle“ sind zwei verschiedene Kleidungsstücke angesprochen.
Gur Arye
וַיִּ֨קָּחֻ֔הוּ וַיַּשְׁלִ֥כוּ אֹת֖וֹ הַבֹּ֑רָה וְהַבּ֣וֹר רֵ֔ק אֵ֥ין בּ֖וֹ מָֽיִם׃
24
24
und nahmen ihn und warfen ihn in die Grube. Die Grube war leer, Wasser war keines darin.
die Grube war leer, Wasser war keines darin
Weiß ich denn nicht aus den Worten „die Grube war leer“, dass kein Wasser darin war? Was ist also die Bedeutung der Worte „es war kein Wasser darin“? Wasser war nicht darin, aber Schlangen und Skorpione waren darin (Schabbat 22a).
Raschi
וַיֵּשְׁבוּ֮ לֶֽאֱכָל־לֶחֶם֒ וַיִּשְׂא֤וּ עֵֽינֵיהֶם֙ וַיִּרְא֔וּ וְהִנֵּה֙ אֹרְחַ֣ת יִשְׁמְעֵאלִ֔ים בָּאָ֖ה מִגִּלְעָ֑ד וּגְמַלֵּיהֶ֣ם נֹֽשְׂאִ֗ים נְכֹאת֙ וּצְרִ֣י וָלֹ֔ט הוֹלְכִ֖ים לְהוֹרִ֥יד מִצְרָֽיְמָה׃
25
25
Und die Brüder setzten sich, Brot zu essen. Sie hoben ihre Augen und sahen, da kam ein Warenzug von Ischmaelim, aus Gilad, und ihre Kamele trugen Gewürze und Balsam und Lotus, ziehend, um es nach Mizraim hinab zu bringen.
Warenzug
אֹרְחַת, wie der Targum übersetzt שְׁיָרַת „Reisezug“, weil sie des Weges [„Weg“, hebr. אוֹרַח] ziehen.
Raschi
und ihre Kamele trugen
Warum erzählt uns der Vers von ihrer Last? Um uns den Lohn der Zaddikim zu zeigen, denn die arabischen Kaufleute pflegten sonst nur Erdöl und Pechöl zu führen, die schlecht riechen. Ihm aber fügten sich Gewürze, damit er durch den schlechten Geruch keinen Schaden erleide.
Raschi
Josef war von seinen eigenen Brüdern in eine Grube voller todbringender Schlangen und Skorpione geworfen worden und wurde nun als Sklave an die Ischmaelim verkauft. Von welcher Bedeutung ist für Josef in einer solch elenden Lage ein Detail wie der Geruch der Kamellast?
Was die Ischmaelim transportierten, war an sich nicht von Bedeutung; doch diente es Josef als Zeichen des Trostes dafür, dass G‑tt mit ihm war und ihn beschützte. G‑tt sagte damit zu Josef: Ich bin es, der dich nach Mizraim bringt, nicht die arabischen Kaufleute, und Ich werde immer bei dir sein.
R. Mordechai Pogromansky: Ez haDaat – Telz
Gewürze
נְכֹאת, jede Sammlung von vielen Gewürzen wird נְכֹאת genannt. Ebenso (2 Kön. 20:13) וַיַּרְאֵם אֶת כָּל בֵּית נְכֹתֹה „er zeigte ihnen sein ganzes Gewürzhaus“, eine Mischung von Gewürzen.
Onkelos übersetzt es als שְׁעַף, eine Bezeichnung für Wachs.
Raschi
„er zeigte ihnen sein ganzes Gewürzhaus“: Chiskijahu, König Jehudas, zeigte den Gesandten des Königs von Bawel בֵּית נְכֹתֹה, seine Schatzkammer mit einer Sammlung von vielen Gewürzen.
Balsam
צְרִי, ein Harz, das von den Ketafbäumen tropft (Keritot 6a). Es ist נָטָף (Schem. 30:34), das unter den Gewürzarten des Räucherwerkes (קְּטֹרֶת) aufgezählt wird.
Raschi
und Lotus
לֹט „Lot“, in der Sprache der Mischna (Schewiit 7:6) heißt es לֹּטֶם „Lotem“. Meine Lehrer sagen, es ist die Wurzel eines Krautes, das auf Französisch aristolochie genannt wird. [Dieses Gewächs wird auch erwähnt] in der Gemara Nidda (8a).
Raschi
D.h. zu der Gemara Nidda, wo diese Mischna erwähnt wird, erklärten die Lehrer Raschis, dass mit לֹּטֶם (andere Version in der Mischna לוֹטִיתָא) eine Wurzel namens aristolochie gemeint ist; und nicht laut dem Midrasch (Ber. Rabba 91:11), wo לוֹטִיתָא als Baum identifiziert wird.
Beer baSade
In den uns heute vorliegenden Ausgaben der Gemara Nidda wird die Mischna aus Schewiit erwähnt, aber es findet sich keine Erklärung zum Begriff לֹּטֶם, und die Version לוֹטִיתָא scheint nicht auf.
Josef Hallel
וַיֹּ֥אמֶר יְהוּדָ֖ה אֶל־אֶחָ֑יו מַה־בֶּ֗צַע כִּ֤י נַהֲרֹג֙ אֶת־אָחִ֔ינוּ וְכִסִּ֖ינוּ אֶת־דָּמֽוֹ׃
26
26
Da sagte Jehuda zu seinen Brüdern: Welchen Gewinn hat es, wenn wir unseren Bruder umbringen und sein Blut bedecken?
Welchen Gewinn hat es
מַה בֶּצַע „welchen Gewinn“, wie der Targum übersetzt [מָא מָמוֹן נִתְהֲנֵי לַנָא, „welchen Gewinn haben wir davon“].
Raschi
Welchen Gewinn hat es
מַה בֶּצַע, welchen Nutzen hat es, welchen Vorteil, wie im Vers (Teh. 30:10) מַה בֶּצַע בְּדָמִי בְּרִדְתִּי אֶל שָׁחַת „Was nützt dir mein Blut, in meinem Hinabfahren in die Grube?“.
Ibn Esra
wenn
Das Wort כִּי hat hier die Bedeutung כַּאֵשֶׁר „wenn“.
Rabbenu Meyuchas
sein Blut bedecken: seinen Tod verheimlichen.
Raschi
Jehuda macht geltend, dass es sie nicht von der Verantwortung freispreche, wenn sie Josef in der Grube zurückließen, denn ihn auf diese indirekte Weise zu töten, ist ebenfalls als Mord anzusehen.
Ramban
לְכ֞וּ וְנִמְכְּרֶ֣נּוּ לַיִּשְׁמְעֵאלִ֗ים וְיָדֵ֙נוּ֙ אַל־תְּהִי־ב֔וֹ כִּֽי־אָחִ֥ינוּ בְשָׂרֵ֖נוּ ה֑וּא וַֽיִּשְׁמְע֖וּ אֶחָֽיו׃
27
27
Kommt, verkaufen wir ihn an die Ischmaelim, aber unsere Hand sei nicht an ihm, denn unser Bruder, unser Fleisch ist er. Und seine Brüder hörten darauf.
hörten darauf
וַיִּשְׁמְעוּ „hörten darauf“, nahmen es von ihm an, im Targum וְקַבִּילוּ מִנֵּיהּ. Jedes Hören, das Annehmen der Worte bedeutet [„darauf hören“], wie hier im Vers und wie (Ber. 28:7) וַיִּשְׁמַע יַעֲקֹב אֶל אָבִיו „Jaakow hörte auf seinen Vater“; (Schem. 24:7) נַעֲשֶׂה וְנִשְׁמָע „wir wollen tun und hören“, übersetzt der Targum mit נְקַבֵּל „Annahme“.
Wenn es aber allein ein akustisches Hören bedeutet, wie (Ber. 3:8) וַיִּשְׁמְעוּ אֶת קוֹל ה׳ אֱלֹהִים מִתְהַלֵּךְ בַּגָּן „sie hörten die Stimme G‑ttes, der im Garten wandelte“, übersetzt der Targum mit וּשְׁמַעוּ „sie hörten“; (Ber. 27:5) וְרִבְקָה שׁוֹמַעַת „Riwka hörte“ – Targum שְׁמַעַת; (Ber. 31:1) וַיִּשְׁמַע יִשְׂרָאֵל „Israel hörte“ – Targum וּשְׁמַע, (Schem. 16:12) שָׁמַעְתִּי אֶת תְּלֻנּוֹת „ich habe die Klagen gehört“ – Targum שְׁמִיעַ קֳדָמַי „[die Klagen] wurden vor Mir vernommen“.
Raschi
וַיַּֽעַבְרוּ֩ אֲנָשִׁ֨ים מִדְיָנִ֜ים סֹֽחֲרִ֗ים וַֽיִּמְשְׁכוּ֙ וַיַּֽעֲל֤וּ אֶת־יוֹסֵף֙ מִן־הַבּ֔וֹר וַיִּמְכְּר֧וּ אֶת־יוֹסֵ֛ף לַיִּשְׁמְעֵאלִ֖ים בְּעֶשְׂרִ֣ים כָּ֑סֶף וַיָּבִ֥יאוּ אֶת־יוֹסֵ֖ף מִצְרָֽיְמָה׃
28
28
Als nun midianitische Männer vorbeikamen, Kaufleute, zogen sie Josef und brachten ihn herauf aus der Grube, und verkauften Josef an die Ischmaelim um zwanzig Silberstücke, und diese brachten Josef nach Mizraim.
Als nun midianitische Männer vorbeikamen
Das war eine andere Karawane. Und der Vers lehrt hier, dass er viele Male verkauft wurde.
Raschi
zogen sie: die Söhne Jaakows, Josef herauf und brachten ihn aus der Grube und verkauften Josef an die Ischmaelim, und die Ischmaelim an die Midianim, und die Midianim an die Mizrim.
Raschi
zogen sie: mit Seilen.
Radak
וַיָּ֤שָׁב רְאוּבֵן֙ אֶל־הַבּ֔וֹר וְהִנֵּ֥ה אֵין־יוֹסֵ֖ף בַּבּ֑וֹר וַיִּקְרַ֖ע אֶת־בְּגָדָֽיו׃
29
29
Rëuwen kehrte an die Grube zurück und siehe: Josef war nicht mehr in der Grube! und Rëuwen zerriss seine Gewänder.
Rëuwen kehrte zurück
Er war bei seinem Verkauf nicht anwesend gewesen. Es war sein Tag, seinen Vater zu bedienen.
Andere Erklärung: Er war beschäftigt mit seinem Sack und seinem Fasten gewesen, weil er die Bettstätte seines Vaters gestört hatte.
Raschi
וַיָּ֥שָׁב אֶל־אֶחָ֖יו וַיֹּאמַ֑ר הַיֶּ֣לֶד אֵינֶ֔נּוּ וַאֲנִ֖י אָ֥נָה אֲנִי־בָֽא׃
30
30
Er kehrte zu seinen Brüdern zurück und sagte: Das Kind ist nicht da! und ich, ach, wo soll ich hin?
wo soll ich hin?
Wohin soll ich fliehen vor dem Schmerz des Vaters.
Raschi
und ich, ach, wo soll ich hin?
Rëuwen sagte: אֲנִי, Ich, der ich die Bettstätte meines Vaters gestört habe, אָנָה אֲנִי בָא, wo soll ich jetzt hin? Der Verdacht meines Vaters wird auf mich fallen, dass ich es war, der Binjamin getötet hat.
Tosfot ha-schalem
Rëuwen sagte: אֲנִי, Ich, der ich danach suchte, meine Verfehlung mit des Vaters Bettstätte zu bereinigen, אָנָה אֲנִי בָא, wo soll ich jetzt hin?
Lekach Tow
וַיִּקְח֖וּ אֶת־כְּתֹ֣נֶת יוֹסֵ֑ף וַֽיִּשְׁחֲטוּ֙ שְׂעִ֣יר עִזִּ֔ים וַיִּטְבְּל֥וּ אֶת־הַכֻּתֹּ֖נֶת בַּדָּֽם׃
31
31
Sie nahmen den Umhang Josefs und schlachteten einen Ziegenbock und tauchten den Umhang ins Blut.
einen Ziegenbock: dessen Blut dem des Menschen gleicht.
Raschi
den Umhang
הַכֻּתֹּנֶת, das ist das (unverbundene) Hauptwort. Wenn es aber mit einem anderen Wort verbunden ist, wie כְּתֹנֶת יוֹסֵף „der Umhang Josefs“, כְּתֹנֶת פַּסִים „der bunte Umhang“, כְּתֹנֶת בַּד „ein Umhang aus Leinen“, wird es כְּתֹנֶת punktiert.
Raschi
וַֽיְשַׁלְּח֞וּ אֶת־כְּתֹ֣נֶת הַפַּסִּ֗ים וַיָּבִ֙יאוּ֙ אֶל־אֲבִיהֶ֔ם וַיֹּאמְר֖וּ זֹ֣את מָצָ֑אנוּ הַכֶּר־נָ֗א הַכְּתֹ֧נֶת בִּנְךָ֛ הִ֖וא אִם־לֹֽא׃
32
32
Sie schickten den Umhang aus feiner Wolle, und ließen ihn ihrem Vater überbringen und sagten: Das haben wir gefunden. Betrachte doch, ob es der Umhang deines Sohnes ist oder nicht.
Sie schickten … ließen überbringen
Der Vers erklärt nicht, durch wen sie den Umhang schickten. Den Boten schärften sie ein, nichts darüber zu sagen, wer sie geschickt habe, sondern zu behaupten, sie hätten den Umhang gefunden.
Raschbam
Einige der Brüder schickten sie mit dem Umhang zu ihrem Vater.
Radak
Den Umhang schickten sie mit den Söhnen Bilhas und Silpas, damit Jaakow keinen Vedacht schöpfe, denn sie waren Josef liebevoll verbunden.
Targum Jonathan, Pirusch Jonathan
וַיַּכִּירָ֤הּ וַיֹּ֙אמֶר֙ כְּתֹ֣נֶת בְּנִ֔י חַיָּ֥ה רָעָ֖ה אֲכָלָ֑תְהוּ טָרֹ֥ף טֹרַ֖ף יוֹסֵֽף׃
33
33
Er betrachtete ihn und sagte: Der Umhang meines Sohnes! Ein wildes Tier hat ihn gefressen, zerrissen, zerrissen ist Josef.
Der Umhang meines Sohnes ist das!
Raschi
Ein wildes Tier hat ihn gefressen: g‑ttlicher Geist (רוּחַ הַקֹּדֶשׁ) leuchtete in ihm. Denn zuletzt fiel ihn die Frau Potifars an. Warum offenbarte es ihm aber der Ewige nicht? Weil die Brüder jeden in Bann gelegt und verwünscht hatten, der es offenbaren würde, und den Ewigen mit sich verbunden hatten.
Aber Jizchak wusste, dass er lebte, nur sagte er, wie kann ich es offenbaren, wenn der Ewige es ihm nicht offenbaren will.
Raschi
Er betrachtete ihn und sagte … Ein wildes Tier hat ihn gefressen: wäre er von Räubern überfallen worden, hätten sie den Umhang gewiss an sich genommen.
R. Awraham, Sohn des Rambam, Chiskuni, Rabbenu Bechaje
zerrissen, zerrissen ist Josef
טָרֹף טֹרַף „zerrissen“; wer von einem Tier getötet wird, wird טְרֵפָה „zerrissen“ genannt, wie im Vers (Ber. 31:39) טְרֵפָה לֹא הֵבֵאתִי אֵלֶיךָ „Zerrissenes habe ich dir nicht gebracht“, (Ber. 49:27) בִּנְיָמִין זְאֵב יִטְרָף „Binjamin ist ein reißender Wolf“.
Bechor Schor
טָרֹף טֹרַף יוֹסֵף „zerrissen, zerrissen ist Josef“: Jaakow verwendete den doppelten Ausdruck טָרֹף טֹרַף, um den Brüdern anzudeuten, dass sie es waren, die Josef gebunden hatten um ihn den wilden Tieren auszuliefern, damit sie selbst nicht Hand an ihn legen müssten.
Tosfot ha schalem
וַיִּקְרַ֤ע יַעֲקֹב֙ שִׂמְלֹתָ֔יו וַיָּ֥שֶׂם שַׂ֖ק בְּמָתְנָ֑יו וַיִּתְאַבֵּ֥ל עַל־בְּנ֖וֹ יָמִ֥ים רַבִּֽים׃
34
34
Und Jaakow zerriss seine Kleider, legte Sackleinen um seine Hüften und trauerte um seinen Sohn viele Tage.
seine Kleider
שְׂמָלוֹת sind Kleider, die direkt an der Haut getragen werden. Bei Rëuwen aber steht (zuvor, Vers 29) וַיִּקְרַע אֶת בְּגָדָיו „zerriss seine Gewänder“, die Obergewänder.
Tur haAroch zu Bereschit 37:29
שְׂמָלוֹת sind prunkvolle Kleider, und Jaakow zerriss sie alle aus Schmerz über die Nachricht. Bei Rëuwen aber steht (zuvor, Vers 29) וַיִּקְרַע אֶת בְּגָדָיו „zerriss seine Gewänder“, die Arbeitskleidung für das Feld.
Ha’amek Dawar
viele Tage: 22 Jahre, von da an, als er sich von ihm trennte, bis Jaakow nach Mizraim hinabzog. So heißt es יוֹסֵף בֶּן שְׁבַע עֶשְׂרֵה שָׁנָה „Josef war 17 Jahre alt“. Und 30 Jahre war er alt, als er vor Pharao stand. Weiters 7 Jahre des Überflusses und 2 Jahre des Hungers, bis Jaakow nach Mizraim kam, das sind 22 Jahre; den 22 Jahren entsprechend, während deren Jaakow die Ehrung von Vater und Mutter nicht erfüllte: 20 Jahre, die er im Haus von Lawan war, und 2 Jahre auf dem Weg, als er aus dem Haus Lawans zurückkehrte, eineinhalb Jahre in Sukkot und ein halbes Jahr in Bet El. Das ist, was er zu Lawan sagte (Ber. 31:38) זֶה לִּי עֶשְׂרִים שָׁנָה בְּבֵיתֶךָ „bereits zwanzig Jahre sind mir in deinem Haus vorübergegangen“, mir sind sie vorübergegangen, auf mir liegen sie; und später werde ich dafür leiden müssen.
Raschi
וַיָּקֻמוּ֩ כָל־בָּנָ֨יו וְכָל־בְּנֹתָ֜יו לְנַחֲמ֗וֹ וַיְמָאֵן֙ לְהִתְנַחֵ֔ם וַיֹּ֕אמֶר כִּֽי־אֵרֵ֧ד אֶל־בְּנִ֛י אָבֵ֖ל שְׁאֹ֑לָה וַיֵּ֥בְךְּ אֹת֖וֹ אָבִֽיו׃
35
35
*Alle seine Söhne und alle seine Töchter standen auf, ihn zu trösten, aber er verweigerte es, sich trösten zu lassen und sagte: Nein, ich werde wegen meines Sohnes hinuntersteigen trauernd in den Sche’ol! So weinte sein Vater um ihn.*
alle seine Töchter
Rabbi Jehuda sagt, Zwillingsschwestern waren mit jedem Stamm geboren worden, und diese heirateten sie. Rabbi Nechemia sagt, es waren Töchter des Landes. Nur, warum nennt der Vers sie „alle seine Töchter“? Weil sie seine Schwiegertöchter waren; ein Mensch unterlässt nicht, seinen Schwiegersohn „Sohn“ und seine Schwiegertochter „Tochter“ zu nennen.
Raschi
er aber verweigerte es, sich trösten zu lassen
Ein Mensch nimmt für einen Lebenden, den er für tot hält, keinen Trost an. Denn für den Toten ist eine Gesetzmäßigkeit verhängt, dass er aus dem Herzen vergessen werde, nicht aber für den Lebenden.
Raschi
ich werde wegen meines Sohnes hinuntersteigen
אֶל בְּנִי ist so wie עַל בְּנִי. Häufig steht אֶל anstelle von עַל. So wie im Vers (2 Schmu. 21:1) אֶל שָׁאוּל וְאֶל בֵּית הַדָּמִים „wegen Schaul und wegen des Hauses der Blutschuld“; (1 Schmu. 4:21) אֶל הִלָּקַח אֲרוֹן הָאֱלֹהִים וְאֶל חָמִיהָ וְאִישָׁהּ „wegen der Wegnahme der Truhe G‑ttes und wegen ihres Schwiegervaters und ihres Mannes“.
Raschi
*trauernd in den Sche’ol***
אָבֵל שְׁאֹלָה „trauernd in den Sche’ol“: nach dem einfachen Sinn bedeutet es „Grab“, in meiner Trauer werde ich begraben werden und alle meine Tage keinen Trost mehr finden.

Der Midrasch sagt dazu, es bedeutet „Gehinnom“: Dieses Zeichen wurde vom Allmächtigen meiner Hand übergeben, wenn keiner meiner Söhne während meines Lebens stirbt, bin ich sicher, dass ich das Gehinnom nicht sehen werde.
Raschi
So weinte sein Vater um ihn
Jizchak weinte über das Leiden Jaakows, aber er trauerte nicht, weil er wusste, dass Josef noch lebt.
Raschi
וְהַ֨מְּדָנִ֔ים מָכְר֥וּ אֹת֖וֹ אֶל־מִצְרָ֑יִם לְפֽוֹטִיפַר֙ סְרִ֣יס פַּרְעֹ֔ה שַׂ֖ר הַטַּבָּחִֽים׃ (פ)
36
36
Und die Medanim verkauften ihn nach Mizraim, an Potifar, einen Hofbeamten Pharaos, den Obersten der Schlächter.
Medanim: im Vers steht מְדָנִים („Medanim“), die Midianim.
einen Hofbeamten Pharaos
סְרִיס פַּרְעֹה, ein Minister am Hof Pharaos.
Targum Onkelos, Ibn Esra
סְרִיס פַּרְעֹה, ein Diener am Hof Pharaos. Der Begriff סְרִיס bedeutet מְשָׁרֵת „Diener“ in der Sprache der Torah.
Saadia Gaon; Maharscha zu Sota 13b
Potifar kaufte ihn für sich selbst, zum Intimverkehr, da kam der Engel Gawriel und kastrierte ihn (סֵירְסוֹ).
Sota 13b
Schlächter: die das Vieh des Königs schlachten.
Raschi
den Obersten der Schlächter
שַׂר הַטַּבָּחִים, verantwortlich für die Küche und die Speisen des Königs.
Rabbenu Meyuchas
שַׂר הַטַּבָּחִים, der diejenigen exekutiert, die vom König zum Tod verurteilt wurden.
Targum Onkelos