Der tägliche Chumasch-Abschnitt

23. Nissan 5786

Freitag, 10. April 2026

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Schemini

6. Alija

(Wajikra 11:1 – 11:32)

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וַיְדַבֵּ֧ר יְהוָ֛ה אֶל־מֹשֶׁ֥ה וְאֶֽל־אַהֲרֹ֖ן לֵאמֹ֥ר אֲלֵהֶֽם׃
1
1
Der Ewige sprach zu Mosche und zu Aharon, ihnen zu sagen:
zu Mosche und zu Aharon
Der Ewige sprach zu Mosche, dass er es Aharon sage.
Raschi
ihnen zu sagen
Mosche befahl Aharon, dass er es „ihnen“ – Elasar und Itamar – sage. Vielleicht aber heißt es das nicht, sondern dass er es dem Volk Israel sage? Wenn es im nächsten Vers heißt „Redet zu den Kindern Israel“, so ist darin die Weitergabe an Israel enthalten; „ihnen zu sagen“ bezieht sich also auf seine Söhne Elasar und Itamar.
Raschi
דַּבְּר֛וּ אֶל־בְּנֵ֥י יִשְׂרָאֵ֖ל לֵאמֹ֑ר זֹ֤את הַֽחַיָּה֙ אֲשֶׁ֣ר תֹּאכְל֔וּ מִכָּל־הַבְּהֵמָ֖ה אֲשֶׁ֥ר עַל־הָאָֽרֶץ׃
2
2
Redet zu den Kindern Israel, wie folgt: Das sind die Tiere, die ihr essen dürft von allem Vieh, das auf der Erde ist.
Redet zu den Kindern Israel
Alle machte Er gleich, die Boten für diese Verkündung zu sein, weil sie auch alle in gleicher Weise geschwiegen und die Bestimmung des Ewigen in Liebe auf sich genommen hatten.
Raschi
Alle: Aharon und seine Söhne.
Das sind die Tiere
זֹאת הַחַיָּה, wörtl. „das ist das Lebende“; das Wort חַיָּה weist auf חַיִּים „Leben“ hin, weil Israel mit dem Ewigen verbunden ist und wert ist, zu leben, darum hat Er sie von der Unreinheit getrennt und ihnen Mizwot auferlegt. Den Völkern der Welt hingegen hat Er nichts verboten. Das gleicht einem Arzt, der hineingeht, einen Kranken zu besuchen … wie im Midrasch von R. Tanchuma steht.
Raschi
Das gleicht einem Arzt, der hineingeht, einen Kranken zu besuchen. War es ein Patient mit einer unheilbaren Krankheit, wies er die Familie an, ihn alles essen zu lassen, was er wollte. Kam er jedoch zu einem Patienten, für den Hoffnung auf eine Heilung bestand, wies er die Familie an, ihm nur bestimmte Speisen zu geben und andere zu verweigern.
Man fragte den Arzt: „Was hat das zu bedeuten? Zu diesem sagst Du, er dürfe essen, was immer sein Herz begehrt, jenem aber untersagst Du dies und jenes!“

Der Arzt erwiderte: „Diesem, der am Leben bleiben wird, befahl ich, jenes zu essen und dieses zu meiden; jenen jedoch, der dem Tode geweiht ist, hieß ich geben, wonach ihn verlangt, da er doch nicht genesen wird.“

In gleicher Weise gestattete der Heilige, gepriesen sei Er, den Götzendienern abscheuliches Getier und kriechende Wesen. Zu Israel aber, das für das Leben bestimmt ist, sprach Er: „Ihr sollt Mir heilig sein, denn Ich bin heilig“ (weiter, 20:26); „Macht eure Seelen nicht abscheulich“ (weiter, 11:43); „Dies dürft ihr essen“ (weiter, Vers 9); „Dies dürfet ihr nicht essen“ (zuvor, Vers 4); „Verunreinigt euch nicht durch sie, damit ihr nicht unrein werdet“ (weiter, Vers 43). Weshalb? Weil sie für das Leben bestimmt sind, wie geschrieben steht: „Ihr aber, die ihr dem Ewigen, eurem G‑tte, anhangt, seid heute alle lebendig.“ (Dew. 4:4).

Nach der Auslegung des Midrasch Tanchuma ist der Vers זֹאת הַחַיָּה אֲשֶׁר תֹּאכְלוּ zu lesen als: „Das, o lebendes [Volk], ist es, was ihr essen dürft.“
Das sind die Tiere
Das lehrt, dass Mosche die Tiere anfasste und herzeigte: „Dieses dürft ihr essen, und dieses dürft ihr nicht essen“.
(Vers 9) אֶת זֶה תֹּאכְלוּ וגו׳ „dieses dürft ihr essen“, auch von den Wassertieren fasste Mosche jede Art an und zeigte sie ihnen, und ebenso von den Vögeln, (Vers 13) וְאֶת אֵלֶּה תְּשַׁקְּצוּ מִן הָעוֹף „und diese von den Vögeln sollt ihr verabscheuen“, und ebenso von den Kriechtieren, (Vers 29) וְזֶה לָכֶם הַטָּמֵא „und dieses sei euch unrein“.
Raschi
Das sind die Tiere … von allem Vieh
זֹאת הַחַיָּה מִכָּל הַבְּהֵמָה „Das sind die Tiere … von allem Vieh“: das lehrt, dass unter חַיָּה (Tier) auch Vieh (בְּהֵמָה) zu verstehen ist.
Raschi
כֹּ֣ל ׀ מַפְרֶ֣סֶת פַּרְסָ֗ה וְשֹׁסַ֤עַת שֶׁ֙סַע֙ פְּרָסֹ֔ת מַעֲלַ֥ת גֵּרָ֖ה בַּבְּהֵמָ֑ה אֹתָ֖הּ תֹּאכֵֽלוּ׃
3
3
Alles, was einen Huf bildet und ihn ganz durchspaltet zu zwei Hufen, und auch wiederkäuend ist unter dem Vieh, das dürft ihr essen.
einen Huf bildet
מַפְרֶסֶת, wie der Targum sagt סְדִיקָא „gespalten“.
Raschi
פַּרְסָה, auf Französisch plante, „Fußsohlen“.
Raschi
durchspaltet: oben und unten in zwei Hufe geteilt, wie der Targum sagt וּמַטְלְפָן טִלְפִין „und in Hufe teilt“; denn es gibt welche, deren Hufe oben gespalten aber nicht ganz durchgespalten und geteilt sind, indem sie unten verbunden sind.
Raschi
wiederkäuend: ein Tier, das die Speise aus dem Magen heraufbringt, aufstößt und wieder in den Mund gelangen lässt, um sie fein zu zermalmen und zu mahlen.
Raschi
wiederkäuend
גֵּרָה „wiederkäuend“, so heißt die Speise; es ist wohl richtig, es mit der Wurzel (2 Schmu. 14:14) מַיִם הַנִּגָּרִים „rinnendes Wasser“ zusammenzustellen, weil die Speise in den Mund rinnt. Der Targum sagt פִּשְׁרָא „Aufgelöstes“, weil die Speise durch das Rinnen aufgelöst wird und zergeht.
Raschi
unter dem Vieh
Das Wort ist für eine halachische Deutung übrig, um nämlich das ungeborene Junge, das im Inneren der Mutter (בַּבְּהֵמָה, „im Vieh“) gefunden wird, zu erlauben.
Raschi
das dürft ihr essen
Das, dieses, dürft ihr essen, aber kein unreines Tier; ein solches ist zwar durch ein besonderes Verbot verboten; aber durch diesen Vers übertritt er neben dem Verbot noch ein Gebot.
Raschi
אַ֤ךְ אֶת־זֶה֙ לֹ֣א תֹֽאכְל֔וּ מִֽמַּעֲלֵי֙ הַגֵּרָ֔ה וּמִמַּפְרִיסֵ֖י הַפַּרְסָ֑ה אֶֽת־הַ֠גָּמָל כִּֽי־מַעֲלֵ֨ה גֵרָ֜ה ה֗וּא וּפַרְסָה֙ אֵינֶ֣נּוּ מַפְרִ֔יס טָמֵ֥א ה֖וּא לָכֶֽם׃
4
4
Doch dieses dürft ihr nicht essen von den Wiederkäuenden und von denen, die Hufe haben: das Kamel, denn es ist wiederkäuend, es hat aber keinen durchspaltenen Huf, unrein ist es für euch.
וְאֶת־הַשָּׁפָ֗ן כִּֽי־מַעֲלֵ֤ה גֵרָה֙ ה֔וּא וּפַרְסָ֖ה לֹ֣א יַפְרִ֑יס טָמֵ֥א ה֖וּא לָכֶֽם׃
5
5
Und das Kaninchen, denn es ist wiederkäuend, es hat aber keinen durchspaltenen Huf, unrein ist es für euch.
וְאֶת־הָאַרְנֶ֗בֶת כִּֽי־מַעֲלַ֤ת גֵּרָה֙ הִ֔וא וּפַרְסָ֖ה לֹ֣א הִפְרִ֑יסָה טְמֵאָ֥ה הִ֖וא לָכֶֽם׃
6
6
Und den Hasen, denn wiederkäuend ist er, er hat aber keinen durchspaltenen Huf, unrein ist er für euch.
וְאֶת־הַ֠חֲזִיר כִּֽי־מַפְרִ֨יס פַּרְסָ֜ה ה֗וּא וְשֹׁסַ֥ע שֶׁ֙סַע֙ פַּרְסָ֔ה וְה֖וּא גֵּרָ֣ה לֹֽא־יִגָּ֑ר טָמֵ֥א ה֖וּא לָכֶֽם׃
7
7
Und das Schwein, denn es hat Huf und durchspalten den Huf, aber es wiederkäut nicht, unrein ist es für euch.
מִבְּשָׂרָם֙ לֹ֣א תֹאכֵ֔לוּ וּבְנִבְלָתָ֖ם לֹ֣א תִגָּ֑עוּ טְמֵאִ֥ים הֵ֖ם לָכֶֽם׃
8
8
Von ihrem Fleisch dürft ihr nicht essen und ihr Aas nicht berühren, unrein sind sie für euch.
Von ihrem Fleisch dürft ihr nicht essen
Von hier weiß ich nur diese; woher weiß ich andere unreine Tiere, die gar kein Zeichen der Reinheit haben? Das ist ein Schluss vom Leichten aufs Schwere (קַל וָחֹמֶר): wenn schon diese verboten sind, an denen etwas von den Zeichen der Reinheit vorhanden ist [dann ist ein Tier ohne Zeichen der Reinheit, d.h. es ist weder Wiederkäuer noch hat es durchspaltene Hufe, gewiss verboten].
Raschi
Von ihrem Fleisch: ihr Fleisch ist verboten, aber nicht die Knochen, Sehnen, Hörner und Hufe.
Raschi
Aas: Fleisch eines verendeten Tieres.
und ihr Aas nicht berühren
Ich hätte meinen können, dass es Israel verboten sei, ein Aas zu berühren; darum heißt es (Waj. 21:1) אֱמֹר אֶל הַכֹּהֲנִים „sprich zu den Kohanim“, die Kohanim sind verwarnt, aber nicht Israel. Daraus ergibt sich ein Schluss vom Leichten aufs Schwere (קַל וָחֹמֶר): wenn die Torah auf die schwere Unreinheit einer Leiche nur Kohanim verwarnt hat, umso mehr auf die leichte Unreinheit des Aases. Was bedeutet also לֹא תִגָּעוּ „berührt nicht“? Am Fest des Erscheinens im Bet haMikdasch.
Raschi
Israel: jemand, der weder Kohen noch Levi ist.
אֶת־זֶה֙ תֹּֽאכְל֔וּ מִכֹּ֖ל אֲשֶׁ֣ר בַּמָּ֑יִם כֹּ֣ל אֲשֶׁר־לוֹ֩ סְנַפִּ֨יר וְקַשְׂקֶ֜שֶׂת בַּמַּ֗יִם בַּיַּמִּ֛ים וּבַנְּחָלִ֖ים אֹתָ֥ם תֹּאכֵֽלוּ׃
9
9
Das dürft ihr essen von allem, was im Wasser ist: Alles, was Flossen und Schuppen hat im Wasser, in den Meeren oder in den Flüssen, die dürft ihr essen.
Flossen: mit denen es schwimmt.
Raschi
Schuppen: das sind die Schalen, die am Tier befestigt sind (Chulin 59a), wie es heißt (1 Schmu. 17:5) וְשִׁרְיוֹן קַשְׂקַשִּׂים הוּא לָבוּשׁ „und er war mit einem Schuppenpanzer bekleidet“.
Raschi
וְכֹל֩ אֲשֶׁ֨ר אֵֽין־ל֜וֹ סְנַפִּ֣יר וְקַשְׂקֶ֗שֶׂת בַּיַּמִּים֙ וּבַנְּחָלִ֔ים מִכֹּל֙ שֶׁ֣רֶץ הַמַּ֔יִם וּמִכֹּ֛ל נֶ֥פֶשׁ הַחַיָּ֖ה אֲשֶׁ֣ר בַּמָּ֑יִם שֶׁ֥קֶץ הֵ֖ם לָכֶֽם׃
10
10
Aber alles, was nicht Flossen und Schuppen hat in den Meeren und in den Flüssen, von allem Gewürm des Wassers und von jedem lebenden Wesen, das im Wasser ist, ein Abscheu sollen sie euch sein.
Gewürm
שֶׁרֶץ „Gewürm“ bedeutet überall etwas Niedriges, das auf der Erde kriecht und sich bewegt.
Raschi
וְשֶׁ֖קֶץ יִהְי֣וּ לָכֶ֑ם מִבְּשָׂרָם֙ לֹ֣א תֹאכֵ֔לוּ וְאֶת־נִבְלָתָ֖ם תְּשַׁקֵּֽצוּ׃
11
11
Ein Abscheu sollen sie euch sein, dass ihr nicht von ihrem Fleisch esst und ihr Aas verabscheut.
Ein Abscheu sollen sie euch sein: die Mischung zu verbieten, in die etwas von ihnen gekommen ist, wenn es einen Geschmack verursacht.
Raschi
von ihrem Fleisch: Flossen und Knochen sind nicht verboten.
Raschi
und ihr Aas sollt ihr verabscheuen: fügt Fliegen hinzu, die im Sieb zurückgeblieben sind. Fliegen, franz. moscherons, kleine Mücken.
Raschi
כֹּ֣ל אֲשֶׁ֥ר אֵֽין־ל֛וֹ סְנַפִּ֥יר וְקַשְׂקֶ֖שֶׂת בַּמָּ֑יִם שֶׁ֥קֶץ ה֖וּא לָכֶֽם׃
12
12
Alles, was keine Flossen und Schuppen hat im Wasser, soll euch ein Abscheu sein.
Alles, was nicht hat: was lehrt das? Ich hätte meinen können, erlaubt seien mir nur solche Fische, die ihre Zeichen der Reinheit mit aufs Trockene bringen. Woher weiß ich, auch solche, die sie im Wasser schon abwerfen? Darum steht כֹּל אֲשֶׁר אֵין לוֹ סְנַפִּיר וְקַשְׂקֶשֶׂת בַּמָּיִם „alles, was im Wasser keine Flossen und Schuppen hat“. Wenn es aber im Wasser solche hatte, so ist es erlaubt, wenn es sie auch beim Verlassen des Wassers schon abgeworfen hat.
Raschi
וְאֶת־אֵ֙לֶּה֙ תְּשַׁקְּצ֣וּ מִן־הָע֔וֹף לֹ֥א יֵאָכְל֖וּ שֶׁ֣קֶץ הֵ֑ם אֶת־הַנֶּ֙שֶׁר֙ וְאֶת־הַפֶּ֔רֶס וְאֵ֖ת הָעָזְנִיָּֽה׃
13
13
*Und diese sollt ihr verabscheuen vom Geflügel, sie dürfen nicht gegessen werden; ein Abscheu sind sie: Adler, Peres und Osnija.*
sie dürfen nicht gegessen werden
לֹא יֵאָכְלוּ „sie dürfen nicht gegessen werden“: macht den schuldig, der sie Kindern zu essen gibt. Denn so geht daraus hervor: לֹא יְהוּ נֶאֱכָלִין עַל יָדְךָ, sie sollen durch dich nicht gegessen werden. Vielleicht ist das nicht der Sinn, sondern jegliche Nutznießung zu verbieten? Darum heißt es (Dew. 14:12) לֹא תֹאכְלוּ „dürft ihr nicht essen“, zum Essen sind sie verboten, aber nicht, um von ihnen Nutzen zu haben.
Bei jedem Vogel, bei dem steht לְמִינָהּ („nach ihrer Art“, Einz.), לְמִינוֹ („nach seiner Art“) oder לְמִינֵהוּ („nach ihrer Art“, Mehrz.), gibt es von dieser Art auch solche, die einander weder an Aussehen noch an Namen gleichen und doch alle von derselben Art sind.
Raschi
Adler: der Vers nennt den Adler, König der Lüfte, als ersten.
Baal haTurim
וְאֶת־הַ֨דָּאָ֔ה וְאֶת־הָאַיָּ֖ה לְמִינָֽהּ׃
14
14
*Und Da’a und Aja nach ihrer Art.*
אֵ֥ת כָּל־עֹרֵ֖ב לְמִינֽוֹ׃
15
15
Alle Raben in ihren Arten.
וְאֵת֙ בַּ֣ת הַֽיַּעֲנָ֔ה וְאֶת־הַתַּחְמָ֖ס וְאֶת־הַשָּׁ֑חַף וְאֶת־הַנֵּ֖ץ לְמִינֵֽהוּ׃
16
16
*Strauß, Falke und Schachaf und Sperber nach seiner Art.*
Sperber
נֵּץ „Sperber“ (auf Französisch ostoir).
Raschi
וְאֶת־הַכּ֥וֹס וְאֶת־הַשָּׁלָ֖ךְ וְאֶת־הַיַּנְשֽׁוּף׃
17
17
Eule, Fischreiher und Uhu.
*Fischreiher*
שָׁלָךְ „Fischreiher“. Unsere Lehrer erklären שָּׁלָךְ – der Fische aus dem Meer herausholt (שּׁוֹלֶה דָּגִים מִן הַיָּם, Chulin 63a). Darum übersetzt auch Onkelos mit שָׁלֵינוּנָא „Fischreiher“.
Raschi
Eule und Uhu
Das sind die bei Nacht schreienden Eulen, die Augenbrauen wie die Menschen haben; es gibt noch eine ähnliche Art, die man auf Französisch hibou „Nachteule“ nennt.
Raschi
וְאֶת־הַתִּנְשֶׁ֥מֶת וְאֶת־הַקָּאָ֖ת וְאֶת־הָרָחָֽם׃
18
18
*Und Tinschemet, Kaat und Racham.*
Tinschemet: das ist die Fledermaus; sie gleicht einer Maus, die bei Nacht umherfliegt; Tinschemet, das bei den Kriechtieren (Vers 30) erwähnt ist, ist ihr ähnlich; es hat keine Augen, und man nennt es Maulwurf.
Raschi
וְאֵת֙ הַחֲסִידָ֔ה הָאֲנָפָ֖ה לְמִינָ֑הּ וְאֶת־הַדּוּכִיפַ֖ת וְאֶת־הָעֲטַלֵּֽף׃
19
19
*Und den Storch, den Reiher nach seiner Art, den Auerhahn und den Atalef.*
den Storch
הַחֲסִידָה „Storch“, das ist die weiße Daja (Chulin 63a), auf Französisch cegóine. Warum wird dieser Vogel חֲסִידָה, der liebevolle, genannt? Weil er bei der Ernährung seinen Gefährten Liebe erweist.
Raschi
den Reiher
הָאֲנָפָה „Reiher“, das ist die streitsüchtige Daja. Es scheint mir, der Vogel, den man „Reiher“ (franz. heron) nennt.
Raschi
den Auerhahn
הַדּוּכִיפַת „Auerhahn“: das Wildhuhn, das einen doppelten Kamm hat (franz. herupe). Warum heißt er דּוּכִיפַת? Weil sein Schmuck fest an ihm sitzt, das ist der Kamm. Auch „Berglöcherer“ wird er genannt wegen seines Tuns, wie unsere Lehrer in der Gemara Gittin, Abschnitt ›Mi sche-achaso‹ (68b) erklären.
Raschi
כֹּ֚ל שֶׁ֣רֶץ הָע֔וֹף הַהֹלֵ֖ךְ עַל־אַרְבַּ֑ע שֶׁ֥קֶץ ה֖וּא לָכֶֽם׃ (ס)
20
20
Jedes geflügelte Kriechtier, das auf Vieren geht, soll euch ein Abscheu sein.
Jedes geflügelte Kriechtier: das sind die kleinen, niedrigen, die auf der Erde kriechen, wie Fliegen, Hornissen, Mücken und Heuschrecken.
Raschi
אַ֤ךְ אֶת־זֶה֙ תֹּֽאכְל֔וּ מִכֹּל֙ שֶׁ֣רֶץ הָע֔וֹף הַהֹלֵ֖ךְ עַל־אַרְבַּ֑ע אֲשֶׁר־לא [ל֤וֹ] כְרָעַ֙יִם֙ מִמַּ֣עַל לְרַגְלָ֔יו לְנַתֵּ֥ר בָּהֵ֖ן עַל־הָאָֽרֶץ׃
21
21
Doch dies dürft ihr essen von allem geflügeltem Kriechtier, das auf vier Füßen geht: das Springfüße hat oberhalb seiner Füße, mit ihnen zu hüpfen auf der Erde.
auf vier: Füßen.
Raschi
oberhalb seiner Füße: neben dem Hals hat es wie zwei Füße außer seinen vier Füßen. Und wenn es fliegen und von der Erde hochspringen will, stemmt es sich auf jene beiden Springfüße und fliegt.
Es gibt davon viele gleich jenen, die man langosta „Heuschrecken“ nennt. Aber wir kennen sie nicht, da vier Zeichen der Reinheit von ihnen erwähnt werden: vier Füße, vier Flügel, Springfüße, das sind die hier erwähnten Springfüße, und dass seine Flügel den größten Teil seines Körpers bedecken. All diese Zeichen sind an jenen, die es bei uns gibt, vorhanden. Nur manche haben einen langen Kopf, und manche haben keinen Schwanz (Chulin 65b); weiters muss es den Namen „Chagaw“ haben (Chulin 59a). Und darin können wir sie nicht voneinander unterscheiden.
Raschi
אֶת־אֵ֤לֶּה מֵהֶם֙ תֹּאכֵ֔לוּ אֶת־הָֽאַרְבֶּ֣ה לְמִינ֔וֹ וְאֶת־הַסָּלְעָ֖ם לְמִינֵ֑הוּ וְאֶת־הַחַרְגֹּ֣ל לְמִינֵ֔הוּ וְאֶת־הֶחָגָ֖ב לְמִינֵֽהוּ׃
22
22
*Diese von ihnen dürft ihr essen: die Heuschrecke nach ihrer Art, Salam nach seiner Art, Chargol nach seiner Art und Chagaw nach seiner Art.*
וְכֹל֙ שֶׁ֣רֶץ הָע֔וֹף אֲשֶׁר־ל֖וֹ אַרְבַּ֣ע רַגְלָ֑יִם שֶׁ֥קֶץ ה֖וּא לָכֶֽם׃
23
23
Aber jedes übrige geflügelte Kriechtier, das vier Füße hat, soll euch ein Abscheu sein.
Aber jedes geflügelte Kriechtier: der Vers kommt uns zu lehren, dass es rein ist, wenn es fünf Füße hat.
Raschi
וּלְאֵ֖לֶּה תִּטַּמָּ֑אוּ כָּל־הַנֹּגֵ֥עַ בְּנִבְלָתָ֖ם יִטְמָ֥א עַד־הָעָֽרֶב׃
24
24
An diesen werdet ihr unrein; wer ihr Aas anrührt, soll unrein sein bis an den Abend.
An diesen: die in diesem Abschnitt weiter genannt werden.
Raschi
werdet ihr unrein: das heißt in ihrer Berührung liegt Unreinheit enthalten.
Raschi
וְכָל־הַנֹּשֵׂ֖א מִנִּבְלָתָ֑ם יְכַבֵּ֥ס בְּגָדָ֖יו וְטָמֵ֥א עַד־הָעָֽרֶב׃
25
25
Und wer von ihrem Aas trägt, soll seine Kleidung waschen und ist unrein bis an den Abend.
Und wer von ihrem Aas trägt: überall, wo Unreinheit durch Tragen vorkommt, ist sie strenger als Unreinheit durch Berührung; denn sie verlangt auch Untertauchen der Kleider.
Raschi
לְֽכָל־הַבְּהֵמָ֡ה אֲשֶׁ֣ר הִוא֩ מַפְרֶ֨סֶת פַּרְסָ֜ה וְשֶׁ֣סַע ׀ אֵינֶ֣נָּה שֹׁסַ֗עַת וְגֵרָה֙ אֵינֶ֣נָּה מַעֲלָ֔ה טְמֵאִ֥ים הֵ֖ם לָכֶ֑ם כָּל־הַנֹּגֵ֥עַ בָּהֶ֖ם יִטְמָֽא׃
26
26
Alles Vieh, das Hufe spaltet, aber die Hufe sind nicht durchgespalten und das Vieh ist nicht wiederkäuend, soll euch unrein sein; wer es anrührt, ist unrein.
das Hufe spaltet, aber die Hufe sind nicht durchgespalten
מַפְרֶסֶת פַּרְסָה וְשֶׁסַע אֵינֶנָּה שֹׁסַעַת „das Hufe spaltet, aber die Hufe sind nicht durchgespalten“: wie das Kamel, dessen Huf nur oben gespalten, aber unten verbunden ist. Hier lehrt dich der Vers, dass das Aas eines unreinen Tieres unrein macht. Am Ende des Abschnittes (Vers 39) erklärt er dies auch bei reinen Tieren.
Raschi
וְכֹ֣ל ׀ הוֹלֵ֣ךְ עַל־כַּפָּ֗יו בְּכָל־הַֽחַיָּה֙ הַהֹלֶ֣כֶת עַל־אַרְבַּ֔ע טְמֵאִ֥ים הֵ֖ם לָכֶ֑ם כָּל־הַנֹּגֵ֥עַ בְּנִבְלָתָ֖ם יִטְמָ֥א עַד־הָעָֽרֶב׃
27
27
Und alles, was auf seinen Pfoten geht unter allem Tier, das auf Vieren geht, ist unrein für euch; wer ihr Aas anrührt, soll unrein sein bis an den Abend.
auf seinen Pfoten: wie der Hund, der Bär, die Katze.
Raschi
ist unrein für euch: bei der Berührung.
Raschi
וְהַנֹּשֵׂא֙ אֶת־נִבְלָתָ֔ם יְכַבֵּ֥ס בְּגָדָ֖יו וְטָמֵ֣א עַד־הָעָ֑רֶב טְמֵאִ֥ים הֵ֖מָּה לָכֶֽם׃ (ס)
28
28
Und wer ihr Aas trägt, soll seine Kleidung waschen und sei unrein bis an den Abend; unrein sind sie für euch.
וְזֶ֤ה לָכֶם֙ הַטָּמֵ֔א בַּשֶּׁ֖רֶץ הַשֹּׁרֵ֣ץ עַל־הָאָ֑רֶץ הַחֹ֥לֶד וְהָעַכְבָּ֖ר וְהַצָּ֥ב לְמִינֵֽהוּ׃
29
29
Und dies ist für euch unrein unter dem Gewimmel, das auf der Erde wimmelt: Wiesel, Maus und Kröte nach ihrer Art.
Und dies ist für euch unrein: alle diese Unreinheiten beziehen sich nicht auf das Verbot, sie zu essen, sondern auf die eigentliche Unreinheit, dass man nämlich durch ihre Berührung unrein wird und Teruma und Heilige Opfer (קָדָשִׁים) nicht essen darf und nicht ins Heiligtum hineingehen darf.
Raschi
Teruma: Abgabe vom Ertrag der Ernte an den Kohen. Übliches Ausmaß: 1/40 bis 1/60 der Ernte. Die Absonderung erfolgt vor der Zehntabgabe (Ma∙asser). Mit der Absonderung ist die Teruma heilig: ein Verzehr durch Nicht-Kohanim ist untersagt, ebenso durch Kohanim in einem Zustand der Unreinheit.
Wiesel
חֹלֶד „Wiesel“ (auf Französisch mostoile).
Raschi
Kröte
צָּב, Kröte, die dem Frosch gleicht (auf Französisch froit).
Raschi
וְהָאֲנָקָ֥ה וְהַכֹּ֖חַ וְהַלְּטָאָ֑ה וְהַחֹ֖מֶט וְהַתִּנְשָֽׁמֶת׃
30
30
Igel, Schuppenechse, Eidechse, Schnecke und Maulwurf.
Igel
אֲנָקָה „Igel“ (auf Französisch heriçon).
Raschi
Schuppenechse
כֹּחַ ist die Familie der Agamen, eine Familie innerhalb der Schuppenkriechtiere.
Siehe Saadia Gaon
Eidechse
לְּטָאָה „Eidechse“ (auf Französisch leiserde).
Raschi
Schnecke
חֹמֶט „Nacktschnecke“ (auf Französisch limace).
Raschi
Maulwurf
תִּנְשָׁמֶת „Maulwurf“ (auf Französisch talpe).
Raschi
אֵ֛לֶּה הַטְּמֵאִ֥ים לָכֶ֖ם בְּכָל־הַשָּׁ֑רֶץ כָּל־הַנֹּגֵ֧עַ בָּהֶ֛ם בְּמֹתָ֖ם יִטְמָ֥א עַד־הָעָֽרֶב׃
31
31
Diese sind die für euch unreinen unter allem Gewimmel; wer sie anrührt, wenn sie tot sind, soll unrein sein bis zum Abend.
וְכֹ֣ל אֲשֶׁר־יִפֹּל־עָלָיו֩ מֵהֶ֨ם ׀ בְּמֹתָ֜ם יִטְמָ֗א מִכָּל־כְּלִי־עֵץ֙ א֣וֹ בֶ֤גֶד אוֹ־עוֹר֙ א֣וֹ שָׂ֔ק כָּל־כְּלִ֕י אֲשֶׁר־יֵעָשֶׂ֥ה מְלָאכָ֖ה בָּהֶ֑ם בַּמַּ֧יִם יוּבָ֛א וְטָמֵ֥א עַד־הָעֶ֖רֶב וְטָהֵֽר׃
32
32
Und alles, worauf etwas von ihnen fällt, wenn sie tot sind, ist unrein: irgend ein hölzernes Gerät oder ein Kleidungsstück oder ein Fell oder Sack, alle Geräte, womit eine Arbeit gemacht wird: ins Wasser muss es gebracht werden und unrein sein bis an den Abend, dann ist es rein.
ins Wasser muss es gebracht werden: und auch nach dem Untertauchen ist es für Teruma
noch bis zum Abend unrein; dann wird es durch den Untergang der Sonne rein (Jewamot 75a).
Raschi