Der tägliche Chumasch-Abschnitt

8. Tischre 5787

Samstag, 19. September 2026

Heute

Ha’asinu

7. Alija

(Dewarim 32:44 – 32:52)

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וַיָּבֹ֣א מֹשֶׁ֗ה וַיְדַבֵּ֛ר אֶת־כָּל־דִּבְרֵ֥י הַשִּׁירָֽה־הַזֹּ֖את בְּאָזְנֵ֣י הָעָ֑ם ה֖וּא וְהוֹשֵׁ֥עַ בִּן־נֽוּן׃
44
44
Und Mosche kam und sprach alle Worte dieses Gesanges vor den Ohren des Volkes, Er und Hoschea, Sohn von Nun.
Er und Hoschea, Sohn von Nun
Es war der Schabbat beider Führungspersönlichkeiten, an dem die Regierung von dem einen genommen und dem anderen verliehen wurde (Sota 13b).
Mosche ließ vor Jehoschua einen Meturgeman hintreten, dass er noch bei Lebzeiten Mosches dem Volk vortrage. Damit Israel nicht sage, solange dein Lehrer lebte, durftest du deinen Kopf nicht erheben. Und warum nennt der Vers ihn hier „Hoschea“? Um zu sagen, dass er nicht hochmütig wurde; obwohl ihm die Würde verliehen wurde, erniedrigte er sich wie vorher.
Raschi
beider Führungspersönlichkeiten: hebr. דִּיוֹזְגֵי. Das Wort דִּיוֹזְגֵי verbindet die beiden sinnverwandten Begriffe דְיוּ (Duo) und זוּג (Paar).
Misrachi; Aruch, ערך דיוזגי
Meturgeman: Bei großen Versammlungen sprach der bedeutende Torahgelehrte nicht laut, sondern sprach die Worte zu einem „Ansager“, „Sprecher“, der sie mit lauter Stimme vor den Versammelten ausrief.
Der Ansager wurde Meturgeman (מְתוּרְגְּמָן, wörtl. Übersetzer) genannt, weil zur Zeit des Talmud der Weise auf Hebräisch sprach und danach der vor ihm stehende Übersetzer seine Worte dem Publikum auf Aramäisch verkündete.
וַיְכַ֣ל מֹשֶׁ֗ה לְדַבֵּ֛ר אֶת־כָּל־הַדְּבָרִ֥ים הָאֵ֖לֶּה אֶל־כָּל־יִשְׂרָאֵֽל׃
45
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Und als Mosche alle diese Worte zu ganz Israel zu Ende gesprochen hatte,
וַיֹּ֤אמֶר אֲלֵהֶם֙ שִׂ֣ימוּ לְבַבְכֶ֔ם לְכָל־הַדְּבָרִ֔ים אֲשֶׁ֧ר אָנֹכִ֛י מֵעִ֥יד בָּכֶ֖ם הַיּ֑וֹם אֲשֶׁ֤ר תְּצַוֻּם֙ אֶת־בְּנֵיכֶ֔ם לִשְׁמֹ֣ר לַעֲשׂ֔וֹת אֶת־כָּל־דִּבְרֵ֖י הַתּוֹרָ֥ה הַזֹּֽאת׃
46
46
da sagte er zu ihnen: Richtet euer Herz auf alle die Worte, die ich euch heute bezeuge, damit ihr sie euren Kindern befehlet, dass sie darauf achten, alle Worte dieser Torah zu tun.
Richtet euer Herz
Es ist nötig, dass der Mensch seine Augen, sein Herz und seine Ohren auf die Worte der Torah richtet. So heißt es auch (Jech. 40:4) בֶּן אָדָם רְאֵה בְעֵינֶיךָ וּבְאָזְנֶיךָ שְׁמָע וְשִׂים לִבְּךָ וגו׳ „Menschensohn, schaue mit deinen Augen, und mit deinen Ohren höre, und richte dein Herz …“. Und die Sache ist ein Schluss vom Leichten aufs Schwere (קַל וָחֹמֶר): wenn schon auf den Plan des Tempels, der von den Augen gesehen und mit dem Stab gemessen wird, der Mensch dennoch seine Augen, seine Ohren und sein Herz richten muss; um wieviel mehr erst, um die Worte der Torah zu verstehen, die an einem Haar schwebenden Bergen gleichen.
Raschi
כִּ֠י לֹֽא־דָבָ֨ר רֵ֥ק הוּא֙ מִכֶּ֔ם כִּי־ה֖וּא חַיֵּיכֶ֑ם וּבַדָּבָ֣ר הַזֶּ֗ה תַּאֲרִ֤יכוּ יָמִים֙ עַל־הָ֣אֲדָמָ֔ה אֲשֶׁ֨ר אַתֶּ֜ם עֹבְרִ֧ים אֶת־הַיַּרְדֵּ֛ן שָׁ֖מָּה לְרִשְׁתָּֽהּ׃ (פ)
47
47
Denn kein Wort ist leer für euch, denn es ist euer Leben! Und durch dieses Wort werdet ihr eure Tage verlängern in dem Land, in das ihr über den Jarden zieht, um es in Besitz zu nehmen.
Denn kein Wort ist leer für euch
Nicht umsonst bemüht ihr euch damit. Vielmehr ist großer Lohn davon abhängig, כִּי הוּא חַיֵּיכֶם „denn es ist euer Leben“.
Andere Erklärung: du hast kein leeres Wort in der Torah, dass nicht, wenn du es deutest, Lohn in ihm enthälten wäre. Zum Beweis: Unsere Weisen sagen zum Vers (Ber. 36:22) וַאֲחוֹת לוֹטָן תִּמְנָע „die Schwester Lotans war Timna“, (Ber. 36:12) וְתִמְנַע הָיְתָה פִילֶגֶשׁ וגו׳ „und Timna war die Nebenfrau“, weil sie sagte, ich bin nicht würdig, seine Frau zu sein, so möchte ich doch seine Nebenfrau sein. Und warum all das? Um die Größe Awrahams zu zeigen, dass Herrscher und Könige sich danach sehnten, sich mit seinen Nachkommen zu verbinden.
Raschi
וַיְדַבֵּ֤ר יְהוָה֙ אֶל־מֹשֶׁ֔ה בְּעֶ֛צֶם הַיּ֥וֹם הַזֶּ֖ה לֵאמֹֽר׃
48
48
Und der Ewige sagte zu Mosche an ebendiesem Tag, wie folgt:
Und der Ewige sagte zu Mosche an ebendiesem Tag
An drei Stellen steht בְּעֶצֶם הַיּוֹם הַזֶּה „an ebendiesem Tag“.
Bei Noach (Ber. 7:13) בְּעֶצֶם הַיּוֹם הַזֶּה בָּא נֹחַ „an ebendiesem Tag kam Noach“ am hellen Tageslicht; weil seine Zeitgenossen gesagt hatten: An dem Tag, an dem wir es merken, lassen wir ihn nicht in die Arche (תֵּבָה) hineingehen, und nicht das allein, sondern wir nehmen Beile und Äxte und spalten die Arche. Da sagte der Ewige: Siehe, Ich lasse ihn am Mittag hineingehen, und wer die Macht hat zu wehren, komme und wehre.

In Mizraim heißt es (Schem. 12:51) בְּעֶצֶם הַיּוֹם הַזֶּה הוֹצִיא ה׳ אֶת בְּנֵי יִשְׂרָאֵל מֵאֶרֶץ מִצְרַיִם „an ebendiesem Tag führte der Ewige heraus die Kinder Israel aus dem Land Mizraim“. Weil die Mizrim gesagt hatten: An dem Tag, an dem wir es an ihnen merken, lassen wir sie nicht ausziehen, und nicht das allein, sondern wir nehmen Schwerter und sonstige Waffen und töten sie. Da sagte der Ewige: Ich führe sie am Mittag heraus, und wer die Macht hat zu wehren, komme und wehre.

Auch hier, beim Tod von Mosche Rabbenu, steht בְּעֶצֶם הַיּוֹם הַזֶּה „an ebendiesem Tag“, weil Israel gesagt hatte: An dem Tag, an dem wir es merken, lassen wir es ihm nicht zu – den Mann, der uns aus Mizraim geführt hat, uns das Meer gespalten hat, und das Man hat herabfallen lassen, uns die Wachtel (שְּׂלָו) herbeigeführt hat, uns den Brunnen heraufgebracht hat und uns die Torah gegeben hat, lassen wir nicht ziehen. Da sagte der Ewige: Siehe, Ich lasse ihn am Mittag eintreten …
Raschi
עֲלֵ֡ה אֶל־הַר֩ הָעֲבָרִ֨ים הַזֶּ֜ה הַר־נְב֗וֹ אֲשֶׁר֙ בְּאֶ֣רֶץ מוֹאָ֔ב אֲשֶׁ֖ר עַל־פְּנֵ֣י יְרֵח֑וֹ וּרְאֵה֙ אֶת־אֶ֣רֶץ כְּנַ֔עַן אֲשֶׁ֨ר אֲנִ֥י נֹתֵ֛ן לִבְנֵ֥י יִשְׂרָאֵ֖ל לַאֲחֻזָּֽה׃
49
49
Geh hinauf auf dieses Gebirge Awarim, auf den Berg Newo, der im Land Moaw ist, der vor Jericho liegt, und siehe das Land Kna’an, das Ich den Kindern Israel gebe zum Eigentum.
וּמֻ֗ת בָּהָר֙ אֲשֶׁ֤ר אַתָּה֙ עֹלֶ֣ה שָׁ֔מָּה וְהֵאָסֵ֖ף אֶל־עַמֶּ֑יךָ כַּֽאֲשֶׁר־מֵ֞ת אַהֲרֹ֤ן אָחִ֙יךָ֙ בְּהֹ֣ר הָהָ֔ר וַיֵּאָ֖סֶף אֶל־עַמָּֽיו׃
50
50
Und sterben wirst du auf dem Berg, den du besteigst, und zu deinem Volk aufgenommen, so wie dein Bruder Aharon gestorben ist auf dem Berg Hor und aufgenommen wurde zu seinem Volk.
und zu deinem Volk aufgenommen: durch den Tod.
so wie dein Bruder Aharon gestorben ist: jenen Tod, den du gesehen und verlangt hast. Denn Mosche zog Aharon das erste Gewand aus und bekleidete Elasar damit. Ebenso das zweite und das dritte, damit Aharon seinen Sohn Elasar in seiner Würde sehe. Dann sagte Mosche zu Aharon: Bruder, besteige das Lager, und er bestieg es. Strecke deine Hände aus, und er streckte sie aus. Strecke deine Füße aus, und er streckte sie. Schließe deine Augen, und er schloss sie. Schließe deinen Mund, er schloss ihn. Dann entfernte sich Mosche und sagte: Glücklich derjenige, der auf solche Weise stirbt.
Raschi
עַל֩ אֲשֶׁ֨ר מְעַלְתֶּ֜ם בִּ֗י בְּתוֹךְ֙ בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֔ל בְּמֵֽי־מְרִיבַ֥ת קָדֵ֖שׁ מִדְבַּר־צִ֑ן עַ֣ל אֲשֶׁ֤ר לֹֽא־קִדַּשְׁתֶּם֙ אוֹתִ֔י בְּת֖וֹךְ בְּנֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃
51
51
Weil ihr das Volk dazu verleitet habt, untreu gegen Mich zu sein, öffentlich inmitten der Kinder Israel beim Streitwasser in Kadesch in der Wüste Zin. Die Untreue des Volkes habt ihr verursacht, weil ihr Mich nicht geheiligt habt unter den Kindern Israel.
Weil ihr ... untreu
מְעַלְתֶּם בִּי – גְּרַמְתֶּם לִמְעֹל בִּי, verursacht habt, untreu gegen Mich zu sein.
Raschi
weil ihr Mich nicht geheiligt habt
לֹא קִדַּשְׁתֶּם אוֹתִי – גְּרַמְתֶּם לִי שֶׁלֹּא אֶתְקַדֵּשׁ, verursacht habt, dass Ich nicht geheiligt wurde. Ich hatte zu euch gesprochen (Bam. 20:8) וְדִבַּרְתֶּם אֶל הַסֶּלַע „Redet zu dem Felsen“. Sie aber schlugen und mussten ihn zwei Mal schlagen. Hätten sie aber mit ihm gesprochen und er hätte sein Wasser gegeben, ohne geschlagen zu werden, so wäre der g‑ttliche Name geheiligt worden. Denn Israel hätte dann gesagt, wenn schon der Felsen, der weder Lohn noch Strafe erwartet – wenn er gehorsam ist, erhält er keinen Lohn, und wenn er sündigt, wird er nicht bestraft – so das Gebot seines Schöpfers erfüllt, müssen wir es nicht um so mehr tun!
Raschi
כִּ֥י מִנֶּ֖גֶד תִּרְאֶ֣ה אֶת־הָאָ֑רֶץ וְשָׁ֙מָּה֙ לֹ֣א תָב֔וֹא אֶל־הָאָ֕רֶץ אֲשֶׁר־אֲנִ֥י נֹתֵ֖ן לִבְנֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃ (פ)
52
52
Denn von fern sollst du das Land sehen, aber dorthin sollst du nicht kommen, in das Land, das Ich den Kindern Israel gebe.
Denn von fern
מִנֶּגֶד „von fern“.
Raschi
sollst du das Land sehen
Denn, wenn du es nicht jetzt siehst, so wirst du es nicht mehr in deinem Leben sehen.
Raschi
aber dorthin sollst du nicht kommen
Da Ich weiß, dass es dir lieb ist, darum sage Ich zu dir, steige hinauf und schaue.
Raschi