Der tägliche Chumasch-Abschnitt

26. Tischre 5787

Mittwoch, 7. Oktober 2026

Heute

Bereschit

4. Alija

(Bereschit 3:22 – 4:18)

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וַיֹּ֣אמֶר ׀ יְהוָ֣ה אֱלֹהִ֗ים הֵ֤ן הָֽאָדָם֙ הָיָה֙ כְּאַחַ֣ד מִמֶּ֔נּוּ לָדַ֖עַת ט֣וֹב וָרָ֑ע וְעַתָּ֣ה ׀ פֶּן־יִשְׁלַ֣ח יָד֗וֹ וְלָקַח֙ גַּ֚ם מֵעֵ֣ץ הַֽחַיִּ֔ים וְאָכַ֖ל וָחַ֥י לְעֹלָֽם׃
22
22
Es sagte der Ewige, G‑tt: Siehe, der Mensch ist geworden wie einer von uns, zu erkennen Gut und Böse. Und nun, vielleicht streckt er seine Hand aus und nimmt auch von dem Baum des Lebens und isst und lebt ewig.
ist geworden wie einer von uns
Siehe, der Mensch ist einzig unter den weltlichen Geschöpfen, so wie Ich einzig bin bei den Himmlischen. Und worin ist er einzig? Dass er Gut und Böse unterscheidet, was bei zahmen und wilden Tieren nicht der Fall ist.
Raschi
Und nun, vielleicht streckt er seine Hand aus
Würde der Mensch ewig leben, so wäre er nahe daran, die Geschöpfe irrezuführen, dass sie ihm folgen, indem er sagen würde, dass auch er eine Gottheit sei.
Raschi
וַֽיְשַׁלְּחֵ֛הוּ יְהוָ֥ה אֱלֹהִ֖ים מִגַּן־עֵ֑דֶן לַֽעֲבֹד֙ אֶת־הָ֣אֲדָמָ֔ה אֲשֶׁ֥ר לֻקַּ֖ח מִשָּֽׁם׃
23
23
Und es schickte ihn weg der Ewige, G‑tt, aus dem Garten Eden, um die Erde zu bearbeiten, von der er genommen worden war.
וַיְגָ֖רֶשׁ אֶת־הָֽאָדָ֑ם וַיַּשְׁכֵּן֩ מִקֶּ֨דֶם לְגַן־עֵ֜דֶן אֶת־הַכְּרֻבִ֗ים וְאֵ֨ת לַ֤הַט הַחֶ֙רֶב֙ הַמִּתְהַפֶּ֔כֶת לִשְׁמֹ֕ר אֶת־דֶּ֖רֶךְ עֵ֥ץ הַֽחַיִּֽים׃ (ס)
24
24
So vertrieb Er den Menschen und Er ließ östlich vom Garten Eden lagern die Cherubim und die Klinge des kreisenden Schwertes, um zu bewachen den Weg zum Baum des Lebens.
östlich vom Garten Eden
מִקֶּדֶם לְגַן עֵדֶן bedeutet בְּמִזְרָחוֹ שֶׁל גַּן עֵדֶן, östlich vom Garten Eden, außerhalb des Gartens.
Raschi
Cherubim: Engel der Zerstörung.
Raschi
Klinge des kreisenden Schwertes
Diese Klinge sollte ihm Angst einjagen, nicht wieder in den Garten hineinzugehen. Der Targum des Wortes לַהַט („Klinge“) ist שְׁנַן, das ist wie (Sanhedrin 82a) שְׁלַף שְׁנָנָא „er zog das Schwert“, lame im Französischen, „Klinge“. Es gibt dazu Midraschim, ich aber komme nur, den einfachen Sinn der Torah zu erklären.
Raschi
וְהָ֣אָדָ֔ם יָדַ֖ע אֶת־חַוָּ֣ה אִשְׁתּ֑וֹ וַתַּ֙הַר֙ וַתֵּ֣לֶד אֶת־קַ֔יִן וַתֹּ֕אמֶר קָנִ֥יתִי אִ֖ישׁ אֶת־יְהוָֽה׃
1
1
Und der Mensch hatte Chawa als seine Frau erkannt, und sie wurde schwanger und gebar Kain und sagte: Erworben habe ich einen Mann von dem Ewigen.
hatte Chawa als seine Frau erkannt
וְהָאָדָם יָדַע „der Mensch hatte (Chawa als seine Frau) erkannt“: bereits vor der obigen Sache, bevor er gesündigt und aus dem Garten Eden verstoßen worden war. Ebenso waren die Empfängnis und die Geburt schon vorher gewesen. Hätte der Vers geschrieben וַיֵּדַע אָדָם „der Mensch erkannte“, dann würde daraus hervorgehen: nachdem er verstoßen worden war, bekam er Kinder.
Raschi
Kain
Der Name קַיִן „Kain“ kommt vom Begriff kaniti (קָנִיתִי) „ich habe erworben“.
Raschi
von dem Ewigen
Die Worte אֶת ה׳ haben die Bedeutung עִם ה׳ „mit dem Ewigen“. Als Er mich und meinen Mann erschuf, erschuf Er uns allein, aber bei diesen sind wir mit Ihm beteiligt (Nidda 31a).
Raschi
den Kain … seinen Bruder, den Hewel
אֶת קַיִן … אֶת אָחִיו אֶת הָבֶל, die drei Mal אֶת sind Hinzufügungen. Das lehrt, dass mit Kain eine einzelne Zwillingsschwester und mit Hewel zwei geboren wurden, darum heißt es im nächsten Vers וַתֹּסֶף „sie fügte hinzu“, sie gebar nochmals.
Raschi
וַתֹּ֣סֶף לָלֶ֔דֶת אֶת־אָחִ֖יו אֶת־הָ֑בֶל וַֽיְהִי־הֶ֙בֶל֙ רֹ֣עֵה צֹ֔אן וְקַ֕יִן הָיָ֖ה עֹבֵ֥ד אֲדָמָֽה׃
2
2
Sie gebar nochmals, seinen Bruder, den Hewel. Und es wurde Hewel ein Schafhirte und Kain wurde ein Ackerbauer.
Schafhirte
Weil der Erdboden verwünscht worden war, trennte er sich vom Ackerbau.
Raschi
Ackerbauer
עֹבֵד אֲדָמָה, wörtl. ein Bearbeiter der Erde.
וַֽיְהִ֖י מִקֵּ֣ץ יָמִ֑ים וַיָּבֵ֨א קַ֜יִן מִפְּרִ֧י הָֽאֲדָמָ֛ה מִנְחָ֖ה לַֽיהוָֽה׃
3
3
Es war am Ende einiger Zeit, da brachte Kain von der Frucht des Erdbodens eine Gabe dem Ewigen.
von der Frucht des Erdbodens: vom Schlechten. Eine Aggada sagt, es war Leinsamen.
(Andere Erklärung: „von der Frucht“, von derjenigen, die ihm zuerst in die Hand kam, nicht von der guten und ausgewählten.)
Raschi
Gabe: ein Geschenk.
וְהֶ֨בֶל הֵבִ֥יא גַם־ה֛וּא מִבְּכֹר֥וֹת צֹאנ֖וֹ וּמֵֽחֶלְבֵהֶ֑ן וַיִּ֣שַׁע יְהוָ֔ה אֶל־הֶ֖בֶל וְאֶל־מִנְחָתֽוֹ׃
4
4
Und Hewel brachte, auch er, von den Erstgeburten seines Kleinviehs und von ihren Fettstücken. Und es wandte sich der Ewige zu Hewel und zu seinem Geschenk.
es wandte sich
וַיִּשַׁע, G‑tt neigte sich ihm zu, ebenso im nächsten Vers וְאֶל מִנְחָתוֹ לֹא שָׁעָה „Er wandte sich nicht zu seiner Gabe“, Er neigte sich ihr nicht zu. Ebenso (Schem. 5:9) וְאַל יִשְׁעוּ „sie sollen sich nicht wenden“, nicht hinneigen. Ebenso (Ijow 14:6) שְׁעֵה מֵעָלָיו „wende dich von ihm ab“, neige dich von ihm weg.
Raschi
Und es wandte sich der Ewige
Es kam ein Feuer vom Himmel herunter und verzehrte seine Opfergabe.
Raschi
וְאֶל־קַ֥יִן וְאֶל־מִנְחָת֖וֹ לֹ֣א שָׁעָ֑ה וַיִּ֤חַר לְקַ֙יִן֙ מְאֹ֔ד וַֽיִּפְּל֖וּ פָּנָֽיו׃
5
5
Aber zu Kain und zu seiner Gabe wandte Er sich nicht. Das erboste Kain sehr und sein Gesicht senkte sich.
וַיֹּ֥אמֶר יְהוָ֖ה אֶל־קָ֑יִן לָ֚מָּה חָ֣רָה לָ֔ךְ וְלָ֖מָּה נָפְל֥וּ פָנֶֽיךָ׃
6
6
Es sagte der Ewige zu Kain: Warum bist du erbost und warum ist dein Gesicht gesenkt?
הֲל֤וֹא אִם־תֵּיטִיב֙ שְׂאֵ֔ת וְאִם֙ לֹ֣א תֵיטִ֔יב לַפֶּ֖תַח חַטָּ֣את רֹבֵ֑ץ וְאֵלֶ֙יךָ֙ תְּשׁ֣וּקָת֔וֹ וְאַתָּ֖ה תִּמְשָׁל־בּֽוֹ׃
7
7
In der Tat, wenn du dich besserst, dann kannst du dein Gesicht heben. Wenn du dich nicht besserst, dann ist vor der Tür die Sünde lagernd und nach dir ist ihr Verlangen, du aber musst über sie herrschen.
In der Tat, wenn du dich besserst
הֲלֹא אִם תֵּיטִיב „in der Tat, wenn du dich besserst“: wie der Targum (הֲלָא אִם תּוֹטֵיב עוּבָדָךְ יִשְׁתְּבֵיק לָךְ) ist die Bedeutung „wenn du deine Taten verbesserst, שְׂאֵת, dann trage Ich deine Sünde und vergebe“.
Raschi
dann ist vor der Tür die Sünde lagernd: vor dem Eingang deines Grabes ist deine Sünde aufbewahrt.
Raschi
und nach dir ist ihr Verlangen: das Verlangen der Sünde, das ist der böse Trieb, der immer begehrt und danach gelüstet, dich zu Fall zu bringen.
Raschi
du aber musst über sie herrschen
Wenn du willst, kannst du über die Sünde Herr werden.
Raschi
וַיֹּ֥אמֶר קַ֖יִן אֶל־הֶ֣בֶל אָחִ֑יו וַֽיְהִי֙ בִּהְיוֹתָ֣ם בַּשָּׂדֶ֔ה וַיָּ֥קָם קַ֛יִן אֶל־הֶ֥בֶל אָחִ֖יו וַיַּהַרְגֵֽהוּ׃
8
8
Kain redete mit seinem Bruder Hewel. Und so geschah es, als sie auf dem Feld waren, da erhob sich Kain gegen seinen Bruder Hewel und erschlug ihn.
Kain redete mit seinem Bruder Hewel
Er begann mit ihm Worte des Streites, um einen Vorwand gegen ihn zu haben, ihn zu töten. Es gibt dazu Midraschim, aber das ist die Bedeutung des Verses.
Raschi
וַיֹּ֤אמֶר יְהוָה֙ אֶל־קַ֔יִן אֵ֖י הֶ֣בֶל אָחִ֑יךָ וַיֹּ֙אמֶר֙ לֹ֣א יָדַ֔עְתִּי הֲשֹׁמֵ֥ר אָחִ֖י אָנֹֽכִי׃
9
9
Der Ewige sagte zu Kain: Wo ist dein Bruder Hewel? Und er sagte: Ich weiß es nicht. Bin ich denn der Hüter meines Bruders?
Wo ist dein Bruder Hewel?
Sanfte Worte mit ihm zu beginnen, vielleicht würde er in Teschuwa umkehren und sagen, ich habe ihn getötet und gegen Dich gesündigt.
Raschi
Ich weiß es nicht: als könne er den Sinn des Ewigen täuschen.
Raschi
Bin ich der Hüter meines Bruders?
הֲשׁוֹמֵר אָחִי, das ist die Form einer Frage. Ebenso jedes ה, das mit חֲטָף פַּתָּח (הֲ־) punktiert ist.
Raschi
וַיֹּ֖אמֶר מֶ֣ה עָשִׂ֑יתָ ק֚וֹל דְּמֵ֣י אָחִ֔יךָ צֹעֲקִ֥ים אֵלַ֖י מִן־הָֽאֲדָמָֽה׃
10
10
Er sagte: Was hast du getan? Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu Mir von der Erde.
das Blut deines Bruders
Das Wort דָמִים „Blut“ ist Mehrzahl: sein Blut und das Blut seiner Nachkommen.
Andere Erklärung (Sanhedrin 37b): er hatte ihm viele Wunden beigebracht, weil er nicht wusste, wo sein Leben entweichen würde.
Raschi
וְעַתָּ֖ה אָר֣וּר אָ֑תָּה מִן־הָֽאֲדָמָה֙ אֲשֶׁ֣ר פָּצְתָ֣ה אֶת־פִּ֔יהָ לָקַ֛חַת אֶת־דְּמֵ֥י אָחִ֖יךָ מִיָּדֶֽךָ׃
11
11
Und jetzt sollst du verflucht sein mehr als die Erde, die ihren Mund aufgetan hat, um das Blut deines Bruders von deiner Hand aufzunehmen.
mehr als die Erde
אָרוּר אָתָּה מִן הָאֲדָמָה „verflucht bist du mehr als die Erde“: mehr als sie bereits wegen ihrer Schuld verflucht worden ist, und auch hier hat sie weiter gesündigt,
weil sie ihren Mund öffnete, das Blut deines Bruders aufzunehmen. Siehe, Ich füge der Erde neben dir noch eine Verfluchung dazu, sie soll ihre Kraft nicht mehr geben.
Raschi
כִּ֤י תַֽעֲבֹד֙ אֶת־הָ֣אֲדָמָ֔ה לֹֽא־תֹסֵ֥ף תֵּת־כֹּחָ֖הּ לָ֑ךְ נָ֥ע וָנָ֖ד תִּֽהְיֶ֥ה בָאָֽרֶץ׃
12
12
Wenn du die Erde bearbeiten wirst, dann soll sie dir nicht mehr ihre Kraft geben. Ruhelos und flüchtig sollst du auf der Erde sein.
Ruhelos und flüchtig
Du hast nicht das Recht, an einem Ort zu wohnen.
Raschi
וַיֹּ֥אמֶר קַ֖יִן אֶל־יְהוָ֑ה גָּד֥וֹל עֲוֺנִ֖י מִנְּשֹֽׂא׃
13
13
Und Kain sagte zum Ewigen: Ist meine Sünde zu groß, um sie zu verzeihen?
Ist meine Sünde zu groß, um sie zu verzeihen?, das ist eine Frage. Du trägst den Himmel und die Erde, und meine Schuld kann nicht getragen werden?
Raschi
הֵן֩ גֵּרַ֨שְׁתָּ אֹתִ֜י הַיּ֗וֹם מֵעַל֙ פְּנֵ֣י הָֽאֲדָמָ֔ה וּמִפָּנֶ֖יךָ אֶסָּתֵ֑ר וְהָיִ֜יתִי נָ֤ע וָנָד֙ בָּאָ֔רֶץ וְהָיָ֥ה כָל־מֹצְאִ֖י יַֽהַרְגֵֽנִי׃
14
14
Siehe, Du vertreibst mich heute von der Fläche der Erde, und vor Deinem Angesicht soll ich mich verstecken. Wenn ich nun ruhelos und flüchtig sein soll auf der Erde, dann wird es geschehen, jeder, der mich findet, wird mich töten.
וַיֹּ֧אמֶר ל֣וֹ יְהוָ֗ה לָכֵן֙ כָּל־הֹרֵ֣ג קַ֔יִן שִׁבְעָתַ֖יִם יֻקָּ֑ם וַיָּ֨שֶׂם יְהוָ֤ה לְקַ֙יִן֙ א֔וֹת לְבִלְתִּ֥י הַכּוֹת־אֹת֖וֹ כָּל־מֹצְאֽוֹ׃
15
15
Der Ewige sagte zu ihm: Darum, weil du dich vor der Rache der Menschen fürchtest, mache Ich bekannt: Wer Kain umbringt, wird bestraft! Meine Vergeltung für die Sünde Kains werde Ich in sieben Generationen vollziehen, und der Ewige machte Kain ein Zeichen an der Stirn, damit ihn nicht erschlage, wer ihn findet.
Darum, wer Kain umbringt
Das ist einer von den Versen, die kurz gefasst sind, nur andeuten und nicht erklären. „Darum, wer Kain umbringt“ ist die Form einer Drohung: so soll ihm geschehen, so und so sei seine Strafe, der Vers erklärt aber die Strafe nicht.
Raschi
siebenfach werde er gerächt
שִׁבְעָתַיִם יֻקָּם „siebenfach werde er gerächt“: Ich will nicht jetzt an Kain Vergeltung üben, sondern am Ende von sieben Generationen übe Ich Meine Vergeltung an ihm, Lemech wird von seinen Enkeln aufstehen und ihn töten. Aus dem Ende dieses Abschnittes (weiter, Vers 24) כִּי שִׁבְעָתַיִם יֻקַּם קָיִן „siebenfach werde er gerächt“ (in der siebten Generation soll es vergolten werden, das ist die Vergeltung für Hewel an Kain), lernen wir, dass der Anfang des Verses (לָכֵן כָּל הוֹרֵג קַיִן, „Darum, wer Kain umbringt“) die Form einer Drohung ist, dass kein Geschöpf ihn verletze.
Ähnlich (2 Schmu. 5:8) וַיֹּאמֶר דָּוִד כָּל מַכֵּה יְבוּסִי וְיִגַּע בַּצִּנּוֹר „David sagte, wer den Jebussi schlägt und die Rinne erreicht“, und er erklärt nicht, was sein Lohn sein soll, sondern der Vers spricht in Andeutung, „wer den Jebussi schlägt und die Rinne erreicht“, zum Tor kommt und es einnimmt und die Blinden, das heißt auch die „Götzen des Blinden“ und die „Götzen des Lahmen“ vernichtet, weil die Jebussim gesagt hatten, diese Götzen beschützten sie und ihretwegen „kommt David nicht in das Innere des Hauses“, um es einzunehmen. Bis hier die Worte Davids. Er meinte damit: wer diese schlägt, den mache ich zum Oberhaupt und Fürsten. Hier hat er seine Worte abgekürzt, aber in Sefer Diwre haJamim (1, 11:6) erklärt er יִהְיֶה לְרֹאשׁ וּלְשָׂר „der wird zum Oberhaupt und Fürsten“.
Raschi
Und es machte der Ewige Kain ein Zeichen
Er grub ihm einen Buchstaben Seines Namens in die Stirn.
Andere Erklärung: Jeder der mich trifft, wird mich töten, die zahmen und wilden Tiere. Aber Menschen gab es noch nicht, vor denen er sich fürchten sollte, außer seinem Vater und seiner Mutter, und vor ihnen fürchtete er sich nicht, dass sie ihn töten würden; sondern er sagte, bis jetzt lag die Angst vor mir auf allen Tieren, wie es heißt וּמוֹרַאֲכֶם וְחִתְּכֶם יִהְיֶה עַל כָּל חַיַּת הָאָרֶץ „Furcht vor euch und Angst vor euch soll auf allen Tieren der Erde sein“ (Ber. 9:2). Jetzt aber wegen dieser Schuld werden sich die Tiere nicht mehr vor mir fürchten und mich töten, sofort „machte der Ewige Kain ein Zeichen“, Er legte auf alle wieder die Furcht vor ihm.
Raschi
וַיֵּ֥צֵא קַ֖יִן מִלִּפְנֵ֣י יְהוָ֑ה וַיֵּ֥שֶׁב בְּאֶֽרֶץ־נ֖וֹד קִדְמַת־עֵֽדֶן׃
16
16
Kain ging weg vom Angesicht des Ewigen und wohnte im Land Nod, ostwärts von Eden.
Kain ging weg
Er ging demütig hinweg, als könne er den Sinn des Ewigen täuschen.
Raschi
wohnte im Land Nod: im Land, in das alle Verbannten flüchten. „Nod“ vom Begriff nodedim (נוֹדְדִים), „Flüchtende“, und dieser Ort befindet sich „ostwärts von Eden“.
Raschi, Misrachi
ostwärts von Eden: dorthin wurde sein Vater verbannt, als er aus dem Garten Eden vertrieben wurde, so heißt es (Ber. 3:24) וַיַּשְׁכֵּן מִקֶּדֶם לְגַן עֵדֶן „er ließ lagern im Osten des Garten Eden“, Wache zu halten auf dem Weg zum Eingang des Gartens, woraus man lernen kann, dass Adam sich dort befand. Und wir finden, dass die Ostseite überall die Mörder aufnimmt, so heißt es (Dew. 4:41) אָז יַבְדִּיל מֹשֶׁה שָׁלֹשׁ עָרִים בְּעֵבֶר הַיַּרְדֵּן מִזְרְחָה שָׁמֶשׁ „damals sonderte Mosche drei Städte [für die Aufnahme von Totschlägern] ab, auf dieser Seite des Jarden, gegen Sonnenaufgang“.
Andere Erklärung: „im Land Nod“, überall, wohin er ging, bebte die Erde unter ihm und die Geschöpfe sagten: Weg von ihm, das ist jener, der seinen Bruder erschlagen hat.
Raschi
וַיֵּ֤דַע קַ֙יִן֙ אֶת־אִשְׁתּ֔וֹ וַתַּ֖הַר וַתֵּ֣לֶד אֶת־חֲנ֑וֹךְ וַֽיְהִי֙ בֹּ֣נֶה עִ֔יר וַיִּקְרָא֙ שֵׁ֣ם הָעִ֔יר כְּשֵׁ֖ם בְּנ֥וֹ חֲנֽוֹךְ׃
17
17
Es erkannte Kain seine Frau und sie wurde schwanger und gebar ein Kind namens Chanoch. Es baute Kain eine Stadt und er nannte den Namen der Stadt nach dem Namen seines Sohnes Chanoch.
Es baute Kain eine Stadt und er nannte den Namen der Stadt im Andenken an seinen Sohn Chanoch.
Raschi
וַיִּוָּלֵ֤ד לַֽחֲנוֹךְ֙ אֶת־עִירָ֔ד וְעִירָ֕ד יָלַ֖ד אֶת־מְחֽוּיָאֵ֑ל וּמְחִיּיָאֵ֗ל יָלַד֙ אֶת־מְת֣וּשָׁאֵ֔ל וּמְתוּשָׁאֵ֖ל יָלַ֥ד אֶת־לָֽמֶךְ׃
18
18
Es wurde dem Chanoch geboren ein Kind namens Irad, und Irad zeugte ein Kind namens Mechujael, Mechujael zeugte ein Kind namens Metuschael und Metuschael zeugte ein Kind namens Lemech.
Irad zeugte
וְעִירָד יָלַד „Irad zeugte“: an manchen Stellen sagt der Vers beim Mann הוֹלִיד und an manchen Stellen יָלַד. Denn לֵדָה bedient zwei Formen, das Gebären der Frau (franz. neistre, „geboren werden“, „gebären“) und die Zeugung des Mannes (franz. enjendrer, „zeugen“). Wenn הוֹלִיד steht, also לְשׁוֹן הִפְעִיל, dann spricht der Vers vom Gebären der Frau, פְּלוֹנִי הוֹלִיד אֶת אִשְׁתּוֹ בֵּן אוֹ בַּת, er hat seiner Frau verursacht, einen Sohn oder eine Tochter zu gebären. Wenn יָלַד steht, dann spricht der Vers von der Zeugung des Mannes.
Raschi