וְהָיָ֗ה כִּרְאוֹת֛וֹ כִּי־אֵ֥ין הַנַּ֖עַר וָמֵ֑ת וְהוֹרִ֨ידוּ עֲבָדֶ֜יךָ אֶת־שֵׂיבַ֨ת עַבְדְּךָ֥ אָבִ֛ינוּ בְּיָג֖וֹן שְׁאֹֽלָה׃
31
31
Und es wird geschehen, wenn unser Vater Jaakow sieht, dass der Junge nicht da ist, so stirbt er; und so würden wir Brüder, deine Diener hinabbringen das alte Haupt deines Dieners, unseres Vaters, in das Grab.
Und es wird geschehen, wenn er sieht, dass der Junge nicht da ist, so stirbt sein Vater durch sein Leid.
Raschi
כִּ֤י עַבְדְּךָ֙ עָרַ֣ב אֶת־הַנַּ֔עַר מֵעִ֥ם אָבִ֖י לֵאמֹ֑ר אִם־לֹ֤א אֲבִיאֶ֙נּוּ֙ אֵלֶ֔יךָ וְחָטָ֥אתִי לְאָבִ֖י כָּל־הַיָּמִֽים׃
32
32
Denn dein Diener Jehuda hat gebürgt für den Jungen bei meinem Vater, mit den Worten: Wenn ich ihn nicht wiederbringe zu dir, so habe ich gesündigt gegen meinen Vater alle Tage.
Denn dein Diener hat gebürgt
Und wenn du fragst, warum ich mich mehr als die anderen Brüder in den Streit einlasse. Sie stehen alle außerhalb der Sache, ich aber bin durch einen festen Knoten damit verbunden, dass ich im Cherem (Bann) wäre in beiden Welten.
Raschi
in beiden Welten: in dieser Welt und in der Kommenden Welt.
וְעַתָּ֗ה יֵֽשֶׁב־נָ֤א עַבְדְּךָ֙ תַּ֣חַת הַנַּ֔עַר עֶ֖בֶד לַֽאדֹנִ֑י וְהַנַּ֖עַר יַ֥עַל עִם־אֶחָֽיו׃
33
33
Und nun, lass doch deinen Diener Jehuda statt dem Jungen bleiben, ein Sklave meinem Herrn, und der Junge ziehe hinauf mit seinen Brüdern.
lass doch deinen Diener Jehuda statt dem Jungen bleiben
Für jede Sache bin ich besser als er: von der Stärke her, zum Krieg und zum Dienst.
Raschi
von der Stärke her: um schwere körperliche Arbeit zu verrichten.
zum Krieg: um gegen deine Feinde Mut zu zeigen.
zum Dienst: um Tag und Nacht zu dienen, ohne zu ermüden.
Nachalat Jaakow
von der Stärke her: körperliche Stärke.
zum Krieg: zur Taktik des Kriegführens, wie es heißt (Mischle 24:6) כִּי בְתַחְבֻּלוֹת תַּעֲשֶׂה לְּךָ מִלְחָמָה „durch Planung führst du den Krieg“.
Maskil leDavid
וְלֹֽא־יָכֹ֨ל יוֹסֵ֜ף לְהִתְאַפֵּ֗ק לְכֹ֤ל הַנִּצָּבִים֙ עָלָ֔יו וַיִּקְרָ֕א הוֹצִ֥יאוּ כָל־אִ֖ישׁ מֵעָלָ֑י וְלֹא־עָ֤מַד אִישׁ֙ אִתּ֔וֹ בְּהִתְוַדַּ֥ע יוֹסֵ֖ף אֶל־אֶחָֽיו׃
1
1
Da konnte sich Josef nicht länger bezwingen vor allen, die bei ihm standen, und rief: Führt jedermann hinaus weg von mir! Es blieb niemand bei ihm, als Josef sich seinen Brüdern zu erkennen gab.
Da konnte sich Josef nicht länger bezwingen vor allen, die bei ihm standen
Josef konnte nicht ertragen, dass die Mizrim um ihn standen und hörten, wie seine Brüder beschämt wurden, als er sich ihnen zu erkennen gab.
Raschi
וַיִּתֵּ֥ן אֶת־קֹל֖וֹ בִּבְכִ֑י וַיִּשְׁמְע֣וּ מִצְרַ֔יִם וַיִּשְׁמַ֖ע בֵּ֥ית פַּרְעֹֽה׃
2
2
Und er ließ seine Stimme im Weinen aus, und es hörten die Mizrim und es hörte das Haus Pharaos.
es hörte das Haus Pharaos
בֵּית פַּרְעֹה „Haus Pharaos“ bedeutet nicht das „Haus“ selbst als Gebäude, sondern seine Knechte und die Leute seines Hauses; so wie בֵּית יִשְׂרָאֵל „das Haus Israel“ [im Sinn von „Angehörige Israels“], und wie בֵּית יְהוּדָה „das Haus Jehuda“ [in Sinn von „Angehörige Jehudas“]. Auf Französisch meisnede „Haushalt“.
Raschi
וַיֹּ֨אמֶר יוֹסֵ֤ף אֶל־אֶחָיו֙ אֲנִ֣י יוֹסֵ֔ף הַע֥וֹד אָבִ֖י חָ֑י וְלֹֽא־יָכְל֤וּ אֶחָיו֙ לַעֲנ֣וֹת אֹת֔וֹ כִּ֥י נִבְהֲל֖וּ מִפָּנָֽיו׃
3
3
Und Josef sagte zu seinen Brüdern: Ich bin Josef, lebt mein Vater noch? Aber seine Brüder konnten ihm nicht antworten, denn sie waren bestürzt vor ihm.
sie waren bestürzt vor ihm: weil sie sich schämten.
Raschi
Nicht vor Angst erschraken sie, sondern vor Scham. Indem Josef alle Mizrim weggeschickt hatte, als er sich zu erkennen gab, und indem er laut weinte, hatte er bereits seine Rücksichtnahme auf seine Brüder und seine Liebe zu ihnen gezeigt.
Misrachi
וַיֹּ֨אמֶר יוֹסֵ֧ף אֶל־אֶחָ֛יו גְּשׁוּ־נָ֥א אֵלַ֖י וַיִּגָּ֑שׁוּ וַיֹּ֗אמֶר אֲנִי֙ יוֹסֵ֣ף אֲחִיכֶ֔ם אֲשֶׁר־מְכַרְתֶּ֥ם אֹתִ֖י מִצְרָֽיְמָה׃
4
4
Da sagte Josef zu seinen Brüdern: Tretet bitte näher zu mir! und sie näherten sich; und er sagte: Ich bin Josef, euer Bruder, den ihr verkauft habt nach Mizraim.
Tretet bitte näher zu mir
גְּשׁוּ נָא אֵלַי „Tretet bitte näher zu mir“. Er sah sie zurückweichen. Da dachte er, jetzt sind meine Brüder beschämt, und er rief sie mit sanften, bittenden Worten und gab ihnen zu verstehen, dass auch er beschnitten sei.
Raschi
er rief sie mit sanften, bittenden Worten: indem er das Wort נָא „bitte“ verwendete; das ist das einzige Mal während seiner Gespräche mit den Brüdern, wo Josef das Wort נָא „bitte“ verwendete.
Mit den Worten גְּשׁוּ נָא אֵלַי „Tretet bitte näher zu mir“ ist nicht nur ausgedrückt: Weicht nicht zurück, sondern auch: Kommt näher zu mir, denn ich möchte euch zu verstehen geben, dass auch ich beschnitten sei.
Gur Arye
וְעַתָּ֣ה ׀ אַל־תֵּעָ֣צְב֗וּ וְאַל־יִ֙חַר֙ בְּעֵ֣ינֵיכֶ֔ם כִּֽי־מְכַרְתֶּ֥ם אֹתִ֖י הֵ֑נָּה כִּ֣י לְמִֽחְיָ֔ה שְׁלָחַ֥נִי אֱלֹהִ֖ים לִפְנֵיכֶֽם׃
5
5
Nun seid nicht betrübt und nicht bekümmert, dass ihr mich hierher verkauft habt; denn zur Lebenserhaltung hat G‑tt mich gesandt vor euch her.
zur Lebenserhaltung
לְמִחְיָה „zur Lebenserhaltung“: damit ich euch zur Lebenserhaltung sei.
Raschi
Der Buchstabe ל (Lamed) beschreibt hier nicht den geografischen Ort, an den Josef geschickt wurde, sondern den Grund dafür: בִּשְׁבִיל מִחְיָה „für die Lebenserhaltung“ hat G‑tt mich gesandt.
Beer Jizchak
כִּי־זֶ֛ה שְׁנָתַ֥יִם הָרָעָ֖ב בְּקֶ֣רֶב הָאָ֑רֶץ וְעוֹד֙ חָמֵ֣שׁ שָׁנִ֔ים אֲשֶׁ֥ר אֵין־חָרִ֖ישׁ וְקָצִּֽיר׃
6
6
Denn bereits zwei Jahre ist der Hunger im Land, und noch sind fünf Jahre, in denen weder Pflügen noch Ernten sein wird.
Denn bereits zwei Jahre ist der Hunger
Es sind bereits zwei Jahre von den Jahren des Hungers vorbeigegangen.
Raschi