Der tägliche Chumasch-Abschnitt

6. Tewet 5787

Mittwoch, 16. Dezember 2026

Heute

Wajigasch

4. Alija

(Bereschit 45:19 – 45:27)

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וְאַתָּ֥ה צֻוֵּ֖יתָה זֹ֣את עֲשׂ֑וּ קְחוּ־לָכֶם֩ מֵאֶ֨רֶץ מִצְרַ֜יִם עֲגָל֗וֹת לְטַפְּכֶם֙ וְלִנְשֵׁיכֶ֔ם וּנְשָׂאתֶ֥ם אֶת־אֲבִיכֶ֖ם וּבָאתֶֽם׃
19
19
Und du Josef, dir wird angeordnet ihnen zu sagen: Tut dieses — nehmt euch aus dem Land Mizraim Wagen für eure Kinder und für eure Frauen und nehmt euren Vater und kommt.
dir wird angeordnet von meinem Mund, ihnen zu sagen.
Raschi
Tut dieses: so sage ihnen, dass es mit meiner Erlaubnis geschieht.
Raschi
וְעֵ֣ינְכֶ֔ם אַל־תָּחֹ֖ס עַל־כְּלֵיכֶ֑ם כִּי־ט֛וּב כָּל־אֶ֥רֶץ מִצְרַ֖יִם לָכֶ֥ם הֽוּא׃
20
20
Und euer Auge soll nicht eure Geräte schonen, denn das Beste des ganzen Landes Mizraim soll für euch sein.
וַיַּֽעֲשׂוּ־כֵן֙ בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֔ל וַיִּתֵּ֨ן לָהֶ֥ם יוֹסֵ֛ף עֲגָל֖וֹת עַל־פִּ֣י פַרְעֹ֑ה וַיִּתֵּ֥ן לָהֶ֛ם צֵדָ֖ה לַדָּֽרֶךְ׃
21
21
So taten die Söhne Israels. Josef gab ihnen Wagen auf Befehl von Pharao, er gab ihnen auch Wegzehrung mit.
Wegzehrung: Vorrat an Lebensmitteln für die Reise.
לְכֻלָּ֥ם נָתַ֛ן לָאִ֖ישׁ חֲלִפ֣וֹת שְׂמָלֹ֑ת וּלְבִנְיָמִ֤ן נָתַן֙ שְׁלֹ֣שׁ מֵא֣וֹת כֶּ֔סֶף וְחָמֵ֖שׁ חֲלִפֹ֥ת שְׂמָלֹֽת׃
22
22
Er gab ihnen allen, einem jeden, Gewänder, und Binjamin gab er 300 Silberstücke und fünf Gewänder.
וּלְאָבִ֞יו שָׁלַ֤ח כְּזֹאת֙ עֲשָׂרָ֣ה חֲמֹרִ֔ים נֹשְׂאִ֖ים מִטּ֣וּב מִצְרָ֑יִם וְעֶ֣שֶׂר אֲתֹנֹ֡ת נֹֽ֠שְׂאֹת בָּ֣ר וָלֶ֧חֶם וּמָז֛וֹן לְאָבִ֖יו לַדָּֽרֶךְ׃
23
23
Und seinem Vater schickte er Folgendes: zehn Esel, beladen mit dem Besten Mizraims, und zehn Eselinnen, beladen mit Getreide und Brot und Essen für seinen Vater auf den Weg.
schickte er Folgendes: gleich dieser Aufstellung. Und woraus bestand die Aufstellung? „Zehn Esel …“.
Raschi
mit dem Besten Mizraims
Wir finden im Talmud (Megilla 16b), dass er ihm alten Wein schickte, an dem der Sinn der alten Menschen Freude hat.
Der Midrasch sagt, er schickte ihm גְּרִיסִין שֶׁל פּוֹל, zerkleinerte Bohnen (Bereschit Rabba 94:2).
Raschi
Das bezieht sich auf eine Bohnensorte namens פּוֹל הַמִּצְרִי, „die ägyptische Bohne“. Sie wurde als „das Beste des Landes Mizraim“ bezeichnet, da sie von außergewöhnlicher Qualität war und nur in Mizraim vorkam.
Jefe To‘ar, beruhend auf Rambam, Kommentar zur Mischna, Nedarim 7:2
Zerkleinerte Bohnen haben eine beruhigende Wirkung, wenn der Mensch unter seelischer Belastung leidet (Bereschit Rabba 94:2). Um die Schwere der inneren Not Jaakows während all der Jahre, in denen Josef vermisst war, wusste sein Sohn; ebenso um die Befürchtung Jaakows, das Land Israel verlassen und nach Mizraim gehen zu müssen. Mit dem beruhigenden Lebensmittel der „ägyptischen Bohne“ wollte Josef ihm Linderung verschaffen. [Nachalat Jaakow]
Zerkleinerte Bohnen: Damit wollte Josef dem Vater Jaakow mitteilen, dass seine Einwanderung nach Mizraim zwar das g‑ttlich verfügte Exil in Gang setzen würde, und dennoch kein Anlass zu Sorge und Betrübnis sei. Zerkleinerte Bohnen haben die Eigenschaft, dass sie beim Mahlen in der Mühle nicht zu feinem Mehl zermahlen werden, sondern in kleine Einzelteile zerfallen. Indem er sie an Jaakow übermittelte, deutete Josef auf die Eigenschaft des Volkes, dass es gerade angesichts von Unterdrückung uneingeschränkt an der Bindung zu G‑tt festhalte, wie es heißt (Schem. 1:12) וְכַאֲשֶׁר יְעַנּוּ אֹתוֹ

כֵּן יִרְבֶּה וְכֵן יִפְרֹץ „Aber je mehr sie [das Volk] unterdrückten, desto stärker mehrte es sich und desto mehr breitete es sich aus“. Josef schickte zerkleinerte Bohnen, die hier als „das Beste des Landes Mizraim“ bezeichnet werden, um anzudeuten, dass das Exil keine negativen Auswirkungen auf sie haben würde; im Gegenteil, ihr Aufenthalt „in Mizraim“ würde „das Beste“ in ihnen hervorbringen.
Gur Arye
Getreide und Brot
בָּר וָלֶחֶם, wie der Targum sagt עֲבוּר וּלְחֵים „Getreide und Brot“.
Raschi
und Essen
וּמָזוֹן – לִפְתָּן, Zukost.
Raschi
וַיְשַׁלַּ֥ח אֶת־אֶחָ֖יו וַיֵּלֵ֑כוּ וַיֹּ֣אמֶר אֲלֵהֶ֔ם אַֽל־תִּרְגְּז֖וּ בַּדָּֽרֶךְ׃
24
24
Damit entließ er seine Brüder und sie gingen. Er sagte zu ihnen: Werdet nicht zornig auf dem Weg!
Werdet nicht zornig auf dem Weg!
Beschäftigt euch nicht mit Themen der Halacha, damit euch der Weg nicht verlorengeht.
Andere Erklärung: Macht keine großen Schritte und kehrt in der Stadt ein, während die Sonne noch scheint.

Nach dem einfachen Sinn (פְשׁוּטוֹ שֶׁל מִקְרָא) des Verses kann man sagen, weil sie sich schämten, befürchtete Josef, sie könnten auf dem Weg über seinen Verkauf streiten und sich gegenseitig beschuldigen: Durch dich wurde er verkauft, du hast böse Rede von ihm erzählt und uns veranlasst, ihn zu hassen.
Raschi
וַֽיַּעֲל֖וּ מִמִּצְרָ֑יִם וַיָּבֹ֙אוּ֙ אֶ֣רֶץ כְּנַ֔עַן אֶֽל־יַעֲקֹ֖ב אֲבִיהֶֽם׃
25
25
Sie zogen hinauf von Mizraim und kamen in das Land Kna’an zu ihrem Vater Jaakow.
וַיַּגִּ֨דוּ ל֜וֹ לֵאמֹ֗ר ע֚וֹד יוֹסֵ֣ף חַ֔י וְכִֽי־ה֥וּא מֹשֵׁ֖ל בְּכָל־אֶ֣רֶץ מִצְרָ֑יִם וַיָּ֣פָג לִבּ֔וֹ כִּ֥י לֹא־הֶאֱמִ֖ין לָהֶֽם׃
26
26
Sie berichteten ihm und sagten: Josef lebt noch! — und dass er Herrscher sei über das ganze Land Mizraim. Aber sein Herz blieb fern, denn er glaubte ihnen nicht.
und dass er Herrscher sei
וְכִי הוּא מֹשֵׁל – וַאֲשֶׁר הוּא מוֹשֵׁל „dass er“.
Raschi
sein Herz blieb fern
וַיָּפָג לִבּוֹ „sein Herz blieb fern“: sein Herz blieb fern und glaubte nicht; sein Herz wandte sich nicht zu den Worten. In der Sprache der Mischna (Beza 14a) מְפִיגִין טַעֲמָן, sie verlieren ihren Duft; und wie (Echa 3:49) מֵאֵין הֲפֻגוֹת „ohne Unterlass“; und den Ausdruck (Jirm. 48:11) וְרֵיחוֹ לֹא נָמָר übersetzen wir im Targum mit וְרֵיחֵיהּ לָא פָג „sein Duft schwand nicht“.
Raschi
וַיְדַבְּר֣וּ אֵלָ֗יו אֵ֣ת כָּל־דִּבְרֵ֤י יוֹסֵף֙ אֲשֶׁ֣ר דִּבֶּ֣ר אֲלֵהֶ֔ם וַיַּרְא֙ אֶת־הָ֣עֲגָל֔וֹת אֲשֶׁר־שָׁלַ֥ח יוֹסֵ֖ף לָשֵׂ֣את אֹת֑וֹ וַתְּחִ֕י ר֖וּחַ יַעֲקֹ֥ב אֲבִיהֶֽם׃
27
27
Da sprachen sie zu ihm alle Worte Josefs, die er ihnen gesagt hatte. Und als Jaakow die Wagen sah, die Josef geschickt hatte, ihn aufzunehmen, da lebte der Geist ihres Vaters Jaakow auf.
alle Worte Josefs
Er hatte ihnen als Zeichen den Inhalt der Worte mitgegeben, mit dem er sich damals beschäftigt hatte, als er sich von seinem Vater trennte, nämlich mit dem Abschnitt von Egla arufa [עֶגְלָה עֲרוּפָה, das mit Nackenschnitt getötete Kalb bei einem ungelösten Todesfall, siehe Dewarim 21]. Darum heißt es „er sah die Wagen – עֲגָלוֹת, agalot – die Josef geschickt hatte“, und es heißt nicht „die Pharao geschickt hatte“.
Raschi
da lebte der Geist ihres Vaters Jaakow auf
Die Gegenwärtigkeit G‑ttes (Schechina) ruhte wieder auf ihm, die sich von ihm entfernt hatte.
Raschi