Der tägliche Chumasch-Abschnitt

10. Ijar 5787

Montag, 17. Mai 2027

Heute

Behar

2. Alija

(Wajikra 25:14 – 25:18)

Optionen
וְכִֽי־תִמְכְּר֤וּ מִמְכָּר֙ לַעֲמִיתֶ֔ךָ א֥וֹ קָנֹ֖ה מִיַּ֣ד עֲמִיתֶ֑ךָ אַל־תּוֹנ֖וּ אִ֥ישׁ אֶת־אָחִֽיו׃
14
14
Und wenn ihr etwas verkauft eurem Nächsten oder kauft von der Hand eures Nächsten, dann darf einer den anderen nicht übervorteilen.
Wenn ihr etwas verkauft
Der einfache Sinn ist die wörtliche Bedeutung.
Zusätzlich gibt es einen Midrasch: Woher weiß ich, dass wenn du verkaufst, du einem Juden, „deinem Nächsten“, verkaufen sollst? Darum steht וְכִי תִמְכְּרוּ מִמְכָּר – לַעֲמִיתֶךָ „wenn ihr etwas verkauft, verkauft es eurem Nächsten“. Und woher weiß ich, dass wenn du kaufen willst, du von einem Juden, „deinem Nächsten“, kaufen sollst? Darum steht אוֹ קָנֹה – מִיַּד עֲמִיתֶךָ „wenn du kaufst, sei es von deinem Nächsten“.
Raschi
nicht übervorteilen
Das ist eine Schädigung an Geld.
Raschi
„Übervorteilen“ bedeutet, sich durch List auf Kosten eines anderen einen Vorteil zu verschaffen. Es ist von der Halacha verboten, irgendjemanden im Geschäftsverkehr zu betrügen, oder auch nur mit Worten zu täuschen.
בְּמִסְפַּ֤ר שָׁנִים֙ אַחַ֣ר הַיּוֹבֵ֔ל תִּקְנֶ֖ה מֵאֵ֣ת עֲמִיתֶ֑ךָ בְּמִסְפַּ֥ר שְׁנֵֽי־תְבוּאֹ֖ת יִמְכָּר־לָֽךְ׃
15
15
Entsprechend der Zahl der Jahre nach dem Joweljahr sollst du von deinem Nächsten kaufen; entsprechend der Zahl der Ertragsjahre soll er dir verkaufen.
Entsprechend der Zahl der Jahre nach dem Joweljahr sollst du kaufen
Folgendes ist der einfache Sinn, um den Vers in seinem Zusammenhang zu erklären: er warnt vor Übervorteilung (אוֹנָאָה). Wenn du ein Feld verkaufst oder kaufst, achte darauf, wieviel Jahre noch bis zum Jowel sind, und entsprechend den Jahren und den Erträgen des Feldes, die es bringen kann, verkaufe der Verkäufer und kaufe der Käufer, da er es zuletzt im Joweljahr zurückgeben muss. Wenn nur noch wenig Jahre sind und der Verkäufer es für einen hohen Preis verkauft, ist der Käufer benachteiligt; und wenn noch viele Jahre sind und er [für wenig Geld] viele Erträge davon genießt, ist der Verkäufer benachteiligt. Darum muss es der Käufer der Zeitdauer entsprechend kaufen; und das ist, was steht בְּמִסְפַּר שְׁנֵי תְבוּאוֹת יִמְכָּר לָךְ „die Zahl der Ertragsjahre verkauft er dir“, entsprechend der Anzahl der Erntejahre, die es in der Hand des Käufers bleibt, verkaufst du ihm.
Unsere Lehrer entnehmen von hier, dass wer sein Feld verkauft, es frühestens nach zwei Jahren zurückkaufen kann; mindestens zwei Jahre von Tag zu Tag bleibe es in der Hand des Käufers, selbst wenn in jenen zwei Jahren drei Ernten sind, wenn er es ihm beispielsweise mit dem stehenden Getreide verkauft hätte. Das Wort שְׁנֵי „Jahre“ verliert dabei nicht seine einfache Bedeutung, nämlich eine Anzahl von Erntejahren und nicht von Kornbrand, und die kleinste Mehrheit von „Jahren“ ist zwei (Erechin 29b).
Raschi
לְפִ֣י ׀ רֹ֣ב הַשָּׁנִ֗ים תַּרְבֶּה֙ מִקְנָת֔וֹ וּלְפִי֙ מְעֹ֣ט הַשָּׁנִ֔ים תַּמְעִ֖יט מִקְנָת֑וֹ כִּ֚י מִסְפַּ֣ר תְּבוּאֹ֔ת ה֥וּא מֹכֵ֖ר לָֽךְ׃
16
16
Nach Verhältnis der Mehrheit der Jahre sollst du seinen Kaufpreis erhöhen und nach Verhältnis der Minderheit der Jahre sollst du seinen Kaufpreis verringern; denn nur eine Anzahl von Ernte Erträgnissen verkauft er dir.
seinen Kaufpreis erhöhen
תַּרְבֶּה מִקְנָתוֹ „seinen Kaufpreis erhöhen“: verkaufe es teuer.
Raschi
seinen Kaufpreis verringern
תַּמְעִיט מִקְנָתוֹ „seinen Kaufpreis verringern“: verringere den Kaufpreis.
Raschi
וְלֹ֤א תוֹנוּ֙ אִ֣ישׁ אֶת־עֲמִית֔וֹ וְיָרֵ֖אתָ מֵֽאֱלֹהֶ֑יךָ כִּ֛י אֲנִ֥י יְהֹוָ֖ה אֱלֹהֵיכֶֽם׃
17
17
Es kränke einer nicht seinen Nächsten, sondern fürchte deinen G‑tt, denn Ich bin der Ewige, euer G‑tt.
Und kränke nicht einer seinen Nächsten
Hier verbietet die Torah die Kränkung durch Worte (אוֹנָאַת דְּבָרִים). Man kränke nicht seinen Nächsten, man überrede ihn auch nicht zu einem Rat, der nicht passen für ihn ist, der nur dem Nutzen des Ratgebers entspricht. Wenn du aber sagst, wer kann wissen, dass ich es nicht gut gemeint habe? Darum steht וְיָרֵאתָ מֵאֱלֹהֶיךָ „fürchte deinen G‑tt“. Er, der die Gedanken kennt, Er weiß es. Bei jeder Sache, die dem Herzen übergeben ist, die nur derjenige kennt, der den Gedanken im Herzen hat, steht וְיָרֵאתָ מֵאֱלֹהֶיךָ „fürchte deinen G‑tt“.
Raschi
וַעֲשִׂיתֶם֙ אֶת־חֻקֹּתַ֔י וְאֶת־מִשְׁפָּטַ֥י תִּשְׁמְר֖וּ וַעֲשִׂיתֶ֣ם אֹתָ֑ם וִֽישַׁבְתֶּ֥ם עַל־הָאָ֖רֶץ לָבֶֽטַח׃
18
18
Übt Meine Anordnungen aus, und Meine Rechtsvorschriften beachtet und übt sie aus, dann werdet ihr in Sicherheit im Land wohnen.
werdet ihr in Sicherheit im Land wohnen
Denn wegen der Schuld des Schmitta-Jahres musste Israel ins Exil gehen; so steht (Waj. 26:34) אָז תִּרְצֶה הָאָרֶץ אֶת שַׁבְּתֹתֶיהָ „dann wird das Land Befriedigung durch seine Ruhejahre haben“ – וְהִרְצָת אֶת שַׁבְּתֹתֶיהָ, es wird seine Ruhejahre erfüllen. Die 70 Jahre der Verbannung in Bawel entsprachen den 70 Schmitta Jahren, die sie versäumt hatten.
Raschi