וַיַּפֵּל֩ יְהוָ֨ה אֱלֹהִ֧ים ׀ תַּרְדֵּמָ֛ה עַל־הָאָדָ֖ם וַיִּישָׁ֑ן וַיִּקַּ֗ח אַחַת֙ מִצַּלְעֹתָ֔יו וַיִּסְגֹּ֥ר בָּשָׂ֖ר תַּחְתֶּֽנָּה׃
21
21
Da ließ der Ewige, G‑tt, tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, sodass er schlief. Und G‑tt nahm eine von seinen Seiten und schloss das Fleisch an ihrer Stelle.
(20—21) Aber für den Menschen fand Er nicht eine Gehilfin. Da ließ der Ewige, G‑tt, tiefen Schlaf auf den Menschen fallen
Als Er sie brachte, brachte Er sie alle paarweise, Männchen und Weibchen, vor Adam. Da sagte Adam: Alle haben eine Gefährtin, nur ich habe keine Gefährtin. Sofort ließ Er auf ihn Schlaf herabfallen.
Raschi
sodass er schlief: damit er keinen Schmerz fühle.
Radak
eine von seinen Seiten
אַחַת מִצַּלְעֹתָיו „eine von seinen Seiten“, wie (Schem. 26:20) וּלְצֶלַע הַמִּשְׁכָּן „an der Seite des Mischkan“. Das ist, was wir erklärt haben: Zwei Gesichter waren erschaffen worden (Berachot 61a).
Raschi
was wir erklärt haben: siehe Raschi zuvor, Ber. 1:27.
Zwei Gesichter waren erschaffen worden: Zwei Formen. Adam auf der einen, Chawa auf der anderen Seite, und am Rücken waren sie einander angeschlossen.
Beer Maim Chaim
Er schloss die Stelle des Schnittes
und der Mensch schlief und Er nahm: G‑tt nahm, damit er nicht das Stück Fleisch sehe, aus dem sie geschaffen wird, und sie ihm verächtlich werde (Sanh. 39a).
Raschi
וַיִּבֶן֩ יְהוָ֨ה אֱלֹהִ֧ים ׀ אֶֽת־הַצֵּלָ֛ע אֲשֶׁר־לָקַ֥ח מִן־הָֽאָדָ֖ם לְאִשָּׁ֑ה וַיְבִאֶ֖הָ אֶל־הָֽאָדָֽם׃
22
22
Und es baute der Ewige, G‑tt, die Seite, die Er genommen hatte von dem Menschen, zu einer Frau und brachte sie zu dem Menschen.
es baute
וַיִּבֶן „es baute“: unten breit und oben schlank, um das Kind aufzunehmen, wie ein Weizenspeicher unten breit und oben schmal ist, damit seine Last nicht für die Wände zu schwer werde (Berachot 61a).
Raschi
es baute der Ewige
Das Wort וַיִּבֶן ist ähnlich dem Wort בִּינָה „Einsicht“. Das lehrt, dass der Ewige der Frau mehr Einsicht gibt als dem Mann und das Mädchen mit 12 Jahren – ein Jahr vor dem Jungen – großjährig wird.
Nidda 45b
baute die Seite zu einer Frau
וַיִּבֶן אֶת הַצֵּלָע לְאִשָּׁה „der Ewige baute die Seite zu einer Frau“: dass es eine Frau sei, wie (Ri. 8:27) וַיַּעַשׂ אוֹתוֹ גִּדְעוֹן לְאֵפוֹד „Gideon macht es zu einem Efod“, dass es ein Efod sei.
Raschi
Der Buchstabe ל in לְאִשָּׁה ist nicht zu verstehen wie (Schem. 1:11) וַיִּבֶן עָרֵי מִסְכְּנוֹת לְפַרְעֹה „Sie bauten für Pharao Vorratsstädte“, sie bauten die Städte für Pharao. Hier bedeutet לְאִשָּׁה, dass sie zu einer Frau werde.
Beer Maim Chaim
Und es baute der Ewige die Frau
Der römische Kaiser rief einst Rabban Gamliel zu sich und sagte: „Euer G‑tt ist ein Dieb! Er hat Chawa erschaffen mit einer Rippe, die Er heimlich aus Adams Körper entnommen hat – וַיַּפֵּל ה׳ אֱלֹהִים תַּרְדֵּמָה עַל הָאָדָם וַיִּישָׁן וַיִּקַּח אַחַת מִצַּלְעֹתָיו ,Da ließ der Ewige, G‑tt, tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, sodass er einschlief, und G‑tt nahm eine von seinen Rippen‘. Ich wundere mich darüber, dass ihr Juden an einen G‑tt glaubt, der ein Dieb ist!“
Die Tochter des Kaisers mischte sich ein und sagte zu Rabban Gamliel: „Ich werde ihm antworten.“ Zu ihrem Vater, dem Kaiser, sagte sie: „Vater, bringe mir einen Richter!“
Ihr Vater fragte: „Wozu brauchst du einen Richter?“
Sie sagte: „Letzte Nacht drangen Diebe bei uns ein und stahlen unseren kaiserlichen Silberbecher. Stattdessen legten sie uns einen Becher aus Gold hin. Ich möchte, dass dieses Verbrechen bestraft wird!“
Der Vater lachte: „Es wäre gut, wenn wir jede Nacht einen solchen Dieb hätten! Du darfst ihn nicht Dieb nennen, sondern einen Wohltäter, Silber hat er uns genommen und stattdessen Gold geschenkt!“
Da sagte die Tochter: „Und so ist es auch mit G‑tt. Eine Rippe hat Er aus Adams Körper entnommen und ihm dafür ein wundervolles Geschenk gegeben: eine gute, schöne Frau, die ihm Gefährtin und Helferin war.“
Der Kaiser war immer noch nicht zufrieden: „Aber warum hat G‑tt ihm die Rippe heimlich entnommen?“
Die Tochter rief ihre Diener: „Bringt mir ein Stück rohes Fleisch!“
Neben ihrem Vater schnitt und röstete sie das Fleisch. Dann servierte sie ihm eine große Portion. Aber er lehnte ab: „Ich habe keinen Appetit, denn ich habe gesehen, wie scheußlich dieses Fleisch im rohen Zustand war.“
Da sagte die Tochter: „Und so ist es auch mit G‑tt. Glaubst du, Adam hätte seine Frau mit Freuden empfangen, wenn er ihre Erschaffung aus seiner eigenen Rippe gesehen hätte?“
Sanhedrin 39a
וַיֹּאמֶר֮ הָֽאָדָם֒ זֹ֣את הַפַּ֗עַם עֶ֚צֶם מֵֽעֲצָמַ֔י וּבָשָׂ֖ר מִבְּשָׂרִ֑י לְזֹאת֙ יִקָּרֵ֣א אִשָּׁ֔ה כִּ֥י מֵאִ֖ישׁ לֻֽקֳחָה־זֹּֽאת׃
23
23
Und es sagte der Mensch: Dieses Mal ist es Knochen von meinen Knochen und Fleisch von meinem Fleisch. Diese soll genannt werden *ischa (Frau), denn vom isch (Mann) wurde diese genommen.*
Dieses Mal
Das lehrt, dass der Mensch zu allen zahmen und wilden Tieren kam und keine Befriedigung an ihnen fand (Jewamot 63a).
Raschi
Dieses Mal
Nur dieses Mal wurde die Frau aus ihrem Ehemann geschaffen, doch von nun wird die Ehefrau es sein, die die Nachkommen zur Welt bringt.
Raschbam
*Diese soll genannt werden ischa (Frau), weil sie vom isch (Mann) genommen wurde. Die beiden Begriffe [ischa „Frau“ und isch* „Mann“] decken sich. Daraus sieht man, dass die Welt in der Heiligen Sprache (Hebräisch) erschaffen wurde.
Raschi
Diese soll genannt werden
לְזֹאת bedeutet לְדָא, „diese“ Schöpfung soll Frau genannt werden.
Targum Onkelos
לְזֹאת bedeutet לְפִיכָךְ „deshalb“: Knochen von meinen Knochen und Fleisch von meinem Fleisch, darum soll sie ischa „Frau“ heißen, denn vom isch „Mann“ wurde sie genommen.
Saadia Gaon, Ibn Esra
עַל־כֵּן֙ יַֽעֲזָב־אִ֔ישׁ אֶת־אָבִ֖יו וְאֶת־אִמּ֑וֹ וְדָבַ֣ק בְּאִשְׁתּ֔וֹ וְהָי֖וּ לְבָשָׂ֥ר אֶחָֽד׃
24
24
G‑tt sagte: Darum verlässt der Mann seinen Vater und seine Mutter und hängt an seiner Frau und sie werden zu einem Fleisch.
Darum verlässt der Mann seinen Vater und seine Mutter
Der g‑ttliche Geist sagt das, um den Söhnen Noachs die nahen Verwandten zu verbieten (Sanhedrin 57b).
Raschi
Rabbi Eliëser erklärt: „Vater“ – das ist die Schwester des Vaters. „Mutter“ – die Schwester der Mutter. Rabbi Akiwa erklärt: „Vater“ – die Frau des Vaters. „Mutter“ – wörtlich. „Und hängt an“ – das verbietet einen Mann, „seiner Frau“ – das verbietet die Frau seines Nächsten. „Und sie werden zu einem Fleisch“ – damit sind Vieh und Wild verboten, die nicht zu einem Fleisch werden können [d.h. nicht durch den Verkehr mit einem Menschen gebären können].
Sanhedrin 57b
Darum verlässt der Mann seinen Vater und seine Mutter, bei denen er in seiner Kindheit gelebt hat, und hängt an seiner Frau und wohnt nun mit ihr.
Targum Onkelos, Radak
Darum verlässt der Mann: bevor der Mann eine Ehepartnerin gefunden hat, gilt all seine Liebe den Eltern; wenn er eine Ehe geschlossen hat, gilt nun all seine Liebe seiner Frau.
Pirke deRabbi Eliëser, Kap. 31
und sie werden zu einem Fleisch
Das Kind wird durch beide erzeugt, da wird ihr Fleisch zu einem.
Raschi
וַיִּֽהְי֤וּ שְׁנֵיהֶם֙ עֲרוּמִּ֔ים הָֽאָדָ֖ם וְאִשְׁתּ֑וֹ וְלֹ֖א יִתְבֹּשָֽׁשׁוּ׃
25
25
Sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und sie schämten sich nicht.
und sie schämten sich nicht
Sie kannten nicht die Art der Verschämtheit, zwischen Gutem und Bösem zu unterscheiden. Und obwohl dem Menschen die Vernunft gegeben worden war, mit Namen zu benennen, so hatte er noch keinen bösen Trieb, bis er vom Baum gegessen hatte, da drang der böse Trieb in ihn ein, und er verstand zwischen Gut und Böse zu unterscheiden.
Raschi
Gewiss kannten sie die Wege des Anstandes und der Moral. Doch warum hätten sie sich vor dem bösen Trieb hüten müssen, wenn es ohne diesen Trieb überhaupt keinen Unterschied zwischen einem unbedeckten Gesicht, einer nackten Hand und anderen Körperteilen gibt?
Lewusch Ora
וְהַנָּחָשׁ֙ הָיָ֣ה עָר֔וּם מִכֹּל֙ חַיַּ֣ת הַשָּׂדֶ֔ה אֲשֶׁ֥ר עָשָׂ֖ה יְהוָ֣ה אֱלֹהִ֑ים וַיֹּ֙אמֶר֙ אֶל־הָ֣אִשָּׁ֔ה אַ֚ף כִּֽי־אָמַ֣ר אֱלֹהִ֔ים לֹ֣א תֹֽאכְל֔וּ מִכֹּ֖ל עֵ֥ץ הַגָּֽן׃
1
1
Und die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die der Ewige, G‑tt, gemacht hatte. Und sie sagte zu der Frau: „Hat denn G‑tt gesagt, ihr sollt nicht essen von allen Bäumen des Gartens?“
listig sein: schlau, durchtrieben, gerissen.
Und die Schlange war listiger als alle Tiere
Wie kommt dieser Abschnitt hierher? Die Torah hätte hier anschließen sollen (weiter, V. 21) וַיַּעַשׂ לְאָדָם וּלְאִשְׁתּוֹ כָּתְנוֹת עוֹר וַיַּלְבִּישֵׁם „Er machte für den Menschen und seine Frau Gewänder aus Fell und bekleidete sie“. Die Torah lehrt dich jedoch, aus welchem Plan heraus die Schlange sie überfiel. Die Schlange sah die Frau nackt und vor dem Auge aller dem Eheleben hingegeben, da gelüstete es sie nach der Frau.
Raschi
listiger als alle
עָרוּם מִכֹּל „listiger als alle“: ihrer Listigkeit und Größe entsprechend war ihr Sturz, listiger als alle (עָרוּם מִכֹּל), verwünschter als alle (אָרוּר מִכֹּל, siehe weiter Vers 14).
Raschi
Hat denn G‑tt gesagt
אַף כִּי אָמַר, Hat Er euch denn gesagt? [Raschi]
esst nicht von allen Bäumen
Obwohl die Schlange sah, dass sie von den anderen Früchten aßen, mehrte sie die Worte an die Frau, damit sie ihr erwidere und die Rede auf jenen Baum komme.
Raschi
וּמִפְּרִ֣י הָעֵץ֮ אֲשֶׁ֣ר בְּתוֹךְ־הַגָּן֒ אָמַ֣ר אֱלֹהִ֗ים לֹ֤א תֹֽאכְלוּ֙ מִמֶּ֔נּוּ וְלֹ֥א תִגְּע֖וּ בּ֑וֹ פֶּן־תְּמֻתֽוּן׃
3
3
Doch von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens ist, hat G‑tt gesagt: Esst nicht von ihm und berührt ihn nicht, damit ihr nicht sterbet.
und berührt ihn nicht
Sie fügte zum Befehl hinzu, darum kam sie zur Verminderung. Das ist, was geschrieben steht (Mischle 30:6) אַל תּוֹסְףְּ עַל דְּבָרָיו „füge nicht zu Seinen Worten dazu“.
Raschi
וַיֹּ֥אמֶר הַנָּחָ֖שׁ אֶל־הָֽאִשָּׁ֑ה לֹֽא־מ֖וֹת תְּמֻתֽוּן׃
4
4
Da sagte die Schlange zu der Frau: Ihr werdet nicht sterben.
Ihr werdet nicht sterben
Die Schlange stieß sie, bis sie den Baum berührte, und sagte dann zu ihr: Wie es keine Todesstrafe für die Berührung gibt, so gibt es auch keine Todesstrafe für das Essen.
Raschi
כִּ֚י יֹדֵ֣עַ אֱלֹהִ֔ים כִּ֗י בְּיוֹם֙ אֲכָלְכֶ֣ם מִמֶּ֔נּוּ וְנִפְקְח֖וּ עֵֽינֵיכֶ֑ם וִהְיִיתֶם֙ כֵּֽאלֹהִ֔ים יֹדְעֵ֖י ט֥וֹב וָרָֽע׃
5
5
Sondern G‑tt weiß, dass an dem Tag, an dem ihr davon esst, werden eure Augen aufgehen und ihr werdet wie G‑tt sein, der Gut und Böse erkennt.
Sondern G‑tt weiß
Jeder Handwerker hasst seine Zunftgenossen, vom Baum hat Er gegessen und die Welt erschaffen.
Raschi
ihr werdet wie G‑tt sein: Schöpfer von Welten.
Raschi
וַתֵּ֣רֶא הָֽאִשָּׁ֡ה כִּ֣י טוֹב֩ הָעֵ֨ץ לְמַאֲכָ֜ל וְכִ֧י תַֽאֲוָה־ה֣וּא לָעֵינַ֗יִם וְנֶחְמָ֤ד הָעֵץ֙ לְהַשְׂכִּ֔יל וַתִּקַּ֥ח מִפִּרְי֖וֹ וַתֹּאכַ֑ל וַתִּתֵּ֧ן גַּם־לְאִישָׁ֛הּ עִמָּ֖הּ וַיֹּאכַֽל׃
6
6
Die Frau sah und fand Gefallen an den Worten der Schlange, dass der Baum gut ist zur Speise und eine Lust für die Augen und dass köstlich ist der Baum für die Betrachtung, da nahm sie von seiner Frucht und aß. Sie gab auch ihrem Mann bei ihr und er aß.
Die Frau sah
וַתֵּרֶא הָאִשָּׁה „die Frau sah“ die Worte der Schlange; sie stimmte den Worten der Schlange zu, sie gefielen ihr, und sie glaubte ihr.
Raschi
dass der Baum gut ist: um wie G‑tt zu werden.
Raschi
der Baum
Diese zwei Bäume – den Baum des Lebens (עֵץ הַחַיִּים) und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse (עֵץ הַדַּעַת) – gab es ausschließlich im Garten Eden, und außerhalb davon ist ihnen kein Baum ähnlich.
Ibn Esra
eine Lust für die Augen
Wie die Schlange zu ihr gesagt hatte (voriger Vers)
וְנִפְקְחוּ עֵינֵיכֶם „eure Augen werden aufgehen“.
Raschi
eine Lust für die Augen
Durch das Essen von diesem Baum wird der Mensch den Gelüsten seiner Augen nachgehen.
Ramban
köstlich zur Betrachtung
וְנֶחְמָד הָעֵץ לְהַשְׂכִּיל „köstlich ist der Baum zur Betrachtung“: wie sie zu ihr gesagt hatte (voriger Vers) יוֹדְעֵי טוֹב וָרָע
„Gut und Böse zu erkennen“.
Raschi
Sie gab auch ihrem Mann: damit nicht sie sterbe und er am Leben bleibe und eine andere Frau nehme.
Raschi
Das ist aus dem Wort וַתִּתֵּן גַּם לְאִישָׁהּ עִמָּהּ „sie gab auch ihrem Mann mit ihr“ zu entnehmen.
Misrachi
auch
Das Wort גַּם „auch“ fügt noch alle zahmen und wilden Tiere hinzu.
Raschi
וַתִּפָּקַ֙חְנָה֙ עֵינֵ֣י שְׁנֵיהֶ֔ם וַיֵּ֣דְע֔וּ כִּ֥י עֵֽירֻמִּ֖ם הֵ֑ם וַֽיִּתְפְּרוּ֙ עֲלֵ֣ה תְאֵנָ֔ה וַיַּעֲשׂ֥וּ לָהֶ֖ם חֲגֹרֹֽת׃
7
7
Da wurden beiden die Augen geöffnet und sie erkannten, dass sie nackt waren. Sie nähten Blätter vom Feigenbaum zusammen und machten sich Schürzen.
Da wurden die Augen geöffnet
Der Vers spricht von der Erkenntnis und nicht vom wirklichen Sehen; das Ende des Verses beweist das [in den Worten
„und sie erkannten, dass sie nackt waren“, was nicht vom optischen Sehen abhängt, sondern vom geistigen Erkennen].
Raschi
sie erkannten, dass sie nackt waren
Auch der Blinde weiß es, wenn er nackt ist. Was bedeutet also „sie erkannten, dass sie nackt waren“? Eine einzige Pflicht (מִצְוָה) hatten sie gehabt, und sie hatten sich dieser entkleidet.
Raschi
Blätter des Feigenbaumes
Das ist auch der Baum, von dem sie gegessen hatten. Durch die Sache, durch die sie verdorben worden waren, wurde ihnen geholfen (Sanh. 70b). Die anderen Bäume aber verwehrten ihnen, ihre Blätter zu nehmen. Warum steht aber der Name des Baumes nicht deutlich? Weil der Ewige kein Geschöpf kränken will, dass man ihn nicht beschäme und sage, durch diesen ist die Welt geschlagen worden. Aus dem Midrasch R. Tanchuma.
Raschi
וַֽיִּשְׁמְע֞וּ אֶת־ק֨וֹל יְהוָ֧ה אֱלֹהִ֛ים מִתְהַלֵּ֥ךְ בַּגָּ֖ן לְר֣וּחַ הַיּ֑וֹם וַיִּתְחַבֵּ֨א הָֽאָדָ֜ם וְאִשְׁתּ֗וֹ מִפְּנֵי֙ יְהוָ֣ה אֱלֹהִ֔ים בְּת֖וֹךְ עֵ֥ץ הַגָּֽן׃
8
8
Und sie hörten die Stimme des Ewigen, G‑ttes, im Garten wandeln bei abkühlendem Wind am Ende des Tages und es versteckten sich der Mensch und seine Frau vor dem Ewigen, G‑tt, inmitten der Bäume des Gartens.
Und sie hörten die Stimme des Ewigen
Es gibt viele Midraschim dazu, und unsere Lehrer haben sie bereits an ihrer Stelle in Bereschit Rabba und anderen Midraschim eingereiht. Ich aber komme nur, um den einfachen Sinn des Verses aufzuzeigen, und solche Midraschim, welche die Worte des Verses erklären, dass sich jedes Wort dem Zusammenhang einfügt.
Raschi
Sie hörten: Was hörten sie? Sie hörten die Stimme G‑ttes, wie sie durch den Garten daherkam; bei Wind des Tages: von jener Seite, von der die Sonne kam, das ist der Westen. Denn um die Abendzeit ist die Sonne im Westen, und sie hatten in der zehnten Stunde gesündigt (Sanh. 38b).
Raschi
Wind des Tages
לְרוּחַ הַיּוֹם „Wind des Tages“: am Ende des Tages, wenn die Temperaturen abkühlen und eine Brise weht.
Radak
וַיִּקְרָ֛א יְהוָ֥ה אֱלֹהִ֖ים אֶל־הָֽאָדָ֑ם וַיֹּ֥אמֶר ל֖וֹ אַיֶּֽכָּה׃
9
9
Es rief der Ewige, G‑tt, den Menschen und sagte zu ihm: Wo bist du?
Wo bist du?
G‑tt wusste, wo er war, aber Er wollte mit ihm ein Gespräch beginnen, sodass er nicht bestürzt sei, zu antworten, wenn Er ihm plötzlich seine Strafe verkündete. Ebenso sagte G‑tt zu Kain (Ber. 4:9) אֵי הֶבֶל אָחִיךָ „Wo ist dein Bruder Hewel?“, ebenso zu Bilam (Bam. 22:9) מִי הָאֲנָשִׁים הָאֵלֶּה עִמָּךְ „Wer sind diese Männer bei dir?“, um mit ihnen ein Gespräch zu beginnen; ebenso zu Chiskia wegen der Gesandten des babylonischen Königs Merodach, Sohn von Baladan (Jesch. 39:3).
Raschi
Wo bist du?
Das Wort אַיֶּכָּה („Wo bist du?“) besteht aus den Anfangsbuchstaben von אֳנִי יוֹדֵעַ כָּל הַנִּסְתָּרוֹת „Ich weiß alles Verborgene“. Damit deutete G‑tt Adam an, dass Alles vor Ihm, dem Schöpfer, offenbart ist, und er sich nicht verstecken solle.
Ben Isch Chai
וַיֹּ֕אמֶר מִ֚י הִגִּ֣יד לְךָ֔ כִּ֥י עֵירֹ֖ם אָ֑תָּה הֲמִן־הָעֵ֗ץ אֲשֶׁ֧ר צִוִּיתִ֛יךָ לְבִלְתִּ֥י אֲכָל־מִמֶּ֖נּוּ אָכָֽלְתָּ׃
11
11
Und Er sagte: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du etwa von dem Baum gegessen, von dem Ich dir befohlen habe, nicht zu essen von ihm?
Wer hat dir gesagt
Woher konntest du erkennen, welches Schamgefühl ein nackt Dastehender fühlt?
Raschi
Hast du etwa von dem Baum
הֲמִן הָעֵץ ist eine Frage [und zu lesen als: Hast du etwa von dem Baum gegessen?].
Raschi
וַיֹּ֖אמֶר הָֽאָדָ֑ם הָֽאִשָּׁה֙ אֲשֶׁ֣ר נָתַ֣תָּה עִמָּדִ֔י הִ֛וא נָֽתְנָה־לִּ֥י מִן־הָעֵ֖ץ וָאֹכֵֽל׃
12
12
Und der Mensch sagte: Die Frau, die Du mir zur Seite gegeben hast, die gab mir von dem Baum und ich habe gegessen.
die Du mir zur Seite gegeben hast: damit verleugnete er die ihm erwiesene Güte (Awoda szara 5b).
Raschi
וַיֹּ֨אמֶר יְהוָ֧ה אֱלֹהִ֛ים לָאִשָּׁ֖ה מַה־זֹּ֣את עָשִׂ֑ית וַתֹּ֙אמֶר֙ הָֽאִשָּׁ֔ה הַנָּחָ֥שׁ הִשִּׁיאַ֖נִי וָאֹכֵֽל׃
13
13
Da sagte der Ewige, G‑tt, zu der Frau: Was hast du getan? Die Frau sagte: Die Schlange hat mich verführt und ich habe gegessen.
hat mich verführt
הִשִּׁיאֲנִי – הִטְעַנִי „hat mich verführt“: täuschte mich, wie (2 Chro. 32:15) אַל יַשִּׁיא לָכֶם חִזְקִיָּהוּ „Chiskijahu täusche euch nicht“.
Raschi
וַיֹּאמֶר֩ יְהֹוָ֨ה אֱלֹהִ֥ים ׀ אֶֽל־הַנָּחָשׁ֮ כִּ֣י עָשִׂ֣יתָ זֹּאת֒ אָר֤וּר אַתָּה֙ מִכָּל־הַבְּהֵמָ֔ה וּמִכֹּ֖ל חַיַּ֣ת הַשָּׂדֶ֑ה עַל־גְּחֹנְךָ֣ תֵלֵ֔ךְ וְעָפָ֥ר תֹּאכַ֖ל כָּל־יְמֵ֥י חַיֶּֽיךָ׃
14
14
Es sagte der ewige G‑tt zu der Schlange: Weil du das getan hast, sollst du verflucht sein von allen zahmen Tieren und von allem Wild des Feldes! Auf deinem Bauch sollst du gehen und Staub sollst du essen alle Tage deines Lebens.
Weil du das getan hast
Von hier sehen wir, dass man sich nicht bemüht, für den Verführer (מֵסִית) etwas Günstiges zu finden. Denn wenn Er die Schlange gefragt hätte: Warum hast du das getan?, hätte sie antworten können: Wenn die Worte des Lehrers und die Worte des Schülers einander widersprechen, auf wessen Worte hat man dann zu hören! (Sanhedrin 29a)
Raschi
von allen zahmen Tieren und von allem Wild des Feldes
Wenn sie von den zahmen Tieren [deren Schwangerschaft lange Zeit in Anspruch nimmt] verwünscht wurde, dann doch sicherlich vom Wild [das nur kurze Zeit trächtig ist]? Unsere Lehrer haben in der Gemara Bechorot (8a) folgende Deutung dafür aufgestellt: Der Vers lehrt uns, dass die Schwangerschaft der Schlange sieben Jahre dauert.
Raschi
Auf deinem Bauch sollst du gehen: Füße hatte die Schlange gehabt, und diese wurden ihr abgeschnitten.
Raschi
וְאֵיבָ֣ה ׀ אָשִׁ֗ית בֵּֽינְךָ֙ וּבֵ֣ין הָֽאִשָּׁ֔ה וּבֵ֥ין זַרְעֲךָ֖ וּבֵ֣ין זַרְעָ֑הּ ה֚וּא יְשׁוּפְךָ֣ רֹ֔אשׁ וְאַתָּ֖ה תְּשׁוּפֶ֥נּוּ עָקֵֽב׃ (ס)
15
15
Feindschaft will Ich setzen zwischen dich und die Frau und zwischen deine Nachkommen und ihre Nachkommen. Er wird dich am Kopf zerstoßen und du wirst nach der Ferse schnappen.
Feindschaft will Ich setzen
Du hast nichts anderes beabsichtigt, als dass der Mensch sterbe, wenn er zuerst essen würde, und du Chawa nehmen könntest. Du hast nur darum mit Chawa gesprochen, weil Frauen leicht zu überreden sind und ihre Männer zu überreden wissen, darum will Ich Feindschaft einsetzen.
Raschi
zerstoßen
יְשׁוּפְךָ hat die Bedeutung יְכַתֶּתְךָ „er wird dir zerstoßen“, wie (Dew. 9:21) וָאֶכּוֹת אוֹתוֹ „ich zerstieß es“, was der Targum übersetzt als וְשַׁפִית יָתֵיהּ „ich zerrieb es“.
Raschi
nach der Ferse schnappen: du wirst keine aufrechte Gestalt haben und wirst ihn in die Ferse beißen, und auch von dort wirst du ihn töten.
Der Ausdruck תְּשׁוּפֶנּוּ „wirst schnappen“ ist ähnlich (Jesch. 40:24) נָשַׁף בָּהֶם „weht sie der Wind an“: wenn die Schlange sich anschickt, zu beißen, zischt sie wie ein Pfeifen. Weil die Ausdrücke [יְשׁוּפְךָ beim Menschen, תְּשׁוּפֶנּוּ bei der Schlange] ähnlich sind [in ihrer Wurzel und ihrem Klang], gebraucht der Vers bei beiden das Wort נְשִׁיפָה [obwohl beim Menschen יְשׁוּפְךָ die Bedeutung „zerstoßen“ hat, und bei der Schlange תְּשׁוּפֶנּוּ „zischen“].
Raschi
אֶֽל־הָאִשָּׁ֣ה אָמַ֗ר הַרְבָּ֤ה אַרְבֶּה֙ עִצְּבוֹנֵ֣ךְ וְהֵֽרֹנֵ֔ךְ בְּעֶ֖צֶב תֵּֽלְדִ֣י בָנִ֑ים וְאֶל־אִישֵׁךְ֙ תְּשׁ֣וּקָתֵ֔ךְ וְה֖וּא יִמְשָׁל־בָּֽךְ׃ (ס)
16
16
Zur Frau sagte Er: Viel, viel werde Ich sein lassen deine Schmerzen und deine Schmerzen bei der Schwangerschaft. Mit Schmerzen wirst du Kinder gebären, nach deinem Mann wird dein Verlangen sein und er wird herrschen über dich.
deine Schmerzen: das ist der Schmerz bei der Erziehung der Kinder;
Raschi
und deine Schwangerschaft: das ist der Schmerz während der Schwangerschaft;
Raschi
Mit Schmerzen wirst du gebären: das ist der Schmerz bei der Geburt.
Raschi
nach deinem Mann wird dein Verlangen sein: nach dem Verkehr mit ihm, und doch wirst du nicht die Stirn haben, ihn mit Worten zu verlangen, sondern er wird über dich herrschen, alles ist von ihm abhängig und nicht von dir (Eruwin 100b).
Raschi
dein Verlangen
תְּשׁוּקָתֵךְ „dein Verlangen“: dein Sehnen, wie (Jesch. 29:8) וְנַפְשׁוֹ שׁוֹקֵקָה „seine Seele ist voll Verlangen“.
Raschi
וּלְאָדָ֣ם אָמַ֗ר כִּֽי־שָׁמַעְתָּ֮ לְק֣וֹל אִשְׁתֶּךָ֒ וַתֹּ֙אכַל֙ מִן־הָעֵ֔ץ אֲשֶׁ֤ר צִוִּיתִ֙יךָ֙ לֵאמֹ֔ר לֹ֥א תֹאכַ֖ל מִמֶּ֑נּוּ אֲרוּרָ֤ה הָֽאֲדָמָה֙ בַּֽעֲבוּרֶ֔ךָ בְּעִצָּבוֹן֙ תֹּֽאכֲלֶ֔נָּה כֹּ֖ל יְמֵ֥י חַיֶּֽיךָ׃
17
17
Und zu Adam sagte Er: Weil du gehört hast auf die Stimme deiner Frau und von dem Baum gegessen hast, von dem Ich dir befohlen habe und sagte: du sollst nicht essen von ihm, so soll deinetwegen die Erde verflucht sein. Mit Mühsal sollst du davon essen alle Tage deines Lebens.
Weil du gehört hast auf die Stimme deiner Frau
כִּי שָׁמַעְתָּ לְקוֹל אִשְׁתֶּךָ „Weil du gehört hast auf die Stimme deiner Frau“: weil du auf sie gehört und nicht widersprochen hast, als sie Mir Lüge und Eifersucht zuschrieb. [Seforno]
Weil du gehört hast auf die Stimme deiner Frau
Vier Arten des Hörens gibt es:
1. Der hört und verliert
2. Der hört und belohnt wird
3. Der nicht hört und belohnt wird
4. Der nicht hört und verliert.
Der hört und verliert, das ist der erste Mensch Adam. Über ihn heißt es וּלְאָדָם אָמַר כִּי שָׁמַעְתָּ לְקוֹל אִשְׁתֶּךָ „Und zu Adam sagte Er: Weil du gehört hast auf die Stimme deiner Frau“. Und was verlor er? Wie es heißt (Ber. 3:19) כִּי עָפָר אַתָּה וְאֶל עָפָר תָּשׁוּב „denn aus Staub bist du und zu Staub sollst du zurückkehren“.
Der hört und belohnt wird, das ist Awraham. Über ihn heißt es (Ber. 21:12) כֹּל אֲשֶׁר תֹּאמַר אֵלֶיךָ שָׂרָה שְׁמַע בְּקֹלָהּ „Alles, was Sara dir sagt, höre auf ihre Stimme“. Und womit wurde er belohnt? Wie es dort im selben Vers heißt כִּי בְיִצְחָק יִקָּרֵא לְךָ זָרַע „durch Jizchak soll deine Nachkommenschaft genannt werden“.
Der nicht hört und belohnt wird, das ist Josef. Über ihn heißt es (Ber. 39:10) וְלֹא שָׁמַע אֵלֶיהָ לִשְׁכַּב אֶצְלָהּ לִהְיוֹת עִמָּהּ „und er hörte nicht auf [Potifars Frau], bei ihr zu liegen, um mit ihr zu sein“. Und womit wurde er belohnt? Wie es heißt (Ber. 42:6) וְיוֹסֵף הוּא הַשַּׁלִּיט עַל הָאָרֶץ „Und Josef war der Machthaber über das Land“.
Der nicht hört und verliert, das ist Israel. Über das Volk Israel heißt es (Jirm. 7:26) וְלוֹא שָׁמְעוּ אֵלַי וְלֹא הִטּוּ אֶת אָזְנָם „sie aber hörten nicht auf Mich und neigten ihr Ohr nicht und steiften ihren Nacken, schlimmer als ihre Väter“. Und was verloren sie? Wie es heißt (Jirm. 15:2) אֲשֶׁר לַמָּוֶת לַמָּוֶת וַאֲשֶׁר לַחֶרֶב לַחֶרֶב „Wer des Todes – zum Tod! Wer des Schwertes – zum Schwert!“; und es heißt (Jesch. 1:19) אִם תֹּאבוּ וּשְׁמַעְתֶּם טוּב הָאָרֶץ תֹּאכֵלוּ „Wollt ihr und hört, dann sollt ihr das Beste des Landes verzehren“.
Jalkut Schimoni, Remes 32
so soll deinetwegen die Erde verflucht sein
Der Erdboden bringt dir verwünschte Dinge hervor wie Fliegen, Flöhe und Ameisen. Ähnlich wie bei einem, der einen verkommenen Lebensweg eingeschlagen hat, die Menschen die Mutterbrust verwünschen, an der er getrunken hat.
Raschi
וְק֥וֹץ וְדַרְדַּ֖ר תַּצְמִ֣יחַֽ לָ֑ךְ וְאָכַלְתָּ֖ אֶת־עֵ֥שֶׂב הַשָּׂדֶֽה׃
18
18
Dornen und Disteln soll sie dir wachsen lassen und du wirst das Gewächs des Feldes essen.
Dornen und Disteln soll sie dir wachsen lassen
Wenn du die Erde mit Saatgut besäst, wird sie Dornen und Disteln wachsen lassen.
קוֹץ וְדַרְדַּר „Dornen und Disteln“: die durch Zubereitung genießbar werden.
Raschi
du wirst das Kraut des Feldes essen
Worin besteht dabei die Verwünschung, weil doch beim Segen zu ihm gesagt wurde הִנֵּה נָתַתִּי לָכֶם אֶת כָּל עֵשֶׂב זוֹרֵעַ זֶרַע „Hier, Ich gebe euch alles Gewächs, das Samen trägt“ (Ber. 1:29)? Nur, was steht hier am Anfang der Sache, אֲרוּרָה הָאֲדָמָה בַּעֲבוּרֶךָ בְּעִצָּבוֹן תֹּאכֲלֶנָּה „verwünscht sei der Erdboden deinetwegen, mit Schmerzen wirst du ihn genießen“, und nach den Schmerzen wird er dir Dornen und Disteln wachsen lassen. Wenn du ihn mit Hülsenfrüchten oder Gartenkräutern besäst, wird er dir Dornen und Disteln und andere wilde Kräuter hervorbringen, und gegen deinen Willen wirst du sie essen.
Raschi
בְּזֵעַ֤ת אַפֶּ֙יךָ֙ תֹּ֣אכַל לֶ֔חֶם עַ֤ד שֽׁוּבְךָ֙ אֶל־הָ֣אֲדָמָ֔ה כִּ֥י מִמֶּ֖נָּה לֻקָּ֑חְתָּ כִּֽי־עָפָ֣ר אַ֔תָּה וְאֶל־עָפָ֖ר תָּשֽׁוּב׃
19
19
Im Schweiß deines Angesichts wirst du dein Brot essen, bis du zurückkehrst zur Erde, von der du genommen bist. Denn aus Staub bist du und zum Staub sollst du zurückkehren.
Im Schweiß deines Angesichts: nachdem du dir viel Mühe damit gegeben hast.
Raschi
וַיִּקְרָ֧א הָֽאָדָ֛ם שֵׁ֥ם אִשְׁתּ֖וֹ חַוָּ֑ה כִּ֛י הִ֥וא הָֽיְתָ֖ה אֵ֥ם כָּל־חָֽי׃
20
20
Es nannte der Mensch den Namen seiner Frau Chawa, denn sie war die Mutter alles Lebenden.
Es nannte der Mensch
Der Vers kehrt zu seinem ersten Thema zurück וַיִּקְרָא הָאָדָם שֵׁמוֹת „der Mensch gab Namen“ (Ber. 2:20), und er hat nur unterbrochen, um zu lehren, dass infolge der Benennung mit Namen ihm Chawa zur Gefährtin gegeben wurde, wie es dort heißt וּלְאָדָם לֹא מָצָא עֵזֶר כְּנֶגְדּוֹ „aber für den Menschen fand Er keine Gehilfin“. Darum וַיַּפֵּל תַּרְדֵּמָה „ließ Er einen tiefen Schlaf auf ihn herabfallen“. Und weil die Torah geschrieben hat וַיִּהְיוּ שְׁנֵיהֶם עֲרֻמִּים „beide waren sie nackt“, schließt daran der Abschnitt von der Schlange an, um dir zu zeigen: dadurch, dass sie sie entblößt gesehen hatte und sie beim Eheleben beobachtet hatte, war sie lüstern nach ihr geworden und kam zu ihnen mit einem Plan und mit List.
Raschi
Chawa
Der Name חַוָּה deckt sich mit dem Ausdruck חַיָּה „die Lebende“, die ihren Kindern das Leben schenkt, wie du liest (Koh. 2:22) מֶה הֹוֶה לָאָדָם „was wird dem Menschen zuteil“, mit dem Ausdruck הָיָה „sein“, „werden“.
Raschi
וַיַּעַשׂ֩ יְהוָ֨ה אֱלֹהִ֜ים לְאָדָ֧ם וּלְאִשְׁתּ֛וֹ כָּתְנ֥וֹת ע֖וֹר וַיַּלְבִּשֵֽׁם׃ (פ)
21
21
Es machte der Ewige, G‑tt, dem Menschen und seiner Frau Gewänder aus Fell und bekleidete sie.
Gewänder aus Fell
כָּתְנוֹת עוֹר „Gewänder aus Fell“: Manche Deutungen der Aggada sagen, glatt wie ein Fingernagel, ihrer Haut anliegend
(מְדֻבָּקִים עַל עוֹרָן). Und manche sagen, eine Sache, die von der Haut stammt (דָּבָר הַבָּא מִן הָעוֹר), wie zum Beispiel Hasenwolle, die weich und warm ist, und davon machte Er ihnen Gewänder (Bereschit Rabba 20:12, Tanchuma Jaschan, Abschn. 24).
Raschi