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Bereschit

Bereschit 1:1 – 6:8

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2. Alija

(Bereschit 2:4 – 2:19)

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אֵ֣לֶּה תוֹלְד֧וֹת הַשָּׁמַ֛יִם וְהָאָ֖רֶץ בְּהִבָּֽרְאָ֑ם בְּי֗וֹם עֲשׂ֛וֹת יְהוָ֥ה אֱלֹהִ֖ים אֶ֥רֶץ וְשָׁמָֽיִם׃
4
4
Das sind die Geschöpfe von Himmel und Erde, als sie erschaffen wurden, am Tag, als G‑tt, der Ewige, Erde und Himmel schuf.
Das: die zuvor genannten Geschöpfe,
sind die Geschöpfe von Himmel und Erde, als sie erschaffen wurden, am Tag, als G‑tt schuf: das lehrt dich, dass alle am ersten Tag erschaffen wurden.
Andere Erklärung: בְּהִבָּרְאָם – בְּהֵ״א בְּרָאָם, Er erschuf sie mit dem Buchstaben des G‑ttesnamens יָהּ, wie es heißt (Jesch. 26:4) בְּיָהּ ה׳ צוּר עוֹלָמִים „Mit יָהּ (J‑H) schuf der Ewige Welten“. Mit diesen beiden Buchstaben des G‑ttesnamens (י und ה) erschuf Er die zwei Welten (Menachot 29b). Und hier wird gelehrt, dass diese Welt mit dem Buchstaben ה erschaffen wurde. (Andere Version: eine Andeutung, wie der Buchstabe ה unten offen ist, so ist die Welt für diejenigen offen, die in Teschuwa zurückkehren. Und die Künftige Welt ist mit dem Buchstaben י erschaffen, um zu sagen, dass die Zaddikim in jener Zeit gering an Zahl sein werden wie ein י, der kleinste Buchstabe.) Eine Andeutung, dass die Geschöpfe dieser Welt in die Tiefe sinken, das Grab zu schauen, wie der Buchstabe ה, der von allen Seiten geschlossen und unten offen ist, dass sie dort hinabsinken.
Raschi
die zuvor genannten Geschöpfe: Das macht deutlich, dass der vorliegende Vers kein neues Thema einleitet, sondern eine Zusammenfassung und Fortsetzung des vorherigen Abschnitts ist.
die Geschöpfe von Himmel und Erde: die Himmelskörper sowie die Pflanzen und Tiere auf der Erde.
dass alle am ersten Tag erschaffen wurden: Auch die Abkömmlinge von Himmel und Erde wurden am ersten Tag erschaffen, aber noch nicht vollendet. Erst im Verlauf der sechs Schöpfungstage erhielten sie ihre endgültige Form.
die Geschöpfe von Himmel und Erde
G‑tt erschuf Himmel und Erde und befahl ihnen, weitere Geschöpfe hervorzubringen. So wird gelehrt לַכֹּל יֵשׁ תּוֹלָדוֹת „Alles hat seine Abkömmlinge“ (Bereschit Rabba 12:7).
Radak
וְכֹ֣ל ׀ שִׂ֣יחַ הַשָּׂדֶ֗ה טֶ֚רֶם יִֽהְיֶ֣ה בָאָ֔רֶץ וְכָל־עֵ֥שֶׂב הַשָּׂדֶ֖ה טֶ֣רֶם יִצְמָ֑ח כִּי֩ לֹ֨א הִמְטִ֜יר יְהוָ֤ה אֱלֹהִים֙ עַל־הָאָ֔רֶץ וְאָדָ֣ם אַ֔יִן לַֽעֲבֹ֖ד אֶת־הָֽאֲדָמָֽה׃
5
5
Und alle Sträucher des Feldes waren noch nicht auf der Erde, und das Gewächs des Feldes wuchs noch nicht. Denn G‑tt, der Ewige, hatte es noch nicht auf der Erde regnen lassen, und der Mensch war noch nicht da, um die Erde zu bearbeiten.
waren noch nicht auf der Erde
Überall, wo טֶרֶם in der Torah vorkommt, bedeutet es „noch nicht“ und nicht „zuerst“. Es gibt davon keine Verbalform הִטְרִים, wie man הִקְדִּים sagt. Das beweist unser Vers, und weiters (Schem. 9:30) כִּי טֶרֶם תִּירְאוּן „denn ihr fürchtet euch noch nicht“. Und auch unsere Stelle erkläre so: war noch nicht auf der Erde, als die Erschaffung der Welt am sechsten Tag vollendet war, bevor der Mensch erschaffen war. Und das Gewächs des Feldes wuchs noch nicht: es war noch nicht gewachsen. Dass es aber am dritten Tag heißt וַתּוֹצֵא הָאָרֶץ „die Erde soll hervorbringen“, da kamen sie noch nicht hervor, sondern blieben am Ausgang aus dem Boden stehen bis zum sechsten Tag.
Raschi
Denn G‑tt hatte es noch nicht regnen lassen
Und warum hatte Er nicht regnen lassen? Weil der Mensch noch nicht da war, den Erdboden zu bebauen, und keiner die Wohltat des Regens erkannte. Als aber der Mensch kam und einsah, dass der Regen für die Welt nötig war, bat er um ihn, und er fiel herab, und die Bäume und Gräser wuchsen (Chulin 60b).
Raschi
G‑tt, der Ewige
ה׳ אֱלֹהִים „G‑tt, der Ewige“. ה׳ „G‑tt“ ist Sein Name, אֱלֹהִים „Ewiger“ bedeutet, dass Er der Richter und Herrscher über Alles ist. Das Namenspaar ה׳ אֱלֹהִים „G‑tt, der Ewige“ nach dem einfachen Sinn (פְּשׁוּטוֹ שֶׁל מִקְרָא) hat überall diese Bedeutung.
Raschi
Der Name י­ה­ו­ה ist gleichsam der Wesensname G‑ttes und bezieht sich auf das Sein G‑ttes, das der Ursprung allen Daseins ist. Der Name enthält auch die Worte הָיָה, הוֹוֶה, יִהְיֶה, „Er war, Er ist, Er wird sein“.
Schulchan Aruch, Orach Chajim 5:1
Das Namenspaar ה׳ אֱלֹהִים „G‑tt, der Ewige“: Der Name י­ה­ו­ה ist gleichsam der Wesensname G‑ttes. Der Name „Elokim“ hingegen beschreibt Sein Verhältnis zu den Menschen und drückt aus, dass Er der Herrscher über die gesamte Schöpfung ist. Der Name „Elokim“ kann im Sinne eines Attributs zusammen mit Seinem Wesensnamen verwendet werden.
וְאֵ֖ד יַֽעֲלֶ֣ה מִן־הָאָ֑רֶץ וְהִשְׁקָ֖ה אֶֽת־כָּל־פְּנֵֽי־הָֽאֲדָמָֽה׃
6
6
Da stieg Nebel von der Erde auf und tränkte die ganze Fläche der Erde.
Da stieg Nebel von der Erde auf
וְאֵד יַעֲלֶה „Nebel“, „Dunst“. Zum Zweck der Erschaffung des Menschen ließ Er die unterirdische Flut aufsteigen und tränkte die Wolken, um den Staub feucht werden zu lassen. Und dann wurde der Mensch erschaffen. Wie ein Kneter erst Wasser zugießt und dann den Teig knetet, so auch hier וְהִשְׁקָה „Er tränkte“, und dann (nächster Vers) וַיִּיצֶר „Er bildete“.
Raschi
tränkte: bewässerte.
וַיִּיצֶר֩ יְהוָ֨ה אֱלֹהִ֜ים אֶת־הָֽאָדָ֗ם עָפָר֙ מִן־הָ֣אֲדָמָ֔ה וַיִּפַּ֥ח בְּאַפָּ֖יו נִשְׁמַ֣ת חַיִּ֑ים וַֽיְהִ֥י הָֽאָדָ֖ם לְנֶ֥פֶשׁ חַיָּֽה׃
7
7
Und G‑tt, der Ewige, bildete den Menschen aus Staub vom Erdboden und blies in seine Nase die Seele des Lebens. So wurde der Mensch zu einem lebenden Wesen.
bildete
וַיִּיצֶר mit doppeltem Buchstaben י (Jud): Er bildete eine doppelte Bildung, eine Bildung für diese Welt und für die Wiederbelebung der Toten. Beim Tier aber, das zum Gericht nicht aufersteht, ist die Bildung nicht mit doppeltem Jud geschrieben.
Raschi
Beim Tier aber: וַיִּצֶר ה׳ אֱלֹהִים מִן הָאֲדָמָה כָּל חַיַּת הַשָּׂדֶה „G‑tt, der Ewige, bildete vom Erdboden alle Tiere des Feldes“ (Ber. 1:19).
aus Staub vom Erdboden
Er häufte seinen Staub vom ganzen Erdboden von allen vier Seiten zusammen, damit jeder Ort, wo er sterbe, ihn zum Grab aufnehme.
Andere Erklärung: Er nahm Staub von dem Ort, von dem es heißt (Schem. 20:24) מִזְבַּח אֲדָמָה תַּעֲשֶׂה לִי „einen Altar von Erde sollst du Mir machen“, indem Er sagte: Möge das eine Sühne für ihn sein, dass er bestehen könne.
Raschi
blies in seine Nase die Seele des Lebens
Er schuf den Menschen aus Erdgebundenem (תַּחְתּוֹנִים) und aus Himmlischem (עֶלְיוֹנִים), den Körper aus Erdgebundenem und die Seele aus Himmlischem. Weil am ersten Tag Himmel und Erde erschaffen wurden, Er am zweiten Tag den Raum erschuf für die Himmlischen, am dritten Tag das Trockene sichtbar wurde für die Erdgebundenen, Er am vierten Tag die Lichter erschuf für die Himmlischen, am fünften Tag die Wasser wimmelten für die Erdgebundenen, war am sechsten Tag nötig, dass an ihm von den Himmlischen und von den Erdgebundenen eine Schöpfung vollbracht wurde, sonst wäre Neid in der Schöpfung entstanden, wenn die einen um die Schöpfung eines Tages mehr gewesen wären als die anderen.
Raschi
Seele des Lebens: die ewigen Bestand hat und nicht mit dem Tod des Körpers stirbt.
Ibn Esra, Chiskuni
zu einem lebenden Wesen
לְנֶפֶשׁ חַיָּה „zu einem lebenden Wesen“: auch zahme und wilde Tiere werden „Lebewesen“ (נֶפֶשׁ חַיָּה) genannt, der Ausdruck beim Menschen aber bedeutet die höchste Steigerung des Lebens, weil ihm Vernunft und Sprache dazugegeben wurden.
Raschi
zu einem lebenden Wesen
נֶפֶשׁ חַיָּה bedeutet: ein sprachbegabter Geist (רוּחַ מְמַלְּלָא).
Targum Onkelos
וַיִּטַּ֞ע יְהוָ֧ה אֱלֹהִ֛ים גַּן־בְעֵ֖דֶן מִקֶּ֑דֶם וַיָּ֣שֶׂם שָׁ֔ם אֶת־הָֽאָדָ֖ם אֲשֶׁ֥ר יָצָֽר׃
8
8
Und es pflanzte G‑tt, der Ewige, einen Garten in Eden, im Osten gelegen, und setzte dorthin den Menschen, den Er gebildet hatte.
im Osten gelegen
מִקֶּדֶם „zur Ostseite“ von Eden pflanzte Er den Garten. Wenn du nun sagen wirst, es steht doch bereits (Ber. 1:27) וַיִּבְרָא אֱלֹהִים אֶת הָאָדָם „Er erschuf den Menschen“, siehe, so habe ich in einer Baraita von R. Eliëser ben R. Jose haGlili gesehen, über die 32 Regeln, mit denen die Torah erklärt wird. Das ist eine von ihnen: Wenn auf eine zusammenfassende Angabe eine Erzählung folgt, dann ist diese die Ausführung der ersteren.
„Er erschuf den Menschen“ ist eine zusammenfassende Angabe, die verschweigt, woraus Er ihn erschuf, und Seine Werke verschweigt. Dann aber erklärt die Torah וַיִּיצֶר ה׳ אֱלֹהִים „G‑tt, der Ewige, schuf“, pflanzte für ihn den Garten Eden, setzte ihn in den Garten Eden, ließ auf ihn einen tiefen Schlaf fallen. Wer das hört, meint, das sei eine andere Begebenheit, es ist aber nur die Ausführung der ersten.

Ebenso wiederholt die Torah bei den Tieren und schreibt (Ber. 1:19) וַיִּצֶר ה׳ אֱלֹהִים מִן הָאֲדָמָה כָּל חַיַּת הַשָּׂדֶה „der Ewige bildete vom Erdboden alle Tiere des Feldes“, um zu erklären וַיָּבֵא אֶל הָאָדָם „und brachte sie zum Menschen“, dass er ihnen Namen gebe, und um zu lehren, dass die Vögel aus dem Sumpf [Mischung von Erde und Wasser] erschaffen wurden.
Raschi
וַיַּצְמַ֞ח יְהוָ֤ה אֱלֹהִים֙ מִן־הָ֣אֲדָמָ֔ה כָּל־עֵ֛ץ נֶחְמָ֥ד לְמַרְאֶ֖ה וְט֣וֹב לְמַאֲכָ֑ל וְעֵ֤ץ הַֽחַיִּים֙ בְּת֣וֹךְ הַגָּ֔ן וְעֵ֕ץ הַדַּ֖עַת ט֥וֹב וָרָֽע׃
9
9
Und G‑tt, der Ewige, ließ aus der Erde allerlei Bäume wachsen, nett zum Ansehen und gut zum Essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten, und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse.
[Es ist nicht auf den ersten Blick klar, ob sich der Vers auf das Wachsen der Bäume im Allgemeinen oder konkret auf Bäume in Gan Eden bezieht.]
ließ wachsen
וַיַּצְמַח „ließ wachsen“: der Vers spricht vom Garten.
Raschi
im Garten
בְּתוֹךְ הַגָּן „im Garten“: mitten im Garten.
Raschi
Baum des Lebens
Wer davon isst, erwirbt langes Leben.
Ramban
וְנָהָר֙ יֹצֵ֣א מֵעֵ֔דֶן לְהַשְׁק֖וֹת אֶת־הַגָּ֑ן וּמִשָּׁם֙ יִפָּרֵ֔ד וְהָיָ֖ה לְאַרְבָּעָ֥ה רָאשִֽׁים׃
10
10
Und ein Fluss kam aus Eden, den Garten zu bewässern, und von da aus teilte er sich und wurde zu vier Hauptflüssen.
שֵׁ֥ם הָֽאֶחָ֖ד פִּישׁ֑וֹן ה֣וּא הַסֹּבֵ֗ב אֵ֚ת כָּל־אֶ֣רֶץ הַֽחֲוִילָ֔ה אֲשֶׁר־שָׁ֖ם הַזָּהָֽב׃
11
11
Der Name des einen ist Pischon, das ist der, der um das ganze Land Chawila fließt, wo das Gold ist.
Pischon
Das ist der Nil, der Fluss Mizraims. Weil sein Wasser gesegnet ist, steigt und das Land bewässert, wird er Pischon genannt. [Der Begriff פִּישׁוֹן kommt von der Wurzel פוש „anwachsen“, „zunehmen“,] wie im Vers (Chab. 1:8) וּפָשׁוּ פָּרָשָׁיו „seine Reiter breiten sich aus“.
Andere Erklärung: Pischon ist der Fluss, der Flachs (hebr. Pischtan) groß werden lässt. Denn von Mizraim heißt es (Jesch. 19:9) וּבֹשׁוּ עֹבְדֵי פִשְׁתִּים „beschämt sind die, die aus Flachs anfertigen“.
Raschi
וּֽזֲהַ֛ב הָאָ֥רֶץ הַהִ֖וא ט֑וֹב שָׁ֥ם הַבְּדֹ֖לַח וְאֶ֥בֶן הַשֹּֽׁהַם׃
12
12
Das Gold dieses Landes ist gut, dort ist der Bedolach und der Schohamstein.
וְשֵֽׁם־הַנָּהָ֥ר הַשֵּׁנִ֖י גִּיח֑וֹן ה֣וּא הַסּוֹבֵ֔ב אֵ֖ת כָּל־אֶ֥רֶץ כּֽוּשׁ׃
13
13
Der Name des zweiten Flusses ist Gichon, das ist der, der um das ganze Land Kusch fließt.
Gichon
גִּיחוֹן, Gichon, der rauschend dahinzieht mit mächtigem Rauschen. [Der Begriff גִּיחוֹן ist verwandt mit נגיחה „[mit den Hörnern] stoßen“,] wie im Vers (Schem. 21:28) וְכִי יִגַּח „wenn [der Ochse] stößt“; der Fluss stößt hervor und zieht rauschend dahin.
Raschi
וְשֵׁ֨ם הַנָּהָ֤ר הַשְּׁלִישִׁי֙ חִדֶּ֔קֶל ה֥וּא הַֽהֹלֵ֖ךְ קִדְמַ֣ת אַשּׁ֑וּר וְהַנָּהָ֥ר הָֽרְבִיעִ֖י ה֥וּא פְרָֽת׃
14
14
Der Name des dritten Flusses ist Chidekel, das ist der, der auf der Ostseite von Aschur fließt. Und der vierte Fluss ist Prat.
Chidekel
חִדֶּקֶל – שֶׁמֵּימָיו חַדִּין וְקַלִּין, Chidekel, dessen Wasser schnell und leicht sind (Berachot 59b).
Raschi
Prat
פְּרָת – שֶׁמֵּימָיו פָּרִין וְרָבִין וּמַבְרִין אֶת הָאָדָם, Prat, dessen Wasser fruchtbar ist und sich vermehrt, und den Menschen gesund macht (Bechorot 55b). [Raschi]
Kusch, Aschur: diese Länder gab es noch nicht, und der Vers schreibt in Bezug auf die Zukunft (Ketubot 10b).
Raschi
Ostseite von Aschur
קִדְמַת אַשּׁוּר, im Osten von Aschur.
Raschi
ist Prat: der angesehenste von allen, weil er wegen des Landes Israel erwähnt wird.
Raschi
wegen des Landes Israel: Die Torah erwähnt den Fluss Prat als eine der Grenzen des Landes Israel (Ber. 15:18, Dew. 11:24).
וַיִּקַּ֛ח יְהוָ֥ה אֱלֹהִ֖ים אֶת־הָֽאָדָ֑ם וַיַּנִּחֵ֣הוּ בְגַן־עֵ֔דֶן לְעָבְדָ֖הּ וּלְשָׁמְרָֽהּ׃
15
15
Und G‑tt, der Ewige, nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bearbeite und bewache.
[Nicht in einem körperlichen Sinn „nahm“ G‑tt den Menschen und brachte in den Garten Eden.]
der Ewige nahm den Menschen:
וַיִּקַּח „Er nahm“: G tt bewegte ihn durch schöne Worte und führte ihn dazu, hineinzugehen.
Raschi
וַיְצַו֙ יְהוָ֣ה אֱלֹהִ֔ים עַל־הָֽאָדָ֖ם לֵאמֹ֑ר מִכֹּ֥ל עֵֽץ־הַגָּ֖ן אָכֹ֥ל תֹּאכֵֽל׃
16
16
Und G‑tt, der Ewige, befahl dem Menschen und sagte: Von jedem Baum des Gartens kannst du essen.
Von jedem Baum des Gartens kannst du essen
אָכֹל תֹּאכֵל ist kein Befehl, sondern eine Erlaubnis: „essen darfst du“ davon.
Saadia Gaon
תֹּאכֵל „essen darfst du, essen“: du und alle, die von dir abstammen.
Andere Erklärung:

אָכֹל – du

תֹּאכֵל – deine Frau.
Or haChaim
Und G‑tt, der Ewige, befahl dem Menschen
Die sieben Gesetze der Söhne Noachs, die dem ersten Menschen Adam aufgetragen wurden, sind hier angedeutet:
וַיְצַו „Befahl“ – das sind die Gesetze; ה׳ „G‑tt“ – das ist die Lästerung des G‑ttesnamens, אֱלֹהִים „der Ewige“ – das ist der Götzendienst; עַל הָאָדָם „dem Menschen“ – das ist das Blutvergießen; לֵאמֹר „und sagte“ – das ist die Unzucht;

מִכֹּל עֵץ הַגָּן „von jedem Baum des Gartens“ – aber keinen Raub; אָכֹל תֹּאכֵל „kannst du essen“ – nicht aber einen Teil eines lebenden Tieres.
Sanhedrin 56b
וּמֵעֵ֗ץ הַדַּ֙עַת֙ ט֣וֹב וָרָ֔ע לֹ֥א תֹאכַ֖ל מִמֶּ֑נּוּ כִּ֗י בְּי֛וֹם אֲכָלְךָ֥ מִמֶּ֖נּוּ מ֥וֹת תָּמֽוּת׃
17
17
Nur von dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse, von diesem sollst du nicht essen! Denn am Tag, an dem du davon isst, musst du sterben.
Baum der Erkenntnis von Gut und Böse
Rabbi Meir sagt: Es war ein Weinstock.
Rabbi Nechemja sagt: Es war ein Feigenbaum.

Rabbi Jehuda sagt: Es war Weizen. [Berachot 40a]

Rabbi Abba sagt: Ein Etrogbaum war es.
Bereschit Rabba 15:7
וַיֹּ֙אמֶר֙ יְהוָ֣ה אֱלֹהִ֔ים לֹא־ט֛וֹב הֱי֥וֹת הָֽאָדָ֖ם לְבַדּ֑וֹ אֶֽעֱשֶׂהּ־לּ֥וֹ עֵ֖זֶר כְּנֶגְדּֽוֹ׃
18
18
Und G‑tt, der Ewige, sagte: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist. Ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht.
Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist
Dass man nicht sage, es gibt zwei Regierungen: der Ewige ist einzig bei den Himmlischen und ohne Zweiten, und dieser, der Mensch, ist einzig bei den Erdgebundenen und ohne Zweiten.
Raschi
eine Gehilfin machen, die ihm entspricht
עֵזֶר כְּנֶגְדוֹ, Hat er das Glück, dann ist sie ihm eine Gehilfin (עֵזֶר). Hat er nicht das Glück, dann steht sie ihm gegenüber (כְּנֶגְדּוֹ), um ihn zu bekämpfen (Jewamot 63a).
Raschi
וַיִּצֶר֩ יְהוָ֨ה אֱלֹהִ֜ים מִן־הָֽאֲדָמָ֗ה כָּל־חַיַּ֤ת הַשָּׂדֶה֙ וְאֵת֙ כָּל־ע֣וֹף הַשָּׁמַ֔יִם וַיָּבֵא֙ אֶל־הָ֣אָדָ֔ם לִרְא֖וֹת מַה־יִּקְרָא־ל֑וֹ וְכֹל֩ אֲשֶׁ֨ר יִקְרָא־ל֧וֹ הָֽאָדָ֛ם נֶ֥פֶשׁ חַיָּ֖ה ה֥וּא שְׁמֽוֹ׃
19
19
Es hatte der Ewige, G‑tt, aus der Erde alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels gebildet, und Er brachte sie dem Menschen, um zu sehen, wie der Mensch sie nennen würde. Und jedes Lebewesen, das der Mensch benannte, so sollte sein Name sein.
aus der Erde gebildet
וַיִּצֶר מִן הָאֲדָמָה „aus der Erde gebildet“: dieses Bilden ist die oben erwähnte Erschaffung (1:25) וַיַּעַשׂ אֱלֹהִים אֶת חַיַּת הָאָרֶץ „G‑tt erschuf das Wild der Erde“, und der Vers kommt nur und erklärt, dass die Vögel aus dem Sumpf [Mischung von Wasser und Erde] erschaffen wurden. Denn oben sagt der Vers, sie wurden aus dem Wasser erschaffen, und hier sagt er, sie wurden aus der Erde erschaffen.
Weiters lehrt dich der Vers hier, in der Stunde ihrer Erschaffung, sofort an demselben Tag noch brachte Er sie zum Menschen, dass er ihnen Namen gebe.

In den Worten der Aggada heißt es: Dieses Erschaffen (יְצִירָה) bedeutet soviel wie „beherrschen“ (רִדּוּי) und „unterwerfen“ (כִבּוּשׁ), wie (Dew. 20:19) כִּי תָצוּר אֶל עִיר „wenn du eine Stadt belagerst“. Er unterwarf sie der Hand des Menschen (Bereschit Rabba 17:4).
Raschi
Und jedes Lebewesen, das der Mensch benannte
[Der Vers lautet וְכֹל אֲשֶׁר יִקְרָא לוֹ הָאָדָם נֶפֶשׁ חַיָּה הוּא שְׁמוֹ.] Stelle den Vers um und erkläre ihn so כָּל נֶפֶשׁ חַיָּה אֲשֶׁר יִקְרָא לוֹ הָאָדָם שֵׁם „jedes Lebewesen, das der Mensch benannte“, הוּא שְׁמוֹ „sollte diesen seinen Namen behalten“ für immer.
Raschi