וַיֹּ֤אמֶר בָּלָק֙ אֶל־בִּלְעָ֔ם לְכָה־נָּא֙ אֶקָּ֣חֲךָ֔ אֶל־מָק֖וֹם אַחֵ֑ר אוּלַ֤י יִישַׁר֙ בְּעֵינֵ֣י הָאֱלֹהִ֔ים וְקַבֹּ֥תוֹ לִ֖י מִשָּֽׁם׃
27
27
Es sagte Balak zu Bilam: Komm doch, ich will dich mitnehmen an einen anderen Ort; vielleicht wird es recht sein in den Augen G‑ttes, dass du mir dieses Volk verfluchst von dort.
dass du es mir verfluchst
Dieses וְקַבֹּתוֹ („dass du verfluchst“) ist nicht die Befehlsform wie (zuvor, Vers 13) וְקָבְנוֹ, sondern die Form der Zukunft, vielleicht wird es in G‑ttes Augen recht sein, dass du mir von dort verfluchst. Auf Französisch maldiras lui, „du wirst verfluchen“.
Raschi
וַיִּקַּ֥ח בָּלָ֖ק אֶת־בִּלְעָ֑ם רֹ֣אשׁ הַפְּע֔וֹר הַנִּשְׁקָ֖ף עַל־פְּנֵ֥י הַיְשִׁימֹֽן׃
28
28
Und Balak nahm Bilam mit auf den Gipfel des Peor, der auf die Einöde hinabschaut.
Gipfel des Peor
Balak war ein Magier und sah, dass sie wegen des Peor geschlagen würden; er wusste aber nicht, auf welche Weise. Darum dachte er, dass vielleicht von dort aus die Flüche auf sie herabkommen würden. So ist es mit allen Sterndeutern: sie sehen etwas, aber wissen nicht, was sie sehen.
Raschi
וַיַּ֣רְא בִּלְעָ֗ם כִּ֣י ט֞וֹב בְּעֵינֵ֤י יְהוָה֙ לְבָרֵ֣ךְ אֶת־יִשְׂרָאֵ֔ל וְלֹא־הָלַ֥ךְ כְּפַֽעַם־בְּפַ֖עַם לִקְרַ֣את נְחָשִׁ֑ים וַיָּ֥שֶׁת אֶל־הַמִּדְבָּ֖ר פָּנָֽיו׃
1
1
Bilam sah, dass es in den Augen des Ewigen gefiel, Israel zu segnen, und er ging nicht mehr wie die vorigen Male auf Zauberei aus, sondern wandte sein Gesicht zur Wüste hin.
Bilam sah, dass es in den Augen des Ewigen gefiel, Israel zu segnen
Ich brauche nicht noch einmal den Ewigen auf die Probe zu stellen, denn Er will sie nicht verfluchen.
Raschi
er ging nicht mehr wie die vorigen Male
כְּפַעַם בְּפַעַם, wie er zwei Mal getan hatte.
Raschi
auf Zauberei aus: durch Zauberei zu versuchen, ob sich ihm vielleicht der Ewige offenbaren würde, wie es ihm gefiele. Sondern er sagte, ob Er sie verfluchen will oder nicht, ich werde ihre Sünden erwähnen, und die Verfluchung wird auf die Erwähnung ihrer Sünden herabkommen.
Raschi
wandte sein Gesicht zur Wüste hin
Wie Targum Onkelos sagt [וְשַׁוִי לְמַדְבְּרָא אַנְפּוֹי לְמַדְכַּר עֲלֵיהוֹן עוּבְדָא דְעֵיגְלָא דַעֲבָדוּ תַּמָן „zum Kalb, das sie in der Wüste gemacht hatten“].
Raschi
וַיִּשָּׂ֨א בִלְעָ֜ם אֶת־עֵינָ֗יו וַיַּרְא֙ אֶת־יִשְׂרָאֵ֔ל שֹׁכֵ֖ן לִשְׁבָטָ֑יו וַתְּהִ֥י עָלָ֖יו ר֥וּחַ אֱלֹהִֽים׃
2
2
Und Bilam erhob seine Augen und sah Israel nach seinen Stämmen gelagert, da kam über ihn der Geist G‑ttes.
Und Bilam erhob seine Augen
Er wollte sie mit dem bösen Blick (עַיִן הָרָע) treffen. Nun hast du seine drei Eigenschaften vollständig: böser Blick, Hochmut und die Gier, die schon zuvor erwähnt wurden (Bam. 22:13 und 18; siehe Pirke Awot 5:19).
Raschi
nach seinen Stämmen lagernd
Bilam sah jeden Stamm für sich lagern und nicht vermischt; und er sah, dass die Eingänge ihrer Zelte nicht einander gegenüber waren, damit einer nicht in das Zelt des anderen sehen könne (Bawa Batra 60).
Raschi
da kam über ihn der Geist G‑ttes: kam in sein Herz, sie nicht zu verfluchen.
Raschi
וַיִּשָּׂ֥א מְשָׁל֖וֹ וַיֹּאמַ֑ר נְאֻ֤ם בִּלְעָם֙ בְּנ֣וֹ בְעֹ֔ר וּנְאֻ֥ם הַגֶּ֖בֶר שְׁתֻ֥ם הָעָֽיִן׃
3
3
Und er begann mit seinem Spruch und sagte: Das ist der Ausspruch Bilams, Sohn von Beor, das ist der Ausspruch des Mannes geschlossenen Auges.
Sohn von Beor
[ בְּנוֹ בְעֹר [ist zu lesen als בֶּן בְּעֹר] „Sohn von Beor“, wie (Teh. 114:8) לְמַעְיְנוֹ מָיִם „in eine Wasserquelle“.
Der Midrasch sagt, beide waren größer als ihre Väter: בָּלָק – ״בְּנוֹ צִפֹּר״ (Bam. 23:18), Zipor war nur „der Sohn“ Balaks in der Herrschaft. Und בִּלְעָם – ״בְּנוֹ בְעֹר״, Bilam war größer als sein Vater an prophetischer Gabe (נְבִיאוּת), er war eine ganze Maneh, Sohn einer halben Maneh.
Raschi
Die Formulierung בְּנוֹ בְעֹר scheint zu bedeuten „sein Sohn ist Beor“, woraus folgt, dass Bilam der Vater von Beor war. Zuvor (22:5) hieß es jedoch, Bilam sei der Sohn von Beor.]
„Sohn von Beor“: Die Endsilbe ו (Waw) im Wort בְּנוֹ bedeutet nicht „sein“, sondern ist bloß ein stilistisches Element. So ist auch das Wort לְמַעְיְנוֹ als לְמַעְיָן zu lesen.
Maneh: Gewichtseinheit und Münze. „Eine ganze Maneh, Sohn einer halben Maneh“: ein übertragener Ausdruck für einen Sohn, der seinen Vater überragt.
geschlossenen Auges
שְׁתֻם הָעָיִן: sein Auge war ausgehackt und herausgenommen, und die Augenhöhle war offen sichtbar. Der Ausdruck שְׁתֻם kommt auch in der Mischna vor (Awoda szara 69a) כְּדֵי שֶׁיִשְׁתּוֹם וְיִסְתּוֹם וְיִגֹּב „dass man öffnen, schließen und mit einem Spund versehen kann“.
Unsere Lehrer sagen, weil er gesagt hatte (Bam. 23:10) וּמִסְפָּר אֶת רֹבַע יִשְׂרָאֵל „Wer kann die Zahl der Nachkommenschaft Israels zählen“. Der Ewige sitzt und zählt die Nachkommen Israels, wann ein Keim komme, aus dem ein Zaddik entstehen werde, und er in seinem Herzen gedacht hatte, Er, der heilig und dessen Diener heilig sind, soll auf solche Dinge schauen? Dafür wurde das Auge Bilams geblendet (Nidda 31a).
Manche erklären שְׁתֻם הָעָיִן im Sinn von פְּתוּחַ הָעַיִן „offenen Augen“, wie Onkelos übersetzt [דְּשַׁפִּיר חָזֵי, der gut sieht]. Aber aus der Formulierung „offenen Auges“ und nicht „offener Augen“ [in der Mehrzahl] lernen wir, dass er an einem Auge blind war.
Raschi
dass er an einem Auge blind war: Obgleich der Vers gemäß dieser Auslegung nicht ausdrücklich von Bilams Blindheit spricht, lässt sich daraus, dass er sein Sehvermögen nur einem einzelnen Auge zuschreibt, folgern, dass das andere Auge blind war. [Beer Majim Chaim; Beer Jizchak; Raschi zu Sanhedrin 105a, ד״ה שתום העין]
Tatsächlich beschreibt sich Bilam selbst im unmittelbar folgenden Vers als וּגְלוּי עֵינָיִם „mit offenen Augen“ unter Verwendung der Mehrzahl „Augen“. Das lässt sich jedoch auf die Zeit vor seiner Erblindung zurückführen.
Tosafot zu Nidda 30b, ד״ה שתום העין; Diwre David
נְאֻ֕ם שֹׁמֵ֖עַ אִמְרֵי־אֵ֑ל אֲשֶׁ֨ר מַחֲזֵ֤ה שַׁדַּי֙ יֶֽחֱזֶ֔ה נֹפֵ֖ל וּגְל֥וּי עֵינָֽיִם׃
4
4
Das ist der Ausspruch dessen, der die Worte G‑ttes hört, der die Erscheinung des Allmächtigen schaut, der hinfällt mit offenen Augen.
der hinfällt mit offenen Augen
Der einfache Sinn ist wie der Targum, dass Er ihm nur in der Nacht erschien, wenn er auf seinem Bett lag. Der Midrasch sagt, wenn Er ihm erschien, hatte Bilam nicht die Kraft, aufrecht stehen zu bleiben, sondern er fiel aufs Gesicht, weil er unbeschnitten war und zu verächtlich, dass G‑tt ihm erschienen wäre, während er aufrecht vor Ihm stand.
Raschi
מַה־טֹּ֥בוּ אֹהָלֶ֖יךָ יַעֲקֹ֑ב מִשְׁכְּנֹתֶ֖יךָ יִשְׂרָאֵֽל׃
5
5
Wie schön sind deine Zelte, Jaakow, deine Wohnungen, Israel!
Wie schön sind deine Zelte
Weil er sah, dass ihre Eingänge nicht einander gegenüber waren.
Raschi
deine Wohnungen
„Deine Wohnungen“: deine Niederlassungen, wie der Targum sagt בֵּית מִשְׁרָךְ. Andere Erklärung: Wie schön sind deine Zelte, wie gut ist das Zelt von Schilo und der Bet haMikdasch, solange sie bestehen, dass man in ihnen Opfer zur Sühne für sie darbringen kann. Deine Wohnungen, auch wenn sie zerstört sind, weil sie ein Pfand (מִשְׁכָּן – מַשְׁכּוֹן) für euch sind und ihre Zerstörung eine Sühne für die Seelen; wie es heißt (Echa 4:11) כִּלָּה ה׳ אֶת חֲמָתוֹ „gestillt hat der Ewige Seinen Zorn“, und wodurch hat Er ihn gestillt? וַיַּצֶּת אֵשׁ בְּצִיּוֹן „Indem Er Feuer entzündete in Zion“.
Raschi
wie schön sind deine Zelte, deine Wohnungen
אֹהָלֶיךָ – die Lehrhäuser (Bate Midrasch), in denen Torah gelernt wird, מִשְׁכְּנֹתֶיךָ – die Synagogen, in denen Israel zum Gebet zusammenkommt. [Seforno]
אֹהָלֶיךָ – die Zelte, in denen das Volk Israel in der Wüste lebte, מִשְׁכְּנֹתֶיךָ – die festen Häuser, die sie im Land Israel bewohnen werden.
Malbim
כִּנְחָלִ֣ים נִטָּ֔יוּ כְּגַנֹּ֖ת עֲלֵ֣י נָהָ֑ר כַּאֲהָלִים֙ נָטַ֣ע יְהוָ֔ה כַּאֲרָזִ֖ים עֲלֵי־מָֽיִם׃
6
6
Wie Bäche strecken sie sich hin, wie Gärten am Strom, wie Aloebäume, die der Ewige gepflanzt hat, wie Zedern am Wasser.
Wie Bäche strecken sie sich hin
Sind sind lang dahingezogen, dass sie sich bis in die Ferne ausdehnen. Unsere Lehrer sagen, aus den Segnungen jenes Bösen können wir entnehmen, wie er beabsichtigt hatte, sie zu verfluchen, als er dachte, der Wüste sein Gesicht zuzuwenden. Und als der Ewige seine Rede umwandelte, segnete er sie entsprechend jenen Verfluchungen, die er hatte aussprechen wollen, wie im Abschnitt ›Chelek‹ (Sanh. 105b) vorkommt.
Raschi
wie Gärten am Strom
Wie Gärten neben dem Wasserstrom wachsen, so bringt das Volk Israel Torah-Gelehrte und Torah-Lehrer hervor. [Targum Jonathan]
Ihre Zelte sind so schön wie Gärten neben dem Strom, die jeden lieblichen Baum hervorbringen. [Abarbanel]
Wie im Garten verschiedene Pflanzen angebaut werden, so besitzt das jüdische Volk eine Vielzahl von Mizwot. So wie in ebendiesem Garten eine Hauptsorte angebaut wird, so hat jeder Einzelne einer herausragende Mizwa, die er mit besonderer Sorgfalt erfüllt.
Ha’amek Dawar
wie Aloebäume
כַּאֲהָלִים, wie der Targum sagt [כְּבוּסְמַיָּא דִּנְצַב ה׳ „wie die Gewürzbäume, die der Ewige gepflanzt hat“], vom Wort (Teh. 45:9) מֹר וַאֲהָלוֹת „Myrrhe und Aloe“.
Raschi
die der Ewige gepflanzt hat: im Garten Eden. Andere Erklärung: כַּאֲהָלִים נָטַע ה׳ „wie die Zelte, die der Ewige ausgespannt hat“, wie der Himmel, der wie ein Zelt ausgespannt ist.
Raschi
die der Ewige gepflanzt hat
נָטַע ה׳ „die der Ewige gepflanzt hat“: wir finden den Ausdruck נְטִיעָה auch bei Zelten, so heißt es (Dan. 11:45) וַיִּטַּע אָהֳלֵי אַפַּדְנוֹ „er schlägt die Zelte seiner Residenz auf“.
Raschi
יִֽזַּל־מַ֙יִם֙ מִדָּ֣לְיָ֔ו וְזַרְע֖וֹ בְּמַ֣יִם רַבִּ֑ים וְיָרֹ֤ם מֵֽאֲגַג֙ מַלְכּ֔וֹ וְתִנַּשֵּׂ֖א מַלְכֻתֽוֹ׃
7
7
Es fließt Wasser aus seinen Brunnen und seine Saat wächst an mächtigem Gewässer, höher als Agag ist sein König und sein Reich wird sich hoch erheben.
aus seinen Brunnen
מִדָּלְיָו im Sinn von מִבְּאֵרוֹתָיו, aus seinen Brunnen. Die Bedeutung davon ist, wie der Targum sagt: יִסְגֵּי מַלְכָּא דְּיִתְרַבַּא מִבְּנוֹהִי, ein mächtiger König wird ihm entstammen.
Raschi
und seine Saat wächst an mächtigem Gewässer
Das bedeutet Gedeihen, wie Saat, die am Wasser ausgesät ist.
Raschi
höher als Agag ist sein König: ihr erster König bezwingt Agag, den König von Amalek.
Raschi
und sein Reich wird sich hoch erheben
Das Reich Jaakows, immer höher, auf ihn folgen David und Schlomo.
Raschi
אֵ֚ל מוֹצִיא֣וֹ מִמִּצְרַ֔יִם כְּתוֹעֲפֹ֥ת רְאֵ֖ם ל֑וֹ יֹאכַ֞ל גּוֹיִ֣ם צָרָ֗יו וְעַצְמֹתֵיהֶ֛ם יְגָרֵ֖ם וְחִצָּ֥יו יִמְחָֽץ׃
8
8
G‑tt, der das Volk Israel aus Mizraim geführt hat mit der Kraft der Erhabenheit, die Er vermag, verzehrt die Völker, die seine Feinde sind, lässt ihre Knochen abnagen, Seine Pfeile in ihrem Blut färben.
ihre Knochen: der Bedränger; abnagen: Menachem erklärt das Wort יְגָרֵם mit „zerbrechen“; ebenso (Zef. 3:3) לֹא גָרְמוּ לַבֹּקֶר „sie lassen keinen Knochen unversehrt bis zum Morgen“; ebenso (Jech. 23:24) וְאֶת חֲרָשֶׁיהָ תְּגָרֵמִי „und zerbricht seine Scherben“. Ich meine aber, das Wort יְגָרֵם bedeutet „Knochen“: dass man das Fleisch mit den Zähnen ringsum abnagt und das Mark von innen und den Knochen kahl übriglässt.
Raschi
Menachem ben Saruk (ca. 920–970, Spanien), Verfasser des hebräischen Wörterbuches Machberet.
Seine Pfeile färben
Die Worte וְחִצָּיו יִמְחָץ übersetzt Onkelos mit אַרְעָתְהוֹן יַחְסְנוּן „die Länder seiner Bedränger wird es in Besitz nehmen“, den Anteil seiner Bedränger, ihren Teil; wie im Vers (Ber. 49:23) בַּעֲלֵי חִצִּים „die Herren der Pfeile“, Targum מָרֵי פַלְגוּתָא „seine Miterben“ (von Teilung und Hälfte); ebenso יִמְחָץ „nimmt es in Besitz“ von (Richt. 5:26) וּמָחֲצָה וְחָלְפָה רַקָּתוֹ „teilte und durchbohrte seine Schläfe“. Israel nimmt ihr Land in Besitz. Man kann יִמְחָץ auch wörtlich mit „Pfeile“ übersetzen: die Pfeile des Ewigen tauchen in das Blut der Bedränger, tauchen und benetzen sich mit ihrem Blut; wie im Vers (Teh. 68:24) לְמַעַן תִּמְחַץ רַגְלְךָ בְּדָם „dass dein Fuß sich mit Blut benetze“. Doch verliert das Wort nicht die Bedeutung von „Wunde“; wie (Dew. 32:39) מָחַצְתִּי „ich verwunde“; denn ein mit Blut Benetzter sieht aus, als wäre er verwundet und getroffen.
Raschi
כָּרַ֨ע שָׁכַ֧ב כַּאֲרִ֛י וּכְלָבִ֖יא מִ֣י יְקִימֶ֑נּוּ מְבָרֲכֶ֣יךָ בָר֔וּךְ וְאֹרְרֶ֖יךָ אָרֽוּר׃
9
9
Es kniet nieder, legt sich wie Löwe und wie Löwin, wer will es aufreizen? Wer dich segnet, ist gesegnet, und wer dich verflucht, ist verflucht!
Es kniet nieder, legt sich wie ein Löwe
כָּרַע שָׁכַב כַּאֲרִי hat die Bedeutung, wie der Targum sagt [יְנוּחַ יִשְׁרֵי בִּתְקוֹף כְּאַרְיָא, es soll ruhen, es soll weilen wie ein Löwe]. Israel werden sich in ihrem Land voll Kraft und Stärke niederlassen.
Raschi
וַיִּֽחַר־אַ֤ף בָּלָק֙ אֶל־בִּלְעָ֔ם וַיִּסְפֹּ֖ק אֶת־כַּפָּ֑יו וַיֹּ֨אמֶר בָּלָ֜ק אֶל־בִּלְעָ֗ם לָקֹ֤ב אֹֽיְבַי֙ קְרָאתִ֔יךָ וְהִנֵּה֙ בֵּרַ֣כְתָּ בָרֵ֔ךְ זֶ֖ה שָׁלֹ֥שׁ פְּעָמִֽים׃
10
10
Da entbrannte der Zorn Balaks gegen Bilam und er schlug seine Hände zusammen; und Balak sagte zu Bilam: Damit du meine Feinde verfluchst, habe ich dich gerufen, und jetzt hast du sie schon drei Mal gesegnet!
er schlug seine Hände zusammen
וַיִּסְפֹּק אֶת כַּפָּיו „er schlug seine Hände zusammen“: schlug die Hände aufeinander.
Raschi
er schlug seine Hände zusammen: aus Wut. [Abarbanel]
er schlug seine Hände zusammen: um seine Wut zu beruhigen. [Or haChaim]
er schlug seine Hände zusammen: aus Verzweiflung, denn er war gerade von Bilam verflucht worden: „wer dich, Israel, verflucht, ist verflucht“.
Seforno
jetzt hast du sie gesegnet
Die doppelte Nennung בֵּרַכְתָּ בָרֵךְ drückt aus: das ist der Segen eines Segens; ein Segen, der keinerlei Fluch und Schlechtes enthält.
Or haChaim
אִם־יִתֶּן־לִ֨י בָלָ֜ק מְלֹ֣א בֵיתוֹ֮ כֶּ֣סֶף וְזָהָב֒ לֹ֣א אוּכַ֗ל לַעֲבֹר֙ אֶת־פִּ֣י יְהוָ֔ה לַעֲשׂ֥וֹת טוֹבָ֛ה א֥וֹ רָעָ֖ה מִלִּבִּ֑י אֲשֶׁר־יְדַבֵּ֥ר יְהוָ֖ה אֹת֥וֹ אֲדַבֵּֽר׃
13
13
Wenn Balak mir sein Haus voll Silber und Gold gäbe, so kann ich doch nicht den Befehl des Ewigen übertreten, Gutes oder Böses aus meinem Herzen zu tun; was der Ewige reden wird, das muss ich reden.
den Befehl des Ewigen übertreten
לַעֲבֹר אֶת פִּי ה׳ „den Befehl des Ewigen übertreten“. Hier steht nicht אֱלֹהָי „meines G‑ttes“ wie das erste Mal (Bam. 22:18), weil er wusste, dass er sich gegen den Ewigen aufgelehnt hatte und verstoßen worden war.
Raschi