וַיֹּ֨אמֶר לֶ֜מֶךְ לְנָשָׁ֗יו עָדָ֤ה וְצִלָּה֙ שְׁמַ֣עַן קוֹלִ֔י נְשֵׁ֣י לֶ֔מֶךְ הַאְזֵ֖נָּה אִמְרָתִ֑י כִּ֣י אִ֤ישׁ הָרַ֙גְתִּי֙ לְפִצְעִ֔י וְיֶ֖לֶד לְחַבֻּרָתִֽי׃
23
23
Es sagte Lemech zu seinen Frauen: Ada und Zila, hört auf meine Stimme! Frauen des Lemech, horcht auf meine Rede! Habe ich den Mann Kain absichtlich getötet, dass die Wunde nach mir genannt werde, den Jungen Tuwal Kain absichtlich getötet, dass der Schlag nach mir genannt werde?
Es nahm sich Lemech zwei Frauen
Seine Frauen verweigerten den Eheverkehr mit ihm, weil er Kain und seinen Sohn Tuwal Kain getötet hatte. Denn Lemech war blind, und Tuwal Kain führte ihn. Da sah er Kain, und dieser kam ihm wie ein Tier vor, und er forderte Lemech auf, den Bogen zu spannen, und der tötete ihn. Als er sich bewusst wurde, dass das sein Vorfahre Kain war, schlug er die Hände zusammen, traf seinen Sohn dazwischen und tötete ihn. Darum trennten sich seine Frauen von ihm, und er besänftigte sie: Hört auf meine Stimme, kehrt zurück zu mir. Ist denn der Mann, den ich getötet habe, durch meine Wunde getötet worden, habe ich ihn etwa absichtlich verwundet, dass die Wunde nach meinem Namen genannt wird? Und ist das Kind, das ich getötet habe, durch meine Beule getötet worden, das heißt, durch meinen Schlag? Es ist ein Fragesatz. Habe ich doch aus Versehen und nicht vorsätzlich gehandelt. Darum ist es nicht meine Wunde und meine Beule.
Raschi
<b>Höret meine Stimme,</b> seine Frauen hatten sich vom Verkehr mit ihm getrennt, weil er Kain und seinen Sohn Tubal Kain getötet hatte. Denn Lemech war blind, und Tubal Kain führte ihn; da sah er Kain, und dieser kam ihm wie ein wildes Tier vor, und er hieß den Vater den Bogen spannen, und er tötete ihn. Als er gewahr wurde, dass es sein Urahn Kain war, schlug er die Hände zusammen, traf seinen Sohn dazwischen und tötete ihn; darum trennten sich seine Frauen von ihm, und er besänftigte sie.
<b>Höret meine Stimme,</b> füget euch meinem Verkehr; ist denn der Mann, den ich getötet, zu meiner Wunde getötet worden, habe ich ihn etwa freventlich verwundet, dass die Wunde nach meinem Namen genannt wird; und ist das Kind, das ich getötet, zu meiner Beule getötet worden, das heißt, durch meinen Schlag? Es ist ein Fragesatz. Habe ich doch aus Versehen und nicht freventlich gehandelt; darum ist es nicht meine Wunde und nicht meine Beule.
Wunde
פֶּצַע „Wunde“: die Verwundung mit einem Schwert oder einem Pfeil. Navredure auf Französisch.
Raschi
Schlag
חֲבוּרָה „Wunde“, „Bluterguss“: ein Schlag, durch den das Blut gerinnt, aber nicht austritt.
Raschi zu Schemot 21:25
כִּ֥י שִׁבְעָתַ֖יִם יֻקַּם־קָ֑יִן וְלֶ֖מֶךְ שִׁבְעִ֥ים וְשִׁבְעָֽה׃
24
24
Wenn Kains Verbrechen nach sieben Generationen gerächt wird, so wird Lemechs Totschlag aus Versehen gewiss erst nach vielfach sieben Generationen gerächt.
Wenn Kain nach sieben Generationen
Kain, der absichtlich tötete, wurde bis sieben Generationen Aufschub gewährt. Soll nicht mir, der ich aus Versehen tötete, vielfach sieben Generationen Aufschub gewährt werden?
Raschi
vielfach sieben
שִׁבְעִים וְשִׁבְעָה „vielfach sieben“: damit wird ein vielfaches Sieben ausgedrückt. So erklärt Rabbi Tanchuma.
Der Midrasch Bereschit Rabba hingegen erklärt, Lemech hat gar nicht getötet, und seine Frauen trennten sich von ihm, als sie Kinder bekommen hatten, weil das Verhängnis beschlossen war, dass die Nachkommen Kains nach sieben Generationen aufhören sollten. Da sagten sie, Was sollen wir Kinder für den Untergang gebären, morgen kommt die Sündflut (מַּבּוּל) und überschwemmt alles. Er aber sagte zu ihnen (Vers zuvor): וְכִי אִישׁ הָרַגְתִּי לְפִצְעִי „Habe ich einen Mann erschlagen mit meiner Wunde“, habe ich etwa Hewel erschlagen, der ein Mann war an Gestalt und ein Kind an Jahren, dass meine Nachkommen wegen jener Schuld aufhören? Wenn schon Kain, der getötet hat, sieben Generationen Aufschub gewährt wurde, soll nicht umso mehr mir, der ich nicht [mit Absicht] getötet habe, vielmal sieben Aufschub gewährt werden? Aber dieses Argument vom Leichten aufs Schwere ist irrig (קַל וָחֹמֶר שֶׁל שְׁטוּת); denn nach dieser Argumentation würde der Ewige Seine Schuldforderung nie einfordern und Sein Wort nie erfüllen.
Raschi
וַיֵּ֨דַע אָדָ֥ם עוֹד֙ אֶת־אִשְׁתּ֔וֹ וַתֵּ֣לֶד בֵּ֔ן וַתִּקְרָ֥א אֶת־שְׁמ֖וֹ שֵׁ֑ת כִּ֣י שָֽׁת־לִ֤י אֱלֹהִים֙ זֶ֣רַע אַחֵ֔ר תַּ֣חַת הֶ֔בֶל כִּ֥י הֲרָג֖וֹ קָֽיִן׃
25
25
Und Adam erkannte nochmals seine Frau, sie gebar einen Sohn und nannte seinen Namen Schet, denn ersetzt (schat) hat mir G‑tt andere Nachkommen statt Hewel, den Kain erschlagen hat.
Und Adam erkannte
Lemech kam zu Adam und klagte über seine Frauen. Da sagte Adam zu ihnen: Habt ihr für das Verhängnis des Ewigen zu sorgen? Ihr, tut eure Pflicht, und Er wird das Seine tun. Sie aber antworteten ihm: Bessere dich nur selbst! (קְשׁוֹט עַצְמְךָ תְּחִלָּה, wörtl. Erst schmücke dich selbst.) Du hast dich doch schon 130 Jahre von deiner Frau getrennt, seitdem durch dich der Tod zur Strafe bestimmt wurde. Sofort וַיֵּדַע אָדָם עוֹד אֶת אִשְׁתּוֹ „Adam erkannte nochmals seine Frau …“. Und was bedeutet der Ausdruck עוֹד „nochmals“? Er lehrt uns, dass seinem Verlangen neues Verlangen hinzugefügt wurde.
Raschi
וּלְשֵׁ֤ת גַּם־הוּא֙ יֻלַּד־בֵּ֔ן וַיִּקְרָ֥א אֶת־שְׁמ֖וֹ אֱנ֑וֹשׁ אָ֣ז הוּחַ֔ל לִקְרֹ֖א בְּשֵׁ֥ם יְהוָֽה׃ (פ)
26
26
Und Schet, auch ihm wurde ein Sohn geboren, er nannte seinen Namen Enosch. Damals fing man an, den Namen des Ewigen zu rufen.
Damals fing man an
הוּחַל „anfangen“ ist ein Ausdruck für Entweihung (חֻלִּין). Man nannte Menschen und Götzen mit dem Namen G‑ttes, um sie zu Götzen zu machen und sie Götter zu nennen.
Raschi
זֶ֣ה סֵ֔פֶר תּוֹלְדֹ֖ת אָדָ֑ם בְּי֗וֹם בְּרֹ֤א אֱלֹהִים֙ אָדָ֔ם בִּדְמ֥וּת אֱלֹהִ֖ים עָשָׂ֥ה אֹתֽוֹ׃
1
1
Das ist das Buch über die Nachkommen Adams. Am Tag, als G‑tt Adam erschuf, machte Er ihn G‑tt ähnlich.
Das ist das Buch über die Nachkommen Adams
Das ist der Bericht über die Generationen des Menschen. Midraschim gibt es dazu viele.
Raschi
Am Tag, als G‑tt Adam erschuf: das lehrt, dass Adam vom Tag seiner Erschaffung an fortpflanzungsfähig war.
Raschi
וַֽיְחִ֣י אָדָ֗ם שְׁלֹשִׁ֤ים וּמְאַת֙ שָׁנָ֔ה וַיּ֥וֹלֶד בִּדְמוּת֖וֹ כְּצַלְמ֑וֹ וַיִּקְרָ֥א אֶת־שְׁמ֖וֹ שֵֽׁת׃
3
3
Adam lebte 130 Jahre und zeugte einen Sohn, der ihm ähnlich war, sein Ebenbild, und nannte ihn Schet,
130 Jahre: bis dahin hielt er sich von seiner Frau getrennt (Eruwin 18b).
Raschi
וַיִּתְהַלֵּ֥ךְ חֲנ֖וֹךְ אֶת־הָֽאֱלֹהִ֑ים וְאֵינֶ֕נּוּ כִּֽי־לָקַ֥ח אֹת֖וֹ אֱלֹהִֽים׃ (פ)
24
24
Chanoch ging mit G‑tt, und er war nicht mehr da, denn G‑tt hatte ihn genommen.
Chanoch ging
Er war ein Zaddik, aber leicht in seinem Sinn. (Andere Version: Er hatte beschlossen), abzukehren und zu sündigen, darum beschleunigte der Ewige und nahm ihn fort und ließ ihn vor seiner Zeit sterben. Darum ändert der Vers bei seinem Tod den Ausdruck und schreibt וְאֵינֶנּוּ „er war nicht mehr da“, in der Welt nämlich, um seine Jahre auszufüllen.
Raschi
denn G‑tt hatte ihn genommen: vor seiner Zeit, wie (Jech. 24:16) הִנְנִי לוֹקֵחַ מִמְּךָ אֶת מַחְמַד עֵינֶיךָ „siehe, ich nehme von dir die Lust deiner Augen“.
Raschi