Der tägliche Chumasch-Abschnitt

16. Tamus 5785

Samstag, 12. Juli 2025

Heute

Balak

7. Alija

(Bamidbar 24:14 – 25:9)

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וְעַתָּ֕ה הִנְנִ֥י הוֹלֵ֖ךְ לְעַמִּ֑י לְכָה֙ אִיעָ֣צְךָ֔ אֲשֶׁ֨ר יַעֲשֶׂ֜ה הָעָ֥ם הַזֶּ֛ה לְעַמְּךָ֖ בְּאַחֲרִ֥ית הַיָּמִֽים׃
14
14
Und nun gehe ich zu meinem Volk; komm, ich will dir raten wegen dessen, was dieses Volk tun wird deinem Volk in späteren Zeiten.
Und nun gehe ich zu meinem Volk
Von jetzt an bin ich gleich meinem übrigen Volk; denn der Ewige hatte sich von ihm entfernt.
Raschi
komm, ich will dir raten
Was du tun sollst, und worin bestand der Rat? Der G‑tt dieses Volkes hasst die Unzucht, wie im Abschnitt ›Chelek‹ (Sanhedrin 106a) vorkommt. Du kannst daran erkennen, dass Bilam diesen Rat gegeben hatte, sie durch Unzucht zum Wanken zu bringen, weil es später heißt (Bam. 31:16) הֵן הֵנָּה הָיוּ לִבְנֵי יִשְׂרָאֵל בִּדְבַר בִּלְעָם „siehe, diese veranlassten die Kinder Israel nach dem Wort Bilams“.
Raschi
was dieses Volk tun wird deinem Volk in späteren Zeiten
Es ist das ein kurzer Vers: ich will dir raten, sie zum Wanken zu bringen, und sage dir, was sie in späteren Zeiten dem Volk Moaw Böses tun werden.
Raschi
וַיִּשָּׂ֥א מְשָׁל֖וֹ וַיֹּאמַ֑ר נְאֻ֤ם בִּלְעָם֙ בְּנ֣וֹ בְעֹ֔ר וּנְאֻ֥ם הַגֶּ֖בֶר שְׁתֻ֥ם הָעָֽיִן׃
15
15
Und er begann seinen Spruch und sagte: Das ist die Rede Bilams, Sohn von Beor, das ist die Rede des Mannes geschlossenen Auges.
נְאֻ֗ם שֹׁמֵ֙עַ֙ אִמְרֵי־אֵ֔ל וְיֹדֵ֖עַ דַּ֣עַת עֶלְי֑וֹן מַחֲזֵ֤ה שַׁדַּי֙ יֶֽחֱזֶ֔ה נֹפֵ֖ל וּגְל֥וּי עֵינָֽיִם׃
16
16
Das ist der Ausspruch dessen, der die Worte G‑ttes hört und die Absicht des Höchsten kennt, der die Erscheinung des Allmächtigen schaut, der hinfällt mit offenen Augen.
und die Absicht des Höchsten kennt: den Zeitpunkt zu beobachten, in dem Er zürnt (Sanh. 105b).
Raschi
אֶרְאֶ֙נּוּ֙ וְלֹ֣א עַתָּ֔ה אֲשׁוּרֶ֖נּוּ וְלֹ֣א קָר֑וֹב דָּרַ֨ךְ כּוֹכָ֜ב מִֽיַּעֲקֹ֗ב וְקָ֥ם שֵׁ֙בֶט֙ מִיִּשְׂרָאֵ֔ל וּמָחַץ֙ פַּאֲתֵ֣י מוֹאָ֔ב וְקַרְקַ֖ר כָּל־בְּנֵי־שֵֽׁת׃
17
17
Ich sehe es, doch nicht jetzt; ich schaue es, doch nicht nahe. Ein Stern geht auf aus Jaakow, ein Zepter erhebt sich aus Israel, er durchbohrt die Enden Moaws und erschüttert alle Söhne von Schet.
ein Stern geht auf: wie der Targum sagt [יְקוּם מַלְכָּא מִיַּעֲקֹב, ein König ersteht], wie im Vers (Echa 2:4) דָּרַךְ קַשְׁתּוֹ „Er spannte Seinen Bogen“, weil der Stern wie ein Pfeil dahinschießt, auf Französisch destent „losgelassen“. Das heißt, ein Stern geht auf.
Raschi
ein Zepter erhebt sich: ein König, der niederwirft und beherrscht.
Raschi
Zepter: besonderer Stab als Zeichen der Macht und Würde eines Königs.
er durchbohrt die Enden Moaws: das ist David, von dem es heißt (2 Schmu. 8:2) הַשְׁכֵּב אוֹתָם אַרְצָה וַיְמַדֵּד שְׁנֵי חֲבָלִים לְהָמִית „er ließ sie auf die Erde niederlegen und maß von ihnen je zwei Schnüre, um sie zu töten“.
Raschi
er warf sie zur Erde nieder: „Dann schlug [David] Moaw und maß sie mit der Schnur ab, indem er sie auf die Erde niederlegen ließ; zwei Schnüre maß er ab, sie zu töten, und eine Schnur voll, sie am Leben zu erhalten.“ David teilte die Moawim in drei Gruppen, jede in einem gesonderten Abschnitt. Die beiden äußeren Gruppen – „die Enden Moaws“ – ließ er töten, die mittlere Gruppe erhielt er am Leben. Der Vers beschreibt König Davids harten Vergeltungsschlag gegen die Moawim, die seine Eltern und Brüder ermordet hatten (siehe Bamidbar Rabba 14:1).
und erschüttert
קַרְקַר bedeutet ausgraben, wie im Vers (2 Kön. 19:24) אֲנִי קַרְתִּי „ich grub“; (Jesch. 51:1) מַקֶּבֶת בּוֹר נֻקַּרְתֶּם „auf die Brunnenhöhlung, aus der ihr gegraben seid“; (Misch. 30:17) יִקְּרוּהָ עוֹרְבֵי נַחַל „sollen die Raben am Bach ausgraben“, auf Französisisch forjier.
Raschi
alle Söhne von Schet: alle Völker; denn alle stammen von Schet, dem Sohn des ersten Menschen.
Raschi
denn alle stammen von Schet: Der erste Mensch Adam hatte drei Söhne: Kain, Hewel und Schet (siehe Ber. 4:1–2, 25). Hewel hatte keine Nachkommen, und Kains Nachfahren kamen in der Sündflut um. Daher geht die gesamte Weltbevölkerung auf Schet zurück, über dessen Nachfahren Noach.
וְהָיָ֨ה אֱד֜וֹם יְרֵשָׁ֗ה וְהָיָ֧ה יְרֵשָׁ֛ה שֵׂעִ֖יר אֹיְבָ֑יו וְיִשְׂרָאֵ֖ל עֹ֥שֶׂה חָֽיִל׃
18
18
Und Edom wird sein Erbe, und Se’ir wird das Erbe seiner Feinde, und Israel wird Tapferkeit üben.
und Se’ir wird das Erbe seiner Feinde: wird das Erbe Israels.
Raschi
וְיֵ֖רְדְּ מִֽיַּעֲקֹ֑ב וְהֶֽאֱבִ֥יד שָׂרִ֖יד מֵעִֽיר׃
19
19
Es herrscht der aus Jaakow und vernichtet den Überrest in der Stadt.
Es herrscht der aus Jaakow: und noch ein anderer Herrscher kommt von Jaakow.
Raschi
und vernichtet den Überrest in der Stadt: der vornehmen Stadt, das ist Rom. Vom gesalbten König spricht er so, von dem es heißt (Teh. 72:8) וְיֵרְדְּ מִיָּם עַד יָם „er herrscht von Meer zu Meer“; (Ow. 1:18) וְלֹא יִהְיֶה שָׂרִיד לְבֵית עֵשָׂו „und vom Haus Esaw wird es keinen Entronnen geben“.
Raschi
וַיַּרְא֙ אֶת־עֲמָלֵ֔ק וַיִּשָּׂ֥א מְשָׁל֖וֹ וַיֹּאמַ֑ר רֵאשִׁ֤ית גּוֹיִם֙ עֲמָלֵ֔ק וְאַחֲרִית֖וֹ עֲדֵ֥י אֹבֵֽד׃
20
20
Und Bilam sah Amalek und begann seinen Spruch und sagte: Das erste der Völker ist Amalek; sein Ende ist — der Untergang.
sah Amalek: betrachtete die Bestrafung Amaleks.
Das erste der Völker ist Amalek: er war der erste von allen, der Israel bekriegte; so übersetzt auch Onkelos [רֵישׁ קְרָבַיָּא דְּיִשְׂרָאֵל הֲוָה עֲמָלֵק, Die erste der Schlachten Israels wurde durch Amalek ausgelöst]. Und sein Ende ist: durch sie unterzugehen, so heißt es (Dew. 25:19) תִּמְחֶה אֶת זֵכֶר עֲמָלֵק „sollst du das Gedenken Amaleks austilgen“.
Raschi
וַיַּרְא֙ אֶת־הַקֵּינִ֔י וַיִּשָּׂ֥א מְשָׁל֖וֹ וַיֹּאמַ֑ר אֵיתָן֙ מֽוֹשָׁבֶ֔ךָ וְשִׂ֥ים בַּסֶּ֖לַע קִנֶּֽךָ׃
21
21
Und er sah den Keni und begann seinen Spruch und sagte: Fest ist dein Wohnsitz, auf Felsen ist gebaut dein Nest.
Und er sah den Keni: weil Keni neben Amalek wohnte, wie es heißt (1 Schmu. 15:55) וַיֹּאמֶר שָׁאוּל אֶל הַקֵּינִי וגו׳ „Schaul sagte zum Keni …“ erwähnt er ihn nach Amalek. Er sah die Größe der Söhne Jitros, von denen es heißt (1 Chr. 2:55) תִּרְעָתִים שִׁמְעָתִים שׂוּכָתִים „Tiratim, Schimatim, Suchatim“.
Raschi
Fest ist dein Wohnsitz
אֵיתָן מוֹשָׁבֶךָ „fest ist dein Wohnsitz“: ich wundere mich, auf welche Weise du dir das erworben hast, warst du nicht mit mir bei dem Plan (Schem. 1:10) הָבָה נִתְחַכְּמָה לוֹ „Lasst uns [das Volk Israel] überlisten“? Und nun wohnst du auf festem Boden und im Schutz Israels (Sanh. 106a).
Raschi
כִּ֥י אִם־יִהְיֶ֖ה לְבָ֣עֵֽר קָ֑יִן עַד־מָ֖ה אַשּׁ֥וּר תִּשְׁבֶּֽךָּ׃
22
22
Denn wenn Kain vertrieben wird, wohin wird dich Aschur wegführen.
Denn wenn Kain vertrieben wird
Glücklich du, dass du auf diesem festen Boden wohnst, sodass du nicht mehr aus der Welt verstoßen werden kannst. Denn selbst, wenn du mit den zehn Stämmen einst auswandern musst und vertrieben wirst aus dem Ort, wo du wohnst, was schadet das! Wohin wird dich Aschur wegführen: wohin wird er dich in die Verbannung bringen, vielleicht [in die fernen Länder von] Chalach und Chawor. Das ist keine Ausstoßung aus der Welt, sondern nur eine Versetzung von einem Ort zum anderen, und du wirst mit den anderen Verbannten wieder heimkehren.
Raschi
Chalach und Chawor: Als Sancheriw die Zehn Stämme in die Verbannung schickte, siedelte er sie „in Chalach, in Chawor, beim Fluss Gosan“ an (1 Chron. 5:26, 2 Kön. 17:6).
וַיִּשָּׂ֥א מְשָׁל֖וֹ וַיֹּאמַ֑ר א֕וֹי מִ֥י יִחְיֶ֖ה מִשֻּׂמ֥וֹ אֵֽל׃
23
23
Und er begann mit seinem Spruch und sagte: Wehe! Wer wird leben, wenn G‑tt solches tut!
Und er begann mit seinem Spruch: weil er der Wegführung durch Aschur gedacht hatte, sagte er: אוֹי מִי יִחְיֶה מִשֻּׂמוֹ אֵל „Wehe, wer wird leben, wenn G‑tt solches tut“: wer kann sich am Leben erhalten, wenn Er dies tut, dass Er, der dies verhängt hat, es ihm nicht auferlegt, denn Sancheriw wird sich erheben und alle Völker durcheinander mischen. Und weiters werden (nächster Vers) צִים מִיַּד כִּתִּים „Schiffe von der Küste der Kitim“ kommen; die Kitim, das sind die Römer, werden in großen Schiffen nach Aschur übersetzen.
Raschi
וְצִים֙ מִיַּ֣ד כִּתִּ֔ים וְעִנּ֥וּ אַשּׁ֖וּר וְעִנּוּ־עֵ֑בֶר וְגַם־ה֖וּא עֲדֵ֥י אֹבֵֽד׃
24
24
Und Schiffe kommen von der Küste der Kitim und demütigen Aschur und demütigen Ewer, auch sie gehen unter.
und demütigen Ewer: demütigen jene, die jenseits des Euphrat wohnen.
Raschi
auch sie gehen unter
So hat auch Daniel (7:11) gedeutet עַד דִּי קְטִילַת חֵיוְתָא וְהוּבַד גִּשְׁמָהּ „bis das Tier getötet wurde und sein Körper dahinschwand“.
Raschi
Schiffe
צִים, große Schiffe. Wie es heißt (Jesch. 33:21) וְצִי אַדִּיר „und ein mächtiges Schiff“, was auf Aramäisch mit וּבוּרְנִי רַבְּתָא (Joma 77b) übersetzt wird.
Raschi
וַיָּ֣קָם בִּלְעָ֔ם וַיֵּ֖לֶךְ וַיָּ֣שָׁב לִמְקֹמ֑וֹ וְגַם־בָּלָ֖ק הָלַ֥ךְ לְדַרְכּֽוֹ׃
25
25
Dann machte sich Bilam auf und ging und kehrte zurück an seinen Ort, und auch Balak ging seines Weges.
וַיֵּ֥שֶׁב יִשְׂרָאֵ֖ל בַּשִּׁטִּ֑ים וַיָּ֣חֶל הָעָ֔ם לִזְנ֖וֹת אֶל־בְּנ֥וֹת מוֹאָֽב׃
1
1
Und Israel ließ sich in Schitim nieder, und das Volk fing an, Unzucht zu treiben mit den Töchtern Moaws.
in Schitim: so hieß der Ort.
Raschi
ließ sich in Schitim nieder
Warum wurde dieser Ort שִּׁטִּים („Schitim“) genannt? Weil Israel dort Taten der Narrheit (שְׁטוּת, Schtut) beging.
Sanhedrin 106a
Unzucht zu treiben mit den Töchtern Moaws: infolge des Ratschlages von Bilam, wie im Abschnitt ›Chelek‹ (Sanh. 106a) steht.
Raschi
וַתִּקְרֶ֣אןָ לָעָ֔ם לְזִבְחֵ֖י אֱלֹהֵיהֶ֑ן וַיֹּ֣אכַל הָעָ֔ם וַיִּֽשְׁתַּחֲוּ֖וּ לֵֽאלֹהֵיהֶֽן׃
2
2
Diese luden das Volk zu den Opfermahlen, die sie ihren Göttern bereitet hatten; das Volk aß mit und warf sich vor ihren Göttern nieder.
warf sich vor ihren Göttern hin: wenn seine Begierde entbrannt war und er zu ihr sagte, folge meinem Wunsch, nahm sie ein Bild des Peor aus ihrem Schoß und sagte zu ihm, erst bücke dich vor diesem.
Raschi
וַיִּצָּ֥מֶד יִשְׂרָאֵ֖ל לְבַ֣עַל פְּע֑וֹר וַיִּֽחַר־אַ֥ף יְהוָ֖ה בְּיִשְׂרָאֵֽל׃
3
3
Und Israel schloss sich dem Baal Peor an; da entbrannte über Israel der Zorn des Ewigen.
Peor
פְּעוֹר, weil man sich vor ihm entblößte (פּוֹעֲרִין לְפָנָיו) und die Notdurft verrichtete; das war seine Anbetung.
Raschi
entbrannte der Zorn des Ewigen
Er schickte ein Sterben in ihre Mitte.
Raschi
וַיֹּ֨אמֶר יְהוָ֜ה אֶל־מֹשֶׁ֗ה קַ֚ח אֶת־כָּל־רָאשֵׁ֣י הָעָ֔ם וְהוֹקַ֥ע אוֹתָ֛ם לַיהוָ֖ה נֶ֣גֶד הַשָּׁ֑מֶשׁ וְיָשֹׁ֛ב חֲר֥וֹן אַף־יְהוָ֖ה מִיִּשְׂרָאֵֽל׃
4
4
Und der Ewige sagte zu Mosche: Nimm alle Häupter des Volkes und hänge die Schuldigen angesichts der Sonne vor dem Ewigen auf, so wird der Zorn des Ewigen von Israel ablassen.
Nimm alle Häupter des Volkes: um diejenigen zu richten, die Peor angebetet hatten; und hänge auf: diejenigen, die angebetet haben.
Das Wort הוֹקַע bedeutet „aufhängen“. Wie wir bei den Söhnen Schauls finden (2 Schmu. 21:6) וְהוֹקַעֲנוּם לַה׳ „dass wir sie vor dem Ewigen aufhängen“. Dort ist der Begriff „aufhängen“ [des Körpers nach der Hinrichtung] ausgesprochen. [Für unseren Vers bedeutet das: G‑tt befahl durch Mosche den Anführern des Volkes, die Anbetenden des Peor zu verurteilen, hinzurichten und ihre Körper anschließend an einem Pfahl aufzuhängen. Der Grund für das Aufhängen der Leichen ist,] dass Götzendienst mit dem Tod durch Steinigung bestraft wird, und [die Halacha legt fest, dass] alle Gesteinigten danach aufgehängt werden (Sanh. 34b).
Raschi
hänge auf
Das Wort הוֹקַע bedeutet: ein Schwert in ihren Bauch stoßen.
Abarbanel
angesichts der Sonne: vor aller Augen. Der Midrasch sagt, die Sonne zeigte die Sünde an, die Wolke zog sich vor einem solchen zurück, dass ihn die Sonne bestrahlte (Tanchuma, Abschn. 19).
Raschi
angesichts der Sonne
„Angesichts der Sonne“, denn Gerichtsverfahren mit möglicher Todesstrafe (דִינֵי נְפָשׁוֹת) finden bei Tag statt und müssen bei Tag abgeschlossen werden. [Sanhedrin 34b]
Damit ganz Israel es sehe und nicht Widerspruch erhebe; so wird ihnen vergeben, dass sie untätig blieben, als jene Schuldigen dem Götzen dienten. [Seforno]

Weil sie sich mit Frauen im Geheimen trafen, befahl G‑tt, sie vor den Augen aller zu bestrafen.
Zror haMor
וַיֹּ֣אמֶר מֹשֶׁ֔ה אֶל־שֹׁפְטֵ֖י יִשְׂרָאֵ֑ל הִרְגוּ֙ אִ֣ישׁ אֲנָשָׁ֔יו הַנִּצְמָדִ֖ים לְבַ֥עַל פְּעֽוֹר׃
5
5
Da sagte Mosche zu den Richtern Israels: Jeder töte die von seinen Leuten, die sich dem Baal Peor angeschlossen haben.
Jeder töte die von seinen Leuten: jeder einzelne von den Richtern Israels töte [zumindest] zwei Götzendiener. Es gab 78.000 Richter in Israel, wie in Sanhedrin (18a) vorkommt.
Raschi
וְהִנֵּ֡ה אִישׁ֩ מִבְּנֵ֨י יִשְׂרָאֵ֜ל בָּ֗א וַיַּקְרֵ֤ב אֶל־אֶחָיו֙ אֶת־הַמִּדְיָנִ֔ית לְעֵינֵ֣י מֹשֶׁ֔ה וּלְעֵינֵ֖י כָּל־עֲדַ֣ת בְּנֵי־יִשְׂרָאֵ֑ל וְהֵ֣מָּה בֹכִ֔ים פֶּ֖תַח אֹ֥הֶל מוֹעֵֽד׃
6
6
Da kam ein Mann von den Kindern Israel und führte eine Midianitin zu seinen Brüdern hin, vor den Augen Mosches und vor den Augen der ganzen Gemeinde der Kinder Israel, die am Eingang des Zeltes der Zusammenkunft weinten.
Da kam ein Mann von den Kindern Israel
Der Stamm Schimon hatte sich bei Simri, der sein Oberhaupt war, versammelt und zu ihm gesagt, wir werden zum Tode verurteilt, und du sitzst hier …, wie im Abschnitt אֵלּוּ הֵן הַנִּשְׂרָפִין (Sanh. 82a) vorkommt.
Raschi
Midianitin: Kosbi bat Zur.
Raschi
vor den Augen Mosches
Sie sagten zu ihm: Mosche, ist diese verboten oder erlaubt? Wenn du sagst, verboten; wer hat dir die Tochter Jitros erlaubt … wie dort vorkommt.
Raschi
weinten
Sie weinten, weil ihnen die Halacha verborgen war, dass jemand, der mit einer aramitischen Frau schläft, den töten die Eiferer. Bei der Sünde mit dem Goldenen Kalb trat Mosche 600.000 Menschen entgegen, wie es heißt (Schem. 32:20) וַיִּטְחַן עַד אֲשֶׁר דָּק „er mahlte es, bis es fein war“; und hier ermatteten seine Hände! Das war nur, damit Pinchas komme und erhalte, was ihm gebührte.
Raschi
וַיַּ֗רְא פִּֽינְחָס֙ בֶּן־אֶלְעָזָ֔ר בֶּֽן־אַהֲרֹ֖ן הַכֹּהֵ֑ן וַיָּ֙קָם֙ מִתּ֣וֹךְ הָֽעֵדָ֔ה וַיִּקַּ֥ח רֹ֖מַח בְּיָדֽוֹ׃
7
7
Als Pinchas, der Sohn von Elasar, Sohn Aharons des Kohen, das sah, da erhob er sich mitten aus der Gemeinde und nahm einen Speer in seine Hand.
Als Pinchas … das sah
Er sah die Tat und erinnerte sich der Halacha und sprach zu Mosche, ich habe von dir die Überlieferung, dass denjenigen, der mit einer aramitischen Frau schläft, die Eiferer töten. Da sagte er zu ihm, der den Brief zu lesen versteht, sei auch sein Überbringer. Sofort nahm er einen Speer in seine Hand. (Sanh. 82a)
Raschi
einen Speer in seine Hand
Wir hätten meinen können, dass Pinchas‘ gesamte Persönlichkeit von Zorn, Grimm und feuriger Entrüstung erfüllt war. Doch lehrt uns der Vers hier, „in die Hand“ nahm er den Speer: nur mit den Händen, den äußerlichen Kräften, führte er die Tat gegen die Sünder aus. Im Inneren aber war er ganz von Erbarmen für sie erfüllt und er betete für G‑ttes Güte und Wohlwollen.
Sefat Emet, תרמ״ד ד״ה השיב
וַ֠יָּבֹא אַחַ֨ר אִֽישׁ־יִשְׂרָאֵ֜ל אֶל־הַקֻּבָּ֗ה וַיִּדְקֹר֙ אֶת־שְׁנֵיהֶ֔ם אֵ֚ת אִ֣ישׁ יִשְׂרָאֵ֔ל וְאֶת־הָאִשָּׁ֖ה אֶל־קֳבָתָ֑הּ וַתֵּֽעָצַר֙ הַמַּגֵּפָ֔ה מֵעַ֖ל בְּנֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃
8
8
Und er folgte dem Israeliten in das Zelt und durchstach beide, den Israeliten und die Frau, durch den Körper; da wurde die Seuche unter den Kindern Israel aufgehalten.
in das Zelt
Das Wort קֻּבֶָּה bedeutet Zelt.
Raschi
durch den Körper
אֶל קֳבָתָהּ „durch den Körper“: so wie im Vers (Dew. 18:3) וְהַלְּחָיַיִם וְהַקֵּבָה „den Kinnbacken und den Magen“. Pinchas durchstach ihre Körper an der Stelle der Sünde, sodass alle sahen, dass er sie nicht umsonst getötet hatte; viele Wunder geschahen dort, wie die Gemara in Sanhedrin (82b) beschreibt.
Raschi
viele Wunder geschahen dort: Die Gemara führt fünf zusätzliche Wunder an, die Pinchas widerfuhren, als er Simri tötete.
(1) Naturgemäß hätte sich Simri sofort von Kosbi trennen müssen, als Pinchas das Zelt betrat. In diesem Fall hätte Pinchas ihn nicht töten dürfen, weil das Sonderrecht eines Eiferers zur Tötung des Sünders nur während der verbotenen Tat gilt. Simri trennte sich jedoch nicht.

(2) Obwohl Simri den Angriff von Pinchas bemerkte, rief er seine Wachen vor dem Zelt nicht zu Hilfe, sondern blieb stumm.

Halt auf der Lanze: Pinchas hob Simri und Kosbi gemeinsam auf seiner Lanze empor, auf dass jedermann ihr gemeinsames Vergehen erschauen konnte. Üblicherweise hätten die Körper von der Lanze herabgleiten müssen, doch sie blieben darauf aufgespießt.

(3) Pinchas hob Simri und Kosbi auf seiner Lanze empor, damit jedermann ihr Vergehen sehen könne. Üblicherweise wären die Körper von der Lanze gerutscht, doch sie blieben aufgespießt.

Erhöhung des Zelteingangs: Der Eingang des Zeltes war zu niedrig, als dass Pinchas es hätte verlassen können, ohne die Lanze zu senken, was ein Herabfallen der Leichen bewirkt hätte. Ein Engel jedoch erhöhte den Eingang, sodass Pinchas mit aufrechter Lanze heraustreten konnte.

(4) Der Zelteingang war zu niedrig, als dass Pinchas ihn mit aufrechter Lanze hätte verlassen können. Ein Neigen der Lanze hätte die Körper gelöst. Ein Engel hob den Eingang jedoch an, sodass Pinchas ungehindert mit erhobener Lanze hinaustreten konnte.

(5) Als Pinchas das Zelt inmitten der Männer des Stammes Schimon verließ, griff ein Engel die Stammesmitglieder an und schützte Pinchas vor deren Vergeltungsversuchen.
und durchstach beide
Jeder, der das Blut der Bösen vergießt, ist, als hätte er ein Opfer für G‑tt dargebracht.
Bamidbar Rabba 21:3
וַיִּהְי֕וּ הַמֵּתִ֖ים בַּמַּגֵּפָ֑ה אַרְבָּעָ֥ה וְעֶשְׂרִ֖ים אָֽלֶף׃
9
9
Die Zahl der an der Seuche Gestorbenen war 24.000.
Die Zahl der an der Seuche Gestorbenen
Alle waren vom Stamm Schimon. [Bereschit Rabba 99:7; und siehe Raschi zu Bamidbar 26:13]
Nicht vom Stamm Schimon direkt, sondern die Nachkommen von Mischvolk (עֵרֶב רַב), das Töchter aus dem Stamm Schimon geheiratet hatte.
Sohar
Die Zahl war 24.000
Diese Zahl gründet sich darin, dass sie Götzendienst (עֲבוֹדָה זָרָה) betrieben hatten; das kommt dem Vergehen gleich, alle 24 Bücher der Torah übertreten zu haben.
Rabbenu Efraim