Der tägliche Chumasch-Abschnitt

3. Tischre 5786

Donnerstag, 25. September 2025

Heute

Wajelech

5. Alija

(Dewarim 31:14 – 31:19)

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וַיֹּ֨אמֶר יְהוָ֜ה אֶל־מֹשֶׁ֗ה הֵ֣ן קָרְב֣וּ יָמֶיךָ֮ לָמוּת֒ קְרָ֣א אֶת־יְהוֹשֻׁ֗עַ וְהִֽתְיַצְּב֛וּ בְּאֹ֥הֶל מוֹעֵ֖ד וַאֲצַוֶּ֑נּוּ וַיֵּ֤לֶךְ מֹשֶׁה֙ וִֽיהוֹשֻׁ֔עַ וַיִּֽתְיַצְּב֖וּ בְּאֹ֥הֶל מוֹעֵֽד׃
14
14
Und der Ewige sagte zu Mosche: Siehe, deine Tage sind herangekommen, dass du sterben wirst. Rufe Jehoschua, und stellt euch im Zelt der Zusammenkunft auf, damit Ich ihm Befehl erteile. Da gingen Mosche und Jehoschua und stellten sich im Zelt der Zusammenkunft auf.
damit Ich ihm Befehl erteile
וַאֲצַוֶּנּוּ hat hier die Bedeutung וַאֲזָרְזֶנּוּ „Ich will ihn anspornen“.
Raschi
Zelt der Zusammenkunft: אֹהֶל מוֹעֵד, das Mischkan.
וַיֵּרָ֧א יְהוָ֛ה בָּאֹ֖הֶל בְּעַמּ֣וּד עָנָ֑ן וַיַּעֲמֹ֛ד עַמּ֥וּד הֶעָנָ֖ן עַל־פֶּ֥תַח הָאֹֽהֶל׃ (ס)
15
15
Und der Ewige erschien im Zelt in einer Wolkensäule und die Wolkensäule stand am Eingang des Zeltes der Zusammenkunft.
וַיֹּ֤אמֶר יְהוָה֙ אֶל־מֹשֶׁ֔ה הִנְּךָ֥ שֹׁכֵ֖ב עִם־אֲבֹתֶ֑יךָ וְקָם֩ הָעָ֨ם הַזֶּ֜ה וְזָנָ֣ה ׀ אַחֲרֵ֣י ׀ אֱלֹהֵ֣י נֵֽכַר־הָאָ֗רֶץ אֲשֶׁ֨ר ה֤וּא בָא־שָׁ֙מָּה֙ בְּקִרְבּ֔וֹ וַעֲזָבַ֕נִי וְהֵפֵר֙ אֶת־בְּרִיתִ֔י אֲשֶׁ֥ר כָּרַ֖תִּי אִתּֽוֹ׃
16
16
Da sagte der Ewige zu Mosche: Du wirst nun liegen bei deinen Vätern und es wird dieses Volk aufstehen und den Göttern der Fremden im Land Israel nachirren, in dessen Mitte es kommt, und Mich wird es verlassen und Meinen Bund brechen, den Ich mit ihm geschlossen habe.
Du wirst nun liegen bei deinen Vätern
הִנְּךָ שֹׁכֵב עִם אֲבֹתֶיךָ „du wirst nun liegen bei deinen Vätern“ ist ein Ausdruck für den Tod, wie (1 Kön. 2:10) וַיִּשְׁכַּב דָּוִד עִם אֲבוֹתָיו „David legte sich zu seinen Vätern nieder“ und danach וַיִּקָּבֵר בְּעִיר דָּוִד „und er wurde in der Davidstadt begraben“.
Raschi zu Bereschit 47:30
הִנְּךָ שֹׁכֵב עִם אֲבֹתֶיךָ, du trittst nun in jene Welt über, wo deine Vorväter sich befinden.
Rabbenu Bechaje zu Bereschit 47:30
der Fremden im Land
נֵכַר הָאָרֶץ [nachirren den Göttern] „der Fremden im Land“: der Völker im Land.
Raschi
Der Vers nennt sie נֵכַר הָאָרֶץ „die Fremden im Land“, weil bereits die Vertreibung aus dem Land Israel über sie verhängt wurde.
Das Wort נֵכַר bezieht sich nicht auf אֱלֹהֵי, wie es etwa der Fall ist im Vers (Dew. 32:12) אֵל נֵכָר „fremder Gott“.
Misrachi
nachirren
וְזָנָה (vom Begriff זְנוּת) bedeutet „nachirren“.
Targum Onkelos
וְחָרָ֣ה אַפִּ֣י ב֣וֹ בַיּוֹם־הַ֠הוּא וַעֲזַבְתִּ֞ים וְהִסְתַּרְתִּ֨י פָנַ֤י מֵהֶם֙ וְהָיָ֣ה לֶֽאֱכֹ֔ל וּמְצָאֻ֛הוּ רָע֥וֹת רַבּ֖וֹת וְצָר֑וֹת וְאָמַר֙ בַּיּ֣וֹם הַה֔וּא הֲלֹ֗א עַ֣ל כִּֽי־אֵ֤ין אֱלֹהַי֙ בְּקִרְבִּ֔י מְצָא֖וּנִי הָרָע֥וֹת הָאֵֽלֶּה׃
17
17
Da wird entbrennen Mein Zorn über das Volk an jenem Tag, und Ich werde sie verlassen und Mein Angesicht vor ihnen verbergen. Und das Volk wird zum Fraß werden, und viele Übel und Nöte werden es treffen. Und das Volk wird an jenem Tag sagen: Ist es nicht darum, weil Mein G‑tt nicht mehr in meiner Mitte ist, haben mich diese Übel getroffen?
Mein Angesicht vor ihnen verbergen: als ob Ich ihre Bedrängnis nicht sähe.
Raschi
viele Übel und Nöte
רָעוֹת רַבּוֹת וְצָרוֹת „viele Übel und Nöte“: eine Not verstärkt die andere. Das gleicht einem, den eine Biene und ein Skorpion gestochen haben: Kaltes Wasser lindert den Stich der Biene, und warmes Wasser lindert den Biss des Skorpions; das andere Wasser schadet. [Chagiga 5]

Das Wort צָרוֹת ist nicht als eigenes Hauptwort zu sehen, sonst hätte der Vers geschrieben רָעוֹת וְצָרוֹת רַבּוֹת. Demnach haben die Weisen die Begriffe רַבּוֹת und צָרוֹת als Eigenschaftswörter zum Hauptwort רָעוֹת gedeutet: רַבּוֹת „viele“ in ihrer Anzahl, צָרוֹת „im Widerstreit stehend“ in ihrer Schwere.
HaKtaw we haKabbala
וְאָנֹכִ֗י הַסְתֵּ֨ר אַסְתִּ֤יר פָּנַי֙ בַּיּ֣וֹם הַה֔וּא עַ֥ל כָּל־הָרָעָ֖ה אֲשֶׁ֣ר עָשָׂ֑ה כִּ֣י פָנָ֔ה אֶל־אֱלֹהִ֖ים אֲחֵרִֽים׃
18
18
Ich werde Mein Angesicht verbergen an jenem Tag wegen all des Bösen, dass das Volk getan hat, denn es hat sich zu anderen Göttern gewendet.
Ich werde Mein Angesicht verbergen
Wo finden wir in der Torah eine Andeutung auf Esther? Im Vers וְאָנֹכִי הַסְתֵּר אַסְתִּיר „Ich werde Mein Angesicht verbergen“. Das Wort אַסְתִּיר „Ich werde verbergen“, ähnelt dem Namen אֶסְתֵּר „Esther“, und deutet an, dass G‑tt Seine schützende Führung über das Volk verbirgt und es zulässt, dass Leid über sie kommt.
Und wo findet sich in der Torah eine Andeutung auf Haman? Im Vers הֲמִן הָעֵץ [אֲשֶׁר צִוִּיתִיךָ לְבִלְתִּי אֲכָל מִמֶּנּוּ אָכָלְתָּ] „Hast du vom Baum gegessen“ (Ber. 3:11). Die Buchstaben הֲמִן werden gelesen als הָמָן „Haman“, und הָעֵץ „der Baum“ bezieht sich, wie in Megillat Esther, auf „den Galgen“. Der Vers ist eine Andeutung auf Haman am Galgen.
Chulin 139b
וְעַתָּ֗ה כִּתְב֤וּ לָכֶם֙ אֶת־הַשִּׁירָ֣ה הַזֹּ֔את וְלַמְּדָ֥הּ אֶת־בְּנֵי־יִשְׂרָאֵ֖ל שִׂימָ֣הּ בְּפִיהֶ֑ם לְמַ֨עַן תִּהְיֶה־לִּ֜י הַשִּׁירָ֥ה הַזֹּ֛את לְעֵ֖ד בִּבְנֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃
19
19
Und jetzt, schreibt euch diesen Gesang auf und lehre ihn den Kindern Israel, lege ihnen diesen Gesang in den Mund, damit Mir dieser Gesang ein Zeuge sei gegen die Kinder Israel.
diesen Gesang: von הַאֲזִינוּ הַשָּׁמַיִם „Horcht auf, Himmel“ bis וְכִפֶּר אַדְמָתוֹ עַמּוֹ „G‑tt versöhnt Sein Land, Sein Volk“ (Dew. 32:1–43).
Raschi
diesen Gesang
Die Torah wird שִּׁירָה (Schira) genannt, vom Begriff (Bam. 24:17) אֲשׁוּרֶנּוּ וְלֹא קָרוֹב „ich schaue es (aschurenu), aber nicht nahe“, denn die Torah enthält das künftige Geschehen. [Abarbanel]

Das Anordnen und Gliedern wird שִּׁירָה genannt, vom Begriff יָשָׁר „gerade“.
Raschbam
diesen Gesang
Es ist ein Gebot, dass jeder Jude für sich selbst eine Torahrolle schreibt. Das ist die Bedeutung des Verses:וְעַתָּה כִּתְבוּ לָכֶם אֶת „Und jetzt, schreibt euch die“ Tora auf, die הַשִּׁירָה הַזֹּאת „diesen Gesang“ enthält.
Sanhedrin 21b; Rambam: Asse 18, Hil. Sefer Tora 7:1
Es wurde uns befohlen, dass jeder Jude für sich selbst eine Torahrolle schreiben soll. Wer die Torahrolle wirklich mit eigenen Händen schreibt, ist äußerst lobenswert, wie die Gelehrten sel.A. sagten: „Wenn er die Torahrolle selbst schrieb, wird es betrachtet, als hätte er sie am Berg Sinai empfangen.“ (Menachot 30a)
Wenn er selbst nicht eine Torahrolle schreiben kann, soll er jemanden bezahlen, der sie für ihn schreibt. Darüber wurde gesagt: „Und jetzt schreibt euch dieses Lied (Schirat Ha’asinu) auf, und lehre es die Kinder Israel.“

Das bedeutet: Schreibt die ganze Torahrolle, in der sich dieses Lied (Schirat Ha’asinu) befindet.

Über die Natur des Menschen ist bekannt, dass er alle seine Dinge entsprechend der Vorbereitung ausführt. Deshalb befahl uns G‑tt, dass jeder eine Torahrolle bei sich bereithalte, damit er ständig in ihr lesen kann, „um zu lernen, den Ewigen zu fürchten“, und er nicht im Haus eines anderen danach suchen muss. So wird er die g‑ttlichen Mizwot verstehen lernen, die kostbarer und lieblicher sind als Gold in Mengen.

Jeder Jude muss sich um diese Mizwa bemühen, auch wenn ihm seine Vorfahren eine Torahrolle hinterließen, damit

a) die Torahrollen bei uns zahlreich werden und

b) wir sie auch demjenigen leihen können, der selbst nicht genug Geld hat, um eine zu kaufen.

Auch sollten alle Juden in neuen und schönen Torahrollen lesen, damit sie nicht der alten und gebrauchten Rollen überdrüssig werden, die ihnen die Vorfahren hinterlassen haben.

Wisse, dass die ursprüngliche Pflicht für die Torahrolle gilt. Aber aus den erwähnten Gründen soll jeder Mensch auch andere Bücher, die zur Erklärung der Torah geschrieben wurden, nach seinen finanziellen Möglichkeiten kaufen, selbst wenn seine Vorfahren ihm viele Torahbücher hinterlassen haben. Früher war es die Art aller vornehmen, g‑ttesfürchtigen Menschen, in ihrem Haus ein Studierzimmer einzurichten für Schreiber, um viele Torahbücher niederzuschreiben, nach dem [finanziellen] Segen G‑ttes, den Er dem Menschen gab.

Diese Mizwa gilt überall und zu jeder Zeit für Männer, da sie zum Studium der Torah und auch zu ihrem Niederschreiben verpflichtet sind, nicht aber für Frauen.

Andererseits: Jeder, der diese Mizwa erfüllt, indem er eine Torahrolle schreiben lässt oder Sifre Kodesch kauft, wird gesegnet sein, und er und seine Söhne werden weise werden, wie geschrieben steht: „Schreibt euch dieses Lied auf, und lehre es die Kinder Israel“. Dieser Vers weist darauf hin, dass wer diese Mizwa erfüllt, die Torah auch andere lehren wird.
Chinuch, Mizwa 613