Chaje Sara
4. Alija
(Bereschit 24:27 – 24:52)
וַיֹּ֗אמֶר בָּר֤וּךְ יְהוָה֙ אֱלֹהֵי֙ אֲדֹנִ֣י אַבְרָהָ֔ם אֲ֠שֶׁר לֹֽא־עָזַ֥ב חַסְדּ֛וֹ וַאֲמִתּ֖וֹ מֵעִ֣ם אֲדֹנִ֑י אָנֹכִ֗י בַּדֶּ֙רֶךְ֙ נָחַ֣נִי יְהוָ֔ה בֵּ֖ית אֲחֵ֥י אֲדֹנִֽי׃
27
27
Und Eliëser, der Knecht Awraham, sagte: Gelobt ist der Ewige, der G‑tt meines Herrn Awraham, der meinem Herrn nicht entzogen hat Seine Gnade und Seine Treue! Ich bin auf dem richtigen Weg, auf dem mich geführt hat der Ewige in das Haus der Verwandten meines Herrn.
auf dem Weg
בַּדֶּרֶךְ, auf dem vorbereiteten Weg, dem geraden Weg, jenem Weg, den ich gebraucht habe. Und so ist überall, wo die Buchstaben ב (Bet), ל (Lamed) und ה (He) an der Spitze des Wortes stehen und mit Patach punktiert sind: das spricht von einer bekannten Sache, die schon an einer anderen Stelle erwähnt ist, oder wenn an sich klar und erkenntlich ist, wovon die Rede ist.
Raschi
וַתָּ֙רָץ֙ הַֽנַּעֲרָ֔ וַתַּגֵּ֖ד לְבֵ֣ית אִמָּ֑הּ כַּדְּבָרִ֖ים הָאֵֽלֶּה׃
28
28
Da lief das Mädchen und berichtete im Haus ihrer Mutter diese Ereignisse.
im Haus ihrer Mutter
Es war der Brauch der Frauen, dass sie ein Haus hatten, in dem sie sich bei ihrer Arbeit aufhielten; und eine Tochter erzählt nur der Mutter.
Raschi
diese Ereignisse
Die Worte כַּדְּבָרִים הָאֵלֶּה haben die Bedeutung הַדְּבָרִים הָאֵלֶּה.
Ramban
וּלְרִבְקָ֥ה אָ֖ח וּשְׁמ֣וֹ לָבָ֑ן וַיָּ֨רָץ לָבָ֧ן אֶל־הָאִ֛ישׁ הַח֖וּצָה אֶל־הָעָֽיִן׃
29
29
Und Riwka hatte einen Bruder, dessen Name war Lawan. Und Lawan lief zu dem Mann hinaus an die Quelle.
Und Lawan lief
Warum lief er und wozu lief er? „Als er den Nasenring sah“ (nächster Vers), dachte er, das ist ein reicher Mann, und er richtete seine Augen auf das Vermögen.
Raschi
Und Lawan lief
Warum lief er und wozu lief er? Er dachte, es sei Awraham und er stürzte hinaus, um ihn zu töten.
Midrasch Aggada
Warum lief Lawan? Er stürzte Eliëser entgegen, um ihn gewaltsam am Betreten des Hauses zu hindern.
Imre Schefer
Warum lief Lawan? Er dachte, Awraham wolle ihn als Bräutigam für seine Tochter.
Meschech Chochma
וַיְהִ֣י ׀ כִּרְאֹ֣ת אֶת־הַנֶּ֗זֶם וְֽאֶת־הַצְּמִדִים֮ עַל־יְדֵ֣י אֲחֹתוֹ֒ וּכְשָׁמְע֗וֹ אֶת־דִּבְרֵ֞י רִבְקָ֤ה אֲחֹתוֹ֙ לֵאמֹ֔ר כֹּֽה־דִבֶּ֥ר אֵלַ֖י הָאִ֑ישׁ וַיָּבֹא֙ אֶל־הָאִ֔ישׁ וְהִנֵּ֛ה עֹמֵ֥ד עַל־הַגְּמַלִּ֖ים עַל־הָעָֽיִן׃
30
30
Dieses geschah, als er den Nasenring sah und die Armbänder an den Händen seiner Schwester und als er hörte die Worte von Riwka, seiner Schwester, die sagte: So hat der Mann zu mir gesagt. Lawan kam zu dem Mann, der bei den Kamelen an der Quelle stand.
bei den Kamelen
עַל הַגְּמַלִּים „bei den Kamelen“: um sie zu hüten, wie (Ber. 18:8) וְהוּא עוֹמֵד עֲלֵיהֶם „er stand bei ihnen“, um sie zu bedienen.
Raschi
וַיֹּ֕אמֶר בּ֖וֹא בְּר֣וּךְ יְהוָ֑ה לָ֤מָּה תַעֲמֹד֙ בַּח֔וּץ וְאָנֹכִי֙ פִּנִּ֣יתִי הַבַּ֔יִת וּמָק֖וֹם לַגְּמַלִּֽים׃
31
31
Und er sagte: Komm herein, Gesegneter des Ewigen! Warum stehst du draußen, wenn ich das Haus geräumt habe für dich und auch Platz gemacht habe für die Kamele.
das Haus geräumt: von Götzen (falschen Göttern).
Raschi
geräumt
פִּנִּיתִי „geräumt habe“: von der Wurzel פִּנָּה „Ecke“: alles habe ich in eine Ecke gestellt, damit dir Platz im Haus verfügbar ist.
Rabbenu Meyuchas
וַיָּבֹ֤א הָאִישׁ֙ הַבַּ֔יְתָה וַיְפַתַּ֖ח הַגְּמַלִּ֑ים וַיִּתֵּ֨ן תֶּ֤בֶן וּמִסְפּוֹא֙ לַגְּמַלִּ֔ים וּמַ֙יִם֙ לִרְחֹ֣ץ רַגְלָ֔יו וְרַגְלֵ֥י הָאֲנָשִׁ֖ים אֲשֶׁ֥ר אִתּֽוֹ׃
32
32
Da kam der Mann Eliëser in das Haus und band die Kamele auf. Man gab Stroh und Futter den Kamelen und Wasser, zu waschen seine Füße und die Füße der Leute, die mit ihm waren.
band die Kamele auf: löste ihren Maulkorb, der ihren Mund verschloss, damit sie nicht auf dem Weg auf fremden Feldern weideten.
Raschi
ויישם [וַיּוּשַׂ֤ם] לְפָנָיו֙ לֶאֱכֹ֔ל וַיֹּ֙אמֶר֙ לֹ֣א אֹכַ֔ל עַ֥ד אִם־דִּבַּ֖רְתִּי דְּבָרָ֑י וַיֹּ֖אמֶר דַּבֵּֽר׃
33
33
Es wurde Eliëser zu essen vorgesetzt und er sagte: Ich werde nicht essen, bis ich meine Worte gesprochen habe. Und Lawan sagte: Sprich!
bis ich gesprochen habe
עַד אִם דִּבַּרְתִּי „bis ich gesprochen habe“; dieses אִם hat nicht die Bedeutung einer Bedingung „falls“, sondern bedeutet soviel wie אֲשֶׁר und כִּי, wie im Vers (Ber. 49:10) עַד כִּי יָבֹא שִׁילֹה „bis Schilo kommt“. Das ist, was unsere Weisen lehrten (Rosch haSchana 3a): Das Wort כִּי hat vier Bedeutungen, und eine ist אִי im Sinne von אִם. Weil אִם manchmal in der Bedeutung אֲשֶׁר gebraucht wird, kann auch כִּי – wenn es אִם bedeutet – in der Bedeutung אֲשֶׁר gebraucht werden.
Raschi, Be’er Jizchak
Ich werde nicht essen, bis ich gesprochen habe meine Worte
Eliëser wusste von dem Gift, das ihm Betuel in den Teller gemischt hatte, und er wusste auch, dass der Engel die Teller vertauscht hatte und Betuel sterben werde. Deshalb wollte Eliëser vor Betuels Tod sprechen, denn danach würden sie seine Worte nicht hören aufgrund der Trauer.
Alschich
וַיֹּאמַ֑ר עֶ֥בֶד אַבְרָהָ֖ם אָנֹֽכִי׃
34
34
Und er sagte: Der Knecht Awrahams bin ich.
Der Knecht Awrahams bin ich: denkt nicht, all der Reichtum und die Pracht seien meins, sondern „Der Knecht Awrahams bin ich“.
Radak
Der Knecht Awrahams bin ich: Es gibt die Erklärung, der Vers „Der Knecht Awrahams bin ich“ sei eine Fortsetzung und Begründung des vorhergehenden Verses „Ich werde nicht essen“, denn es gibt Speisen, die uns verboten sind. Doch ist die wahre Bedeutung dieses Verses, so wie er alleine steht.
Ibn Esra
Der Knecht Awrahams bin ich: und als Knecht ist es meine vorrangige Aufgabe, den Auftrag meines Herren auszuführen; erst danach werde ich mich um meine eigenen Bedürfnisse kümmern: „Ich werde nicht essen, bis ich gesprochen habe. Der Knecht Awrahams bin ich“.
Rabbi Jizchak ben Ascher haLevi – ריב״א
Der Knecht Awrahams bin ich und pflege im Haus meines Herren „nicht zu essen, bis ich gesprochen habe“: die Segenssprüche beim Übergießen der Hände und vor dem Brotessen.
Tur haAroch
וַיהוָ֞ה בֵּרַ֧ךְ אֶת־אֲדֹנִ֛י מְאֹ֖ד וַיִּגְדָּ֑ל וַיִּתֶּן־ל֞וֹ צֹ֤אן וּבָקָר֙ וְכֶ֣סֶף וְזָהָ֔ב וַעֲבָדִם֙ וּשְׁפָחֹ֔ת וּגְמַלִּ֖ים וַחֲמֹרִֽים׃
35
35
Der Ewige hat meinen Herrn sehr gesegnet, sodass er groß geworden ist, Er gab ihm Schafe und Rinder, Silber und Gold, Knechte und Mägde, Kamele und Esel.
Knechte
וַעֲבָדִם ist ohne den Buchstaben ו (Waw) geschrieben, um zu zeigen, dass Awraham keinen anderen Knecht außer Eliëser hatte. Eliëser war ihm so wertvoll wie viele Knechte.
Chiskuni
וַעֲבָדִם ist ohne den Buchstaben ו (Waw) geschrieben, um zu zeigen, dass Awraham Knechte und Mägde, denen keine G‑ttesfurcht (יִרְאַת חֵטְא) eigen war, aus seinem Haus entfernte.
Rokeach
וַתֵּ֡לֶד שָׂרָה֩ אֵ֨שֶׁת אֲדֹנִ֥י בֵן֙ לַֽאדֹנִ֔י אַחֲרֵ֖י זִקְנָתָ֑הּ וַיִּתֶּן־לּ֖וֹ אֶת־כָּל־אֲשֶׁר־לֽוֹ׃
36
36
Und es gebar Sara, die Frau meines Herrn, einen Sohn meinem Herrn, nachdem sie alt geworden war. Und er gab diesem Sohn alles, was ihm gehört.
nachdem sie alt geworden war
אַחֲרֵי זִקְנָתָהּ „nachdem sie alt geworden war“: diese Worte erklären die endlose Liebe des Vaters Awraham zu seinem Sohn Jizchak.
Seforno
nachdem sie alt geworden war
אַחֲרֵי זִקְנָתָהּ „nachdem sie alt geworden war“: das zeigt das g‑ttliche Wunder an der Geburt Jizchaks. Sara gebar ihren Sohn nicht „als sie alt war“ (בְּעֵת זִקְנָתָהּ), sondern kehrte zu ihrer Jugendlichkeit zurück, nachdem sie alt geworden war, אַחֲרֵי זִקְנָתָהּ, und gebar dann ihr Kind.
Midrasch Sechel Tow, R. Jizchak Seew Soloveitchik
er gab ihm alles, was ihm gehört: Eliëser zeigte ihnen den Vertrag der Schenkung.
Raschi
וַיַּשְׁבִּעֵ֥נִי אֲדֹנִ֖י לֵאמֹ֑ר לֹא־תִקַּ֤ח אִשָּׁה֙ לִבְנִ֔י מִבְּנוֹת֙ הַֽכְּנַעֲנִ֔י אֲשֶׁ֥ר אָנֹכִ֖י יֹשֵׁ֥ב בְּאַרְצֽוֹ׃
37
37
Und es ließ mich schwören mein Herr, indem er sagte: Nimm für meinen Sohn keine Frau von den Töchtern des Kna’ani, in dessen Land ich wohne.
Nimm für meinen Sohn keine Frau von den Töchtern des Kna’ani
Dieser Vers ist mit den folgenden zu lesen: Nimm für meinen Sohn keine Frau von den Töchtern Kna’ans, wenn du nicht erst nach einer Frau suchst unter den Verwandten meines Vaters, und der Fall eintritt, dass die Auserwählte dir nicht folgen will. Solange dieser Fall nicht eintritt, darfst du für meinen Sohn keine Frau von den Töchtern Kna’ans nehmen.
Raschi, Misrachi
אִם־לֹ֧א אֶל־בֵּית־אָבִ֛י תֵּלֵ֖ךְ וְאֶל־מִשְׁפַּחְתִּ֑י וְלָקַחְתָּ֥ אִשָּׁ֖ה לִבְנִֽי׃
38
38
Sondern in das Haus meines Vaters gehe und zu meiner Familie und nimm eine Frau für meinen Sohn.
zu meiner Familie
וְאֶל מִשְׁפַּחְתִּי „zu meiner Familie“: Awraham vermied den Kontakt mit ihnen, weil sie Götzendiener waren, deshalb hatte er sie (zuvor, Ber. 24:4) nicht מִשְׁפַּחְתִּי „meine Familie“ genannt, sondern מוֹלַדְתִּי „mein Geburtsort“.
HaKtaw we-haKabbala
in das Haus meines Vaters … und zu meiner Familie
Damit Lawans Familie die Mitgift nicht in die Höhe treibe, weil sie das Gefühl haben, Riwka sei die einzig passende Braut für Jizchak, erwähnte Eliëser „in das Haus meines Vaters“ und „zu meiner Familie“, um ihn anzudeuten: es gibt noch weitere mögliche Kandidatinnen.
Ha’amek Dawar
וָאֹמַ֖ר אֶל־אֲדֹנִ֑י אֻלַ֛י לֹא־תֵלֵ֥ךְ הָאִשָּׁ֖ה אַחֲרָֽי׃
39
39
Ich sagte zu meinem Herrn: Vielleicht wird die Frau nicht gehen wollen nach mir?
Vielleicht wird die Frau nicht gehen
אֻלַי („vielleicht“) ist hier ohne den Buchstaben ו (Waw) geschrieben, und kann als אֵלַי („zu mir“) gelesen werden. Eliëser hatte eine Tochter und bemühte sich, einen Anlass herbeizuführen, dass Awraham zu ihm sage, ich möchte mich an dich wenden, um deine Tochter mit Jizchak zu verheiraten. Aber Awraham sagte zu ihm: „Mein Sohn ist gesegnet, und du bist verflucht, verflucht verbindet sich nicht mit gesegnet.“
Raschi
Eliëser war ein Nachkomme Kna’ans, an dem der Fluch erfüllt wurde, ein Sklave (עֶבֶד) zu sein.
Minchat Jehuda
וַיֹּ֖אמֶר אֵלָ֑י יְהוָ֞ה אֲשֶׁר־הִתְהַלַּ֣כְתִּי לְפָנָ֗יו יִשְׁלַ֨ח מַלְאָכ֤וֹ אִתָּךְ֙ וְהִצְלִ֣יחַ דַּרְכֶּ֔ךָ וְלָקַחְתָּ֤ אִשָּׁה֙ לִבְנִ֔י מִמִּשְׁפַּחְתִּ֖י וּמִבֵּ֥ית אָבִֽי׃
40
40
Er sagte zu mir: Der Ewige, vor dem ich gegangen bin, wird Seinen Engel mit dir senden und wird deinen Weg gelingen lassen, dass du nehmen kannst eine Frau für meinen Sohn aus meiner Familie und aus dem Haus meines Vaters.
אָ֤ז תִּנָּקֶה֙ מֵאָ֣לָתִ֔י כִּ֥י תָב֖וֹא אֶל־מִשְׁפַּחְתִּ֑י וְאִם־לֹ֤א יִתְּנוּ֙ לָ֔ךְ וְהָיִ֥יתָ נָקִ֖י מֵאָלָתִֽי׃
41
41
Dann sollst du frei sein von meinem Schwur, wenn du kommen wirst zu meiner Familie und man sie dir nicht geben will, dann sollst du frei sein von meinem Schwur.
וָאָבֹ֥א הַיּ֖וֹם אֶל־הָעָ֑יִן וָאֹמַ֗ר יְהוָה֙ אֱלֹהֵי֙ אֲדֹנִ֣י אַבְרָהָ֔ם אִם־יֶשְׁךָ־נָּא֙ מַצְלִ֣יחַ דַּרְכִּ֔י אֲשֶׁ֥ר אָנֹכִ֖י הֹלֵ֥ךְ עָלֶֽיהָ׃
42
42
Heute kam ich zu der Quelle und sagte: Ewiger, G‑tt meines Herrn Awraham! Wenn Du doch Gelingen geben möchtest meinem Weg, auf dem ich gehe.
Heute kam ich
Heute ging ich weg, und heute kam ich an. Von hier geht hervor, dass die Erde sich unter ihm zusammengezogen hatte (Sanhedrin 95a). Raw Acha sagt, schöner ist das Gespräch der Knechte der Väter vor dem Ewigen als die Torah der Kinder. Siehe, der Abschnitt von Eliëser steht doppelt in der Torah, und viele Grundsätze der Torah sind nur angedeutet.
Raschi
הִנֵּ֛ה אָנֹכִ֥י נִצָּ֖ב עַל־עֵ֣ין הַמָּ֑יִם וְהָיָ֤ה הָֽעַלְמָה֙ הַיֹּצֵ֣את לִשְׁאֹ֔ב וְאָמַרְתִּ֣י אֵלֶ֔יהָ הַשְׁקִֽינִי־נָ֥א מְעַט־מַ֖יִם מִכַּדֵּֽךְ׃
43
43
Siehe, ich stehe an der Wasserquelle. Es sei nun das Mädchen, das herauskommt zu schöpfen, und ich sage zu ihr: Lass mich doch trinken ein wenig Wasser aus deinem Krug.
וְאָמְרָ֤ה אֵלַי֙ גַּם־אַתָּ֣ה שְׁתֵ֔ה וְגַ֥ם לִגְמַלֶּ֖יךָ אֶשְׁאָ֑ב הִ֣וא הָֽאִשָּׁ֔ה אֲשֶׁר־הֹכִ֥יחַ יְהוָ֖ה לְבֶן־אֲדֹנִֽי׃
44
44
Und sie wird zu mir sagen: Sowohl du trinke, als auch für deine Kamele will ich schöpfen; — sie soll die Frau sein, die bestimmt hat der Ewige für den Sohn meines Herrn.
Sowohl du
Das Wort גַּם („auch“) fügt die Männer bei ihm hinzu.
Raschi
bestimmt hat
הֹכִיחַ, die der Ewige erwählt und bezeichnet hat. Und das ist immer der Sinn von הוֹכָחָה im Vers, eine Sache klarstellen.
Raschi
אֲנִי֩ טֶ֨רֶם אֲכַלֶּ֜ה לְדַבֵּ֣ר אֶל־לִבִּ֗י וְהִנֵּ֨ה רִבְקָ֤ה יֹצֵאת֙ וְכַדָּ֣הּ עַל־שִׁכְמָ֔הּ וַתֵּ֥רֶד הָעַ֖יְנָה וַתִּשְׁאָ֑ב וָאֹמַ֥ר אֵלֶ֖יהָ הַשְׁקִ֥ינִי נָֽא׃
45
45
Ich hatte noch nicht ausgesprochen zu meinem Herzen, da kam Riwka heraus, und ihren Krug auf ihrer Schulter. Sie ging hinunter zur Quelle und schöpfte, und als ich zu ihr sagte: Lass mich bitte trinken! —
Ich hatte noch nicht ausgesprochen
טֶרֶם אֲכַלֶּה ist zu lesen wie טֶרֶם שֶׁאֲנִי מְכַלֶּה, wörtl. bevor ich vollende. So wird immer die Gegenwart ausgedrückt. Manchmal wendet der Vers die Form der Vergangenheit an, und er hätte schreiben können טֶרֶם כִּלִּיתִי, und manchmal die Form der Zukunft.
Wie (Ijow 1:5) כִּי אָמַר אִיּוֹב „denn Ijow pflegte zu sagen“, das ist die Form der Vergangenheit. Im selben Vers כָּכָה יַעֲשֶׂה אִיּוֹב „so pflegte Ijow zu tun“, ist die Form der Zukunft. Der Sinn ist in beiden Fällen die Gegenwart, denn Ijow sagte in jener Zeit, אוּלַי חָטְאוּ בָנַי וגו׳ „vielleicht haben meine Kinder gesündigt“ und tat gleichzeitg so.
Raschi
noch nicht ausgesprochen zu meinem Herzen: Eliëser hatte mit seinen Lippen gebetet, und לְדַבֵּר אֶל לִבִּי bedeutet: bevor ich vollendet hatte, was in meinem Geist aufstieg.
Ramban
noch nicht ausgesprochen zu meinem Herzen
לְדַבֵּר אֶל לִבִּי „gesprochen zu meinem Herzen“: zu G‑tt, dem Allmächtigen, hatte ich mich gewandt und mein Herz auf Ihn gerichtet.
Osnaim laTorah
וַתְּמַהֵ֗ר וַתּ֤וֹרֶד כַּדָּהּ֙ מֵֽעָלֶ֔יהָ וַתֹּ֣אמֶר שְׁתֵ֔ה וְגַם־גְּמַלֶּ֖יךָ אַשְׁקֶ֑ה וָאֵ֕שְׁתְּ וְגַ֥ם הַגְּמַלִּ֖ים הִשְׁקָֽתָה׃
46
46
da eilte sie und ließ ihren Krug herunter von sich und sagte: „Trinke! und auch deine Kamele will ich tränken.“ Ich trank und auch die Kamele tränkte sie.
וָאֶשְׁאַ֣ל אֹתָ֗הּ וָאֹמַר֮ בַּת־מִ֣י אַתְּ֒ וַתֹּ֗אמֶר בַּת־בְּתוּאֵל֙ בֶּן־נָח֔וֹר אֲשֶׁ֥ר יָֽלְדָה־לּ֖וֹ מִלְכָּ֑ה וָאָשִׂ֤ם הַנֶּ֙זֶם֙ עַל־אַפָּ֔הּ וְהַצְּמִידִ֖ים עַל־יָדֶֽיהָ׃
47
47
Ich fragte sie und sagte: Wessen Tochter bist du? Sie sagte: Die Tochter des Betuel, Sohn von Nachor, den ihm Milka geboren hatte. Da legte ich den Ring an ihre Nase und die Armbänder an ihre Hände.
Ich fragte … Da legte ich
Er änderte die Reihenfolge. Denn er hatte zuerst gegeben und dann gefragt. Nur, damit sie ihn nicht mit seinen eigenen Worten fangen und sagen könnten, wie konntest du ihr geben, als du noch nicht wusstest, wer sie ist.
Raschi
וָאֶקֹּ֥ד וָֽאֶשְׁתַּחֲוֶ֖ה לַיהוָ֑ה וָאֲבָרֵ֗ךְ אֶת־יְהוָה֙ אֱלֹהֵי֙ אֲדֹנִ֣י אַבְרָהָ֔ם אֲשֶׁ֤ר הִנְחַ֙נִי֙ בְּדֶ֣רֶךְ אֱמֶ֔ת לָקַ֛חַת אֶת־בַּת־אֲחִ֥י אֲדֹנִ֖י לִבְנֽוֹ׃
48
48
Und ich neigte mich und warf mich nieder vor dem Ewigen und lobte den Ewigen, den G‑tt meines Herrn Awraham, der mich geführt hatte auf den richtigen Weg, die Tochter der Verwandten meines Herren nehmen zu können für seinen Sohn.
וְ֠עַתָּה אִם־יֶשְׁכֶ֨ם עֹשִׂ֜ים חֶ֧סֶד וֶֽאֱמֶ֛ת אֶת־אֲדֹנִ֖י הַגִּ֣ידוּ לִ֑י וְאִם־לֹ֕א הַגִּ֣ידוּ לִ֔י וְאֶפְנֶ֥ה עַל־יָמִ֖ין א֥וֹ עַל־שְׂמֹֽאל׃
49
49
Und nun, wenn ihr tun wollt Liebe und Treue mit meinem Herrn Awraham, dann sagt es mir. Wenn aber nicht, dann sagt es mir auch, dass ich mich wende zur Rechten oder zur Linken.
zur Rechten: um von den Töchtern Ischmaels eine Frau für Jizchak zu suchen;
oder zur Linken: von den Töchtern Lots, der zur Linken (nördlich) von Awraham lebte.
Raschi
וַיַּ֨עַן לָבָ֤ן וּבְתוּאֵל֙ וַיֹּ֣אמְר֔וּ מֵיְהוָ֖ה יָצָ֣א הַדָּבָ֑ר לֹ֥א נוּכַ֛ל דַּבֵּ֥ר אֵלֶ֖יךָ רַ֥ע אוֹ־טֽוֹב׃
50
50
Da antworteten Lawan und Betuel und sagten: Vom Ewigen ist ausgegangen die Sache, wir können nichts zu dir sagen, Böses oder Gutes.
Da antwortete Lawan
Er war böse, da er sich beeilte, vor seinem Vater zu antworten.
Raschi
wir können nichts zu dir sagen
Wir können nichts zu dir sagen, um uns in dieser Sache zu weigern; weder durch eine Antwort mit einem bösen Wort, noch durch eine Antwort mit einem würdigen und einleuchtenden Wort, weil nach deinen Worten die Sache vom Ewigen ausgegangen ist, der sie dir gefügt hat.
Raschi
הִנֵּֽה־רִבְקָ֥ה לְפָנֶ֖יךָ קַ֣ח וָלֵ֑ךְ וּתְהִ֤י אִשָּׁה֙ לְבֶן־אֲדֹנֶ֔יךָ כַּאֲשֶׁ֖ר דִּבֶּ֥ר יְהוָֽה׃
51
51
Hier ist Riwka vor dir, nimm sie und gehe, damit sie die Frau wird für den Sohn deines Herrn, wie der Ewige gesprochen hat.
וַיְהִ֕י כַּאֲשֶׁ֥ר שָׁמַ֛ע עֶ֥בֶד אַבְרָהָ֖ם אֶת־דִּבְרֵיהֶ֑ם וַיִּשְׁתַּ֥חוּ אַ֖רְצָה לַֽיהוָֽה׃
52
52
Und es geschah, als der Knecht Awrahams ihre Worte hörte, da warf er sich nieder zur Erde vor dem Ewigen.
da warf er sich nieder zur Erde
Von hier geht hervor, dass man für eine gute Nachricht dem Ewigen dankt.
Raschi