וְיוֹסֵ֖ף הוּרַ֣ד מִצְרָ֑יְמָה וַיִּקְנֵ֡הוּ פּוֹטִיפַר֩ סְרִ֨יס פַּרְעֹ֜ה שַׂ֤ר הַטַּבָּחִים֙ אִ֣ישׁ מִצְרִ֔י מִיַּד֙ הַיִּשְׁמְעֵאלִ֔ים אֲשֶׁ֥ר הוֹרִדֻ֖הוּ שָֽׁמָּה׃
1
1
Josef wurde nach Mizraim hinabgebracht, und es kaufte ihn Potifar, ein Hofbeamter Pharaos, Oberster der Schlächter, ein mizrischer Mann, aus der Hand der Ischmaelim, die ihn dorthin gebracht hatten.
Josef wurde hinabgebracht
Der Vers kehrt jetzt zum ersten Inhalt zurück, und hat ihn nur darum unterbrochen, um Jehuda mit dem Verkauf von Josef zu verbinden, um zu sagen: seinetwegen hatten sie ihn von seiner Würde abgesetzt. Und außerdem, um den Vorfall mit der Frau Potifars mit Tamar zu verbinden, um dir zu sagen: so wie diese in reiner Absicht handelte (לְשֵׁם שָׁמַיִם), so handelte auch jene in reiner Absicht. Denn sie hatte in ihrer Astrologie gesehen, dass sie von ihm Kinder aufstellen würde, und wusste nicht, ob durch sie selbst oder durch ihre Tochter.
Raschi
Josef wurde hinabgebracht
Es steht הוּרַד „wurde hinabgebracht“, und nicht יָרַד „ging hinab“ nach Mizraim. Gegen seinen Willen wurde er dort hingebracht.
Rabbi Awraham, Sohn des Rambam
Es steht הוּרַד „wurde hinabgebracht“, und nicht יָרַד „ging hinab“ nach Mizraim, um daran zu erinnern: Um die g‑ttliche Entscheidung zu erfüllen, wurde er geschickt, um seine Brüder nach Mizraim zu bringen. Wie das Gleichnis einer Kuh, die man an den Ort ihres Schlachtens bringen wollte, und sie stemmte sich dagegen. Was tat man? Man brachte ihr Junges an den Ort, und sofort kam auch die Mutterkuh heran.
Daat Skenim
und es kaufte ihn Potifar: weil Josef ein hübscher Jüngling war, kaufte ihn Potifar, um mit ihm intim zu werden.
Targum Jonathan
ein Hofbeamter Pharaos
סְרִיס פַּרְעֹה, ein Minister am Hof Pharaos. [Targum Onkelos, Ibn Esra]
סְרִיס פַּרְעֹה, ein Diener am Hof Pharaos. Der Begriff סְרִיס bedeutet מְשָׁרֵת „Diener“ in der Sprache der Torah. [Saadia Gaon; Maharscha zu Sota 13b]
Potifar kaufte ihn für sich selbst, zum Intimverkehr, da kam der Engel Gawriel und kastrierte ihn (סֵירְסוֹ).
Sota 13b
Oberster der Schlächter
שַׂר הַטַּבָּחִים, die das Vieh des Königs schlachten. [Raschi zu Bereschit 37:36]
שַׂר הַטַּבָּחִים, verantwortlich für die Küche und die Speisen des Königs. [Rabbenu Meyuchas zu Bereschit 37:36]
שַׂר הַטַּבָּחִים, der diejenigen exekutiert, die vom König zum Tod verurteilt wurden.
Targum Onkelos
וַיְהִ֤י יְהוָה֙ אֶת־יוֹסֵ֔ף וַיְהִ֖י אִ֣ישׁ מַצְלִ֑יחַ וַיְהִ֕י בְּבֵ֖ית אֲדֹנָ֥יו הַמִּצְרִֽי׃
2
2
Und der Ewige war mit Josef und er war ein Mann, dem alles gelang; und so war er im Haus seines Herrn, des Mizri.
Und der Ewige war mit Josef: weil er besonderen geistigen Schutzes bedurfte inmitten der Völker.
Bechor Schor
Und der Ewige war mit Josef: weil er besonderen Schutzes bedurfte gegenüber den Neidern.
Seforno
Und der Ewige war mit Josef: die G‑ttesfurcht war Josef stets vor Augen.
Abarbenel
ein Mann, dem alles gelang
1\) וַיְהִי ה׳ אֶת יוֹסֵף, G‑tt war mit Josef selbst und ließ alles, was er tat, gelingen.
2\) אִישׁ מַצְלִיחַ kann man auch lesen als ,מַצְלִיחַ לְזוּלָתוֹ מַצְלִיחַ מַשְׁמָעוֹ מַפְעִיל, auch alle Anderen im Haus seines Herren hatten Erfolg im Verdienst Josefs.
Kli Jakar
er war ein Mann, dem alles gelang, und so war er im Haus seines Herrn
Zu Beginn musste Josef als einfacher Sklave im Freien arbeiten. Als man seinen Erfolg sah (וַיְהִי אִישׁ מַצְלִיחַ), nahm man ihn danach für Arbeiten innerhalb des Hauses (וַיְהִי בְּבֵית אֲדֹנָיו).
Or haChaim
und so war er im Haus seines Herrn: er bediente Potifar in seinen Privatgemächern.
Seforno
er war ein Mann, dem alles gelang, und so war er im Haus seines Herrn
Als Potifar den Erfolg Josefs bemerkte, verkaufte er ihn nicht weiter, sondern behielt ihn bei sich: und so war er im Haus seines Herrn.
Lekach Tow
וַיַּ֣רְא אֲדֹנָ֔יו כִּ֥י יְהוָ֖ה אִתּ֑וֹ וְכֹל֙ אֲשֶׁר־ה֣וּא עֹשֶׂ֔ה יְהוָ֖ה מַצְלִ֥יחַ בְּיָדֽוֹ׃
3
3
Da nun sein Herr sah, dass der Ewige mit ihm war, und dass alles, was er tat, der Ewige gelingen ließ in seiner Hand,
dass der Ewige mit ihm war: der Name G‑ttes war geläufig in seinem Mund, שֵׁם שָׁמַיִם שָׁגוּר בְּפִיו.
Raschi
וַיִּמְצָ֨א יוֹסֵ֥ף חֵ֛ן בְּעֵינָ֖יו וַיְשָׁ֣רֶת אֹת֑וֹ וַיַּפְקִדֵ֙הוּ֙ עַל־בֵּית֔וֹ וְכָל־יֶשׁ־ל֖וֹ נָתַ֥ן בְּיָדֽוֹ׃
4
4
so fand Josef Gnade in Potifars Augen, und Josef bediente ihn, und er machte ihn zum Aufseher über sein Haus, und all das Seine gab er in seine Hand.
er machte ihn zum Aufseher über sein Haus: über seine Schatzkammer, und all das Seine gab er in seine Hand: er ließ die Schlüssel zu seiner Schatzkammer in Josefs Hand.
Lekach Tow
er machte ihn zum Aufseher über sein Haus
Er machte Josef zum Verantwortlichen über die Ausgaben des Hauses.
Malbim
und all das Seine gab er in seine Hand
Der Satz וְכָל יֶשׁ לוֹ ist verkürzt; lies es, als würde stehen וְכָל אֲשֶׁר יֶשׁ לוֹ נָתַן בְּיָדוֹ „alles, das er hatte, gab er in seine Hand“.
Raschi
וַיְהִ֡י מֵאָז֩ הִפְקִ֨יד אֹת֜וֹ בְּבֵית֗וֹ וְעַל֙ כָּל־אֲשֶׁ֣ר יֶשׁ־ל֔וֹ וַיְבָ֧רֶךְ יְהוָ֛ה אֶת־בֵּ֥ית הַמִּצְרִ֖י בִּגְלַ֣ל יוֹסֵ֑ף וַיְהִ֞י בִּרְכַּ֤ת יְהוָה֙ בְּכָל־אֲשֶׁ֣ר יֶשׁ־ל֔וֹ בַּבַּ֖יִת וּבַשָּׂדֶֽה׃
5
5
Und es geschah, seitdem er ihn zum Aufseher gemacht hatte über sein Haus und über all das Seine, segnete der Ewige das Haus des Mizri wegen Josef; und es war der Segen des Ewigen in all dem Seinen, im Haus und auf dem Feld.
וַיַּעֲזֹ֣ב כָּל־אֲשֶׁר־לוֹ֮ בְּיַד־יוֹסֵף֒ וְלֹא־יָדַ֤ע אִתּוֹ֙ מְא֔וּמָה כִּ֥י אִם־הַלֶּ֖חֶם אֲשֶׁר־ה֣וּא אוֹכֵ֑ל וַיְהִ֣י יוֹסֵ֔ף יְפֵה־תֹ֖אַר וִיפֵ֥ה מַרְאֶֽה׃
6
6
Und er überließ all das Seine in der Hand Josefs, und kümmerte sich um nichts bei ihm, bis auf das Brot, das er aß. Josef aber war schön von Gestalt und schön von Ansehen.
kümmerte sich um nichts bei ihm
וְלֹא יָדַע אִתּוֹ מְאוּמָה, er richtete auf nichts seine Aufmerksamkeit.
Raschi
bis auf das Brot: das ist seine Frau, nur wendet der Vers einen reinen Ausdruck an.
Raschi
um nichts bei ihm, bis auf das Brot, das er aß
וְלֹא יָדַע אִתּוֹ מְאוּמָה, Potifar fand nichts bei Josef, das er für sich selbst und den eigenen Vorteil genommen hätte, כִּי אִם הַלֶּחֶם אֲשֶׁר הוּא אוֹכֵל, außer dem Brot, das er selbst aß.
Ramban
bis auf das Brot, das er aß
Potifar überließ alles in der Hand Josefs, außer den Mahlzeiten, die er selbst aß und die er Josef nicht einmal berühren ließ.
Ibn Esra, Radak
Josef war schön von Gestalt
Als er sich im Besitz der Macht sah, begann er zu essen und zu trinken und sein Haar zu pflegen. Da sagte der Ewige, dein Vater trauert, und du pflegst dein Haar? Dann will ich den Bären gegen dich schicken. Sofort (nächster Vers) וַתִּשָּׂא אֵשֶׁת אֲדֹנָיו אֶת עֵינֶיהָ אֶל יוֹסֵף וַתֹּאמֶר שִׁכְבָה עִמִּי „Da erhob die Frau seines Herrn ihre Augen zu Josef und sagte: Lege dich zu mir“.
Raschi
schön von Gestalt und schön von Ansehen
Die Worte יְפֵה תֹאַר („schön von Gestalt“) beziehen sich auf Gestalt und Körperbau.
Die Worte וִיפֵה מַרְאֶה („schön von Ansehen“) beziehen sich auf die Schönheit des Gesichtes.
Midrasch Sechel Tow