דַּבֵּ֞ר אֶל־בְּנֵ֤י יִשְׂרָאֵל֙ לֵאמֹ֔ר אִשָּׁה֙ כִּ֣י תַזְרִ֔יעַ וְיָלְדָ֖ה זָכָ֑ר וְטָֽמְאָה֙ שִׁבְעַ֣ת יָמִ֔ים כִּימֵ֛י נִדַּ֥ת דְּוֺתָ֖הּ תִּטְמָֽא׃
2
2
Sprich zu den Kindern Israel: Wenn eine Frau schwanger wird und einen Jungen gebärt, ist sie sieben Tage rituell unrein; wie in den Tagen der Absonderung (Periode) in ihrer Leidenszeit, ist sie unrein.
Wenn eine Frau schwanger wird
Rabbi Simlai sagt: So wie bei der Schöpfung der Mensch nach Vieh, Wild und Geflügel geschaffen wurde, so sind auch die Vorschriften für den Menschen erst nach den Vorschriften für Vieh, Wild und Geflügel erklärt (Wajikra Rabba 14:1).
Raschi
Wenn eine Frau schwanger wird
אִשָּׁה כִּי תַזְרִיעַ, wörtl. „Wenn eine Frau Samen gibt“, bedeutet: Wenn eine Frau schwanger wird. [Targum Onkelos, Raschbam]
אִשָּׁה כִּי תַזְרִיעַ bedeutet: Wenn eine Frau Nachkommen hervorbringt (תַּצְמִיחַ זֶרַע). Die Frau empfängt den Samen des Mannes und lässt aus ihm in der Zeit der Schwangerschaft und Reifung neues Leben entstehen.
Abarbanel
Wenn eine Frau schwanger wird
אִשָּׁה כִּי תַזְרִיעַ, wörtl. „Wenn eine Frau Samen gibt“. Das fügt hinzu: auch wenn sie Aufgelöstes geboren hat, das zergangen und so wie זֶרַע („Samen“) geworden ist, ist die Mutter doch durch die Geburt unrein (Nidda 27b).
Raschi
wie in den Tagen der Absonderung in ihrer Leidenszeit, ist sie unrein
Gleich den Halachot der Unreinheit, die bei der Nidda stehen, wird sie bei der Geburt unrein, auch wenn sich der Mutterschoß ohne Blutung geöffnet hätte (Nidda 21a).
Raschi
ihrer Leidenszeit
Das Wort דְּוֹתהּ kommt von „Ausfluss ihres Körpers“.
Andere Erklärung: דְּוֹתהּ bedeutet מַדְוֵה וְחֹלִי, ein Leiden und eine Krankheit; denn eine Frau hat nicht ihre Periode, ohne dass sie der Kopf schmerzt und ihre Glieder schwer sind (Nidda 9a).
Raschi
וּבַיּ֖וֹם הַשְּׁמִינִ֑י יִמּ֖וֹל בְּשַׂ֥ר עָרְלָתֽוֹ׃
3
3
Und am achten Tag soll man ihn am Fleisch der Vorhaut beschneiden.
Und am achten Tag soll man
Rabbi Schimon bar Jochai sagte zu seinen Schülern: Warum warten wir mit der Beschneidung acht Tage? Damit nicht alle fröhlich seien, während Vater und Mutter betrübt sind, weil sie einander verboten sind. Am achten Tag aber – nachdem die Frau in der Nacht zuvor untergetaucht ist – sind alle fröhlich.
Nidda 31a
וּשְׁלֹשִׁ֥ים יוֹם֙ וּשְׁלֹ֣שֶׁת יָמִ֔ים תֵּשֵׁ֖ב בִּדְמֵ֣י טָהֳרָ֑ה בְּכָל־קֹ֣דֶשׁ לֹֽא־תִגָּ֗ע וְאֶל־הַמִּקְדָּשׁ֙ לֹ֣א תָבֹ֔א עַד־מְלֹ֖את יְמֵ֥י טָהֳרָֽהּ׃
4
4
Die Gebärende taucht in der Mikwe unter, nachdem sieben volle Tage nach der Geburt vergangen sind. Dieses Untertauchen reinigt sie von der rituellen Unreinheit, die durch die Geburt entstanden ist. Die folgenden 33 Tage lang verbleibt sie dann in einem Zustand, in dem das Blut rein ist; alles Heilige darf sie nicht berühren und in das Heiligtum darf sie nicht kommen, bis die Zeit ihrer Reinheit vorüber ist.
verbleibt
תֵּשֵׁב, wörtl. sitzt; und תֵּשֵׁב hat die Bedeutung „verbleiben“, „verweilen“, wie תֵּשְׁבוּ בְּקָדֵשׁ „ihr bliebt in Kadesch“ (Dew. 1:46); וַיֵּשֶׁב בְּאֵלֹנֵי מַמְרֵא „[Awram] ließ sich nieder in Alon Mamre“ (Ber. 13:18).
Raschi
das Blut rein ist
בִּדְמֵי טָהֳרָה, wörtl. im Blut der Reinigung. Obwohl sie Blut sieht, ist sie rein.
Raschi
das Blut rein ist
Das Wort טהרה erscheint im vorliegenden Vers zweifach: zuerst ohne Dagesch im auslautenden Buchstaben He (טָהֳרָהּ), danach mit Dagesch. Ein He am Wortende ohne Vokalzeichen wird in der Regel nicht ausgesprochen. Eine Ausnahme bildet das He mit Dagesch, genannt Mapik He. (מַפִּיק הֵא bedeutet wörtlich „ein hervorgebrachtes He“, d.h. hörbar ausgesprochen. Es bezeichnet als Suffix den Besitz „ihr“.) Entsprechend haben die beiden Wörter – einmal mit stummem He und einmal mit Mapik He – verschiedene Bedeutungen.]
בִּדְמֵי טָהֳרָה [beim ersten Vorkommen des Wortes טהרה in diesem Vers] steht ohne Mapik He; es ist ein Hauptwort, so wie טֹהַר. [Die Worte בִּדְמֵי טָהֳרָה bedeuten somit „im Blut der Reinheit“, nicht „im Blut ihrer Reinheit“.]
Raschi
Zeit ihrer Reinheit
יְמֵי טָהֳרָהּ [am Ende des Verses] mit Mapik He, „die Tage ihrer Reinheit“.
Raschi
alles Heilige
בְּכָל קֹדֶשׁ „alles Heilige“, das fügt Teruma hinzu.
Weil diese [Frau] als eine gilt, die an einem langen Tag eingetaucht ist. Sie taucht nämlich am Ende der sieben Tage unter, und ihr Sonnenuntergang, der ihr die Reinheit bringt, ist erst der Sonnenuntergang des 40. Tages; und am darauffolgenden Tag bringt sie das Opfer ihrer Reinigung.
Raschi
das fügt Teruma hinzu: Obgleich Teruma nicht die Heiligkeit der Kodaschim (Opferspeisen) aufweist, besitzt auch sie einen geheiligten Status.
Teruma: Abgabe vom Ertrag der Ernte an den Kohen. Übliches Ausmaß: 1/40 bis 1/60 der Ernte. Die Absonderung erfolgt vor der Zehntabgabe (Ma∙asser). Mit der Absonderung ist die Teruma heilig: ein Verzehr durch Nicht-Kohanim ist untersagt, ebenso durch Kohanim in einem Zustand der Unreinheit.
Heiliges darf sie nicht berühren
Das ist ein Verbot, Heiliges zu essen, wie in Jewamot (75a) erklärt wird.
Raschi
וְאִם־נְקֵבָ֣ה תֵלֵ֔ד וְטָמְאָ֥ה שְׁבֻעַ֖יִם כְּנִדָּתָ֑הּ וְשִׁשִּׁ֥ים יוֹם֙ וְשֵׁ֣שֶׁת יָמִ֔ים תֵּשֵׁ֖ב עַל־דְּמֵ֥י טָהֳרָֽה׃
5
5
Wenn sie ein Mädchen gebiert, dann ist sie ebenso rituell unrein wie bei ihrer Absonderung, aber statt einer Woche – zwei Wochen; die Gebärende taucht nach diesen zwei Wochen in der Mikwe unter und dieses Untertauchen reinigt sie von der rituellen Unreinheit, die durch die Geburt entstanden ist. Die folgenden 66 Tage verbleibt sie dann in einem Zustand, in dem ihr Blut rein ist.
וּבִמְלֹ֣את ׀ יְמֵ֣י טָהֳרָ֗הּ לְבֵן֮ א֣וֹ לְבַת֒ תָּבִ֞יא כֶּ֤בֶשׂ בֶּן־שְׁנָתוֹ֙ לְעֹלָ֔ה וּבֶן־יוֹנָ֥ה אוֹ־תֹ֖ר לְחַטָּ֑את אֶל־פֶּ֥תַח אֹֽהֶל־מוֹעֵ֖ד אֶל־הַכֹּהֵֽן׃
6
6
Und wenn die Zeit ihrer Reinheit vorüber ist, sei es bei einem Sohn oder bei einer Tochter, dann bringe sie ein im ersten Jahr stehendes Schaf zum Ganzopfer (Olah) und eine junge Taube oder eine Taube zum Sündopfer (Chatat) dem Kohen an den Eingang des Zeltes der Zusammenkunft.
dann bringe sie ein Ganzopfer und ein Sündopfer
Das Opfer wird für die Sünde Chawas gebracht, denn ohne diese Sünde würde die Geburt eines Neugeborenen ohne Schmerz und Leid vor sich gehen – wie ein Baum, der seine Früchte hervorbringt.
Die übliche Reihenfolge der Opferungen ist 1. Chatat (Sündopfer), und dann 2. Olah (Ganzopfer). Das Chatat sühnt unpassende Aussagen (בִּיטּוּי שְׂפָתַיִם); das Olah sühnt die Gedanken des Herzens (הִרְהוּר הַלֵּב).
Weil bei der Sünde Chawas zuerst steht„und die Frau sah, dass der Baum gut zum Essen sei“ וַתֵּרֶא הָאִשָּׁה כִּי טוֹב הָעֵץ לְמַאֲכָל (Ber. 3:6), und danach „und sie nahm von seiner Frucht“ וַתִּקַּח מִפִּרְיוֹ וַתֹּאכַל, das heißt die Sünde zuerst in Gedanken und erst dann in Tat war; deshalb wird auch hier nach der Geburt 1. zuerst das Olah und 2. dann das Chatat gebracht, anders als die übliche Reihenfolge.
Rabbenu Bechaje
וְהִקְרִיב֞וֹ לִפְנֵ֤י יְהוָה֙ וְכִפֶּ֣ר עָלֶ֔יהָ וְטָהֲרָ֖ה מִמְּקֹ֣ר דָּמֶ֑יהָ זֹ֤את תּוֹרַת֙ הַיֹּלֶ֔דֶת לַזָּכָ֖ר א֥וֹ לַנְּקֵבָֽה׃
7
7
Der Kohen bringe es vor den Ewigen und erwirke ihr Sühne, dann ist sie rein von ihrem Blutfluss; das sind die Vorschriften für eine Gebärende, sei es bei einem Jungen oder bei einem Mädchen.
bringe es
Weil hier in der Einzahl steht וְהִקְרִיבוֹ bringe „es“ dar, und nicht וְהִקְרִיבַם bringe „sie“ dar, lernt man: Nur eins von ihnen hindert sie, Heiliges zu essen, und zwar welches? Das Chatat (Sündopfer); denn es heißt וְכִפֶּר עָלֶיהָ הַכֹּהֵן וְטָהֵרָה „der Kohen erwirke ihr Sühne, dann ist sie rein“; dasjenige, mit dem er die Sühne vollzieht, von ihm ist die Reinheit abhängig.
Raschi, Misrachi
dann ist sie rein: daraus geht hervor, dass sie bis dahin unrein genannt wird.
Raschi
וְאִם־לֹ֨א תִמְצָ֣א יָדָהּ֮ דֵּ֣י שֶׂה֒ וְלָקְחָ֣ה שְׁתֵּֽי־תֹרִ֗ים א֤וֹ שְׁנֵי֙ בְּנֵ֣י יוֹנָ֔ה אֶחָ֥ד לְעֹלָ֖ה וְאֶחָ֣ד לְחַטָּ֑את וְכִפֶּ֥ר עָלֶ֛יהָ הַכֹּהֵ֖ן וְטָהֵֽרָה׃ (פ)
8
8
Wenn aber ihr Vermögen nicht reicht für ein Lamm, so nehme sie zwei Tauben oder zwei junge Tauben, die eine zum Ganzopfer und die andere zum Sündopfer; und der Kohen erwirkt ihr Sühne, und sie ist rituell rein.
eine zum Ganzopfer und die andere zum Sündopfer
Der Vers hat diese Opferungen nur zuerst genannt, dass man ihr zuerst den Namen gebe. Aber bei der Darbringung kommt das Sündopfer vor dem Ganzopfer. So haben wir in Sewachim, Abschnitt כָּל הַתָּדִיר (90a) gelernt.
Raschi
אָדָ֗ם כִּֽי־יִהְיֶ֤ה בְעוֹר־בְּשָׂרוֹ֙ שְׂאֵ֤ת אֽוֹ־סַפַּ֙חַת֙ א֣וֹ בַהֶ֔רֶת וְהָיָ֥ה בְעוֹר־בְּשָׂר֖וֹ לְנֶ֣גַע צָרָ֑עַת וְהוּבָא֙ אֶל־אַהֲרֹ֣ן הַכֹּהֵ֔ן א֛וֹ אֶל־אַחַ֥ד מִבָּנָ֖יו הַכֹּהֲנִֽים׃
2
2
Wenn bei einem Menschen auf der Haut seines Fleisches eine Erhebung oder ein Ausschlag oder ein Fleck entsteht, und es gestaltet sich auf der Haut seines Fleisches zu einem Ausschatzschaden, so soll er zu Aharon dem Kohen, oder zu einem von seinen Söhnen, den Kohanim, gebracht werden.
Wenn bei einem Menschen auf der Haut seines Fleisches
Die Gründe für Zara’at sind:
[Gemara Erechin 16a] (1) Böse Rede (d.h. Tratsch und üble Nachrede). (2) Blutvergießen (d.h. Mord). (3) Falsche Schwüre. (4) Verbotener Intimverkehr. (5) Überheblichkeit. (6) Raub. (7) Geiz.
[Midrasch Tanchuma, Mezora 4] (1) Götzendienst. (2) Schändung von G‑ttes Namen. (3) Verbotener Intimverkehr. (4) Diebstahl. (5) Böse Rede. (6) Einer, der falsche Zeugenaussage tätigt. (7) Ein Richter, der das Recht verdreht. (8) Falsche Schwüre. (9) Einer, der die Grenze eines anderen übertritt. (10) Einer, der Pläne schmiedet, um Unwahrheiten zu verbreiten. (11) Einer, der Streit in der Familie verursacht. Und manche fügen hinzu (12): Geiz.
[Wajikra Rabba 17:3] (1) Götzendienst. (2) Verbotener Intimverkehr. (3) Mord. (4) Schändung von G‑ttes Namen. (5) Segnung (als Euphemismus) von G‑ttes Namen. (6) Raub von gemeinschaftlichem Eigentum. (7) Raub von privatem Eigentum. (8) Überheblichkeit. (9) Böse Rede. (10) Geiz.
eine Erhebung oder ein Ausschlag
שְׂאֵת und סַפַּחַת sind Namen von Aussatzschäden, von denen einer weißer als der andere ist (Schewuot 5a).
Raschi
שְׂאֵת, ein hochweißer Aussatzschaden, weiß wie Schnee.
סַפַּחַת, ein mittelweißer Aussatzschaden, weiß wie die reine Wolle eines neugeborenen Schafes.
Negaim 1:1
ein Fleck
בַהֶרֶת „Fleck“, auf Französisch taie. Ebenso (Ijow 37:21) בָּהִיר הוּא בַּשְּׁחָקִים „leuchtet am Himmel“.
Raschi
zu Aharon dem Kohen
Es ist eine Bestimmung der Torah (גְּזֵרַת הַכָּתוּב), dass die Unreinheit der Aussatzschäden und ihre Reinheit vom Ausspruch des Kohen abhängig sind.
Raschi
וְרָאָ֣ה הַכֹּהֵ֣ן אֶת־הַנֶּ֣גַע בְּעֽוֹר־הַ֠בָּשָׂר וְשֵׂעָ֨ר בַּנֶּ֜גַע הָפַ֣ךְ ׀ לָבָ֗ן וּמַרְאֵ֤ה הַנֶּ֙גַע֙ עָמֹק֙ מֵע֣וֹר בְּשָׂר֔וֹ נֶ֥גַע צָרַ֖עַת ה֑וּא וְרָאָ֥הוּ הַכֹּהֵ֖ן וְטִמֵּ֥א אֹתֽוֹ׃
3
3
Wenn nun der Kohen den Schaden auf der Haut des Fleisches, und das Haar in dem Schaden hat sich in weiß verwandelt, und der Schaden erscheint tiefer als die Haut des Fleisches, dann ist es ein Aussatzschaden; sobald der Kohen ihn sieht, spreche er ihn unrein.
hat sich in weiß verwandelt
Das Haar war zuerst schwarz und hat sich mitten im Aussatzschaden in weiß verwandelt. Die geringste Anzahl, die das Wort שֵׂעַר „Haar“ bedeutet, ist zwei.
Raschi
tiefer als die Haut des Fleisches
Jede weiße Farbe sieht tieferliegend aus, wie eine sonnenbeschienene Stelle tiefer als der Schatten erscheint (Schewuot 6b).
Raschi
spreche er ihn unrein
Der Kohen sagt zu ihm: „Du bist unrein.“ Denn das weiße Haar ist ein Zeichen der Unreinheit ; [dafür gibt es keine vernunft¬gemäße Erklärung, sondern] es ist eine Bestimmung der Torah (גְּזֵרַת הַכָּתוּב).
Raschi
וְאִם־בַּהֶרֶת֩ לְבָנָ֨ה הִ֜וא בְּע֣וֹר בְּשָׂר֗וֹ וְעָמֹק֙ אֵין־מַרְאֶ֣הָ מִן־הָע֔וֹר וּשְׂעָרָ֖ה לֹא־הָפַ֣ךְ לָבָ֑ן וְהִסְגִּ֧יר הַכֹּהֵ֛ן אֶת־הַנֶּ֖גַע שִׁבְעַ֥ת יָמִֽים׃
4
4
Ist es aber ein weißer Fleck auf der Haut seines Fleisches, und erscheint er nicht tiefer als die Haut, und das Haar hat sich nicht in weiß verwandelt, so soll der Kohen den Schaden sieben Tage einschließen.
erscheint nicht tiefer als die Haut: die Erklärung davon weiß ich nicht.
Raschi
Raschi erklärt zu Vers 3, dass jeder weiße Schaden tiefer erscheint als die umgebende, dunklere Haut. Raschi stellt daher die Frage zum vorliegenden Vers: Um welchen weißen Schaden könnte es sich hier handeln, der optisch nicht tiefer als die Haut scheint und deshalb eingeschlossen wird, statt sofort als „unrein“ erklärt zu werden.
Ramban, Chiskuni
einschließen: er schließe ihn in einem Haus ein und besehe ihn nicht bis zum Ende der Woche; und dann beweisen die Zeichen für ihn.
Raschi
וְרָאָ֣הוּ הַכֹּהֵן֮ בַּיּ֣וֹם הַשְּׁבִיעִי֒ וְהִנֵּ֤ה הַנֶּ֙גַע֙ עָמַ֣ד בְּעֵינָ֔יו לֹֽא־פָשָׂ֥ה הַנֶּ֖גַע בָּע֑וֹר וְהִסְגִּיר֧וֹ הַכֹּהֵ֛ן שִׁבְעַ֥ת יָמִ֖ים שֵׁנִֽית׃
5
5
Sieht ihn der Kohen am siebten Tag, und siehe, der Schaden verblieb in seinem Aussehen, der Schaden hat sich in der Haut nicht ausgebreitet, dann soll ihn der Kohen zum zweiten Mal sieben Tage lang einschließen.
der Schaden verblieb in seinem Aussehen: der Schaden verblieb in seinem ersten Aussehen und Ausmaß.
Raschi
soll ihn der Kohen zum zweiten Mal sieben Tage lang einschließen
Wenn er sich aber in der ersten Woche ausgebreitet hat, ist er ausgesprochen unrein (טָמֵא מֻחְלָט).
Raschi
וְרָאָה֩ הַכֹּהֵ֨ן אֹת֜וֹ בַּיּ֣וֹם הַשְּׁבִיעִי֮ שֵׁנִית֒ וְהִנֵּה֙ כֵּהָ֣ה הַנֶּ֔גַע וְלֹא־פָשָׂ֥ה הַנֶּ֖גַע בָּע֑וֹר וְטִהֲר֤וֹ הַכֹּהֵן֙ מִסְפַּ֣חַת הִ֔יא וְכִבֶּ֥ס בְּגָדָ֖יו וְטָהֵֽר׃
6
6
Sieht ihn der Kohen am siebten Tag zum zweiten Mal, und siehe, dunkel ist der Schaden, und der Schaden hat sich in der Haut nicht ausgebreitet, dann spreche ihn der Kohen rein, es ist ein Ausschlag; er wasche seine Kleidung und ist dann rein.
dunkel
כֵּהָה „dunkel“, „trübe“. Das Aussehen des Schadens ist dunkler geworden. Wenn er aber in seinem Aussehen stehengeblieben oder sich ausgebreitet hätte, so wäre er unrein.
Raschi
ein Ausschlag
מִסְפַּחַת, Bezeichnung für einen reinen Aussatzschaden.
Raschi
er muss seine Kleidung waschen und ist dann rein
Weil er eingeschlossen werden musste, wird er unrein genannt und muss in der Mikwe untertauchen.
Raschi
וְרָאָה֙ הַכֹּהֵ֔ן וְהִנֵּ֛ה פָּשְׂתָ֥ה הַמִּסְפַּ֖חַת בָּע֑וֹר וְטִמְּא֥וֹ הַכֹּהֵ֖ן צָרַ֥עַת הִֽוא׃ (פ)
8
8
Sieht dann der Kohen, und siehe, der Ausschlag hat sich in der Haut ausgebreitet, dann spreche ihn der Kohen unrein, ein Aussatz ist es.
spreche ihn der Kohen unrein: und wenn er ihn unrein gesprochen hat, dann ist er ein ausgesprochener Aussätziger (מְצֹרָע מֻחְלָט). Er ist verpflichtet, die Vögel zu bringen, die Haare zu scheren und das Opfer zu bringen, das im Abschnitt זֹאת תִּהְיֶה (Waj. 14, 1–32) vorkommt.
Raschi
Raschi nennt Paraschat Mezora ״פָּרָשַׁת זֹאת תִּהְיֶה״, da sie mit den Worten beginnt ״זֹאת תִּהְיֶה״ תּוֹרַת הַמְּצֹרָע, „Das sei“ die Lehre des Aussätzigen. Die Reinigung des „ausgesprochen Aussätzigen“ (מְצֹרָע מֻחְלָט) wird in diesem Abschnitt beschrieben.
ein Aussatz ist es
צָרַעַת הִוא, wörtl. ein Aussatz ist sie.
Das Wort צָרַעַת ist weiblich, נֶגַע ist männlich.
Raschi
וְרָאָ֣ה הַכֹּהֵ֗ן וְהִנֵּ֤ה שְׂאֵת־לְבָנָה֙ בָּע֔וֹר וְהִ֕יא הָפְכָ֖ה שֵׂעָ֣ר לָבָ֑ן וּמִֽחְיַ֛ת בָּשָׂ֥ר חַ֖י בַּשְׂאֵֽת׃
10
10
Sieht der Kohen, und siehe, eine weiße Erhebung ist in der Haut, und sie hat das Haar in weiß verwandelt, oder eine gesunde Stelle ist in der Erhebung,
eine gesunde Stelle
וּמִחְיַת, auf Französisch seiniment „Heilung“. Wenn sich etwas von dem Weißen mitten im Flecken in Fleischfarbe verwandelt hat, auch das ist ein Zeichen der Unreinheit, weißes Haar ohne gesunde Stelle oder eine gesunde Stelle ohne weißes Haar. Und obwohl eine gesunde Stelle nur beim hochweißen Flecken (שְּׂאֵת) erwähnt wird, ist sie doch bei allen Farben und ihren Unterfarben ein Zeichen der Unreinheit.
Raschi
צָרַ֨עַת נוֹשֶׁ֤נֶת הִוא֙ בְּע֣וֹר בְּשָׂר֔וֹ וְטִמְּא֖וֹ הַכֹּהֵ֑ן לֹ֣א יַסְגִּרֶ֔נּוּ כִּ֥י טָמֵ֖א הֽוּא׃
11
11
dann ist es ein veralteter Aussatz in der Haut seines Fleisches, und der Kohen spreche ihn unrein; er schließe ihn nicht ein, denn er ist unrein.
ein veralteter Aussatz
צָרַעַת נוֹשֶׁנֶת „ein veralteter Aussatz“: es ist ein altes Leiden unter der gesunden Stelle, und diese Beule sieht von oben gesund aus, unten ist sie aber voll Eiter. Damit du nicht sagest, weil eine gesunde Stelle entstanden ist, will ich sie für rein erklären.
Raschi
וְאִם־פָּר֨וֹחַ תִּפְרַ֤ח הַצָּרַ֙עַת֙ בָּע֔וֹר וְכִסְּתָ֣ה הַצָּרַ֗עַת אֵ֚ת כָּל־ע֣וֹר הַנֶּ֔גַע מֵרֹאשׁ֖וֹ וְעַד־רַגְלָ֑יו לְכָל־מַרְאֵ֖ה עֵינֵ֥י הַכֹּהֵֽן׃
12
12
Wenn aber der Aussatz in der Haut weiter ausbricht und der Aussatz die ganze Haut des Schadens bedeckt, vom Kopf bis zu den Füßen, so weit die Augen des Kohen sehen,
vom Kopf des Menschen bis zu seinen Füßen.
Raschi
so weit die Augen des Kohen sehen: das schließt einen Kohen aus, der schlecht sieht.
Raschi
וְרָאָ֣ה הַכֹּהֵ֗ן וְהִנֵּ֨ה כִסְּתָ֤ה הַצָּרַ֙עַת֙ אֶת־כָּל־בְּשָׂר֔וֹ וְטִהַ֖ר אֶת־הַנָּ֑גַע כֻּלּ֛וֹ הָפַ֥ךְ לָבָ֖ן טָה֥וֹר הֽוּא׃
13
13
und sieht der Kohen, und siehe, der Aussatz bedeckt das ganze Fleisch, dann spreche er den Schaden rein; er hat sich ganz in weiß verwandelt, er ist rein.
וּבְי֨וֹם הֵרָא֥וֹת בּ֛וֹ בָּשָׂ֥ר חַ֖י יִטְמָֽא׃
14
14
An dem Tag aber, an dem daran gesundes Fleisch gesehen wird, wird er unrein.
An dem Tag, an dem daran gesundes Fleisch gesehen wird
Wenn eine gesunde Stelle an ihm entstanden ist. Der Vers hat schon erklärt, dass eine gesunde Stelle ein Zeichen der Unreinheit ist. Nur, wenn der Aussatz an einem von den 24 Enden der Glieder ist, die wegen einer gesunden Stelle nicht unrein werden, weil an ihnen nicht das ganze Aussehen des Schadens auf einmal wahrzunehmen ist, dass sie nach allen Seiten abgeschrägt sind, und die Schrägung am Ende des Gliedes dann durch Fett deutlich sichtbar geworden ist, indem sie dick und breit geworden ist, und sich eine gesunde Stelle zeigt, so lehrt uns der Vers, dass sie unrein macht.
Raschi
An dem Tag
וּבְיוֹם „am Tag“. Was will das lehren? Das lehrt, es gibt Tage, an denen du [die Schäden] ansiehst, und es gibt Tage, an denen du nicht ansiehst. Von hier haben die Weisen entnommen: Jemandem, der heiratet, gibt man erst noch alle sieben Tage des Festmahles, ihm und seinem Gewand und seinem Haus. Ebenso gibt man ihm am Fest (רֶגֶל) alle Tages des Festes.
Raschi
Fest (רֶגֶל): die drei Feste Pessach, Schawuot und Sukkot. Das ist eine zweite Art von „Tagen“, an denen die Untersuchung von Schäden ausgesetzt ist. Am Jom Tow ist niemand verpflichtet, dem Kohen seine Schäden zur Begutachtung vorzuweisen. Würde der Kohen einen Schaden untersuchen und für unrein erklären, würde das die Festesfreude trüben.
וְרָאָ֧ה הַכֹּהֵ֛ן אֶת־הַבָּשָׂ֥ר הַחַ֖י וְטִמְּא֑וֹ הַבָּשָׂ֥ר הַחַ֛י טָמֵ֥א ה֖וּא צָרַ֥עַת הֽוּא׃
15
15
Sieht der Kohen das gesunde Fleisch, dann spreche er ihn unrein; das gesunde Fleisch ist unrein, es ist Aussatz.
es ist Aussatz
צָרַעַת הוּא „es ist Aussatz“: jenes Fleisch; das Wort בָּשָׂר ist männlich.
Raschi
וּבָשָׂ֕ר כִּֽי־יִהְיֶ֥ה בֽוֹ־בְעֹר֖וֹ שְׁחִ֑ין וְנִרְפָּֽא׃
18
18
Wenn an der Haut des Fleisches eine Entzündung entsteht, und sie ist geheilt,
eine Entzündung
שְׁחִין bedeutet Hitze; das Fleisch ist durch ein Leiden erhitzt, das von einem Schlag und nicht vom Feuer herkommt (Chulin 8a).
Raschi
und sie ist geheilt
Die Entzündung (שְׁחִין) ist geheilt, und an ihrer Stelle ist ein anderer Schaden entstanden.
Raschi
וְהָיָ֞ה בִּמְק֤וֹם הַשְּׁחִין֙ שְׂאֵ֣ת לְבָנָ֔ה א֥וֹ בַהֶ֖רֶת לְבָנָ֣ה אֲדַמְדָּ֑מֶת וְנִרְאָ֖ה אֶל־הַכֹּהֵֽן׃
19
19
und es entsteht an der Stelle der Entzündung eine weiße Erhebung oder ein weißroter Fleck, dann soll er dem Kohen gezeigt werden.
oder ein weißroter Fleck
Der Fleck ist nicht einfach weiß, sondern gemischt und aus zwei Farben, Weiß und Rot, zusammengesetzt.
Raschi
וְרָאָ֣ה הַכֹּהֵ֗ן וְהִנֵּ֤ה מַרְאֶ֙הָ֙ שָׁפָ֣ל מִן־הָע֔וֹר וּשְׂעָרָ֖הּ הָפַ֣ךְ לָבָ֑ן וְטִמְּא֧וֹ הַכֹּהֵ֛ן נֶֽגַע־צָרַ֥עַת הִ֖וא בַּשְּׁחִ֥ין פָּרָֽחָה׃
20
20
Sieht der Kohen, und siehe, es erscheint niedriger als die Haut, und das Haar hat sich in weiß verwandelt, dann spreche ihn der Kohen unrein; ein Aussatzschaden ist es, der in der Entzündung ausgebrochen ist.
es erscheint niedriger
Der Flecken ist in Wirklichkeit nicht niedriger, sondern infolge seiner weißen Farbe sieht er niedriger und tiefer aus, wie eine sonnenbeschienene Stelle tiefer aussieht als der Schatten.
Raschi
וְאִ֣ם ׀ יִרְאֶ֣נָּה הַכֹּהֵ֗ן וְהִנֵּ֤ה אֵֽין־בָּהּ֙ שֵׂעָ֣ר לָבָ֔ן וּשְׁפָלָ֥ה אֵינֶ֛נָּה מִן־הָע֖וֹר וְהִ֣יא כֵהָ֑ה וְהִסְגִּיר֥וֹ הַכֹּהֵ֖ן שִׁבְעַ֥ת יָמִֽים׃
21
21
Wenn es der Kohen sieht, und siehe, es ist kein weißes Haar daran, und es ist nicht niedriger als die Haut, und es ist dunkel, dann soll ihn der Kohen sieben Tage lang einschließen.
וְאִם־פָּשֹׂ֥ה תִפְשֶׂ֖ה בָּע֑וֹר וְטִמֵּ֧א הַכֹּהֵ֛ן אֹת֖וֹ נֶ֥גַע הִֽוא׃
22
22
Und wenn es sich in der Haut ausbreitet, dann spreche es der Kohen unrein, ein Schaden ist es.
ein Schaden ist es
נֶגַע הִוא „ein Schaden ist“ diese Stelle oder der Flecken.
Raschi
וְאִם־תַּחְתֶּ֜יהָ תַּעֲמֹ֤ד הַבַּהֶ֙רֶת֙ לֹ֣א פָשָׂ֔תָה צָרֶ֥בֶת הַשְּׁחִ֖ין הִ֑וא וְטִהֲר֖וֹ הַכֹּהֵֽן׃ (ס)
23
23
Wenn aber der Fleck an seiner Stelle bleibt und sich nicht ausbreitet, dann ist es eine Vernarbung der Entzündung, und der Kohen spreche ihn rein.
an seiner Stelle: seinem ersten Ort.
Raschi
eine Vernarbung der Entzündung
צָרֶבֶת הַשְּׁחִין, wie der Targum sagt רֹשֶׁם שִׁחֲנָא „die Spur der Entzündung“; es ist nur noch die Spur der Entzündung, die am Fleisch zu erkennen ist. Das Wort צָרֶבֶת bedeutet überall eine Zusammenziehung der Haut, die sich infolge einer Entzündung zusammenzieht, wie (Jech. 21:3) וְנִצְרְבוּ בָהּ כָּל פָּנִים „und es wird durch sie jedes Gesicht zusammenschrumpfen“, retreire „zusammenziehen“ im Französischen.
Raschi
Vernarbung
צָרֶבֶת „Vernarbung“, auf Französisch retreire, retreiment „zusammengezogene Stelle“.
Raschi