וְרָאָ֨ה הַכֹּהֵ֜ן אַחֲרֵ֣י ׀ הֻכַּבֵּ֣ס אֶת־הַנֶּ֗גַע וְ֠הִנֵּה לֹֽא־הָפַ֨ךְ הַנֶּ֤גַע אֶת־עֵינוֹ֙ וְהַנֶּ֣גַע לֹֽא־פָשָׂ֔ה טָמֵ֣א ה֔וּא בָּאֵ֖שׁ תִּשְׂרְפֶ֑נּוּ פְּחֶ֣תֶת הִ֔וא בְּקָרַחְתּ֖וֹ א֥וֹ בְגַבַּחְתּֽוֹ׃
55
55
Sieht dann der Kohen, nachdem der Schaden gewaschen wurde, und siehe, der Schaden hat sein Aussehen nicht verändert, und der Schaden hat sich nicht ausgebreitet, dann ist er unrein, du musst es verbrennen; es ist eine Vertiefung an seiner Rückseite oder an seiner Vorderseite.
nachdem der Schaden gewaschen wurde
Die Wortform הֻכַּבֵּס ist passiv.
Raschi
der Schaden hat sein Aussehen nicht verändert: ist in seiner Farbe nicht dunkler geworden.
Raschi
der Schaden hat sich nicht ausgebreitet
Daraus entnehmen wir: wenn [der Schaden] sich nicht verändert und nicht ausgebreitet hat, ist er unrein. Und man braucht nicht zu sagen, wenn er sich nicht verändert und sich ausgebreitet hat. Hat er sich aber verändert und nicht ausgebreitet, dann wüsste ich nicht, was mit ihm geschehen soll, darum steht (Vers 50) וְהִסְגִּיר אֶת הַנֶּגַע „er schließe den Schaden ein“, auf jeden Fall, das sind die Worte von R. Jehuda, die Weisen sagen … wie in Torat Kohanim (13:171) steht. Ich habe die Stelle hier nur darum angedeutet, um den Vers in seinem Zusammenhang zu erklären.
Raschi
es ist eine Vertiefung
פְּחֶתֶת bedeutet „Grube“, wie in בְּאַחַת הַפְּחָתִים „in einer der Gruben“ (2 Schmu. 17:9); das heißt, es ist eine niedrige Stelle, ein Schaden, dessen Aussehen tiefer ist.
Raschi
an seiner Rückseite oder an seiner Vorderseite
Targum Onkelos übersetzt בְּקָרַחְתּוֹ – בִּשְׁחִיקוּתֵיהָ „Altes“; בְגַבַּחְתּוֹ – בְּחַדְתּוּתִיהָ „Neues“; an seiner abgeriebenen oder seiner neuen Seite.
Woher wissen wir, dass Ausbreitung über das Ganze auch bei Kleidungsstücken rein ist? Es steht קָרַחַת וְגַבַּחַת beim Menschen und ebenso steht קָרַחַת וְגַבַּחַת bei den Kleidern. So wie Ausbreitung über den ganzen Menschen rein ist, ist auch hier Ausbreitung über das ganze Kleidungsstück rein (Sanhedrin 88a); darum verwendet der Vers diese Ausdrücke קָרַחַת וְגַבַּחַת.
Was die Erklärung und den Targum anlangt, so bedeutet קָרַחַת „Altes“ und גַבַּחַת „Neues“, als wenn stehen würde בְּאַחֲרִיתוֹ אוֹ בְקַדְמוּתוֹ. Denn קָּרַחַת bedeutet „Rückseite“ und גַּבַּחַת „Vorderseite“, wie es heißt (Vers 41) וְאִם מִפְּאַת פָּנָיו „und wenn an der Vorderseite“, und קָּרַחַת, was vom Scheitel an nach hinten schräg abfällt. So wird in Torat Kohanim (13:144) erklärt.
Raschi
וְאִם֮ רָאָ֣ה הַכֹּהֵן֒ וְהִנֵּה֙ כֵּהָ֣ה הַנֶּ֔גַע אַחֲרֵ֖י הֻכַּבֵּ֣ס אֹת֑וֹ וְקָרַ֣ע אֹת֗וֹ מִן־הַבֶּ֙גֶד֙ א֣וֹ מִן־הָע֔וֹר א֥וֹ מִן־הַשְּׁתִ֖י א֥וֹ מִן־הָעֵֽרֶב׃
56
56
Sieht jedoch der Kohen, dass der Schaden dunkel geworden ist, nachdem man ihn gewaschen hat, dann reiße er ihn heraus aus dem Kleidungsstück oder aus dem Leder oder aus dem Kettfaden oder aus dem Schussfaden.
reiße er ihn heraus
Er reiße die Stelle des Schadens aus dem Kleidungsstück und verbrenne sie.
Raschi
וְאִם־תֵּרָאֶ֨ה ע֜וֹד בַּ֠בֶּגֶד אֽוֹ־בַשְּׁתִ֤י אֽוֹ־בָעֵ֙רֶב֙ א֣וֹ בְכָל־כְּלִי־ע֔וֹר פֹּרַ֖חַת הִ֑וא בָּאֵ֣שׁ תִּשְׂרְפֶ֔נּוּ אֵ֥ת אֲשֶׁר־בּ֖וֹ הַנָּֽגַע׃
57
57
Und wenn der Schaden wieder gesehen wird im Kleidungsstück oder im Kettfaden oder im Schussfaden, oder in irgendeinem ledernen Gerät, dann ist er ein wiederausbrechender Schaden; im Feuer sollst du es verbrennen, das, woran der Schaden ist.
wiederausbrechender Schaden
פֹּרַחַת, eine Sache, die wiederkommt und sich ausbreitet.
Raschi
im Feuer sollst du es verbrennen: das ganze Kleidungsstück.
Raschi
וְהַבֶּ֡גֶד אֽוֹ־הַשְּׁתִ֨י אוֹ־הָעֵ֜רֶב אֽוֹ־כָל־כְּלִ֤י הָעוֹר֙ אֲשֶׁ֣ר תְּכַבֵּ֔ס וְסָ֥ר מֵהֶ֖ם הַנָּ֑גַע וְכֻבַּ֥ס שֵׁנִ֖ית וְטָהֵֽר׃
58
58
Das Kleidungsstück oder der Kettfaden oder Schussfaden oder irgendein ledernes Gerät, das du wäschst, und wovon sich der Schaden entfernt hat, das soll zum zweiten Mal im Waser einer Mikwe untergetaucht werden und ist dann rein.
wovon sich der Schaden entfernt hat
וְסָר מֵהֶם הַנָּגַע „wovon sich der Schaden entfernt hat“: Wenn der Schaden, nachdem man das Kleidungsstück zum ersten Mal auf Ausspruch des Kohen gewaschen hat, völlig entfernt hat.
Raschi
untergetaucht werden
וְכֻבַּס – לָשׁוֹן טְבִילָה. Das Waschen in diesem Abschnitt übersetzt der Targum mit וְיִתְחַוַּר „bleichen“. Außer an dieser Stelle, wo das Wort כֻבַּס nicht „bleichen“, sondern „untertauchen“ bedeutet. Darum sagt der Targum יִצְטַבַּע. Und ebenso übersetzen wir überall Waschen von Kleidern, das „Untertauchen“ bedeutet, mit יִצְטַבַּע.
Raschi
זֹ֤את תִּֽהְיֶה֙ תּוֹרַ֣ת הַמְּצֹרָ֔ע בְּי֖וֹם טָהֳרָת֑וֹ וְהוּבָ֖א אֶל־הַכֹּהֵֽן׃
2
2
Das sei die Vorschrift für den Aussätzigen, am Tag, an dem er rein wird: Er soll zum Kohen gebracht werden.
Das sei die Vorschrift … am Tag …
Das lehrt, dass man ihn bei Tag und nicht bei Nacht reinigt (Torat Kohanim, Megilla 21a).
Raschi
וְיָצָא֙ הַכֹּהֵ֔ן אֶל־מִח֖וּץ לַֽמַּחֲנֶ֑ה וְרָאָה֙ הַכֹּהֵ֔ן וְהִנֵּ֛ה נִרְפָּ֥א נֶֽגַע־הַצָּרַ֖עַת מִן־הַצָּרֽוּעַ׃
3
3
Der Kohen gehe außerhalb des Lagers, und sieht der Kohen, dass der Aussatzschaden an dem Aussätzigen geheilt ist,
außerhalb des Lagers
Außerhalb der drei Lager, wohin er in der Zeit seiner Unreinheit geschickt wurde.
Raschi
Das Lager Israels in der Wüste umschloss drei Bereiche: Das Mischkan mit dem Vorhof im Zentrum bildete das „Lager der Schechina“. Ringsum schloss sich das „Lager der Leviim“ an. Den äußeren Ring bildete das „Lager Israels“, in dem das übrige Volk lagerte.
Wer durch eine Leiche unrein war, wurde nur aus dem Lager der Schechina geschickt, durfte aber im Lager der Leviim und im Lager Israels bleiben. Ein Mensch mit Ausfluss (זָּב) wurde aus dem Lager der Schechina und dem Lager der Leviim geschickt, durfte aber im Lager Israels bleiben. Der Mensch mit Aussatz, er wurde aus allen drei Lagern geschickt und durfte nicht einmal im Lager Israels verbleiben.
Siehe Raschi zu Bamidbar 5:2
Obwohl der vohergehende Vers für den Aussätzigen anweist, „er soll zum Kohen gebracht werden“, stellt dieser Vers klar, dass das keinen Zutritt zum Lager erlaubt. Der Kohen entscheidet über die Reinheit und sucht den Aussätzigen deshalb außerhalb des Lagers auf.
Ramban
וְצִוָּה֙ הַכֹּהֵ֔ן וְלָקַ֧ח לַמִּטַּהֵ֛ר שְׁתֵּֽי־צִפֳּרִ֥ים חַיּ֖וֹת טְהֹר֑וֹת וְעֵ֣ץ אֶ֔רֶז וּשְׁנִ֥י תוֹלַ֖עַת וְאֵזֹֽב׃
4
4
dann befehle der Kohen, dass man für den, der sich reinigen lässt, zwei lebende reine Vögel bringe, Zedernholz, karmesinrote Wolle und Ysop.
lebende Vögel: das schließt solche aus, die tödlich verletzt sind (טְרֵפוֹת).
Raschi
reine: das schließt einen zum Genuss verbotenen Vogel aus (עוֹף טָמֵא). Weil die Aussatzschäden wegen böser Rede (לָשׁוֹן הָרַע) kommen, das sind geplapperte und geflüsterte Worte, darum sind zu seiner Reinigung Vögel nötig, die auch ständig mit zwitschernder Stimme erzählen (Erechin 16b).
Raschi
Zedernholz: weil die Aussatzschäden wegen Hochmut kommen (Erechin 16a).
Raschi
Der Mensch verfällt in üble Nachrede, wenn er sich in Hochmut über andere erhebt. Die Tora schreibt deshalb vor, dass er vom hochgewachsenen Zedernbaum bringe, um ihm den Ursprung seiner Verfehlung – den Hochmut – vor Augen zu führen.
Midrasch Tanchuma
karmesinrote Wolle und Ysop
וּשְׁנִי תוֹלַעַת וְאֵזֹב „karmesinrote Wolle und Ysop“. Was soll er tun, um geheilt zu werden? Er demütige sich von seiner Arroganz wie ein Wurm (כְּתוֹלַעַת – שְׁנִי תוֹלַעַת) und wie Ysop.
Raschi
Der Wurm und der niedrige Ysop mahnen zu Demut und Bescheidenheit, den notwendigen Tugenden, um sich künftig vor der Sünde der bösen Rede (לָשׁוֹן הָרָע) fernzuhalten.
Schmirat haLaschon II, Kap. 16
Zedernholz: ein Stock aus Zedernholz.
Raschi
Ysop: der wilde Majoran. Die Zeder gilt als die vornehmste, der Ysop als die niedrigste Pflanze (siehe 1 Kön. 5:13).
karmesinrote Wolle: ein Streifen karmesinrot gefärbter Wolle.
Raschi
karmesinrote Wolle
שׇׁנִי bedeutet „rot gefärbte Wolle“, wie es heißt (Jesch. 1:18) אִם יִהְיוּ חֲטָאֵיכֶם כַּשָּׁנִים כַּשֶּׁלֶג יַלְבִּינוּ „Wenn eure Sünden ⟨rot⟩ wie Karmesin sind, wie Schnee sollen sie weiß werden.“ Und שְׁנִי תוֹלַעַת bedeutet, dass die Wolle mit Farbe gefärbt wurde, die aus hochroten Körnern gewonnen wird, die in Würmern zu finden sind.
Leket Bahir, Rambam: Para Aduma 3:2, Raschi zu Jesch. 1:18
וְצִוָּה֙ הַכֹּהֵ֔ן וְשָׁחַ֖ט אֶת־הַצִּפּ֣וֹר הָאֶחָ֑ת אֶל־כְּלִי־חֶ֖רֶשׂ עַל־מַ֥יִם חַיִּֽים׃
5
5
Und der Kohen befehle, dass man den einen Vogel über frischem Wasser schlachte, das in einem Gefäß aus Ton ist.
frisches Wasser
מַיִם חַיִּים, wörtl. „lebendes Wasser“: Quellwasser. Es wird im Hebräischen „lebendes Wasser“ genannt, denn so wie das Lebende sich ohne Unterlass bewegt, so sprudelt dieses Wasser ständig aus seiner Quelle.
Malbim
über frischem Wasser
Er tut es zuerst in das Gefäß, und zwar so viel, dass das Blut des Vogels noch darin zu erkennen ist. Wieviel ist das? Ein Viertel.
Raschi
Viertel: ein Viertel (רְבִיעִית) eines Log.
אֶת־הַצִּפֹּ֤ר הַֽחַיָּה֙ יִקַּ֣ח אֹתָ֔הּ וְאֶת־עֵ֥ץ הָאֶ֛רֶז וְאֶת־שְׁנִ֥י הַתּוֹלַ֖עַת וְאֶת־הָאֵזֹ֑ב וְטָבַ֨ל אוֹתָ֜ם וְאֵ֣ת ׀ הַצִּפֹּ֣ר הַֽחַיָּ֗ה בְּדַם֙ הַצִּפֹּ֣ר הַשְּׁחֻטָ֔ה עַ֖ל הַמַּ֥יִם הַֽחַיִּֽים׃
6
6
Den lebenden Vogel, den nehme er und das Zedernholz mit der karmesinroten Wolle und dem Ysop, und tauche das mit dem lebenden Vogel in das Blut des über dem frischen Wasser geschlachteten Vogels.
Den lebenden Vogel, den nehme er
Das lehrt, dass er ihn nicht mit jenen zusammenbindet, sondern ihn für sich trennt. Aber das Holz und der Ysop werden mit der roten Schnur zusammengebunden, wie es heißt וְאֶת עֵץ הָאֶרֶז וְאֶת שְׁנִי הַתּוֹלַעַת וְאֶת הָאֵזֹב „und das Zedernholz und die rote Schnur und den Ysop“, ein Nehmen für alle drei. Nun hätte ich meinen können, wie er nicht dazu gebunden wird, so soll er auch nicht miteingetaucht werden (טְבִילָה), darum steht וְטָבַל אוֹתָם וְאֵת הַצִּפֹּר הַחַיָּה „er tauche sie ein mit dem lebenden Vogel“, zum Eintauchen vereinigt er den Vogel wieder mit ihnen.
Raschi
וְכִבֶּס֩ הַמִּטַּהֵ֨ר אֶת־בְּגָדָ֜יו וְגִלַּ֣ח אֶת־כָּל־שְׂעָר֗וֹ וְרָחַ֤ץ בַּמַּ֙יִם֙ וְטָהֵ֔ר וְאַחַ֖ר יָב֣וֹא אֶל־הַֽמַּחֲנֶ֑ה וְיָשַׁ֛ב מִח֥וּץ לְאָהֳל֖וֹ שִׁבְעַ֥ת יָמִֽים׃
8
8
Dann wasche der, der sich reinigen lässt, seine Kleidung, schere sein ganzes Haar und tauche seinen Körper in Wasser einer Mikwe, dann wird er rein; danach darf er ins Lager kommen, muss aber sieben Tage außerhalb seines Zeltes bleiben.
tauche seinen Körper in Wasser
וְרָחַץ בַּמַּיִם bedeutet das Untertauchen im Wasser einer Mikwe.
Negaim 14:2
tauche seinen Körper in Wasser
Der Vers lehrt, dass er keine Arzneien und Wirkstoffe benötigt, um geheilt zu werden, sondern bloß das Untertauchen im reinigenden Wasser der Mikwe.
Abarbanel
muss sieben Tage außerhalb seines Zeltes bleiben
Das lehrt, dass ihm der Eheverkehr verboten ist.
Raschi
וְהָיָה֩ בַיּ֨וֹם הַשְּׁבִיעִ֜י יְגַלַּ֣ח אֶת־כָּל־שְׂעָר֗וֹ אֶת־רֹאשׁ֤וֹ וְאֶת־זְקָנוֹ֙ וְאֵת֙ גַּבֹּ֣ת עֵינָ֔יו וְאֶת־כָּל־שְׂעָר֖וֹ יְגַלֵּ֑חַ וְכִבֶּ֣ס אֶת־בְּגָדָ֗יו וְרָחַ֧ץ אֶת־בְּשָׂר֛וֹ בַּמַּ֖יִם וְטָהֵֽר׃
9
9
Am siebten Tag schere er sein ganzes Haar: den Kopf, den Bart, die Augenbrauen, sein ganzes Haar soll er scheren; dann wasche er seine Kleidung und bade sich in Wasser, dann wird er rein.
sein ganzes Haar
Es steht hier erst ein umfassender Ausdruck und dann Beispiele und dann wieder ein umfassender Ausdruck, um hinzuzufügen: jede Stelle, an der Haar angesammelt und sichtbar ist (Sota 16a).
Raschi
וּבַיּ֣וֹם הַשְּׁמִינִ֗י יִקַּ֤ח שְׁנֵֽי־כְבָשִׂים֙ תְּמִימִ֔ים וְכַבְשָׂ֥ה אַחַ֛ת בַּת־שְׁנָתָ֖הּ תְּמִימָ֑ה וּשְׁלֹשָׁ֣ה עֶשְׂרֹנִ֗ים סֹ֤לֶת מִנְחָה֙ בְּלוּלָ֣ה בַשֶּׁ֔מֶן וְלֹ֥ג אֶחָ֖ד שָֽׁמֶן׃
10
10
Und am achten Tag nehme er zwei Schafe ohne Fehler und ein im ersten Jahr stehendes weibliches Schaf ohne Fehler, drei Zehntel feines Mehl, mit Öl gemengt, zum Mehlopfer (mincha), und ein Log Öl.
weibliches Schaf: zum Sündopfer (חַטָּאת).
Raschi
drei Zehntel: zu den Gussopfern (נְסָכִים) dieser drei Schafe. Denn für das Sündopfer und das Schuldopfer des Aussätzigen sind Gussopfer vorgeschrieben (Menachot 91a).
Raschi
Log: ein Hohlmaß für Flüssigkeiten. Es entspricht dem Volumen von sechs Eiern (umgerechnet 345 ml).
und ein Log Öl: um sieben Mal auf ihn zu sprengen und davon auf den Knorpel seines Ohres zu bringen und für die Gabe auf die Daumen.
Raschi
וְהֶעֱמִ֞יד הַכֹּהֵ֣ן הַֽמְטַהֵ֗ר אֵ֛ת הָאִ֥ישׁ הַמִּטַּהֵ֖ר וְאֹתָ֑ם לִפְנֵ֣י יְהוָ֔ה פֶּ֖תַח אֹ֥הֶל מוֹעֵֽד׃
11
11
Und der reinigende Kohen stelle sie und den sich reinigenden Mann vor den Ewigen an den Eingang des Zeltes der Zusammenkunft.
vor den Ewigen: ins Nikanortor und nicht in den Vorhof (עֲזָרָה) selbst, weil er zur Erlangung der Reinheit noch ein Opfer zu bringen hat.
Raschi
Das Nikanortor befand sich am östlichen Eingang des Vorhofes. Wer dort steht, wird als „vor dem Ewigen“ betrachtet, weil er dem Eingang des Bet haMikdasch gegenübersteht.
Minchat Jehuda, Sifte Chachamim
וְלָקַ֨ח הַכֹּהֵ֜ן אֶת־הַכֶּ֣בֶשׂ הָאֶחָ֗ד וְהִקְרִ֥יב אֹת֛וֹ לְאָשָׁ֖ם וְאֶת־לֹ֣ג הַשָּׁ֑מֶן וְהֵנִ֥יף אֹתָ֛ם תְּנוּפָ֖ה לִפְנֵ֥י יְהוָֽה׃
12
12
Dann nehme der Kohen das eine Schaf und bringe es als Schuldopfer (Ascham) dar, neben dem Log Öl, und er mache mit ihnen eine Schwingung vor dem Ewigen.
und bringe es als Schuldopfer dar: bringe es in den Vorhof (עֲזָרָה) zum Zweck eines Schuldopfers, um es zu schwingen, denn [anders als andere Opferungen muss dieses Schuldopfer des Aussätzigen] lebend geschwungen werden (Menachot 61a).
Raschi
mache mit ihnen eine Schwingung: mit dem Schuldopfer und dem Log Öl.
Raschi
וְשָׁחַ֣ט אֶת־הַכֶּ֗בֶשׂ בִּ֠מְקוֹם אֲשֶׁ֨ר יִשְׁחַ֧ט אֶת־הַֽחַטָּ֛את וְאֶת־הָעֹלָ֖ה בִּמְק֣וֹם הַקֹּ֑דֶשׁ כִּ֡י כַּ֠חַטָּאת הָאָשָׁ֥ם הוּא֙ לַכֹּהֵ֔ן קֹ֥דֶשׁ קָֽדָשִׁ֖ים הֽוּא׃
13
13
Dann schlachte er das Schaf an dem Ort, an dem man das Sündopfer und das Ganzopfer schlachtet, an dem heiligen Ort; denn gleich dem Sündopfer ist das Schuldopfer für den Kohen, hochheilig ist es.
an dem Ort, an dem man schlachtet: an der Seite des Altares im Norden. Was will uns das lehren? Es steht doch bereits in der Lehre des Schuldopfers (אָשָׁם) im Abschnitt Zaw (zuvor, Waj. 7:2), dass das Schuldopfer im Norden geschlachtet werden muss? Nur, weil dieses aus der Regel der übrigen Schuldopfer herausgetreten ist, indem es hingestellt werden muss, hätte ich meinen können, es soll auch da geschlachtet werden, wo man es hinstellt. Darum steht וְשָׁחַט … בִּמְקוֹם אֲשֶׁר יִשְׁחַט „er schlachte an dem Ort, an dem man schlachtet“.
Raschi
denn gleich dem Sündopfer: denn gleich allen Sündopfern (חַטָּאוֹת) ist dieses Schuldopfer (אָשָׁם): für den Kohen. In allen Vorgängen des Dienstes, die der Kohen ausführt, ist dieses Schuldopfer dem Sündopfer gleich. Damit du nicht sagest, weil sein Blut aus der Regel anderer Schuldopfer herausgetreten ist, indem es auf den Ohrknorpel und die Daumen gebracht wird, sei für es die Sprengung des Blutes (מַתַּן דָּמִים) und die Darbringung der Opferstücke auf dem Altar nicht vorgeschrieben. Darum steht כִּי כַּחַטָּאת הָאָשָׁם הוּא לַכֹּהֵן „denn gleich dem Sündopfer ist das Schuldopfer für den Kohen“. Ich hätte nun meinen können, sein Blut soll gleich dem des Sündopfers an die obere Hälfte des Altares gebracht werden, darum steht …, siehe Torat Kohanim (14:47).
Raschi
וְלָקַ֣ח הַכֹּהֵן֮ מִדַּ֣ם הָאָשָׁם֒ וְנָתַן֙ הַכֹּהֵ֔ן עַל־תְּנ֛וּךְ אֹ֥זֶן הַמִּטַּהֵ֖ר הַיְמָנִ֑ית וְעַל־בֹּ֤הֶן יָדוֹ֙ הַיְמָנִ֔ית וְעַל־בֹּ֥הֶן רַגְל֖וֹ הַיְמָנִֽית׃
14
14
Und der Kohen nehme vom Blut des Schuldopfers, streiche es an den rechten Knorpel des Ohres von dem, der sich reinigen lässt, und an den Daumen seiner rechten Hand und die große Zehe seines rechten Fußes.
Knorpel
תְּנוּךְ, die mittlere Wand im Ohr. [Die Wurzel] des Wortes תְּנוּךְ ist mir nicht bekannt; die Übersetzer nennen es tenrum auf Französisch, „Knorpel“.
Raschi
Daumen
בֹּהֶן, Daumen [an der Hand, große Zehe am Fuß].
Raschi
וְטָבַ֤ל הַכֹּהֵן֙ אֶת־אֶצְבָּע֣וֹ הַיְמָנִ֔ית מִן־הַשֶּׁ֕מֶן אֲשֶׁ֥ר עַל־כַּפּ֖וֹ הַשְּׂמָאלִ֑ית וְהִזָּ֨ה מִן־הַשֶּׁ֧מֶן בְּאֶצְבָּע֛וֹ שֶׁ֥בַע פְּעָמִ֖ים לִפְנֵ֥י יְהוָֽה׃
16
16
Der Kohen tauche seinen rechten Finger in das Öl, das auf seiner linken Hand ist, und sprenge von dem Öl mit dem Finger sieben Mal vor dem Ewigen.
vor dem Ewigen: gegenüber dem Allerheiligsten (קֹדֶשׁ הַקָּדָשִׁים).
Raschi
וּמִיֶּ֨תֶר הַשֶּׁ֜מֶן אֲשֶׁ֣ר עַל־כַּפּ֗וֹ יִתֵּ֤ן הַכֹּהֵן֙ עַל־תְּנ֞וּךְ אֹ֤זֶן הַמִּטַּהֵר֙ הַיְמָנִ֔ית וְעַל־בֹּ֤הֶן יָדוֹ֙ הַיְמָנִ֔ית וְעַל־בֹּ֥הֶן רַגְל֖וֹ הַיְמָנִ֑ית עַ֖ל דַּ֥ם הָאָשָֽׁם׃
17
17
Von dem übrigen Öl auf seiner Hand streiche der Kohen an den rechten Ohrknorpel von dem, der sich reinigen lässt, und an den Daumen seiner rechten Hand und an die große Zehe seines rechten Fußes, auf das Blut des Schuldopfers.