Der tägliche Chumasch-Abschnitt

10. Ijar 5786

Montag, 27. April 2026

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Emor

2. Alija

(Wajikra 21:16 – 22:16)

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וַיְדַבֵּ֥ר יְהוָ֖ה אֶל־מֹשֶׁ֥ה לֵּאמֹֽר׃
16
16
Der Ewige sprach zu Mosche, wie folgt:
דַּבֵּ֥ר אֶֽל־אַהֲרֹ֖ן לֵאמֹ֑ר אִ֣ישׁ מִֽזַּרְעֲךָ֞ לְדֹרֹתָ֗ם אֲשֶׁ֨ר יִהְיֶ֥ה בוֹ֙ מ֔וּם לֹ֣א יִקְרַ֔ב לְהַקְרִ֖יב לֶ֥חֶם אֱלֹהָֽיו׃
17
17
Sage Aharon folgendes: Wer von deinen Nachkommen in künftigen Generationen einen Körperfehler haben wird, darf nicht herantreten, um die Opfer-Speise seines G‑ttes darzubringen.
einen Körperfehler haben wird
Wenn ein Kohen mit Körperfehler den Dienst im Heiligtum verrichtet, verliert der Dienst an Wert in den Augen der Betrachter.
Abarbanel
Speise seines G‑ttes
לֶחֶם אֱלֹהָיו – מַאֲכַל אֱלֹהָיו, jede Mahlzeit wird לֶחֶם, wörtl. Brot, genannt, wie (Dan. 5:1) עֲבַד לְחֶם רָב „bereitete eine große Mahlzeit“.
Raschi
כִּ֥י כָל־אִ֛ישׁ אֲשֶׁר־בּ֥וֹ מ֖וּם לֹ֣א יִקְרָ֑ב אִ֤ישׁ עִוֵּר֙ א֣וֹ פִסֵּ֔חַ א֥וֹ חָרֻ֖ם א֥וֹ שָׂרֽוּעַ׃
18
18
Denn jeder, der einen Körperfehler hat, soll nicht herantreten: ein blinder Mann oder ein lahmer Mann, oder einer mit einer eingedrückten Nase, oder der ein Körperglied zu lang hat.
jeder, der einen Körperfehler hat, soll nicht herantreten
[Das Verbot steht bereits im vorigen Vers לֹא יִקְרַב לְהַקְרִיב לֶחֶם אֱלֹהָיו „er darf nicht herantreten, um die Opfer-Speise seines G‑ttes darzubringen“. Hier in diesem Vers bedeutet לֹא יִקְרָב:]
לֹא יִקְרָב, es ist nicht recht, dass er herantrete; wie (Malachi 1:8) הַקְרִיבֵהוּ נָא לְפֶחָתֶךָ „bringe es doch deinem Fürsten dar“.
Raschi
lahm: gehbehindert, unbeweglich, gelähmt.
mit einer eingedrückten Nase
חָרֻם, seine Nase ist zwischen den beiden Augen so eingesenkt, dass er beide Augen auf einmal salben kann (Bechorot 43b, Torat Kohanim).
Raschi
der ein Körperglied zu lang hat
Eines seiner Körperglieder ist größer als das zugehörige; ein Auge ist groß und das andere klein, oder ein Schenkel länger als der andere (Bech. 40b).
Raschi
א֣וֹ אִ֔ישׁ אֲשֶׁר־יִהְיֶ֥ה ב֖וֹ שֶׁ֣בֶר רָ֑גֶל א֖וֹ שֶׁ֥בֶר יָֽד׃
19
19
Oder ein Mann, der einen zerbrochenen Fuß hat oder eine zerbrochene Hand.
אֽוֹ־גִבֵּ֣ן אוֹ־דַ֔ק א֖וֹ תְּבַלֻּ֣ל בְּעֵינ֑וֹ א֤וֹ גָרָב֙ א֣וֹ יַלֶּ֔פֶת א֖וֹ מְר֥וֹחַ אָֽשֶׁךְ׃
20
20
Oder der lange Augenbrauen hat oder in dessen Auge ein dünnes Häutchen oder eine Mischung ist oder der trockenen oder flüssigen Ausschlag hat oder dem die Hoden zerdrückt sind.
der lange Augenbrauen hat
גִבֵּן, auf Französisch sorcilos. An seinen Augenbrauen ist das Haar so lang, dass es herabhängt (Bech. 43b).
Raschi
in dessen Auge ein dünnes Häutchen ist
דַק, er hat ein Häutchen (דֹּק) über seinen Augen, das man auf Französisch teile „Gewebe“ nennt; wie (Jesch. 40:22) הַנּוֹטֶה כַּדֹּק „der wie einen Flor ausspannt“.
Raschi
oder eine Mischung
תְּבַלֻּל בְּעֵינוֹ, eine Sache, die das Auge mischt, wenn sich z.B. ein weißer Faden vom Weißen hinzieht und durch die Regenbogenhaut geht, welche die Pupille umgibt, die man „Augenstern“ (prunele auf Französisch) nennt; wenn dieser Faden durch diesen Kreis geht und ins Schwarze eindringt.
Der Targum von תְּבַלֻּל ist חִלִּיז, von חִלָּזוֹן, einer Art Fisch. Jener Faden ist einem Wurm ähnlich. Und so bezeichnen ihn auch die Weisen Israels bei den Körperfehlern des erstgeborenen Viehes, חִלָּזוֹן נָחָשׁ עֵנָב „Fisch, Schlange, Warze“ (Bech. 38a).
Raschi
trockenen oder flüssigen Ausschlag
גָרָב und יַלֶּפֶת bezeichnen Arten von Hautentzündung.
גָרָב ist eine Entzündung, die von innen und von außen trocken ist.

יַלֶּפֶת ist der mizrische Ausschlag. Warum heißt er יַלֶּפֶת? Weil er bis zum Todestag umschlingt (מְּלַפֶּפֶת) und nicht weggeht. Er ist von außen feucht und von innen trocken.

An anderer Stelle nennt der Vers גָרָב die Entzündung, die von außen feucht und von innen trocken ist. So steht (Dew. 28:27) וּבַגָּרָב וּבֶחָרֶס „mit feuchtem und trockenem Ausschlag“. Wenn der Vers גָּרָב neben חֶרֶס nennt, bezeichnet er den feuchten Ausschlag als גָּרָב. Und wenn er גָּרָב neben יַלֶּפֶת nennt, bezeichnet er mit גָּרָב den trockenen Ausschlag. So wird in Bechorot (41a) erklärt.
Raschi
oder dem die Hoden zerdrückt sind
מְרוֹחַ אָשֶׁךְ, nach dem Targum מְרִיס פַּחְדִּין „dem die Hoden zerdrückt sind“, dessen Hoden zerquetscht sind. Der Ausdruck פַּחְדִּין ist wie im Vers (Ijow 40:17) גִּידֵי פַחֲדָיו יְשׂרָגוּ „die Sehnen seiner Hoden sind geflochten“.
Raschi
כָּל־אִ֞ישׁ אֲשֶׁר־בּ֣וֹ מ֗וּם מִזֶּ֙רַע֙ אַהֲרֹ֣ן הַכֹּהֵ֔ן לֹ֣א יִגַּ֔שׁ לְהַקְרִ֖יב אֶת־אִשֵּׁ֣י יְהוָ֑ה מ֣וּם בּ֔וֹ אֵ֚ת לֶ֣חֶם אֱלֹהָ֔יו לֹ֥א יִגַּ֖שׁ לְהַקְרִֽיב׃
21
21
Jedermann, der einen Körperfehler an sich hat, von den Nachkommen Aharons, des Kohen, soll nicht hintreten, um die Feuergaben des Ewigen darzubringen; ein Körperfehler ist an ihm, um die Opfer-Speise seines G‑ttes darzubringen, darf er nicht hintreten.
Jedermann, der einen Körperfehler an sich hat
Das fügt noch andere Körperfehler hinzu.
Raschi
der einen Körperfehler an sich hat
Solange der Körperfehler an ihm ist, ist er untauglich; wenn aber sein Körperfehler vorüber ist, dann ist er geeignet.
Raschi
um die Opfer-Speise seines G‑ttes darzubringen
לֶחֶם אֱלֹהָיו, jede Speise wird לֶחֶם „Brot“ genannt.
Raschi
לֶ֣חֶם אֱלֹהָ֔יו מִקָּדְשֵׁ֖י הַקֳּדָשִׁ֑ים וּמִן־הַקֳּדָשִׁ֖ים יֹאכֵֽל׃
22
22
Die Opfer-Speise seines G‑ttes von den Heiligen Opfern ersten Ranges und von den Heiligen Opfern darf er essen.
von den Heiligen Opfern ersten Ranges und von den Heiligen Opfern
מִקָּדְשֵׁי הַקֳּדָשִׁים, das sind die Heiligen Opfer ersten Ranges.
וּמִן הַקֳּדָשִׁים יֹאכֵל, das sind die Opfer leichteren Grades.
Raschi
Heilige Opfer ersten Ranges: Mehlopfer (מִּנְחָה), Sündopfer (חַטָּאת), Schuldopfer (אָשָׁם), Schaubrote (לֶחֶם הַפָּנִים).
Heilige Opfer leichteren Grades: Erstlingsfrüchte (בִּכּוּרִים), Banngelobtes (חֵרֶם), Erstgeborenes (בְּכוֹר), Teruma (תְּרוּמָה) und Ma∙asser (מַעְשַׂר).
von den Heiligen Opfern darf er essen
וּמִן הַקֳּדָשִׁים, das sind die Opfer leichteren Grades. Wenn aber die Opfer ersten Ranges stehen, warum muss der Vers noch die Opfer leichteren Grades erwähnen? Wenn diese nicht stehen würden, hätte ich gesagt, von den Opfern ersten Ranges darf der Kohen mit Körperfehler essen, weil wir finden, dass sie auch einem Nicht-Kohen erlaubt wurden, als Mosche Rabbenu Fleisch der Einweihungsopfer (מִּילּוּאִים) aß; aber Brust und Schenkel der leichteren Opfer dürfe er nicht essen, da wir nicht finden, dass ein Nicht-Kohen Anteil daran hat; darum stehen hier auch die leichteren Opfer. So wird in Sewachim (101b) erklärt.
Raschi
אַ֣ךְ אֶל־הַפָּרֹ֜כֶת לֹ֣א יָבֹ֗א וְאֶל־הַמִּזְבֵּ֛חַ לֹ֥א יִגַּ֖שׁ כִּֽי־מ֣וּם בּ֑וֹ וְלֹ֤א יְחַלֵּל֙ אֶת־מִקְדָּשַׁ֔י כִּ֛י אֲנִ֥י יְהוָ֖ה מְקַדְּשָֽׁם׃
23
23
Doch zum Vorhang soll er nicht hineingehen und zum Altar nicht hintreten, weil ein Körperfehler an ihm ist; damit er nicht Meine Heiligtümer entweihe; denn Ich, der Ewige, heilige sie.
Doch zum Vorhang: um die sieben Besprengungen (הַזָּאוֹת) an den Vorhang zu sprengen.
Raschi
und zum Altar: dem äußeren Altar; beides muss stehen und wird in Torat Kohanim (21:58) erklärt.
Raschi
damit er nicht Meine Heiligtümer entweihe
Wenn er den Dienst ausführt, ist dieser entweiht und untauglich.
Raschi
וַיְדַבֵּ֣ר מֹשֶׁ֔ה אֶֽל־אַהֲרֹ֖ן וְאֶל־בָּנָ֑יו וְאֶֽל־כָּל־בְּנֵ֖י יִשְׂרָאֵֽל׃ (פ)
24
24
Und Mosche sagte all das zu Aharon und zu seinen Söhnen und zu allen Kindern Israel.
Und Mosche sagte diese Mizwa
zu Aharon und zu seinen Söhnen und zu allen Kindern Israel, um den Gerichtshof (בֵּית דִּין) bezüglich der Kohanim zu verwarnen.
Raschi
וַיְדַבֵּ֥ר יְהוָ֖ה אֶל־מֹשֶׁ֥ה לֵּאמֹֽר׃
1
1
Und der Ewige sagte zu Mosche, wie folgt:
דַּבֵּ֨ר אֶֽל־אַהֲרֹ֜ן וְאֶל־בָּנָ֗יו וְיִנָּֽזְרוּ֙ מִקָּדְשֵׁ֣י בְנֵֽי־יִשְׂרָאֵ֔ל וְלֹ֥א יְחַלְּל֖וּ אֶת־שֵׁ֣ם קָדְשִׁ֑י אֲשֶׁ֨ר הֵ֧ם מַקְדִּשִׁ֛ים לִ֖י אֲנִ֥י יְהוָֽה׃
2
2
Sprich zu Aharon und seinen Söhnen, sie sollen sich trennen von den Heiligen Opfern der Kinder Israel, die sie Mir heiligen, und Meinen heiligen Namen nicht entweihen; Ich bin der Ewige.
sie sollen sich trennen
Das Wort נְזִירָה bedeutet „Trennung“; so heißt es auch (Jech. 14:7) וְיִנָּזֵר מֵאַחֲרַי „der von mir abweicht“; (Jesch. 1:4) נָזֹרוּ אָחוֹר „sie sind rückwärts gewichen“. Die Kohanim sollen sich in den Tagen ihrer Unreinheit von den Heiligen Dingen trennen.
Andere Erklärung: Stelle den Vers und erkläre ihn, statt וְיִנָּזְרוּ מִקָּדְשֵׁי בְנֵי יִשְׂרָאֵל וְלֹא יְחַלְּלוּ אֶת שֵׁם קָדְשִׁי אֲשֶׁר הֵם מַקְדִּשִׁים לִי „sie sollen sich trennen von den Heiligen Opfern der Kinder Israel und Meinen heiligen Namen nicht entweihen, den sie Mir heiligen“,
lies: וְיִנָּזְרוּ מִקָּדְשֵׁי בְנֵי יִשְׂרָאֵל אֲשֶׁר הֵם מַקְדִּשִׁים לִי
וְלֹא יְחַלְּלוּ אֶת שֵׁם קָדְשִׁי „sie sollen sich trennen von den Heiligen Opfern der Kinder Israel, die sie Mir heiligen, und Meinen heiligen Namen nicht entweihen“.
Raschi
Sprich zu Aharon und seinen Söhnen
Es gibt zweierlei Arten von Gerechten: diejenigen, die in ein rechtschaffenes Haus geboren und in Frömmigkeit erzogen wurden, und diejenigen, die sich aus eigenem Antrieb für den Weg der Rechtschaffenheit entschieden haben. Letztere neigen weniger dazu, versehentlich von ihrem Lebensweg abzukommen: sie haben diesen Weg erwählt, und er entspricht ihrem eigenen Willen. Bei der ersten Gruppe ist das anders. Sie müssen ermahnt werden, nicht in Selbstzufriedenheit zu verfallen.
Darum sagt die Torah: „Sprich zu Aharon und seinen Söhnen.“ Sag ihnen: Ihr besitzt zwar eine innere Größe, weil ihr Aharons Söhne seid, aber gerade aus diesem Grund seid ihr zu noch größerer Sorgfalt bei eurer Heiligkeit und Reinheit angehalten.
Noam Elimelech
Auch bei den Opferungen der Kohanim gilt: solange ein Kohen unrein ist, muss er sich von den Opferungen fernhalten; man soll nicht meinen, weil die Opferungen der Kohanim eine besondere Heiligkeit haben, setzen sie die Unreinheit außer Kraft, so wie es bei Gemeinschaftsopfern (קׇרְבְּנוֹת הַצִּיבּוּר) der Fall ist.
Be’er Mayim Chayim, Be’er baSade
die sie Mir heiligen
[Es steht zweifach „Heilige Opfer“, „die sie mir heiligen“,] um die Opferungen der Kohanim selbst hinzuzufügen.
Raschi
אֱמֹ֣ר אֲלֵהֶ֗ם לְדֹרֹ֨תֵיכֶ֜ם כָּל־אִ֣ישׁ ׀ אֲשֶׁר־יִקְרַ֣ב מִכָּל־זַרְעֲכֶ֗ם אֶל־הַקֳּדָשִׁים֙ אֲשֶׁ֨ר יַקְדִּ֤ישׁוּ בְנֵֽי־יִשְׂרָאֵל֙ לַֽיהוָ֔ה וְטֻמְאָת֖וֹ עָלָ֑יו וְנִכְרְתָ֞ה הַנֶּ֧פֶשׁ הַהִ֛וא מִלְּפָנַ֖י אֲנִ֥י יְהוָֽה׃
3
3
Sage ihnen: Für alle eure Generationen gilt — wenn einer von euren Nachkommen den Heiligen Opfern naht, die die Kinder Israel dem Ewigen heiligen, während er unrein ist, dann soll er vor Meinem Angesicht ausgerottet werden; Ich bin der Ewige.
wenn einer den Heiligen Opfern naht
Unter diesem „Nahekommen“ (קְרִיבָה) ist Essen zu verstehen. So finden wir auch, dass die Verwarnung, Heilige Opfer in Unreinheit zu essen, mit dem Ausdruck נְגִיעָה „Berührung“ ausgesprochen ist, im Vers (Waj. 12:3) בְּכָל קֹדֶשׁ לֹא תִגָּע „jedes Heilige Opfer darf er nicht berühren“ – das ist eine Verwarnung für den Essenden. Unsere Lehrer entnehmen das einer Gesera schawa (Jewamot 75a).
Man kann aber nicht sagen, dass er auf die Berührung schuldig sei, da für das Essen in Paraschat Zaw (Waj. 7:20; 21) die Strafe כָּרֵת (Ausrottung) steht, es steht dort zwei Mal Ausrottung nebeneinander. Wenn er aber schon auf die Berührung schuldig wäre, brauchte er ihn nicht mehr auf das Essen für schuldig zu erklären. So wird auch in Torat Kohanim erklärt: Ist denn derjenige, der berührt, schuldig? Was bedeutet also יִקְרַב „der naht“? מִשֶּׁיִכְשַׁר לִקָּרֵב, im Sinn von: Wenn es geeignet ist, ihm zu nahen. Denn man ist wegen Unreinheit nur dann darauf schuldig, wenn seine מַתִּירָיו (Blut und Fett) bereits dargebracht sind. Wenn du aber sagen wirst, warum steht bei der Unreinheit der Kohanim drei Mal כָּרֵת (Ausrottung)? Das ist bereits in der Gemara Schewuot (7a) erklärt, ein Mal als Regel und ein Mal als Beispiel usw.
Raschi
die Heiligen Opfer, die die Kinder Israel dem Ewigen heiligen
Nicht der Kohen ist es, der die Opfer heiligt, sondern der einfache Israelit. Der Israelit legt seine Gaben zur Darbringung in die Hände des Kohen.
Das ist zuglich eine Mahnung an den Kohen, den Kindern Israel gegenüber nicht mit Hochmut oder Herablassung aufzutreten. Dem Kohen ist nur anvertraut, den heiligen Dienst stellvertretend für das Volk auszuführen.
Rabbi Schimschon R. Hirsch
und seine Unreinheit ist auf ihm
Die Unreinheit des Menschen ist auf diesem. Ich hätte meinen können, der Vers spreche vom Fleisch, die Unreinheit des Fleisches sei auf diesem, und der Vers spreche von einem Reinen, der Unreines gegessen hat. Aber notwendigerweise musst du aus der Bedeutung des Verses entnehmen, dass er von einem solchen spricht, von dem die Unreinheit wieder weichen kann, und das ist der Mensch, der durch Untertauchen in der Mikwe wieder rein wird.
Raschi
werde ausgerottet
Ich hätte meinen können, von einer Seite zur anderen, er werde von seinem Ort vertrieben und lasse sich an einem anderen Ort nieder, darum steht אֲנִי ה׳ „Ich bin der Ewige“, Ich bin an jedem Ort.
Raschi
Angesicht: ein schönes Wort für „Gesicht“.
אִ֣ישׁ אִ֞ישׁ מִזֶּ֣רַע אַהֲרֹ֗ן וְה֤וּא צָר֙וּעַ֙ א֣וֹ זָ֔ב בַּקֳּדָשִׁים֙ לֹ֣א יֹאכַ֔ל עַ֖ד אֲשֶׁ֣ר יִטְהָ֑ר וְהַנֹּגֵ֙עַ֙ בְּכָל־טְמֵא־נֶ֔פֶשׁ א֣וֹ אִ֔ישׁ אֲשֶׁר־תֵּצֵ֥א מִמֶּ֖נּוּ שִׁכְבַת־זָֽרַע׃
4
4
Keiner von den Nachkommen Aharons, der aussätzig ist oder an Ausfluss leidet, darf von den Heiligen Opfern essen, bis er rein ist; wer einen berührt, der an einer Leiche unrein geworden ist, oder wem Samen abgegangen ist,
der an einer Leiche unrein geworden ist
בְּכָל טְמֵא נֶפֶשׁ, wer durch eine Leiche unrein geworden ist.
Raschi
אוֹ־אִישׁ֙ אֲשֶׁ֣ר יִגַּ֔ע בְּכָל־שֶׁ֖רֶץ אֲשֶׁ֣ר יִטְמָא־ל֑וֹ א֤וֹ בְאָדָם֙ אֲשֶׁ֣ר יִטְמָא־ל֔וֹ לְכֹ֖ל טֻמְאָתֽוֹ׃
5
5
oder einer, der irgend ein kleines Tier berührt, durch das er unrein wird, oder einen Menschen berührt, durch den er unrein wird, nach jeder seiner Unreinheit,
irgend ein kleines Tier berührt, durch das er unrein wird
Die Größe, die geeignet ist, unrein zu machen, das ist die Größe einer Linse (שִּׁעוּר כַעֲדָשָׁה).
Raschi
oder einen Menschen: eine Leiche.
Raschi
durch den er unrein wird
אֲשֶׁר יִטְמָא לוֹ, gleich jener Größe, die unrein macht; das ist soviel wie eine Olive (שִּׁעוּר כַּזַּיִת).
Raschi
nach jeder seiner Unreinheit
Das fügt denjenigen hinzu, der einen Ausflussleidenden (זָב), eine Ausflussleidende (זָבָה), eine Nida oder eine Gebärende berührt.
Raschi
נֶ֚פֶשׁ אֲשֶׁ֣ר תִּגַּע־בּ֔וֹ וְטָמְאָ֖ה עַד־הָעָ֑רֶב וְלֹ֤א יֹאכַל֙ מִן־הַקֳּדָשִׁ֔ים כִּ֛י אִם־רָחַ֥ץ בְּשָׂר֖וֹ בַּמָּֽיִם׃
6
6
wer daran anrührt, ist bis zum Abend unrein und darf nicht von den Heiligen Opfern essen, außer wenn er seinen Körper im Wasser einer Mikwe gebadet hat.
wer daran anrührt: an einem von diesen Unreinen.
Raschi
וּבָ֥א הַשֶּׁ֖מֶשׁ וְטָהֵ֑ר וְאַחַר֙ יֹאכַ֣ל מִן־הַקֳּדָשִׁ֔ים כִּ֥י לַחְמ֖וֹ הֽוּא׃
7
7
Wenn die Sonne untergegangen ist, dann ist er rein und darf von den Heiligen Opfern essen, denn sie sind seine Speise.
darf von den Heiligen Opfern essen: das wird in Jewamot (74b) auf die Teruma bezogen, die er nach dem Untergang der Sonne essen darf.
Raschi
von den Heiligen Opfern: und nicht alle Heiligen Opfer.
Raschi
נְבֵלָ֧ה וּטְרֵפָ֛ה לֹ֥א יֹאכַ֖ל לְטָמְאָה־בָ֑הּ אֲנִ֖י יְהוָֽה׃
8
8
Gefallenes oder Zerrissenes darf er nicht essen, er würde dadurch unrein werden; Ich bin der Ewige.
Gefallenes oder Zerrissenes darf er nicht essen, er würde dadurch unrein werden
Hier verwarnt der Vers bezüglich der Unreinheit. Wenn nämlich Gefallenes (נְבֵלָה) von reinem Geflügel, das keine Unreinheit durch Berühren und Tragen, sondern nur im Schlund durch Essen Unreinheit verbreitet, gegessen hat, darf er keine Heiligen Opfer essen. Und man muss erklären: וּטְרֵפָה, von der Art, bei der es auch טְרֵפָה gibt; damit ist Gefallenes von unreinem Geflügel ausgeschlossen, bei dessen Art es kein טְרֵפָה gibt.
Raschi
וְשָׁמְר֣וּ אֶת־מִשְׁמַרְתִּ֗י וְלֹֽא־יִשְׂא֤וּ עָלָיו֙ חֵ֔טְא וּמֵ֥תוּ ב֖וֹ כִּ֣י יְחַלְּלֻ֑הוּ אֲנִ֥י יְהוָ֖ה מְקַדְּשָֽׁם׃
9
9
Sie sollen Meine Vorschrift beachten, dass sie keine Schuld auf sich laden, sie würden daran sterben, wenn sie es entweihen; Ich bin der Ewige, der sie heiligt.
Sie sollen Meine Vorschrift beachten
Meine Vorschrift, תְּרוּמָה nicht mit Unreinheit des Körpers zu essen (Sanh. 83a).
Raschi
sie würden daran sterben
Wir lernen, dass Tod durch den Himmel gemeint ist (Sanh. 83a).
Raschi
וְכָל־זָ֖ר לֹא־יֹ֣אכַל קֹ֑דֶשׁ תּוֹשַׁ֥ב כֹּהֵ֛ן וְשָׂכִ֖יר לֹא־יֹ֥אכַל קֹֽדֶשׁ׃
10
10
Kein Fremder darf Heiliges essen; wer bei einem Kohen wohnt oder in Lohn ist, darf nichts Heiliges essen.
lorem ipsum
wer bei einem Kohen wohnt oder in Lohn ist
תּוֹשַׁב כֹּהֵן וְשָׂכִיר „wer bei einem Kohen wohnt oder in Lohn ist“. Das Wort תּוֹשַׁב ist hier mit Patach punktiert, weil es mit dem nächsten Wort verbunden ist. Und wer ist der, der beim Kohen wohnt (תּוֹשָׁב)? Der jüdische Sklave mit durchstochenem Ohr, der ihm bis zum Joweljahr gehört.
Und wer ist der, der in Lohn ist (שָׂכִיר)? Derjenige, der ihm nur eine Anzahl von Jahren gehört, indem er nach sechs Jahren freigeht. Der Vers kommt und lehrt dich hier, dass er nicht so weit seinem Herrn gehört, dass er von der ihm gehörenden Teruma essen dürfe (Jewamot 70a).
Raschi
וְכֹהֵ֗ן כִּֽי־יִקְנֶ֥ה נֶ֙פֶשׁ֙ קִנְיַ֣ן כַּסְפּ֔וֹ ה֖וּא יֹ֣אכַל בּ֑וֹ וִילִ֣יד בֵּית֔וֹ הֵ֖ם יֹאכְל֥וּ בְלַחְמֽוֹ׃
11
11
Wenn aber ein Kohen jemanden für Geld gekauft hat, dann darf dieser davon essen, und wer in seinem Haus geboren ist — die dürfen von seiner Speise essen.
Wenn ein Kohen jemanden für Geld gekauft hat: einen nichtjüdischen Knecht, der ihm leibeigen gehört.
Raschi
wer in seinem Haus geboren ist
ילִיד בֵּיתוֹ wörtl. „sein Hausgeborener“: das sind die Kinder der Sklavinnen. Auch die Frau des Kohen darf nach diesem Vers Teruma essen, da sie auch ein Erwerb seines Vermögens ist (Ketubot 57b). Das geht auch noch aus einem anderen Vers hervor (Bam. 18:13) כָּל טָהוֹר בְּבֵיתְךָ וגו׳ „jeder Reine in deinem Haus …“ im Sifre.
Raschi
וּבַת־כֹּהֵ֔ן כִּ֥י תִהְיֶ֖ה לְאִ֣ישׁ זָ֑ר הִ֕וא בִּתְרוּמַ֥ת הַקֳּדָשִׁ֖ים לֹ֥א תֹאכֵֽל׃
12
12
Und wenn die Tochter eines Kohen die Frau eines fremden Mannes wird, dann darf sie von der Spende der Heiligen Opfer nicht essen.
eines fremden Mannes: eines Levi oder Israel.
Raschi
וּבַת־כֹּהֵן֩ כִּ֨י תִהְיֶ֜ה אַלְמָנָ֣ה וּגְרוּשָׁ֗ה וְזֶרַע֮ אֵ֣ין לָהּ֒ וְשָׁבָ֞ה אֶל־בֵּ֤ית אָבִ֙יהָ֙ כִּנְעוּרֶ֔יהָ מִלֶּ֥חֶם אָבִ֖יהָ תֹּאכֵ֑ל וְכָל־זָ֖ר לֹא־יֹ֥אכַל בּֽוֹ׃ (ס)
13
13
Ist aber die Tochter eines Kohen Witwe geworden, oder ist sie geschieden und hat keine Kinder und kehrt wieder zurück in das Haus ihres Vaters, wie in ihrer Jugend, dann darf sie von der Speise ihres Vaters essen; aber kein Fremder darf davon essen.
Witwe … oder geschieden: von dem Nicht-Kohen. [Raschi]
und hat keine Kinder: von ihm.
Raschi
und hat keine Kinder: von ihm.
Raschi
kehrt wieder zurück
Wenn sie aber Kinder von ihm hat, darf sie keine תְרוּמָה (Hebegabe) essen, solange die Kinder leben (Jewamot 87a).
Raschi
kein Fremder
Er schließt damit den Trauernden (אוֹנֵן) von diesem Verbot aus; dieser darf תְרוּמָה (Hebegaben) essen; dem Nicht-Kohen habe Ich es verboten, aber nicht dem trauernden Kohen (Jewamot 68b).
Raschi
וְאִ֕ישׁ כִּֽי־יֹאכַ֥ל קֹ֖דֶשׁ בִּשְׁגָגָ֑ה וְיָסַ֤ף חֲמִֽשִׁיתוֹ֙ עָלָ֔יו וְנָתַ֥ן לַכֹּהֵ֖ן אֶת־הַקֹּֽדֶשׁ׃
14
14
Wenn jemand aus Versehen etwas Heiliges isst, dann soll er ein Fünftel davon hinzugeben und gebe dem Kohen das Heilige.
etwas Heiliges isst: Teruma.
Raschi
gebe dem Kohen das Heilige: etwas, das geeignet ist, heilig zu werden. Er zahle ihm nicht mit Geld, sondern mit Früchten vom Unheiligen. Und diese werden dafür Teruma.
Raschi
וְלֹ֣א יְחַלְּל֔וּ אֶת־קָדְשֵׁ֖י בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֑ל אֵ֥ת אֲשֶׁר־יָרִ֖ימוּ לַיהוָֽה׃
15
15
Sie dürfen die Heiligen Opfer der Kinder Israel, die sie für den Ewigen abheben, nicht entweihen.
abheben: etwas, das vom Ertrag „abgehoben“ und für einen heiligen Zweck bestimmt wird
Sie dürfen nicht entweihen: indem sie Nicht-Kohanim davon zu essen geben.
Raschi
וְהִשִּׂ֤יאוּ אוֹתָם֙ עֲוֺ֣ן אַשְׁמָ֔ה בְּאָכְלָ֖ם אֶת־קָדְשֵׁיהֶ֑ם כִּ֛י אֲנִ֥י יְהוָ֖ה מְקַדְּשָֽׁם׃ (פ)
16
16
Sie würden eine Sünde, eine Schuld auf sich laden, wenn sie ihre Heiligen Opfer essen; denn Ich, der Ewige, bin es, der sie heiligt.
Sie würden auf sich laden
Sie würden sich selbst mit Schuld beladen, wenn sie ihre Heiligen Opfer, die als תְרוּמָה (Hebegabe) abgesondert sind, die heilig und ihnen verboten sind, essen würden. Onkelos, der übersetzt בְּמֵיכָלְהוֹן בְּסוֹאֲבָא „wenn sie in Unreinheit davon essen“, war nicht gezwungen, so zu übersetzen.
Raschi
Sie würden auf sich laden
וְהִשִּׂיאוּ אוֹתָם wörtl. „sie würden auf sie [d.h. andere Personen] Schuld laden“. Das ist eine der drei Stellen mit אֶת in der Torah, die von Rabbi Ischmael als Reflexion gedeutet werden: „auf sich selbst laden“. Ebenso (Bam. 6:13) בְּיוֹם מְלֹאת יְמֵי נִזְרוֹ יָבִיא אֹתוֹ „am Tag, da die Zeit seiner Enthaltsamkeit voll ist, begebe er sich“: er bringe sich selbst hin. Ebenso (Dw. 34:6) וַיִּקְבֹּר אֹתוֹ בַגַּיְא „er begab sich in seine Grabesstätte im Tal“: er begab sich selbst ins Grab. So wird im Sifre erklärt.
Raschi