Der tägliche Chumasch-Abschnitt

12. Ijar 5786

Mittwoch, 29. April 2026

Heute

Emor

4. Alija

(Wajikra 23:1 – 23:22)

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וַיְדַבֵּ֥ר יְהוָ֖ה אֶל־מֹשֶׁ֥ה לֵּאמֹֽר׃
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Der Ewige sagte zu Mosche, wie folgt:
דַּבֵּ֞ר אֶל־בְּנֵ֤י יִשְׂרָאֵל֙ וְאָמַרְתָּ֣ אֲלֵהֶ֔ם מוֹעֲדֵ֣י יְהוָ֔ה אֲשֶׁר־תִּקְרְא֥וּ אֹתָ֖ם מִקְרָאֵ֣י קֹ֑דֶשׁ אֵ֥לֶּה הֵ֖ם מוֹעֲדָֽי׃
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2
Rede zu den Kindern Israel und sage ihnen: Die Festtage des Ewigen, die ihr ausrufen sollt als heilige Vorkommnisse, diese sind Meine Festtage:
Meine Festtage
Setze Festtage ein und das Volk Israel soll gut vertraut damit sein: Man schalte das Jahr wegen der in Bawel Wohnenden, wenn sie bereits aufgebrochen sind, um zum Fest nach Jeruschalaim hinaufzuziehen, und noch nicht angekommen sind.
Raschi
heilige Vorkommnisse
מִקְרָא קֹדֶשׁ bedeutet das Festlegen eines Termins. [Raschbam, Chiskuni]
מִקְרָא קֹדֶשׁ „heiliges Vorkommnis“ bedeutet: Versammlung des Volkes zu heiligen Taten. [Seforno]

מִקְרָא קֹדֶשׁ „heiliges Vorkommnis“ umfasst zwei Teile: Tat und Sprechen. Die „Tat“ ist das Verbot der Melacha (Arbeit), und „Sprechen“ ist der Kiddusch. [Saadia Gaon]

מִקְרָאֵי קֹדֶשׁ אֵלֶּה הֵם מוֹעֲדָי „heilige Vorkommnisse, diese sind Meine Festtage“: Wenn ihr an diesen Tagen Torah lernt, werden sie מוֹעֲדָי „Meine [G‑ttes] Festtage“ genannt. [Sifte Kohen von R. Mordechai haKohen – ש״ך עה״ת]

Weil der Zeitpunkt der Festtage von der Heiligung des Neumondes (קִדּוּשׁ הַחֹדֶשׁ) und den Schaltjahren (עִבּוּר שָׁנָה) abhängig ist, sollt ihr den Tag heiligen, an dem der Festtag stattfindet.
Ramban
heilige Vorkommnisse
מִקְרָא קֹדֶשׁ, wörtl. „Ausrufen der Heiligung“. Lies nicht „Ausrufen der Heiligung“, sondern „das Rufen der Heiligkeit“: es ruft die Heiligkeit dich an diesen Tagen.
Chidusche haRim
Meine Festtage
Der Begriff מוֹעֲדָי „Festtage“ steht in der Mehrzahl, das bezieht sich auf die Schabbatot des Jahres. [Ibn Esra]
Der Begriff מוֹעֲדָי „Meine Festtage“ bezieht sich ausschließlich auf die Feiertage, nicht auf die Schabbatot. [Ramban]

Obwohl es der Bet Din ist, der das Datum der Feiertage festlegt, ist es, als hätte G‑tt selbst es festgelegt, deshalb steht מוֹעֲדָי „Meine“ Festtage. [Nachal Kedumim]

מוֹעֲדָי „Meine Festtage“: diese Feiertage behalten immerwährende Gültigkeit, denn sie werden hier als „Festtage G‑ttes“ beschrieben.
Rabbenu Bechaje
שֵׁ֣שֶׁת יָמִים֮ תֵּעָשֶׂ֣ה מְלָאכָה֒ וּבַיּ֣וֹם הַשְּׁבִיעִ֗י שַׁבַּ֤ת שַׁבָּתוֹן֙ מִקְרָא־קֹ֔דֶשׁ כָּל־מְלָאכָ֖ה לֹ֣א תַעֲשׂ֑וּ שַׁבָּ֥ת הִוא֙ לַֽיהוָ֔ה בְּכֹ֖ל מֽוֹשְׁבֹתֵיכֶֽם׃ (פ)
3
3
*Sechs Tage soll Arbeit getan werden, aber am siebten Tag ist hoher Ruhetag, eine heilige Versammlung, keinerlei Melacha* (Arbeit) dürft ihr ausüben; ein Ruhetag ist es dem Ewigen in allen euren Wohnsitzen.**
Sechs Tage
Welche Beziehung hat der Schabbat zu den Festen? Das lehrt dich, dass es dem, der die Feste entweiht, angerechnet wird, als hätte er auch die Schabbatot entweiht; und wer die Feste heiligt, dem wird es angerechnet, als hätte er auch die Schabbatot geheiligt.
Raschi
Sechs Tage … aber am siebten Tag
Die einfache Erklärung (פְשׁוּטוֹ שֶׁל מִקְרָא): Die sechs Tage der Woche, und der siebte Tag ist Schabbat.
„Sechs Tage soll Arbeit getan werden“ bezieht sich auf die sechs Feiertage, an denen die Zubereitung von Essen (אֺכֶל נֶפֶש) erlaubt ist, und der siebte Tag ist Jom Kippur, an dem die Zubereitung von Essen verboten ist.
Gaon von Wilna
אֵ֚לֶּה מוֹעֲדֵ֣י יְהוָ֔ה מִקְרָאֵ֖י קֹ֑דֶשׁ אֲשֶׁר־תִּקְרְא֥וּ אֹתָ֖ם בְּמוֹעֲדָֽם׃
4
4
Das sind die Feste des Ewigen, heilige Versammlungen, die ihr ausrufen sollt zur ihrer bestimmten Zeit:
Sechs Tage
Oben (Vers 2) spricht der Vers von der Schaltung der Jahre (עִבּוּר שָׁנָה) und hier von der Heiligung des Neumondes (קִדּוּשׁ הַחֹדֶשׁ).
Raschi
die ihr ausrufen sollt
Das Festlegen und Ausrufen der Feiertage ist dem Bet Din und Sanhedrin übergeben, und ihr Beschluss ist bindend.
Midrasch Sod ha-Ibur
die ihr ausrufen sollt zur ihrer bestimmten Zeit
Der Schabbat hat eine feste Position in der Reihenfolge der Wochentage; das ist bei den Feiertagen nicht der Fall: die Feiertage können auf jeden Wochentag fallen.
Ibn Esra
בַּחֹ֣דֶשׁ הָרִאשׁ֗וֹן בְּאַרְבָּעָ֥ה עָשָׂ֛ר לַחֹ֖דֶשׁ בֵּ֣ין הָעַרְבָּ֑יִם פֶּ֖סַח לַיהוָֽה׃
5
5
Im ersten Monat, am vierzehnten Tag des Monats Nissan am Nachmittag ist das Pessach-Opfer zu bringen für den Ewigen.
am Nachmittag
בֵּין הָעַרְבָּיִם, ab der sechsten halachischen Stunde.
Raschi
Denn ab da „beginnt sich die Sonne dem Abend zuzuneigen“, שֶׁאָז יַתְחִיל הַשֶּׁמֶשׁ לַעֲרֹב.
Raschi zu Schemot 12:6
Pessach für den Ewigen
Die Darbringung des Opfers namens „Pessach“. [Raschi
Pessach für den Ewigen
Eine Zeit des g‑ttlichen Erbarmens; in jenen Tagen erbarmt Er sich über Seine Geschöpfe. [Rabbi Elasar von Worms]
Nicht den Genüssen der Frühlingssaison ist das Pessachfest gewidmet, sondern der Erinnerung an das „Überspringen“ (פָּסַח) G‑ttes über die Häuser Israels in Mizraim. [Abarbanel]

Der Abend, an dem G‑tt sprach: „Die Zeit für die Erlösung Israels ist gekommen“. Das bedeutet der Begriff Pessach: סָח פֶּה „der Mund spricht“:
Nachal Kedumim
וּבַחֲמִשָּׁ֨ה עָשָׂ֥ר יוֹם֙ לַחֹ֣דֶשׁ הַזֶּ֔ה חַ֥ג הַמַּצּ֖וֹת לַיהוָ֑ה שִׁבְעַ֥ת יָמִ֖ים מַצּ֥וֹת תֹּאכֵֽלוּ׃
6
6
Und am fünfzehnten Tag dieses Monats Nissan ist das Fest der Mazzot für den Ewigen; sieben Tage sollt ihr Mazzot essen.
das Fest der Mazzot für den Ewigen
In Hast nahm der Ewige sie aus Mizraim, und es blieb keine Zeit, dass ihr Brotteig säuere.
Abarbanel
Die Mazzot in der Hand des Menschen erinnern ihn an die Sklaverei und Unterdrückung in Mizraim; die Mazzot sind auch das Zeichen der Befreiung und Freiheit, die nur durch die Hand G‑ttes möglich ist.
Rabbi Schimschon R. Hirsch
בַּיּוֹם֙ הָֽרִאשׁ֔וֹן מִקְרָא־קֹ֖דֶשׁ יִהְיֶ֣ה לָכֶ֑ם כָּל־מְלֶ֥אכֶת עֲבֹדָ֖ה לֹ֥א תַעֲשֽׂוּ׃
7
7
*Am ersten Tag soll eine heilige Versammlung bei euch sein, keinerlei Melacha* (Arbeit) dürft ihr ausüben.**
וְהִקְרַבְתֶּ֥ם אִשֶּׁ֛ה לַיהוָ֖ה שִׁבְעַ֣ת יָמִ֑ים בַּיּ֤וֹם הַשְּׁבִיעִי֙ מִקְרָא־קֹ֔דֶשׁ כָּל־מְלֶ֥אכֶת עֲבֹדָ֖ה לֹ֥א תַעֲשֽׂוּ׃ (פ)
8
8
Ihr sollt eine Feuergabe dem Ewigen darbringen über einen Zeitraum von *sieben Tagen; am siebten Tag ist eine heilige Versammlung, keinerlei Melacha* (Arbeit) dürft ihr ausüben.**
Ihr sollt eine Feuergabe darbringen
Das sind die Mussafopfer, die in Paraschat Pinchas stehen (Bam. 28:19). Und warum sind sie hier erwähnt? Um dir zu sagen, dass die einzelnen Mussafopfer nicht voneinander abhängig sind (Menachot 49a).
Raschi
Ihr sollt eine Feuergabe darbringen: in jedem Fall. Wenn keine Stiere da sind, bringe Widder. Wenn keine Stiere und keine Widder da sind, bringe Schafe.
Raschi
sieben Tage
Überall, wo שִׁבְעַת steht, ist es ein Hauptwort, eine Siebenheit: ein Zeitraum von sieben Tagen, seiteine im Französischen. Und so jeder Ausdruck שְׁמוֹנַת (ein Zeitraum von acht Tagen), שֵׁשֶׁת (ein Zeitraum von sechs Tagen), חֲמֵשֶׁת (ein Zeitraum von fünf Tagen) und שְׁלֹשֶׁת (ein Zeitraum von drei Tagen).
Raschi
keinerlei Melacha
Sogar solche Arbeiten sind verboten, die euch als Pflicht und Notwendigkeit gelten, mit deren Versäumnis ein Geldverlust verbunden ist, wie z.B. eine Sache, die zugrunde gehen würde. So schließe ich aus Torat Kohanim (23:187), wo er weiter ausführt: ich hätte meinen können, auch am Chol haMoed sei die Ausübung einer Melacha verboten …
Raschi
וַיְדַבֵּ֥ר יְהוָ֖ה אֶל־מֹשֶׁ֥ה לֵּאמֹֽר׃
9
9
Der Ewige sagte zu Mosche, wie folgt:
דַּבֵּ֞ר אֶל־בְּנֵ֤י יִשְׂרָאֵל֙ וְאָמַרְתָּ֣ אֲלֵהֶ֔ם כִּֽי־תָבֹ֣אוּ אֶל־הָאָ֗רֶץ אֲשֶׁ֤ר אֲנִי֙ נֹתֵ֣ן לָכֶ֔ם וּקְצַרְתֶּ֖ם אֶת־קְצִירָ֑הּ וַהֲבֵאתֶ֥ם אֶת־עֹ֛מֶר רֵאשִׁ֥ית קְצִירְכֶ֖ם אֶל־הַכֹּהֵֽן׃
10
10
Rede zu den Kindern Israel und sage zu ihnen: Wenn ihr in das Land kommt, das Ich euch gebe, und seine Ernte erntet, dann bringt ein Omer vom Ersten eures Schnittes der Ernte zu dem Kohen.
Ersten eures Schnittes
רֵאשִׁית קְצִירְכֶם, wörtl. „das Erste eures Schnittes“. Es sei das Erste der Ernte (Menachot 71a).
Raschi
ein Omer: ein Zehntel eines Efa; das war seine Bezeichnung; wie (Schem. 16:18) וַיָּמֹדוּ בַּעֹמֶר „sie maßen es im Omer“.
Raschi
וְהֵנִ֧יף אֶת־הָעֹ֛מֶר לִפְנֵ֥י יְהוָ֖ה לִֽרְצֹנְכֶ֑ם מִֽמָּחֳרַת֙ הַשַּׁבָּ֔ת יְנִיפֶ֖נּוּ הַכֹּהֵֽן׃
11
11
*Und er schwinge das Omer vor dem Ewigen, dass es euch wohlgefällig aufgenommen werde; am Tag nach dem Fest soll es der Kohen schwingen.*
Und er schwinge
Jede Schwingung (תְּנוּפָה) besteht darin, dass er hin- und herführt, in die Höhe und hinunterhält. Er führt hin und her, um böse Winde fernzuhalten; in die Höhe und abwärts, um bösen Tau fernzuhalten.
Raschi
dass es euch wohlgefällig aufgenommen werde
Wenn ihr nach dieser Vorschrift darbringt, wird es euch zum Wohlgefallen angerechnet werden.
Raschi
Am Tag nach dem Fest
מִמָּחֳרַת הַשַּׁבָּת bedeutet: am Tag nach dem ersten Pessachfeiertag. Denn wenn du das wörtlich als „Schabbat“ verstehen solltest, weißt du nicht, welcher Schabbat gemeint ist (Menachot 66a).
Raschi
וַעֲשִׂיתֶ֕ם בְּי֥וֹם הֲנִֽיפְכֶ֖ם אֶת־הָעֹ֑מֶר כֶּ֣בֶשׂ תָּמִ֧ים בֶּן־שְׁנָת֛וֹ לְעֹלָ֖ה לַיהוָֽה׃
12
12
Und ihr sollt zubereiten am Tag, an dem ihr das Omer schwingen lasst, ein fehlerloses Schaf, das im ersten Jahr steht, zum Ganzopfer (Olah) dem Ewigen.
Und ihr sollt zubereiten … ein fehlerloses Schaf
Als Pflichtopfer zum Omer wird es gebracht.
Raschi
וּמִנְחָתוֹ֩ שְׁנֵ֨י עֶשְׂרֹנִ֜ים סֹ֣לֶת בְּלוּלָ֥ה בַשֶּׁ֛מֶן אִשֶּׁ֥ה לַיהוָ֖ה רֵ֣יחַ נִיחֹ֑חַ וְנִסְכֹּ֥ה יַ֖יִן רְבִיעִ֥ת הַהִֽין׃
13
13
Und das Mehlopfer (Mincha) *dazu zwei Zehntel feines Mehl, eingerührt mit Öl, als Feuergabe dem Ewigen, zum lieblichen Duft und das Gussopfer ein Viertel Hin Wein.*
das Mehlopfer: das Mehlopfer seines Gussopfers.
Raschi
zwei Zehntel: es war doppelt.
Raschi
und sein Gussopfer
Ein Viertel Hin Wein. Obwohl sein Mehlopfer doppelt war, war doch sein Gussopfer nicht doppelt (Menachot 89b).
Raschi
וְלֶחֶם֩ וְקָלִ֨י וְכַרְמֶ֜ל לֹ֣א תֹֽאכְל֗וּ עַד־עֶ֙צֶם֙ הַיּ֣וֹם הַזֶּ֔ה עַ֚ד הֲבִ֣יאֲכֶ֔ם אֶת־קָרְבַּ֖ן אֱלֹהֵיכֶ֑ם חֻקַּ֤ת עוֹלָם֙ לְדֹרֹ֣תֵיכֶ֔ם בְּכֹ֖ל מֹשְׁבֹֽתֵיכֶֽם׃ (ס)
14
14
Nicht Brot noch geröstetes Mehl noch frische Körner sollt ihr essen bis eben an diesem Tag, bis ihr gebracht habt das Opfer eures G‑ttes; ein ewiges Gesetz soll das sein für eure künftigen Generationen in allen euren Wohnsitzen.
geröstetes Mehl
קָלִי „geröstetes Mehl“: Mehl aus frischen, im Ofen getrockneten Körnern.
Raschi
frische Körner
כַרְמֶל „frische Körner“: das sind geröstete Körner, im Französischen graneis.
Raschi
in allen euren Wohnsitzen
Die Weisen Israels sind darüber verschiedener Ansicht (Kiduschin 37a). Manche lernen von hier, dass das Verbot des neuen Getreides auch im Ausland zu beachten sei. Manche sagen, der Vers lehrt nur, dass das neue Getreide ihnen erst nach der Einnahme und Niederlassung in Israel (יְרֻשָּׁה וִישִׁיבָה) verboten war, nachdem sie das Land erobert und verteilt hatten.
Raschi
וּסְפַרְתֶּ֤ם לָכֶם֙ מִמָּחֳרַ֣ת הַשַּׁבָּ֔ת מִיּוֹם֙ הֲבִ֣יאֲכֶ֔ם אֶת־עֹ֖מֶר הַתְּנוּפָ֑ה שֶׁ֥בַע שַׁבָּת֖וֹת תְּמִימֹ֥ת תִּהְיֶֽינָה׃
15
15
Und ihr sollt zählen vom Tag nach dem Fest, von dem Tag an, an dem ihr gebracht habt das Omer der Schwingung; sieben volle Wochen sollen es sein.
vom Tag nach dem Fest
מִמָּחֳרַת הַשַּׁבָּת bedeutet nicht „vom Tag nach dem Schabbat“, sondern „vom Tag nach dem Feiertag“ (Menachot 65b).
Raschi
volle Wochen sollen es sein
Das lehrt, dass man am Abend anfangen soll, zu zählen, sonst wären sie nicht „volle Wochen“ (Menachot 66a).
Raschi
Und ihr sollt zählen vom Tag nach dem Fest
Sefirat haOmer zählen wir vom 2. Pessachabend bis Schawuot, um auszudrücken, festzuhalten und fürs Leben zu beherzigen: dass Pessach seine Vollendung nur in Schawuot findet, das heißt Freiheit und aller Segen, der in ihr liegt, nur erst Wert, Wirklichkeit und Bedeutung durch das Gesetz der Torah erhält; wie denn nur, um Diener der Torah zu werden, Israel aus dem Dienst Mizraims befreit wurde.
Rabbi Schimschon R. Hirsch, Chorew 214
עַ֣ד מִֽמָּחֳרַ֤ת הַשַּׁבָּת֙ הַשְּׁבִיעִ֔ת תִּסְפְּר֖וּ חֲמִשִּׁ֣ים י֑וֹם וְהִקְרַבְתֶּ֛ם מִנְחָ֥ה חֲדָשָׁ֖ה לַיהוָֽה׃
16
16
Bis zum Tag nach der siebten Woche sollt ihr fünfzig Tage zählen und dann sollt ihr ein Mehlopfer von Neuem dem Ewigen darbringen.
nach der siebten Woche
הַשַּׁבָּת הַשְּׁבִיעִת, wie der Targum sagt שְׁבוּעֲתָא שְׁבִיעֵיתָא
„[nach der] siebten Woche“.
Raschi
Würde das Wort שַּׁבָּת wörtlich als „Schabbat“ verstanden, so wären es oft nicht 50 Tage, und bisweilen nicht mehr als 42.
Dawek Tow
Bis zum Tag nach der siebten Woche sollt ihr zählen
Aber diesen Tag selbst zähle nicht, und so kommst du auf 49 Tage.
Raschi
sollt ihr fünfzig Tage zählen
Der Vers sagt עַד מִמָּחֳרַת הַשַּׁבָּת הַשְּׁבִיעִת תִּסְפְּרוּ חֲמִשִּׁים יוֹם „Bis zum Tag nach der siebten Woche sollt ihr fünfzig Tage zählen“, wir zählen aber nur 49? Der Ewige selbst vervollständigt die Zahl 50; ähnlich finden wir (Ber. 18:28) אוּלַי יַחְסְרוּן חֲמִשִּׁים הַצַּדִּיקִם חֲמִשָּׁה „vielleicht fehlen bei den 50 Rechtschaffenen fünf?“, und Raschi erklärt: Und Du, der Gerechte der Welt, verbindest Dich mit ihnen. Wir lernen daraus: Kein Werk gedeiht ohne סִיַּעְתָּא דִשְׁמַיָּא, jenen g‑ttlichen Beistand, durch den der Ewige sich mit dem menschlichen Tun verbindet.
Imre Emet
fünfzig Tage zählen und dann sollt ihr ein Mehlopfer von Neuem dem Ewigen darbringen
Am fünfzigsten Tag sollt ihr es darbringen. Ich meine, das ist der Midrasch. Aber die einfache Erklärung ist (פְּשׁוּטוֹ שֶׁל מִקְרָא): bis zum Tag nach der siebten Woche, das ist bis zum fünfzigsten Tag, sollt ihr zählen. Und der Vers ist umgestellt.
Raschi
ein Mehlopfer von Neuem
מִנְחָה חֲדָשָׁה „ein neues Mehlopfer“, das ist das erste Mehlopfer, das vom neuen Getreide gebracht wurde. Und wenn du sagen wirst, das Mehlopfer des Omer ist doch bereits gebracht worden. Dieses war aber nicht gleich allen anderen Mehlopfern, denn es wurde von der Gerste (שְּׂעוֹרִים) gebracht (Menachot 84b).
Raschi
מִמּוֹשְׁבֹ֨תֵיכֶ֜ם תָּבִ֣יאּוּ ׀ לֶ֣חֶם תְּנוּפָ֗ה שְׁ֚תַּיִם שְׁנֵ֣י עֶשְׂרֹנִ֔ים סֹ֣לֶת תִּהְיֶ֔ינָה חָמֵ֖ץ תֵּאָפֶ֑ינָה בִּכּוּרִ֖ים לַֽיהוָֽה׃
17
17
Von euren Wohnsitzen bringt zwei Brote zur Schwingung, aus zwei Zehnteln feines Mehl sollen sie sein, gesäuert sollen sie gebacken werden; es ist ein Erstlingsopfer für den Ewigen.
Von euren Wohnsitzen: und nicht von außerhalb Israels (Menachot 83b).
Raschi
Brote zur Schwingung: das Brot der Teruma (לֶחֶם תְּרוּמָה), das zu Ehren des Ewigen erhoben worden ist (הַמּוּרָם לְשֵׁם גָּבוֹהַּ). Und das ist das neue Mehlopfer, das oben erwähnt ist.
Raschi
Erstlingsopfer: als erstes von allen Mehlopfern. Auch für das Mehlopfer der Eiferung (מִנְחַת קְנָאוֹת), das von der Gerste gebracht wurde (Bam. 5:15), durfte von den beiden Broten nicht vom Neuen gebracht werden (Menachot 84b).
Raschi
וְהִקְרַבְתֶּ֣ם עַל־הַלֶּ֗חֶם שִׁבְעַ֨ת כְּבָשִׂ֤ים תְּמִימִם֙ בְּנֵ֣י שָׁנָ֔ה וּפַ֧ר בֶּן־בָּקָ֛ר אֶחָ֖ד וְאֵילִ֣ם שְׁנָ֑יִם יִהְי֤וּ עֹלָה֙ לַֽיהוָ֔ה וּמִנְחָתָם֙ וְנִסְכֵּיהֶ֔ם אִשֵּׁ֥ה רֵֽיחַ־נִיחֹ֖חַ לַיהוָֽה׃
18
18
Und bringt für die Brote sieben fehlerlose Schafe, die im ersten Lebensjahr stehen, und einen jungen Stier und zwei Widder; sie sollen ein Ganzopfer (Olah) sein dem Ewigen, dazu ihr Mehlopfer und ihr Gussopfer, als Feuergabe zum lieblichen Duft für den Ewigen.
für die Brote
עַל הַלֶּחֶם – בִּגְלַל הַלֶּחֶם, wegen des Brotes, ein Pflichtopfer zum Brot.
Raschi
dazu ihr Mehlopfer und ihr Gussopfer
Nach der Vorschrift für Mehlopfer und Gussopfer, die bei jeder Art von Vieh im Abschnitt der Gussopfer (Bamidbar 28) stehen: drei Zehntel Mehl für den Stier; zwei Zehntel Mehl für den Widder; ein Zehntel Mehl für das Lamm; das ist das מִנְחָה, Mehlopfer. Und die Gussopfer (נְּסָכִים) sind ein halbes Hin für den Stier, ein Drittel Hin für den Widder und ein Viertel Hin für das Schaf.
Raschi
Hin: Maßeinheit; 1 Hin entspricht 4,15 Liter.
וַעֲשִׂיתֶ֛ם שְׂעִיר־עִזִּ֥ים אֶחָ֖ד לְחַטָּ֑את וּשְׁנֵ֧י כְבָשִׂ֛ים בְּנֵ֥י שָׁנָ֖ה לְזֶ֥בַח שְׁלָמִֽים׃
19
19
Und bereitet einen Ziegenbock zum Sündopfer (Chatat) und zwei Schafe im ersten Lebensjahr zum Friedensopfer (Schlamim).
Und bereitet einen Ziegenbock
Ich hätte meinen können, die sieben Schafe und der Ziegenbock, die hier erwähnt sind, seien dieselben wie die in Sefer Bamidbar (חוּמָשׁ הַפְּקוּדִים, Bam. 28:27) erwähnten sieben Schafe und der Ziegenbock. Sobald du aber zu den Stieren und Widdern kommst, stimmen sie nicht überein. Daraus kannst du schließen, dass diese für sich und jene für sich gebracht wurden. Diese wurden mit dem Brot zusammen und jene als Mussafopfer gebracht.
Raschi
חוּמָשׁ הַפְּקוּדִים „Buch der Musterung“: das vierte Buch der Torah, Sefer Bamidbar, weil es mit einer Volkszählung beginnt.
וְהֵנִ֣יף הַכֹּהֵ֣ן ׀ אֹתָ֡ם עַל֩ לֶ֨חֶם הַבִּכּוּרִ֤ים תְּנוּפָה֙ לִפְנֵ֣י יְהוָ֔ה עַל־שְׁנֵ֖י כְּבָשִׂ֑ים קֹ֛דֶשׁ יִהְי֥וּ לַיהוָ֖ה לַכֹּהֵֽן׃
20
20
Und der Kohen schwinge sie mit den Broten der Erstlingsfrüchte in einer Schwingung vor dem Ewigen mit den zwei Schafen; heilig seien sie dem Ewigen für den Kohen.
Und der Kohen schwinge sie … in einer Schwingung
Das lehrt, dass sie lebend geschwungen werden müssen. Ich hätte meinen können, alle, darum steht עַל שְׁנֵי כְּבָשִׂים „mit den zwei Schafen“.
Raschi
heilig seien sie: weil die Friedensopfer eines einzelnen Leichte Heilige Opfer (קָדָשִׁים קַלִּים) sind, musste der Vers bei den Friedensopfern der Gemeinde sagen, dass sie Heilige Opfer höchster Stufe (קָדְשֵׁי קָדָשִׁים) sind.
Raschi
וּקְרָאתֶ֞ם בְּעֶ֣צֶם ׀ הַיּ֣וֹם הַזֶּ֗ה מִֽקְרָא־קֹ֙דֶשׁ֙ יִהְיֶ֣ה לָכֶ֔ם כָּל־מְלֶ֥אכֶת עֲבֹדָ֖ה לֹ֣א תַעֲשׂ֑וּ חֻקַּ֥ת עוֹלָ֛ם בְּכָל־מוֹשְׁבֹ֥תֵיכֶ֖ם לְדֹרֹֽתֵיכֶֽם׃
21
21
*Und ihr sollt ausrufen an ebendiesem Tag, eine heilige Versammlung soll bei euch sein; keinerlei Melacha* (Arbeit) sollt ihr machen. Ein ewiges Gesetz soll das sein in allen euren Wohnsitzen für eure künftigen Generationen.**
וּֽבְקֻצְרְכֶ֞ם אֶת־קְצִ֣יר אַרְצְכֶ֗ם לֹֽא־תְכַלֶּ֞ה פְּאַ֤ת שָֽׂדְךָ֙ בְּקֻצְרֶ֔ךָ וְלֶ֥קֶט קְצִירְךָ֖ לֹ֣א תְלַקֵּ֑ט לֶֽעָנִ֤י וְלַגֵּר֙ תַּעֲזֹ֣ב אֹתָ֔ם אֲנִ֖י יְהוָ֥ה אֱלֹהֵיכֶֽם׃ (ס)
22
22
Und wenn ihr erntet die Ernte eures Landes, dann sollst du die Ecke deines Feldes nicht ganz abernten, und die Nachlese deiner Ernte sollst du nicht aufsammeln; dem Armen und dem Fremden sollst du sie überlassen, Ich bin der Ewige, euer G‑tt.
Und wenn ihr erntet
Der Vers wiederholt das hier zum zweiten Mal (Waj. 19:9), um zu sagen, dass man damit zwei Verbote übertritt.
Rabbi Abdimi ben R. Jose sagt: Warum hat der Vers das in die Mitte des Abschnittes über die Feiertage gestellt, Pessach und Azeret [d.h. Schawuot] auf der einen Seite und Rosch haSchana und Jom Kippur und Sukkot auf der anderen Seite? Um dich zu lehren, dass man es demjenigen, der dem Armen die Nachlese (לֶקֶט), das Vergessene (שִׁכְחָה) und die Feldecke (פֵאָה) überlässt, wie es sich gehört, anrechnet, als hätte er den Tempel gebaut und seine Opfer darin dargebracht.
Raschi
sollst du sie überlassen
תַּעֲזֹב „sollst sie überlassen“: lass sie vor ihnen liegen, und sie sollen sie aufsammeln, du aber sollst keinen von ihnen bevorzugen.
Raschi
Ich bin der Ewige, euer G‑tt: treu, den Lohn zu bezahlen.
Raschi