Der tägliche Chumasch-Abschnitt

13. Ijar 5786

Donnerstag, 30. April 2026

Heute

Emor

5. Alija

(Wajikra 23:23 – 23:32)

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וַיְדַבֵּ֥ר יְהוָ֖ה אֶל־מֹשֶׁ֥ה לֵּאמֹֽר׃
23
23
Der Ewige sagte zu Mosche, wie folgt:
דַּבֵּ֛ר אֶל־בְּנֵ֥י יִשְׂרָאֵ֖ל לֵאמֹ֑ר בַּחֹ֨דֶשׁ הַשְּׁבִיעִ֜י בְּאֶחָ֣ד לַחֹ֗דֶשׁ יִהְיֶ֤ה לָכֶם֙ שַׁבָּת֔וֹן זִכְר֥וֹן תְּרוּעָ֖ה מִקְרָא־קֹֽדֶשׁ׃
24
24
Rede zu den Kindern Israel, wie folgt: Im siebten Monat Tischre, am ersten Tag des Monats sei euch ein Ruhetag, ein Gedenken durch das Tönen des Schofar, eine heilige Versammlung.
Im siebten Monat: das ist der Monat Tischre, der siebte Monat ab Nissan, mit dem die Zählung der Monate beginnt, weil in ihm das Volk aus Mizraim zog.
Ibn Esra
ein Gedenken durch das Tönen
Das Gedenken sind die Verse des Gedenkens (פְּסוּקֵי זִכְרוֹנוֹת) und die Verse des Schofartones (פְּסוּקֵי שׁוֹפָרוֹת), dass euch der Bindung Jizchaks (עֲקֵדַת יִצְחָק) gedacht werde, an dessen Stelle ein Widder dargebracht wurde (Rosch haSchana 32a, 16a).
Raschi
ein Gedenken durch das Tönen: eine Erinnerung an das Signal des Königs, um unsere Freude über Seine gütige Herrschaft zum Ausdruck zu bringen, wie es heißt (Teh. 81:2) הַרְנִינוּ לֵאלֹהִים עוּזֵּנוּ „Singet fröhlich G‑tt zu, der unsere Stärke ist“, הָרִיעוּ לֵאלֹהֵי יַעֲקֹב, ruft in Freuden dem G‑tt Jaakows zu“.
Seforno
כָּל־מְלֶ֥אכֶת עֲבֹדָ֖ה לֹ֣א תַעֲשׂ֑וּ וְהִקְרַבְתֶּ֥ם אִשֶּׁ֖ה לַיהוָֽה׃ (ס)
25
25
*Keinerlei Melacha* (Arbeit) dürft ihr ausüben und ihr sollt eine Feuergabe dem Ewigen darbringen.**
ihr sollt eine Feuergabe darbringen
Die Mussafopfer, die in Sefer Bamidbar (חוּמָשׁ הַפְּקוּדִים, Kap. 29), beschrieben sind.
Raschi
חוּמָשׁ הַפְּקוּדִים „Buch der Musterung“: das vierte Buch der Torah, Sefer Bamidbar, weil es mit einer Volkszählung beginnt.
וַיְדַבֵּ֥ר יְהוָ֖ה אֶל־מֹשֶׁ֥ה לֵּאמֹֽר׃
26
26
Der Ewige sagte zu Mosche, wie folgt:
אַ֡ךְ בֶּעָשׂ֣וֹר לַחֹדֶשׁ֩ הַשְּׁבִיעִ֨י הַזֶּ֜ה י֧וֹם הַכִּפֻּרִ֣ים ה֗וּא מִֽקְרָא־קֹ֙דֶשׁ֙ יִהְיֶ֣ה לָכֶ֔ם וְעִנִּיתֶ֖ם אֶת־נַפְשֹׁתֵיכֶ֑ם וְהִקְרַבְתֶּ֥ם אִשֶּׁ֖ה לַיהוָֽה׃
27
27
Jedoch am zehnten Tag dieses siebten Monats Tischre ist der Sühnetag; eine heilige Versammlung soll bei euch sein und ihr sollt euch quälen und eine Feuergabe dem Ewigen darbringen.
Jedoch
Jedes אַךְ und רַק in der Torah ist eine Ausschließung; er bringt Sühne den in Teschuwa Umkehrenden, bringt aber keine Sühne denen, die nicht umkehren (Schewuot 13a).
Raschi
Jedoch
Das Wort אַךְ ist eine Ausschließung und bedeutet אֲבָל „aber“, „jedoch“. Bei allen anderen Feiertagen (מִקְרָאֵי קֹדֶשׁ) freut euch und genießt das Essen, aber am Jom Kippur sollt ihr euch quälen und fasten.
Ibn Esra, Bechor Schor, Chiskuni, Daat Skenim
der Sühnetag
Der Tag heißt nicht יוֹם כַּפָּרָה, sondern יוֹם כִּפּוּרִים, Jom Kippurim, in der Mehrzahl: er bringt Sühne für die vielfältigen Verirrungen und Versündigungen des Lebens. Anders die Opferungen das ganze Jahr über, die nur für bestimmte, einzelne Verfehlungen sühnen.
Rabbi Schimschon R. Hirsch
ihr sollt euch quälen
וְעִנִּיתֶם אֶת נַפְשֹׁתֵיכֶם, wörtl. ihr sollt eure Seelen quälen.
5 Verbote gibt es zu Jom Kippur – (1) Essen und Trinken; (2) Waschen und Duschen; (3) Cremes, Lotions; (4) Lederschuhe; (5) Eheverkehr.

Ihnen entsprechend steht das Wort נֶפֶשׁ „Seele“ 5 Mal in dieser Parascha, und die Seele selbst besteht auf 5 Ebenen: (1) Nefesch, (2) Ruach, (3) Neschama, (4) Chaya, (5) Jechida.

Ihnen entsprechen die 5 Mal, die der Kohen Gadol am Jom Kippur in der Mikwe untertaucht; und die 5 Gebete, die wir an Jom Kippur sprechen: (1) Kol Nidre und Arwit, (2) Schacharit, (3) Mussaf, (4) Mincha und (5) Ne’ila.
Baal haTurim
ihr sollt euch quälen und eine Feuergabe dem Ewigen darbringen
Wer fastet, der ist, als bringe er sein eigenes Fett und Blut dem Ewigen als Opfer dar.
Meschech Chochma
וְכָל־מְלָאכָה֙ לֹ֣א תַעֲשׂ֔וּ בְּעֶ֖צֶם הַיּ֣וֹם הַזֶּ֑ה כִּ֣י י֤וֹם כִּפֻּרִים֙ ה֔וּא לְכַפֵּ֣ר עֲלֵיכֶ֔ם לִפְנֵ֖י יְהוָ֥ה אֱלֹהֵיכֶֽם׃
28
28
*Und keinerlei Melacha* (Arbeit) dürft ihr an ebendiesem Tag ausüben, denn ein Tag der Sühne ist er, um für euch Sühne zu bringen vor dem Ewigen, eurem G‑tt.**
Und keinerlei Melacha dürft ihr an ebendiesem Tag ausüben, denn ein Tag der Sühne ist er
Nichts anderes sei dein Bestreben an diesem Tag, als dein Herz der Sühne vor G‑tt zuzuwenden.
Seforno
כִּ֤י כָל־הַנֶּ֙פֶשׁ֙ אֲשֶׁ֣ר לֹֽא־תְעֻנֶּ֔ה בְּעֶ֖צֶם הַיּ֣וֹם הַזֶּ֑ה וְנִכְרְתָ֖ה מֵֽעַמֶּֽיהָ׃
29
29
Denn jede Person, die sich nicht quält an ebendiesem Tag, werde ausgerottet aus ihrem Volk.
וְכָל־הַנֶּ֗פֶשׁ אֲשֶׁ֤ר תַּעֲשֶׂה֙ כָּל־מְלָאכָ֔ה בְּעֶ֖צֶם הַיּ֣וֹם הַזֶּ֑ה וְהַֽאֲבַדְתִּ֛י אֶת־הַנֶּ֥פֶשׁ הַהִ֖וא מִקֶּ֥רֶב עַמָּֽהּ׃
30
30
*Und jede Person, die irgendeine Melacha* (Arbeit) ausübt an ebendiesem Tag, diese Person lasse Ich zugrunde gehen aus der Mitte ihres Volkes.**
lasse Ich zugrunde gehen
וְהַאֲבַדְתִּי „lasse Ich zugrunde gehen“: an vielen Stellen der Torah finden wir den Ausdruck כָּרֵת (Karet), ohne dass ich weiß, was darunter zu verstehen ist. Indem der Vers hier sagt וְהַאֲבַדְתִּי „diese Person lasse Ich zugrunde gehen“, lehrt er, dass unter Karet „Vernichtung“ zu verstehen ist.
Raschi
כָּל־מְלָאכָ֖ה לֹ֣א תַעֲשׂ֑וּ חֻקַּ֤ת עוֹלָם֙ לְדֹרֹ֣תֵיכֶ֔ם בְּכֹ֖ל מֹֽשְׁבֹֽתֵיכֶֽם׃
31
31
*Keinerlei Melacha* (Arbeit) dürft ihr ausüben; ein ewiges Gesetz sei es für eure künftigen Generationen in allen euren Wohnsitzen.**
*Keinerlei Melacha***
Um zu sagen, dass man damit viele Verbote übertreten würde.

Andere Erklärung: um die Arbeit in der Nacht ebenso zu verbieten wie am Tag (Joma 81a).
Raschi
ein ewiges Gesetz für eure künftigen Generationen
Weil die Sühne an Jom Kippur von den Opferungen abhängig ist, wie es zuvor heißt (Waj. 16:34), hält der Vers hier fest, dass „in allen Generationen“ und „an jedem Ort“ – auch wenn das Darbringen der Opferungen nicht möglich ist – die Verbote des Essens und der Melacha bestehen bleiben und euch Sühne bringen, wie es heißt (Vers 28) יוֹם כִּפֻּרִים הוּא לְכַפֵּר עֲלֵיכֶם „ein Tag der Sühne ist er, um euch Sühne zu bringen“.
Ramban zu Wajikra 23:28
שַׁבַּ֨ת שַׁבָּת֥וֹן הוּא֙ לָכֶ֔ם וְעִנִּיתֶ֖ם אֶת־נַפְשֹׁתֵיכֶ֑ם בְּתִשְׁעָ֤ה לַחֹ֙דֶשׁ֙ בָּעֶ֔רֶב מֵעֶ֣רֶב עַד־עֶ֔רֶב תִּשְׁבְּת֖וּ שַׁבַּתְּכֶֽם׃ (פ)
32
32
Ein hoher Ruhetag sei euch der Tag von Jom Kippur, ihr sollt euch quälen; beginnend am neunten Tag des Monats Tischre am Abend, von Abend bis Abend sollt ihr euren Ruhetag feiern.
sollt ihr euren Ruhetag feiern
תִּשְׁבְּתוּ שַׁבַּתְּכֶם „sollt ihr euren Ruhetag feiern“, übersetzt als וְעָבְדִין זִמְנִין מוֹעֲדֵיכוֹן בְּחֶדְוָא „Mit Freude sollt ihr [Jom Kippur und] eure Festtage feiern“, denn kein Festtag ist so freudig für Israel wie Jom Kippur.
Targum Jonathan