וַיְדַבֵּ֤ר יְהוָה֙ אֶל־מֹשֶׁ֔ה בְּהַ֥ר סִינַ֖י לֵאמֹֽר׃
1
1
Der Ewige sagte zu Mosche auf dem Berg Sinai, wie folgt:
auf dem Berg Sinai
Welche Beziehung hat das Schmitta-Jahr zum Berg Sinai? So wie bei Schmitta die allgemeinen Regeln und die Details auf dem Sinai gesagt wurden, so sind von allen Geboten die allgemeinen Regeln und die einzelnen Halachot auf dem Berg Sinai gesagt worden. So steht in Torat Kohanim (25:1).
Es scheint mir, dass Folgendes die Erklärung ist: Wir finden nicht, dass die Freigabe der Felder (שְׁמִטַּת קַרְקָעוֹת) in den Ebenen Moaws in Sefer Dewarim wiederholt worden ist. Daraus lernen wir, dass alle ihre Regeln und Beispiele beim Berg Sinai gesagt wurden. Und der Vers kommt und lehrt hier, dass bei jedem Gebot, das Mosche gesagt wurde, alle Regeln und genauen Bestimmungen vom Sinai stammen und dann noch einmal in den Ebenen von Moaw wiederholt wurden.
Raschi
דַּבֵּ֞ר אֶל־בְּנֵ֤י יִשְׂרָאֵל֙ וְאָמַרְתָּ֣ אֲלֵהֶ֔ם כִּ֤י תָבֹ֙אוּ֙ אֶל־הָאָ֔רֶץ אֲשֶׁ֥ר אֲנִ֖י נֹתֵ֣ן לָכֶ֑ם וְשָׁבְתָ֣ה הָאָ֔רֶץ שַׁבָּ֖ת לַיהוָֽה׃
2
2
Rede zu den Kindern Israel und sage zu ihnen: Wenn ihr in das Land Israel kommt, das Ich euch gebe, dann soll das Land eine Ruhe halten dem Ewigen zu Ehren.
eine Ruhe halten dem Ewigen
וְשָׁבְתָה הָאָרֶץ שַׁבָּת לַה׳, wörtl. soll das Land einen Schabbat halten dem Ewigen zu Ehren.
eine Ruhe halten dem Ewigen zu Ehren; ebenso wie beim Schabbat der Schöpfung steht [וְיוֹם הַשְּׁבִיעִי שַׁבָּת לַה׳ אֱלֹהֶיךָ „der siebte Tag ist ein Schabbat für den Ewigen, deinen G‑tt“ (Schem. 20:10), und שַׁבָּת הִוא לַה׳ „ein Ruhetag ist es dem Ewigen“ (Waj. 23:3)].
Raschi
eine Ruhe halten dem Ewigen: denn die Personen, die jetzt von der Feldarbeit ruhen, werden sich dem Torahlernen und Beten hingeben. [Seforno]
So wie Schabbat Zeugenschaft ablegt, dass es G‑tt ist, der die Welt in sechs Tagen erschuf, so bezeugt das Schmitta-Jahr, dass diese Welt 6.000 Jahre der Arbeit sehen wird, und dann im siebten Jahrtausend – wenn der Maschiach kommt – alle ruhen. [Ramban]
dann soll das Land eine Ruhe halten dem Ewigen
In diesem Jahr sollst du mit deinem Feld nicht wie der Besitzer verfahren: du sollst nicht ackern, nicht säen, und nicht den Ertrag ernten und nach Hause bringen. Mit deinem Feld sollst du verfahren, als sei G‑tt der Besitzer.
Rabbenu Bechaje
dann soll das Land eine Ruhe halten dem Ewigen
Das Gebot des Schmitta-Jahres kommt, den Menschen in seinem Glauben und Vertrauen auf G‑tt zu bestärken: Keinerlei Ackern, Säen und Ernten, keinerlei Bemühen und Zutun des Menschen ist in diesem Jahr erlaubt. Dass er nicht irrtümlich glaube, der Ertrag sei auf sein Ackern, Säen und Ernten zurückzuführen und der „natürliche Gang der Welt“ sei es, dem der Mensch sich zu unterwerfen habe. In seine Seele lasse er einsinken: Alleine G‑tt, der Allmächtige, ist es, der die Welt führt und den Lebensunterhalt uns zuführt. Für diese Betrachtungen hat der Mensch während des Schmitta-Jahres die Zeit und seelische Muße, ähnlich dem Schabbat, der uns gegeben wurde, um uns dem Lärmen der Welt und ihrem falschen Glanz zu entreißen, und uns der Torah und der seelischen Muße hinzuführen, wie König David sagte (Teh. 119:97) כָּל הַיּוֹם הִיא שִׂיחָתִי „den ganzen Tag ist [die Torah] mein Sprechen“; es steht nicht כָּל יּוֹם „jeden Tag“, sondern כָּל הַיּוֹם „diesen ganzen Tag“. So wie der Schabbat dem Torahlernen gewidmet ist, so sei auch das Schmitta-Jahr dem Torahlernen gewidmet. Die Anfangsbuchstaben der Worte וְשָׁבְתָה הָאָרֶץ שַׁבָּת ergeben ושה״ש mit dem Zahlenwert 611, so wie das Wort תורה („Torah“) den Zahlenwert 611 hat.
Sifte Kohen von R. Mordechai haKohen – ש״ך עה״ת
וּבַשָּׁנָ֣ה הַשְּׁבִיעִ֗ת שַׁבַּ֤ת שַׁבָּתוֹן֙ יִהְיֶ֣ה לָאָ֔רֶץ שַׁבָּ֖ת לַיהוָ֑ה שָֽׂדְךָ֙ לֹ֣א תִזְרָ֔ע וְכַרְמְךָ֖ לֹ֥א תִזְמֹֽר׃
4
4
Aber im siebten Jahr sei eine hohe Ruhe für das Land, eine Ruhe dem Ewigen: dein Feld darfst du nicht besäen und deinen Weinberg nicht beschneiden.
für das Land: für die Felder und Weinberge.
Raschi
nicht beschneiden
Der Targum übersetzt לֹא תִזְמֹר mit לָא תִכְסָח „du darfst nicht kurzschneiden“; ähnlich dem Ausdruck (Jesch. 33:12) קוֹצִים כְּסוּחִים „abgehauene Dornen“; (Teh. 80:17) שְֹרֻפָה בָאֵשׁ כְּסוּחָה „ist abgehauen im Feuer verbrannt“.
Raschi
אֵ֣ת סְפִ֤יחַ קְצִֽירְךָ֙ לֹ֣א תִקְצ֔וֹר וְאֶת־עִנְּבֵ֥י נְזִירֶ֖ךָ לֹ֣א תִבְצֹ֑ר שְׁנַ֥ת שַׁבָּת֖וֹן יִהְיֶ֥ה לָאָֽרֶץ׃
5
5
Den Nachwuchs deiner Ernte darfst du nicht ernten und die Trauben deines unbeschnittenen Weinstockes darfst du nicht lesen; ein Ruhejahr soll es für das Land sein.
Den Nachwuchs deiner Ernte
אֵת סְפִיחַ קְצִירְךָ „den Nachwuchs deiner Ernte“: auch wenn du sie nicht gesät hast, und sie wachsen aus dem Samen, der bei der Ernte davon abgefallen ist. Das wird סָפִיחַ „Nachwuchs“ genannt.
Raschi
darfst du nicht ernten: um es dir wie die anderen Ernten anzueignen. Sondern es sei für alle eigentümerlos (הֶפְקֵר).
Raschi
deines unbeschnittenen Weinstockes: von denen du die Menschen abgesondert und getrennt hast, und die du nicht eigentümerlos (הֶפְקֵר) gemacht hast.
Raschi
darfst du nicht lesen: diese sollst du nicht lesen, sondern nur vom Eigentümerlosen (הֶפְקֵר).
Raschi
וְ֠הָיְתָה שַׁבַּ֨ת הָאָ֤רֶץ לָכֶם֙ לְאָכְלָ֔ה לְךָ֖ וּלְעַבְדְּךָ֣ וְלַאֲמָתֶ֑ךָ וְלִשְׂכִֽירְךָ֙ וּלְתוֹשָׁ֣בְךָ֔ הַגָּרִ֖ים עִמָּֽךְ׃
6
6
Und es sei der Ertrag der Ruhe des Landes euch zum Essen, dir und deinem Sklaven und deiner Sklavin und deinem Lohnarbeiter und deinem Ansässigen, die sich bei dir aufhalten.
Und es sei die Ruhe des Landes
Wenn Ich sie auch dir verboten habe, so habe Ich nicht den Genuss und den Nutzen derselben verboten, sondern nur, dass du wie ein Besitzer mit ihnen verfährst. Vielmehr sollen alle daran gleich sein, du und dein Lohnarbeiter und dein Ansässiger.
Raschi
der Schabbat des Landes euch zum Genuss: von dem, was Schabbat hält, darfst du essen. Du darfst aber nicht von dem Gehüteten essen.
Raschi
dir und deinem Sklaven und deiner Sklavin: weil steht (Schem. 23:11) וְאָכְלוּ אֶבְיֹנֵי עַמֶּךָ „es sollen die Dürftigen deines Volkes essen“, hätte ich meinen können, den Reichen sei verboten davon zu essen. Darum steht dir und deinem Sklaven und deiner Sklavin. Also sind hier die Besitzer, die Sklaven und die Sklavinnen erwähnt.
Raschi
und deinem Lohnarbeiter und deinem Ansässigen: auch den Fremden.
Raschi
וְלִ֨בְהֶמְתְּךָ֔ וְלַֽחַיָּ֖ה אֲשֶׁ֣ר בְּאַרְצֶ֑ךָ תִּהְיֶ֥ה כָל־תְּבוּאָתָ֖הּ לֶאֱכֹֽל׃ (ס)
7
7
Und für dein Vieh und das Wild, das in deinem Land ist, sei all der Ertrag des Schmitta-Jahres zum Essen.
Und für dein Vieh und das Wild
Wenn das Wild davon essen darf, dann darf es das Vieh, dessen Ernährung zu deinen Pflichten gehört, doch umso mehr. Warum steht also „und deinem Vieh“? Der Vers vergleicht das Vieh mit dem Wild. Solange das Wild vom Feld davon essen kann, darfst du dein Vieh vom Haus damit füttern. Wenn es aber für das Wild auf dem Feld aufgehört hat, dann höre auch für das Vieh im Haus damit auf.
Raschi
וְסָפַרְתָּ֣ לְךָ֗ שֶׁ֚בַע שַׁבְּתֹ֣ת שָׁנִ֔ים שֶׁ֥בַע שָׁנִ֖ים שֶׁ֣בַע פְּעָמִ֑ים וְהָי֣וּ לְךָ֗ יְמֵי֙ שֶׁ֚בַע שַׁבְּתֹ֣ת הַשָּׁנִ֔ים תֵּ֥שַׁע וְאַרְבָּעִ֖ים שָׁנָֽה׃
8
8
Und zähle dir sieben Ruhejahre, sieben Jahre siebenmal, sodass dir die Tage der sieben Ruhejahre 49 Jahre seien.
Ruhejahre
שַׁבְּתֹת שָׁנִים „Ruhejahre“: Erlassjahre (שְׁמִטּוֹת שָׁנִים). Ich hätte meinen können, man solle sieben Jahre nacheinander Erlassjahre und nachher Joweljahr machen. Darum steht sieben Jahre siebenmal. Daraus ergibt sich, jedes Erlassjahr zu seiner Zeit.
Raschi
sodass dir die Tage der sieben …: Das lehrt dich, dass wenn du auch keine Erlassjahre (שְׁמִטּוֹת) gemacht hast, du am Ende der 49 Jahre dennoch Jowel machen sollst.
Der einfache Sinn des Verses ist, die Rechnung der Erlassjahre ergibt dir die Zahl von „49 Jahren“.
Raschi
וְהַֽעֲבַרְתָּ֞ שׁוֹפַ֤ר תְּרוּעָה֙ בַּחֹ֣דֶשׁ הַשְּׁבִעִ֔י בֶּעָשׂ֖וֹר לַחֹ֑דֶשׁ בְּיוֹם֙ הַכִּפֻּרִ֔ים תַּעֲבִ֥ירוּ שׁוֹפָ֖ר בְּכָל־אַרְצְכֶֽם׃
9
9
Dann lass den Schofarton im siebten Monat hören, am zehnten Tag des Monats Tischre am Sühnetag (Jom Kippur) sollt ihr Schofarton ergehen lassen durch euer ganzes Land.
Schofarton ergehen lassen
וְהַעֲבַרְתָּ wie im Vers (Schem. 36:6) וַיַּעֲבִירוּ קוֹל בַּמַּחֲנֶה „sie ließen eine Stimme durchs Lager ergehen“, in der Bedeutung von „Bekanntmachung“.
Raschi
am zehnten Tag des Monats am Jom Kippur
Weiß ich denn nicht aus den Worten „am Jom Kippur“, dass es „am zehnten des Monats“ ist? Nur, um dir zu sagen, dass das Schofarblasen am zehnten des Monats in eurem ganzen Land den Schabbat verdrängt, während das Schofarblasen am Rosch haSchana nicht in eurem ganzen Land, sondern nur beim Bet Din allein den Schabbat verdrängt.
Raschi
Damit ist ein Bet Din mit 23 Dayanim gemeint, der auch Verfahren mit möglicher Todesstrafe (דִּינֵי נְפָשׁוֹת) führen kann.
Tzeda laDerech
וְקִדַּשְׁתֶּ֗ם אֵ֣ת שְׁנַ֤ת הַחֲמִשִּׁים֙ שָׁנָ֔ה וּקְרָאתֶ֥ם דְּר֛וֹר בָּאָ֖רֶץ לְכָל־יֹשְׁבֶ֑יהָ יוֹבֵ֥ל הִוא֙ תִּהְיֶ֣ה לָכֶ֔ם וְשַׁבְתֶּ֗ם אִ֚ישׁ אֶל־אֲחֻזָּת֔וֹ וְאִ֥ישׁ אֶל־מִשְׁפַּחְתּ֖וֹ תָּשֻֽׁבוּ׃
10
10
Ihr sollt das fünfzigste Jahr heiligen, indem ihr Freiheit im Land verkündet für alle seine Bewohner; ein Joweljahr soll es euch sein, da kehrt ihr zurück jeder zu seinem Eigentum und jeder zu seiner Familie sollt ihr zurückkehren.
Ihr sollt heiligen: bei seinem Beginn heiligt man es beim Bet Din und sagt: „Das Jahr ist geheiligt“.
Raschi
bei seinem Beginn: zu Rosch haSchana.
Freiheit verkündet:
וּקְרָאתֶם דְּרוֹר „Freiheit verkündet“: den Sklaven, sowohl dem mit gestochenem Ohr (עֶבֶד נִרְצָע) als auch demjenigen, seit dessen Verkauf sechs Jahre noch nicht vorüber sind.
Rabbi Jehuda sagt, Was bedeutet das Wort דְּרוֹר ,Freiheit‘? Wenn man sich überall niederlassen kann; man kann überall wohnen, wo man will, und ist nicht von anderen abhängig.
Raschi
ein Joweljahr
יוֹבֵל הִוא „ein Joweljahr soll es sein: Dieses Jahr sei von den anderen Jahren durch die Bezeichnung mit einem besonderen Namen unterschieden; und wie ist sein Name? „Jowel“ ist sein Name nach dem Blasen mit dem Schofar [יוֹבֵל – „Widderhorn“].
Raschi
da kehrt ihr zurück: ein jeder zu seinem Erbbesitz; die Felder kehren zu ihren Besitzern zurück.
Raschi
und jeder zu seiner Familie: das fügt den Sklaven mit gestochenem Ohr (עֶבֶד נִרְצָע) hinzu.
Raschi
יוֹבֵ֣ל הִ֗וא שְׁנַ֛ת הַחֲמִשִּׁ֥ים שָׁנָ֖ה תִּהְיֶ֣ה לָכֶ֑ם לֹ֣א תִזְרָ֔עוּ וְלֹ֤א תִקְצְרוּ֙ אֶת־סְפִיחֶ֔יהָ וְלֹ֥א תִבְצְר֖וּ אֶת־נְזִרֶֽיהָ׃
11
11
Es ist das Joweljahr, das fünfzigste Jahr soll es euch sein; ihr sollt das Feld nicht säen und nicht seinen Nachwuchs ernten und seine unbeschnittenen Weinstöcke lesen.
Es ist das Joweljahr, das fünfzigste Jahr
Was lehrt das? Weil steht (Vers zuvor) וְקִדַּשְׁתֶּם „ihr sollt heiligen“, wie in Rosch haSchana (8a) und in Torat Kohanim steht.
Raschi
Weinstöcke lesen: Weintrauben ernten.
seine unbeschnittenen Weinstöcke: die nicht freigegebenen Trauben. Aber von den herrenlosen Trauben darfst du lesen. Wie beim siebten Jahr steht, so steht auch beim Jowel. Es ergibt sich daraus, dass zwei Jahre nacheinander heilig sind. Das 49. ist Erlassjahr (שְׁמִטָּה) und das 50. ist Jowel.
Raschi
כִּ֚י יוֹבֵ֣ל הִ֔וא קֹ֖דֶשׁ תִּהְיֶ֣ה לָכֶ֑ם מִן־הַ֨שָּׂדֶ֔ה תֹּאכְל֖וּ אֶת־תְּבוּאָתָֽהּ׃
12
12
Denn ein Joweljahr ist es, es sei euch heilig; nur von dem Feld weg dürft ihr dessen Ertrag essen.
es sei euch heilig: es ergreift wie Heiliges auch das dafür Eingetauschte. Ich hätte nun meinen können, dass es selbst dadurch unheilig werde. Darum steht תִּהְיֶה, es bleibt so, wie es war.
Raschi
vom Feld dürft ihr essen: durch das Feld darfst du von dem im Haus essen. Wenn es für das Wild auf dem Feld aufgehört hat, musst du es aus dem Haus ausräumen. Wie es beim siebten Jahr steht, so steht es auch beim Jowel.
Raschi
בִּשְׁנַ֥ת הַיּוֹבֵ֖ל הַזֹּ֑את תָּשֻׁ֕בוּ אִ֖ישׁ אֶל־אֲחֻזָּתֽוֹ׃
13
13
In diesem Jowejahr sollt ihr zurückkehren jeder zu seinem Eigentum.
sollt ihr zurückkehren jeder zu seinem Eigentum
Es steht doch bereits (25:10) וְשַׁבְתֶּם אִישׁ אֶל אֲחֻזָּתוֹ „kehret zurück, ein jeder zu seinem Besitztum“? Nur fügt dieser Vers hinzu, wenn einer sein Feld verkauft und sein Sohn geht hin und kauft es zurück, so geht es im Jowel an den Vater zurück.
Raschi
וְכִֽי־תִמְכְּר֤וּ מִמְכָּר֙ לַעֲמִיתֶ֔ךָ א֥וֹ קָנֹ֖ה מִיַּ֣ד עֲמִיתֶ֑ךָ אַל־תּוֹנ֖וּ אִ֥ישׁ אֶת־אָחִֽיו׃
14
14
Und wenn ihr etwas verkauft eurem Nächsten oder kauft von der Hand eures Nächsten, dann darf einer den anderen nicht übervorteilen.
Wenn ihr etwas verkauft
Der einfache Sinn ist die wörtliche Bedeutung.
Zusätzlich gibt es einen Midrasch: Woher weiß ich, dass wenn du verkaufst, du einem Juden, „deinem Nächsten“, verkaufen sollst? Darum steht וְכִי תִמְכְּרוּ מִמְכָּר – לַעֲמִיתֶךָ „wenn ihr etwas verkauft, verkauft es eurem Nächsten“. Und woher weiß ich, dass wenn du kaufen willst, du von einem Juden, „deinem Nächsten“, kaufen sollst? Darum steht אוֹ קָנֹה – מִיַּד עֲמִיתֶךָ „wenn du kaufst, sei es von deinem Nächsten“.
Raschi
nicht übervorteilen
Das ist eine Schädigung an Geld.
Raschi
„Übervorteilen“ bedeutet, sich durch List auf Kosten eines anderen einen Vorteil zu verschaffen. Es ist von der Halacha verboten, irgendjemanden im Geschäftsverkehr zu betrügen, oder auch nur mit Worten zu täuschen.
בְּמִסְפַּ֤ר שָׁנִים֙ אַחַ֣ר הַיּוֹבֵ֔ל תִּקְנֶ֖ה מֵאֵ֣ת עֲמִיתֶ֑ךָ בְּמִסְפַּ֥ר שְׁנֵֽי־תְבוּאֹ֖ת יִמְכָּר־לָֽךְ׃
15
15
Entsprechend der Zahl der Jahre nach dem Joweljahr sollst du von deinem Nächsten kaufen; entsprechend der Zahl der Ertragsjahre soll er dir verkaufen.
Entsprechend der Zahl der Jahre nach dem Joweljahr sollst du kaufen
Folgendes ist der einfache Sinn, um den Vers in seinem Zusammenhang zu erklären: er warnt vor Übervorteilung (אוֹנָאָה). Wenn du ein Feld verkaufst oder kaufst, achte darauf, wieviel Jahre noch bis zum Jowel sind, und entsprechend den Jahren und den Erträgen des Feldes, die es bringen kann, verkaufe der Verkäufer und kaufe der Käufer, da er es zuletzt im Joweljahr zurückgeben muss. Wenn nur noch wenig Jahre sind und der Verkäufer es für einen hohen Preis verkauft, ist der Käufer benachteiligt; und wenn noch viele Jahre sind und er [für wenig Geld] viele Erträge davon genießt, ist der Verkäufer benachteiligt. Darum muss es der Käufer der Zeitdauer entsprechend kaufen; und das ist, was steht בְּמִסְפַּר שְׁנֵי תְבוּאוֹת יִמְכָּר לָךְ „die Zahl der Ertragsjahre verkauft er dir“, entsprechend der Anzahl der Erntejahre, die es in der Hand des Käufers bleibt, verkaufst du ihm.
Unsere Lehrer entnehmen von hier, dass wer sein Feld verkauft, es frühestens nach zwei Jahren zurückkaufen kann; mindestens zwei Jahre von Tag zu Tag bleibe es in der Hand des Käufers, selbst wenn in jenen zwei Jahren drei Ernten sind, wenn er es ihm beispielsweise mit dem stehenden Getreide verkauft hätte. Das Wort שְׁנֵי „Jahre“ verliert dabei nicht seine einfache Bedeutung, nämlich eine Anzahl von Erntejahren und nicht von Kornbrand, und die kleinste Mehrheit von „Jahren“ ist zwei (Erechin 29b).
Raschi
לְפִ֣י ׀ רֹ֣ב הַשָּׁנִ֗ים תַּרְבֶּה֙ מִקְנָת֔וֹ וּלְפִי֙ מְעֹ֣ט הַשָּׁנִ֔ים תַּמְעִ֖יט מִקְנָת֑וֹ כִּ֚י מִסְפַּ֣ר תְּבוּאֹ֔ת ה֥וּא מֹכֵ֖ר לָֽךְ׃
16
16
Nach Verhältnis der Mehrheit der Jahre sollst du seinen Kaufpreis erhöhen und nach Verhältnis der Minderheit der Jahre sollst du seinen Kaufpreis verringern; denn nur eine Anzahl von Ernte Erträgnissen verkauft er dir.
seinen Kaufpreis erhöhen
תַּרְבֶּה מִקְנָתוֹ „seinen Kaufpreis erhöhen“: verkaufe es teuer.
Raschi
seinen Kaufpreis verringern
תַּמְעִיט מִקְנָתוֹ „seinen Kaufpreis verringern“: verringere den Kaufpreis.
Raschi
וְלֹ֤א תוֹנוּ֙ אִ֣ישׁ אֶת־עֲמִית֔וֹ וְיָרֵ֖אתָ מֵֽאֱלֹהֶ֑יךָ כִּ֛י אֲנִ֥י יְהֹוָ֖ה אֱלֹהֵיכֶֽם׃
17
17
Es kränke einer nicht seinen Nächsten, sondern fürchte deinen G‑tt, denn Ich bin der Ewige, euer G‑tt.
Und kränke nicht einer seinen Nächsten
Hier verbietet die Torah die Kränkung durch Worte (אוֹנָאַת דְּבָרִים). Man kränke nicht seinen Nächsten, man überrede ihn auch nicht zu einem Rat, der nicht passen für ihn ist, der nur dem Nutzen des Ratgebers entspricht. Wenn du aber sagst, wer kann wissen, dass ich es nicht gut gemeint habe? Darum steht וְיָרֵאתָ מֵאֱלֹהֶיךָ „fürchte deinen G‑tt“. Er, der die Gedanken kennt, Er weiß es. Bei jeder Sache, die dem Herzen übergeben ist, die nur derjenige kennt, der den Gedanken im Herzen hat, steht וְיָרֵאתָ מֵאֱלֹהֶיךָ „fürchte deinen G‑tt“.
Raschi
וַעֲשִׂיתֶם֙ אֶת־חֻקֹּתַ֔י וְאֶת־מִשְׁפָּטַ֥י תִּשְׁמְר֖וּ וַעֲשִׂיתֶ֣ם אֹתָ֑ם וִֽישַׁבְתֶּ֥ם עַל־הָאָ֖רֶץ לָבֶֽטַח׃
18
18
Übt Meine Anordnungen aus, und Meine Rechtsvorschriften beachtet und übt sie aus, dann werdet ihr in Sicherheit im Land wohnen.
werdet ihr in Sicherheit im Land wohnen
Denn wegen der Schuld des Schmitta-Jahres musste Israel ins Exil gehen; so steht (Waj. 26:34) אָז תִּרְצֶה הָאָרֶץ אֶת שַׁבְּתֹתֶיהָ „dann wird das Land Befriedigung durch seine Ruhejahre haben“ – וְהִרְצָת אֶת שַׁבְּתֹתֶיהָ, es wird seine Ruhejahre erfüllen. Die 70 Jahre der Verbannung in Bawel entsprachen den 70 Schmitta Jahren, die sie versäumt hatten.
Raschi