וְאִ֗ישׁ כִּֽי־יִמְכֹּ֤ר בֵּית־מוֹשַׁב֙ עִ֣יר חוֹמָ֔ה וְהָיְתָה֙ גְּאֻלָּת֔וֹ עַד־תֹּ֖ם שְׁנַ֣ת מִמְכָּר֑וֹ יָמִ֖ים תִּהְיֶ֥ה גְאֻלָּתֽוֹ׃
29
29
Wenn jemand ein Wohnhaus verkauft in einer ummauerten Stadt, dann dauert sein Einlösungsrecht bis zum Ende des Jahres seines Verkaufes; ein Jahr dauert sein Einlösungsrecht.
Wohnhaus in einer ummauerten Stadt
Ein Haus in einer Stadt, die seit der Zeit von Jehoschua bin Nun [bei Eroberung des Landes Israel] mit einer Mauer umgeben war (עִיר הַמֻּקֶּפֶת חוֹמָה מִימוֹת יְהוֹשֻׁעַ בִּן נוּן).
Raschi
dauert sein Einlösungsrecht
Beim Feld steht, er kann es von zwei Jahren an und weiter jederzeit, wann er will, zurückkaufen, und innerhalb der ersten zwei Jahre kann er es nicht zurückkaufen. Deshalb muss der Vers erklären, dass es hier umgekehrt ist: Wenn er es im ersten Jahr zurückkaufen will, kann er es zurückkaufen und später kann er es nicht mehr zurückkaufen.
Raschi
dauert sein Einlösungsrecht: des Hauses.
Raschi
ein Jahr
יָמִים, wörtl. „Tage“. Die Tage eines vollen Jahres werden יָמִים genannt; ebenso (Ber. 24:55) תֵּשֵׁב הַנַּעֲרָה אִתָּנוּ יָמִים „Lass das Mädchen ein Jahr bei uns bleiben“.
Raschi
וְאִ֣ם לֹֽא־יִגָּאֵ֗ל עַד־מְלֹ֣את לוֹ֮ שָׁנָ֣ה תְמִימָה֒ וְ֠קָם הַבַּ֨יִת אֲשֶׁר־בָּעִ֜יר אֲשֶׁר־לא [ל֣וֹ] חֹמָ֗ה לַצְּמִיתֻ֛ת לַקֹּנֶ֥ה אֹת֖וֹ לְדֹרֹתָ֑יו לֹ֥א יֵצֵ֖א בַּיֹּבֵֽל׃
30
30
Wenn es nicht eingelöst wird bis zum Verlauf eines vollen Jahres, dann bleibt das Haus, das in der Stadt ist, die eine Mauer hat, völlig beim Käufer für seine künftigen Generationen; es geht im Joweljahr nicht aus.
dann bleibt das Haus völlig: es geht aus dem Recht des Verkäufers heraus und befindet sich im Recht des Käufers.
Raschi
die eine Mauer hat
אֲשֶׁר לֹא חֹמָה „die keine Mauer hat“ steht im Vers, wir aber lesen אֲשֶׁר לוֹ חֹמָה „die eine Mauer hat. Unsere Weisen sagen (Erechin 32a), wenn sie auch jetzt keine hat, weil sie aber vorher eine hatte.
Das Wort עִיר ist zwar weiblich, und der Vers hätte לָהּ schreiben müssen. Nur, weil im Text לֹא stehen muss, hat die Überlieferung לוֹ angeordnet, da beide dieselbe Aussprache haben.
Raschi
es geht im Joweljahr nicht aus
Raw Safra sagt, wenn das Jowel innerhalb dieses Jahres beginnen sollte, geht es doch nicht heraus (Erechin 31b).
Raschi
וּבָתֵּ֣י הַחֲצֵרִ֗ים אֲשֶׁ֨ר אֵין־לָהֶ֤ם חֹמָה֙ סָבִ֔יב עַל־שְׂדֵ֥ה הָאָ֖רֶץ יֵחָשֵׁ֑ב גְּאֻלָּה֙ תִּהְיֶה־לּ֔וֹ וּבַיֹּבֵ֖ל יֵצֵֽא׃
31
31
Aber Häuser in Dörfern, die keine Mauer rundum haben, werden zum Feld des Landes gerechnet; Einlösungsrecht gilt dafür und im Joweljahr gehen sie heraus.
Aber Häuser in Dörfern
וּבָתֵּי הַחֲצֵרִים, wie der Targum sagt פַצְחִין, offene Städte ohne Mauern. Das Wort kommt oft im Buch Jehoschua vor, (Jehosch. 13:28 und weiter) הֶעָרִים וְחַצְרֵיהֶם „die Städte und ihre Dörfer“, (Ber. 25:16) בְּחַצְרֵיהֶם וּבְטִירֹתָם „in ihren Dörfern und in ihren Burgen“.
Raschi
werden zu den Feldern des Landes gerechnet
Sie sind gleich den Feldern, die bis zum Jowel zurückgekauft werden können und im Jowel an die früheren Besitzer zurückgehen, wenn sie nicht zurückgekauft worden sind.
Raschi
Einlösungsrecht gilt dafür
גְּאֻלָּה תִּהְיֶה לּוֹ „Einlösungsrecht gilt dafür“: er hat das Rückkaufsrecht – sofort, wenn er will. Und darin hat er hierbei mehr Recht als bei Feldern; denn Felder können erst nach zwei Jahren zurückgekauft werden (Erechin 33a).
Raschi
und im Joweljahr gehen sie heraus: umsonst.
Raschi
וְעָרֵי֙ הַלְוִיִּ֔ם בָּתֵּ֖י עָרֵ֣י אֲחֻזָּתָ֑ם גְּאֻלַּ֥ת עוֹלָ֖ם תִּהְיֶ֥ה לַלְוִיִּֽם׃
32
32
Und was die Städte der Leviim betrifft, die Häuser in den Städten ihres Eigentums, ein ewiges Einlösungsrecht sollen die Leviim haben.
die Städte der Leviim: die 48 Städte, die ihnen gegeben wurden.
Raschi
ewiges Einlösungsrecht: er kann sofort zurückkaufen, sogar vor zwei Jahren. Wenn sie nämlich ein Feld von ihren Feldern, die ihnen in den 2.000 Ellen ringsum die Städte (siehe Bam. 35) gegeben wurden, verkaufen oder wenn sie ein Haus in einer ummauerten Stadt verkaufen, können sie es immer zurückkaufen, und es verfällt nicht am Ende eines Jahres (Erechin 33b).
Raschi
וַאֲשֶׁ֤ר יִגְאַל֙ מִן־הַלְוִיִּ֔ם וְיָצָ֧א מִמְכַּר־בַּ֛יִת וְעִ֥יר אֲחֻזָּת֖וֹ בַּיֹּבֵ֑ל כִּ֣י בָתֵּ֞י עָרֵ֣י הַלְוִיִּ֗ם הִ֚וא אֲחֻזָּתָ֔ם בְּת֖וֹךְ בְּנֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃
33
33
Wenn jemand von den Leviim kauft, so geht das verkaufte Haus oder die Stadt seines Eigentums heraus im Joweljahr; denn die Häuser in den Städten der Leviim sind ihr Erbbesitz unter den Kindern Israel.
Wenn jemand von den Leviim kauft
וַאֲשֶׁר יִגְאַל מִן הַלְוִיִּם „wenn jemand von den Leviim kauft“. Wenn jemand ein Haus oder eine Stadt von ihnen kauft, dann geht das verkaufte Haus oder die Stadt im Jowel heraus und kehrt zum Levi zurück, der es verkauft hat, und verfällt nicht wie andere Häuser in den ummauerten Städten Israels. Das Wort גְאֻלָּה hat hier die Bedeutung von „kaufen“ [und nicht zurückkaufen].
[Eine andere Erklärung behält die Bedeutung von יִגְאַל als „auslösen“, „zurückkaufen“ bei:]
Andere Erklärung: weil steht גְּאֻלַּת עוֹלָם תִּהְיֶה לַלְוִיִּם „ewiges Rückkaufrecht sei den Leviim“, hätte ich meinen können, dieser Vers spreche nur von dem Fall, dass der Käufer ein Israel ist, der in den Leviim-Städten ein Haus gekauft hat. Wenn aber ein Levi von einem Levi gekauft hat, so verfalle es. Darum steht וַאֲשֶׁר יִגְאַל מִן הַלְוִיִּם „wenn einer von den Leviim zurückkauft“. Auch ein Levi, der von einem Levi zurückkauft, kann immer zurückkaufen.
Raschi
so geht das verkaufte Haus heraus
Das ist ein anderes Gebot. Wenn er es nicht zurückgekauft hat, geht es im Joweljahr zurück und verfällt nicht am Ende eines Jahres wie das Haus eines Israel.
Raschi
denn die Häuser in den Städten der Leviim sind ihr Erbbesitz
Sie hatten keinen Besitz an Feldern und Weinbergen, sondern nur Städte zum Wohnen und ihre [umliegenden] Flächen. Darum sind diese für sie anstelle von Feldern und können wie Felder zurückgekauft werden, damit ihr Besitz ihnen nicht genommen werde.
Raschi
וּֽשְׂדֵ֛ה מִגְרַ֥שׁ עָרֵיהֶ֖ם לֹ֣א יִמָּכֵ֑ר כִּֽי־אֲחֻזַּ֥ת עוֹלָ֛ם ה֖וּא לָהֶֽם׃ (ס)
34
34
Ein Feld im Bezirk ihrer Städte kann nicht verkauft werden; denn ein ewiges Eigentum ist es ihnen.
Ein Feld im Bezirk ihrer Städte kann nicht verkauft werden: einen Verkauf durch den Verwalter des Bet haMikdasch. Wenn ein Levi sein Feld für heilig erklärt und nicht auslöst und der Verwalter des Bet haMikdasch es verkauft, dann geht es im Joweljahr nicht an die Kohanim heraus, wie beim Israel steht (Waj. 27:20) וְאִם מָכַר אֶת הַשָּׂדֶה לְאִישׁ אַחֵר לֹא יִגָּאֵל עוֹד „wenn er das Feld einem anderen verkauft, kann es nicht mehr ausgelöst werden“. Aber ein Levi kann immer auslösen.
Raschi
וְכִֽי־יָמ֣וּךְ אָחִ֔יךָ וּמָ֥טָה יָד֖וֹ עִמָּ֑ךְ וְהֶֽחֱזַ֣קְתָּ בּ֔וֹ גֵּ֧ר וְתוֹשָׁ֛ב וָחַ֖י עִמָּֽךְ׃
35
35
Wenn dein Bruder arm wird und seine Hand neben dir wankend wird, dann unterstütze ihn, er sei ein Fremder oder ein Beisasse, dass er lebe neben dir.
unterstütze ihn
Lass ihn nicht sinken und fallen, denn dann wird schwer sein, ihn wieder aufzurichten. Sondern unterstütze ihn, sobald seine Hand sinkt. Womit ist das zu vergleichen? Mit der Last auf einem Esel: solange sie noch auf dem Esel ist, kann einer anfassen und sie oben erhalten. Ist sie aber einmal zur Erde gefallen, können selbst fünf Personen sie nicht aufheben.
Raschi
ein Fremder oder ein Beisasse
Auch wenn er ein Ger Zedek oder ein Ger Toschaw ist. Wer ist ein Ger Toschaw? Derjenige, der es auf sich genommen hat, keinen Götzendienst (עֲבוֹדָה זָרָה) zu üben, aber das Fleisch eines gefallenen Tieres (נְבֵלוֹת) isst.
Raschi
אַל־תִּקַּ֤ח מֵֽאִתּוֹ֙ נֶ֣שֶׁךְ וְתַרְבִּ֔ית וְיָרֵ֖אתָ מֵֽאֱלֹהֶ֑יךָ וְחֵ֥י אָחִ֖יךָ עִמָּֽךְ׃
36
36
Du sollst nicht Zinsen und Mehrung von ihm nehmen, und fürchte deinen G‑tt, dass dein Bruder neben dir lebe.
Zinsen und Mehrung
נֶשֶׁךְ וְתַרְבִּית „Zinsen und Mehrung“: die Weisen erklären es für dasselbe; zwei Verbote übertritt er damit (Bawa Mezia 60b).
Raschi
fürchte deinen G‑tt
Weil die Gedanken des Menschen den Zinsen nachhängen und es schwer ist, sich davon zu trennen, und er sich wegen seines Geldes, das sonst nutzlos für ihn wäre, eine Erlaubnis einräumt, darum muss er sagen „fürchte deinen G‑tt“.
Oder wer von seinem Geld behauptet, es gehöre einem Nichtjuden, um es einem Juden gegen Zinsen zu leihen. Das ist eine Sache, die dem Herzen und der Absicht des Menschen übergeben ist; darum muss die Torah sagen „fürchte deinen G‑tt“ (Bawa Mezia 61b).
Raschi
אֲנִ֗י יְהוָה֙ אֱלֹ֣הֵיכֶ֔ם אֲשֶׁר־הוֹצֵ֥אתִי אֶתְכֶ֖ם מֵאֶ֣רֶץ מִצְרָ֑יִם לָתֵ֤ת לָכֶם֙ אֶת־אֶ֣רֶץ כְּנַ֔עַן לִהְי֥וֹת לָכֶ֖ם לֵאלֹהִֽים׃ (ס)
38
38
Ich bin der Ewige, euer G‑tt, der Ich euch herausgeführt habe aus dem Land Mizraim, um euch zu geben das Land Kna’an, um euer G‑tt zu sein.
der Ich euch herausgeführt habe
Ich habe zwischen einem Erstgeborenen und einem, der kein Erstgeborener war, unterschieden. Ich weiß auch und bestrafe den, der sein Geld einem Juden gegen Zinsen leiht und sagt, es gehöre einem Nichtjuden.
Andere Erklärung: der Ich euch herausgeführt habe aus dem Land Mizraim, damit ihr Meine Gebote auf euch nehmet, auch wenn sie euch schwer fallen.
Raschi
um euch zu geben das Land Kna’an: als Lohn, dass ihr Meine Gebote annehmt.
Raschi
um euer G‑tt zu sein
Denn, wer im Land Israel wohnt, dem bin Ich zum G‑tt. Wer aber das Land verlässt, gleicht einem Götzendiener (Ketubot 110b).
Raschi