דַּבֵּ֞ר אֶל־בְּנֵ֤י יִשְׂרָאֵל֙ וְאָמַרְתָּ֣ אֲלֵהֶ֔ם אִ֕ישׁ כִּ֥י יַפְלִ֖א נֶ֑דֶר בְּעֶרְכְּךָ֥ נְפָשֹׁ֖ת לַֽיהוָֽה׃
2
2
Rede zu den Kindern Israel und sage zu ihnen: Wenn jemand etwas aussondert durch ein Gelübde (Neder), nach der Schätzsumme von Personen dem Ewigen.
aussondert
[Die Wurzel פלא bedeutet oft „Wunder“ oder „Verborgenes“. Das Wort יַפְלִא in diesem Vers hat eine andere Bedeutung:]
כִּי יַפְלִא – יַפְרִישׁ בְּפִיו, mit seinem Mund ausspricht.
Raschi
nach der Schätzsumme von Personen
בְּעֶרְכְּךָ נְפָשֹׁת „nach der Schätzsumme von Personen“: die Schätzsumme seiner Person (עֵרֶךְ נַפְשׁוֹ) zu geben, dass er sagt, die Schätzsumme einer Sache, von der das Leben abhängig ist (עֵרֶךְ דָּבָר שֶׁנַּפְשׁוֹ תְּלוּיָה בּוֹ), ist mein Gelübde.
Raschi
Das schließt den Fall aus, dass jemand sagt „Die Schätzsumme einer Hand, die Schätzsumme eines Fußes ist mein Gelübde“ – das hat keinerlei Gültigkeit, weil die Seele des Menschen nicht abhängig davon ist.
Misrachi
וְהָיָ֤ה עֶרְכְּךָ֙ הַזָּכָ֔ר מִבֶּן֙ עֶשְׂרִ֣ים שָׁנָ֔ה וְעַ֖ד בֶּן־שִׁשִּׁ֣ים שָׁנָ֑ה וְהָיָ֣ה עֶרְכְּךָ֗ חֲמִשִּׁ֛ים שֶׁ֥קֶל כֶּ֖סֶף בְּשֶׁ֥קֶל הַקֹּֽדֶשׁ׃
3
3
So sei die Schätzsumme eines Mannes vom zwanzigsten Lebensjahr bis zum sechzigsten Lebensjahr — so sei die Schätzsumme fünfzig Schekel Silber nach dem Schekel des Heiligtums.
so sei die Schätzsumme
עֵרֶךְ „Schätzsumme“ bedeutet hier nicht Schätzung des [persönlichen] Wertes, sondern, egal ob teuer oder billig, nur entsprechend seinen Jahren ist seine Pflicht die Schätzsumme, die in diesem Abschnitt bestimmt ist.
Und das Wort עֶרְכְּךָ ist zu verstehen als עֵרֶךְ. Warum עֶרְכְּךָ mit zwei כ (Chaf) steht, weiß ich nicht zu erklären.
Raschi
וְאִ֨ם מִבֶּן־חָמֵ֜שׁ שָׁנִ֗ים וְעַד֙ בֶּן־עֶשְׂרִ֣ים שָׁנָ֔ה וְהָיָ֧ה עֶרְכְּךָ֛ הַזָּכָ֖ר עֶשְׂרִ֣ים שְׁקָלִ֑ים וְלַנְּקֵבָ֖ה עֲשֶׂ֥רֶת שְׁקָלִֽים׃
5
5
Und wenn vom fünften Lebensjahr bis zum zwanzigsten Lebensjahr, dann sei die Schätzsumme eines Mannes zwanzig Schekel und für eine Frau zehn Schekel.
Und wenn vom fünften Lebensjahr an
Nicht, dass der das Gelübde Aussprechende ein Kind sein kann, denn die Worte eines Kindes haben keine bindende Wirkung. Sondern, wenn ein Erwachsener gesagt hat, die Schätzsumme dieses Kindes, das fünf Jahre alt ist, ist mein Gelübde.
Raschi
וְ֠אִם מִבֶּן־שִׁשִּׁ֨ים שָׁנָ֤ה וָמַ֙עְלָה֙ אִם־זָכָ֔ר וְהָיָ֣ה עֶרְכְּךָ֔ חֲמִשָּׁ֥ה עָשָׂ֖ר שָׁ֑קֶל וְלַנְּקֵבָ֖ה עֲשָׂרָ֥ה שְׁקָלִֽים׃
7
7
Und wenn vom sechzigsten Lebensjahr und darüber, wenn ein Mann, dann sei die Schätzsumme fünfzehn Schekel und für eine Frau zehn Schekel.
Und wenn vom sechzigsten Lebensjahr
Wenn man die Tage des Alters erreicht, wird die Frau fast dem Mann gleich. Der Mann sinkt, wenn er altert, auf weniger als ein Drittel seiner Schätzsumme, während die Schätzsumme der Frau nur bis zu einem Drittel weniger wird. Wie die Leute sagen: Ein alter Mann im Haus – eine Last im Haus, eine alte Frau im Haus – ein Schatz im Haus (סִימָא בְּבֵיתָא), ein gutes Zeichen (סִימָנָא טָבָא) im Haus. (Erechin 19a)
Raschi
וְאִם־מָ֥ךְ הוּא֙ מֵֽעֶרְכֶּ֔ךָ וְהֶֽעֱמִידוֹ֙ לִפְנֵ֣י הַכֹּהֵ֔ן וְהֶעֱרִ֥יךְ אֹת֖וֹ הַכֹּהֵ֑ן עַל־פִּ֗י אֲשֶׁ֤ר תַּשִּׂיג֙ יַ֣ד הַנֹּדֵ֔ר יַעֲרִיכֶ֖נּוּ הַכֹּהֵֽן׃ (ס)
8
8
Wenn er aber zu arm ist für die Schätzsumme, dann stelle man ihn vor den Kohen und der Kohen schätze ihn; nach Verhältnis dessen, wozu das Vermögen des Neder Aussprechenden ausreicht, schätze ihn der Kohen.
Wenn er zu arm ist
וְאִם מָךְ הוּא „Wenn er zu arm ist“: dass sein Vermögen nicht ausreicht, diese Schätzsumme zu geben.
Raschi
dann stelle man ihn: denjenigen, dessen Schätzsumme versprochen worden ist, vor den Kohen. Und er schätze ihn nach dem Vermögen dessen, der das Gelübde (Neder) ausgesprochen hat.
Raschi
nach Verhältnis dessen, wozu das Vermögen des Neder-Aussprechenden ausreicht
עַל פִּי אֲשֶׁר תַּשִּׂיג „wozu das Vermögen ausreicht“: nach dem, was er besitzt, schätze er ihn ab und lasse ihm, was für seinen Lebensunterhalt nötig ist, ein Bett mit Polster, und Handwerksgerät. Wenn er Lasten transportiert, lasse er ihm seinen Esel (Erechin 23b).
Raschi
וְאִם־בְּהֵמָ֔ה אֲשֶׁ֨ר יַקְרִ֧יבוּ מִמֶּ֛נָּה קָרְבָּ֖ן לַֽיהוָ֑ה כֹּל֩ אֲשֶׁ֨ר יִתֵּ֥ן מִמֶּ֛נּוּ לַיהוָ֖ה יִֽהְיֶה־קֹּֽדֶשׁ׃
9
9
Und wenn es ein Vieh ist, von dem man darbringen kann ein Opfer dem Ewigen: alles, was er dem Ewigen davon gibt, soll heilig sein.
alles, was er … davon gibt
Wenn er sagt, der Fuß dieses Tieres sei zum Olah (Ganzopfer), so gelten seine Worte. Das Tier wird zum Zweck eines Olah verkauft, und der Erlös dafür ist unheilig außer dem Erlös für jenen Körperteil.
Raschi
לֹ֣א יַחֲלִיפֶ֗נּוּ וְלֹֽא־יָמִ֥יר אֹת֛וֹ ט֥וֹב בְּרָ֖ע אוֹ־רַ֣ע בְּט֑וֹב וְאִם־הָמֵ֨ר יָמִ֤יר בְּהֵמָה֙ בִּבְהֵמָ֔ה וְהָֽיָה־ה֥וּא וּתְמוּרָת֖וֹ יִֽהְיֶה־קֹּֽדֶשׁ׃
10
10
Er darf es nicht verwechseln und darf es nicht vertauschen, ein Gutes um ein Schlechtes, oder ein Schlechtes um ein Gutes; wenn er aber vertauscht ein Vieh um ein anderes Vieh, dann soll es und das dafür Eingetauschte heilig sein.
ein Gutes um ein Schlechtes: ein fehlerloses Tier für eines mit einem Körperfehler,
oder ein schlechts für ein gutes, und umso weniger ein gutes für ein gutes oder ein schlechtes für ein schlechtes (Bechorot 14b).
Raschi
וְאִם֙ כָּל־בְּהֵמָ֣ה טְמֵאָ֔ה אֲ֠שֶׁר לֹא־יַקְרִ֧יבוּ מִמֶּ֛נָּה קָרְבָּ֖ן לַֽיהוָ֑ה וְהֶֽעֱמִ֥יד אֶת־הַבְּהֵמָ֖ה לִפְנֵ֥י הַכֹּהֵֽן׃
11
11
Und wenn es irgendein unreines Tier ist, von dem man nicht darbringen kann als Opfer dem Ewigen, dann stelle man das Vieh vor den Kohen.
irgendein unreines Tier: der Vers spricht von einem Tier mit einem Körperfehler, das zur Darbringung als Opfer unrein ist. Und der Vers lehrt dich, dass fehlerlose Heilige Opfer (קָדָשִׁים) durch Auslösung nicht unheilig werden können, außer wenn sie einen Körperfehler bekommen haben (Menachot 101a).
Raschi
וְהֶעֱרִ֤יךְ הַכֹּהֵן֙ אֹתָ֔הּ בֵּ֥ין ט֖וֹב וּבֵ֣ין רָ֑ע כְּעֶרְכְּךָ֥ הַכֹּהֵ֖ן כֵּ֥ן יִהְיֶֽה׃
12
12
Und der Kohen schätze es, es sei gut oder schlecht, laut der Schätzung des Kohen, so sei es.
laut der Schätzung des Kohen, so sei es: für jeden anderen Menschen, der es von Geweihtem für das Heiligtum (הֶקְדֵּשׁ) kaufen will.
Raschi
וְאִם־גָּאֹ֖ל יִגְאָלֶ֑נָּה וְיָסַ֥ף חֲמִישִׁת֖וֹ עַל־עֶרְכֶּֽךָ׃
13
13
Und wenn er es auslösen will, dann lege er zur Schätzung ein Fünftel hinzu.
Und wenn er es auslösen will
Den Eigentümern hat die Torah erschwerend auferlegt, ein Fünftel hinzuzufügen. Ebenso, wenn einer ein Haus für heilig erklärt. Ebenso, wenn einer ein Feld für heilig erklärt. Ebenso fügen die Eigentümer bei der Auslösung des Ma∙asser Scheni ein Fünftel hinzu; nicht aber andere Menschen [die es zu seinem exakten Werk auslösen].
Raschi
וְאִ֗ישׁ כִּֽי־יַקְדִּ֨שׁ אֶת־בֵּית֥וֹ קֹ֙דֶשׁ֙ לַֽיהוָ֔ה וְהֶעֱרִיכוֹ֙ הַכֹּהֵ֔ן בֵּ֥ין ט֖וֹב וּבֵ֣ין רָ֑ע כַּאֲשֶׁ֨ר יַעֲרִ֥יךְ אֹת֛וֹ הַכֹּהֵ֖ן כֵּ֥ן יָקֽוּם׃
14
14
Und wenn jemand sein Haus heiligt als heilig dem Ewigen, dann schätze es der Kohen, es sei gut oder schlecht, so wie es der Kohen schätzt, so soll es bleiben.
וְאִ֨ם־הַמַּקְדִּ֔ישׁ יִגְאַ֖ל אֶת־בֵּית֑וֹ וְ֠יָסַף חֲמִישִׁ֧ית כֶּֽסֶף־עֶרְכְּךָ֛ עָלָ֖יו וְהָ֥יָה לֽוֹ׃
15
15
Und wenn derjenige, der diese Heiligung ausspricht, sein Haus auslösen will, dann lege er ein Fünftel des Geldes der Schätzung hinzu, dann ist es seines.