Der tägliche Chumasch-Abschnitt

4. Siwan 5786

Mittwoch, 20. Mai 2026

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Nasso

4. Alija

(Bamidbar 5:11 – 6:27)

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וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃
11
11
Und der Ewige sagte zu Mosche, wie folgt:
דַּבֵּר אֶל־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וְאָמַרְתָּ אֲלֵהֶם אִ֥ישׁ אִ֥ישׁ כִּֽי־תִשְׂטֶה אִשְׁתּוֹ וּמָעֲלָה ב֖וֹ מָֽעַל׃
12
12
Sprich zu den Kindern Israel und sage ihnen:<br>Wenn die Frau eines Mannes auf Abwege gerät<br>und ihm untreu wird:
Wenn die Frau eines Mannes auf Abwege gerät
Was steht vor diesem Abschnitt? „וְאִישׁ אֶת קֳדָשָׁיו לוֹ יִהְיוּ Und die Heiligen Dinge jedes Menschen gehören dem Kohen“. Wenn du die Abgaben des Kohen zurückhältst, חַיֶּיךָ bei deinem Leben! wirst du zu ihm gehen müssen, um die untreue Frau zu ihm zu bringen (Berachot 63a).
Raschi
eines Mannes
Im Vers steht אִישׁ אִישׁ. Das zweimalige „אִישׁ Mann“ lehrt dich, dass sie eine doppelte Untreue begangen hat, gegen G‑tt, der genannt wird אִישׁ מִלְחָמָה „Mann des Krieges“ im Himmel und gegen ihren Mann auf Erden.
Raschi
auf Abwege gerät
Unsere Lehrer haben gelehrt, die Ehebrecher begehen nur dann die Sünde, wenn ein Geist der Dummheit in sie gekommen ist; so steht bei ihr תִּשְׂטֶה von שֹׁטֶה „dumm handelt“; und beim Mann steht (Mischle 6:32) נֹאֵף אִשָּׁה חֲסַר לֵב „Wer Ehebruch treibt mit einer Frau, dem fehlt der Verstand“. (Tanchuma, Abschn. 5, siehe Sota 3a)
Der einfache Sinn des Verses ist: כִּי תִשְׂטֶה „wenn sie auf Abwege gerät“, wenn sie vom Weg der Sittsamkeit (צְנִיעוּת) abkommt und in seinen Augen verdächtig wird; wie im Vers [über den Pfad der Bösen] „שְׂטֵה מֵעָלָיו וַעֲבֹר biege davon ab und geh vorüber“ (Mischle 4:15), [und im Vers, der von einer Hure spricht] „אַל יֵשְׂטְ אֶל דְּרָכֶיהָ לִבֶּךָ zu ihren Wegen biege dein Herz nicht ab“ (Mischle 7:25).
Raschi
und ihm untreu wird
„וּמָעֲלָה בוֹ מָעַל [wenn die Frau] ihm untreu wird“. Und worin besteht die Untreue? „וְשָׁכַב אִישׁ אֹתָהּ Ein Mann ist bei ihr gelegen“ (nächster Vers).
Raschi
Massechet Sota
Es ist Brauch während der Sefira-Zeit, den Talmudtraktat Sota zu lernen. Am zweiten Seder-Abend beginnt man mit Daf 2, und so jeden Tag ein Daf, bis man am Ende der Sefira-Zeit alle 49 Daf und die gesamte Gemara Sota gelernt hat.
HaJom Jom, 7. Ijar
(הטקסט של פסוק יג נמצא בעמוד הקודם)
13
13
(Der Text von Vers 13 befindet sich auf der vorherigen Seite.)
Ein Mann ist bei ihr gelegen zum Geschlechtsakt
„Ein Mann“: das schließt ein Kind aus und einen solchen, der kein Mann ist (Sota 24a).
Raschi
bei ihr gelegen zum Geschlechtsakt
Ihr Beischlaf macht sie verboten, aber nicht der Beischlaf ihrer Schwester (Jewamot 95a).
(Bei zwei Schwestern, die einander glichen, kam vor … wie im Midrasch Tanchuma beschrieben ist.)
Raschi
nicht der Beischlaf ihrer Schwester: Obwohl es eine schwere Sünde ist, wenn ein Mann intim mit der Schwester seiner Ehefrau ist, bleibt die Ehefrau nach dieser Sünde für ihn halachisch erlaubt. Eine Frau wird für ihren Ehemann nur durch ihr eigenes Verschulden verboten, nicht durch das sündhafte Handeln einer anderen Person.
wie im Midrasch Tanchuma beschrieben ist** Es waren zwei Schwestern, die sich sehr ähnlich sahen. Eine der Schwestern stand bei ihrem Ehemann im Verdacht der Untreue (was auch der Wahrheit entsprach). Er wollte sie daraufhin in das Bet haMikdasch führen, damit sie vom Wasser der Sota trinke. Die schuldige Schwester fürchtete diese Prüfung und die andere Schwester bot an, an ihrer Stelle zu gehen und sich der Prüfung zu unterziehen. Die Prüfung erwies ihre Unschuld; als die Schwestern einander danach trafen und küssten, enthielt der Atem derjenigen, die das Sota-Wasser getrunken hatte, noch einen Hauch von diesem. Da atmete die schuldige Schwester den Hauch ein und verstarb.
Tanchuma, Abschn. 6; Bamidbar Raba 9:9
es blieb ihrem Mann verheimlicht
וְנֶעְלַם מֵעֵינֵי אִישָׁהּ, wörtl. es war den Augen ihres Mannes verborgen: das schließt den Blinden aus.
Wenn aber der Mann sah und er es verheimlicht [obwohl er vom Geschehenen weiß], prüft sie das Wasser nicht.
Raschi
sie hatte sich verborgen: genug Zeit, die zur Unreinheit des Geschlechtsverkehrs reicht (Sota 4a).
Raschi
es ist aber kein Zeuge gegen sie da
Wenn auch nur ein einziger Zeuge gegen sie da war, der aussagte, sie sei unrein geworden, trank sie nicht (Sota 31a).
Raschi
es ist aber kein Zeuge gegen sie da: für die Unreinheit; aber es sind Zeugen da, dass sie sich verbarg (Sota 2b).
Raschi
auch ist ihr nicht Gewalt geschehen
נִתְפָּשָׂה, wörtl. ergreifen, bedeutet vergewaltigen; wie (Dew. 22:28) וּתְפָשָׂהּ וְשָׁכַב עִמָּהּ „ergreift sie und schläft mit ihr“.
Raschi
וְעָבַ֨ר עָלָ֧יו רוּחַ־קִנְאָ֛ה וְקִנֵּ֥א אֶת־אִשְׁתּ֖וֹ וְהִ֣יא נִטְמָ֑אָה אוֹ־עָבַ֨ר עָלָ֤יו רוּחַ־קִנְאָה֙ וְקִנֵּ֣א אֶת־אִשְׁתּ֔וֹ וְהִ֖יא לֹ֥א נִטְמָֽאָה׃
14
14
und es ist über ihn ein Geist der Eifersucht gekommen, er wird wegen seiner Frau eifersüchtig, und sie ist unrein geworden; oder es ist über ihn ein Geist der Eifersucht gekommen, er wird wegen seiner Frau eifersüchtig und sie ist nicht unrein geworden,
es ist über ihn gekommen: bevor sie sich verbarg.
Raschi
ein Geist der Eifersucht und er wird eifersüchtig
רוּחַ קִנְאָה וְקִנֵּא „ein Geist der Eifersucht und er wird eifersüchtig“: Unsere Lehrer erklären den Begriff קִנְאָה als Mahnung (Sota 3a). Er warnte sie: „Suche keine heimliche Zusammenkunft mit dem und dem Mann“ (Sota 5b).
Raschi
und sie ist unrein geworden, oder es ist über ihn ein Geist der Eifersucht gekommen
Das heißt, er hat sie gewarnt, und sie hat seine Warnung übertreten. Es ist aber nicht bekannt, ob sie unrein geworden ist oder nicht.
Raschi
ein Geist der Eifersucht
רוּחַ קִנְאָה „ein Geist der Eifersucht“. In der Schule R. Ischmaels wurde gelehrt: Ein Mensch verwarnt seine Frau nur dann, wenn ein Geist [von oben] in ihn gedrungen ist. Welcher Art ist dieser Geist? Die Rabbanan erklären, ein Geist der Unreinheit. Raw Aschi erklärt, ein Geist der Reinheit. (Sota 3a).
er wird wegen seiner Frau eifersüchtig
וְקִנֵּא אֶת אִשְׁתּוֹ „er wird wegen seiner Frau eifersüchtig“. Resch Lakisch sagt: Was heißt Kinui, die Warnung? Ein Vorgang, der Hass (Kina) auslöst zwischen ihr und anderen. Da die Menschen nicht wissen, dass er sie verwarnt hat, so sagen sie: Was hat diese, dass sie sich von uns absondert? Deshalb beginnen sie Hass gegen sie zu hegen. Rabbi Jemar ben Schelmja erklärt im Namen Abajes: Ein Vorgang, der zwischen ihm und ihr Hass stiftet. Rabbi Nachman ben Jizchak erwidert: Kinui ist nichts weiter als ein Ausdruck der Verwarnung, wie es heißt (Joel 2:18) וַיְקַנֵּא ה׳ לְאַרְצוֹ „der Ewige warnt bezüglich Seines Landes [mit der Plage der Heuschrecken]“.
Sota 2b–3a
וְהֵבִיא הָאִישׁ אֶת־אִשְׁתּוֹ אֶל־הַכֹּהֵן וְהֵבִיא אֶת־קָרְבָּנָהּ עָלֶיהָ עֲשִׂירִת הָאֵיפָה קֶמַח שְׂעֹרִים לֹא־יִצֹק עָלָיו שֶׁמֶן וְלֹא־יִתֵּן עָלָיו לְבֹנָה כִּי־מִנְחַת קְנָאֹת הוּא מִנְחַת זִכָּרוֹן מַזְכֶּרֶת עָוֹן׃
15
15
*dann bringe der Mann seine Frau zum Kohen und bringe für sie ein Zehntel Efa Gerstenmehl als Opfer; er gieße kein Öl darauf, er gebe keinen Weihrauch darauf; denn es ist ein Mehlopfer der Eifersucht, ein Mehlopfer der Erinnerung, das die Schuld in Erinnerung bringt.*
Gerstenmehl
קֶמַח „Mehl“: gewöhnliches Mehl,
und nicht feines Mehl (סֹלֶת). Aus Gerste – und nicht aus Weizen; weil sie die Handlung eines Tieres begangen hat, soll auch ihr Opfer vom Tierfutter sein (Sota 14a).
Er gieße kein Öl darauf: damit ihr Opfer nicht geschmückt sei; denn das Öl wird „Licht“ genannt, und sie hat im Dunkeln gehandelt.
Raschi
und lege keinen Weihrauch darauf
Denn die Mütter des Volkes Israel werden לְבוֹנָה „Weihrauch“ genannt; so heißt es (Schir 4:6) אֶל גִּבְעַת הַלְּבוֹנָה
„zum Hügel des Weihrauchs“; und sie hat sich von deren Wegen entfernt.
Raschi
denn es ist ein Mehlopfer der Eifersucht
[Das Wort הוּא bezieht sich nicht auf das Wort מִנְחָה, sondern] auf das zuvor im Vers erwähnte Wort קֶמַח [„Mehl“, aus dem das Mehlopfer besteht]. Das Wort קֶמַח ist männlich.
Raschi
Mehlopfer der Eifersucht
קְנָאֹת im Plural „Eifersuchten“; es erweckt doppelten Eifer gegen sie, den Eifer des Ewigen und den Eifer des Mannes.
Raschi
וְהִקְרִיב אֹתָהּ הַכֹּהֵן וְהֶעֱמִדָהּ לִפְנֵי יְהוָה׃
16
16
Und der Kohen lasse sie hintreten und stelle sie vor den Ewigen.
וְלָקַח הַכֹּהֵן מַיִם קְדֹשִׁים בִּכְלִי־חָרֶשׂ וּמִן־הֶעָפָר אֲשֶׁר יִהְיֶה בְּקַרְקַע הַמִּשְׁכָּן יִקַּח הַכֹּהֵן וְנָתַן אֶל־הַמָּיִם׃
17
17
Und der Kohen hole geheiligtes Wasser in einem Tongefäß; und von dem Staub auf dem Boden des Mischkan nehme der Kohen und gebe es in das Wasser.
geheiligtes Wasser
מַיִם קְדֹשִׁים, wörtl. heiliges Wasser: das im Becken (כִּיּוֹר) geheiligt wurde. Weil dieses Becken aus dem Kupfer der Spiegel gemacht wurde (siehe Schem. 38:8), und sie sich von deren Wegen getrennt hat. Jene Frauen schlossen sich in Mizraim unter den Apfelbäumen nur ihren Männern an, diese aber sündigte mit einem anderen. Darum soll sie durch [Wasser aus diesem Becken] geprüft werden.
Raschi
in einem Tongefäß
Weil sie dem Ehebrecher guten Wein in schönen Bechern zu trinken gab, darum soll sie das bittere Wasser aus einer verachteten Ton-Schale trinken (Sota 9a).
Raschi
von dem Staub auf dem Boden des Mischkan
Im Jerusalemer Talmud (Sota 2:2) steht: Warum Wasser, Staub und Schriftrolle [mit dem Namen G‑ttes] für die Sota? Wasser: von dort kommt sie her. Staub: dort geht sie hin. Und die Schriftrolle, weil sie in der Künftigen Welt noch Rechenschaft abzulegen hat diesbezüglich.
Baal haTurim
וְהֶעֱמִ֨יד הַכֹּהֵ֥ן אֶת־הָאִשָּׁה֮ לִפְנֵ֣י יְהוָה֒ וּפָרַע֙ אֶת־רֹ֣אשׁ הָֽאִשָּׁ֔ה וְנָתַ֣ן עַל־כַּפֶּ֗יהָ אֵ֚ת מִנְחַ֣ת הַזִּכָּר֔וֹן מִנְחַ֥ת קְנָאֹ֖ת הִ֑וא וּבְיַ֤ד הַכֹּהֵן יִהְי֔וּ מֵ֥י הַמָּרִ֖ים הַמְאָרְרִֽים׃
18
18
Und der Kohen stelle die Frau vor den Ewigen, löse der Frau die Haare und gebe ihr das Mehlopfer der Erinnerung in die Hand, das Mehlopfer der Eifersucht; in der Hand des Kohen aber sei das Wasser der Bitternis, das fluchbringende.
Und der Kohen stelle
Es steht doch bereits (Vers 16) וְהֶעֱמִדָהּ לִפְנֵי ה׳ „er stelle sie vor den Ewigen hin“? Nur, man ließ sie von einem Ort zum andern gehen, um sie zu ermüden, dass ihr Geist verwirrt werde und sie gestehe (Sota 8a).
vor den Ewigen
ans Nikanor-Tor, das ist das Osttor des Vorhofes. Der Weg, durch den alle hineingehen.
Raschi
löse der Frau die Haare
Er löst die geflochtenen Haarpartien auf, um sie zu beschämen. Von hier geht hervor, dass es für die [verheirateten] Frauen Israels eine Schande ist, das Haar zu entblößen.
Raschi
und gebe ihr … in die Hand
um sie zu ermüden. Vielleicht wird ihr Sinn dadurch verwirrt und sie gesteht, damit nicht der Name des Ewigen im Wasser ausgelöscht werde (Sota 14a).
Raschi
das Wasser der Bitternis
„מֵי הַמָּרִים das Wasser der Bitternis“, wegen seiner Folgen, es ist bitter für sie,
das fluchbringende: הַמְאָרְרִים, das Wasser, das sie aus der Welt verschwinden lässt, wie (Jech. 28:24) סִלּוֹן מַמְאִיר „ein einfressender Stachel“. Es wäre aber nicht richtig, mit „verfluchtem Wasser“ (מַיִם אֲרוּרִים) zu übersetzen. Denn es ist geheiligtes Wasser, und der Vers schreibt nicht אֲרוּרִים, sondern „מְאָרְרִים für andere fluchbringend“.
Auch Onkelos übersetzt nicht mit „לִיטַיָּא verflucht“, sondern מְלַטְטַיָּא „fluchbringend“, es lässt den Fluch am Körper dieser Frau erscheinen.
Raschi
וְהִשְׁבִּיעַ אֹתָהּ הַכֹּהֵן וְאָמַר אֶל־הָאִשָּׁה אִם־לֹא שָׁכַב אִישׁ אֹתָךְ וְאִם־לֹא שָׂטִית טֻמְאָה תַּחַת אִישֵׁךְ הִנָּקִי מִמֵּי הַמָּרִים הַמְאָרֲרִים הָאֵלֶּה׃
19
19
Und der Kohen lasse sie schwören und sage zur Frau: Wenn niemand bei dir gelegen ist, und wenn du keinen Fehltritt begangen hast, nicht unrein geworden bist, seit du deinem Mann angehörst, dann bleibe unversehrt durch dieses Wasser der Bitternis, das fluchbringende.
lasse sie schwören
Und was ist der Inhalt des Schwures? אִם לֹא שָׁכַב הִנָּקִי
**„Wenn niemand bei dir gelegen ist, dann bleibe

unversehrt“** (הִנָּקִי). Wenn aber jemand bei dir gelegen ist, sollst

du erwürgt werden (חִנָּקִי). Denn aus dem Nein kannst du das Ja

entnehmen. Nur ist es eine Vorschrift, bei einem Prozess über

ein Menschenleben zuerst mit der Freisprechung zu beginnen (Sanh. 33a).
Raschi
unversehrt: gesund und unverletzt.
וְאַתְּ כִּי שָׂטִית תַּחַת אִישֵׁךְ וְכִי נִטְמֵאת וַיִּתֵּן אִישׁ בָּךְ אֶת־שְׁכָבְתּוֹ מִבַּלְעֲדֵי אִישֵׁךְ׃
20
20
Wenn du aber einen Fehltritt begangen hast hinter deinem Mann und unrein geworden bist, wenn jemand sich zu dir gelegt hat außer deinem Mann,
Wenn du einen Fehltritt begangen hast
Das Wort כִּי hat hier die Bedeutung von אִם „wenn“.
Raschi
וְהִשְׁבִּיעַ הַכֹּהֵן אֶת־הָאִשָּׁה בִּשְׁבֻעַת הָאָלָה וְאָמַר הַכֹּהֵן לָאִשָּׁה יִתֵּן יְהוָה אוֹתָךְ לְאָלָה וְלִשְׁבֻעָה בְּתוֹךְ עַמֵּךְ בְּתֵת יְהוָה אֶת־יְרֵכֵךְ נֹפֶלֶת וְאֶת־בִּטְנֵךְ צָבָה׃
21
21
dann lasse der Kohen die Frau einen Schwur des Fluches schwören und sage zur Frau: Der Ewige mache dich zum Fluchwort und zum Schwur bei deinem Volk, indem der Ewige deine Hüfte einfallen und deinen Bauch anschwellen lässt.
einen Schwur des Fluches schwören
בִּשְׁבֻעַת הָאָלָה „Schwur des Fluches“.
Raschi
Der Ewige mache dich zum Fluchwort: dass alle mit dir verwünschen und sagen: „Es komme über dich, wie über jene gekommen ist“.
Und zum Schwur: dass alle mit dir schwören und sagen: „Es stoße mir nicht zu, wie jener zugestoßen ist“. So sagt auch der Vers (Jesch. 65:15) וְהִנַּחְתֶּם שִׁמְכֶם לִשְׁבוּעָה לִבְחִירָי „ihr macht euren Namen zum Schwur für Meine Erwählten“, die Frommen schwören bei der Strafe der Bösen. Und ebenso beim Segen (Ber. 12:3) וְנִבְרְכוּ בְךָ „mit dir werden sich segnen“; (Ber. 48:20) בְּךָ יְבָרֵךְ יִשְׂרָאֵל לֵאמֹר „mit dir segnet Israel, sagend …“
Raschi
deine Hüfte
Bei der Verwünschung nennt der Vers die Hüfte vor dem Körper, weil damit die Sünde ihren Anfang nahm (Sota 9b).
Raschi
anschwellen lässt
צָבָה, wie der Targum sagt „נְפוּחָה angeschwollen“.
Raschi
וּבָ֨אוּ הַמַּ֜יִם הַמְאָרְרִ֤ים הָאֵ֙לֶּה֙ בְּמֵעַ֔יִךְ לַצְבּ֥וֹת בֶּ֖טֶן וְלַנְפִּ֥ל יָרֵ֑ךְ וְאָמְרָ֥ה הָאִשָּׁ֖ה אָמֵ֥ן׀ אָמֵֽן׃
22
22
Kommen soll dieses fluchbringende Wasser in deinen Magen, um des Ehebrechers Bauch anschwellen und Hüfte einfallen zu lassen, und die Frau sage: Amen, Amen!
um den Bauch anschwellen zu lassen
לַצְבּוֹת בֶּטֶן ist so wie לְהַצְבּוֹת בֶּטֶן, das ist die Bedeutung des Patach, mit dem der Buchstabe Lamed punktiert ist. Ebenso (Schem. 13:21) לַנְחֹתָם הַדֶּרֶךְ „sie den Weg zu führen“; (Dew. 1:33) „לַרְאוֹתְכֶם בַּדֶּרֶךְ אֲשֶׁר תֵּלְכוּ בָהּ euch den Weg zu zeigen, den ihr gehen sollt“. Ebenso, לַנְפִּל יָרֵךְ „die Hüfte einfallen zu machen“ ist so wie לְהַנְפִּיל יָרֵךְ, das Wasser macht den Bauch anschwellen und die Hüfte einfallen.
Raschi
den Bauch anschwellen und die Hüfte einfallen zu lassen
den Bauch und die Hüfte des Ehebrechers, oder vielleicht nur der Ehebrecherin? Wenn der Vers zuvor aber sagt „indem der Ewige deine Hüfte einfallen und deinen Bauch anschwellen lässt“, so sind die der Ehebrecherin damit ausgesprochen (Sota 28a).
den Bauch und die Hüfte des Ehebrechers: Der Kohen teilt der Frau mit, dass im Falle eines Ehebruchs nicht nur ihr Bauch anschwellen und ihre Hüfte einfallen werde, sondern dass dies auch mit dem Mann geschieht, mit dem sie gesündigt hat.
Amen, Amen!
ist die Annahme des Schwures; Amen auf die Verwünschung, Amen auf den Schwur; Amen, ob bei diesem Mann, Amen, ob bei einem anderen Mann; Amen, dass ich nicht untreu war, sei es als Angetraute (אֲרוּסָה) oder als Verheiratete (נְשׂוּאָה) oder als Witwe eines kinderlosen Mannes, die auf die Schwagerehe wartet (שׁוֹמֶרֶת יָבָם) oder mit der die Schwagerehe vollzogen war (כְּנוּסָה). (Sota 18a)
Raschi
וְ֠כָתַב אֶת־הָאָלֹ֥ת הָאֵ֛לֶּה הַכֹּהֵ֖ן בַּסֵּ֑פֶר וּמָחָ֖ה אֶל־מֵ֥י הַמָּרִֽים׃
23
23
Und diese Fluchworte schreibe der Kohen auf eine Rolle und lösche sie im Wasser der Bitternis aus.
וְהִשְׁקָה אֶת־הָאִשָּׁה אֶת־מֵי הַמָּרִים הַמְאָרְרִים וּבָאוּ בָהּ הַמַּיִם הַמְאָרְרִים לְמָרִים׃
24
24
Er gebe der Frau zu trinken das Wasser der Bitternis, das fluchbringende, dass in sie das fluchbringende Wasser komme zur Bitternis.
Er gebe der Frau zu trinken
Das ist nicht die Reihenfolge der Handlungen. Denn zuerst bringt er ihr Mehlopfer dar. Nur sagt dir der Vers voraus, dass wenn er ihr zu trinken gibt, es zur Bitterkeit in sie kommen wird.¨
Da nur „Bauch“ und „Hüfte“ steht, woher weiß ich auch den ganzen übrigen Körper? Darum steht וּבָאוּ בָהּ „und es komme in sie“, in den ganzen Körper. Was lehrt somit „Bauch“ und „Hüfte“? Weil damit die Sünde ihren Anfang nahm, beginnt bei ihnen auch die Strafe.
Raschi
zur Bitternis
um schlecht und bitter für sie zu sein.
Raschi
וְלָקַ֨ח הַכֹּהֵ֜ן מִיַּ֣ד הָאִשָּׁ֗ה אֵ֚ת מִנְחַ֣ת הַקְּנָאֹ֔ת וְהֵנִ֤יף אֶת־הַמִּנְחָה֙ לִפְנֵ֣י יְהוָ֔ה וְהִקְרִ֥יב אֹתָ֖הּ אֶל־הַמִּזְבֵּֽחַ׃
25
25
Der Kohen nehme der Frau das Mehlopfer der Eifersucht aus der Hand, mache mit dem Mehlopfer eine Schwingung vor dem Ewigen und bringe es zum Altar.
mache eine Schwingung: führe hin und her, nach oben und abwärts; und auch sie schwingt mit ihm zusammen; denn ihre Hand befindet sich über der Hand des Kohen (Sota 19a).
Raschi
und bringe: das ist das Hinbringen an die Südwestecke des Altares, bevor die Handvoll (קְמִיצָה) herausgenommen wird, wie bei den übrigen Mehlopfern (Sota 14b).
וְקָמַ֨ץ הַכֹּהֵ֤ן מִן־הַמִּנְחָה֙ אֶת־אַזְכָּרָתָ֔הּ וְהִקְטִ֖יר הַמִּזְבֵּ֑חָה וְאַחַ֛ר יַשְׁקֶ֥ה אֶת־הָאִשָּׁ֖ה אֶת־הַמָּֽיִם׃
26
26
Der Kohen nehme eine Handvoll von dem Mehlopfer als Gedenkteil und lasse es auf dem Altar verdampfen; dann gebe er der Frau das Wasser zu trinken.
Gedenkteil: das ist die Handvoll (קֹמֶץ), durch deren Verdampfung das Mehlopfer zum Gedenken auf den Altar kommt.
וְהִשְׁקָ֧הּ אֶת־הַמַּ֗יִם וְהָיְתָ֣ה אִם־נִטְמְאָה֮ וַתִּמְעֹ֣ל מַ֣עַל בְּאִישָׁהּ וּבָ֨אוּ בָ֜הּ הַמַּ֤יִם הַמְאָרְרִים֙ לְמָרִ֔ים וְצָבְתָ֣ה בִטְנָהּ וְנָפְלָ֖ה יְרֵכָ֑הּ וְהָיְתָ֧ה הָאִשָּׁ֛ה לְאָלָ֖ה בְּקֶ֥רֶב עַמָּֽהּ׃
27
27
Er gebe ihr das Wasser zu trinken, und es wird geschehen, wenn sie unrein geworden ist, wenn sie ihrem Mann untreu geworden ist, dann wird das fluchbringende Wasser in sie kommen zur Bitternis, ihr Bauch wird anschwellen und ihre Hüfte einfallen, und die Frau wird zum Fluchwort bei ihrem Volk werden.
Er gebe ihr das Wasser zu trinken
das fügt hinzu, dass wenn sie sagt, ich trinke nicht, nachdem die Schriftrolle [mit dem Namen G‑ttes] ausgelöscht ist, man sie zwingt und ihr das Wasser gegen ihren Willen zu trinken gibt. Außer wenn sie sagt, ich bin unrein (Sota 20a).
Raschi
ihr Bauch wird anschwellen: obwohl der Vers (21) bei der Verwünschung die Hüfte zuerst erwähnt hat; das Wasser aber prüft nur so, wie es in sie eindringt (Sota 9b).
und die Frau wird zum Fluchwort werden: wie ich zuvor erklärt habe (Vers 21), dass alle mit ihr verwünschen.
bei ihrem Volk
בְּקֶרֶב ﬠַמָּהּ „in der Mitte ihres Volkes“: es ist ein Unterschied zwischen einem Menschen, der an einem Ort, wo er bekannt ist, entwürdigt wird, und einem Menschen, der an einem Ort, wo er nicht bekannt ist, entwürdigt wird.
Der Vers lehrt, dass sie selbst bei „ihrem Volk“, den Menschen, denen sie wohlbekannt ist, zum Fluch wird, was eine schreckliche Erniedrigung bedeutet.
Sifre, Abschn. 14
וְאִם־לֹ֤א נִטְמְאָה֙ הָֽאִשָּׁ֔ה וּטְהֹרָ֖ה הִ֑וא וְנִקְּתָ֖ה וְנִזְרְעָ֥ה זָֽרַע׃
28
28
Ist die Frau nicht unrein geworden und rein geblieben, dann bleibt sie unverletzt und wird fruchtbar werden.
Ist die Frau nicht unrein geworden: als sie sich jetzt verborgen hatte.
Und rein geblieben: auch bei anderer Gelegenheit.
Die doppelte Aussage „Ist die Frau nicht unrein geworden und rein geblieben“ scheint überflüssig. „Nicht unrein geworden“ bezieht sich auf das Verbergen, davor ihr Mann sie gewarnt hat. „Und sie rein geblieben“ bezieht sich auf jede andere Handlung der Untreue, die sie außerhalb der Ehe begangen haben mag. Wie Raschi zu Vers 22 erklärt, muss die Frau bei dem Schwur, den der Kohen ihr abnimmt, nicht nur schwören, dass sie unschuldig an einem Ehebruch mit diesem Mann ist, sondern auch, dass sie mit keinem anderen Mann gesündigt hat. Das Wasser prüft sie hinsichtlich aller Bestandteile des Schwures, auch in einem Fall, wo sie mit einem Mann untreu war, den ihr Ehemann nicht verdächtigt.
Beer Jizchak
dann bleibt sie unverletzt
vom fluchbringenden Wasser; und nicht nur das, sondern sie wird fruchtbar werden: wenn sie bis jetzt mit Schmerzen geboren hat, wird sie leicht gebären; wenn sie dunkle Kinder geboren hat, wird sie helle gebären (Sota 26a).
Raschi
זֹ֥את תּוֹרַ֖ת הַקְּנָאֹ֑ת אֲשֶׁ֨ר תִּשְׂטֶ֥ה אִשָּׁ֛ה תַּ֥חַת אִישָׁ֖הּ וְנִטְמָֽאָה׃
29
29
Das sind die Vorschriften über die Eifersucht, wenn eine Frau auf Abwege geraten ist, während sie ihrem Mann angehört, und unrein wird,
א֣וֹ אִ֗ישׁ אֲשֶׁ֨ר תַּעֲבֹ֥ר עָלָ֛יו ר֥וּחַ קִנְאָ֖ה וְקִנֵּ֥א אֶת־אִשְׁתּ֑וֹ וְהֶעֱמִ֤יד אֶת־הָֽאִשָּׁה֙ לִפְנֵ֣י יְהוָ֔ה וְעָ֥שָׂה לָהּ֙ הַכֹּהֵ֔ן אֵ֥ת כָּל־הַתּוֹרָ֖ה הַזֹּֽאת׃
30
30
oder wenn über einen Mann ein Geist der Eifersucht kommt, dass er wegen seiner Frau eifersüchtig wird, er stelle die Frau vor den Ewigen, und der Kohen verfahre mit ihr nach allen diesen Vorschriften.
wenn ein Mann
אוֹ אִישׁ „wenn ein Mann“, wie (Schem. 21:36) „אוֹ נוֹדַע wenn bekannt ist“. Das heißt, wenn ein Mann wegen einer solchen Sache eifert, so „stelle er die Frau …“.
Raschi
וְנִקָּה הָאִישׁ מֵעָוֺן וְהָאִשָּׁה הַהִוא תִּשָּׂא אֶת־עֲוֹנָהּ׃
31
31
Der Mann ist frei von Schuld, diese Frau aber trage ihre Schuld.
Der Mann ist frei von Schuld
Wenn das Wasser sie prüft, sei er nicht besorgt, zu sagen, ich bin an ihrem Tod schuld. Sondern er ist frei von Strafe.
Andere Erklärung: wenn er ihr zu trinken gegeben hat, darf sie bei ihm bleiben, und er ist befreit von Schuld. Denn die der Untreue Verdächtige ist ihrem Mann verboten (Sota 28a).
Raschi
וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃
1
1
Und der Ewige sagte zu Mosche, wie folgt:
דַּבֵּר אֶל־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וְאָמַרְתָּ אֲלֵהֶם אִישׁ אוֹ־אִשָּׁה כִּי יַפְלִא לִנְדֹּר נֶדֶר נָזִיר לְהַזִּיר לַיהוָה׃
2
2
Sprich zu den Kindern Israel und sage ihnen: Wenn ein Mann oder eine Frau ausspricht, um ein Gelübde der Enthaltsamkeit zu tun, um dem Ewigen zu Ehren enthaltsam zu sein,
ausspricht
יַפְלִא bedeutet „aussprechen“ [d.h. er wird ein Gelübde aussprechen]
Warum folgt der Abschnitt des Nasir auf den Abschnitt der untreuen Frau (Sota)? Um dir zu sagen: Wer eine Sota in ihrer Entstellung gesehen hat, sagt sich vom Wein los; denn der Wein führt zu Unzucht und Ehebruch (Sota 2a).
Raschi
Gelübde der Enthaltsamkeit
נְזִירָה bedeutet überall „Enthaltsamkeit“; auch hier hat er sich vom Wein getrennt.
Raschi
um dem Ewigen enthaltsam zu sein: sich dem Ewigen zu Ehren vom Wein zu trennen.
Raschi
מִיַּיִן וְשֵׁכָר יַזִּיר חֹמֶץ יַיִן וְחֹמֶץ שֵׁכָר לֹא יִשְׁתֶּה וְכָל־מִשְׁרַת עֲנָבִים לֹא יִשְׁתֶּה וַעֲנָבִים לַחִים וִיבֵשִׁים לֹא יֹאכֵל׃
3
3
dann muss er sich von jungem und altem Wein enthalten; Essig von jungem Wein oder Essig von altem Wein darf er nicht trinken, alles, worin Trauben eingeweicht waren, darf er nicht trinken, nicht frische, noch getrocknete Trauben darf er essen.
von jungem und altem Wein
מִיַּיִן וְשֵׁכָר wie der Targum sagt: יַיִן bedeutet חֲמַר חֲדַת „junger Wein“, und שֵׁכָר bedeutet חֲמַר עַתִּיק „alter Wein“; der alte Wein heißt שֵׁכָר, weil er mehr berauscht (מְשַׁכֵּר), wenn er alt ist.
Raschi
worin Trauben eingeweicht waren
מִשְׁרַת bedeutet in Wasser oder sonstiges Getränk einweichen; in der Sprache der Mischna kommt das Wort oft vor: „אֵין שׁוֹרִין דְּיוֹ וְסַמָּנִים man darf nicht Tinten- und Farbstoffe einweichen“ (Schabbat 17b); „נָזִיר שֶׁשָּׁרָה פִּתּוֹ בְּיַיִן ein Nasir, der sein Brot in Wein eingetaucht hat“ (Nasir 34b).
Raschi
alles, worin Trauben eingeweicht waren
Rabbi Akiwa sagt: Er weicht Brot in Wein. Die Rabbiner sagen: Er weicht Trauben in Wasser.
Nasir 27
כֹּל יְמֵי נִזְרוֹ מִכֹּל אֲשֶׁר יֵעָשֶׂה מִגֶּפֶן הַיַּיִן מֵחַרְצַנִּים וְעַד־זָג לֹא יֹאכֵל׃
4
4
Die ganze Zeit seiner Enthaltung, von allem, was bereitet wird vom Weinstock, von Kernen bis Hülsen, darf er nicht essen.
von Kernen bis Hülsen
חַרְצַנִּים sind die Kerne der Weintraube.
זָג sind die äußeren Schalen, in denen sich die Kerne wie ein Knöppel in der Glocke befinden (Nasir 34a).
Raschi
כָּל־יְמֵי נֶדֶר נִזְרוֹ תַּעַר לֹא־יַעֲבֹר עַל־רֹאשׁוֹ עַד־מְלֹאת הַיָּמִם אֲשֶׁר־יַזִּיר לַיהוָה קָדֹשׁ יִהְיֶה גַּדֵּל פֶּרַע שְׂעַר רֹאשׁוֹ׃
5
5
Die ganze Zeit des Gelübdes (Neder) darf keine Klinge über sein Kopfhaar kommen; bis die Tage um sind, die er enthaltsam sein will für den Ewigen, soll sein Kopfhaar heilig sein, soll er wild wachsen lassen das Haar seines Kopfes.
soll heilig sein: sein Kopfhaar, dass er sein Kopfhaar frei wachsen lasse.
Raschi
wild wachsen lassen
Das Wort פֶּרַע ist mit Patach-Katan (Segol) punktiert, weil es mit dem Wort שְׂעַר רֹאשׁוֹ verbunden ist, פֶּרַע שֶׁל שֵׂעָר. Das Wort פֶּרַע bedeutet, das Haar wild wachsen lassen. Ebenso (Waj. 21:10) אֶת רֹאשׁוֹ לֹא יִפְרָע „sein Kopfhaar lasse er nicht wild wachsen“. Wild wachsen ist nicht weniger als 30 Tage lang (Nasir 6b).
Raschi
כָּל־יְמֵי הַזִּירֹו לַיהוָה עַל־נֶפֶשׁ מֵת לֹא יָבֹא׃
6
6
Die ganze Zeit seiner Enthaltung für den Ewigen darf er zu keiner Leiche kommen.
לְאָבִיו וּלְאִמּוֹ לְאָחִיו וּלְאַחֹתוֹ לֹא־יִטַּמָּא לָהֶם בְּמֹתָם כִּי נֵזֶר אֱלֹהָיו עַל־רֹאשׁוֹ׃
7
7
An seinem Vater und an seiner Mutter, an seinem Bruder und an seiner Schwester, er verunreinige sich nicht an ihnen bei ihrem Tod; denn die Enthaltung für seinen G‑tt ist auf seinem Kopf.
כָּל יְמֵי נִזְרוֹ קָדֹשׁ הוּא לַֽיהֹוָה׃
8
8
Alle Tage seiner Enthaltung ist er dem Ewigen heilig.
Alle Tage seiner Enthaltung ist er heilig: das ist die Heiligkeit des Körpers, dass er sich nicht an Toten verunreinigen darf.
Raschi
וְכִי־יָמוּת מֵת עָלָיו בְּפֶתַע פִּתְאֹם וְטִמֵּא רֹאשׁ נִזְרוֹ וְגִלַּח רֹאשׁוֹ בְּיוֹם טָהֳרָתוֹ בַּיּוֹם הַשְּׁבִיעִי יְגַלְּחֶנּוּ׃
9
9
Und wenn jemand neben ihm ganz plötzlich stirbt, und er so seinen Kopf der Enthaltung verunreinigt, dann schere er seinen Kopf am Tag seiner Reinigung; am siebten Tag soll er es scheren.
ganz plötzlich
פֶּתַע, das ist ein Notfall. פִּתְאֹם, das ist aus Versehen.
Manche sagen, פֶּתַע פִּתְאֹם ist ein gemeinsamer Ausdruck, ein plötzlicher Zufall.
Raschi
wenn jemand neben ihm stirbt: in dem Zelt, in dem er sich befindet.
Raschi
am Tag seiner Reinigung: am Tag, da auf ihn gesprengt wird. Oder vielleicht nicht so, sondern erst am achten Tag, an dem er ganz rein ist? Darum steht „בַּיּוֹם הַשְּׁבִיעִי am siebten Tag“. Wenn am siebten allein stehen würde, hätte ich gemeint, auch wenn man nicht auf ihn gesprengt hat, darum steht בְּיוֹם טָהֳרָתוֹ „am Tag seiner Reinigung“.
Raschi
וּבַיּוֹם הַשְּׁמִינִי יָבִא שְׁתֵּי תֹרִים אוֹ שְׁנֵי בְּנֵי יוֹנָה אֶל־הַכֹּהֵן אֶל־פֶּתַח אֹהֶל מוֹעֵד׃
10
10
Und am achten Tag bringe er zwei Tauben oder zwei junge Tauben zum Kohen an den Eingang des Zeltes der Zusammenkunft.
Zelt der Zusammenkunft: das Mischkan.
Und am achten Tag bringe er zwei Tauben: das schließt den siebten aus. Oder vielleicht nicht so, sondern um den neunten auszuschließen? Der Vers hat aber eine Zeit für die Opferungen bestimmt und hat auch eine Zeit für die Opfernden bestimmt. Wie er die Opferungen am achten Tag für geeignet erklärt hat und vom achten Tag an und weiter (siehe Waj. 22:27), so auch die Opfernden am achten, und vom achten an und weiter.
Raschi
וְעָשָׂה הַכֹּהֵן אֶחָד לְחַטָּאת וְאֶחָד לְעֹלָה וְכִפֶּר עָלָיו מֵאֲשֶׁר חָטָא עַל־הַנָּפֶשׁ וְקִדַּשׁ אֶת־רֹאשׁוֹ בַּיּוֹם הַהוּא׃
11
11
Und der Kohen bereite eine zum Sündopfer (Chatat) und eine zum Ganzopfer (Olah) und versöhne für ihn, dass er sich versündigt hat bei einer Leiche, und heilige sein Kopfhaar von Neuem an demselben Tag.
dass er sich versündigt hat bei einer Leiche: dass er sich vor der Unreinheit einer Leiche nicht gehütet hat. Rabbi Elasar Hakapar sagt, dass er sich selbst Schmerz zugefügt hat, indem er sich des Weingenusses enthielt (Taanit 11a).
Raschi
und heilige sein Kopfhaar: die Zählung seiner Enthaltsamkeit wieder von Neuem zu beginnen.
Raschi
וְהִזִּיר לַיהוָה אֶת־יְמֵי נִזְרוֹ וְהֵבִיא כֶּבֶשׂ בֶּן־שְׁנָתוֹ לְאָשָׁם וְהַיָּמִים הָרִאשֹׁנִים יִפְּלוּ כִּי טָמֵא נִזְרוֹ׃
12
12
Und er sei enthaltsam für den Ewigen die Zeit seiner Enthaltung und bringe ein im ersten Jahr stehendes Schaf zum Schuldopfer (Ascham); aber die früheren Tage verfallen, weil seine Enthaltung unrein geworden ist.
Und er sei enthaltsam für den Ewigen die Zeit seiner Enthaltung
Er beginne wieder seine Enthaltsamkeit zu zählen wie das erste Mal.
Raschi
aber die früheren Tage verfallen: werden nicht zur Zählung mitgerechnet.
Raschi
וְזֹאת תּוֹרַת הַנָּזִיר בְּיוֹם מְלֹאת יְמֵי נִזְרוֹ יָבִיא אֹתוֹ אֶל־פֶּתַח אֹהֶל מוֹעֵד׃
13
13
*Und das ist die Vorschrift für den Nasir: Am Tag, da die Zeit seiner Enthaltung um ist, begebe er sich zum Eingang des Zeltes der Zusammenkunft.*
begebe er sich: יָבִיא אֹתוֹ, begebe sich selbst. Das ist eins von den drei Vorkommen des Wortes אֶת, die R. Ischmael so erklärte. Ebenso (Waj. 22:16) „וְהִשִּׂיאּוּ אוֹתָם עֲוֹן אַשְׁמָה sie würden auf sich laden die Schuld der Versündigung“, [das Wort אוֹתָם bedeutet] auf sich selbst. Ebenso (Dew. 34:6) וַיִּקְבֹּר אֹתוֹ בַגַּי „er begrub sich im Tal“, [die Worte וַיִּקְבֹּר אֹתוֹ bedeuten] er begrub sich selbst.
וְהִקְרִ֣יב אֶת־קָרְבָּנ֣וֹ לַיהוָ֡ה כֶּבֶשׂ֩ בֶּן־שְׁנָת֨וֹ תָּמִ֤ים אֶחָד֙ לְעֹלָ֔ה וְכַבְשָׂ֨ה אַחַ֧ת בַּת־שְׁנָתָ֛הּ תְּמִימָ֖ה לְחַטָּ֑את וְאַֽיִל־אֶחָ֥ד תָּמִ֖ים לִשְׁלָמִֽים׃
14
14
Und er bringe sein Opfer dar vor dem Ewigen: ein im ersten Jahr stehendes, fehlerloses Schaf zum Ganzopfer, und ein im ersten Jahr stehendes, weibliches, fehlerloses Schaf zum Sündopfer und einen fehlerlosen Widder zum Friedensopfer (Schlamim).
וְסַ֥ל מַצּ֗וֹת סֹ֤לֶת חַלֹּת֙ בְּלוּלֹ֣ת בַּשֶּׁ֔מֶן וּרְקִיקֵ֥י מַצּ֖וֹת מְשֻׁחִ֣ים בַּשָּׁ֑מֶן וּמִנְחָתָ֖ם וְנִסְכֵּיהֶֽם׃
15
15
Und einen Korb mit ungesäuertem Brot aus feinem Mehl, dicke Brote mit Öl eingerührt, und flache Brote mit Öl bestrichen, und das dazugehörige Mehlopfer (Mincha) und ihre Gussopfer (Nessachim).
und das Mehlopfer und ihre Gussopfer: des Ganzopfers und des Friedensopfers. Weil sie der Regel aller Opfer angehörten und diese Regel verließen, dass eine neue Vorschrift auf sie angewandt werde, dass sie nämlich Brote brauchen. Darum hat der Vers sie jetzt wieder in ihre Regel zurückgebracht, dass auch sie [ein Mehlopfer und] Gussopfer brauchen, wie die Vorschrift für alle Ganzopfer und Friedensopfer ist.
Raschi
dicke Brote, flache Brote: zehn von jeder Art (Menachot 77a).
Raschi
וְהִקְרִ֥יב הַכֹּהֵ֖ן לִפְנֵ֣י יְהוָ֑ה וְעָשָׂ֥ה אֶת־חַטָּאת֖וֹ וְאֶת־עֹלָתֽוֹ׃
16
16
Und der Kohen bringe es dar vor dem Ewigen und bereite das dazugehörige Sündopfer und Ganzopfer.
וְאֶת־הָאַ֜יִל יַעֲשֶׂ֨ה זֶ֤בַח שְׁלָמִים֙ לַֽיהוָ֔ה עַ֖ל סַ֣ל הַמַּצּ֑וֹת וְעָשָׂה֙ הַכֹּהֵ֔ן אֶת־מִנְחָת֖וֹ וְאֶת־נִסְכּֽוֹ׃
17
17
Den Widder bereite er als Friedensopfer dem Ewigen mit dem Korb mit den ungesäuerten Broten, auch bereite der Kohen das dazugehörige Mehlopfer und Gussopfer.
als Friedensopfer dem Ewigen mit dem Korb mit den ungesäuerten Broten: er schlachte das Friedensopfer mit der Absicht, das Brot zu heiligen (Men. 46b).
Raschi
das dazugehörige Mehlopfer und Gussopfer: des Widders.
Raschi
וְגִלַּ֣ח הַנָּזִ֗יר פֶּתַח֙ אֹ֥הֶל מוֹעֵ֖ד אֶת־רֹ֣אשׁ נִזְר֑וֹ וְלָקַ֗ח אֶת־שְׂעַר רֹ֣אשׁ נִזְר֔וֹ וְנָתַן֙ עַל־הָאֵ֔שׁ אֲשֶׁר־תַּ֖חַת זֶ֥בַח הַשְּׁלָמִֽים׃
18
18
*Und es schere der Nasir am Eingang des Zeltes der Zusammenkunft den Kopf seiner Enthaltung und nehme das Kopfhaar seiner Enthaltung und lege es auf das Feuer, das unter dem Friedensopfer ist.*
Und es schere der Nasir am Eingang des Zeltes der Zusammenkunft: ich hätte meinen können, er schere sich im Vorhof. Das wäre aber eine Geringschätzung. Sondern „der Nasir schere sich“ nach der Schlachtung des Friedensopfers, bei dem steht (Waj. 3:2) וּשְׁחָטוֹ פֶּתַח אֹהֶל מוֹעֵד „er schlachte es am Eingang des Zeltes der Zusammenkunft“ (Nasir 45a).
das unter dem Friedensopfer ist: unter dem Kessel, in dem er es kocht. Denn das Friedensopfer wurde im Vorhof gekocht, weil der Kohen davon die Vorderkeule nehmen musste, nachdem sie gekocht war, um sie vor dem Ewigen zu schwingen (Nasir 45b).
Raschi
וְלָקַ֨ח הַכֹּהֵ֜ן אֶת־הַזְּרֹ֨עַ בְּשֵׁלָה֮ מִן־הָאַ֒יִל֒ וְחַלַּ֨ת מַצָּ֥ה אַחַ֛ת מִן־הַסַּ֖ל וּרְקִ֥יק מַצָּ֖ה אֶחָ֑ד וְנָתַן֙ עַל־כַּפֵּ֣י הַנָּזִ֔יר אַחַ֖ר הִֽתְגַּלְּח֥וֹ אֶת־נִזְרֽוֹ׃
19
19
*Und der Kohen nehme die gekochte Vorderkeule von dem Widder und ein ungesäuertes dickes Brot aus dem Korb und ein ungesäuerten flaches Brot und lege es auf die Hände des Nasir, nachdem er seinen Kopf der Enthaltung geschoren hat.*
die gekochte Vorderkeule
הַזְּרֹעַ בְּשֵׁלָה, nachdem sie gekocht ist.
Raschi
וְהֵנִיף֩ אוֹתָ֨ם הַכֹּהֵ֜ן תְּנוּפָה֮ לִפְנֵ֣י יְהוָה֒ קֹ֣דֶשׁ הוּא֙ לַכֹּהֵ֔ן עַ֚ל חֲזֵ֣ה הַתְּנוּפָ֔ה וְעַ֖ל שׁ֣וֹק הַתְּרוּמָ֑ה וְאַחַ֛ר יִשְׁתֶּ֥ה הַנָּזִ֖יר יָֽיִן׃
20
20
*Und der Kohen schwinge sie in einer Schwingung vor dem Ewigen; heilig ist es für den Kohen neben der Brust der Schwingung und neben dem Schenkel der Hebegabe. Und danach darf der Nasir Wein trinken.*
heilig ist es für den Kohen
קֹדֶשׁ הוּא לַכֹּהֵן „heilig ist es für den Kohen“: das dicke Brot, das flache Brot und die Vorderkeule sind das, was für den Kohen bestimmt ist.
Raschi
Die Einzahl קֹדֶשׁ הוּא „heilig ist es“ bezieht sich nicht auf ein einzelnes Element der Schwingung, sondern auf alle gemeinsam.
Misrachi, Sifte Chachamim
für den Kohen bestimmt ist: der Begriff קֹדֶשׁ hier bezeichnet nicht ein Verbot, wie in (Schem. 30:32) עַל בְּשַׂר אָֽדָם לֹא יִיסָךְ וּבְמַתְכֻּנְתּוֹ לֹא תַﬠֲשׂוּ כָּמֹהוּ קֹדֶשׁ הוּא „Auf den Körper eines gewöhnlichen Menschen soll es nicht gegossen werden, und nach demselben Mischverhältnis sollt ihr keines nachmachen; heilig ist es“. Der Vers besagt nicht, dass die geschwungenen Teile dem Kohen verboten sind, sondern dass sie für den Kohen bestimmt sind.
Misrachi, Sifte Chachamim
neben der Brust der Schwingung: außer der Brust und dem Schenkel, die ihm von allen Friedensopfern (שְׁלָמִים) gebühren, kommt [beim Friedensopfer des Nasir] noch diese Vorderkeule hinzu. Weil das Friedensopfer des Nasir in der Regel aller Friedensopfer enthalten war und die Regel verlassen hat, dass eine neue Sache bei ihm gelte, die Absonderung der Vorderkeule nämlich, darum hatte der Vers nötig, es wieder in die Regel zurückzubringen, dass auch die Absonderung von Brust und Schenkel bei ihm gelte.
Raschi
זֹאת תּוֹרַת הַנָּזִיר אֲשֶׁר יִדֹּר קָרְבָּנוֹ לַיהוָה עַל־נִזְרוֹ מִלְּבַד אֲשֶׁר־תַּשִּׂיג יָדוֹ כְּפִי נִדְרוֹ אֲשֶׁר יִדֹּר כֵּן יַעֲשֶׂה עַל תּוֹרַת נִזְרוֹ׃
21
21
*Das ist die Vorschrift für den Nasir, der ein Gelübde tut, für die Opfer, die er dem Ewigen für seine Enthaltung darzubringen hat, abgesehen von denen, zu denen sein Vermögen hinreicht; so tue er dem Gelübde entsprechend, das er geleistet hat, neben dem, was ihm für seine Enthaltung vorgeschrieben ist.*
abgesehen von denen, wozu sein Vermögen hinreicht:
wenn er sagt, ich will ein Nasir sein mit der Absicht, mit mir
100 Ganzopfern und 100 Friedensopfern zu scheren, **so tue er

dem Gelübde entsprechend, das er geleistet hat,** außer der

Vorschrift für seine Enthaltsamkeit (נְזִירוֹת). Das heißt, zu der

Vorschrift für den Nasir kann er hinzufügen, aber er verringere

sie nicht. Denn wenn einer sagt, ich will fünfmal Nasir sein mit

der Absicht, mich nur mit den obigen drei Opfertieren zu

scheren, so wende ich nicht auf ihn an „er tue dem Gelübde entsprechend, das er geleistet hat“.
Raschi
sein Vermögen nicht ausreicht
אֲשֶׁר תַּשִּׂיג יָדוֹ, wörtl. wozu seine Hand hinreicht. Die Hand ist es,
die die Arbeit verrichtet und Vermögen erwirbt; deshalb

verwendet der Vers den Ausdruck „Hand“.
Ibn Esra zu Wajikra 5:7
וַיְדַבֵּר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה לֵּאמֹר׃
22
22
Und der Ewige sagte zu Mosche, wie folgt:
דַּבֵּר אֶל־אַהֲרֹן וְאֶל־בָּנָיו לֵאמֹר כֹּה תְבָרֲכוּ אֶת־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל אָמוֹר לָהֶם׃
23
23
Rede zu Aharon und zu seinen Söhnen, wie folgt: So sollt ihr die Kinder Israel segnen, sprecht zu ihnen:
sprecht zu ihnen
אָמוֹר ist wie (Schem. 20:8) „זָכוֹר seid gedenkend“; (Dew. 5:12) „שָׁמוֹר seid hütend“; auf Französisch disant „seid sprechend“.
Raschi
sprecht zu ihnen
„אָמוֹר לָהֶם sprecht zu ihnen“: dass alle es hören.
Raschi
sprecht
Das Wort אָמוֹר ist mit dem Buchstaben ו (Waw, כְּתִיב מָלֵא) geschrieben, segne sie nicht mit Eile und Überstürzung, sondern mit innerer Ausrichtung und ganzem Herzen.
Raschi
יְבָרֶכְךָ יְהוָה וְיִשְׁמְרֶךָ׃
24
24
Der Ewige segne dich und behüte dich!
segne dich: dass dein Vermögen gesegnet werde.
Raschi
und behüte dich: dass keine Räuber über dich kommen, dein Vermögen zu nehmen. Denn, wenn jemand seinem Knecht ein Geschenk gibt, kann er ihn nicht vor jedem Menschen hüten, und wenn Räuber über ihn kommen und es ihm wegnehmen, welchen Nutzen hat er dann von diesem Geschenk. Der Ewige aber, Er gibt und Er hütet. Viele Auslegungen dazu sind in Sifre zu finden.
Raschi
יָאֵר יְהוָה פָּנָיו אֵלֶיךָ וִיחֻנֶּךָּ׃
25
25
Der Ewige lasse Sein Angesicht dir zuleuchten und sei dir gnädig!
Der Ewige lasse Sein Angesicht dir zuleuchten: zeige dir ein freundliches Angesicht, ein leuchtendes Angesicht.
Raschi
und sei dir gnädig
וִיחֻנֶּךָּ, gebe dir Gunst (חֵן).
Raschi
יִשָּׂא יְהוָה פָּנָיו אֵלֶיךָ וְיָשֵׂם לְךָ שָׁלוֹם׃
26
26
Der Ewige wende Sein Angesicht dir zu und gebe dir Frieden!
Der Ewige wende Sein Angesicht dir zu: Er unterdrücke Seinen Zorn.
Raschi
וְשָׂמוּ אֶת־שְׁמִי עַל־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וַאֲנִי אֲבָרֲכֵם׃
27
27
Meinen Namen sollen sie auf die Kinder Israel legen und Ich, Ich werde sie segnen.
Meinen Namen sollen sie legen:
sie mit dem ausgesprochenen Namen G‑ttes segnen.
Raschi
Ich werde sie segnen:
Israel, und den Kohanim zustimmen. Andere Erklärung. Ich werde sie segnen: die Kohanim (Chulin 49a).
Raschi