דַּבֵּר֙ אֶֽל־אַהֲרֹ֔ן וְאָמַרְתָּ֖ אֵלָ֑יו בְּהַעֲלֹֽתְךָ֙ אֶת־הַנֵּרֹ֔ת אֶל־מוּל֙ פְּנֵ֣י הַמְּנוֹרָ֔ה יָאִ֖ירוּ שִׁבְעַ֥ת הַנֵּרֽוֹת׃
2
2
Rede zu Aharon und sprich zu ihm: Bei deinem Anzünden der Lichter sollen alle sieben Lichter zur Vorderseite des Leuchters hin leuchten.
Bei deinem Anzünden der Lichter
Warum schließt der Abschnitt des Leuchters an den Abschnitt über die Stammesoberhäupter (נְּשִׂיאִים) an? Als Aharon die Einweihungsspenden der Oberhäupter sah, war er betrübt darüber, dass er bei der Einweihung nicht mit ihnen gewesen war, weder er noch sein Stamm. Da sagte der Ewige zu ihm: „Bei deinem Leben – חַיֶּיךָ, das deinige ist größer als das ihre! Denn du zündest die Lichter an und reinigst sie.“
Raschi
Bei deinem Anzünden der Lichter
[Wörtlich bedeutet das Wort בְּהַעֲלֹתְךָ „Wenn du aufsteigen lässt“.] Weil die Flamme emporsteigt, steht der Ausdruck עֲלִיָּה „aufsteigen“. Er musste so lange anzünden, bis die Flamme von selbst emporstieg (Schabbat 21a). [Das heißt, er soll seine Hand nicht von dem Docht entfernen, sobald dieser Feuer fängt; vielmehr halte er die Flamme an den Docht, bis er gänzlich entzündet ist und die Flamme von selbst emporsteigt, und erst nachdem er die Flamme in dieser Weise „aufsteigen“ hat lassen, entzündet er das nächste Licht.]
Weiters erklären unsere Lehrer von hier, dass eine Stufe (מַּעֲלָה) vor dem Leuchter war, auf die sich der Kohen stellte, um den Leuchter zu reinigen (Sifre, Menachot 29a).
Raschi
dass eine Stufe vor dem Leuchter war: Weil der Kohen für den Dienst zu dem Leuchter hinaufsteigen musste, sagt die Tora בְּהַעֲלֹתְךָ.
zur Vorderseite des Leuchters hin leuchten: zum mittleren Licht hin, das sich nicht auf den Armen des Leuchters, sondern auf dem Schaft des Leuchters befand.
Raschi
sollen sieben Lichter leuchten: sechs Lichter auf den sechs Armen. Die drei östlichen wenden sich zum mittleren, nämlich die Dochte in ihnen; und ebenso die drei westlichen, die Spitzen der Dochte, zum mittleren. Und warum das? Damit man nicht sage, Er brauche das Licht.
Raschi
וַיַּ֤עַשׂ כֵּן֙ אַהֲרֹ֔ן אֶל־מוּל֙ פְּנֵ֣י הַמְּנוֹרָ֔ה הֶעֱלָ֖ה נֵרֹתֶ֑יהָ כַּֽאֲשֶׁ֛ר צִוָּ֥ה יְהוָ֖ה אֶת־מֹשֶֽׁה׃
3
3
Aharon tat so; nach der Vorderseite des Leuchters hin zündete er die Lichter an, wie der Ewige Mosche befohlen hatte.
Aharon tat so
Der Vers verkündet das Lob Aharons, dass er nichts änderte.
Raschi
Der Vers verkündet das Lob Aharons: obwohl er körperlich so groß war, dass er die Stufe vor dem Leuchter nicht benötigte, stieg er auf die Stufe für das Entzünden, denn er sagte, wenn der Ewige so befohlen hat, ist es zu erfüllen.
Maskil leDavid
Aharon tat so
Der Vers teilt uns mit, dass Aharon sein Leben lang den Leuchter entzündete, obwohl auch seine Söhne dazu befugt waren.
Ramban
Aharon tat so
Wenn Aharon dieses tat, so war darin keine Anmaßung, sondern nur Erfüllung dessen, was G‑tt Mosche befohlen hatte. [Rabbi Schimschon R. Hirsch] … dass er nichts änderte: Aharon haKohen, auch auf dieser höchsten aller Stufen – als er als Kohen Gadol das Innerste des Heiligtums betrat –, „änderte nichts“: er blieb bescheiden, er pflegte seine Freundschaften und den gesellschaftlichen Umgang wie zuvor, er bemühte sich um Eintracht und Zusammenhalt. Der Vers verkündet das Lob Aharons, dass er „sich selbst in keiner Weise änderte“. [Rabbi Meir von Premischlan] Der Vers verkündet das Lob Aharons, dass er nichts änderte: denn ein Leben lang erfüllte er dieses Gebot mit derselben Leidenschaft und Sorgfalt wie beim ersten Mal.
Sefat Emet
וְזֶ֨ה מַעֲשֵׂ֤ה הַמְּנֹרָה֙ מִקְשָׁ֣ה זָהָ֔ב עַד־יְרֵכָ֥הּ עַד־פִּרְחָ֖הּ מִקְשָׁ֣ה הִ֑וא כַּמַּרְאֶ֗ה אֲשֶׁ֨ר הֶרְאָ֤ה יְהוָה֙ אֶת־מֹשֶׁ֔ה כֵּ֥ן עָשָׂ֖ה אֶת־הַמְּנֹרָֽה׃
4
4
Und das war die Machart des Leuchters: aus Gold gehämmert, von Fuß bis Blüte war in gehämmerter Arbeit; nach der Gestalt, die der Ewige Mosche gezeigt hatte, so hatte man den Leuchter gefertigt.
und das war die Machart des Leuchters
Der Zahlenwert (Gematria) des Wortes וְזֶה „und das“ ergibt 18, und die Höhe des Leuchters war 18 Tefachim (umgerechnet ca. 180 cm).
Baal haTurim
und das war die Machart des Leuchters
Der Ewige zeigte es ihm mit dem Finger, weil es ihm schwer fiel; darum steht וְזֶה „und das“.
Raschi
gehämmert
מִקְשָׁה, batediz auf Französisch, vom Ausdruck (Dan. 5:6) דָּא לְדָא נָקְשָׁן „schlugen aneinander“. Es war ein Block von einem Kikar Gold. Darauf schlug man mit dem Hammer und schnitt mit der Axt, um die Glieder zu dehnen, wie es nötig war. Sie wurde aber nicht aus einzelnen Gliedern gemacht und zusammengesetzt.
Raschi
aus Gold gehämmert … in gehämmerter Arbeit
Der Begriff מִקְשָׁה wird wiederholt: וְזֶה מַעֲשֵׂה הַמְּנֹרָה מִקְשָׁה „die Machart des Leuchters war gehämmert“,מִקְשָׁה הִוא „in gehämmerter Arbeit“, um zu lehren: nur die Eigenschaft „in gehämmerter Arbeit“ verhindert die Gültigkeit der Menora; nicht aber das Material „aus Gold“ und sie kann auch aus anderem Metall gefertigt sein.
Ramban
von Fuß bis Blüte:
ihr Fuß war der hohle Kasten auf den Füßen, wie an den silbernen Leuchtern vor Fürsten.
Raschi
von Fuß bis Blüte
Das heißt, der ganze Leuchter und selbst alles, was daran hing. [Als Beispiele dafür nennt der Vers:] עַד יְרֵכָהּ „von Fuß“: das ist ein großes Glied; עַד פִּרְחָהּ „bis Blüte“: das ist die feine Arbeit daran, alles war gehämmert.
[Das Wort עַד bedeutet gewöhnlich eine Grenze: „bis“. Hier schließt der Begriff jedoch alles ein – die großen Bestandteile des Leuchters ebenso wie die feinen Elemente. Das Wort drückt hier aus: Spanne, Bandbreite:]
Das Wort עַד wird [mitunter] in diesem Sinn gebraucht, [um eine Spanne „von … bis“ auszudrücken], wie (Richt. 15:5) מִגָּדִישׁ וְעַד
קָמָה וְעַד כֶּרֶם זָיִת „[Schimschon brannte alles nieder] von Getreidehaufen bis (עַד) stehendes Getreide und bis (עַד) Ölberg“.
Raschi
nach der Gestalt
כַּמַּרְאֶה אֲשֶׁר הֶרְאָה „nach der Gestalt, die der Ewige …“. Gleich der Gestalt, die Er ihm auf dem Berg gezeigt hatte; wie es heißt (Schem. 25:40) וּרְאֵה וַעֲשֵׂה בְּתַבְנִיתָם „schaue und mache nach ihrer Gestalt“.
Raschi
so hatte man den Leuchter gefertigt
כֵּן עָשָׂה אֶת הַמְּנֹרָה „so hatte man den Leuchter gefertigt“: derjenige, der [den Leuchter] machte (מִי שֶׁעֲשָׂאָהּ).
Der Midrasch sagt, durch den Ewigen, gelobt sei Er, entstand der Leuchter von selbst.
Raschi
וְכֹֽה־תַעֲשֶׂ֤ה לָהֶם֙ לְטַֽהֲרָ֔ם הַזֵּ֥ה עֲלֵיהֶ֖ם מֵ֣י חַטָּ֑את וְהֶעֱבִ֤ירוּ תַ֙עַר֙ עַל־כָּל־בְּשָׂרָ֔ם וְכִבְּס֥וּ בִגְדֵיהֶ֖ם וְהִטֶּהָֽרוּ׃
7
7
Und so sollst du mit ihnen tun, um sie zu reinigen: Sprenge auf sie Wasser der Entsündigung, nachdem sie eine Klinge zum Rasieren über ihren ganzen Körper geführt haben und ihre Kleider gewaschen haben, und dann sind sie rein.
sprengen: etwas mit Flüssigkeit besprühen.
Sprenge auf sie Wasser der Entsündigung: mit der Asche der Roten Kuh, wegen der Personen unter ihnen, die sich durch eine Leiche verunreinigt hatten.
Raschi
eine Klinge über ihren ganzen Körper geführt haben
In den Worten von Rabbi Mosche haDarschan habe ich gefunden: weil sie zur Sühne für die Erstgeborenen, die Götzendienst getrieben hatten, eingesetzt wurden. Und der Götzendienst wird „Totenmahl“ זִבְחֵי מֵתִים genannt (Teh. 106:28), und auch der Aussätzige wird „ein Toter“ genannt [wie in Bam. 12:12, אַל נָא תְהִי כַּמֵּת „Lass sie doch nicht wie ein Totes sein“]. Darum schrieb Er ihnen wie Aussätzigen vor, sich zu scheren.
Raschi
Rabbi Mosche haDarschan: ein führender Rosch Jeschiwa in Narbonne, Frankreich, im 11. Jh., der eine Sammlung von Midraschim zusammenstellte, deren Material vielfach nicht in anderen Werken der Midrasch-Literatur zu finden ist.
eine Klinge über ihren ganzen Körper geführt haben
Die Haare sind überflüssig am Körper (מוֹתָרוֹת), und damit wurde ihnen gezeigt, dass sie dem Überflüssigen der materiellen Welt fernbleiben und sich auch im Erlaubten heiligen sollen.
Abarbanel
וְלָֽקְחוּ֙ פַּ֣ר בֶּן־בָּקָ֔ר וּמִנְחָת֔וֹ סֹ֖לֶת בְּלוּלָ֣ה בַשָּׁ֑מֶן וּפַר־שֵׁנִ֥י בֶן־בָּקָ֖ר תִּקַּ֥ח לְחַטָּֽאת׃
8
8
Und sie sollen einen jungen Stier nehmen und als dessen Mehlopfer feines Mehl, eingerührt mit Öl, und einen zweiten jungen Stier sollst du nehmen zum Sündopfer (Chatat).
Und sie sollen einen jungen Stier nehmen: zum Ganzopfer (Olah), wie steht (Vers 12) וַעֲשֵֹה גו׳ וְאֶת הָאֶחָד עֹלָה „bereite den einen zum Ganzopfer“, das ist das Opfer der Gemeinde für Götzendienst.
Raschi
und einen zweiten Stier
Was lehrt uns שֵׁנִי „einen zweiten“? Um dir zu sagen: wie das Ganzopfer nicht gegessen werden darf, so darf auch dieses Sündopfer nicht gegessen werden. Dafür hat Rabbi Mosche haDarschan eine Stütze in Torat Kohanim.
Ich meine, es war das eine Entscheidung nur für damals, da sie eigentlich mit dem Stier des Ganzopfers einen Ziegenbock zum Sündopfer für Götzendienst hätten bringen müssen.
Raschi
sollst du nehmen
Das Wort תִּקַּח „sollst du nehmen“ hat hier die Bedeutung יִתְּנוּ „sie sollen geben“, „bringen“, wie im Vers (Schem. 25:2) וְיִקְחוּ לִי תְּרוּמָה „Bringt Mir eine Spende“.
Ibn Esra
וְהִקְרַבְתָּ֙ אֶת־הַלְוִיִּ֔ם לִפְנֵ֖י אֹ֣הֶל מוֹעֵ֑ד וְהִ֨קְהַלְתָּ֔ אֶֽת־כָּל־עֲדַ֖ת בְּנֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃
9
9
Und lass die Leviim hintreten vor das Zelt der Zusammenkunft und versammle die ganze Gemeinde der Kinder Israel.
und versammle die ganze Gemeinde
Weil die Leviim für sie zum Sühneopfer eingesetzt wurden, sollen sie kommen und bei ihrem Opfer stehen und ihre Hände auf sie stützen.
Raschi
Zelt der Zusammenkunft: אֹהֶל מוֹעֵד, das Mischkan.
וְהִקְרַבְתָּ֥ אֶת־הַלְוִיִּ֖ם לִפְנֵ֣י יְהוָ֑ה וְסָמְכ֧וּ בְנֵי־יִשְׂרָאֵ֛ל אֶת־יְדֵיהֶ֖ם עַל־הַלְוִיִּֽם׃
10
10
Und lass die Leviim hintreten vor den Ewigen und die Kinder Israel sollen ihre Hände auf die Leviim stützen.
die Kinder Israel sollen ihre Hände auf die Leviim stützen
Mit dieser סְמִיכָה (wörtl. Aufstützen) spricht das Volk aus, dass alles durch die Leviim Auszuführende in ihrem Namen geschehe und es ihr Wille sei, dass die Leviim ihre Stellvertreter dem Heiligtum gegenüber werden.
Rabbi Schimschon R. Hirsch
וְהֵנִיף֩ אַהֲרֹ֨ן אֶת־הַלְוִיִּ֤ם תְּנוּפָה֙ לִפְנֵ֣י יְהוָ֔ה מֵאֵ֖ת בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֑ל וְהָי֕וּ לַעֲבֹ֖ד אֶת־עֲבֹדַ֥ת יְהוָֽה׃
11
11
Wenn dann Aharon mit den Leviim eine Schwingung gemacht hat vor dem Ewigen, eine Gabe von den Kindern Israel, sind sie dazu bestimmt, den Dienst des Ewigen zu verrichten.
Wenn dann Aharon mit den Leviim eine Schwingung gemacht hat: wie das Schuldopfer des Aussätzigen lebend geschwungen werden muss.
Drei Schwingungen stehen in diesem Abschnitt. Die erste für die Söhne Kehat, darum steht bei ihnen וְהָיוּ לַעֲבֹד אֶת עֲבֹדַת ה׳ „sie sind es, die den Dienst des Ewigen verrichten“ , weil der Dienst des Allerheiligsten zu ihren Aufgaben zählte, die heilige Truhe und der Tisch. Die zweite für die Söhne Gerschon, darum steht bei ihnen (Vers 13), „eine Schwingung dem Ewigen“; denn auch sie hatten den Dienst des Heiligtums über, die Teppiche und Spangen, die im Allerheiligsten sichtbar waren. Und die dritte (Vers 15) für die Söhne Merari.
Raschi
וְהִבְדַּלְתָּ֙ אֶת־הַלְוִיִּ֔ם מִתּ֖וֹךְ בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֑ל וְהָ֥יוּ לִ֖י הַלְוִיִּֽם׃
14
14
So sollst du die Leviim aus der Mitte der Kinder Israel absondern, damit die Leviim Mir gehören.
damit die Leviim Mir gehören
וְהָיוּ לִי הַלְוִיִּם bedeutet וִיהוֹן מְשַׁמְּשִׁין קֳדָמַי לֵיוָאֵי „damit die Leviim vor Mir dienen“. [Targum Onkelos] וְהָיוּ לִי „Meine sind“ die Leviim und geliebt sind sie, denn Ich habe sie Mir nahegebracht. [Lekach Tow] וְהָיוּ לִי „Meine sind sie“ ist ein Ausdruck ihres herausragenden Vorzuges. [Ibn Esra] וְהָיוּ לִי „Für Mich“ seien alle ihre Gedanken und Absichten, auf G‑tt allein gerichtet, denn sie sind die Träger des Heiligtums.
Ha’amek Dawar