Der tägliche Chumasch-Abschnitt

27. Tamus 5786

Sonntag, 12. Juli 2026

Heute

Dewarim

1. Alija

(Dewarim 1:1 – 1:10)

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אֵ֣לֶּה הַדְּבָרִ֗ים אֲשֶׁ֨ר דִּבֶּ֤ר מֹשֶׁה֙ אֶל־כָּל־יִשְׂרָאֵ֔ל בְּעֵ֖בֶר הַיַּרְדֵּ֑ן בַּמִּדְבָּ֡ר בָּֽעֲרָבָה֩ מ֨וֹל ס֜וּף בֵּֽין־פָּארָ֧ן וּבֵֽין־תֹּ֛פֶל וְלָבָ֥ן וַחֲצֵרֹ֖ת וְדִ֥י זָהָֽב׃
1
1
Das sind die Worte, die Mosche zu ganz Israel sprach, auf dieser Seite des Jarden in der Wüste, in der Ebene gegenüber Suf, zwischen Paran und Tofel und Lawan und Chazerot und Di Sahaw.
Das sind die Worte
Weil es Worte der Zurechtweisung (תּוֹכָחָה) sind und die Torah hier alle Orte aufzählt, an denen sie den Ewigen erzürnten, darum sind sie hier nur andeutungsweise erwähnt, aus Rücksicht auf die Ehre Israels.
Raschi
zu ganz Israel
Wenn er nur einen Teil von ihnen zurechtgewiesen hätte, dann hätten jene auf der Straße gesagt: Ihr habt dem Sohn Amrams zugehört und kein Wort erwidert. Wären wir dort gewesen, dann hätten wir geantwortet! Darum versammelte Mosche sie alle und sagte zu ihnen: Seht, ihr seid alle hier. Und wer eine Antwort hat, der antworte.
Raschi
dem Sohn Amrams: Mosche Rabbenu, der ein Sohn Amrams war.
in der Wüste
Sie waren nicht in der Wüste, sondern in den Ebenen Moaws. Und was bedeutet „in der Wüste“? Weil sie G‑tt in der Wüste erzürnt hatten, indem sie sagten (Schem. 16:3) מִי יִתֵּן מוּתֵנוּ „Wären wir doch gestorben!“.
Raschi
in der Ebene
בָּעֲרָבָה „in der Ebene“ im Sinn von בִּשְׁבִיל הָעֲרָבָה „wegen der Ebene“, als sie mit [dem Götzendienst des] Baal Peor sündigten, in Schitim in den Ebenen Moaws (siehe Bam. 25:1).
Raschi
gegenüber Suf
מוֹל סוּף „gegenüber Suf“: wegen dessen, dass sie am Schilfmeer (יַם סוּף, Jam Suf) widerspenstig waren, als sie zum Schilfmeer kamen, indem sie sagten (Schem. 14:11) הֲמִבְּלִי אֵין קְבָרִים בְּמִצְרַיִם „gibt es etwa in Mizraim keine Gräber?“ Ebenso, als sie aus dem Meer weiterzogen, wie es heißt (Teh. 106:7) וַיַּמְרוּ עַל יָם בְּיַם סוּף „sie waren widerspenstig am Meer, im Schilfmeer“, wie in der Gemara Erechin (15a) vorkommt.
Raschi
zwischen Paran und Tofel und Lawan
Rabbi Jochanan sagt, ich habe die gesamte Torah durchgesehen und keine Stelle gefunden, die „Tofel“ und „Lawan“ erwähnt. Nur, Mosche wies sie zurecht wegen der Worte, mit denen sie das Man verleumdeten (שֶׁתָּפְלוּ עַל הַמָּן, ähnlich dem Wort Tofel ), das weiß war (לָבָן, Lawan), indem sie sagten (Bam. 21:5) וְנַפְשֵׁנוּ קָצָה בַּלֶּחֶם הַקְּלֹקֵל „uns ekelt vor der Verderben bringenden Speise“; und wegen dessen, was sie in der Wüste Paran durch die Kundschafter getan hatten.
Raschi
und Chazerot: beim Streit von Korach.
Andere Erklärung: der Ewige sagte zu ihnen, ihr hättet von dem lernen sollen, was Ich Miriam in Chazerot wegen der bösen Rede (לָשׁוֹן הָרָע) getan habe; und ihr habt dennoch gegen den Ewigen gesprochen.
Raschi
und Di Sahaw
Er wies sie wegen des Kalbes zurecht, das sie wegen des vielen Geldes gemacht hatten, wie es heißt (Hosch. 2:10) וְכֶסֶף הִרְבֵּיתִי לָהּ וְזָהָב עָשׂוּ לַבָּעַל „Silber habe ich ihr gemehrt und Gold, und sie fertigen einen Baal an“.
Raschi
אַחַ֨ד עָשָׂ֥ר יוֹם֙ מֵֽחֹרֵ֔ב דֶּ֖רֶךְ הַר־שֵׂעִ֑יר עַ֖ד קָדֵ֥שׁ בַּרְנֵֽעַ׃
2
2
Elf Tagesreisen sind es von Chorew auf dem Weg durch das Gebirge Se’ir bis Kadesch Barnea.
Elf Tagesreisen sind es von Chorew
Mosche sagte zu ihnen: Seht, was ihr verschuldet habt. Es gibt keinen kürzeren Weg vom Chorew bis nach Kadesch Barnea als den Weg durch das Gebirge Se’ir; und auch dieser Weg beträgt elf Tage. Ihr aber seid ihn in drei Tagen gegangen! Denn am 20. Ijar brachen sie vom Chorew auf, wie es heißt (Bam. 10:11) וַיְהִי בַּשָּׁנָה הַשֵּׁנִית בַּחֹדֶשׁ הַשֵּׁנִי בְּעֶשְׂרִים בַּחֹדֶשׁ „es war im zweiten Jahr, im zweiten Monat, am 20. des Monats …“ und am 29. Siwan schickten sie die Kundschafter von Kadesch Barnea weg (Taanit 29a). Ziehe davon die dreißig Tage ab, die sie sich in Kiwrot haTaawa aufhielten, wo sie einen ganzen Monat Fleisch aßen, und sieben Tage, die sie in Chazerot blieben, wo Miriam aus dem Lager ausgeschlossen war. So ergibt sich, dass sie in drei Tagen jenen ganzen Weg gingen. So sehr eilte die Schechina euretwegen, um euren Eintritt ins Land Israel zu beschleunigen! Weil ihr aber gesündigt habt, ließ Er euch vierzig Jahre um den Berg Se’ir herumziehen.
Raschi
וַיְהִי֙ בְּאַרְבָּעִ֣ים שָׁנָ֔ה בְּעַשְׁתֵּֽי־עָשָׂ֥ר חֹ֖דֶשׁ בְּאֶחָ֣ד לַחֹ֑דֶשׁ דִּבֶּ֤ר מֹשֶׁה֙ אֶל־בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֔ל כְּ֠כֹל אֲשֶׁ֨ר צִוָּ֧ה יְהוָ֛ה אֹת֖וֹ אֲלֵהֶֽם׃
3
3
Es war im 40. Jahr am 1. Tag des Monats Schwat, dem 11. Monat, sprach Mosche zu den Kindern Israel ganz so, wie der Ewige ihm befohlen hatte für sie,
Es war im vierzigsten Jahr
Das lehrt, dass er sie erst kurz vor seinem Tod zurechtwies. Von wem lernte er das? Von Jaakow, der seine Söhne auch erst kurz vor seinem Tod zurechtwies. Er sagte: „Mein Sohn Rëuwen, ich will dir sagen, warum ich dich alle diese Jahre nicht zurechtgewiesen habe. Damit du mich nicht verlassest, weggehest und dich meinem Bruder Esaw anschließest.“ Aus vier Gründen soll man erst kurz vor seinem Tod einen Menschen zurechtweisen. Damit man ihn nicht zurechtweise und nochmals zurechtweise. Damit nicht ein anderer sehe und man sich vor ihm schäme … wie in Sifre (Abschn. 2) steht. Ebenso wies Jehoschua Israel erst kurz vor seinem Tod zurecht. Ebenso Schmuel, wie es heißt (1 Schmu. 12:3) הִנְנִי עֲנוּ בִי „Hier bin ich, sagt gegen mich aus“. Ebenso David seinen Sohn Schlomo (siehe 1 Kön. 2:1).
Raschi
wie in Sifre steht: Der dritte Grund besteht darin, dass der Zurechtgewiesene keinen Groll gegen den Zurechtweisenden hegen soll. Der vierte Grund fehlt in den uns vorliegenden Ausgaben des Sifre. Gur Arye nennt als vierten Grund, damit die beiden Parteien nicht in einen Streit hineingezogen werden. Der Gaon von Wilna nennt als vierten Grund, wie Jaakow zu seinem Sohn Rëuwen sprach, damit der Zurechtgewiesene sich nicht abwende und stattdessen einem Dritten zuwende, der einen schädlichen Einfluss auf ihn hat.
אַחֲרֵ֣י הַכֹּת֗וֹ אֵ֚ת סִיחֹן֙ מֶ֣לֶךְ הָֽאֱמֹרִ֔י אֲשֶׁ֥ר יוֹשֵׁ֖ב בְּחֶשְׁבּ֑וֹן וְאֵ֗ת ע֚וֹג מֶ֣לֶךְ הַבָּשָׁ֔ן אֲשֶׁר־יוֹשֵׁ֥ב בְּעַשְׁתָּרֹ֖ת בְּאֶדְרֶֽעִי׃
4
4
nachdem er Sichon geschlagen hatte, König der Emorim, der in Cheschbon wohnte, und bei Edreï Og, König von Baschan, der in Aschtarot wohnte, geschlagen hatte.
nachdem er Sichon geschlagen hatte
Mosche sagte, wenn ich sie zurechtweise, bevor sie einen Teil des Landes betreten haben, so werden sie sagen, was hat dieser uns zu befehlen, was hat er uns Gutes getan. Er kommt nur, uns zu kränken und einen Vorwand zu suchen, weil er nicht die Kraft hat, uns ins Land zu bringen. Darum wartete Mosche, bis er Sichon und Og vor ihnen niedergeworfen hatte und ihnen deren Land gegeben hatte. Und dann erst wies er sie zurecht.
Raschi
Sichon, der in Cheschbon wohnte
Wenn Sichon nicht so stark gewesen wäre, hätte aber in Cheschbon gewohnt, so wäre er dadurch stark gewesen, weil die Stadt stark war. Und wäre es eine andere Stadt gewesen, und Sichon hätte in ihr gewohnt, so wäre sie dadurch stark gewesen, weil der König stark war. Umso mehr, wenn der König stark und auch die Stadt stark war.
Raschi
der in Aschtarot wohnte
Der König war stark und auch die Stadt.
Raschi
Aschtarot bedeutet Felsen und Stärke; wie (Ber. 14:5) עַשְׁתְּרֹת קַרְנַיִם „Aschtarot Karnaim“ (Felsenspitzen). Dieses Aschtarot ist Aschtarot Karnaim, wo die Riesen gewesen waren, die Amrafel schlug. So heißt es (ebd.) וַיַּכּוּ אֶת רְפָאִים בְּעַשְׁתְּרוֹת קַרְנַיִם „sie schlugen die Riesen in Aschtarot Karnaim“. Og war vor ihnen geflohen. Das bedeuten die Verse (Ber. 14:13) וַיָּבֹא הַפָּלִיט „es kam ein Geflohener“, und (Dew. 3:11) כִּי רַק עוֹג מֶלֶךְ הַבָּשָׁן נִשְׁאַר מִיֶּתֶר הָרְפָאִים „denn nur Og, der König von Baschan, war vom Rest der Riesen übriggeblieben“.
Raschi
Edreï ist der Name des Königreichs.
Raschi
בְּעֵ֥בֶר הַיַּרְדֵּ֖ן בְּאֶ֣רֶץ מוֹאָ֑ב הוֹאִ֣יל מֹשֶׁ֔ה בֵּאֵ֛ר אֶת־הַתּוֹרָ֥ה הַזֹּ֖את לֵאמֹֽר׃
5
5
Auf dieser Seite des Jarden im Land Moaw begann Mosche, diese Lehren zu erklären, indem er sagte:
begann Mosche
הוֹאִיל מֹשֶׁה „Mosche begann“, wie (Ber. 18:27) הִנֵּה נָא הוֹאַלְתִּי „siehe doch, ich habe begonnen“.
Raschi
diese Lehren zu erklären: in siebzig Sprachen erklärte er ihnen die Torah.
Raschi
in siebzig Sprachen erklärte er er die Torah: Hier heißt es בֵּאֵר אֶת הַתּוֹרָה הַזֹּאת „diese Lehren zu erklären“, und ebenso heißt es (Dew. 27:8) כָּל דִּבְרֵי הַתּוֹרָה הַזֹּאת בַּאֵר הֵיטֵב „alle Worte dieser Torah in deutlicher Erklärung“. Nach der Gematriaform Gilgul (גִלְגּוּל, wörtl. „Aufrollen“; dabei wird das Wort zuerst mit nur einem Buchstaben geschrieben, dann mit zwei, dann mit drei, bis das Wort zur Gänze ausgeschrieben ist) ergibt das Wort הֵיטֵב den Zahlenwert 70:
     ה, הי ,היט, היטב

5+15+24+26 = 70, ein Hinweis auf die siebzig Sprachen der Welt, in denen die Torah erklärt wird.
Misrachi
יְהוָ֧ה אֱלֹהֵ֛ינוּ דִּבֶּ֥ר אֵלֵ֖ינוּ בְּחֹרֵ֣ב לֵאמֹ֑ר רַב־לָכֶ֥ם שֶׁ֖בֶת בָּהָ֥ר הַזֶּֽה׃
6
6
Der Ewige, unser G‑tt, sprach zu uns am Chorew, wie folgt: Ihr seid lang genug gesessen an diesem Berg.
Ihr seid lang genug gesessen
Die Worte רַב לָכֶם שֶׁבֶת „Ihr seid lang genug gesessen“ sind nach dem einfachen Sinn zu verstehen.
Es gibt auch einen Midrasch dazu: ihr habt viel Größe und Gewinn erlangt durch euren Aufenthalt an diesem Berg: ihr habt das Mischkan, den Leuchter (מְנוֹרָה) und die Geräte angefertigt. Ihr habt die Torah empfangen. Ihr habt euch ein Sanhedrin [mit den siebzig Ältesten] eingesetzt, Oberste über Tausende, Oberste über Hunderte.
Raschi
פְּנ֣וּ׀ וּסְע֣וּ לָכֶ֗ם וּבֹ֨אוּ הַ֥ר הָֽאֱמֹרִי֮ וְאֶל־כָּל־שְׁכֵנָיו֒ בָּעֲרָבָ֥ה בָהָ֛ר וּבַשְּׁפֵלָ֥ה וּבַנֶּ֖גֶב וּבְח֣וֹף הַיָּ֑ם אֶ֤רֶץ הַֽכְּנַעֲנִי֙ וְהַלְּבָנ֔וֹן עַד־הַנָּהָ֥ר הַגָּדֹ֖ל נְהַר־פְּרָֽת׃
7
7
Wendet euch und zieht weiter und kommt ins Gebirge des Emori und zu all seinen benachbarten Gegenden in der Ebene, im Gebirge und in der Niederung und im Südland und an der Küste des Meeres in das Land der Kna’anim und des Libanon, bis zum großen Strom, dem Euphrat-Strom.
Wendet euch und zieht weiter: das ist der Weg nach Arad und Chorma.
Raschi
geht ins Gebirge der Emorim
וּבֹאוּ הַר הָאֱמֹרִי „geht ins Gebirge der Emorim“, wie der einfache Sinn ist.
Raschi
zu all seinen benachbarten Gegenden in der Ebene
וְאֶל כָּל שְׁכֵנָיו, [das sind die benachbarten Gebiete des Emori-Gebirges:] Amon und Moaw und das Gebirge Se’ir.
Raschi
in der Ebene
בָּעֲרָבָה ist eine waldige Ebene.
Raschi
im Gebirge
בָּהָר „im Gebirge“, das ist das Königsgebirge.
Raschi
in der Niederung
וּבַשְּׁפֵלָה „in der Niederung“, das ist die Niederung im Süden.
Raschi
an der Küste des Meeres: Aschkelon, Asa und Cæsarea usw., wie in Sifre (Abschn. 7) steht.
Raschi
Strom: großer Fluss.
bis zum großen Strom
Weil er mit dem Land Israel gemeinsam erwähnt wird, nennt ihn der Vers „den großen“. Ein Sprichwort sagt עֶבֶד מֶלֶךְ – מֶלֶךְ „der Knecht eines Königs ist auch ein König“; הִדָּבֵק לְשַׁחְוָר וְיִשְׁתַּחֲווּ לְךָ „schließe dich einem Herrn an, so bückt man sich auch vor dir“; קְרַב לְגַבֵּי דְּהִינָא וְאִידַּהֵן „nähere dich einem Gesalbten, dann wirst auch du nach Salböl duften“ (Sifre, Schewuot 47b).
Raschi
רְאֵ֛ה נָתַ֥תִּי לִפְנֵיכֶ֖ם אֶת־הָאָ֑רֶץ בֹּ֚אוּ וּרְשׁ֣וּ אֶת־הָאָ֔רֶץ אֲשֶׁ֣ר נִשְׁבַּ֣ע יְ֠הוָה לַאֲבֹ֨תֵיכֶ֜ם לְאַבְרָהָ֨ם לְיִצְחָ֤ק וּֽלְיַעֲקֹב֙ לָתֵ֣ת לָהֶ֔ם וּלְזַרְעָ֖ם אַחֲרֵיהֶֽם׃
8
8
Siehe, ich gebe vor euch das Land hin, geht hinein und nehmt das Land in Besitz, das der Ewige euren Vätern, Awraham, Jizchak und Jaakow, mit einem Schwur zugesagt hat, es ihnen zu geben und ihren Nachkommen nach ihnen.
Siehe, ich gebe
Ihr seht es mit euren Augen. Ich spreche nicht zu euch Ausgedachtes und Gehörtes.
Raschi
geht hinein und nehmt in Besitz
Keiner widersetzt sich der Sache, und ihr braucht keinen Krieg zu führen. Wenn sie nicht die Kundschafter geschickt hätten, so hätten sie keine Waffen gebraucht.
Raschi
euren Vätern
Warum erwähnt er dann noch „Awraham, Jizchak und Jaakow“? Awraham ist für sich allein würdig genug, Jizchak ist für sich allein würdig genug, Jaakow ist für sich allein würdig genug.
Raschi
וָאֹמַ֣ר אֲלֵכֶ֔ם בָּעֵ֥ת הַהִ֖וא לֵאמֹ֑ר לֹא־אוּכַ֥ל לְבַדִּ֖י שְׂאֵ֥ת אֶתְכֶֽם׃
9
9
Ich sagte zu euch in derselben Zeit, wie folgt: Ich allein kann euch nicht tragen.
Ich sagte … wie folgt
Was bedeutet hier das Wort לֵאמֹר? Mosche sagte zu ihnen, nicht von mir spreche ich zu euch, sondern auf Befehl des Ewigen.
Raschi
auf Befehl des Ewigen: לֵאמֹר, das Folgende zu sagen wurde mir von G‑tt aufgetragen.
Ich allein kann nicht
Ist es möglich, dass Mosche Rabbenu nicht in der Lage war, Israel zu richten, er, der sie aus Mizraim geführt hat, ihnen das Meer gespalten hat, ihnen das Man herabgebracht hat, die Wachteln herbeigeführt hat. Er war nicht in der Lage, sie zu richten? Nur, so sagte er zu ihnen: Der Ewige, euer G‑tt, hat euch groß gemacht, euch über eure Richter erhoben und erhöht. Er hat die Strafe von euch genommen und sie auf die Richter gelegt; und so sagte auch König Schlomo (1 Kön. 3:9) כִּי מִי יוּכַל לִשְׁפֹּט אֶת עַמְּךָ הַכָּבֵד הַזֶּה „denn wer schafft es, dieses Dein großes Volk zu richten?“ Ist es möglich, dass derjenige, von dem es heißt (1 Kön. 5:11) וַיֶּחְכַּם מִכָּל הָאָדָם „weiser war er als alle Menschen“, sagt „wer schafft es, zu richten“? Nur, so sagte Schlomo: Die Richter dieses Volkes gleichen nicht den Richtern der anderen Völker. Wenn bei jenen einer richtet, tötet, schlägt, erwürgt, das Recht beugt und beraubt, so macht es nichts. Von mir aber, wenn ich gegen das Recht auch nur zu Geld verurteile, wird das Leben gefordert; so steht (Mischle 22:23) וְקָבַע אֶת קֹבְעֵיהֶם נָפֶשׁ „und nimmt ihren Räubern das Leben“.
Raschi
יְהוָ֥ה אֱלֹהֵיכֶ֖ם הִרְבָּ֣ה אֶתְכֶ֑ם וְהִנְּכֶ֣ם הַיּ֔וֹם כְּכוֹכְבֵ֥י הַשָּׁמַ֖יִם לָרֹֽב׃
10
10
Der Ewige, euer G‑tt, hat euch vermehrt, ihr seid heute wie die Sterne des Himmels an Menge.
ihr seid heute wie die Sterne des Himmels an Menge
Waren sie denn an jenem Tag wie die Sterne des Himmels, sie waren doch nur 60 x 10.000. Was bedeutet also וְהִנְּכֶם הַיּוֹם „ihr seid heute“? Lies es als הִנְּכֶם מְשׁוּלִים כַּיּוֹם, ihr seid mit dem [vollen] Tag verglichen, [an dem Sonne und Mond leuchten, ebenso] werdet auch ihr ewig bestehen wie Sonne, Mond und Sterne.
Raschi