וַיִּקְרָ֣א מֹשֶׁה֮ אֶל־כָּל־יִשְׂרָאֵל֒ וַיֹּ֣אמֶר אֲלֵהֶ֗ם שְׁמַ֤ע יִשְׂרָאֵל֙ אֶת־הַחֻקִּ֣ים וְאֶת־הַמִּשְׁפָּטִ֔ים אֲשֶׁ֧ר אָנֹכִ֛י דֹּבֵ֥ר בְּאָזְנֵיכֶ֖ם הַיּ֑וֹם וּלְמַדְתֶּ֣ם אֹתָ֔ם וּשְׁמַרְתֶּ֖ם לַעֲשֹׂתָֽם׃
1
1
Mosche rief ganz Israel zusammen und sagte zu ihnen: Höre, Israel, die g‑ttlichen Anordnungen und die Rechtsvorschriften, die ich heute vor euren Ohren spreche — lernt sie und haltet sie, um sie auszuüben.
**Mittwoch, 22. Juli 2026 — ח מנחם‐אב תשפ״ו
Heute abend Fasttag 9. Aw**
לֹ֣א אֶת־אֲבֹתֵ֔ינוּ כָּרַ֥ת יְהוָ֖ה אֶת־הַבְּרִ֣ית הַזֹּ֑את כִּ֣י אִתָּ֗נוּ אֲנַ֨חְנוּ אֵ֥לֶּה פֹ֛ה הַיּ֖וֹם כֻּלָּ֥נוּ חַיִּֽים׃
3
3
Nicht mit unseren Vätern hat der Ewige diesen Bund geschlossen, sondern mit uns, wir, die wir hier heute alle leben.
Nicht mit unseren Vätern: Nicht nur mit unseren Vätern hat der Ewige diesen Bund geschlossen, sondern auch „mit uns, wir, die wir …“
Raschi
פָּנִ֣ים׀ בְּפָנִ֗ים דִּבֶּ֨ר יְהוָ֧ה עִמָּכֶ֛ם בָּהָ֖ר מִתּ֥וֹךְ הָאֵֽשׁ׃
4
4
Von Angesicht zu Angesicht sprach der Ewige mit euch auf dem Berg mitten aus dem Feuer.
Angesicht: ein schönes Wort für „Gesicht“.
von Angesicht zu Angesicht
Rabbi Berechja sagt, so sagte Mosche: Sagt nicht, dass ich euch mit Nichtigem täusche, wie es der Vermittler zwischen Verkäufer und Käufer oft tut. Seht her, der Verkäufer selbst spricht mit euch.
Raschi
Ein Zwischenhändler, der als Vermittler zwischen Verkäufer und Käufer agiert, beschönigt oft die Ware oder verbirgt Mängel, um den Kauf zu erwirken. Mosche war in gewissem Sinne der Mittler zwischen G‑tt und dem jüdischen Volk, wie der folgende Vers besagt: „Ich stand zwischen dem Ewigen und euch zu jener Zeit, um euch das Wort des Ewigen zu verkünden“. Damit nicht der Eindruck entstehe, Mosche habe G‑ttes Wort ergänzt oder gekürzt, betont er, dass G‑tt „von Angesicht zu Angesicht“ sprach.
Das bedeutet „von Angesicht zu Angesicht“: G‑tt sprach direkt zum Volk. Obwohl sie Ihn nicht sehen konnten, sprach Er sie ohne Vermittler an. [Beer Majim Chaim]
Obgleich der folgende Vers besagt, Mosche habe das Wort G‑ttes dem Volk übermittelt, bezieht sich das nur auf die letzten acht Gebote. Die ersten beiden Gebote hörten sie selbst direkt von G‑tt.
Ramban
אָ֠נֹכִי עֹמֵ֨ד בֵּין־יְהוָ֤ה וּבֵֽינֵיכֶם֙ בָּעֵ֣ת הַהִ֔וא לְהַגִּ֥יד לָכֶ֖ם אֶת־דְּבַ֣ר יְהוָ֑ה כִּ֤י יְרֵאתֶם֙ מִפְּנֵ֣י הָאֵ֔שׁ וְלֹֽא־עֲלִיתֶ֥ם בָּהָ֖ר לֵאמֹֽר׃
5
5
Und ich stand zwischen dem Ewigen und euch zu jener Zeit, um euch das Wort des Ewigen zu verkünden, denn ihr hattet Angst vor dem Feuer und stiegt nicht auf den Berg, denn ihr habt euch vor dem Feuer gefürchtet und seid nicht auf den Berg gestiegen. Und der Ewige sagte:
Und der Ewige sagte
Das Wort לֵאמֹר „sagte“ bezieht sich auf Vers 4 und 6: (Vers 4) „Von Angesicht zu Angesicht sprach der Ewige mit euch auf dem Berg mitten aus dem Feuer, (V. 5) und Er sagte, (V. 6) ,Ich bin der Ewige …‘“. (V. 5) „Zu jener Zeit stand ich zwischen dem Ewigen und euch.“
Raschi
לֹ֣א יִהְיֶ֥ה־לְךָ֛֩ אֱלֹהִ֥֨ים אֲחֵרִ֖֜ים עַל־פָּנָֽ֗יַ׃
7
7
Du sollst nicht haben die Götter anderer vor Meinem Angesicht.
vor Meinem Angesicht: überall, wo Ich bin – und das ist die ganze Welt.
Andere Erklärung: solange Ich bestehe.
Die Zehn Gebote habe ich bereits erklärt [in Paraschat Jitro, Schemot 20:1–14; hier ohne erneute Ausführung.].
Raschi
לֹֽ֣א־תַעֲשֶׂ֥ה־לְךָ֥֣ פֶ֣֙סֶל֙׀ כָּל־תְּמוּנָ֔֡ה אֲשֶׁ֤֣ר בַּשָּׁמַ֣֙יִם֙׀ מִמַּ֔֡עַל וַאֲשֶׁ֥ר֩ בָּאָ֖֨רֶץ מִתָּ֑֜חַת וַאֲשֶׁ֥ר בַּמַּ֖֣יִם׀ מִתַּ֥֣חַת לָאָֽ֗רֶץ׃
8
8
Du sollst dir kein Bild machen, keinerlei Abbildung von dem, was im Himmel oben ist, oder von dem, was auf der Erde unten ist, oder von dem, was im Wasser ist unter der Erde.
לֹא־תִשְׁתַּחֲוֶ֥֣ה לָהֶ֖ם֮ וְלֹ֣א תָעָבְדֵ֑ם֒ כִּ֣י אָנֹכִ֞י יְהוָ֤ה אֱלֹהֶ֙יךָ֙ אֵ֣ל קַנָּ֔א פֹּ֠קֵד עֲוֹ֨ן אָב֧וֹת עַל־בָּנִ֛ים וְעַל־שִׁלֵּשִׁ֥ים וְעַל־רִבֵּעִ֖ים לְשֹׂנְאָֽ֑י׃
9
9
Du sollst dich nicht bücken vor ihnen und sollst ihnen nicht dienen; denn Ich, der Ewige, dein G‑tt, bin ein gegen Vergehen eifernder G‑tt, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern, an der dritten und an der vierten Generation, an denen, die Mich hassen.
שָׁמ֣֛וֹר אֶת־י֥וֹם֩ הַשַּׁבָּ֖֨ת לְקַדְּשׁ֑֜וֹ כַּאֲשֶׁ֥ר צִוְּךָ֖֣׀ יְהוָ֥֣ה אֱלֹהֶֽ֗יךָ׃
12
12
Halte den Schabbat als Ruhetag, ihn zu heiligen, wie dir der Ewige, dein G‑tt, befohlen hat.
Halte
Und beim ersten Mal der Zehn Gebote (Schem. 20:8) steht זָכוֹר אֶת יוֹם הַשַּׁבָּת לְקַדְּשׁוֹ „Gedenke des Schabbattages, um ihn zu heiligen“. Beides – das „Gedenke“ und das „Halte“ – wurde durch einen Ausspruch und ein Wort gesagt und von den Menschen in einem Mal gehört.
Raschi
wie dir befohlen hat: vor dem Geben der Torah, nämlich in Mara (Schabbat 87b).
Raschi
וְי֙וֹם֙ הַשְּׁבִיעִ֜֔י שַׁבָּ֖֣ת׀ לַיהוָ֖֣ה אֱלֹהֶ֑֗יךָ לֹ֣א תַעֲשֶׂ֣ה כָל־מְלָאכָ֡ה אַתָּ֣ה וּבִנְךָֽ־וּבִתֶּ֣ךָ וְעַבְדְּךָֽ־וַ֠אֲמָתֶךָ וְשׁוֹרְךָ֨ וַחֲמֹֽרְךָ֜ וְכָל־בְּהֶמְתֶּ֗ךָ וְגֵֽרְךָ֙ אֲשֶׁ֣ר בִּשְׁעָרֶ֔יךָ לְמַ֗עַן יָנ֛וּחַ עַבְדְּךָ֥ וַאֲמָתְךָ֖ כָּמֽ֑וֹךָ׃
14
14
aber am siebten Tag ist ein Ruhetag dem Ewigen, deinem G‑tt; du sollst keinerlei Arbeit tun, du und dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin und dein Ochse und dein Esel und all dein Vieh, und dein Fremder, der in deinen Toren ist, damit dein Sklave und deine Sklavin ruhen, so wie du selbst.
וְזָכַרְתָּ֞֗ כִּ֣י־עֶ֤֥בֶד הָיִ֣֙יתָ֙׀ בְּאֶ֣רֶץ מִצְרַ֔֗יִם וַיֹּצִ֨אֲךָ֜֩ יְהוָ֤֨ה אֱלֹהֶ֤֙יךָ֙ מִשָּׁ֔ם֙ בְּיָ֤֥ד חֲזָקָ֖ה֙ וּבִזְרֹ֣עַ נְטוּיָ֑֔ה עַל־כֵּ֗ן צִוְּךָ֙ יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֔יךָ לַעֲשׂ֖וֹת אֶת־י֥וֹם הַשַּׁבָּֽת׃
15
15
Du sollst gedenken, dass du Sklave warst im Land Mizraim und der Ewige, dein G‑tt, dich herausführte von dort mit starker Hand und ausgestrecktem Arm. Darum befahl dir der Ewige, dein G‑tt, den Schabbat als Ruhetag zu halten.
Du sollst gedenken, dass du Sklave warst
Zu diesem Zweck hat Er dich erlöst, damit du Ihm ein Diener seist und Seine Gebote hütest.
Raschi
כַּבֵּ֤ד אֶת־אָבִ֙יךָ֙ וְאֶת־אִמֶּ֔ךָ כַּאֲשֶׁ֥ר צִוְּךָ֖ יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֑יךָ לְמַ֣עַן׀ יַאֲרִיכֻ֣ן יָמֶ֗יךָ וּלְמַ֙עַן֙ יִ֣יטַב לָ֔ךְ עַ֚ל הָֽאֲדָמָ֔ה אֲשֶׁר־יְהוָ֥ה אֱלֹהֶ֖יךָ נֹתֵ֥ן לָֽךְ׃
16
16
Ehre deinen Vater und deine Mutter, so wie dir der Ewige, dein G‑tt, befohlen hat, damit du lange lebest und damit es dir gut ergehe auf dem Boden, den der Ewige, dein G‑tt, dir gibt.
wie dir befohlen hat
Auch die Ehrung von Vater und Mutter wurde ihnen in Mara befohlen, so heißt es (Schem. 15:25) שָׁם שָׂם לוֹ חֹק וּמִשְׁפָּט „dort gab Er ihm g‑ttliche Anordnung und Rechtsvorschrift“ (Sanh. 56b).
Raschi
לֹ֥֖א תִּֿרְצָֽח׃ וְלֹ֖֣א תִּֿנְאָֽ֑ף׃ וְלֹ֖֣א תִּֿגְנֹֽ֔ב׃ וְלֹֽא־תַעֲנֶ֥ה בְרֵֽעֲךָ֖ עֵ֥ד שָֽׁוְא׃
17
17
Du sollst nicht morden. Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht aussagen gegen deinen Nächsten als ein falscher Zeuge.
Du sollst nicht ehebrechen
Der Ausdruck נֵאוּף „Ehebruch“ bezieht sich auf die Sünde mit der Ehefrau eines Mannes.
Raschi
וְלֹ֥א תַחְמֹ֖ד אֵ֣שֶׁת רֵעֶ֑ךָ וְלֹ֨א תִתְאַוֶּ֜ה בֵּ֣ית רֵעֶ֗ךָ שָׂדֵ֜הוּ וְעַבְדּ֤וֹ וַאֲמָתוֹ֙ שׁוֹר֣וֹ וַחֲמֹר֔וֹ וְכֹ֖ל אֲשֶׁ֥ר לְרֵעֶֽךָ׃
18
18
Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten. Und begehre nicht das Haus deines Nächsten, sein Feld oder seinen Sklaven oder seine Sklavin, seinen Ochsen oder seinen Esel oder alles, was deinem Nächsten gehört.
Und begehre nicht
Der Ausdruck וְלֹא תִתְאַוֶּה „und begehre nicht“ wird vom Targum übersetzt als וְלָא תִרּוֹג, auch das ein Ausdruck für „begehren“, „verlangen“; wie im Vers (Ber. 2:9) נֶחְמָד לְמַרְאֶה „lieblich zum Ansehen“, das der Targum übersetzt mit דִּמְרַגַּג לְמִחְזֵי „begehrenswert zum Ansehen“.
Raschi