Der tägliche Chumasch-Abschnitt

9. Elul 5786

Samstag, 22. August 2026

Heute

Ki Teze

7. Alija

(Dewarim 24:14 – 25:19)

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לֹא־תַעֲשֹׁ֥ק שָׂכִ֖יר עָנִ֣י וְאֶבְי֑וֹן מֵאַחֶ֕יךָ א֧וֹ מִגֵּרְךָ֛ אֲשֶׁ֥ר בְּאַרְצְךָ֖ בִּשְׁעָרֶֽיךָ׃
14
14
Du sollst nicht unterdrücken den Lohn eines Tagarbeiters, der arm und elend ist, von deinen Brüdern oder von deinem Fremden, der in deinem Land, in deinen Toren, ist.
Du sollst nicht unterdrücken den Lohn eines Tagarbeiters
Steht das nicht bereits in der Torah? Nur übertritt er beim Arbeiter, „der arm und elend ist“, zwei Verbote: לֹא תַעֲשֹׁק שְׂכַר שָׂכִיר שֶׁהוּא עָנִי וְאֶבְיוֹן „Du sollst nicht unterdrücken den Lohn eines Tagarbeiters“, „der arm und elend ist“. Und bezüglich des Reichen ist bereits verwarnt (Waj. 19:13) לֹא תַעֲשֹׁק אֶת רֵעֲךָ „Bedrücke deinen Nächsten nicht“.
Raschi
Steht das nicht bereits in der Torah?: In Paraschat Kedoschim heißt es (Waj. 19:13) לֹא תַעֲשֹׁק אֶת רֵעֲךָ וְלֹא תִגְזֹל לֹא תָלִין פְּעֻלַּת שָׂכִיר אִתְּךָ עַד בֹּקֶר „Du sollst deinen Nächsten nicht unterdrücken und nicht berauben, der Lohn für die Arbeit des Taglöhners darf nicht übernachten bei dir bis zum Morgen“.
elend
אֶבְיוֹן – הַתָּאֵב לְכָל דָּבָר, ein Armer, der jeder Sache bedarf.
Raschi
von deinem Fremden
Das ist der Ger Zedek.
Raschi
Ger Zedek: der alle Mizwot der Torah auf sich genommen hat.
in deinen Toren
Das ist der Ger Toschaw, der gefallenes Fleisch isst (אוֹכֵל נְבֵלוֹת).
Ger Toschaw: der nur die sieben Gebote Noachs angenommen hat.
gefallenes Fleisch: hebr. נְבֵלָה. Ein koscheres Tier, das nicht nach den Vorgaben der Halacha geschächtet wurde.
in deinem Land: fügt den Lohn für Vieh und Geräte hinzu.
Raschi
בְּיוֹמוֹ֩ תִתֵּ֨ן שְׂכָר֜וֹ וְֽלֹא־תָב֧וֹא עָלָ֣יו הַשֶּׁ֗מֶשׁ כִּ֤י עָנִי֙ ה֔וּא וְאֵלָ֕יו ה֥וּא נֹשֵׂ֖א אֶת־נַפְשׁ֑וֹ וְלֹֽא־יִקְרָ֤א עָלֶ֙יךָ֙ אֶל־יְהוָ֔ה וְהָיָ֥ה בְךָ֖ חֵֽטְא׃
15
15
Am selben Tag noch sollst du ihm seinen Lohn geben, es soll nicht die Sonne darüber untergehen; denn er ist arm und darauf richtet er seine Seele, damit er nicht deinetwegen zum Ewigen rufe, und auf dir eine Sünde sei.
darauf richtet er seine Seele
וְאֵלָיו הוּא נוֹשֵׂא אֶת נַפְשׁוֹ „darauf richtet er seine Seele“: für diesen Lohn setzt er seine Seele dem Tod aus, indem er eine Mauer besteigt und auf einen Baum klettert (Bawa Mezia 112a).
Raschi
und auf dir eine Sünde sei: auf jeden Fall. Nur wird die Strafe beschleunigt, wenn er ruft.
Raschi
לֹֽא־יוּמְת֤וּ אָבוֹת֙ עַל־בָּנִ֔ים וּבָנִ֖ים לֹא־יוּמְת֣וּ עַל־אָב֑וֹת אִ֥ישׁ בְּחֶטְא֖וֹ יוּמָֽתוּ׃
16
16
Es sollen nicht getötet werden Väter für Kinder, und Kinder sollen nicht getötet werden für Väter; ein jeder Mann sterbe für seine eigene Sünde.
Es sollen nicht getötet werden Väter für Kinder
עַל בָּנִים, durch die Zeugenaussage der Kinder. Solltest du aber sagen, wegen der Schuld der Kinder, so steht schon אִישׁ בְּחֶטְאוֹ יוּמָתוּ „ein jeder Mann sterbe wegen seiner eigenen Sünde“. Wer aber noch kein Mann ist, kann wegen der Schuld seines Vaters sterben, Kinder sterben wegen der Schuld ihrer Eltern durch himmlische Fügung.
Raschi
לֹ֣א תַטֶּ֔ה מִשְׁפַּ֖ט גֵּ֣ר יָת֑וֹם וְלֹ֣א תַחֲבֹ֔ל בֶּ֖גֶד אַלְמָנָֽה׃
17
17
Du sollst nicht beugen das Recht eines Fremden (Ger), einer Waise und nicht pfänden das Kleid einer Witwe.
Du sollst nicht beugen das Recht eines Fremden *(Ger), einer Waise*
Und auf den Reichen ist er bereits verwarnt (Dew. 16:19) לֹא תַטֶּה מִשְׁפָּט „beuge nicht das Recht“. Der Vers wiederholt es beim Armen, dass er bei ihm zwei Verbote übertritt. Weil es leichter ist, das Recht des Armen zu beugen als das des Reichen, darum warnt die Torah bei ihm wiederholt.
Raschi
וְזָכַרְתָּ֗ כִּ֣י עֶ֤בֶד הָיִ֙יתָ֙ בְּמִצְרַ֔יִם וַֽיִּפְדְּךָ֛ יְהוָ֥ה אֱלֹהֶ֖יךָ מִשָּׁ֑ם עַל־כֵּ֞ן אָנֹכִ֤י מְצַוְּךָ֙ לַעֲשׂ֔וֹת אֶת־הַדָּבָ֖ר הַזֶּֽה׃
18
18
Und gedenke, dass du ein Sklave gewesen bist in Mizraim und dich der Ewige, dein G‑tt, von dort erlöst hat. Darum befehle Ich dir, das zu tun.
Und gedenke: dazu habe Ich dich erlöst, dass du Meine Gesetze hütest, selbst, wenn die Sache mit Geldverlust verbunden ist.
Raschi
כִּ֣י תִקְצֹר֩ קְצִֽירְךָ֨ בְשָׂדֶ֜ךָ וְשָֽׁכַחְתָּ֧ עֹ֣מֶר בַּשָּׂדֶ֗ה לֹ֤א תָשׁוּב֙ לְקַחְתּ֔וֹ לַגֵּ֛ר לַיָּת֥וֹם וְלָאַלְמָנָ֖ה יִהְיֶ֑ה לְמַ֤עַן יְבָרֶכְךָ֙ יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֔יךָ בְּכֹ֖ל מַעֲשֵׂ֥ה יָדֶֽיךָ׃
19
19
Wenn du erntest deine Ernte auf deinem Feld, und du vergisst eine Garbe auf dem Feld, dann sollst du nicht zurückkehren, sie zu holen; dem Fremden, der Waise und der Witwe soll sie gehören; damit dich der Ewige, dein G‑tt, segnet in allen Werken deiner Hände.
und du vergisst eine Garbe: aber nicht einen Getreidehaufen. Von hier lernten die Weisen (Pea 6:6), wenn eine Garbe zwei Sea enthält und er sie vergisst, so ist das nicht Vergessenes (שִׁכְחָה).
Raschi
1 Sea: Hohlmaß für Feststoffe und Flüssigkeiten, entspricht ca. 8,3 kg.
auf dem Feld: fügt Vergessenes an stehendem Getreide hinzu; wenn er nämlich einen Teil vergessen hat zu schneiden.
Raschi
sollst du nicht zurückkehren, sie zu holen
Von hier haben die Weisen gelernt (Pea 6:4): Was hinter dem Schnitter liegt, ist Vergessenes. Was vor ihm liegt, ist nicht Vergessenes, weil dabei nicht zutrifft לֹא תָשׁוּב „kehre nicht zurück“.
Raschi
damit dich der Ewige, dein G‑tt, segnet: obwohl ihm das ohne Absicht zu Händen gekommen ist. Umso mehr, wenn jemand mit Absicht Gutes tut. Es ergibt sich daraus, dass wenn jemand einen Schekel verliert und ein Armer ihn findet und sich damit ernährt, jener dafür gesegnet wird.
Raschi
כִּ֤י תַחְבֹּט֙ זֵֽיתְךָ֔ לֹ֥א תְפָאֵ֖ר אַחֲרֶ֑יךָ לַגֵּ֛ר לַיָּת֥וֹם וְלָאַלְמָנָ֖ה יִהְיֶֽה׃
20
20
Wenn du die Oliven an deinem Baum abschlägst, sollst du nicht seine Krone abtragen hinter dir: dem Fremden, der Waise und der Witwe soll es gehören.
sollst du nicht seine Krone abtragen
לֹא תְפַאֵר, Nimm nicht den Wipfel (תִּפְאַרְתּוֹ) von ihm. Von hier geht hervor, dass man auch an den Bäumen eine Ecke (פֵּאָה) stehenlässt (Chulin 131b). [Raschi]
[Raschi kann auch auf folgende Weise verstanden werden:] לֹא תְפַאֵר, Nimm nicht seine ganze Pracht (תִּפְאַרְתּוֹ) von ihm – all seine Früchte, die des Baumes Pracht sind (Rabbenu Bechaje). Von hier geht hervor, dass man auch an den Bäumen eine Ecke (פֵּאָה) stehenlässt.
Raschi
an den Bäumen eine Ecke (פֵּאָה) stehenlässt: Während der Ernte lässt der Eigentümer Baumfrüchte zurück für die Armen. [Rambam, Hil. Matnot Aniim 1:2]
Das Wort תְפַאֵר kommt von נְטִילַת פְּאֵר („Abnehmen der Pracht“). Der hervorragende Teil wird פְּאֵר „Pracht“ genannt, weil er schmückt. Die Früchte sind Pracht und Schmuck des Baumes.
Radak, שורש פאר
hinter dir
אַחֲרֶיךָ „nach dir“: das ist Vergessenes (שִׁכְחָה).
Raschi
כִּ֤י תִבְצֹר֙ כַּרְמְךָ֔ לֹ֥א תְעוֹלֵ֖ל אַחֲרֶ֑יךָ לַגֵּ֛ר לַיָּת֥וֹם וְלָאַלְמָנָ֖ה יִהְיֶֽה׃
21
21
Wenn du in deinem Weinberg Lese hältst, nimm nicht hinterher die kleinen Trauben: dem Fremden, der Waise und der Witwe soll es gehören.
Lese hältst: Weintrauben erntest.
nimm nicht die kleinen Trauben
לֹא תְעוֹלֵל „nimm nicht die kleinen Trauben“. Wenn du kleine Trauben im Weinberg findest, nimm sie nicht. Was sind kleine Trauben? Alles, was keine Schulter und keine Tropfenform hat (לֹא כָּתֵף וְלֹא נָטֵף). Hat es eins von ihnen, so gehört es dem Besitzer. Im Jerusalemer Talmud (Peah 7:3) habe ich gesehen: Was versteht man unter „Schulter“ (כָּתֵף)? Zweige übereinander. Tropfenform sind die Beeren, die am Rückgrat befestigt sind und herabhängen.
Raschi
וְזָ֣כַרְתָּ֔ כִּי־עֶ֥בֶד הָיִ֖יתָ בְּאֶ֣רֶץ מִצְרָ֑יִם עַל־כֵּ֞ן אָנֹכִ֤י מְצַוְּךָ֙ לַעֲשׂ֔וֹת אֶת־הַדָּבָ֖ר הַזֶּֽה׃
22
22
Und gedenke, dass du ein Sklave gewesen bist im Land Mizraim. Darum befehle Ich dir, diese Sache zu tun.
כִּֽי־יִהְיֶ֥ה רִיב֙ בֵּ֣ין אֲנָשִׁ֔ים וְנִגְּשׁ֥וּ אֶל־הַמִּשְׁפָּ֖ט וּשְׁפָט֑וּם וְהִצְדִּ֙יקוּ֙ אֶת־הַצַּדִּ֔יק וְהִרְשִׁ֖יעוּ אֶת־הָרָשָֽׁע׃
1
1
Wenn Streit ist zwischen Männern und sie vor Gericht treten und man sie richtet, man erklärt für gerecht den Gerechten und für schuldig den Schuldigen.
Wenn Streit ist: so werden sie zuletzt zum Gericht kommen. Daraus ergibt sich, dass vom Streit kein Frieden kommt. Was verursachte Lot, [der mit Awraham zog,] dass er sich von dem Gerechten trennte? Das war der Streit.
Raschi
(1—2) man erklärt für schuldig den Schuldigen
Ich hätte nun meinen können, dass alle, die im Gericht für schuldig erklärt werden, mit Malkot gestraft werden. Darum heißt es (Vers 2) וְהָיָה אִם בִּן הַכּוֹת הָרָשָׁע „und es geschehe, wenn der Schuldige Schläge verdient“: in manchen Fällen wird er geschlagen, in manchen Fällen wird er nicht geschlagen.
Und wer geschlagen wird, kannst du aus dem Zusammenhang entnehmen (Vers 4) לֹא תַחְסוֹם שׁוֹר בְּדִישׁוֹ „binde dem Ochsen nicht das Maul zu, wenn er drischt“. Also wer ein Verbot übertritt, das nicht in ein Gebot aufgelöst ist (לָאו שֶׁלֹּא נִתַּק לַעֲשֵׂה). [Raschi]


Malkot: Körperstrafe durch Hiebe.
Malkot: Körperstrafe durch Hiebe.
וְהָיָ֛ה אִם־בִּ֥ן הַכּ֖וֹת הָרָשָׁ֑ע וְהִפִּיל֤וֹ הַשֹּׁפֵט֙ וְהִכָּ֣הוּ לְפָנָ֔יו כְּדֵ֥י רִשְׁעָת֖וֹ בְּמִסְפָּֽר׃
2
2
Dann geschehe es, wenn der Schuldige Schläge verdient, dann lasse der Richter ihn niederbeugen, dass man ihn auf seine Vorderseite schlage, nach Verhältnis seiner Schuld in einer bestimmten Anzahl.
dann lasse der Richter ihn niederbeugen
Das lehrt, dass man ihm die Schläge erteilt, nicht während er aufrecht steht oder sitzt, sondern während er gebeugt ist.
Raschi
auf seine Vorderseite, nach Verhältnis seiner Sünde
Von hier haben die Weisen gelehrt, „auf seine Vorderseite“ – ein Drittel der Schläge, und auf seinen Rücken zwei Drittel.
Raschi
Zahl
בְּמִסְפָּר „Anzahl“. Es ist nicht בַּמִּסְפָּר punktiert, sondern בְּמִסְפָּר. Das lehrt, dass das Wort mit dem folgenden verbunden ist, um zu sagen: eine Anzahl bis vierzig, aber nicht volle vierzig. Sondern eine Anzahl, die hinführt und zu vierzig gelangen lässt, das sind neununddreißig (Makot 22b).
Raschi
אַרְבָּעִ֥ים יַכֶּ֖נּוּ לֹ֣א יֹסִ֑יף פֶּן־יֹסִ֨יף לְהַכֹּת֤וֹ עַל־אֵ֙לֶּה֙ מַכָּ֣ה רַבָּ֔ה וְנִקְלָ֥ה אָחִ֖יךָ לְעֵינֶֽיךָ׃
3
3
Die höchste Zahl an Schlägen ist ein Schlag weniger als vierzig, somit neununddreißig Schläge. Neununddreißig oder weniger, je nach einer vorausgegangenen Untersuchung des körperlichen Zustandes des Verurteilten, lasse er ihm geben; eine geringere Anzahl ist zulässig, aber nicht mehr, dass er ihn nicht mehr als die zuvor festgelegte Anzahl schlagen lasse, übermäßiges Schlagen, und dein Bruder vor deinen Augen entwürdigt werde.
nicht mehr
לֹא יוֹסִיף, wörtl. „er fahre nicht fort [mit den Schlägen]“. Hier ist eine Verwarnung für den enthalten, der den Nächsten schlägt.
Raschi
und dein Bruder vor deinen Augen entwürdigt werde
Den ganzen Tag [in den Versen bisher] nennt die Torah ihn einen רָשָׁע („Bösen“). Aber nachdem er geschlagen wurde [und damit für sein Vergehen gesühnt hat], nennt sie ihn אָחִיךָ „deinen Bruder“.
Raschi
לֹא־תַחְסֹ֥ם שׁ֖וֹר בְּדִישֽׁוֹ׃
4
4
Binde dem Ochsen nicht das Maul zu, wenn er drischt.
Binde dem Ochsen nicht das Maul zu
Der Vers spricht von dem, was gewöhnlich vorkommt, ebenso irgendeinem anderen Vieh oder Wild oder Geflügel, die eine Arbeit an Essbarem verrichten. Warum steht dann aber „dem Ochsen“? Um den Menschen auszuschließen.
Raschi
dreschen: die Körner aus den Ähren des Getreides herauslösen.
wenn er drischt
בְּדִישׁוֹ, wörtl. „bei seinem Dreschen“. Ich könnte meinen, man dürfe ihm vorher draußen das Maul zubinden. Darum steht zuerst לֹא תַחְסֹם שׁוֹר „Binde dem Ochsen nicht das Maul zu“, auf keinen Fall. Und warum steht „Dreschen“? Um dir zu sagen, gleich Dreschen, das sich auf eine Sache bezieht, deren Arbeit [bezüglich des Ma∙asser und Challa] noch nicht vollendet ist und die aus der Erde wächst, ist jede andere ähnliche Arbeit. Damit ist Melken, Käsemachen, Butterbereitung ausgeschlossen, weil Milch nicht aus der Erde wächst. Zudem ist Kneten und Formen des Teiges ausgeschlossen, weil ihre Arbeit für Challa schon vollendet ist. Zudem ist das Trennen von Datteln und trockenen Feigen ausgeschlossen, weil ihre Arbeit für Ma∙asser-Absonderung schon vollendet ist.
Raschi
Ma∙asser: vom Wort עֶשֶׂר (esser) „zehn“, die Zehntabgabe.
Challa: die Brotabgabe.
כִּֽי־יֵשְׁב֨וּ אַחִ֜ים יַחְדָּ֗ו וּמֵ֨ת אַחַ֤ד מֵהֶם֙ וּבֵ֣ן אֵֽין־ל֔וֹ לֹֽא־תִהְיֶ֧ה אֵֽשֶׁת־הַמֵּ֛ת הַח֖וּצָה לְאִ֣ישׁ זָ֑ר יְבָמָהּ֙ יָבֹ֣א עָלֶ֔יהָ וּלְקָחָ֥הּ ל֛וֹ לְאִשָּׁ֖ה וְיִבְּמָֽהּ׃
5
5
Wenn Brüder zusammen wohnen und einer von ihnen stirbt und kein Kind hinterlässt, dann soll die Frau des Verstorbenen nicht außerhalb die Ehefrau eines fremden Mannes werden; sondern ihr Schwager soll zu ihr kommen und sie zur Ehefrau nehmen, und die Schwagerehe mit ihr eingehen.
Wenn Brüder zusammen wohnen
כִּי יֵשְׁבוּ אַחִים יַחְדָּו „Wenn Brüder zusammen wohnen“: sie leben gleichzeitig. Das schließt die Frau desjenigen Bruders aus, der mit dem anderen nicht gleichzeitig lebte.
Raschi
zusammen
יַחְדָּו „zusammen“: Brüder, die im Erben „zusammengehören“. Das schließt den Bruder mütterlicherseits aus.
Raschi
und kein Kind hinterlässt
Forsche nach, ob ein Sohn oder eine Tochter vorhanden sind, oder ein Sohn eines Sohnes oder eine Tochter eines Sohnes, oder ein Sohn einer Tochter oder eine Tochter einer Tochter (Jewamot 22b).
Raschi
וְהָיָ֗ה הַבְּכוֹר֙ אֲשֶׁ֣ר תֵּלֵ֔ד יָק֕וּם עַל־שֵׁ֥ם אָחִ֖יו הַמֵּ֑ת וְלֹֽא־יִמָּחֶ֥ה שְׁמ֖וֹ מִיִּשְׂרָאֵֽל׃
6
6
Und es sei der Erstgeborene, wenn sie gebärt, er stehe für den Namen seines verstorbenen Bruders ein, damit nicht sein Name aus Israel erlösche.
Und es sei der Erstgeborene
Der Älteste der Brüder vollziehe mit ihr die Schwagerehe.
Raschi
wenn sie gebärt
Das schließt eine zur Schwangerschaft unfähige Frau aus (אַיְלוֹנִית).
Raschi
er stehe für den Namen seines verstorbenen Bruders ein
Derjenige, der mit seiner Frau die Schwagerehe vollzogen hat, erhalte das Erbe des Verstorbenen von den Gütern ihres Vaters.
Raschi
damit nicht sein Name aus Israel erlösche
Das schließt die Frau eines zeugungsunfähigen Mannes (סָרִיס) aus, dessen Namen schon ausgelöscht ist.
Raschi
וְאִם־לֹ֤א יַחְפֹּץ֙ הָאִ֔ישׁ לָקַ֖חַת אֶת־יְבִמְתּ֑וֹ וְעָלְתָה֩ יְבִמְתּ֨וֹ הַשַּׁ֜עְרָה אֶל־הַזְּקֵנִ֗ים וְאָֽמְרָה֙ מֵאֵ֨ין יְבָמִ֜י לְהָקִ֨ים לְאָחִ֥יו שֵׁם֙ בְּיִשְׂרָאֵ֔ל לֹ֥א אָבָ֖ה יַבְּמִֽי׃
7
7
Gefällt es aber dem Mann nicht, seine Schwägerin zur Ehefrau zu nehmen, dann geht seine Schwägerin hinauf ans Tor zu den Ältesten und sagt: Es verweigert mein Schwager, seinem Bruder einen Namen in Israel zu erhalten. Er will die Schwagerehe mit mir nicht eingehen.
ans Tor
הַשַּׁעְרָה, wie der Targum sagt לִתְרַע בֵּית דִּינָא, „ans Tor des Gerichts“.
Raschi
וְקָֽרְאוּ־ל֥וֹ זִקְנֵי־עִיר֖וֹ וְדִבְּר֣וּ אֵלָ֑יו וְעָמַ֣ד וְאָמַ֔ר לֹ֥א חָפַ֖צְתִּי לְקַחְתָּֽהּ׃
8
8
Dann sollen ihn rufen die Ältesten der Stadt und mit ihm reden. Wenn er aufsteht und sagt: Mir gefällt es nicht, sie zu nehmen.
Wenn er aufsteht
וְעָמַד „er steht auf“, d.h. er stehe.
Raschi
und sagt: in der heiligen Sprache (Hebräisch); und auch ihre Worte seien in der heiligen Sprache.
Raschi
וְנִגְּשָׁ֨ה יְבִמְתּ֣וֹ אֵלָיו֮ לְעֵינֵ֣י הַזְּקֵנִים֒ וְחָלְצָ֤ה נַעֲלוֹ֙ מֵעַ֣ל רַגְל֔וֹ וְיָרְקָ֖ה בְּפָנָ֑יו וְעָֽנְתָה֙ וְאָ֣מְרָ֔ה כָּ֚כָה יֵעָשֶׂ֣ה לָאִ֔ישׁ אֲשֶׁ֥ר לֹא־יִבְנֶ֖ה אֶת־בֵּ֥ית אָחִֽיו׃
9
9
Dann soll seine Schwägerin zu ihm hintreten vor den Augen der Ältesten und seinen Schuh von seinem Fuß abziehen und ausspucken vor ihm, und dann soll sie beginnen und sagen: So geschieht dem Mann, der nicht das Haus seines Bruders erbaut.
ausspucken vor ihm: auf die Erde.
Raschi
der nicht das Haus seines Bruders erbaut
Von hier geht hervor, dass wer Chaliza vollzogen hat, die Schwagerehe nicht mehr vollziehen kann. Denn es steht nicht בָּנָה („erbaut hat“), sondern יִבְנֶה „erbauen wird“. Wenn er nicht erbaut hat, darf er nicht mehr erbauen.
Raschi
Chaliza: Das hier beschriebene Verfahren, das die Witwe eines kinderlos Verstorbenen von der Pflicht befreit, einen der Brüder ihres verstorbenen Gatten zu heiraten, und ihr eine erneute Heirat erlaubt. Der Begriff Chaliza leitet sich vom Ausziehen („Chaliza“, וְחָלְצָה נַעֲלוֹ) einer besonderen Sandale vom Fuß eines der Brüder des verstorbenen Gatten durch die Witwe ab.
וְנִקְרָ֥א שְׁמ֖וֹ בְּיִשְׂרָאֵ֑ל בֵּ֖ית חֲל֥וּץ הַנָּֽעַל׃
10
10
Und sein Name werde genannt in Israel: Das Haus des Schuh-Entzogenen.
Und sein Name werde genannt
Es ist für alle, die dabeistehen, eine Mizwa, zu sagen: חֲלוּץ הַנַּעַל „des Schuh-Entzogenen“.
Raschi
כִּֽי־יִנָּצ֨וּ אֲנָשִׁ֤ים יַחְדָּו֙ אִ֣ישׁ וְאָחִ֔יו וְקָֽרְבָה֙ אֵ֣שֶׁת הָֽאֶחָ֔ד לְהַצִּ֥יל אֶת־אִישָׁ֖הּ מִיַּ֣ד מַכֵּ֑הוּ וְשָׁלְחָ֣ה יָדָ֔הּ וְהֶחֱזִ֖יקָה בִּמְבֻשָֽׁיו׃
11
11
Wenn Männer streiten, ein Mann und sein Bruder, und die Frau des einen dazukommt, um ihren Mann aus der Hand dessen zu retten, der ihn schlägt, und sie ihre Hand ausstreckt und ihn bei den Schamteilen anfasst,
Wenn Männer streiten
כִּי יִנָּצוּ אֲנָשִׁים יַחְדָּו, wörtl. „wenn Männer miteinander streiten“, kommt es zuletzt zum Schlagen. Wie es heißt מִיַּד מַכֵּהוּ „aus der Hand dessen, der ihn schlägt“. Vom Streit kommt kein Frieden.
Raschi
וְקַצֹּתָ֖ה אֶת־כַּפָּ֑הּ לֹ֥א תָח֖וֹס עֵינֶֽךָ׃
12
12
dann sollst du ihre Hand abhauen, dein Auge soll sie nicht schonen.
sollst du ihre Hand abhauen: eine Geldstrafe auferlegen, eine Summe für seine Beschämung; immer entsprechend dem Beschämenden und dem Beschämten. Oder vielleicht nicht so, sondern wörtlich ihre Hand? Es steht aber hier לֹא תָחוֹס „schone nicht“; und auch an anderer Stelle bei den falschen Zeugen (Dew. 19:21) לֹא תָחוֹס „schone nicht“. Wie dort Geld gemeint ist, so ist auch hier Geld gemeint.
Raschi
לֹֽא־יִהְיֶ֥ה לְךָ֛ בְּכִֽיסְךָ֖ אֶ֣בֶן וָאָ֑בֶן גְּדוֹלָ֖ה וּקְטַנָּֽה׃
13
13
Du sollst in deinem Beutel nicht zwei Arten von Steinen haben — einen großen und einen kleinen.
zwei Arten von Steinen: Gewichte.
Raschi
einen großen und einen kleinen
Wenn der große dem kleinen widerspricht. Dass er nicht mit dem großen einkaufe und mit dem kleinen verkaufe.
Raschi
du sollst nicht haben
לֹא יִהְיֶה לְךָ „du sollst nicht haben“: Wenn du so tust, wirst du nichts haben.
Raschi
לֹא־יִהְיֶ֥ה לְךָ֛ בְּבֵיתְךָ֖ אֵיפָ֣ה וְאֵיפָ֑ה גְּדוֹלָ֖ה וּקְטַנָּֽה׃
14
14
Du sollst in deinem Haus nicht zwei Arten von Efa haben — ein großes und ein kleines.
Efa: Maßeinheit; 1 Efa entspricht ca. 5 Kilogramm.
אֶ֣בֶן שְׁלֵמָ֤ה וָצֶ֙דֶק֙ יִֽהְיֶה־לָּ֔ךְ אֵיפָ֧ה שְׁלֵמָ֛ה וָצֶ֖דֶק יִֽהְיֶה־לָּ֑ךְ לְמַ֙עַן֙ יַאֲרִ֣יכוּ יָמֶ֔יךָ עַ֚ל הָֽאֲדָמָ֔ה אֲשֶׁר־יְהוָ֥ה אֱלֹהֶ֖יךָ נֹתֵ֥ן לָֽךְ׃
15
15
Einen vollkommenen und richtigen Gewichtstein sollst du haben. Ein vollkommenes und richtiges Efa sollst du haben, damit du lange lebest auf dem Boden, den der Ewige, dein G‑tt, dir gibt.
sollst du haben
יִהְיֶה לָּךְ „sollst du haben“: Wenn du so tust, wirst du viel haben.
Raschi
כִּ֧י תוֹעֲבַ֛ת יְהוָ֥ה אֱלֹהֶ֖יךָ כָּל־עֹ֣שֵׂה אֵ֑לֶּה כֹּ֖ל עֹ֥שֵׂה עָֽוֶל׃
16
16
Denn ein Gräuel des Ewigen, deines G‑ttes, ist jeder, der das tut, jeder, der Unrecht tut.
זָכ֕וֹר אֵ֛ת אֲשֶׁר־עָשָׂ֥ה לְךָ֖ עֲמָלֵ֑ק בַּדֶּ֖רֶךְ בְּצֵאתְכֶ֥ם מִמִּצְרָֽיִם׃
17
17
Gedenke, was Amalek dir getan hat auf dem Weg, als ihr aus Mizraim ausgezogen seid.
Gedenke, was Amalek dir getan hat
Wenn du treulos bist mit Maßen und Gewichten, dann sei vor einem Angriff des Feindes besorgt. So heißt es (Misch. 11:1) מֹאזְנֵי מִרְמָה תּוֹעֲבַת ה׳ „eine trügerische Waage ist dem Ewigen eine Abscheulichkeit“; danach heißt es (Vers 2) בָּא זָדוֹן וַיָּבֹא קָלוֹן „es kommt der schamlose Sünder, es kommt die Schande“.
Raschi
„es kommt der schamlose Sünder, es kommt die Schande“: Die Anwendung falscher Maße – „dem Ewigen eine Abscheulichkeit“ – zieht den Angriff eines schamlosen Sünders nach sich.
אֲשֶׁ֨ר קָֽרְךָ֜ בַּדֶּ֗רֶךְ וַיְזַנֵּ֤ב בְּךָ֙ כָּל־הַנֶּחֱשָׁלִ֣ים אַֽחַרֶ֔יךָ וְאַתָּ֖ה עָיֵ֣ף וְיָגֵ֑עַ וְלֹ֥א יָרֵ֖א אֱלֹהִֽים׃
18
18
Wie er dich auf dem Weg anfiel und deine Nachzügler schlug, alle die Geschwächten hinter dir — und du warst müde und matt — und er fürchtete G‑tt nicht.
Wie er dich auf dem Weg anfiel
אֲשֶׁר קָרְךָ בַּדֶּרֶךְ, das Wort קָרְךָ kommt von מִקְרֶה „Begegnis“.
Andere Erklärung: das Wort קָרְךָ kommt von קֶרִי וְטֻמְאָה „Unreinheit“, er verunreinigte sie durch gleichgeschlechtliches Verderben.

Andere Erklärung: das Wort קָרְךָ kommt von קוֹר „Kälte“ und Hitze, er dich abgekühlt und deine Siedehitze lauwarm gemacht. Denn die Völker hatten sich gefürchtet, euch anzugreifen. Da kam dieser und zeigte anderen den Weg. Das gleicht einem siedenden Kessel, in den kein Mensch steigen kann. Da kommt ein Nichtswürdiger und springt hinein. Obwohl er sich verbrennt, hat er ihn doch vor den anderen kaltgemacht (Sifre).
Raschi
und deine Nachzügler schlug
וַיְזַנֵּב בְּךָ bedeutet: traf den Schweif (זָנָב), schnitt Vorhäute ab und warf sie zum Himmel (Tanchuma 10).
Raschi
Amalek schnitt ihre Vorhaut ab und warf sie zum Himmel und schrie: „Das hast Du gewählt, mögest Du haben, was Du gewählt hast!“ Siehe, dieses Gebot hast Du Deinem Volk geboten, und was nützt es ihnen.
Tanchuma 10
alle die Geschwächten hinter dir: die wegen ihrer Sünde kraftlos waren und die die Wolke ausstieß.
Raschi
und du warst müde und matt: müde durch den Durst, wie es heißt (Schem. 17:3) וַיִּצְמָא שָׁם הָעָם לַמַּיִם „das Volk dürstete dort nach Wasser“, und danach steht וַיָּבֹא עֲמָלֵק „da kam Amalek“; und „matt“ waren sie durch den Weg.
Raschi
und er fürchtete G‑tt nicht: „und er“: Amalek, um dir nichts Schlechtes zu tun.
Raschi
וְהָיָ֡ה בְּהָנִ֣יחַ יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֣יךָ׀ לְ֠ךָ מִכָּל־אֹ֨יְבֶ֜יךָ מִסָּבִ֗יב בָּאָ֙רֶץ֙ אֲשֶׁ֣ר יְהוָֽה־אֱ֠לֹהֶיךָ נֹתֵ֨ן לְךָ֤ נַחֲלָה֙ לְרִשְׁתָּ֔הּ תִּמְחֶה֙ אֶת־זֵ֣כֶר עֲמָלֵ֔ק מִתַּ֖חַת הַשָּׁמָ֑יִם לֹ֖א תִּשְׁכָּֽח׃
19
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So soll es geschehen, wenn der Ewige, dein G‑tt, dir Ruhe verschafft haben wird von allen deinen Feinden rundum in dem Land, das der Ewige, dein G‑tt, dir gibt, es als Erbteil in Besitz zu nehmen: Du sollst das Andenken Amaleks auslöschen unter dem Himmel. Vergiss nicht!
sollst du das Andenken Amaleks auslöschen
„Mann und Frau, Kind und Säugling, Ochse und Schaf“ מֵאִישׁ וְעַד אִשָּׁה, מֵעוֹלֵל וְעַד יוֹנֵק, מִשּׁוֹר וְעַד שֶׂה (1 Schmu. 15:3), dass der Name Amaleks nicht mehr erwähnt werde, nicht einmal bei einem Tier, dass man sage, „Dieses Tier gehörte Amalek“.
Raschi