כִּֽי־יִקַּ֥ח אִישׁ֙ אִשָּׁ֣ה חֲדָשָׁ֔ה לֹ֤א יֵצֵא֙ בַּצָּבָ֔א וְלֹא־יַעֲבֹ֥ר עָלָ֖יו לְכָל־דָּבָ֑ר נָקִ֞י יִהְיֶ֤ה לְבֵיתוֹ֙ שָׁנָ֣ה אֶחָ֔ת וְשִׂמַּ֖ח אֶת־אִשְׁתּ֥וֹ אֲשֶׁר־לָקָֽח׃
5
5
Wenn jemand eine neue Frau zur Ehe nimmt, dann ziehe er nicht aus mit dem Heer, es werde ihm keinerlei Sache des Heeres auferlegt; frei für sein Haus soll er ein Jahr lang sein, damit er seine Frau erfreuen kann, die er zur Ehe genommen hat.
eine neue Frau: die für ihn neu ist, auch eine Witwe. [Der Begriff „neue Ehefrau“] schließt den aus, der seine eigene geschiedene Frau wiederheiratet (Sota 44a).
Raschi
es werde ihm keinerlei Sache auferlegt: keinerlei Verpflichtung der Armee.
לְכָל דָּבָר, irgendeine Sache, die ein Bedarf des Heeres ist. [Das umfasst auch Dienste ohne Kampfauftrag. Er darf nicht dazu herangezogen werden, die Truppen] mit Wasser und Speise zu versorgen, oder die Wege [für das Heer] auszubessern. Aber diejenigen, die auf Ausspruch des Kohen aus der Schlachtreihe zurückkehren, wer zum Beispiel ein Haus gebaut und nicht eingeweiht hat oder mit einer Frau verlobt ist und noch nicht geheiratet hat, sie versorgen mit Wasser und Speise und bessern die Wege aus (Sota 43a).
Raschi
für sein Haus
יִהְיֶה לְבֵיתוֹ, auch wegen seines eigenen Hauses. Wenn er ein Haus gebaut und eingeweiht hat, und wenn er einen Weinberg gepflanzt und ausgelöst hat, verlässt er sein Haus nicht, um für den Krieg zu sorgen.
לְבֵיתוֹ „sein Haus“: sein Haus; יִהְיֶה, das fügt seinen Weinberg hinzu.
Raschi
damit er seine Frau erfreuen kann
וְשִׂמַּח אֶת אִשְׁתּוֹ „er erfreue seine Frau“. Der Targum dazu ist וִיחַדֵּי יָת אִתְּתֵיהּ. Wer aber mit וְיֶחְדֵּי עִם אִתְּתֵיהּ („er freue sich mit seiner Frau“) übersetzt, irrt. Denn das wäre nicht die Übersetzung von וְשִׂמַּח, sondern von וְשָׂמַח.
Raschi
לֹא־יַחֲבֹ֥ל רֵחַ֖יִם וָרָ֑כֶב כִּי־נֶ֖פֶשׁ ה֥וּא חֹבֵֽל׃
6
6
Man darf nicht den unteren oder oberen Mühlstein pfänden, denn man pfändet damit das Leben.
Man darf nicht pfänden
Wenn jemand den anderen wegen seines geschuldeten Betrages durch das Gericht pfänden will, pfände er ihm nicht solche Dinge, mit denen man Lebensmittel bereitet (Bawa Mezia 115a).
Raschi
Mühlstein
רֵחַיִם ist der untere Mühlstein; רָכֶב ist der obere Mühlstein.
Raschi
כִּי־יִמָּצֵ֣א אִ֗ישׁ גֹּנֵ֨ב נֶ֤פֶשׁ מֵאֶחָיו֙ מִבְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֔ל וְהִתְעַמֶּר־בּ֖וֹ וּמְכָר֑וֹ וּמֵת֙ הַגַּנָּ֣ב הַה֔וּא וּבִֽעַרְתָּ֥ הָרָ֖ע מִקִּרְבֶּֽךָ׃
7
7
Wenn jemand entdeckt wird, der eine Person stiehlt von seinen Brüdern, von den Kindern Israel, und die entführte Person versklavt und verkauft, dann soll dieser Dieb sterben. Das Böse sollst du aus deiner Mitte entfernen.
Wenn jemand entdeckt wird
כִּי יִמָּצֵא אִישׁ, wörtl. wenn jemand gefunden wird. [Im Bet Din] durch Zeugen, und [der Entführer] wurde gewarnt. Das ist überall in der Torah die Bedeutung von יִמָּצֵא „wird entdeckt“.
Raschi
und die entführte Person versklavt
וְהִתְעַמֶּר בּוֹ, wörtl. sich der Person bedient hat. Er ist unter diesem Verbot erst schuldig, wenn er sich der Person bedient hat.
Raschi
wenn er sich der Person bedient hat: das Opfer zur Arbeit gezwungen hat. Das ist ein zusätzliches Verbot dazu, die Person zu verkaufen (Sifre, Abschn. 271; Sanhedrin 85b; Rambam, Lo Ta’asse 264; siehe zuvor Raschi zu Dewarim 21:14).
הִשָּׁ֧מֶר בְּנֶֽגַע־הַצָּרַ֛עַת לִשְׁמֹ֥ר מְאֹ֖ד וְלַעֲשׂ֑וֹת כְּכֹל֩ אֲשֶׁר־יוֹר֨וּ אֶתְכֶ֜ם הַכֹּהֲנִ֧ים הַלְוִיִּ֛ם כַּאֲשֶׁ֥ר צִוִּיתִ֖ם תִּשְׁמְר֥וּ לַעֲשֽׂוֹת׃
8
8
Hüte dich beim Schaden des Aussatzes, dass du sehr beachtest und tust; ganz so, wie euch die Kohanim aus dem Stamm der Leviim anweisen werden, wie Ich ihnen befohlen habe, sollt ihr beachten und tun.
Hüte dich beim Schaden des Aussatzes
Reiße nicht die Zeichen der Unreinheit ab, schneide nicht den Flecken weg (Makot 22b).
Raschi
ganz so, wie euch die Kohanim anweisen werden
Sei es, den vom Aussatzschaden Betroffenen einzuschließen oder für bestätigt aussätzig zu erklären, oder für rein zu erklären.
Raschi
זָכ֕וֹר אֵ֧ת אֲשֶׁר־עָשָׂ֛ה יְהוָ֥ה אֱלֹהֶ֖יךָ לְמִרְיָ֑ם בַּדֶּ֖רֶךְ בְּצֵאתְכֶ֥ם מִמִּצְרָֽיִם׃
9
9
Gedenke, was der Ewige, dein G‑tt, getan hat an Miriam auf dem Weg, als ihr aus Mizraim ausgezogen seid.
Gedenke, was der Ewige, dein G‑tt, getan hat an Miriam
Wenn du dich in Acht nehmen willst, dass du nicht mit Aussatz (צָרַעַת) geschlagen werdest, sprich keine böse Rede (לָשׁוֹן הָרָע). Gedenke, was Miriam geschehen ist, die gegen ihren Bruder sprach und mit Aussatz geschlagen wurde.
Raschi
כִּֽי־תַשֶּׁ֥ה בְרֵֽעֲךָ מַשַּׁ֣את מְא֑וּמָה לֹא־תָבֹ֥א אֶל־בֵּית֖וֹ לַעֲבֹ֥ט עֲבֹטֽוֹ׃
10
10
Wenn du von deinem Nächsten forderst irgendeine Forderung, sollst du nicht in sein Haus gehen, um von ihm einen Pfand einzuheben.
Wenn du von deinem Nächsten forderst
כִּי תַשֶּׁה בְרֵעֲךָ „wenn du von deinem Nächsten forderst“, bei deinem Nächsten ein Guthaben hast.
Raschi
irgendeine Forderung: irgendein Guthaben.
Raschi
וְאִם־אִ֥ישׁ עָנִ֖י ה֑וּא לֹ֥א תִשְׁכַּ֖ב בַּעֲבֹטֽוֹ׃
12
12
Und wenn er ein armer Mann ist, dann darfst du dich nicht niederlegen mit seinem Pfand.
darfst du dich nicht niederlegen mit seinem Pfand
Lege dich nicht nieder, während sein Pfand bei dir ist.
Raschi
הָשֵׁב֩ תָּשִׁ֨יב ל֤וֹ אֶֽת־הַעֲבוֹט֙ כְּבֹ֣א הַשֶּׁ֔מֶשׁ וְשָׁכַ֥ב בְּשַׂלְמָת֖וֹ וּבֵֽרֲכֶ֑ךָּ וּלְךָ֙ תִּהְיֶ֣ה צְדָקָ֔ה לִפְנֵ֖י יְהוָ֥ה אֱלֹהֶֽיךָ׃
13
13
Zurückgeben musst du ihm das Pfand, wenn die Sonne untergeht, damit er sich in seinem Gewand niederlegt und dich segnet; und es wird für dich als Gerechtigkeit gelten vor dem Ewigen, deinem G‑tt.
wenn die Sonne untergeht: wenn es ein Gewand für die Nacht ist. Und wenn es ein Gewand für den Tag ist, gib es ihm am Morgen wieder. So steht bereits in Paraschat Mischpatim (Schem. 22:25) עַד בֹּא הַשֶּׁמֶשׁ תְּשִׁיבֶנּוּ לוֹ „bis zum Sonnen¬untergang gib es ihm zurück“, für den ganzen Tag gib es ihm zurück. Und wenn die Sonne untergeht, nimm es wieder (Bawa Mezia 114b).
Raschi
und dich segnet
Und wenn er dich auch nicht segnet, dennoch wird es für dich als Gerechtigkeit gelten.
Raschi