כִּ֤י תָבֹא֙ בְּכֶ֣רֶם רֵעֶ֔ךָ וְאָכַלְתָּ֧ עֲנָבִ֛ים כְּנַפְשְׁךָ֖ שָׂבְעֶ֑ךָ וְאֶֽל־כֶּלְיְךָ֖ לֹ֥א תִתֵּֽן׃
25
25
Wenn du als Arbeiter in den Weinberg deines Nächsten kommst, dann darfst du Trauben essen nach deinem Verlangen zu deiner Sättigung; aber in dein Gefäß darfst du keine geben.
Wenn du in den Weinberg deines Nächsten kommst
Der Vers spricht vom Arbeiter (Bawa Mezia 87b).
Raschi
nach deinem Verlangen
כְּנַפְשְׁךָ bedeutet: soviel du willst.
Raschi
[Das Wort כְּנַפְשְׁךָ bedeutet wörtlich „nach deiner Seele“.]
Das Wort נֶפֶשׁ („Seele“) kann auch Wille oder Verlangen bedeuten; das, was die Seele erfüllt und befriedigt.
zu deiner Sättigung: aber nicht übermäßiges Essen (אֲכִילָה גַסָּה).
Raschi
übermäßiges Essen: sodass ihm vor dem Essen ekelt (Bawa Mezia 87b).
in dein Gefäß darfst du keine geben
וְאֶל כֶּלְיְךָ לֹא תִתֵּן „in dein Gefäß darfst du keine geben“. Von hier geht hervor, dass die Torah nur von der Zeit der Weinlese spricht, von der Zeit שֶׁאַתָּה נוֹתֵן לְכֶלְיוֹ שֶׁל בַּעַל הַבַּיִת, in der du in die Gefäße des Besitzers legst. Wenn der Arbeiter aber zum Graben und Zudecken der Wurzeln kommt, darf er nicht essen (Bawa Mezia 89b).
Raschi
כִּ֤י תָבֹא֙ בְּקָמַ֣ת רֵעֶ֔ךָ וְקָטַפְתָּ֥ מְלִילֹ֖ת בְּיָדֶ֑ךָ וְחֶרְמֵשׁ֙ לֹ֣א תָנִ֔יף עַ֖ל קָמַ֥ת רֵעֶֽךָ׃
26
26
Wenn du in das stehende Getreide deines Nächsten kommst, dann darfst du Ähren abpflücken mit deiner Hand; aber eine Sichel darfst du nicht schwingen über das stehende Getreide deines Nächsten.
Wenn du in das stehende Getreide deines Nächsten kommst
Auch hier spricht der Vers vom Arbeiter (Bawa Mezia 87b).
Raschi
כִּֽי־יִקַּ֥ח אִ֛ישׁ אִשָּׁ֖ה וּבְעָלָ֑הּ וְהָיָ֞ה אִם־לֹ֧א תִמְצָא־חֵ֣ן בְּעֵינָ֗יו כִּי־מָ֤צָא בָהּ֙ עֶרְוַ֣ת דָּבָ֔ר וְכָ֨תַב לָ֜הּ סֵ֤פֶר כְּרִיתֻת֙ וְנָתַ֣ן בְּיָדָ֔הּ וְשִׁלְּחָ֖הּ מִבֵּיתֽוֹ׃
1
1
Wenn ein Mann eine Frau zur Ehe nimmt und ihr Ehegatte wurde und es geschieht, dass sie keine Gunst in seinen Augen findet, weil er etwas Anstößiges an ihr gefunden hat; er schreibt ihr einen Scheidungsbrief (Get), gibt ihn in ihre Hand und entlässt sie aus seinem Haus,
weil er etwas Anstößiges an ihr gefunden hat: dann ist es ein Gebot, dass er sich scheiden lässt, damit sie nicht Gunst in seinen Augen finde (Gittin 90a).
Raschi
וְיָצְאָ֖ה מִבֵּית֑וֹ וְהָלְכָ֖ה וְהָיְתָ֥ה לְאִישׁ־אַחֵֽר׃
2
2
und sie ist aus seinem Haus gezogen und ist gegangen und ist die Frau eines anderen Mannes geworden.
eines anderen Mannes
„Ein anderer“: dem ersten nicht ebenbürtig. Denn jener hat die Sündhafte aus seinem Haus entfernt, und dieser hat sie hineingeführt (Gittin 90b).
Raschi
וּשְׂנֵאָהּ֮ הָאִ֣ישׁ הָאַחֲרוֹן֒ וְכָ֨תַב לָ֜הּ סֵ֤פֶר כְּרִיתֻת֙ וְנָתַ֣ן בְּיָדָ֔הּ וְשִׁלְּחָ֖הּ מִבֵּית֑וֹ א֣וֹ כִ֤י יָמוּת֙ הָאִ֣ישׁ הָאַחֲר֔וֹן אֲשֶׁר־לְקָחָ֥הּ ל֖וֹ לְאִשָּֽׁה׃
3
3
Wenn dann auch der andere Mann sie hasst, ihr einen Scheidungsbrief schreibt, ihn in ihre Hand gibt und sie aus seinem Haus entlässt; oder wenn der andere Mann stirbt, der sie zur Frau genommen hat,
Wenn der andere Mann sie hasst
Der Vers teilt ihm mit, dass er sie schlussendlich hassen wird. Und wenn nicht, begräbt sie ihn, so heißt es אוֹ כִי יָמוּת „oder er stirbt“.
Raschi
לֹא־יוּכַ֣ל בַּעְלָ֣הּ הָרִאשׁ֣וֹן אֲשֶֽׁר־שִׁ֠לְּחָהּ לָשׁ֨וּב לְקַחְתָּ֜הּ לִהְי֧וֹת ל֣וֹ לְאִשָּׁ֗ה אַחֲרֵי֙ אֲשֶׁ֣ר הֻטַּמָּ֔אָה כִּֽי־תוֹעֵבָ֥ה הִ֖וא לִפְנֵ֣י יְהוָ֑ה וְלֹ֤א תַחֲטִיא֙ אֶת־הָאָ֔רֶץ אֲשֶׁר֙ יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֔יךָ נֹתֵ֥ן לְךָ֖ נַחֲלָֽה׃
4
4
dann kann ihr erster Mann, der sie entlassen hat, sie nicht wieder nehmen, dass sie seine Frau sei, nachdem sie unrein geworden ist, denn ein Gräuel ist das vor dem Ewigen. Und du sollst das Land nicht zur Sünde bringen, das der Ewige, dein G‑tt, dir als Erbbesitz gibt.
nachdem sie unrein geworden ist: das fügt die Frau hinzu, die der Untreue verdächtigt wird und sich mit einem Mann verborgen hat (סוֹטָה שֶׁנִּסְתְּרָה). (Jewamot 11b)
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