Der tägliche Chumasch-Abschnitt

11. Elul 5786

Montag, 24. August 2026

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Ki Tawo

2. Alija

(Dewarim 26:12 – 26:15)

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כִּ֣י תְכַלֶּ֞ה לַ֠עְשֵׂר אֶת־כָּל־מַעְשַׂ֧ר תְּבוּאָתְךָ֛ בַּשָּׁנָ֥ה הַשְּׁלִישִׁ֖ת שְׁנַ֣ת הַֽמַּעֲשֵׂ֑ר וְנָתַתָּ֣ה לַלֵּוִ֗י לַגֵּר֙ לַיָּת֣וֹם וְלָֽאַלְמָנָ֔ה וְאָכְל֥וּ בִשְׁעָרֶ֖יךָ וְשָׂבֵֽעוּ׃
12
12
Wenn du vollendet hast, alle Zehntabgabe deines Ertrages zu verzehnten im dritten Jahr, dem Jahr der Zehntabgabe; du hast dem Levi, dem Fremden, der Waise und der Witwe gegeben, damit sie in deinen Toren essen und satt werden.
Wenn du vollendet hast, alle Zehntabgabe deines Ertrages zu verzehnten im dritten Jahr, dem Jahr der Zehntabgabe: wenn du vollendet hast, die Ma∙assrot (Zehntabgaben) des dritten Jahres zu verzehnten. Der Vers setzt damit als Zeit für das Wegräumen und das Bekenntnis (וִּדּוּי) den Erew Pessach des vierten Jahres fest. So heißt es (Dew. 14:28) מִקְצֵה שָׁלֹשׁ שָׁנִים תּוֹצִיא אֶת כָּל מַעְשַׂר תְּבוּאָתְךָ „am Ende von drei Jahren sollst du hinausbringen“. [In diesem Vers] steht מִקֵּץ „am Ende“, und es steht weiter (Dew. 31:10) מִקֵּץ שֶׁבַע שָׁנִים „am Ende von sieben Jahren“, beim Gebot von Hakhel („Versammlung“). So wie dort an einem der Wanderfeste (רֶגֶל), so auch [bei Ma∙assrot] am Wanderfest.
Wenn es so ist, wie dort zu Sukkot, sollte es auch hier zu Sukkot sein. Darum heißt es in unserem Vers „Wenn du vollendet hast“, Ma∙asser des dritten Jahres zu entrichten, also an dem Fest, an dem die Ma∙assrot zu Ende sind, und das ist Pessach. Denn viele Bäume werden erst nach Sukkot gepflückt. Daraus ergibt sich, dass die Ma∙assrot des dritten Jahres erst am Pessach des vierten Jahres zu Ende sind. Und jedem, der seine Ma∙assrot verzögert hat, schreibt der Vers vor, sie aus dem Haus auszuräumen.
Raschi
Der Vers setzt damit als Zeit für das Wegräumen und das Bekenntnis den Erew Pessach des vierten Jahres fest: die Worte des Verses בַּשָּׁנָה הַשְּׁלִישִׁת „im dritten Jahr“ sind somit zu verstehen als שֶׁבַּשָּׁנָה הַשְּׁלִישִׁת, den Ertrag „des dritten Jahres“.
Misrachi
im dritten Jahr, dem Jahr der Zehntabgabe
In dem Jahr, in dem nur einer von den beiden Ma∙assrot gegeben wird, die in den beiden Jahren vorher gegeben wurden. Denn im ersten Jahr des Schmitta ist der Erste Ma∙asser vorgeschrieben, wie es heißt (Bam. 18:26) כִּי תִקְחוּ מֵאֵת בְּנֵי יִשְׂרָאֵל אֶת הַמַּעֲשֵׂר „wenn ihr von den Kindern Israel den Ma∙asser in Empfang nehmt“, und der Zweite Ma∙asser, so heißt es (Dew. 14:23) וְאָכַלְתָּ לִפְנֵי ה׳ אֱלֹהֶיךָ מַעְשַׂר דְּגָנְךָ תִּירוֹשְׁךָ וְיִצְהָרֶךָ „und iss vor dem Ewigen, deinem G‑tt, den Ma∙asser deines Getreides, deines Mostes und deines Öles“. Das sind zwei Ma∙assrot. Und ebenso im zweiten Jahr. Nun kommt der Vers und lehrt dich hier, dass im dritten Jahr nur einer von den beiden Ma∙assrot gegeben wird. Und zwar welcher? Der Erste Ma∙asser. An Stelle des Zweiten Ma∙asser aber gebe man den Ma∙asser der Armen (מַעְשַׂר עָנִי). So heißt es hier „du hast dem Levi gegeben“ – was ihm gehört, das ist der Erste Ma∙asser; „dem Fremden, der Waise und der Witwe“ – das ist der Ma∙asser der Armen.
Raschi
Im ersten Jahr des Schmitta ist der Erste Ma∙asser vorgeschrieben, der dem Levi gegeben wird, und der Zweiten Ma∙asser, der vom Eigentümer selbst in Jeruschalaim gegessen wird. Im dritten Jahr des Schmitta wird der Erste Ma∙asser dem Levi gegeben, und der Zweite Ma∙asser wird ersetzt durch Ma∙asser der Armen (מַעְשַׂר עָנִי). Diese Reihenfolge wird im zweiten Dreijahreszyklus des Schmitta wiederholt: im vierten und fünften Jahr Erster Ma∙asser und Zweiter Ma∙asser, im sechsten Jahr Ma∙asser der Armen.
Misrachi
damit sie in deinen Toren essen und satt werden
Gib ihnen zu ihrer Sättigung. Von hier haben unsere Lehrer gesagt: Man gebe einem Armen auf der Tenne nicht weniger als ½ Kaw Weizen … (Sifre, Abschn. 303; Pea 8:5).
Raschi
nicht weniger als ½ Kaw Weizen: beim Absondern des Ma∙asser der Armen vom Ertrag muss ein Zehntel abgesondert werden; das ist die Definition von Ma∙asser, Zehntabgabe. Beim Verteilen des abgesonderten Ma∙asser muss, wenn es an mehrere Personen verteilt wird, jeder einzelne die angeführte Mindestmenge erhalten (bei Weizen „nicht weniger als ½ Kaw“). Diese Menge reicht für eine Person für zwei Mahlzeiten.
Mischne leMelech, Hil. Matnot Aniim 6:7
וְאָמַרְתָּ֡ לִפְנֵי֩ יְהוָ֨ה אֱלֹהֶ֜יךָ בִּעַ֧רְתִּי הַקֹּ֣דֶשׁ מִן־הַבַּ֗יִת וְגַ֨ם נְתַתִּ֤יו לַלֵּוִי֙ וְלַגֵּר֙ לַיָּת֣וֹם וְלָאַלְמָנָ֔ה כְּכָל־מִצְוָתְךָ֖ אֲשֶׁ֣ר צִוִּיתָ֑נִי לֹֽא־עָבַ֥רְתִּי מִמִּצְו‍ֹתֶ֖יךָ וְלֹ֥א שָׁכָֽחְתִּי׃
13
13
Dann sollst du sagen vor dem Ewigen, deinem G‑tt: Ich habe weggeschafft das Heilige aus dem Haus und habe es auch gegeben dem Levi, dem Fremden, der Waise und der Witwe ganz nach Deinem Gebot, das Du mir befohlen hast. Ich habe nichts übertreten von Deinen Geboten und habe nicht vergessen, Dich zu loben.
Dann sollst du sagen vor dem Ewigen
Bekenne, dass du deinen Ma∙asser gegeben hast.
Raschi
Ich habe weggeschafft das Heilige aus dem Haus
„das Heilige“: den Zweiten Ma∙asser und die Früchte der Bäume im vierten Jahr (נֶטַע רְבָעִי). Und es lehrt dich, dass wenn er die Ma∙assrot von zwei Jahren verzögert und nicht nach Jeruschalaim hinaufgebracht hat, er sie jetzt hinaufbringen muss.
Raschi
habe es auch gegeben dem Levi
Ich habe den Ersten Ma∙asser dem Levi gegeben. Das Wort וְגַם „auch“ fügt Teruma und Erstlingsfrüchte (Bikurim) hinzu.
Raschi
dem Fremden, der Waise und der Witwe
Das ist der Ma∙asser für die Armen.
Raschi
Ganz nach Deinem Gebot
Ich habe sie nach ihrer Reihenfolge gegeben, nicht die Teruma vor den Erstlingsfrüchten (Bikurim), und nicht den Ma∙asser vor der Teruma, und nicht den Zweiten Ma∙asser vor dem Ersten Ma∙asser. Denn die Teruma wird „Erstes“ genannt, weil sie das Erste ist, wenn der Ertrag einmal Getreide geworden ist, und es steht (Schem. 22:28) מְלֵאָתְךָ וְדִמְעֲךָ לֹא תְאַחֵר „von deinen frisch gereiften Früchten und deiner Ernte darfst du die Abgabe nicht verzögern“ – ändere nicht die Reihenfolge.
Raschi
Ich habe Deine Gebote nicht übertreten
Nicht von der einen Art habe ich für eine andere Art abgesondert, oder vom Neuen für Altes (auch nicht vom Abgeschnittenen für das noch mit der Erde Verbundene, und nicht vom Verbundenen für das Abgeschnittene).
Raschi
und habe nicht vergessen, Dich, G‑tt, bei der Absonderung der Ma∙assrot zu loben.
Raschi
לֹא־אָכַ֨לְתִּי בְאֹנִ֜י מִמֶּ֗נּוּ וְלֹא־בִעַ֤רְתִּי מִמֶּ֙נּוּ֙ בְּטָמֵ֔א וְלֹא־נָתַ֥תִּי מִמֶּ֖נּוּ לְמֵ֑ת שָׁמַ֗עְתִּי בְּקוֹל֙ יְהוָ֣ה אֱלֹהָ֔י עָשִׂ֕יתִי כְּכֹ֖ל אֲשֶׁ֥ר צִוִּיתָֽנִי׃
14
14
Ich habe nicht in meiner Trauer davon gegessen, ich habe nichts davon in Unreinheit weggeräumt, ich habe nichts davon für einen Toten gegeben; ich habe auf die Stimme des Ewigen, meines G‑ttes, gehört, ich habe ganz so getan, wie Du mir befohlen hast.
Ich habe nicht in meiner Trauer davon gegessen
Von hier geht hervor, dass der Zweite Ma∙asser einem Trauernden verboten ist.
Raschi
und nichts davon in Unreinheit weggeräumt
Sei es, dass ich unrein und der Ma∙asser rein war, oder dass ich rein und der Ma∙asser unrein war. Und wo steht das Verbot dafür? (Dew 12:17) לֹא תוּכַל לֶאֱכֹל בִּשְׁעָרֶיךָ גו׳ „du darfst nicht in deinen Toren essen“, das heißt, in Unreinheit essen. Wie bei den untauglich gewordenen Opfern (פְסוּלֵי הַמֻּקְדָשִׁים) steht בִּשְׁעָרֶיךָ תֹּאכֲלֶנּוּ הַטָּמֵא וְהַטָּהוֹר „in deinen Toren darfst du es essen, der Unreine und der Reine …“ (Dew. 15:22). Aber bei Ma∙asser steht „du darfst nicht in deinen Toren essen“, du darfst es nicht wie die untauglich gewordenen Opfer in Unreinheit essen, sondern du musst rein sein (Jewamot 73b).
Raschi
ich habe nichts davon für einen Toten verwendet: für ihn einen Sarg und Totenkleider zu machen.
Raschi
Ich habe auf die Stimme des Ewigen, meines G‑ttes, gehört: ich habe es zum auserwählten Haus (בֵּית הַבְּחִירָה) gebracht, [dem Bet haMikdasch].
Raschi
Ich habe ganz getan, wie Du mir befohlen hast: ich habe mich damit gefreut und habe andere damit erfreut.
Raschi
הַשְׁקִיפָה֩ מִמְּע֨וֹן קָדְשְׁךָ֜ מִן־הַשָּׁמַ֗יִם וּבָרֵ֤ךְ אֶֽת־עַמְּךָ֙ אֶת־יִשְׂרָאֵ֔ל וְאֵת֙ הָאֲדָמָ֔ה אֲשֶׁ֥ר נָתַ֖תָּה לָ֑נוּ כַּאֲשֶׁ֤ר נִשְׁבַּ֙עְתָּ֙ לַאֲבֹתֵ֔ינוּ אֶ֛רֶץ זָבַ֥ת חָלָ֖ב וּדְבָֽשׁ׃
15
15
Schaue herab von Deiner heiligen Stätte, vom Himmel, und segne dein Volk, Israel, und den Erdboden, den Du uns gegeben hast, so wie Du unseren Vätern mit einem Schwur zugesagt hast, ein Land, das von Milch und Honig fließt.
Schaue herab von Deiner heiligen Stätte
Wir haben getan, was Du uns befohlen hast, tue jetzt Deinen Teil, denn Du hast gesagt (Waj. 26:3): אִם בְּחֻקֹּתַי תֵּלֵכוּ גו׳ וְנָתַתִּי גִשְׁמֵיכֶם בְּעִתָּם „Wenn ihr nach Meinen Gesetzen geht … dann gebe Ich euren Regen zu seiner richtigen Zeit“.
Raschi
Da der g‑ttliche Segen an die Bedingung gebunden ist „Wenn ihr nach Meinen Gesetzen geht und Meine Gebote hütet und sie ausübt“, ist die Bitte um Erfüllung dieses Segens gerechtfertigt, sobald der Mensch sein Bekenntnis der Erstlingsfrüchte abschließt mit den Worten „Ich habe auf die Stimme des Ewigen, meines G‑ttes, gehört, ich habe ganz so getan, wie Du mir befohlen hast“. Der Teil „Schaue herab von Deiner heiligen Stätte, vom Himmel, und segne dein Volk, Israel“ ist kein eigenständiges Gebet, sondern gehört direkt zum Bekenntnis.
Misrachi
den Erdboden, den du uns gegeben hast, so wie Du mit einem Schwur zugesagt hast unseren Vätern, ihn uns zu geben, und Du hast es erfüllt: ein Land, das von Milch und Honig fließt.
Raschi
Unseren Vätern hast Du mit einem Schwur zugesagt, ein Land zu geben (כַּאֲשֶׁר נִשְׁבַּעְתָּ לַאֲבֹתֵינוּ). Welches Land hast Du uns gegeben? „Ein Land, das von Milch und Honig fließt“ (אֶרֶץ זָבַת חָלָב וּדְבָשׁ).
Gur Arye, Misrachi