אֵ֠לֶּה יַֽעַמְד֞וּ לְבָרֵ֤ךְ אֶת־הָעָם֙ עַל־הַ֣ר גְּרִזִ֔ים בְּעָבְרְכֶ֖ם אֶת־הַיַּרְדֵּ֑ן שִׁמְעוֹן֙ וְלֵוִ֣י וִֽיהוּדָ֔ה וְיִשָּׂשכָ֖ר וְיוֹסֵ֥ף וּבִנְיָמִֽן׃
12
12
Diese sollen stehen, das Volk zu segnen auf dem Berg Grisim, wenn ihr über den Jarden gezogen seid: die Stämme Schimon, Levi, Jehuda, Jissachar, Josef und Binjamin.
das Volk zu segnen
Wie in der Gemara Sota (32a) steht: Sechs Stämme bestiegen den Gipfel des Berges Grisim und sechs den Gipfel des Berges Ewal. Und die Kohanim, die Levi‘im und die Truhe des Bundes (אֲרוֹן הַבְּרִית) blieben im Tal in der Mitte. Die Levi’im richteten ihr Gesicht zum Berg Grisim und begannen mit der Aussage eines Segens: „Gesegnet ist der Mann, der kein gehauenes oder gegossenes Bild macht …“ und von beiden Seiten antworteten sie mit „Amen“. Dann richteten sie ihr Gesicht zum Berg Ewal und begannen mit der Verwünschung und sagten: אָרוּר הָאִישׁ אֲשֶׁר יַעֲשֶׂה פֶסֶל וּמַסֵּכָה „Verflucht sei, wer ein gehauenes oder gegossenes Bild macht …“ und so alle Verse bis אָרוּר אֲשֶׁר לֹא יָקִים [אֶת דִּבְרֵי הַתּוֹרָה הַזֹּאת לַעֲשׂוֹת אוֹתָם] „Verflucht sei, der nicht aufrechterhält die Worte der Torah, um sie auszuüben!“ (Vers 26).
Raschi
וְאֵ֛לֶּה יַֽעַמְד֥וּ עַל־הַקְּלָלָ֖ה בְּהַ֣ר עֵיבָ֑ל רְאוּבֵן֙ גָּ֣ד וְאָשֵׁ֔ר וּזְבוּלֻ֖ן דָּ֥ן וְנַפְתָּלִֽי׃
13
13
Und diese sollen stehen bei dem Fluch auf dem Berg Ewal: die Stämme Rëuwen, Gad, Ascher, Sewulun, Dan und Naftali.
אָר֣וּר הָאִ֡ישׁ אֲשֶׁ֣ר יַעֲשֶׂה֩ פֶ֨סֶל וּמַסֵּכָ֜ה תּוֹעֲבַ֣ת יְהוָ֗ה מַעֲשֵׂ֛ה יְדֵ֥י חָרָ֖שׁ וְשָׂ֣ם בַּסָּ֑תֶר וְעָנ֧וּ כָל־הָעָ֛ם וְאָמְר֖וּ אָמֵֽן׃
15
15
Verflucht sei der Mann, der ein gehauenes oder gegossenes Bild macht, das dem Ewigen ein Gräuel ist, ein Werk der Künstlerhand und es aufstellt im Geheimen! Und das ganze Volk soll antworten und sagen: Amen!
אָר֕וּר מַקְלֶ֥ה אָבִ֖יו וְאִמּ֑וֹ וְאָמַ֥ר כָּל־הָעָ֖ם אָמֵֽן׃
16
16
Verflucht sei, wer seinen Vater oder seine Mutter herabwürdigt! Und das ganze Volk sage: Amen!
geringschätzt
מַקְלֶה אָבִיו [kommt nicht vom Begriff קְלָלָה „Verfluchung“, sondern] bedeutet „verächtlich behandeln“, wie (Dew. 25:3) וְנִקְלָה אָחִיךָ „dein Bruder wird entwürdigt“.
Raschi
Wer seinen Vater oder seine Mutter herabwürdigt, sei es durch Worte oder bloße Andeutungen, wird durch den Mund des Allmächtigen bestraft, wie es heißt אָרוּר מַקְלֶה אָבִיו וְאִמּוֹ „Verflucht sei, wer seinen Vater oder seine Mutter herabwürdigt“.
Rambam, Hil. Mamrim 5:15
אָר֕וּר מַסִּ֖יג גְּב֣וּל רֵעֵ֑הוּ וְאָמַ֥ר כָּל־הָעָ֖ם אָמֵֽן׃
17
17
Verflucht sei, der die Grenze seines Nächsten verschiebt! Und das ganze Volk sage: Amen!
die Grenze verschiebt
מַסִּיג גְּבוּל „die Grenzen verschiebt“: die Markierungen hinausschiebt und Boden stiehlt, vom Ausdruck (Jesch. 59:14) וְהֻסַּג אָחוֹר „wird zurückgestoßen“.
Raschi
אָר֕וּר מַשְׁגֶּ֥ה עִוֵּ֖ר בַּדָּ֑רֶךְ וְאָמַ֥ר כָּל־הָעָ֖ם אָמֵֽן׃
18
18
Verflucht sei, der einen Blinden irreführt auf dem Weg! Und das ganze Volk sage: Amen!
der einen Blinden irreführt: denjenigen, der in einer Angelegenheit blind [d.h. unwissend] ist, und ihm mit Absicht einen schlechten Rat erteilt (Bawa Mezia 58b).
Raschi
אָר֕וּר מַכֵּ֥ה רֵעֵ֖הוּ בַּסָּ֑תֶר וְאָמַ֥ר כָּל־הָעָ֖ם אָמֵֽן׃
24
24
Verflucht sei, wer seinen Nächsten heimlich schlägt! Und das ganze Volk sage: Amen!
wer seinen Nächsten heimlich schlägt: das bezieht sich auf böse Rede (לָשׁוֹן הָרָע).
Bei R. Mosche haDarschan habe ich gesehen: Es stehen hier elf Verwünschungen, entsprechend den elf Stämmen. Aber Schimon entsprechend steht keine Verwünschung, weil Mosche nicht die Absicht hatte, ihn vor seinem Tod zu segnen, als er die übrigen Stämme segnete, darum wollte er ihn auch nicht verwünschen.
Raschi
Rabbi Mosche haDarschan: ein führender Rosch Jeschiwa in Narbonne, Frankreich, im 11. Jh., der eine Sammlung von Midraschim zusammenstellte, deren Material vielfach nicht in anderen Werken der Midrasch-Literatur zu finden ist.
weil Mosche nicht die Absicht hatte, ihn zu segnen: aufgrund der bösen Tat von Simri ben Salu, der ein Oberhaupt des Stammes Schimon war; siehe Bam. 25:14.
Lewusch, Rabbenu Bechaje
אָר֗וּר אֲשֶׁ֧ר לֹא־יָקִ֛ים אֶת־דִּבְרֵ֥י הַתּוֹרָֽה־הַזֹּ֖את לַעֲשׂ֣וֹת אוֹתָ֑ם וְאָמַ֥ר כָּל־הָעָ֖ם אָמֵֽן׃
26
26
Verflucht sei, der nicht aufrechterhält die Worte der Torah, um sie auszuüben! Und das ganze Volk sage: Amen!
der nicht aufrechterhält die Worte der Torah
Hierin ist die ganze Torah zusammengefasst; und sie nahmen sie auf sich mit der Strafandrohung und dem Schwur (בְּאָלָה וּבִשְׁבוּעָה).
Raschi
וְהָיָ֗ה אִם־שָׁמ֤וֹעַ תִּשְׁמַע֙ בְּקוֹל֙ יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֔יךָ לִשְׁמֹ֤ר לַעֲשׂוֹת֙ אֶת־כָּל־מִצְוֹתָ֔יו אֲשֶׁ֛ר אָנֹכִ֥י מְצַוְּךָ֖ הַיּ֑וֹם וּנְתָ֨נְךָ֜ יְהוָ֤ה אֱלֹהֶ֙יךָ֙ עֶלְי֔וֹן עַ֖ל כָּל־גּוֹיֵ֥י הָאָֽרֶץ׃
1
1
Und es wird geschehen, wenn du gehorchen wirst der Stimme des Ewigen, deines G‑ttes, zu beachten und auszuüben alle Seine Gebote, die ich dir heute befehle: Dann wird der Ewige, dein G‑tt, dich hoch über alle Völker der Erde stellen.
בָּר֧וּךְ פְּרִֽי־בִטְנְךָ֛ וּפְרִ֥י אַדְמָתְךָ֖ וּפְרִ֣י בְהֶמְתֶּ֑ךָ שְׁגַ֥ר אֲלָפֶ֖יךָ וְעַשְׁתְּר֥וֹת צֹאנֶֽךָ׃
4
4
Gesegnet ist die Frucht deines Schoßes und die Frucht deines Bodens und die Frucht deines Viehs, der Wurf deiner Rinder und der Zuwachs deines Kleinviehs.
die Frucht deines Schoßes: deine Kinder und Nachkommen.
der Wurf deiner Rinder
שְׁגַר אֲלָפֶיךָ, die Jungen deiner Rinder, die das Vieh aus dem Inneren ausstößt (מְשַׁגֶּרֶת).
Raschi
und der Zuwachs deines Kleinviehs
Wie der Targum Onkelos sagt וְעֶדְרֵי עָנָךְ „Herden“. Unsere Lehrer sagen: Warum werden sie עַשְׁתָּרוֹת genannt? שֶׁמַּעֲשִׁירוֹת אֶת בַּעֲלֵיהֶן, Weil sie ihren Besitzer reich machen (Chulin 84b), und ihn stützen wie עַשְׁתְּרֹת (Ber. 14:5), das sind starke Felsen.
Raschi
בָּר֥וּךְ טַנְאֲךָ֖ וּמִשְׁאַרְתֶּֽךָ׃
5
5
Gesegnet ist dein Korb und dein Backtrog.
Gesegnet ist dein Korb: deine Früchte.
Andere Erklärung: Flüssigkeit, die du durch Körbe seihst.
Raschi
und dein Backtrog
וּמִשְׁאַרְתֶּךָ „dein Backtrog“: Trockenes, das im Gefäß bleibt (נִּשְׁאָר) und nicht ausfließt.
Raschi
בָּר֥וּךְ אַתָּ֖ה בְּבֹאֶ֑ךָ וּבָר֥וּךְ אַתָּ֖ה בְּצֵאתֶֽךָ׃
6
6
Gesegnet bist du bei deinem Kommen und gesegnet bist du bei deinem Gehen.
Gesegnet bist du bei deinem Kommen und gesegnet bist du bei deinem Gehen
Beim Verlassen dieser Welt sollst du ohne Sünde sein wie bei deinem Kommen in diese Welt (Bawa Mezia 107a).
Raschi