Der tägliche Chumasch-Abschnitt

3. Kislew 5787

Freitag, 13. November 2026

Heute

Toldot

6. Alija

(Bereschit 27:28 – 28:4)

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וְיִֽתֶּן־לְךָ֙ הָאֱלֹהִ֔ים מִטַּל֙ הַשָּׁמַ֔יִם וּמִשְׁמַנֵּ֖י הָאָ֑רֶץ וְרֹ֥ב דָּגָ֖ן וְתִירֹֽשׁ׃
28
28
Jizchak segnete seinen Sohn Jaakow: Und G‑tt gebe dir vom Tau des Himmels und vom Fett der Erde und Fülle an Getreide und Most.
Und G‑tt gebe dir
Er gebe und gebe immer wieder.
Nach dem einfachen Sinn bezieht es sich auf den Vers zuvor רְאֵה רֵיחַ בְּנִי כְּרֵיחַ שָׂדֶה „Siehe, der Geruch meines Sohnes ist wie der Geruch eines Feldes“, und außerdem gebe Er dir vom Tau des Himmels.
Raschi
vom Tau des Himmels: wie der einfache Sinn ist. Midraschim gibt es dazu auf vielfache Weise.
Raschi
*G‑tt (Elokim)***
Warum steht dieser G‑ttesname הָאֱלֹהִים, der auf das Recht hinweist? Wenn es dir gebührt, gebe Er dir; und wenn nicht, gebe Er dir nicht. Zu Esaw aber sagte Er (Vers 39) מִשְׁמַנֵּי הָאָרֶץ יִהְיֶה מוֹשָׁבֶךָ „Von der Fettigkeit der Erde sei dein Sitz“, ob du fromm oder böse sein wirst, gebe Er dir. Und von Jizchak lernte Schlomo. Als er den Tempel gebaut hatte, ordnete er sein Gebet. Einer von Israel, der G‑ttvertrauen hat und das Urteil, das ihn trifft, gerecht preist, wird nicht gegen Dich murren, darum (1 Kön. 8:39) וְנָתַתָּ לְאִישׁ כִּדְרָכָיו אֲשֶׁר תֵּדַע אֶת לְבָבוֹ „gib einem jeden nach seinen Wegen, denn Du kennst sein Herz“. Aber der Fremde hat kein G‑ttvertrauen; darum sagte er, אַתָּה תִּשְׁמַע הַשָּׁמַיִם גו׳ וְעָשִׂיתָ כְּכֹל אֲשֶׁר יִקְרָא אֵלֶיךָ הַנָּכְרִי „und Du, höre im Himmel und tue ganz so, wie der Fremde zu Dir ruft“, ob würdig oder nicht, gib ihm, damit er nicht gegen Dich murre.
Raschi
יַֽעַבְד֣וּךָ עַמִּ֗ים וישתחו [וְיִֽשְׁתַּחֲו֤וּ] לְךָ֙ לְאֻמִּ֔ים הֱוֵ֤ה גְבִיר֙ לְאַחֶ֔יךָ וְיִשְׁתַּחֲוּ֥וּ לְךָ֖ בְּנֵ֣י אִמֶּ֑ךָ אֹרְרֶ֣יךָ אָר֔וּר וּֽמְבָרֲכֶ֖יךָ בָּרֽוּךְ׃
29
29
Dienen sollen dir Völker und sich beugen vor dir Nationen. Du wirst Herr sein über deine Brüder und es sollen sich beugen vor dir die Söhne deiner Mutter. Wer dich verflucht, sei verflucht. Und wer dich segnet, sei gesegnet!
die Söhne deiner Mutter
בְּנֵי אִמֶּךָ „die Söhne deiner Mutter“. Jaakow aber sagte zu Jehuda בְּנֵי אָבִיךָ „die Söhne deines Vaters“ (Ber. 49:8), weil er Söhne von mehreren Müttern hatte. Hier aber, da er nur eine Frau geheiratet hatte, sagte er בְּנֵי אִמֶּךָ „die Söhne deiner Mutter“.
Raschi
Wer dich verflucht, sei verflucht. Und wer dich segnet, sei gesegnet!
Aber bei Bilam heißt es (Bam. 24:9) מְבָרְכֶיךָ בָרוּךְ וְאֹרְרֶיךָ אָרוּר „wer dich segnet, ist gesegnet, und wer dich verflucht, ist verflucht“. Bei den Zaddikim (Gerechten) ist der Anfang voller Schmerzen, und ihr Ende ist Frieden. Darum stehen bei ihnen zuerst jene, die ihnen fluchen und sie quälen, und dann erst jene, die sie segnen. Deshalb stellte Jizchak den Fluch der Verwünschenden vor den Segen der Segnenden. Bei den Bösen aber ist der Anfang Frieden, und ihr Ende sind Schmerzen; darum stellte Bilam den Segen vor den Fluch.
Raschi
וַיְהִ֗י כַּאֲשֶׁ֨ר כִּלָּ֣ה יִצְחָק֮ לְבָרֵ֣ךְ אֶֽת־יַעֲקֹב֒ וַיְהִ֗י אַ֣ךְ יָצֹ֤א יָצָא֙ יַעֲקֹ֔ב מֵאֵ֥ת פְּנֵ֖י יִצְחָ֣ק אָבִ֑יו וְעֵשָׂ֣ו אָחִ֔יו בָּ֖א מִצֵּידֽוֹ׃
30
30
Und es geschah, sobald Jizchak geendet hatte, Jaakow zu segnen, es geschah, als eben Jaakow von seinem Vater Jizchak hinausgegangen war, da kam sein Bruder Esaw von seiner Jagd.
als eben hinausgegangen war
Die doppelte Form יָצֹא יָצָא bedeutet: als der eine das Zelt seines Vaters verließ, kam der andere vom Feld.
Raschi, Minchat Jehuda
וַיַּ֤עַשׂ גַּם־הוּא֙ מַטְעַמִּ֔ים וַיָּבֵ֖א לְאָבִ֑יו וַיֹּ֣אמֶר לְאָבִ֗יו יָקֻ֤ם אָבִי֙ וְיֹאכַל֙ מִצֵּ֣יד בְּנ֔וֹ בַּעֲב֖וּר תְּבָרֲכַ֥נִּי נַפְשֶֽׁךָ׃
31
31
Auch er bereitete schmackhafte Speisen und brachte sie seinem Vater und sagte zu seinem Vater: Steh auf, Vater, und iss vom Wild des Sohnes, damit mich segne deine Seele.
וַיֹּ֥אמֶר ל֛וֹ יִצְחָ֥ק אָבִ֖יו מִי־אָ֑תָּה וַיֹּ֕אמֶר אֲנִ֛י בִּנְךָ֥ בְכֹֽרְךָ֖ עֵשָֽׂו׃
32
32
Sein Vater Jizchak sagte zu ihm: Wer bist du? Er sagte: Ich bin dein Sohn, dein Erstgeborener Esaw.
וַיֶּחֱרַ֨ד יִצְחָ֣ק חֲרָדָה֮ גְּדֹלָ֣ה עַד־מְאֹד֒ וַיֹּ֡אמֶר מִֽי־אֵפ֡וֹא ה֣וּא הַצָּֽד־צַיִד֩ וַיָּ֨בֵא לִ֜י וָאֹכַ֥ל מִכֹּ֛ל בְּטֶ֥רֶם תָּב֖וֹא וָאֲבָרֲכֵ֑הוּ גַּם־בָּר֖וּךְ יִהְיֶֽה׃
33
33
Und Jizchak erschrak mit sehr starkem Entsetzen und sagte: Wer war denn jener, der Wild gejagt hat und zu mir brachte? Ich habe von allem gegessen, bevor du gekommen bist. Ich habe ihn gesegnet, er wird auch gesegnet bleiben.
erschrak
Das Wort וַיֶּחֱרַד „erschrak“ übersetzt der Targum mit
״וּתְוַהּ״ ‒ לְשׁוֹן תְּמִיָּה, „erstaunte“, ein Ausdruck für Verwunderung.

Der Midrasch sagt, er sah das Gehinom unter sich geöffnet.
Raschi
Wer denn
מִי אֵפוֹא „wer denn“; אֵפוֹא ist ein Ausdruck für sich und leitet verschiedene Sätze ein.
Andere Erklärung: ״אֵפוֹא״ ‒ אַיֵּה פֹה, wo ist er und wer ist er,

der das Wild gejagt hat.
Raschi
Ich habe von allem gegessen: von jedem Wohlgeschmack, den ich kosten wollte, habe ich darin gekostet.
Raschi
er wird auch gesegnet bleiben
Du sollst nicht sagen, wenn nicht Jaakow seinen Vater getäuscht hätte, so hätte er die Segnungen nicht erhalten. Darum stimmte er ihm zu und segnete ihn mit vollem Wissen.
Raschi
כִּשְׁמֹ֤עַ עֵשָׂו֙ אֶת־דִּבְרֵ֣י אָבִ֔יו וַיִּצְעַ֣ק צְעָקָ֔ה גְּדֹלָ֥ה וּמָרָ֖ה עַד־מְאֹ֑ד וַיֹּ֣אמֶר לְאָבִ֔יו בָּרֲכֵ֥נִי גַם־אָ֖נִי אָבִֽי׃
34
34
Als Esaw die Worte seines Vaters hörte, da schrie er mit lautem und erbittertem Geschrei, sehr stark, und sagte zu seinem Vater: Segne mich, auch mich, mein Vater!
וַיֹּ֕אמֶר בָּ֥א אָחִ֖יךָ בְּמִרְמָ֑ה וַיִּקַּ֖ח בִּרְכָתֶֽךָ׃
35
35
Sein Vater sagte: Dein Bruder ist gekommen mit List und hat deinen Segen genommen.
List: Täuschung.
mit List
Das Wort בְּמִרְמָה bedeutet hier בְּחָכְמָא „mit Schläue“.
Raschi
וַיֹּ֡אמֶר הֲכִי֩ קָרָ֨א שְׁמ֜וֹ יַעֲקֹ֗ב וַֽיַּעְקְבֵ֙נִי֙ זֶ֣ה פַעֲמַ֔יִם אֶת־בְּכֹרָתִ֣י לָקָ֔ח וְהִנֵּ֥ה עַתָּ֖ה לָקַ֣ח בִּרְכָתִ֑י וַיֹּאמַ֕ר הֲלֹא־אָצַ֥לְתָּ לִּ֖י בְּרָכָֽה׃
36
36
Esaw sagte: Hat man ihm etwa den Namen Jaakow gegeben, weil er mich schon zwei Mal hintergangen (jaakweni) hat? Mein Erstgeburtsrecht hat er genommen, und siehe, jetzt hat er auch meinen Segen genommen! Und er sagte: Hast du mir keinen Segen zurückbehalten?
Hat man ihm etwa den Namen Jaakow gegeben?
הֲכִי קָרָא שְׁמוֹ ist die Form einer Frage; wie (Ber. 29:15) הֲכִי אָחִי אַתָּה „etwa, weil du mein Bruder bist?“ Vielleicht ist er darum „Jaakow“ genannt worden, wegen seiner Zukunft, weil er im Sinn hatte, mich zu hintergehen?
Im Midrasch Tanchuma: Warum erschrak Jizchak? Er dachte, vielleicht habe ich gesündigt, dass ich den jüngeren vor dem älteren gesegnet habe und die Ordnung der Geburtsfolge verändert habe. Da begann Esaw zu schreien: וַיַּעְקְבֵנִי זֶה פַעֲמַיִם „Er hat mich schon zwei Mal hintergangen!“ Der Vater fragte ihn: „Was hat er dir getan?“ Und Esaw erzählte: „Die Erstgeburt (בְּכוֹרָה) hat er mir genommen.“ Da sagte sein Vater: „Darüber war ich erschrocken, dass ich vielleicht die Linie des Rechts (שׁוּרַת הַדִּין) übertreten habe. Jetzt aber erkenne ich, dass ich den Erstgeborenen gesegnet habe, גַּם בָּרוּךְ יִהְיֶה „er wird auch gesegnet bleiben“ (Vers 33).
Raschi
hintergangen
וַיַּעְקְבֵנִי „er hat mich hintergangen“. Der Targum sagt וְכָמַנִי er hat mir aufgelauert, hat mich überfallen; das Wort „auflauern“, „überfallen“ (וְאָרַב, Dew. 19:11) wird übersetzt וְיִכְמוֹן. Manche übersetzen וְחַכְמַנִי, er hat mich überlistet.
Raschi
zurückbehalten
אָצַלְתָּ bedeutet „absondern“, wie (Bam. 11:25) וַיָּאצֶל „er nahm“.
Raschi
וַיַּ֨עַן יִצְחָ֜ק וַיֹּ֣אמֶר לְעֵשָׂ֗ו הֵ֣ן גְּבִ֞יר שַׂמְתִּ֥יו לָךְ֙ וְאֶת־כָּל־אֶחָ֗יו נָתַ֤תִּי לוֹ֙ לַעֲבָדִ֔ים וְדָגָ֥ן וְתִירֹ֖שׁ סְמַכְתִּ֑יו וּלְכָ֣ה אֵפ֔וֹא מָ֥ה אֶֽעֱשֶׂ֖ה בְּנִֽי׃
37
37
Da antwortete Jizchak und sagte zu Esaw: Siehe, zum Herrn habe ich ihn gesetzt über dich, und alle seine Brüder habe ich ihm gegeben als Diener, und mit Getreide und Most habe ich ihn versorgt. Und für dich nun, was soll ich tun, mein Sohn?
Siehe, zum Herrn habe ich ihn gesetzt
Dieser Segen ist der siebte, und er macht ihn zum ersten? Nur, er sagte zu ihm: Welchen Nutzen hast du vom Segen? Wenn du Güter erwirbst, gehören sie ihm. Denn ich habe ihn zum Herrn über dich gesetzt,und was der Knecht erwirbt, gehört dem Herrn.
Raschi
Und für dich nun, was soll ich tun
וּלְכָה אֵפוֹא מָה אֶעֱשֶׂה, wo soll ich suchen, was ich für dich tun kann.
Raschi
וַיֹּ֨אמֶר עֵשָׂ֜ו אֶל־אָבִ֗יו הַֽבְרָכָ֨ה אַחַ֤ת הִֽוא־לְךָ֙ אָבִ֔י בָּרֲכֵ֥נִי גַם־אָ֖נִי אָבִ֑י וַיִּשָּׂ֥א עֵשָׂ֛ו קֹל֖וֹ וַיֵּֽבְךְּ׃
38
38
Und Esaw sagte zu seinem Vater: Nur diesen einzigen Segen hast du, mein Vater? Segne mich, auch mich, mein Vater! Esaw erhob seine Stimme und weinte.
Nur diesen Segen
הַבְרָכָה אַחַת, „nur diesen Segen?“: durch den Buchstaben ה (He) wird es zu einer Frage, wie (Bam. 13:19, 20) הַבְּמַחֲנִים „ob in Lagern“, הַשְּׁמֵנָה הִיא „ob es fett ist“; (2 Schmu. 3:33) הַכְּמוֹת נָבָל [יָמוּת אַבְנֵר] „soll wie ein Verworfener [Awner sterben]?“
Raschi
וַיַּ֛עַן יִצְחָ֥ק אָבִ֖יו וַיֹּ֣אמֶר אֵלָ֑יו הִנֵּ֞ה מִשְׁמַנֵּ֤י הָאָ֙רֶץ֙ יִהְיֶ֣ה מֽוֹשָׁבֶ֔ךָ וּמִטַּ֥ל הַשָּׁמַ֖יִם מֵעָֽל׃
39
39
Da antwortete sein Vater Jizchak und sagte ihm: Siehe, vom Fett der Erde soll auch dein Wohnsitz sein und vom Tau des Himmels von oben.
vom Fett der Erde
מִשְׁמַנֵּי הָאָרֶץ „vom Fett der Erde“: das ist der griechische Teil von Italien.
Raschi
וְעַל־חַרְבְּךָ֣ תִֽחְיֶ֔ה וְאֶת־אָחִ֖יךָ תַּעֲבֹ֑ד וְהָיָה֙ כַּאֲשֶׁ֣ר תָּרִ֔יד וּפָרַקְתָּ֥ עֻלּ֖וֹ מֵעַ֥ל צַוָּארֶֽךָ׃
40
40
Durch dein Schwert wirst du leben und deinem Bruder wirst du dienen. Doch wird es geschehen, wenn du gelitten hast, dann wirst du sein Joch abwerfen von deinem Hals.
Durch dein Schwert
וְעַל חַרְבְּךָ ist so wie בְּחַרְבְּךָ „durch dein Schwert“. Es gibt עַל an Stelle des Buchstabens ב (Bet). Im Vers (Jech. 33:36) עֲמַדְתֶּם עַל חַרְבְּכֶם „ihr stelltet euch auf euer Schwert“ ist עַל חַרְבְּכֶם so wie בְּחַרְבְּכֶם „ihr standet aufrecht durch euer Schwert“. Im Vers (Schem. 6:26) עַל צִבְאֹתָם „nach ihren Heerscharen“ ist עַל צִבְאֹתָם so wie בְּצִבְאֹתָם „mit ihren Heerscharen“.
Raschi
wenn du gelitten hast
תָּרִיד ist ein Ausdruck für Schmerz, Leid. Wie (Teh. 55:3) אָרִיד בְּשִׂיחִי „ich klage in meinem Leid“. Das heißt, wenn Israel die Torah übertritt und du Grund hast, bekümmert zu sein über die Segnungen, die es erhalten hat, dann wirst du sein Joch abwerfen.
Raschi
Joch: etwas, dem man unterworfen ist und wodurch die eigene Freiheit stark eingeschränkt ist.
וַיִּשְׂטֹ֤ם עֵשָׂו֙ אֶֽת־יַעֲקֹ֔ב עַל־הַ֨בְּרָכָ֔ה אֲשֶׁ֥ר בֵּרֲכ֖וֹ אָבִ֑יו וַיֹּ֨אמֶר עֵשָׂ֜ו בְּלִבּ֗וֹ יִקְרְבוּ֙ יְמֵי֙ אֵ֣בֶל אָבִ֔י וְאַֽהַרְגָ֖ה אֶת־יַעֲקֹ֥ב אָחִֽי׃
41
41
Esaw hasste Jaakow wegen des Segens, mit dem ihn gesegnet hatte sein Vater. Und Esaw sagte in seinem Herzen: Es werden herankommen die Tage der Trauer um meinen Vater, dann will ich umbringen meinen Bruder Jaakow.
die Tage der Trauer um meinen Vater
Nach dem einfachen Sinn, damit ich meinem Vater keinen Schmerz bereite. Midraschim gibt es verschiedene dazu.
Raschi
וַיֻּגַּ֣ד לְרִבְקָ֔ה אֶת־דִּבְרֵ֥י עֵשָׂ֖ו בְּנָ֣הּ הַגָּדֹ֑ל וַתִּשְׁלַ֞ח וַתִּקְרָ֤א לְיַעֲקֹב֙ בְּנָ֣הּ הַקָּטָ֔ן וַתֹּ֣אמֶר אֵלָ֔יו הִנֵּה֙ עֵשָׂ֣ו אָחִ֔יךָ מִתְנַחֵ֥ם לְךָ֖ לְהָרְגֶֽךָ׃
42
42
Es wurden Riwka berichtet die Worte Esaws, ihres älteren Sohnes, da schickte sie und ließ Jaakow rufen, ihren jüngeren Sohn, und sagte zu ihm: Siehe, dein Bruder Esaw tröstet sich durch deine Tötung über deine Segnungen.
Es wurden Riwka berichtet: durch g‑ttlichen Geist (רוּחַ הַקֹּדֶשׁ) wurde ihr berichtet, was Esaw in seinem Herzen dachte.
Raschi
tröstet sich
מִתְנַחֵם לְךָ im Sinn von: er bedauert, dein Bruder zu sein, entwirft einen anderen Plan, dir nämlich als Fremder entgegenzutreten und dich zu töten.
Der Midrasch sagt, du bist in seinen Augen schon tot, und er hat über dich schon den Becher des Trostes (כּוֹס שֶׁל תַּנְחוּמִין) getrunken.

Nach dem einfachen Sinn bedeutet es Tröstung, er tröstet sich durch Jaakows Tötung über die Segnungen.
Raschi
וְעַתָּ֥ה בְנִ֖י שְׁמַ֣ע בְּקֹלִ֑י וְק֧וּם בְּרַח־לְךָ֛ אֶל־לָבָ֥ן אָחִ֖י חָרָֽנָה׃
43
43
Jetzt also, mein Sohn, höre auf meine Stimme: Mache dich auf, flüchte du zu meinem Bruder Lawan nach Charan.
וְיָשַׁבְתָּ֥ עִמּ֖וֹ יָמִ֣ים אֲחָדִ֑ים עַ֥ד אֲשֶׁר־תָּשׁ֖וּב חֲמַ֥ת אָחִֽיךָ׃
44
44
Und bleibe bei ihm einige Tage, bis sich der Zorn deines Bruders gewendet hat.
einige Tage
אֲחָדִים im Sinn von „wenige [Tage]“.
Raschi
עַד־שׁ֨וּב אַף־אָחִ֜יךָ מִמְּךָ֗ וְשָׁכַח֙ אֵ֣ת אֲשֶׁר־עָשִׂ֣יתָ לּ֔וֹ וְשָׁלַחְתִּ֖י וּלְקַחְתִּ֣יךָ מִשָּׁ֑ם לָמָ֥ה אֶשְׁכַּ֛ל גַּם־שְׁנֵיכֶ֖ם י֥וֹם אֶחָֽד׃
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45
Bis sich abgewendet hat der Zorn deines Bruders von dir und er vergessen wird, was du ihm getan hast, dann werde ich hinschicken und dich holen lassen von dort. Warum sollte ich euch beide verlieren an einem Tag?
Warum sollte ich verlieren euch beide
לָמָה אֶשְׁכַּל „Warum sollte ich verlieren“: das lehrt, dass wer seine Kinder begräbt, שָׁכוּל genannt wird. Ebenso heißt es bei Jaakow (Ber. 43:14) כַּאֲשֶׁר שָׁכֹלְתִּי שָׁכָלְתִּי „wenn ich die Kinder verloren habe, so habe ich die Kinder verloren“.
Raschi
euch beide
Wenn er dich überfällt und du ihn tötest, dann stehen seine Kinder auf und töten dich. G‑ttlicher Geist (רוּחַ הַקֹּדֶשׁ) war ihr gegeben worden, und sie sagte voraus, dass sie an einem Tag sterben würden, wie es in der Gemara Sota (13a, Abschnitt ›HaMekane le-ischto‹) erklärt wird.
Raschi
[Sota 13a] Als Jaakow Awinu verstorben war und sie zur Höhle von Machpela kamen, um ihn zu begraben, trat Esaw vor und hinderte sie daran, indem er sagte (Ber. 35:27) מַמְרֵא קִרְיַת הָאַרְבַּע הִיא חֶבְרוֹן „Mamre, Kirjat Arba, das ist Chewron“ – Kirjat Arba (die Stadt der Vier), da sind vier Paare begraben: Adam und Chawa, Awraham und Sara, Jizchak und Riwka, Jaakow und Leah. Jaakow hat Leah auf seinem Platz begraben, und was übrigbleibt, gehört mir – denn die Höhle von Machpela hat Platz für nur acht Gräber, und ich habe ebenfalls Anspruch auf einen Platz. Sie sagten zu ihm: Du hast durch den Verkauf der Erstgeburt (בְּכוֹרָה) auch den Begräbnisplatz verkauft. Er sagte: Zugegeben, dass ich ihm meinen Anteil der Erstgeburt verkauft habe, aber habe ich ihm etwa auch meinen einfachen Anteil verkauft!? Sie sagten: Ja. Es heißt (Ber. 50:5) בְּקִבְרִי אֲשֶׁר כָּרִיתִי לִי „in meinem Grab, das ich mir gekauft [kariti] habe“ – kira heißt „Verkauf“, denn in den fernen Ländern sagt man kira für Verkauf. Da sagte er zu ihnen: Zeigt mir den Kaufvertrag. Sie sagten ihm: Der Kaufvertrag ist in Mizraim. Wer geht nun hin? Naftali soll gehen, er ist schnell wie eine Hirschkuh, wie es heißt (Ber. 49:21) נַפְתָּלִי אַיָּלָה שְׁלוּחָה הַנּוֹתֵן אִמְרֵי שָׁפֶר „Naftali, eine dahineilende Hirschkuh, er bringt schöne Worte“. Lies nicht imre schefer (schöne Worte), sondern imre sefer (Worte des Vertrages).

Unter den Trauernden befand sich Chuschim, der Sohn von Dan, der schwerhörig war, und er fragte: Was ist los? Man sagte ihm: Dieser hindert uns solange, bis Naftali aus dem Land Mizraim zurückgekehrt ist. Er sagte zu ihnen: Und bis Naftali aus dem Land Mizraim zurückgekommen ist, soll der Großvater Jaakow in Erniedrigung daliegen!? Da nahm er eine Keule und schlug Esaw mit solcher Wucht auf den Kopf, dass ihm die Augen ausfielen und zu den Füßen Jaakows rollten. Da öffnete Jaakow die Augen und lächelte. Das sagt der Vers (Teh. 58:11) כִּי חָזָה נָקָם פְּעָמָיו „es freut sich der Zaddik, wenn er Rache sieht“. In jener Stunde ging die Weissagung Riwkas in Erfüllung לָמָּה אֶשְׁכַּל גַּם שְׁנֵיכֶם יוֹם אֶחָד „Warum sollte ich euch beide an einem Tag verlieren?“. Und obwohl beide nicht an einem Tag gestorben sind, so erfolgte ihr Begräbnis an einem Tag.
וַתֹּ֤אמֶר רִבְקָה֙ אֶל־יִצְחָ֔ק קַ֣צְתִּי בְחַיַּ֔י מִפְּנֵ֖י בְּנ֣וֹת חֵ֑ת אִם־לֹקֵ֣חַ יַ֠עֲקֹב אִשָּׁ֨ה מִבְּנֽוֹת־חֵ֤ת כָּאֵ֙לֶּה֙ מִבְּנ֣וֹת הָאָ֔רֶץ לָ֥מָּה לִּ֖י חַיִּֽים׃
46
46
Und Riwka sagte zu Jizchak: Mich ekelt das Leben wegen der Töchter Chet. Wenn Jaakow nehmen sollte eine Frau von den Töchtern Chet wie diese da, von den Töchtern des Landes, wozu lebe ich dann?
Mich ekelt das Leben
קַצְתִּי בְחַיַּי bedeutet: ich verachte mein Leben.
Raschi
וַיִּקְרָ֥א יִצְחָ֛ק אֶֽל־יַעֲקֹ֖ב וַיְבָ֣רֶךְ אֹת֑וֹ וַיְצַוֵּ֙הוּ֙ וַיֹּ֣אמֶר ל֔וֹ לֹֽא־תִקַּ֥ח אִשָּׁ֖ה מִבְּנ֥וֹת כְּנָֽעַן׃
1
1
Jizchak rief Jaakow und segnete ihn. Er befahl ihm und sagte zu ihm: Du sollst keine Frau von den Töchtern Kna’ans nehmen.
ק֥וּם לֵךְ֙ פַּדֶּ֣נָֽה אֲרָ֔ם בֵּ֥יתָה בְתוּאֵ֖ל אֲבִ֣י אִמֶּ֑ךָ וְקַח־לְךָ֤ מִשָּׁם֙ אִשָּׁ֔ה מִבְּנ֥וֹת לָבָ֖ן אֲחִ֥י אִמֶּֽךָ׃
2
2
Mache dich auf, gehe nach Padan Aram in das Haus von Betuel, dem Vater deiner Mutter, und nimm dir von dort eine Ehefrau von den Töchtern des Lawan, des Bruders deiner Mutter.
gehe nach Padan Aram,
in das Haus von Betuel
פַּדֶּנָה ist so wie לְפַדָּן zu lesen, „nach Padan Aram“.
בֵּיתָה ist so wie לְבֵית zu lesen, „in das Haus [von Betuel]“.

Jedem Wort, das den Buchstaben ל (Lamed) am Anfang braucht, kannst du stattdessen auch den Buchstaben ה (He) am Ende anschließen.
Raschi
וְאֵ֤ל שַׁדַּי֙ יְבָרֵ֣ךְ אֹֽתְךָ֔ וְיַפְרְךָ֖ וְיַרְבֶּ֑ךָ וְהָיִ֖יתָ לִקְהַ֥ל עַמִּֽים׃
3
3
Und G‑tt, der Allmächtige, segne dich, mache dich fruchtbar und vermehre dich, damit du zu einer Versammlung von Völkern werdest.
Und G‑tt, der Allmächtige
Der G‑ttesname שַׁדַּי drückt aus: Er, der mit genügend Segnungen (שֶׁדַּי בְּבִרְכוֹתָיו) versorgt diejenigen, die von Ihm gesegnet werden, Er segne dich.
Raschi
fruchtbar: mit zahlreichen Nachkommen.
וְיִֽתֶּן־לְךָ֙ אֶת־בִּרְכַּ֣ת אַבְרָהָ֔ם לְךָ֖ וּלְזַרְעֲךָ֣ אִתָּ֑ךְ לְרִשְׁתְּךָ֙ אֶת־אֶ֣רֶץ מְגֻרֶ֔יךָ אֲשֶׁר־נָתַ֥ן אֱלֹהִ֖ים לְאַבְרָהָֽם׃
4
4
Er gebe dir den Segen Awrahams, dir und deinen Nachkommen mit dir, damit du einnehmest das Land deines Aufenthaltes, das G‑tt Awraham gegeben hat.
den Segen Awrahams: zu dem Er sagte וְאֶעֶשְׂךָ לְגוֹי גָּדוֹל „Ich mache dich zu einem großen Volk“ (Ber. 12:2), וְהִתְבָּרְכוּ בְזַרְעֲךָ „und durch deine Nachkommen werden gesegnet sein …“ (Ber. 22:18) – mögen jene Segnungen für dich gesagt sein. Von dir komme jenes Volk und jene gesegnete Nachkommenschaft.
Raschi