Der tägliche Chumasch-Abschnitt

15. Kislew 5787

Mittwoch, 25. November 2026

Heute

Wajischlach

4. Alija

(Bereschit 33:6 – 33:20)

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וַתִּגַּ֧שְׁןָ הַשְּׁפָח֛וֹת הֵ֥נָּה וְיַלְדֵיהֶ֖ן וַתִּֽשְׁתַּחֲוֶֽיןָ׃
6
6
Da traten die Dienerinnen hinzu, sie und ihre Kinder und verneigten sich.
וַתִּגַּ֧שׁ גַּם־לֵאָ֛ה וִילָדֶ֖יהָ וַיִּֽשְׁתַּחֲו֑וּ וְאַחַ֗ר נִגַּ֥שׁ יוֹסֵ֛ף וְרָחֵ֖ל וַיִּֽשְׁתַּחֲוֽוּ׃
7
7
Es trat auch Leah mit ihren Kindern hinzu und sie verneigten sich; danach trat Josef hinzu und Rachel und sie verneigten sich.
danach trat Josef hinzu und Rachel
Bei allen traten die Mütter vor den Kindern hin; aber bei Rachel trat Josef vor ihr hin, denn er sagte, meine Mutter ist schön und ich möchte nicht, dass jener Böse seine Augen auf sie richtet. Darum will ich mich vor sie stellen und ihn daran hindern, sie zu betrachten. Von da erwarb Josef den Segen (Ber. 49:22) עֲלֵי עָיִן „erhaben über das böse Auge“.
Raschi
Jaakow segnete seinen Sohn Josef mit עֲלֵי עָיִן „erhaben über das [böse] Auge“, dass der böse Blick (עַיִן הָרָע) keine Macht über seine Nachkommen habe. Maß für Maß (מִדָּה כְּנֶגֶד מִדָּה) wurde Josef damit gegeben: er stellte sich entgegen, damit der Böse nicht seinen Blick auf die Mutter richte, so wird der böse Blick nicht auf ihm und seinen Nachkommen ruhen.
Neser haKodesch
Bei Leah sagt der Vers וַתִּגַּשׁ גַּם לֵאָה וִילָדֶיהָ „es trat Leah mit ihren Kindern hinzu“ und verwendet das Verb וַתִּגַּשׁ in der Einzahl, weil es sich hauptsächlich auf Leah bezieht, der die Kinder folgen.
Auch der zweite Teil des Verses נִגַּשׁ יוֹסֵף וְרָחֵל „es trat Josef hinzu und Rachel“ verwendet das Verb נִגַּשׁ in der Einzahl, doch bezieht es sich hauptsächlich auf Josef. Darum bringt Raschi die Erklärung, dass Josef sich vor seine Mutter stellte und somit nur er zu sehen war; das ist der Grund für das Verb נִגַּשׁ in der Einzahl.
Maskil leDavid
וַיֹּ֕אמֶר מִ֥י לְךָ֛ כָּל־הַמַּחֲנֶ֥ה הַזֶּ֖ה אֲשֶׁ֣ר פָּגָ֑שְׁתִּי וַיֹּ֕אמֶר לִמְצֹא־חֵ֖ן בְּעֵינֵ֥י אֲדֹנִֽי׃
8
8
Esaw sagte: Wozu hast du dieses ganze Lager bestimmt, dem ich begegnet bin? Jaakow antwortete: Gunst finden in den Augen meines Herrn.
Wozu hast du dieses ganze Lager bestimmt
מִי לְךָ כָּל הַמַּחֲנֶה, lies das als מִי כָּל הַמַּחֲנֶה אֲשֶׁר פָּגַשְׁתִּי שֶׁהוּא שֶׁלְּךָ „Wer ist das ganze Lager, dem ich begegnet bin, für dich?“, im Sinn von: Wozu hast du es bestimmt?
Nach dem einfachen Sinn (פְּשׁוּטוֹ שֶׁל מִקְרָא) [ist mit „Lager“ gemeint]: diejenigen, die das Geschenk brachten.

Nach dem Midrasch [ist mit „Lager“ gemeint]: er war Abteilungen von Engeln begegnet, die ihn und seine Männer stießen und zu ihnen sagten: „Zu wem gehört ihr?“ Sie antwortete ihnen: „Zu Esaw.“ Da sagten jene: „Schlagt! Schlagt sie!“ Sie baten: „Lasst ihn, er ist der Sohn von Jizchak“, aber die Engel achteten nicht darauf. „Er ist der Enkel von Awraham“, auch darauf achteten sie nicht. „Er ist der Bruder von Jaakow“, da sagten sie zu ihnen: „Dann gehört ihr zu uns“ (Bereschit Rabba 78:10).
Raschi
וַיֹּ֥אמֶר עֵשָׂ֖ו יֶשׁ־לִ֣י רָ֑ב אָחִ֕י יְהִ֥י לְךָ֖ אֲשֶׁר־לָֽךְ׃
9
9
Esaw sagte: Ich habe viel, Bruder, behalte, was dein ist.
behalte, was dein ist
Hier erkannte er ihm die Segnungen an.
Raschi
וַיֹּ֣אמֶר יַעֲקֹ֗ב אַל־נָא֙ אִם־נָ֨א מָצָ֤אתִי חֵן֙ בְּעֵינֶ֔יךָ וְלָקַחְתָּ֥ מִנְחָתִ֖י מִיָּדִ֑י כִּ֣י עַל־כֵּ֞ן רָאִ֣יתִי פָנֶ֗יךָ כִּרְאֹ֛ת פְּנֵ֥י אֱלֹהִ֖ים וַתִּרְצֵֽנִי׃
10
10
Jaakow sagte: Nicht doch! Sollte ich Gunst in deinen Augen gefunden haben, dann nimm mein Geschenk aus meiner Hand. Denn ich sehe dein Angesicht wie man das Angesicht eines g‑ttlichen Wesens sieht, und du zeigst mir Gnade.
Nicht doch!
אַל נָא, mögest du nicht so zu mir sprechen.
Raschi
Sollte ich Gunst in deinen Augen gefunden haben, dann nimm mein Geschenk aus meiner Hand. Denn ich sehe dein Angesicht wie man das Angesicht eines g‑ttlichen Wesens sieht
Es steht dir zu und gebührt dir, dass du mein Geschenk annimmst, weil ich dein Angesicht sehen durfte, und das ist mir so wertvoll wie das Sehen des Angesichts des Engels; denn ich habe deinen Engelfürsten (שָׂרוֹ שֶׁל עֵשָׂו) gesehen. Und weiters, weil du dich versöhnen ließt, mein Vergehen zu verzeihen.
Und warum erwähnte er ihm, dass er den Engel gesehen hatte? Damit er sich vor ihm fürchte und sich sage, er hat Engel gesehen und ist gerettet worden, nun vermag ich ihm nichts mehr zu tun.
Raschi
du zeigst mir Gnade
וַתִּרְצֵנִי – נִתְפַּיַּסְתָּ לִי, hast dich von mir besänftigen lassen. Und so hat überall der Ausdruck רָצוֹן im Vers die Bedeutung „Besänftigung“ (franz. apeiement). Im Vers (Waj. 22:20) כִּי לֹא לְרָצוֹן יִהְיֶה לָכֶם „es wird für euch nicht zum Wohlgefallen sein“, die Opfer kommen zu besänftigen und zu befriedigen; ebenso (Mischle 10:32) שִׂפְתֵי צַדִּיק יֵדְעוּן רָצוֹן „die Lippen des Zaddik verstehen zu besänftigen“.
Raschi
קַח־נָ֤א אֶת־בִּרְכָתִי֙ אֲשֶׁ֣ר הֻבָ֣את לָ֔ךְ כִּֽי־חַנַּ֥נִי אֱלֹהִ֖ים וְכִ֣י יֶשׁ־לִי־כֹ֑ל וַיִּפְצַר־בּ֖וֹ וַיִּקָּֽח׃
11
11
So nimm denn meinen Gruß an, der dir gebracht worden ist; denn G‑tt hat mich begünstigt und ich habe alles. So drängte Jaakow, und Esaw nahm es.
meinen Gruß
בִּרְכָתִי – מִנְחָתִי, meinen Gruß, mein Geschenk. Ein Geschenk wird manchmal geschickt, um vor dem Angesicht (eines Großen) erscheinen zu dürfen. Manchmal wird es nur als Begrüßung geschickt. Überall, wo der Begriff בְּרָכָה mit dem Erscheinen vor dem Angesicht [eines Großen] verbunden ist, wie (Ber. 47:7) וַיְבָרֶךְ יַעֲקֹב אֶת פַּרְעֹה „Jaakow begrüßte Pharao“, (2 Kön. 18:31) עֲשׂוּ אִתִּי בְרָכָה „begrüßt mich“, bei Sancheriw; ebenso (2 Schmu. 8:10) לִשְׁאָל לוֹ לְשָׁלוֹם וּלְבָרְכוֹ „nach seinem Wohl zu fragen und ihn zu begrüßen“, bei Toi, dem König von Chamat, an allen diesen Stellen bedeutet es Friedensgruß (בִּרְכַּת שָׁלוֹם), was man auf Französisch saluder, „begrüßen“ nennt. Auch hier bedeutet בִּרְכָתִי auf Französisch mon salud, „meine Begrüßung“.
Raschi
der dir gebracht worden ist: du hattest keine Mühe damit. Ich aber habe mich bemüht, den Gruß hingelangen zu lassen, bis er in deine Hand kam.
Raschi
G‑tt hat mich begünstigt
חַנַּנִי, der erste Buchstabe נ (Nun) hat ein Dagesch, weil er für zweimal den Buchstaben Nun steht. Das Wort sollte nämlich חֲנָנַנִי lauten, weil חָנַן immer zwei Nun enthält. Der Buchstaben Nun zum dritten Mal in חֲנָנַנִי gehört zum angehängten Pronomen, wie (Jesch. 29:16) עָשַׂנִי „er hat mich gemacht“, (Ber. 30:20) זְבָדַנִי „hat mich beschenkt“.
Raschi
ich habe alles: alles, was ich brauche. Aber Esaw sprach hochmütig (zuvor, Vers 9) יֶשׁ לִי רָב „ich habe viel“: viel mehr, als ich brauche.
Raschi
וַיֹּ֖אמֶר נִסְעָ֣ה וְנֵלֵ֑כָה וְאֵלְכָ֖ה לְנֶגְדֶּֽךָ׃
12
12
Es sagte Esaw zu Jaakow: Brich auf und lass uns weiter ziehen, ich will neben dir hergehen.
Brich auf und lass uns weiter ziehen
Die zwei Worte נִסְעָה („Brich auf!“) und נֵלֵכָה („lass uns ziehen“) beginnen zwar beide mit dem Buchstaben נ (Nun), drücken aber unterschiedliche Verbformen aus. Der Buchstabe נ (Nun) bei נֵלֵכָה steht anstatt von אֲנַחְנוּ („wir“) und bedeutet אֲנַחְנוּ נֵלֵךְ
„wir werden ziehen“, „lass uns ziehen“.

Dagegen drückt der Buchstabe נ bei נִסְעָה nicht aus „lass uns aufbrechen“, sondern ist Befehlsform an den einzelnen; נִסְעָה – „brich auf!“, so wie (Dan. 9:19) שְׁמָעָה, סְלָחָה „Höre! Vergib!“, was soviel ist wie שְׁמַע, סְלַח. Auch hier ist נִסְעָה so wie נְסַע. Bei diesem Wort נִסְעָה gehört der Buchstabe נ zur Wurzel des Wortes, und ist keine Hinzufügung.

So übersetzt auch der Targum Onkelos טוּל וּנְהָךְ; das Wort טוּל ist Befehlsform „Brich auf!“, Esaw sagte zu Jaakow, Brich auf von hier, und wir wollen gemeinsam ziehen.
Raschi, Misrachi
und ich will neben dir hergehen
וְאֵלְכָה לְנֶגְדֶּךָ, in gleichem Schritt mir dir. Diese Wohltat will ich dir erweisen, dass ich die Tage meiner Reise verlängere, um so langsam zu gehen, wie du es nötig hast. Das heißt לְנֶגְדֶּךָ „neben dir“, in gleichem Schritt mit dir.
Raschi
וַיֹּ֣אמֶר אֵלָ֗יו אֲדֹנִ֤י יֹדֵ֙עַ֙ כִּֽי־הַיְלָדִ֣ים רַכִּ֔ים וְהַצֹּ֥אן וְהַבָּקָ֖ר עָל֣וֹת עָלָ֑י וּדְפָקוּם֙ י֣וֹם אֶחָ֔ד וָמֵ֖תוּ כָּל־הַצֹּֽאן׃
13
13
Jaakow antwortete: Mein Herr weiß, dass die Kinder zart sind, und die Schafe und Rinder Junge säugen; wenn man sie nur einen Tag drängt, so sterben alle Schafe.
dass die Schafe und Rinder Junge säugen
עָלוֹת עָלָי, die Sorge für die Schafe und Rinder, die Junge säugen, liegt auf mir, dass ich sie langsam führe.
Raschi
säugen
עָלוֹת – מְגַדְּלוֹת עוֹלְלֵיהֶן „säugen“: ziehen ihre Jungen groß, vom Ausdruck עוֹלֵל וְיוֹנֵק „Kind und Säugling“ (Echa 2:11), עוּל יָמִים „jung an Jahren“ (Jesch. 65:20); וּשְׁתֵּי פָרוֹת עָלוֹת „zwei säugende Kühe“ (1 Schmu. 6:7). Auf Französisch enfanteis, „die Junge geboren haben“.
Raschi
wenn man sie nur einen Tag drängt
Wenn man sie einen Tag drängt, dass man sie auf dem Weg durch schnelles Gehen ermüdet, so sterben alle Schafe.
Raschi
drängt
וּדְפָקוּם, wenn man sie drängt, wie (Schir 5:2) קוֹל דּוֹדִי דוֹפֵק „horch, mein Trauter klopft“, klopft an die Tür.
Raschi
יַעֲבָר־נָ֥א אֲדֹנִ֖י לִפְנֵ֣י עַבְדּ֑וֹ וַאֲנִ֞י אֶֽתְנָהֲלָ֣ה לְאִטִּ֗י לְרֶ֨גֶל הַמְּלָאכָ֤ה אֲשֶׁר־לְפָנַי֙ וּלְרֶ֣גֶל הַיְלָדִ֔ים עַ֛ד אֲשֶׁר־אָבֹ֥א אֶל־אֲדֹנִ֖י שֵׂעִֽירָה׃
14
14
Mein Herr ziehe nur seinem Diener voraus, ich aber will meinen langsamen Gang weiterziehen, im Schritt der Herde vor mir und im Schritt der Kinder, bis ich zu meinem Herrn nach Se’ir komme.
Mein Herr ziehe nur seinem Diener voraus: verlängere doch nicht die Tage deiner Reise. Ziehe voran, wie du gewohnt bist, auch wenn du dich dadurch von mir entfernst.
Raschi
ich will weiterziehen
Der Buchstabe ה (He) bei אֶתְנַהֲלָה ist hinzugefügt, lies das
Wort wie אֶתְנַהֵל. So wie [der Buchstaben ה hinzugefügt ist bei] אֵרְדָה „ich möchte mich herablassen“ (Ber. 18:21), אֶשְׁמְעָה „ich möchte hören“ (Teh. 85:9).
Raschi
meinen langsamen Gang
לְאִטִּי – לְאַט שֶׁלִּי „meine Langsamkeit“, לְאַט ist ein Ausdruck für Ruhe. (Jesch. 8:6) הַהֹלְכִים לְאַט „die ruhig dahinfließen“; (2 Schmu. 18:5) לְאַט לִי לַנַּעַר „gehe mir sanft mit dem Jungen um“. Beim Wort לְאִטִּי gehört der Buchstabe ל (Lamed) zur Wurzel und ist kein Bedienungsbuchstabe (אוֹת שִׁמּוּשׁ), ich möchte in meinem langsamen Schritt führen.
Raschi
im Schritt der Herde
לְרֶגֶל הַמְּלָאכָה, wörtl. dem Fuß der Arbeit entsprechend. Wie es für den Gang der Füße der Herden, die zu führen meine Aufgabe ist, nötig ist.
Raschi
im Schritt der Kinder
וּלְרֶגֶל הַיְלָדִים, wörtl. dem Fuß der Kinder entsprechend. Ihren Füßen entsprechend, wie sie gehen können.
Raschi
bis ich zu meinem Herrn nach Se’ir komme
Er gab ihm ein zu weites Reiseziel an, weil er nur die Absicht hatte, bis nach Sukkot zu gehen, denn er dachte, sollte er die Absicht haben, mir Böses zu tun, so wird er damit warten, bis ich zu ihm komme. Er ging aber nicht so weit. Wann wird er aber hingehen? In den Tagen des Maschiach, so heißt es (Owadja 1:21) וְעָלוּ מוֹשִׁעִים בְּהַר צִיּוֹן לִשְׁפֹּט אֶת הַר עֵשָׂו „und Erlöser werden den Berg Zion besteigen, um zu richten den Berg Esaw“. Zu diesem Abschnitt gibt es viele Midraschim.
Raschi
וַיֹּ֣אמֶר עֵשָׂ֔ו אַצִּֽיגָה־נָּ֣א עִמְּךָ֔ מִן־הָעָ֖ם אֲשֶׁ֣ר אִתִּ֑י וַיֹּ֙אמֶר֙ לָ֣מָּה זֶּ֔ה אֶמְצָא־חֵ֖ן בְּעֵינֵ֥י אֲדֹנִֽי׃
15
15
Esaw sagte: Lass mich doch dir zur Seite stellen von dem Volk, das mit mir ist. Jaakow sagte: Wozu das? Möge ich nur Gnade finden in den Augen meines Herrn!
Jaakow sagte: Wozu das? Wozu willst du mir diese Wohltat erweisen, die ich nicht brauche.
Raschi
Möge ich nur Gnade finden in den Augen meines Herrn!, und mögest du mir jetzt keinerlei Vergeltung bezahlen.
Raschi
וַיָּשָׁב֩ בַּיּ֨וֹם הַה֥וּא עֵשָׂ֛ו לְדַרְכּ֖וֹ שֵׂעִֽירָה׃
16
16
Esaw ging am selben Tag seinen Weg zurück, nach Se’ir.
Esaw ging am selben Tag zurück: Esaw allein. Die 400 Mann aber, die mit ihm gekommen waren, zogen sich zurück, einer nach dem anderen. Und wann belohnte sie der Ewige dafür? In den Tagen Davids, so heißt es (1 Schmu. 30:17) כִּי אִם אַרְבַּע מֵאוֹת אִישׁ נַעַר אֲשֶׁר רָכְבוּ עַל הַגְּמַלִּים „und keiner entkam außer 400 jungen Männern, die auf Kamelen ritten“.
Raschi
וְיַעֲקֹב֙ נָסַ֣ע סֻכֹּ֔תָה וַיִּ֥בֶן ל֖וֹ בָּ֑יִת וּלְמִקְנֵ֙הוּ֙ עָשָׂ֣ה סֻכֹּ֔ת עַל־כֵּ֛ן קָרָ֥א שֵׁם־הַמָּק֖וֹם סֻכּֽוֹת׃ (ס)
17
17
Jaakow aber zog nach Sukkot, er baute sich ein Haus, und für sein Vieh machte er Hütten (Sukkot), darum nannte man den Ort Sukkot.
er baute sich ein Haus
Er blieb dort 18 Monate, Sommer und Winter und Sommer. Hütten (סֻכּוֹת) für den Sommer, ein Haus (בַּיִת) für den Winter und Hütten für den Sommer.
Raschi
וַיָּבֹא֩ יַעֲקֹ֨ב שָׁלֵ֜ם עִ֣יר שְׁכֶ֗ם אֲשֶׁר֙ בְּאֶ֣רֶץ כְּנַ֔עַן בְּבֹא֖וֹ מִפַּדַּ֣ן אֲרָ֑ם וַיִּ֖חַן אֶת־פְּנֵ֥י הָעִֽיר׃
18
18
Jaakow kam wohlbehalten in der Stadt Sch’chems an, die im Land Kna‘an liegt, als er von Padan Aram zurückkam, und lagerte vor der Stadt.
wohlbehalten
שָׁלֵם – שָׁלֵם בְּגוּפוֹ, heil und unverletzt an seinem Körper, denn er war von seinem Hinken geheilt. שָׁלֵם בְּמָמוֹנוֹ, ganz an Vermögen, denn es fehlte ihm nichts von jenem Geschenk. שָׁלֵם בְּתוֹרָתוֹ, ganz an Torah, denn er hatte im Haus von Lawan nichts von seinem Lernen vergessen (Schabbat 33b).
Raschi
in der Stadt Sch’chems
וַיָּבֹא עִיר שְׁכֶם ist so wie לָעִיר שְׁכֶם, ebenso (Ruth 1:19) עַד בֹּאָנָה בֵּית לָחֶם „bis sie nach Bet Lechem kamen“.
Raschi
als er von Padan Aram zurückkam
Wie wenn einer zum anderen sagt, der und der ist aus den Zähnen des Löwen wieder herausgekommen und gesund heimgekehrt. So auch hier, er kehrte gesund zurück von Padan Aram von Lawan und Esaw, die sich auf dem Weg zu ihm gesellt hatten.
Raschi
und lagerte vor der Stadt: Erew Schabbat war es. [Ein Kommentar aus] Sche’iltot des Raw Achai.
Raschi
וַיִּ֜קֶן אֶת־חֶלְקַ֣ת הַשָּׂדֶ֗ה אֲשֶׁ֤ר נָֽטָה־שָׁם֙ אָהֳל֔וֹ מִיַּ֥ד בְּנֵֽי־חֲמ֖וֹר אֲבִ֣י שְׁכֶ֑ם בְּמֵאָ֖ה קְשִׂיטָֽה׃
19
19
Und er kaufte das Stück Feld, wo er sein Zelt aufgeschlagen hatte, von den Söhnen Chamors, des Vaters von Sch’chem, um 100 Kesita.
Kesita: ein Geldstück, eine Münze. Rabbi Akiwa sagte: Als ich die Seestädte bereiste, nannte man dort ein Geldstück „Kesita“.
Raschi
וַיַּצֶּב־שָׁ֖ם מִזְבֵּ֑חַ וַיִּ֨קְרָא־ל֔וֹ אֵ֖ל אֱלֹהֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃ (ס)
20
20
Dort stellte er einen Altar auf und nannte ihn aus Dank für die wundersame Rettung aus den Händen Lawans und Esaws „G‑tt ist der G‑tt Israels“.
und nannte ihn „G‑tt, der G‑tt Israels“
Nicht dass der Altar „G‑tt Israels“ genannt wurde; sondern darum, weil der Ewige mit ihm gewesen war und ihn gerettet hatte, gab er dem Altar einen Namen nach dem Wunder, damit stets das Lob G‑ttes erwähnt werde, sobald man jenen Namen aussprechen würde. Das heißt, Er, der G‑tt ist, Er der Heilige, Er ist mir zum G‑tt, und ich heiße Israel.
So finden wir auch bei Mosche וַיִּקְרָא שְׁמוֹ ה׳ נִסִּי „er gab ihm den Namen ,der Ewige ist mein Wunder‘“ (Schem. 17:15). Nicht dass der Altar Ewiger genannt wurde; sondern nach dem Wunder gab er dem Altar den Namen, um das Lob des Ewigen zu erwähnen, der Ewige ist mein Wunder.

Unsere Weisen erklären (Megilla 18), der Ewige nannte Jaakow „den Mächtigen“ (אֵל).

Die Worte der Torah sind wie ein Hammer, der den Felsen zersplittert (Schabbat 88b), und teilen sich in viele Erklärungen. Ich aber will den einfachen Sinn des Verses (פְּשׁוּטוֹ שֶׁל מִקְרָא) erklären.
Raschi