Der tägliche Chumasch-Abschnitt

16. Kislew 5787

Donnerstag, 26. November 2026

Heute

Wajischlach

5. Alija

(Bereschit 34:1 – 35:11)

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וַתֵּצֵ֤א דִינָה֙ בַּת־לֵאָ֔ה אֲשֶׁ֥ר יָלְדָ֖ה לְיַעֲקֹ֑ב לִרְא֖וֹת בִּבְנ֥וֹת הָאָֽרֶץ׃
1
1
Dina, die Tochter Leahs, die sie Jaakow geboren hatte, ging aus, um sich unter den Töchtern des Landes umzusehen.
Dina, die Tochter Leahs
„Tochter Leahs“: Und die Tochter Jaakows war sie nicht? Nur, wegen ihres Ausgehens wird sie „die Tochter Leahs“ genannt, denn auch sie pflegte hinauszugehen, so heißt es (Ber. 30:16) וַתֵּצֶא לֵאָה לִקְרָאתוֹ „Leah ging hinaus ihm entgegen“. (Und darauf wandte man das Sprichwort an: Wie die Mutter, so die Tochter.)
Raschi
וַיַּ֨רְא אֹתָ֜הּ שְׁכֶ֧ם בֶּן־חֲמ֛וֹר הַֽחִוִּ֖י נְשִׂ֣יא הָאָ֑רֶץ וַיִּקַּ֥ח אֹתָ֛הּ וַיִּשְׁכַּ֥ב אֹתָ֖הּ וַיְעַנֶּֽהָ׃
2
2
Sch’chem sah sie, der Sohn Chamors aus dem Volk der Chiwim, des Fürsten des Landes, und er nahm sie, legte sich zu ihr und tat ihr Gewalt an.
legte sich zu ihr auf natürliche Weise,
und tat ihr Gewalt an auf unnatürliche Weise (Bereschit Rabba, Joma 77b).
Raschi
וַתִּדְבַּ֣ק נַפְשׁ֔וֹ בְּדִינָ֖ה בַּֽת־יַעֲקֹ֑ב וַיֶּֽאֱהַב֙ אֶת־הַֽנַּעֲרָ֔ וַיְדַבֵּ֖ר עַל־לֵ֥ב הַֽנַּעֲרָֽ׃
3
3
Und es hing seine Seele an Dina, der Tochter Jaakows; er liebte das Mädchen und redete dem Mädchen ans Herz.
redete dem Mädchen ans Herz: Worte, die dem Herzen einleuchten. Siehe, wieviel Geld musste dein Vater für ein kleines Stück Feld verschwenden; wenn ich dich heirate, dann gehört dir die Stadt mit all ihren Feldern.
Raschi
וַיֹּ֣אמֶר שְׁכֶ֔ם אֶל־חֲמ֥וֹר אָבִ֖יו לֵאמֹ֑ר קַֽח־לִ֛י אֶת־הַיַּלְדָּ֥ה הַזֹּ֖את לְאִשָּֽׁה׃
4
4
Und Sch’chem sagte zu seinem Vater Chamor: Nimm mir dieses Kind zur Frau!
וְיַעֲקֹ֣ב שָׁמַ֗ע כִּ֤י טִמֵּא֙ אֶת־דִּינָ֣ה בִתּ֔וֹ וּבָנָ֛יו הָי֥וּ אֶת־מִקְנֵ֖הוּ בַּשָּׂדֶ֑ה וְהֶחֱרִ֥שׁ יַעֲקֹ֖ב עַד־בֹּאָֽם׃
5
5
Jaakow hatte gehört, dass Sch’chem seine Tochter Dina entweiht hatte; seine Söhne aber waren mit seinem Vieh auf dem Feld, und es hatte Jaakow geschwiegen, bis sie heimkamen.
וַיֵּצֵ֛א חֲמ֥וֹר אֲבִֽי־שְׁכֶ֖ם אֶֽל־יַעֲקֹ֑ב לְדַבֵּ֖ר אִתּֽוֹ׃
6
6
Da ging Chamor, der Vater von Sch’chem, hinaus zu Jaakow, um mit ihm zu sprechen.
וּבְנֵ֨י יַעֲקֹ֜ב בָּ֤אוּ מִן־הַשָּׂדֶה֙ כְּשָׁמְעָ֔ם וַיִּֽתְעַצְּבוּ֙ הָֽאֲנָשִׁ֔ים וַיִּ֥חַר לָהֶ֖ם מְאֹ֑ד כִּֽי־נְבָלָ֞ה עָשָׂ֣ה בְיִשְׂרָאֵ֗ל לִשְׁכַּב֙ אֶת־בַּֽת־יַעֲקֹ֔ב וְכֵ֖ן לֹ֥א יֵעָשֶֽׂה׃
7
7
Inzwischen waren die Söhne Jaakows vom Feld heimgekommen, sobald sie es gehört hatten, und die Männer waren schmerzlich traurig, und es kochte in ihnen, dass man eine solche Schandtat an Israel verübt hatte, sich zur Tochter Jaakows zu legen; so etwas durfte nicht wieder geschehen!
so etwas durfte nicht geschehen: einer Jungfrau Gewalt anzutun; denn die Völker hatten sich infolge der Sündflut Gesetze gegen Unsittlichkeit (עֲרָיוֹת) auferlegt.
Raschi
וַיְדַבֵּ֥ר חֲמ֖וֹר אִתָּ֣ם לֵאמֹ֑ר שְׁכֶ֣ם בְּנִ֗י חָֽשְׁקָ֤ה נַפְשׁוֹ֙ בְּבִתְּכֶ֔ם תְּנ֨וּ נָ֥א אֹתָ֛הּ ל֖וֹ לְאִשָּֽׁה׃
8
8
Chamor sprach mit ihnen und sagte: Mein Sohn Sch’chem, seine Seele begehrt eure Tochter, gebt sie ihm jetzt zur Frau!
begehrt eure Tochter
חָשְׁקָה – חָפְצָה, er begehrt sie.
Raschi
וְהִֽתְחַתְּנ֖וּ אֹתָ֑נוּ בְּנֹֽתֵיכֶם֙ תִּתְּנוּ־לָ֔נוּ וְאֶת־בְּנֹתֵ֖ינוּ תִּקְח֥וּ לָכֶֽם׃
9
9
Verschwägert euch mit uns durch Heirat, eure Töchter gebt uns und unsere Töchter nehmt euch.
וְאִתָּ֖נוּ תֵּשֵׁ֑בוּ וְהָאָ֙רֶץ֙ תִּהְיֶ֣ה לִפְנֵיכֶ֔ם שְׁבוּ֙ וּסְחָר֔וּהָ וְהֵֽאָחֲז֖וּ בָּֽהּ׃
10
10
Bei uns sollt ihr wohnen bleiben, das Land soll euch offen sein, bleibt da, treibt Handel und siedelt euch darin an.
וַיֹּ֤אמֶר שְׁכֶם֙ אֶל־אָבִ֣יה וְאֶל־אַחֶ֔יהָ אֶמְצָא־חֵ֖ן בְּעֵינֵיכֶ֑ם וַאֲשֶׁ֥ר תֹּאמְר֛וּ אֵלַ֖י אֶתֵּֽן׃
11
11
Und Sch’chem sagte zu Dinas Vater und zu ihren Brüdern: Lasst mich Gunst finden in euren Augen! Was ihr mir sagt, will ich geben.
הַרְבּ֨וּ עָלַ֤י מְאֹד֙ מֹ֣הַר וּמַתָּ֔ן וְאֶ֨תְּנָ֔ה כַּאֲשֶׁ֥ר תֹּאמְר֖וּ אֵלָ֑י וּתְנוּ־לִ֥י אֶת־הַֽנַּעֲרָ֖ לְאִשָּֽׁה׃
12
12
Legt mir sehr viel auf als Heiratsgeld im Heiratsvertrag und als Geschenke, ich will es geben, so wie ihr es mir sagt. Nur gebt mir das Mädchen zur Frau!
im Heiratsvertrag
מֹהַר, das ist die Ketuba, der Heiratsvertrag mit seinen Verpflichtungen.
Raschi
וַיַּעֲנ֨וּ בְנֵֽי־יַעֲקֹ֜ב אֶת־שְׁכֶ֨ם וְאֶת־חֲמ֥וֹר אָבִ֛יו בְּמִרְמָ֖ה וַיְדַבֵּ֑רוּ אֲשֶׁ֣ר טִמֵּ֔א אֵ֖ת דִּינָ֥ה אֲחֹתָֽם׃
13
13
Es antworteten die Söhne Jaakows dem Sch’chem und seinem Vater Chamor mit List und sprachen davon, dass er ihre Schwester Dina geschändet hatte,
mit List
בְּמִרְמָה – בְּחָכְמָה, „mit List“: mit Weisheit.
Raschi
dass er ihre Schwester Dina geschändet hatte
Der Vers drückt aus, dass es keine Hinterlist war: טִמֵּא אֵת דִּינָה אֲחוֹתָם „denn er hatte ihre Schwester Dina geschändet“.
Raschi
וַיֹּאמְר֣וּ אֲלֵיהֶ֗ם לֹ֤א נוּכַל֙ לַעֲשׂוֹת֙ הַדָּבָ֣ר הַזֶּ֔ה לָתֵת֙ אֶת־אֲחֹתֵ֔נוּ לְאִ֖ישׁ אֲשֶׁר־ל֣וֹ עָרְלָ֑ה כִּֽי־חֶרְפָּ֥ה הִ֖וא לָֽנוּ׃
14
14
und sie sagten zu ihnen: Wir können das nicht tun, unsere Schwester einem unbeschnittenen Mann zu geben, denn eine Schande ist uns das.
eine Schande
חֶרְפָּה הִוא לָנוּ – שֶׁמֶץ פְּסוּל, ein entehrender Vorwurf ist das bei uns. Wenn einer den anderen lästern will, sagt er zu ihm, du bist ein Unbeschnittener oder der Sohn eines Unbeschnittenen. „Schande“ חֶרְפָּה bedeutet überall Lästerung.
Raschi
אַךְ־בְּזֹ֖את נֵא֣וֹת לָכֶ֑ם אִ֚ם תִּהְי֣וּ כָמֹ֔נוּ לְהִמֹּ֥ל לָכֶ֖ם כָּל־זָכָֽר׃
15
15
Nur unter dieser Bedingung können wir euch zustimmen, wenn ihr werdet wie wir, indem alles Männliche bei euch beschnitten wird,
können wir euch zustimmen
נֵאוֹת לָכֶם „können wir euren Wunsch erfüllen“: euch zustimmen, vom Ausdruck (2 Kön. 12:9) וַיֵּאֹתוּ הַכֹּהֲנִים „die Kohanim waren damit zufrieden“.
Raschi
beschnitten wird
לְהִמֹּל – לִהְיוֹת נִמּוֹל, „beschnitten werden“: passiv, nicht die aktive Form (לִפְעֹל), sondern die passive Form (לְהִפָּעֵל).
Raschi
וְנָתַ֤נּוּ אֶת־בְּנֹתֵ֙ינוּ֙ לָכֶ֔ם וְאֶת־בְּנֹתֵיכֶ֖ם נִֽקַּֽח־לָ֑נוּ וְיָשַׁ֣בְנוּ אִתְּכֶ֔ם וְהָיִ֖ינוּ לְעַ֥ם אֶחָֽד׃
16
16
dann wollen wir unsere Töchter euch geben und eure Töchter nehmen wir uns, und wir wollen bei euch wohnen bleiben und zu einem Volk werden.
wollen wir euch geben
וְנָתַנּוּ, der zweite Buchstabe נ (Nun) hat ein Dagesch, weil es an Stelle von zwei Nun steht, וְנָתַנְנוּ.
Raschi
eure Töchter nehmen wir uns
Du findest sowohl bei der Bedingung, die Chamor zu Jaakow sagte (zuvor, Vers 9 בְּנֹתֵיכֶם תִּתְּנוּ לָנוּ וְאֶת בְּנֹתֵינוּ תִּקְחוּ לָכֶם „eure Töchter gebt uns und unsere Töchter nehmt euch“), als auch in der Antwort der Söhne Jaakows an Chamor in diesem Vers, dass sie das Vorrecht den Söhnen Jaakows zusprachen, die Töchter von Sch‘chem zu nehmen, die sie sich wählen würden, und ihre Töchter ihnen zu geben nach ihrer Entscheidung. So steht hier „wir wollen euch unsere Töchter geben“ – nach unserer Entscheidung, „und eure Töchter nehmen wir uns“ – soweit wir es wünschen.
Als aber Chamor und sein Sohn Sch’chem zu den Bewohnern ihrer Stadt sprachen, drehten sie die Worte um (weiter, Vers 21) אֶת בְּנֹתָם נִקַּח לָנוּ לְנָשִׁים וְאֶת בְּנֹתֵינוּ נִתֵּן לָהֶם „ihre Töchter nehmen wir uns zu Frauen, und unsere Töchter geben wir ihnen“, um sie zu überreden, damit sie einwilligen, sich zu beschneiden.
Raschi
וְאִם־לֹ֧א תִשְׁמְע֛וּ אֵלֵ֖ינוּ לְהִמּ֑וֹל וְלָקַ֥חְנוּ אֶת־בִּתֵּ֖נוּ וְהָלָֽכְנוּ׃
17
17
Wenn ihr aber nicht auf uns hört, beschnitten zu sein, dann nehmen wir unsere Tochter und ziehen weg.
וַיִּֽיטְב֥וּ דִבְרֵיהֶ֖ם בְּעֵינֵ֣י חֲמ֑וֹר וּבְעֵינֵ֖י שְׁכֶ֥ם בֶּן־חֲמֽוֹר׃
18
18
Und ihre Worte waren gut in den Augen von Chamor und in den Augen von Sch’chem, dem Sohn von Chamor,
וְלֹֽא־אֵחַ֤ר הַנַּ֙עַר֙ לַעֲשׂ֣וֹת הַדָּבָ֔ר כִּ֥י חָפֵ֖ץ בְּבַֽת־יַעֲקֹ֑ב וְה֣וּא נִכְבָּ֔ד מִכֹּ֖ל בֵּ֥ית אָבִֽיו׃
19
19
und es zögerte nicht der junge Mann, die Sache zu tun, denn er hatte Verlangen nach der Tochter Jaakows. Und er war der Angesehenste von allen im Haus seines Vaters.
וַיָּבֹ֥א חֲמ֛וֹר וּשְׁכֶ֥ם בְּנ֖וֹ אֶל־שַׁ֣עַר עִירָ֑ם וַֽיְדַבְּר֛וּ אֶל־אַנְשֵׁ֥י עִירָ֖ם לֵאמֹֽר׃
20
20
Und es kamen Chamor und sein Sohn Sch’chem in das Tor der Stadt, und sie sagten zu den Männern der Stadt, wie folgt:
הָאֲנָשִׁ֨ים הָאֵ֜לֶּה שְֽׁלֵמִ֧ים הֵ֣ם אִתָּ֗נוּ וְיֵשְׁב֤וּ בָאָ֙רֶץ֙ וְיִסְחֲר֣וּ אֹתָ֔הּ וְהָאָ֛רֶץ הִנֵּ֥ה רַֽחֲבַת־יָדַ֖יִם לִפְנֵיהֶ֑ם אֶת־בְּנֹתָם֙ נִקַּֽח־לָ֣נוּ לְנָשִׁ֔ים וְאֶת־בְּנֹתֵ֖ינוּ נִתֵּ֥ן לָהֶֽם׃
21
21
Diese Männer sind friedlich mit uns, mögen sie im Land wohnen bleiben und Handel darin treiben, das Land, es ist weiträumig vor ihnen. Ihre Töchter können wir uns als Frauen nehmen und unsere Töchter ihnen geben.
friedlich
שְׁלֵמִים – בְּשָׁלוֹם וּבְלֵב שָׁלֵם, friedlich und aufrichtig.
Raschi
Das Land, es ist weiträumig: wie ein Mensch, dessen Hand geöffnet und freigiebig ist. Um zu sagen, ihr habt keinen Schaden davon, es kommt so viel Ware hierher, dass nicht Käufer genug da sind.
Raschi
אַךְ־בְּ֠זֹאת יֵאֹ֨תוּ לָ֤נוּ הָאֲנָשִׁים֙ לָשֶׁ֣בֶת אִתָּ֔נוּ לִהְי֖וֹת לְעַ֣ם אֶחָ֑ד בְּהִמּ֥וֹל לָ֙נוּ֙ כָּל־זָכָ֔ר כַּאֲשֶׁ֖ר הֵ֥ם נִמֹּלִֽים׃
22
22
Jedoch nur unter dieser Bedingung stimmen uns die Männer zu, unter uns zu wohnen und ein Volk mit uns zu bilden, dass alle Männlichen unter uns beschnitten seien, wie sie selbst beschnitten sind.
beschnitten seien
בְּהִמּוֹל – בִּהְיוֹת נִמּוֹל, beschnitten sein, passive Form.
Raschi
מִקְנֵהֶ֤ם וְקִנְיָנָם֙ וְכָל־בְּהֶמְתָּ֔ם הֲל֥וֹא לָ֖נוּ הֵ֑ם אַ֚ךְ נֵא֣וֹתָה לָהֶ֔ם וְיֵשְׁב֖וּ אִתָּֽנוּ׃
23
23
Ihre Herden und ihr Besitz und all ihr Vieh, werden die nicht uns gehören? Ja doch, wir wollen ihnen zustimmen, damit sie bei uns wohnen bleiben.
wir wollen ihre Forderung annehmen: in dieser Sache, und dadurch werden sie bei uns wohnen.
Raschi
וַיִּשְׁמְע֤וּ אֶל־חֲמוֹר֙ וְאֶל־שְׁכֶ֣ם בְּנ֔וֹ כָּל־יֹצְאֵ֖י שַׁ֣עַר עִיר֑וֹ וַיִּמֹּ֙לוּ֙ כָּל־זָכָ֔ר כָּל־יֹצְאֵ֖י שַׁ֥עַר עִירֽוֹ׃
24
24
Da gehorchten dem Chamor und seinem Sohn Sch’chem alle, die aus dem Tor seiner Stadt gingen, und es wurden alle Männlichen beschnitten, alle, die aus dem Tor seiner Stadt gehen.
וַיְהִי֩ בַיּ֨וֹם הַשְּׁלִישִׁ֜י בִּֽהְיוֹתָ֣ם כֹּֽאֲבִ֗ים וַיִּקְח֣וּ שְׁנֵֽי־בְנֵי־יַ֠עֲקֹב שִׁמְע֨וֹן וְלֵוִ֜י אֲחֵ֤י דִינָה֙ אִ֣ישׁ חַרְבּ֔וֹ וַיָּבֹ֥אוּ עַל־הָעִ֖יר בֶּ֑טַח וַיַּֽהַרְג֖וּ כָּל־זָכָֽר׃
25
25
Und es geschah am dritten Tag, als sie Schmerzen hatten, nahmen zwei Söhne Jaakows — Schimon und Levi, die Brüder Dinas —, jeder sein Schwert und kamen in Sicherheit über die Stadt und erschlugen alles Männliche.
zwei Söhne Jaakows
Sie waren seine Söhne, und dennoch benahmen sie sich als Schimon und Levi, wie andere Männer, die nicht seine Söhne waren, sie fragten ihn nämlich nicht um Rat.
Raschi
die Brüder Dinas: weil sie sich für Dina einsetzten, werden sie „ihre Brüder“ genannt.
Raschi
kamen in Sicherheit
בֶּטַח „in Sicherheit“ [bezieht sich auf die Söhne Jaakows], weil die Einwohner Sch’chems leidend waren.
Der Midrasch sagt בֶּטַח – בְּטוּחִים הָיוּ, sie vertrauten auf die Kraft ihres Vorfahren.
Raschi
וְאֶת־חֲמוֹר֙ וְאֶת־שְׁכֶ֣ם בְּנ֔וֹ הָרְג֖וּ לְפִי־חָ֑רֶב וַיִּקְח֧וּ אֶת־דִּינָ֛ה מִבֵּ֥ית שְׁכֶ֖ם וַיֵּצֵֽאוּ׃
26
26
Auch Chamor und seinen Sohn Sch’chem erschlugen sie mit der Schärfe des Schwertes und nahmen Dina aus dem Haus von Sch’chem und gingen davon.
בְּנֵ֣י יַעֲקֹ֗ב בָּ֚אוּ עַל־הַ֣חֲלָלִ֔ים וַיָּבֹ֖זּוּ הָעִ֑יר אֲשֶׁ֥ר טִמְּא֖וּ אֲחוֹתָֽם׃
27
27
Die Söhne Jaakows kamen über die Erschlagenen und plünderten die Stadt, weil sie ihre Schwester geschändet hatten.
kamen über die Erschlagenen
בָּאוּ עַל הַחֲלָלִים „kamen über die Erschlagenen“: sie nahmen den Erschlagenen die Rüstungen, und so übersetzt auch Onkelos לְחַלָּצָא קְטִילַיָּא, zogen die Erschlagenen aus.
Raschi
אֶת־צֹאנָ֥ם וְאֶת־בְּקָרָ֖ם וְאֶת־חֲמֹרֵיהֶ֑ם וְאֵ֧ת אֲשֶׁר־בָּעִ֛יר וְאֶת־אֲשֶׁ֥ר בַּשָּׂדֶ֖ה לָקָֽחוּ׃
28
28
Ihre Schafe und ihre Rinder und ihre Esel und alles, was in der Stadt und was auf dem Feld war, nahmen sie,
וְאֶת־כָּל־חֵילָ֤ם וְאֶת־כָּל־טַפָּם֙ וְאֶת־נְשֵׁיהֶ֔ם שָׁב֖וּ וַיָּבֹ֑זּוּ וְאֵ֖ת כָּל־אֲשֶׁ֥ר בַּבָּֽיִת׃
29
29
und ihr ganzes Vermögen und alle ihre Kinder und ihre Frauen führten sie weg und plünderten auch alles, was in den Häusern war.
ihr ganzes Vermögen
וְאֶת כָּל חֵילָם „ihr ganzes Vermögen“: ihr Geld. Ebenso (Dew. 8:17) עָשָׂה לִי אֶת הַחַיִל הַזֶּה „hat mir dieses Vermögen erworben“, (Bam. 24:18) וְיִשְׂרָאֵל עֹשֶׂה חָיִל „und Israel erwirbt Vermögen“, (Teh. 49:11) וְעָזְבוּ לַאֲחֵרִים חֵילָם „sie überlassen anderen ihr Vermögen“.
Raschi
führten sie weg
שָׁבוּ vom Ausdruck שְׁבִיָּה „Gefangennahme“, darum ist die Betonung auf der letzten Silbe.
Raschi
וַיֹּ֨אמֶר יַעֲקֹ֜ב אֶל־שִׁמְע֣וֹן וְאֶל־לֵוִי֮ עֲכַרְתֶּ֣ם אֹתִי֒ לְהַבְאִישֵׁ֙נִי֙ בְּיֹשֵׁ֣ב הָאָ֔רֶץ בַּֽכְּנַעֲנִ֖י וּבַפְּרִזִּ֑י וַאֲנִי֙ מְתֵ֣י מִסְפָּ֔ר וְנֶאֶסְפ֤וּ עָלַי֙ וְהִכּ֔וּנִי וְנִשְׁמַדְתִּ֖י אֲנִ֥י וּבֵיתִֽי׃
30
30
Es sagte Jaakow zu Schimon und Levi: Ihr habt mich getrübt, mich in Verruf gebracht bei dem Bewohner des Landes, dem Kna’ani und Prisi! Dabei bin ich nur gering an Zahl, und wenn sie sich über mich versammeln und mich schlagen, dann werde ich vernichtet, ich und mein Haus.
Ihr habt mich getrübt
עֲכַרְתֶּם vom Ausdruck מַיִם עֲכוּרִים „trübes Wasser“. Meine Stimmung ist jetzt nicht mehr heiter.
Die Aggada sagt, der Krug war klar, und ihr habt ihn getrübt. Es war eine Überlieferung bei den Kna’anim, dass sie durch die Hand der Söhne Jaakows fallen würden. Nur sagten sie (Schem. 23:30) עַד אֲשֶׁר תִּפְרֶה וְנָחַלְתָּ אֶת הָאָרֶץ „bis du fruchtbar sein wirst und das Land einnimmst“. Darum hatten sie geschwiegen.
Raschi
gering an Zahl
מְתֵי מִסְפָּר, wenig Männer.
Raschi
וַיֹּאמְר֑וּ הַכְזוֹנָ֕ה יַעֲשֶׂ֖ה אֶת־אֲחוֹתֵֽנוּ׃ (פ)
31
31
Sie aber sagten: Darf er unsere Schwester zur Hure machen?
zur Hure
הַכְזוֹנָה – הֶפְקֵר, wie herrenloses Gut. Nicht unsere Schwester benahm sich wie eine Hure, sondern Sch’chem behandelte sie wie herrenloses Gut.
Raschi, Misrachi
unsere Schwester
Der Targum übersetzt אֶת אֲחוֹתֵנוּ als יָת אֲחָתָנָא. Daraus ergibt sich, dass הַכְזוֹנָה die Bedeutung hat von הֶפְקֵר „wie herrenloses Gut behandelt“. Ohne den Targum aber würde man אֶת als „mit“ übersetzen, und dann wäre die Bedeutung הַכְבְזוֹנָה יַעֲשֶׂה עִם אֲחוֹתֵנוּ „darf er mit unserer Schwester tun, wie man mit einer Hure tut?“
Raschi, Gur Arye, Misrachi
וַיֹּ֤אמֶר אֱלֹהִים֙ אֶֽל־יַעֲקֹ֔ב ק֛וּם עֲלֵ֥ה בֵֽית־אֵ֖ל וְשֶׁב־שָׁ֑ם וַעֲשֵׂה־שָׁ֣ם מִזְבֵּ֔חַ לָאֵל֙ הַנִּרְאֶ֣ה אֵלֶ֔יךָ בְּבָרְחֲךָ֔ מִפְּנֵ֖י עֵשָׂ֥ו אָחִֽיךָ׃
1
1
Und G‑tt sagte zu Jaakow: Mache dich auf, ziehe hinauf nach Bet El und wohne dort und mache dort einen Altar für den G‑tt, der dir erschienen ist, als du geflohen bist vor deinem Bruder Esaw.
Mache dich auf, ziehe hinauf
Weil du auf dem Weg gezögert hast, ist dir diese Strafe mit deiner Tochter zugestoßen.
Raschi
וַיֹּ֤אמֶר יַעֲקֹב֙ אֶל־בֵּית֔וֹ וְאֶ֖ל כָּל־אֲשֶׁ֣ר עִמּ֑וֹ הָסִ֜רוּ אֶת־אֱלֹהֵ֤י הַנֵּכָר֙ אֲשֶׁ֣ר בְּתֹכְכֶ֔ם וְהִֽטַּהֲר֔וּ וְהַחֲלִ֖יפוּ שִׂמְלֹתֵיכֶֽם׃
2
2
Da sagte Jaakow zu seinem Haus und zu allen, die bei ihm waren: Schafft die fremden Götter weg, die unter euch sind, reinigt euch, wechselt eure Kleidung.
die fremden Götter
Schafft die fremden Götter weg, die von der Beute aus Sch’chem in eurer Hand sind.
Raschi
reinigt euch: von den Götzen.
Raschi
wechselt eure Kleidung: vielleicht ist ein Gewand der Götzen in eurer Hand.
Raschi
וְנָק֥וּמָה וְנַעֲלֶ֖ה בֵּֽית־אֵ֑ל וְאֶֽעֱשֶׂה־שָּׁ֣ם מִזְבֵּ֗חַ לָאֵ֞ל הָעֹנֶ֤ה אֹתִי֙ בְּי֣וֹם צָֽרָתִ֔י וַיְהִי֙ עִמָּדִ֔י בַּדֶּ֖רֶךְ אֲשֶׁ֥ר הָלָֽכְתִּי׃
3
3
Wir wollen uns aufmachen und hinaufziehen nach Bet El, ich will dort einen Altar machen für G‑tt, der mich erhört hat am Tag meiner Not, und mit mir gewesen ist auf dem Weg, den ich gegangen bin.
וַיִּתְּנ֣וּ אֶֽל־יַעֲקֹ֗ב אֵ֣ת כָּל־אֱלֹהֵ֤י הַנֵּכָר֙ אֲשֶׁ֣ר בְּיָדָ֔ם וְאֶת־הַנְּזָמִ֖ים אֲשֶׁ֣ר בְּאָזְנֵיהֶ֑ם וַיִּטְמֹ֤ן אֹתָם֙ יַעֲקֹ֔ב תַּ֥חַת הָאֵלָ֖ה אֲשֶׁ֥ר עִם־שְׁכֶֽם׃
4
4
Sie gaben Jaakow alle die fremden Götter, die in ihrer Hand waren, und die Ringe, die in ihren Ohren waren. Es verbarg sie Jaakow unter dem Baum, der bei Sch’chem stand.
Baum
הָאֵלָה, eine Art unfruchtbarer Baum.
Raschi
bei Sch’chem
עִם שְׁכֶם im Sinn von אֵצֶל שְׁכֶם, in der Nähe von Sch’chem.
Raschi
וַיִּסָּ֑עוּ וַיְהִ֣י ׀ חִתַּ֣ת אֱלֹהִ֗ים עַל־הֶֽעָרִים֙ אֲשֶׁר֙ סְבִיבֹ֣תֵיהֶ֔ם וְלֹ֣א רָֽדְפ֔וּ אַחֲרֵ֖י בְּנֵ֥י יַעֲקֹֽב׃
5
5
Dann zogen sie weiter. Und der Schrecken G‑ttes fiel auf die Städte, die rundum waren, sodass sie den Söhnen Jaakows nicht nachjagten.
Und der Schrecken G‑ttes
חִתַּת, das Wort Chitat bedeutet Schrecken, Angst.
Raschi
וַיָּבֹ֨א יַעֲקֹ֜ב ל֗וּזָה אֲשֶׁר֙ בְּאֶ֣רֶץ כְּנַ֔עַן הִ֖וא בֵּֽית־אֵ֑ל ה֖וּא וְכָל־הָעָ֥ם אֲשֶׁר־עִמּֽוֹ׃
6
6
Jaakow kam nach Lus, das im Land Kna’an ist, das ist Bet El, er und alles Volk, das bei ihm war.
וַיִּ֤בֶן שָׁם֙ מִזְבֵּ֔חַ וַיִּקְרָא֙ לַמָּק֔וֹם אֵ֖ל בֵּֽית־אֵ֑ל כִּ֣י שָׁ֗ם נִגְל֤וּ אֵלָיו֙ הָֽאֱלֹהִ֔ים בְּבָרְח֖וֹ מִפְּנֵ֥י אָחִֽיו׃
7
7
*Er baute dort einen Altar und nannte den Ort: G‑tt in Bet El, denn dort erschien ihm G‑tt, als er vor seinem Bruder floh.*
G‑tt in Bet El
Der Ewige, gelobt sei Er, ist in Bet El, die Offenbarung Seiner Gegenwart ist in Bet El. Es gibt Worte, an deren Beginn der Buchstabe ב (Bet) fehlt (בֵּי״ת הַמְּשַׁמֶּשֶׁת, die Präposition des Ortes). הִנֵּה הוּא בֵּית מָכִיר בֶּן עַמִּיאֵל (2 Schmu. 9:4) ist so wie בְּבֵית מָכִיר „Siehe, er ist im Haus von Machir, Sohn des Amiel“. Ebenso בֵּית אָבִיךְ (Ber. 24:23) ist so wie בְּבֵית אָבִיךְ „im Haus deines Vaters“.
Raschi
erschien ihm G‑tt (Elokim)
הָאֱלֹהִים „G‑tt“ (Elokim).
An vielen Stellen kommt ein Name der Macht (אֱלֹהוּת) und der Herrschaft (אַדְנוּת) in der Mehrzahl vor, wie (Ber. 39:20) אֲדֹנֵי יוֹסֵף „der Herr Josefs“; (Schem. 22:13) אִם בְּעָלָיו עִמּוֹ „wenn der Eigentümer bei ihm ist“, und es steht nicht בַּעֲלוֹ in der Einzahl. Ebenso wird ein Name der Macht, wenn er „Richter“ und „Herr“ bedeutet, in der Mehrzahl erwähnt. Aber einen der anderen G‑ttesnamen findest du nicht in der Mehrzahl.
Raschi
Ebenso wird ein Name der Macht, wenn er „Richter“ und „Herr“ bedeutet: siehe etwa (Schemot 22:8) אֲשֶׁר יַרְשִׁיעֻן אֱלֹהִים „Wen der Richter für schuldig befindet“, wo das Wort אֱלֹהִים sich auf einen einzelnen menschlichen Richter bezieht (siehe Sanhedrin 3b); der Vers verwendet in Bezug auf die einzelne Person den Plural יַרְשִׁיעֻן, wörtlich „sie befinden für schuldig“.
Obwohl die Namen אֲדֹנָי („Herr“) und צְבָאוֹת „[Herr der] Heerscharen“ in der Mehrzahl sind, werden sie in Verbindung mit einem Verb nicht als Mehrzahl behandelt. So sagt der Vers (Echa 2:2) בִּלַּע אֲדֹנָי „Vernichtet hat der Herr“, mit dem Verb בִּלַּע in der Einzahl; nicht in der Mehrzahl בִּלְּעוּ, als wäre es „vernichtet haben die Herren“. Nur ein Verb in Verbindung mit dem Namen אֱלֹהִים wird mitunter in der Mehrzahl verwendet, wie im Wort נִגְלוּ hier im Vers.
Or haChama
וַתָּ֤מָת דְּבֹרָה֙ מֵינֶ֣קֶת רִבְקָ֔ה וַתִּקָּבֵ֛ר מִתַּ֥חַת לְבֵֽית־אֵ֖ל תַּ֣חַת הָֽאַלּ֑וֹן וַיִּקְרָ֥א שְׁמ֖וֹ אַלּ֥וֹן בָּכֽוּת׃ (פ)
8
8
*Und es starb Dewora, das Kindermädchen der Riwka, und wurde begraben unterhalb von Bet El, unterhalb der Ebene und man nannte den Ort Alon Bachut*** (Ebene des Weinens).
Und es starb Dewora
Wie kam es, dass sich Dewora im Haus von Jaakow befand? Nur, weil Riwka zu Jaakow gesagt hatte: וְשָׁלַחְתִּי וּלְקַחְתִּיךָ מִשָּׁם „ich werde schicken und dich von dort holen“ (Ber. 27:45), hatte sie Dewora zu ihm nach Padan Aram geschickt, dass er von dort weggehe; und sie starb auf dem Weg. Aus den Worten von Rabbi Mosche haDarschan habe ich das gelernt.
Raschi
unterhalb von Bet El
Die Stadt lag auf dem Berg, und Dewora wurde zu Füßen des Berges begraben.
Raschi
unterhalb der Ebene
Die Worte תַּחַת הָאַלּוֹן übersetzt der Targum mit בְּשִׁפּוֹלֵי מֵישְׁרָא „an der unteren Grenze der Ebene“. Es war eine Ebene in der Höhe auf dem Abhang des Berges, und das Grab war unten. Die Ebene von Bet El nannte man אַלּוֹן.
Die Aggada sagt, dort erhielt er die Nachricht noch von einer anderen Trauer. Es wurde ihm nämlich berichtet, dass seine Mutter gestorben sei. אַלּוֹן bedeutet im Griechischen „ein anderes“ [und die Worte תַּחַת הָאַלּוֹן bedeuten somit „an der Stelle einer anderen (Trauer)“].

Weil man den Tag ihres Todes aber verheimlichte, damit die Menschen nicht den Mutterschoß verwünschten, aus dem Esaw hervorgegangen war, hat ihn auch der Vers nicht mitgeteilt.
Raschi
וַיֵּרָ֨א אֱלֹהִ֤ים אֶֽל־יַעֲקֹב֙ ע֔וֹד בְּבֹא֖וֹ מִפַּדַּ֣ן אֲרָ֑ם וַיְבָ֖רֶךְ אֹתֽוֹ׃
9
9
G‑tt erschien Jaakow nochmals, als er von Padan Aram kam, und segnete ihn.
nochmals: zum zweiten Mal an diesem Ort, einmal bei seiner Hinreise und einmal bei seiner Heimkehr.
Raschi
und segnete ihn: mit dem Segen für Trauernde.
Raschi
וַיֹּֽאמֶר־ל֥וֹ אֱלֹהִ֖ים שִׁמְךָ֣ יַעֲקֹ֑ב לֹֽא־יִקָּרֵא֩ שִׁמְךָ֨ ע֜וֹד יַעֲקֹ֗ב כִּ֤י אִם־יִשְׂרָאֵל֙ יִהְיֶ֣ה שְׁמֶ֔ךָ וַיִּקְרָ֥א אֶת־שְׁמ֖וֹ יִשְׂרָאֵֽל׃
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10
*Und G‑tt sagte zu ihm: Dein Name ist Jaakow. Es werde nicht weiter genannt dein Name Jaakow, sondern Israel sei dein Name. So nannte Er seinen Namen Israel.*
Es werde nicht weiter genannt dein Name Jaakow
יַעֲקֹב „Jaakow“: denn damit bezeichnet man einen Menschen, der auf der Lauer und in einem Hinterhalt (עָקְבָה, akwa) steht. Sondern du sollst ein Fürst und ein Vornehmer genannt werden (יִשְׂרָאֵל – לְשׁוֹן שַֹר וְנָגִיד).
Raschi
וַיֹּאמֶר֩ ל֨וֹ אֱלֹהִ֜ים אֲנִ֨י אֵ֤ל שַׁדַּי֙ פְּרֵ֣ה וּרְבֵ֔ה גּ֛וֹי וּקְהַ֥ל גּוֹיִ֖ם יִהְיֶ֣ה מִמֶּ֑ךָּ וּמְלָכִ֖ים מֵחֲלָצֶ֥יךָ יֵצֵֽאוּ׃
11
11
G‑tt sagte weiter zu ihm: Ich bin G‑tt der Allmächtige, sei fruchtbar und mehre dich, ein Volk und eine Versammlung von Völkern soll aus dir werden. Und Könige sollen von dir abstammen.
Ich bin G‑tt der Allmächtige
Ich bin imstande, zu segnen, weil aller Segen Mir gehört.
Raschi
fruchtbar:ç viele Nachkommen hervorbringen.
sei fruchtbar und mehre dich
Das bezieht sich darauf, dass Binjamin noch nicht geboren war, aber seine Mutter bereits schwanger mit ihm war.
Raschi
Ein Volk: Binjamin,
und Völker: Menasche und Efraim, die von Josef abstammen würden und die zur Zahl der Stämme gerechnet werden,
und Könige: König Scha’ul und sein Sohn Isch Boschet, die vom Stamm Binjamin waren und noch nicht geboren waren.
Raschi
Könige sollen von dir abstammen
וּמְלָכִים מֵחֲלָצֶיךָ יֵצֵאוּ, wörtl. Könige sollen aus deinen Lenden hervorgehen.
ein Volk und eine Versammlung von Völkern
Seine Kinder sollten gleich der Anzahl der Völker werden, das sind 70 Nationen; und ebenso bestand das große Sanhedrin aus 70 Richtern.
Andere Erklärung: seine Kinder würden so wie die Völker auf verbotenen Opferhöhen darbringen (אִסּוּר בָּמוֹת), nämlich in den Tagen von Elijahu.
Raschi