Der tägliche Chumasch-Abschnitt

20. Kislew 5787

Montag, 30. November 2026

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Wajeschew

2. Alija

(Bereschit 37:12 – 37:22)

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וַיֵּלְכ֖וּ אֶחָ֑יו לִרְע֛וֹת אֶׄתׄ־צֹ֥אן אֲבִיהֶ֖ם בִּשְׁכֶֽם׃
12
12
Seine Brüder gingen, um die Herde ihres Vaters in Sch’chem zu weiden.
die Herde zu weiden
Im Sefer Torah stehen auf dem Wort אֶׄתׄ Punkte, das lehrt, dass sie nur gingen, sich selbst zu weiden an Speis und Trank.
Raschi
Die Punkte auf dem Wort אֶׄתׄ lösen dieses Wort in seiner Bedeutung auf, und es ist, als stünde וַיֵּלְכוּ אֶחָיו לִרְעוֹת „seine Brüder gingen, um sich zu weiden“ an Speis und Trank; und im zweiten Teil des Verses steht צֹאן אֲבִיהֶם בִּשְׁכֶם „die Herde ihres Vaters war in Sch’chem“.
Misrachi
וַיֹּ֨אמֶר יִשְׂרָאֵ֜ל אֶל־יוֹסֵ֗ף הֲל֤וֹא אַחֶ֙יךָ֙ רֹעִ֣ים בִּשְׁכֶ֔ם לְכָ֖ה וְאֶשְׁלָחֲךָ֣ אֲלֵיהֶ֑ם וַיֹּ֥אמֶר ל֖וֹ הִנֵּֽנִי׃
13
13
Und Israel sagte zu Josef: Weiden nicht deine Brüder in Sch’chem? Komm, ich will dich zu ihnen schicken. Und Josef sagte zu ihm: Hier bin ich.
Hier bin ich
הִנֵּנִי „Hier bin ich“ ist ein Ausdruck der Demut und der Flinkheit. Er war rasch bereit für das Gebot seines Vaters, obwohl er wusste, dass seine Brüder ihn hassten.
Raschi
Der Ausdruck הִנֵּנִי „Hier bin ich“ ist üblicherweise eine Antwort auf einen Ruf oder eine Aufforderung (siehe etwa Ber. 22:1, 11). In dieser Situation jedoch hatte Jaakow bereits mit Josef zu sprechen begonnen, mit Josef zu sprechen. Warum antwortet Josef dann mit הִנֵּנִי „Hier bin ich“? Raschi erklärt, dass damit eine andere Bedeutung vermittelt wird: ein Ausdruck der Demut und der Flinkheit.
Misrachi, Beer baSade
וַיֹּ֣אמֶר ל֗וֹ לֶךְ־נָ֨א רְאֵ֜ה אֶת־שְׁל֤וֹם אַחֶ֙יךָ֙ וְאֶת־שְׁל֣וֹם הַצֹּ֔אן וַהֲשִׁבֵ֖נִי דָּבָ֑ר וַיִּשְׁלָחֵ֙הוּ֙ מֵעֵ֣מֶק חֶבְר֔וֹן וַיָּבֹ֖א שְׁכֶֽמָה׃
14
14
Israel sagte zu ihm: Geh doch, sieh nach dem Wohl deiner Brüder und nach dem Wohl der Herde und bringe mir Nachricht. So schickte er ihn aus dem Tal von Chewron und Josef kam nach Sch’chem.
aus dem Tal von Chewron
עֵמֶק חֶבְרוֹן „Tal von Chewron“: Chewron liegt doch auf dem Berg, so heißt es (Bam. 13:22) וַיַּעֲלוּ בַנֶּגֶב וַיָּבֹא עַד חֶבְרוֹן „sie stiegen im Süden hinauf und kamen bis Chewron“. Nur hier bedeutet „Tal“ (עֵמֶק), nach dem „tiefgreifenden“ [g‑ttlichen] Plan (עֵצָה עֲמוּקָה), der jenem in Chewron begrabenen Zaddik [Awraham] mitgeteilt wurde; zu erfüllen, was Awraham zwischen den Opferstücken (בֵּין הַבְּתָרִים) gesagt worden war (Ber. 15:13) כִּי גֵר יִהְיֶה זַרְעֲךָ „Fremde werden deine Nachkommen sein“.
Raschi
nach dem tiefgreifenden g‑ttlichen Plan: weil der Ewige Awraham nach der Verfehlung von (Ber. 15:8) בַּמָּה אֵדַע „Woran kann ich erkennen?“ vor die Wahl gestellt hatte, Exil oder Gehinnom für seine Nachkommen zu wählen; und Awraham nach reiflicher Überlegung (עֵצָה עֲמוּקָה) das Exil unter den Völkern wählte.
Beer Maim Chaim
er kam nach Sch’chem: einem Ort, der zu Strafen bestimmt war. Dort sündigten die Stämme; dort hatte man Dina vergewaltigt; dort wurde das Reich des Hauses David geteilt, so heißt es (1 Kön. 12:1) וַיֵּלֶךְ רְחַבְעָם שְׁכֶמָה „Rechawam ging nach Sch’chem“.
Raschi
וַיִּמְצָאֵ֣הוּ אִ֔ישׁ וְהִנֵּ֥ה תֹעֶ֖ה בַּשָּׂדֶ֑ה וַיִּשְׁאָלֵ֧הוּ הָאִ֛ישׁ לֵאמֹ֖ר מַה־תְּבַקֵּֽשׁ׃
15
15
Ein Mann traf ihn, als er auf dem Feld umherirrte, und der Mann fragte ihn: Was suchst du?
Ein Mann traf ihn
וַיִּמְצָאֵהוּ אִישׁ „ein Mann traf ihn“: es war Gawriel, so heißt es (Dan. 9:21) וְהָאִישׁ גַּבְרִיאֵל „und der Mann Gawriel“.
Raschi
וַיֹּ֕אמֶר אֶת־אַחַ֖י אָנֹכִ֣י מְבַקֵּ֑שׁ הַגִּֽידָה־נָּ֣א לִ֔י אֵיפֹ֖ה הֵ֥ם רֹעִֽים׃
16
16
Und Josef sagte: Meine Brüder suche ich; sage mir doch, wo weiden sie?
וַיֹּ֤אמֶר הָאִישׁ֙ נָסְע֣וּ מִזֶּ֔ה כִּ֤י שָׁמַ֙עְתִּי֙ אֹֽמְרִ֔ים נֵלְכָ֖ה דֹּתָ֑יְנָה וַיֵּ֤לֶךְ יוֹסֵף֙ אַחַ֣ר אֶחָ֔יו וַיִּמְצָאֵ֖ם בְּדֹתָֽן׃
17
17
Und es sagte der Mann: Sie haben sich entfernt von hier, denn ich hörte sie sagen, lasst uns nach Dotan ziehen. Also ging Josef seinen Brüdern nach, und fand sie in Dotan.
Sie haben sich entfernt: haben sich von der Bruderliebe entfernt.
Raschi
lasst uns nach Dotan ziehen
נֵלְכָה דֹּתָיְנָה „lasst uns nach Dotan ziehen“: [das Wort נֵלְכָה lässt sich deuten als נִכְלֵי „Vorwände“, und das Wort דֹּתָיְנָה als דָּתוֹת „Gesetze“] um gegen dich נִכְלֵי דָּתוֹת, Vorwände aus den Gesetzen zu suchen, dich damit zu töten.
Nach dem einfachen Sinn ist Dotan ein Ortsname, und ein Vers verlässt nie den einfachen Sinn (אֵין מִקְרָא יוֹצֵא מִידֵי פְשׁוּטוֹ).
Raschi
וַיִּרְא֥וּ אֹת֖וֹ מֵרָחֹ֑ק וּבְטֶ֙רֶם֙ יִקְרַ֣ב אֲלֵיהֶ֔ם וַיִּֽתְנַכְּל֥וּ אֹת֖וֹ לַהֲמִיתֽוֹ׃
18
18
Sie sahen ihn von fern, und bevor er sich ihnen näherte, suchten sie einen Vorwand gegen ihn, ihn zu töten.
suchten sie einen Vorwand
וַיִּתְנַכְּלוּ, sie waren von Vorwänden (נְכָלִים) und Listen erfüllt.
Das Wort אֹתוֹ bedeutet אִתּוֹ „mit ihm“, das heißt, die gegen ihn gerichtet waren.
Raschi
וַיֹּאמְר֖וּ אִ֣ישׁ אֶל־אָחִ֑יו הִנֵּ֗ה בַּ֛עַל הַחֲלֹמ֥וֹת הַלָּזֶ֖ה בָּֽא׃
19
19
Da sagten sie, ein Bruder zum anderen: Siehe, dort kommt jener Mann der Träume daher!
וְעַתָּ֣ה ׀ לְכ֣וּ וְנַֽהַרְגֵ֗הוּ וְנַשְׁלִכֵ֙הוּ֙ בְּאַחַ֣ד הַבֹּר֔וֹת וְאָמַ֕רְנוּ חַיָּ֥ה רָעָ֖ה אֲכָלָ֑תְהוּ וְנִרְאֶ֕ה מַה־יִּהְי֖וּ חֲלֹמֹתָֽיו׃
20
20
Und nun kommt, wir wollen ihn töten und ihn in eine der Gruben werfen, und wir sagen dann: Ein wildes Tier hat ihn gefressen. Wir wollen sehen, was aus seinen Träumen wird.
Dann wollen wir sehen, was aus seinen Träumen wird
Rabbi Jizchak sagt, dieser Vers sagt „Erkläre mich“. Der g‑ttliche Geist (רוּחַ הַקֹּדֶשׁ) sagte so. Sie sagten, wir wollen ihn töten. Der Vers endet aber mit „wir wollen sehen, was aus seinen Träumen wird“. Wir wollen sehen, wessen Wort bestehen wird, das eurige oder das meinige. Denn es ist nicht möglich, dass sie sagten, wir wollen sehen, was aus seinen Träumen wird. Wenn sie ihn töten, wären seine Träume ausgelöscht.
Raschi
וַיִּשְׁמַ֣ע רְאוּבֵ֔ן וַיַּצִּלֵ֖הוּ מִיָּדָ֑ם וַיֹּ֕אמֶר לֹ֥א נַכֶּ֖נּוּ נָֽפֶשׁ׃
21
21
Rëuwen hörte es und wollte ihn aus ihrer Hand retten, er sagte: Wir wollen ihn nicht tot schlagen.
Wir wollen ihn nicht tot schlagen
לֹא נַכֶּנּוּ נָפֶשׁ „wir wollen nicht am Leben (wörtl. an der Seele) schlagen“: das Leben treffen, das heißt töten.
Raschi
וַיֹּ֨אמֶר אֲלֵהֶ֣ם ׀ רְאוּבֵן֮ אַל־תִּשְׁפְּכוּ־דָם֒ הַשְׁלִ֣יכוּ אֹת֗וֹ אֶל־הַבּ֤וֹר הַזֶּה֙ אֲשֶׁ֣ר בַּמִּדְבָּ֔ר וְיָ֖ד אַל־תִּשְׁלְחוּ־ב֑וֹ לְמַ֗עַן הַצִּ֤יל אֹתוֹ֙ מִיָּדָ֔ם לַהֲשִׁיב֖וֹ אֶל־אָבִֽיו׃
22
22
Und Rëuwen sagte weiter zu ihnen: Vergießt kein Blut! Werft ihn in dieses Loch in der Wüste, aber legt nicht Hand an ihn! — um ihn zu retten aus ihrer Hand, ihn zu seinem Vater zurückzuführen.
um ihn zu retten
Der g‑ttliche Geist (רוּחַ הַקֹּדֶשׁ) bezeugt Rëuwen, dass er das nur sagte, um ihn zu retten, um hinzugehen und ihn von dort heraufzuholen. Er sagte, ich bin der Erstgeborene und der Größte von allen, darum wird die Verfehlung nur mir zu Last gelegt werden.
Raschi