Der tägliche Chumasch-Abschnitt

2. Tewet 5787

Samstag, 12. Dezember 2026

Heute

Miketz

7. Alija

(Bereschit 43:30 – 44:17)

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וַיְמַהֵ֣ר יוֹסֵ֗ף כִּֽי־נִכְמְר֤וּ רַחֲמָיו֙ אֶל־אָחִ֔יו וַיְבַקֵּ֖שׁ לִבְכּ֑וֹת וַיָּבֹ֥א הַחַ֖דְרָה וַיֵּ֥בְךְּ שָֽׁמָּה׃
30
30
Es eilte Josef — denn sein Erbarmen war mächtig geworden für seinen Bruder, und er wollte weinen —, und er ging in das Zimmer und weinte dort.
sein Erbarmen wurde mächtig
Josef fragte Binjamin: Hast du noch einen Bruder, der dieselbe Mutter hat wie du?
Er antwortete: Einen Bruder hatte ich, doch weiß ich nicht, wo er ist.

Josef fragte: Hast du Söhne?

Er sagte: Zehn Söhne habe ich.

Josef fragte: Wie heißen sie?

Er antwortete: (Ber. 46:21) בֶּלַע וָבֶכֶר וְאַשְׁבֵּל גֵּרָא וְנַעֲמָן אֵחִי וָרֹאשׁ מֻפִּים וְחֻפִּים וָאָרְדְּ „Bela, Becher, Aschbel, Gera, Na’aman, Echi, Rosch, Mupim, Chupim und Ard.“

Er fragte ihn: Was bedeuten diese Namen?

Er sagte: Alle beziehen sich auf meinen Bruder und die Leiden, die ihn getroffen haben:

בֶּלַע – שֶׁנִּבְלַע בֵּין הָאֻמּוֹת, Bela, weil er unter den Völkern verlorenging (niwla).

בֶּכֶר – שֶׁהָיָה בְּכוֹר לְאִמּוֹ, Becher, weil er der Erstgeborene (Bechor) meiner Mutter war.

אַשְׁבֵּל – שֶׁשְּׁבָאוֹ אֵל, Aschbel, den G‑tt in die Gefangenschaft geführt hat (schwao El).

גֵּרָא – שֶׁנִּתְגַּיֵּר בְּאַכְסַנְיָא, Gera, weil er zum Fremden (Ger) wurde, der eine Herberge aufsuchen muss.

נַעֲמָן – שֶׁהָיָה נָעִים בְּיוֹתֵר, Na‘aman, weil er so lieblich (naim) war.

אֵחִי וָרֹאשׁ – אָחִי הָיָה וְרֹאשִׁי הָיָה, Echi und Rosch, er war mein Bruder (Achi) und er war mein Haupt (Roschi).

מֻפִּים – מִפִּי אָבִי לָמַד, Mupim, er lernte aus dem Mund (Pe) meines Vater,

חֻפִּים – שֶׁלֹּא רָאָה חֻפָּתִי וְלֹא רָאִיתִי אֲנִי חֻפָּתוֹ, Chupim, er sah nicht meine Chupa, und ich sah nicht seine Chupa; und

אָרְדְּ – שֶׁיָּרַד לְבֵין הָאֻמּוֹת, Ard, er zog unter die Völker hinab (jarad),

wie in der Gemara Sota (36b) steht. Sofort נִכְמְרוּ רַחֲמָיו „wurde sein Erbarmen mächtig“.
Raschi
wurde mächtig
נִכְמְרוּ „wurde heiß“, es erglühte sein Erbarmen; in der Sprache der Mischna (Bawa Mezia 74a) עַל הַכּוֹמֶר שֶׁל זֵיתִים, von dem Behälter mit Oliven [in dem sie heiß werden]; im Aramäischen (Pessachim 58a) מִכְמַר בִּשְׂרָא, wegen der Erhitzung des Fleisches; im Tanach (Echa 5:10) עוֹרֵנוּ כְּתַנּוּר נִכְמָרוּ „unsere Haut ist wie vom Ofen verglüht“, erhitzt und in lauter Falten zusammen¬geschrumpft durch die Hitze des Hungers; so ist die Art der Haut, dass sie, wenn man sie erhitzt, faltig wird und zusammenschrumpft.
Raschi
וַיִּרְחַ֥ץ פָּנָ֖יו וַיֵּצֵ֑א וַיִּ֨תְאַפַּ֔ק וַיֹּ֖אמֶר שִׂ֥ימוּ לָֽחֶם׃
31
31
Er wusch sein Gesicht, und kam heraus, und überwand sich und sagte: Serviert das Essen!
überwand sich
וַיִּתְאַפַּק – נִתְאַמֵּץ „er machte sich stark“. Das ist der Ausdruck (Ijow 41:7) וּמְזִיחַ אֲפִיקִים רִפָּה „die starken Schilder“, Stärke, und ebenso (Ijow 12:21) אֲפִיקֵי מָגִנִּים „den Gurt der Starken löst Er“.
Raschi
das Essen: wörtl. Brot.
וַיָּשִׂ֥ימוּ ל֛וֹ לְבַדּ֖וֹ וְלָהֶ֣ם לְבַדָּ֑ם וְלַמִּצְרִ֞ים הָאֹכְלִ֤ים אִתּוֹ֙ לְבַדָּ֔ם כִּי֩ לֹ֨א יוּכְל֜וּן הַמִּצְרִ֗ים לֶאֱכֹ֤ל אֶת־הָֽעִבְרִים֙ לֶ֔חֶם כִּי־תוֹעֵבָ֥ה הִ֖וא לְמִצְרָֽיִם׃
32
32
Man servierte, ihm besonders und ihnen besonders und den Mizrim, die mit ihm aßen, besonders. Denn die Mizrim können nicht mit den Hebräern zusammen das Brot essen, das ist für Mizrim ein Gräuel.
das ist für Mizrim ein Gräuel
Etwas Verhasstes ist es für Mizrim, mit Hebräern zu essen; Onkelos begründet es אֲרֵי בְּעִירָא דְּמִצְרָאֵי דָּחֲלִין לֵיהּ עִבְרָאֵי אָכְלִין „denn die Hebräer essen die Tiere, die die Mizrim anbeten“.
Raschi
וַיֵּשְׁב֣וּ לְפָנָ֔יו הַבְּכֹר֙ כִּבְכֹ֣רָת֔וֹ וְהַצָּעִ֖יר כִּצְעִרָת֑וֹ וַיִּתְמְה֥וּ הָאֲנָשִׁ֖ים אִ֥ישׁ אֶל־רֵעֵֽהוּ׃
33
33
Und sie saßen vor ihm, der Erstgeborene nach seiner Erstgeburt, und der Jüngere nach seiner Jugend; und die Männer wunderten sich untereinander.
der Erstgeborene nach seiner Erstgeburt
Er schlug an den Becher und rief, Rëuwen, Schimon, Levi, Jehuda, Jissachar und Sewulun, Söhne derselben Mutter, setzt euch nach dieser Reihenfolge. Denn das ist die Reihenfolge eurer Geburt, und so alle. Als er zu Binjamin kam, sagte er, dieser hat keine Mutter, und ich habe auch keine Mutter, so soll er neben mir sitzen.
Raschi
וַיִּשָּׂ֨א מַשְׂאֹ֜ת מֵאֵ֣ת פָּנָיו֮ אֲלֵהֶם֒ וַתֵּ֜רֶב מַשְׂאַ֧ת בִּנְיָמִ֛ן מִמַּשְׂאֹ֥ת כֻּלָּ֖ם חָמֵ֣שׁ יָד֑וֹת וַיִּשְׁתּ֥וּ וַֽיִּשְׁכְּר֖וּ עִמּֽוֹ׃
34
34
Josef ließ Gastgeschenke tragen von sich zu ihnen, und es war fünffach größer das Gastgeschenk für Binjamin; und sie tranken und wurden berauscht mit ihm.
Gastgeschenk
Das Wort מַשְׂאַת bedeutet „Geschenke“.
Raschi
fünffach größer
Binjamin erhielt seinen Anteil wie die anderen Brüder und zusätzlich den Anteil von Josef, Osnat, Menasche und Efraim.
Raschi
berauscht mit ihm
Seit dem Tag, als sie ihn verkauft hatten, hatten sie keinen Wein getrunken, und auch er hatte keinen Wein getrunken, an jenem Tag aber tranken sie.
Raschi
וַיְצַ֞ו אֶת־אֲשֶׁ֣ר עַל־בֵּיתוֹ֮ לֵאמֹר֒ מַלֵּ֞א אֶת־אַמְתְּחֹ֤ת הָֽאֲנָשִׁים֙ אֹ֔כֶל כַּאֲשֶׁ֥ר יוּכְל֖וּן שְׂאֵ֑ת וְשִׂ֥ים כֶּֽסֶף־אִ֖ישׁ בְּפִ֥י אַמְתַּחְתּֽוֹ׃
1
1
Josef befahl seinem Hausverwalter: Fülle die Getreidesäcke der Männer mit Lebensmitteln, soviel sie tragen können, und lege einem jeden das Geld obenauf in seinen Getreidesack.
וְאֶת־גְּבִיעִ֞י גְּבִ֣יעַ הַכֶּ֗סֶף תָּשִׂים֙ בְּפִי֙ אַמְתַּ֣חַת הַקָּטֹ֔ן וְאֵ֖ת כֶּ֣סֶף שִׁבְר֑וֹ וַיַּ֕עַשׂ כִּדְבַ֥ר יוֹסֵ֖ף אֲשֶׁ֥ר דִּבֵּֽר׃
2
2
Und meinen Becher, den silbernen Becher, lege obenauf in den Getreidesack des Jüngsten, und auch das Geld für sein Getreide. Der Hausverwalter tat so, wie Josef gesprochen hatte.
meinen Becher
גְּבִיעַ „meinen Becher“: ein langer Kelch. Auf Französisch maderne „längliches Glas“.
Raschi
הַבֹּ֖קֶר א֑וֹר וְהָאֲנָשִׁ֣ים שֻׁלְּח֔וּ הֵ֖מָּה וַחֲמֹרֵיהֶֽם׃
3
3
Bei Tagesanbruch ließ man die Männer mit ihren Eseln ziehen.
הֵ֠ם יָֽצְא֣וּ אֶת־הָעִיר֮ לֹ֣א הִרְחִיקוּ֒ וְיוֹסֵ֤ף אָמַר֙ לַֽאֲשֶׁ֣ר עַל־בֵּית֔וֹ ק֥וּם רְדֹ֖ף אַחֲרֵ֣י הָֽאֲנָשִׁ֑ים וְהִשַּׂגְתָּם֙ וְאָמַרְתָּ֣ אֲלֵהֶ֔ם לָ֛מָּה שִׁלַּמְתֶּ֥ם רָעָ֖ה תַּ֥חַת טוֹבָֽה׃
4
4
Sie waren eben zur Stadt hinaus, hatten sich noch nicht weit entfernt, da sagte Josef zu seinem Hausverwalter: Mache dich auf, jage den Männern nach, und wenn du sie erreicht hast, dann sage zu ihnen: Warum habt ihr Böses für Gutes gezahlt?
הֲל֣וֹא זֶ֗ה אֲשֶׁ֨ר יִשְׁתֶּ֤ה אֲדֹנִי֙ בּ֔וֹ וְה֕וּא נַחֵ֥שׁ יְנַחֵ֖שׁ בּ֑וֹ הֲרֵעֹתֶ֖ם אֲשֶׁ֥ר עֲשִׂיתֶֽם׃
5
5
Ist es doch genau der Becher, aus dem mein Herr trinkt und aus dem er wahrsagen kann! Eine üble Sache ist es, die ihr da getan habt.
וַֽיַּשִּׂגֵ֑ם וַיְדַבֵּ֣ר אֲלֵהֶ֔ם אֶת־הַדְּבָרִ֖ים הָאֵֽלֶּה׃
6
6
Der Hausverwalter holte die Brüder ein und sprach zu ihnen diese Worte.
וַיֹּאמְר֣וּ אֵלָ֔יו לָ֚מָּה יְדַבֵּ֣ר אֲדֹנִ֔י כַּדְּבָרִ֖ים הָאֵ֑לֶּה חָלִ֙ילָה֙ לַעֲבָדֶ֔יךָ מֵעֲשׂ֖וֹת כַּדָּבָ֥ר הַזֶּֽה׃
7
7
Da sagten sie zu ihm: Warum spricht mein Herr solche Worte? Weit entfernt ist es von deinen Dienern, so etwas zu tun!
Weit entfernt ist es
חָלִילָה, das ist für uns unheilig (חֻלִּין), soviel wie eine Schande. Der Targum sagt חַס לְעַבְדָּךְ, Behütung für deine Knechte, Behütung vom Ewigen möge über uns sein, dass wir solches nicht begehen. Im Talmud kommt der Ausdruck חַס וְשָׁלוֹם „Behütung und Frieden“ häufig vor.
Raschi
הֵ֣ן כֶּ֗סֶף אֲשֶׁ֤ר מָצָ֙אנוּ֙ בְּפִ֣י אַמְתְּחֹתֵ֔ינוּ הֱשִׁיבֹ֥נוּ אֵלֶ֖יךָ מֵאֶ֣רֶץ כְּנָ֑עַן וְאֵ֗יךְ נִגְנֹב֙ מִבֵּ֣ית אֲדֹנֶ֔יךָ כֶּ֖סֶף א֥וֹ זָהָֽב׃
8
8
Siehe, das Geld, das wir oben in unseren Getreidesäcken gefunden haben, haben wir dir aus dem Land Kna’an zurückgebracht. Wie sollten wir nun aus dem Haus deines Herren Silber oder Gold stehlen?
Siehe, das Geld, das wir … gefunden haben
Das ist eine von den zehn Stellen in der Torah, an denen der Schluss vom Leichten auf das Schwere (קַל וָחוֹמֶר) vorkommt. In Bereschit Rabba (92:7) werden sie alle aufgezählt.
Raschi
אֲשֶׁ֨ר יִמָּצֵ֥א אִתּ֛וֹ מֵעֲבָדֶ֖יךָ וָמֵ֑ת וְגַם־אֲנַ֕חְנוּ נִֽהְיֶ֥ה לַֽאדֹנִ֖י לַעֲבָדִֽים׃
9
9
Der von deinen Dienern, bei dem etwas gefunden wird, soll sterben, und auch wir, wir wollen dem Herrn Sklaven sein.
וַיֹּ֕אמֶר גַּם־עַתָּ֥ה כְדִבְרֵיכֶ֖ם כֶּן־ה֑וּא אֲשֶׁ֨ר יִמָּצֵ֤א אִתּוֹ֙ יִהְיֶה־לִּ֣י עָ֔בֶד וְאַתֶּ֖ם תִּהְי֥וּ נְקִיִּֽם׃
10
10
Josef antwortete: Auch jetzt ist es so, wie ihr sagt! Bei wem es gefunden wird, soll mein Sklave sein, ihr anderen aber seid frei.
Auch jetzt ist es so, wie ihr sagt: auch das ist richtig. In Wahrheit, so wie ihr sagt, so ist es, dass ihr nämlich alle an der Sache schuldig seid. Wenn von zehn Leuten in der Hand eines von ihnen Gestohlenes gefunden wird, so werden alle dafür ergriffen. Aber ich werde mit euch mit Gnade verfahren (לִפְנִים מִשּׁוּרַת הַדִּין). Und nur derjenige, bei dem gefunden wird, soll mir Diener sein.
Raschi
וַֽיְמַהֲר֗וּ וַיּוֹרִ֛דוּ אִ֥ישׁ אֶת־אַמְתַּחְתּ֖וֹ אָ֑רְצָה וַֽיִּפְתְּח֖וּ אִ֥ישׁ אַמְתַּחְתּֽוֹ׃
11
11
Da ließ ein jeder schnell seinen Getreidesack zur Erde nieder, und jeder öffnete seinen Getreidesack.
וַיְחַפֵּ֕שׂ בַּגָּד֣וֹל הֵחֵ֔ל וּבַקָּטֹ֖ן כִּלָּ֑ה וַיִּמָּצֵא֙ הַגָּבִ֔יעַ בְּאַמְתַּ֖חַת בִּנְיָמִֽן׃
12
12
Und er suchte, beim Ältesten begann er und beim Jüngsten hörte er auf; da fand sich der Becher im Getreidesack Binjamins.
beim Ältesten begann er: damit man nicht merke, dass er wusste, wo der Becher war.
Raschi
וַֽיִּקְרְע֖וּ שִׂמְלֹתָ֑ם וַֽיַּעֲמֹס֙ אִ֣ישׁ עַל־חֲמֹר֔וֹ וַיָּשֻׁ֖בוּ הָעִֽירָה׃
13
13
Sie zerrissen ihre Kleider und jeder lud auf seinen Esel und sie kehrten in die Stadt zurück.
lud auf seinen Esel: sie waren kräftige Männer und hatten nicht nötig, dass einer dem anderen half.
Raschi
sie kehrten in die Stadt zurück
Es war die Hauptstadt, und der Vers sagt הָעִירָה, irgendeine kleine Stadt. Nur, in ihren Augen erschien sie, um sie anzugreifen, nicht mehr als eine mittlere Stadt von zehn Leuten.
Raschi
וַיָּבֹ֨א יְהוּדָ֤ה וְאֶחָיו֙ בֵּ֣יתָה יוֹסֵ֔ף וְה֖וּא עוֹדֶ֣נּוּ שָׁ֑ם וַיִּפְּל֥וּ לְפָנָ֖יו אָֽרְצָה׃
14
14
Und es kam Jehuda mit seinen Brüdern in das Haus Josefs, — er selbst war noch dort — und sie fielen vor ihm zur Erde.
war noch dort: denn er wartete auf sie.
Raschi
וַיֹּ֤אמֶר לָהֶם֙ יוֹסֵ֔ף מָֽה־הַמַּעֲשֶׂ֥ה הַזֶּ֖ה אֲשֶׁ֣ר עֲשִׂיתֶ֑ם הֲל֣וֹא יְדַעְתֶּ֔ם כִּֽי־נַחֵ֧שׁ יְנַחֵ֛שׁ אִ֖ישׁ אֲשֶׁ֥ר כָּמֹֽנִי׃
15
15
Da sagte Josef zu ihnen: Was ist das für eine Tat, die ihr getan habt?! Wisst ihr denn nicht, dass ein Mann wie ich wahrsagen kann?
Wisst ihr denn nicht …: Wisst ihr denn nicht, dass ein so vornehmer Mann wie ich wahrsagen und durch Kenntnis, Erwägung und Einsicht erkennen kann, dass ihr den Becher gestohlen habt?
Raschi
וַיֹּ֣אמֶר יְהוּדָ֗ה מַה־נֹּאמַר֙ לַֽאדֹנִ֔י מַה־נְּדַבֵּ֖ר וּמַה־נִּצְטַדָּ֑ק הָאֱלֹהִ֗ים מָצָא֙ אֶת־עֲוֺ֣ן עֲבָדֶ֔יךָ הִנֶּנּ֤וּ עֲבָדִים֙ לַֽאדֹנִ֔י גַּם־אֲנַ֕חְנוּ גַּ֛ם אֲשֶׁר־נִמְצָ֥א הַגָּבִ֖יעַ בְּיָדֽוֹ׃
16
16
Jehuda sagte: Was sollen wir sagen, mein Herr? Was sollen wir reden? Wie können wir uns rechtfertigen? G‑tt hat die Schuld deiner Diener gefunden; hier sind wir, wir wollen dir Sklaven sein, Herr, sowohl wir als auch der, bei dem der Becher gefunden wurde in seiner Hand.
G‑tt hat gefunden
Wir wissen, dass wir nicht gesündigt haben, aber vom Ewigen ist es geworden, das über uns zu bringen. Der Schuldherr hat die Gelegenheit gefunden, seinen Schuldschein einzufordern.
Raschi
Wie können wir uns rechtfertigen?
וּמַה נִּצְטַדָּק, vom Ausdruck צֶדֶק „Recht“. Und so jedes Wort, dessen erster Wurzelbuchstabe ein צ ist und das in der Form des מִתְפָּעֵל oder נִתְפָּעֵל angewandt wird, erhält den Buchstaben ט anstelle von ת und setzt diesen nicht vor den ersten Buchstaben der Wurzel des Wortes, sondern in die Mitte der Wurzelbuchstaben, wie נִצְטַדָּק als Ableitung von צֶדֶק; (Dan. 4:12) יִצְטַבַּע „wurde benetzt“ als Ableitung von צַבַּע; (Josch. 9:4) וַיִצְטַיָּרוּ „sie gaben sich als Boten aus“ von צִיר אֱמוּנִים (Mischle 13:17) „ein treuer Bote“; (Jesch. 9:12) הִצְטַיַּדְנוּ „wir versahen uns mit Wegzehrung“ von צֵדָה לַדֶּרֶךְ.
Wenn ein Wort aber mit dem Buchstaben ס oder שׁ beginnt und in die Form הִתְפַּעֵל gesetzt wird, dann trennt der Buchstabe ת die Buchstaben der Wurzel. Wie (Koh.12:5) וְיִסְתַּבֵּל הֶחָגָב „zur Last wird die Heuschrecke“ als Ableitung von סָבֹל „Last“; (Dan. 7:8) מִשְׂתַּכַּל הֲוֵית בְּקַרְנַיָּא „ich betrachtete die Hörner“ von שָׂכֹל; (Micha 6:16) וְיִשְׁתַּמֵּר חֻקּוֹת עָמְרִי „gehütet werden die Gesetze Omris“ von שָׁמֹר; (Jesch. 59:15) וְסָר מֵרָע מִשְׁתּוֹלֵל „wer vom Bösen weicht, gilt als ein Narr“ vom Ausdruck im Vers (Ijow 12:17) מוֹלִיךְ יוֹעֲצִים שׁוֹלָל „Er führt Berater in die Irre“; (Schem. 9:17) מִסְתּוֹלֵל בְּעַמִּי „trittst du auf mein Volk“, vom Ausdruck im Vers (Jirm. 18:15) דֶּרֶךְ לֹא סְלוּלָה „einen unbetretenen Weg“.
Raschi
וַיֹּ֕אמֶר חָלִ֣ילָה לִּ֔י מֵעֲשׂ֖וֹת זֹ֑את הָאִ֡ישׁ אֲשֶׁר֩ נִמְצָ֨א הַגָּבִ֜יעַ בְּיָד֗וֹ ה֚וּא יִהְיֶה־לִּ֣י עָ֔בֶד וְאַתֶּ֕ם עֲל֥וּ לְשָׁל֖וֹם אֶל־אֲבִיכֶֽם׃ (פ)
17
17
Josef aber antwortete: Fern sei es von mir, das zu tun! Der Mann, bei dem der Becher gefunden wurde, soll mir Sklave sein, ihr anderen aber zieht in Frieden hinauf zu eurem Vater.