Wajigasch
7. Alija
(Bereschit 47:11 – 47:27)
וַיּוֹשֵׁ֣ב יוֹסֵף֮ אֶת־אָבִ֣יו וְאֶת־אֶחָיו֒ וַיִּתֵּ֨ן לָהֶ֤ם אֲחֻזָּה֙ בְּאֶ֣רֶץ מִצְרַ֔יִם בְּמֵיטַ֥ב הָאָ֖רֶץ בְּאֶ֣רֶץ רַעְמְסֵ֑ס כַּאֲשֶׁ֖ר צִוָּ֥ה פַרְעֹֽה׃
11
11
Und Josef ließ seinen Vater und seine Brüder wohnen, und gab ihnen Grundbesitz im Land Mizraim, im Besten des Landes, im Land Raamses, wie Pharao befohlen hatte.
Raamses
Raamses gehörte zum Land Goschen.
Raschi
וַיְכַלְכֵּ֤ל יוֹסֵף֙ אֶת־אָבִ֣יו וְאֶת־אֶחָ֔יו וְאֵ֖ת כָּל־בֵּ֣ית אָבִ֑יו לֶ֖חֶם לְפִ֥י הַטָּֽף׃
12
12
Und Josef versorgte seinen Vater und seine Brüder und das ganze Haus seines Vaters mit Brot, nach Verhältnis der Kinder.
nach Verhältnis der Kinder
Soviel, wie für alle Mitglieder des Haushalts nötig war.
Raschi
וְלֶ֤חֶם אֵין֙ בְּכָל־הָאָ֔רֶץ כִּֽי־כָבֵ֥ד הָרָעָ֖ב מְאֹ֑ד וַתֵּ֜לַהּ אֶ֤רֶץ מִצְרַ֙יִם֙ וְאֶ֣רֶץ כְּנַ֔עַן מִפְּנֵ֖י הָרָעָֽב׃
13
13
Und da war kein Brot im ganzen Land, denn sehr schwer war die Hungersnot, und es litt schwer das Land Mizraim und das Land Kna‘an unter dem Hunger.
Und da war kein Brot im ganzen Land
Der Vers kehrt zum ersten Thema zurück, zum Anfang der Hungerjahre.
Raschi
es litt schwer
וַתֵּלַהּ „es litt schwer“, in der Bedeutung von Ermattung, wie der Targum übersetzt וְאִשְׁתַּלְהִי. Ähnlich (Misch. 26:18) כְּמִתְלַהְלֵהַּ הַיּוֹרֶה זִקִּים „wie einer, der sich abmüht und Brandpfeile schleudert“.
Raschi
וַיְלַקֵּ֣ט יוֹסֵ֗ף אֶת־כָּל־הַכֶּ֙סֶף֙ הַנִּמְצָ֤א בְאֶֽרֶץ־מִצְרַ֙יִם֙ וּבְאֶ֣רֶץ כְּנַ֔עַן בַּשֶּׁ֖בֶר אֲשֶׁר־הֵ֣ם שֹׁבְרִ֑ים וַיָּבֵ֥א יוֹסֵ֛ף אֶת־הַכֶּ֖סֶף בֵּ֥יתָה פַרְעֹֽה׃
14
14
Und Josef sammelte das Geld, das vorhanden war im Land Mizraim und im Land Kna‘an, für die Nahrung, die sie kauften, und Josef brachte das Geld in das Haus Pharaos.
für die Nahrung, die sie kauften: gaben sie Josef das Geld.
Raschi
וַיִּתֹּ֣ם הַכֶּ֗סֶף מֵאֶ֣רֶץ מִצְרַיִם֮ וּמֵאֶ֣רֶץ כְּנַעַן֒ וַיָּבֹאוּ֩ כָל־מִצְרַ֨יִם אֶל־יוֹסֵ֤ף לֵאמֹר֙ הָֽבָה־לָּ֣נוּ לֶ֔חֶם וְלָ֥מָּה נָמ֖וּת נֶגְדֶּ֑ךָ כִּ֥י אָפֵ֖ס כָּֽסֶף׃
15
15
Als das Geld zu Ende gegangen war im Land Mizraim und im Land Kna‘an, da kamen alle Mizrim zu Josef, mit den Worten: Gib uns Brot! Warum sollen wir sterben vor dir, da das Geld zu Ende ist.
da das Geld zu Ende ist
אָפֵס כָּסֶף, wie der Targum übersetzt שְׁלִים כַּסְפָּא „zu Ende ist“.
Raschi
וַיֹּ֤אמֶר יוֹסֵף֙ הָב֣וּ מִקְנֵיכֶ֔ם וְאֶתְּנָ֥ה לָכֶ֖ם בְּמִקְנֵיכֶ֑ם אִם־אָפֵ֖ס כָּֽסֶף׃
16
16
Da sagte Josef: Bringt eure Herden, und ich will euch geben für eure Herden, wenn das Geld zu Ende ist.
וַיָּבִ֣יאוּ אֶת־מִקְנֵיהֶם֮ אֶל־יוֹסֵף֒ וַיִּתֵּ֣ן לָהֶם֩ יוֹסֵ֨ף לֶ֜חֶם בַּסּוּסִ֗ים וּבְמִקְנֵ֥ה הַצֹּ֛אן וּבְמִקְנֵ֥ה הַבָּקָ֖ר וּבַחֲמֹרִ֑ים וַיְנַהֲלֵ֤ם בַּלֶּ֙חֶם֙ בְּכָל־מִקְנֵהֶ֔ם בַּשָּׁנָ֖ה הַהִֽוא׃
17
17
Und sie brachten ihre Herden zu Josef, und Josef gab ihnen Brot für die Pferde und die Schafherden und Rinderherden und die Esel und versorgte sie mit Brot in diesem ersten Jahr der Hungersnot.
versorgte sie
וַיְנַהֲלֵם ist wie וַיְנַהֲגֵם „er führte sie“, „geleitete sie“. Ähnlich (Jesch. 51:18) אֵין מְנַהֵל לָהּ „keiner geleitet sie“; (Teh. 23:2) עַל מֵי מְנֻחוֹת יְנַהֲלֵנִי „an Gewässern der Ruhe geleitet Er mich“.
Raschi
וַתִּתֹּם֮ הַשָּׁנָ֣ה הַהִוא֒ וַיָּבֹ֨אוּ אֵלָ֜יו בַּשָּׁנָ֣ה הַשֵּׁנִ֗ית וַיֹּ֤אמְרוּ לוֹ֙ לֹֽא־נְכַחֵ֣ד מֵֽאֲדֹנִ֔י כִּ֚י אִם־תַּ֣ם הַכֶּ֔סֶף וּמִקְנֵ֥ה הַבְּהֵמָ֖ה אֶל־אֲדֹנִ֑י לֹ֤א נִשְׁאַר֙ לִפְנֵ֣י אֲדֹנִ֔י בִּלְתִּ֥י אִם־גְּוִיָּתֵ֖נוּ וְאַדְמָתֵֽנוּ׃
18
18
Als dieses Jahr zu Ende war, da kamen sie zu ihm im zweiten Jahr und sagten zu ihm: Wir wollen unserem Herren nicht verbergen, dass nicht nur das Geld, sondern auch alles Vieh dahin ist an meinen Herren, und nichts mehr übrig ist vor unserem Herren als nur unsere Körper und unser Boden.
im zweiten Jahr der Hungersnot.
Raschi
dass das Geld dahin ist
כִּי אִם תַּם הַכֶּסֶף bedeutet כִּי אֲשֶׁר תַּם הַכֶּסֶף „dass das Geld und die Herden zu Ende gegangen sind“ und alles in die Hand meines Herrn gekommen ist.
Raschi
als nur unsere Körper
בִּלְתִּי אִם גְּוִיָּתֵנוּ – כְּמוֹ אִם לֹא גְוִיָּתֵנוּ „außer unsere Körper“.
Raschi
unser Boden: unsere Felder.
לָ֧מָּה נָמ֣וּת לְעֵינֶ֗יךָ גַּם־אֲנַ֙חְנוּ֙ גַּ֣ם אַדְמָתֵ֔נוּ קְנֵֽה־אֹתָ֥נוּ וְאֶת־אַדְמָתֵ֖נוּ בַּלָּ֑חֶם וְנִֽהְיֶ֞ה אֲנַ֤חְנוּ וְאַדְמָתֵ֙נוּ֙ עֲבָדִ֣ים לְפַרְעֹ֔ה וְתֶן־זֶ֗רַע וְנִֽחְיֶה֙ וְלֹ֣א נָמ֔וּת וְהָאֲדָמָ֖ה לֹ֥א תֵשָֽׁם׃
19
19
Warum sollen wir sterben vor deinen Augen, sowohl wir als auch unsere Erde? Kaufe uns und unsere Erde für Brot. Wir werden Sklaven dem Pharao sein und auch unser Erdboden wird dem Pharao gehören. Und gib Samen für die Aussaat, damit wir leben und nicht sterben und die Erde nicht verödet daliege.
gib Samen: um den Boden zu besäen.
Zwar hatte Josef gesagt (zuvor, 45:6) וְעוֹד חָמֵשׁ שָׁנִים אֲשֶׁר אֵין חָרִישׁ וְקָצִיר „noch sind fünf Jahre, in denen weder Pflügen noch Ernten sein wird“. Sobald aber Jaakow nach Mizraim kam, kam Segen mit seinen Schritten. Und man fing an zu säen, und der Hunger hörte auf. So lernen wir in der Tosefta zum Traktat Sota (10:3).
Raschi
nicht verödet daliege
לֹא תֵשָׁם, nicht öde werde, Targum וְאַרְעָא לָא תְבוּר, vom Ausdruck שְׂדֵה בּוּר, ein ödes, ungepflügtes Feld.
Raschi
וַיִּ֨קֶן יוֹסֵ֜ף אֶת־כָּל־אַדְמַ֤ת מִצְרַ֙יִם֙ לְפַרְעֹ֔ה כִּֽי־מָכְר֤וּ מִצְרַ֙יִם֙ אִ֣ישׁ שָׂדֵ֔הוּ כִּֽי־חָזַ֥ק עֲלֵהֶ֖ם הָרָעָ֑ב וַתְּהִ֥י הָאָ֖רֶץ לְפַרְעֹֽה׃
20
20
Da kaufte Josef den ganzen Erdboden von Mizraim für Pharao, denn es verkauften die Mizrim jeder sein Feld, weil der Hunger mächtig über sie war. So gehörte jetzt das Land dem Pharao.
So gehörte das Land dem Pharao
וַתְּהִי הָאָרֶץ לְפַרְעֹה – קְנוּיָה לוֹ, das Land wurde Pharaos Eigentum.
Raschi
וְאֶ֨ת־הָעָ֔ם הֶעֱבִ֥יר אֹת֖וֹ לֶעָרִ֑ים מִקְצֵ֥ה גְבוּל־מִצְרַ֖יִם וְעַד־קָצֵֽהוּ׃
21
21
Und das Volk, das versetzte Josef in die Städte, von einem Ende der Grenze Mizraims bis zum anderen Ende.
das Volk, das versetzte: Josef von einer Stadt in die andere, zum Andenken, dass es keinen Anteil mehr am Land hatte; er siedelte die Bewohner der einen Stadt in der anderen an.
Das zu beschreiben hatte der Vers nur darum nötig, um dir das Lob Josefs zu verkünden: denn er beabsichtigte damit, die Schande von seinen Brüdern zu nehmen, damit man sie nicht „Verbannte“ nenne (Chulin 60b).
Raschi
von einem Ende der Grenze Mizraims bis zum anderen Ende: das tat er bei allen Städten im Reich Mizraim von einem Ende seines Gebietes bis zum anderen Ende.
Raschi
רַ֛ק אַדְמַ֥ת הַכֹּהֲנִ֖ים לֹ֣א קָנָ֑ה כִּי֩ חֹ֨ק לַכֹּהֲנִ֜ים מֵאֵ֣ת פַּרְעֹ֗ה וְאָֽכְל֤וּ אֶת־חֻקָּם֙ אֲשֶׁ֨ר נָתַ֤ן לָהֶם֙ פַּרְעֹ֔ה עַל־כֵּ֕ן לֹ֥א מָכְר֖וּ אֶת־אַדְמָתָֽם׃
22
22
Nur die Erde der Priester kaufte er nicht. Denn ein festgesetztes Einkommen hatten die Priester von Pharao und sie lebten von ihrem festgesetzten Einkommen, das ihnen Pharao gegeben hatte. Darum verkauften sie nicht ihren Erdboden.
Priester
כֹּהֲנִים, Götzenpriester. Überall bedeutet כֹּהֵן „Diener G‑ttes“; außer an den Stellen, wo es „Würde“ bedeutet, wie (Schem. 2:16) כֹּהֵן מִדְיָן „der Wichtige in Midian“; (Ber. 41:45) כֹּהֵן אוֹן „der Wichtige in On“.
Raschi
ein festgesetztes Einkommen hatten die Priester
חֹק לַכֹּהֲנִים „eine Gebühr für die Priester“: ein Gesetz, soundso viel Brot täglich.
Raschi
lebten von: וְאָכְלוּ, wörtl. aßen.
וַיֹּ֤אמֶר יוֹסֵף֙ אֶל־הָעָ֔ם הֵן֩ קָנִ֨יתִי אֶתְכֶ֥ם הַיּ֛וֹם וְאֶת־אַדְמַתְכֶ֖ם לְפַרְעֹ֑ה הֵֽא־לָכֶ֣ם זֶ֔רַע וּזְרַעְתֶּ֖ם אֶת־הָאֲדָמָֽה׃
23
23
Und es sagte Josef zum Volk: Siehe, gekauft habe ich euch heute mit eurem Erdboden für Pharao. Hier habt ihr Samen, damit ihr besäen könnt den Erdboden.
Hier habt ihr
Das Wort הֵא ist so wie הִנֵּה „hier habt ihr“; so wie (Jech. 16:43) וְגַם אֲנִי הֵא דַּרְכֵּךְ בְּרֹאשׁ נָתַתִּי „auch ich, siehe, ich lege deinen Weg auf deinen Kopf“.
Raschi
וְהָיָה֙ בַּתְּבוּאֹ֔ת וּנְתַתֶּ֥ם חֲמִישִׁ֖ית לְפַרְעֹ֑ה וְאַרְבַּ֣ע הַיָּדֹ֡ת יִהְיֶ֣ה לָכֶם֩ לְזֶ֨רַע הַשָּׂדֶ֧ה וּֽלְאָכְלְכֶ֛ם וְלַאֲשֶׁ֥ר בְּבָתֵּיכֶ֖ם וְלֶאֱכֹ֥ל לְטַפְּכֶֽם׃
24
24
Und wenn die Erntezeit kommt, da gebt ihr ein Fünftel der Ernte an Pharao und die vier übrigen Teile sollt ihr haben zur Aussaat auf dem Feld und zum Essen für euch und für die, die in euren Häusern sind, und zu essen für eure Kinder.
zur Aussaat auf dem Feld in jedem Jahr.
Raschi
und für die, die in euren Häusern sind: als Nahrung für die Diener und Dienerinnen, die in euren Häusern sind.
Raschi
für eure Kinder
לְטַפְּכֶם, für die kleinen Kinder.
Raschi
וַיֹּאמְר֖וּ הֶחֱיִתָ֑נוּ נִמְצָא־חֵן֙ בְּעֵינֵ֣י אֲדֹנִ֔י וְהָיִ֥ינוּ עֲבָדִ֖ים לְפַרְעֹֽה׃
25
25
Und sie sagten: Du hast uns am Leben erhalten! Wenn wir Gunst finden in den Augen meines Herren, dann wollen wir Sklaven sein für den Pharao.
Wenn wir Gunst finden
נִמְצָא חֵן „Gunst finden“: möchten wir doch Gunst finden, dass du uns das tust, was du gesprochen hast.
Raschi
dann wollen wir Sklaven sein für Pharao: dann wollen wir ihm diese Steuer in jedem Jahr zahlen.
Raschi
וַיָּ֣שֶׂם אֹתָ֣הּ יוֹסֵ֡ף לְחֹק֩ עַד־הַיּ֨וֹם הַזֶּ֜ה עַל־אַדְמַ֥ת מִצְרַ֛יִם לְפַרְעֹ֖ה לַחֹ֑מֶשׁ רַ֞ק אַדְמַ֤ת הַכֹּֽהֲנִים֙ לְבַדָּ֔ם לֹ֥א הָיְתָ֖ה לְפַרְעֹֽה׃
26
26
Josef machte das zum Gesetz für den Erdboden von Mizraim bis zum heutigen Tag: Für Pharao gehört ein Fünftel der Ernte. Nur die Erde der Priester allein gehörte nicht dem Pharao.
zum Gesetz
לְחֹק, als unvergängliches Gesetz.
Raschi
וַיֵּ֧שֶׁב יִשְׂרָאֵ֛ל בְּאֶ֥רֶץ מִצְרַ֖יִם בְּאֶ֣רֶץ גֹּ֑שֶׁן וַיֵּאָחֲז֣וּ בָ֔הּ וַיִּפְר֥וּ וַיִּרְבּ֖וּ מְאֹֽד׃
27
27
Israel wohnte im Land Mizraim, in der Landschaft Goschen. Sie nahmen es in Besitz, waren fruchtbar und vermehrten sich sehr.
Israel wohnte im Land Mizraim
Und wo? In der Landschaft Goschen, die zum Land Mizraim gehört.
Raschi
Sie nahmen es in Besitz
וַיֵּאָחֲזוּ בָהּ „sie nahmen es in Besitz“: ließen sich fest nieder und nahmen es in Besitz, vom Ausdruck אֲחֻזָּה „fester Besitz“.
Raschi
fruchtbar: mit zahlreichen Nachkommen.