Der tägliche Chumasch-Abschnitt

15. Tewet 5787

Freitag, 25. Dezember 2026

Heute

Wajechi

6. Alija

(Bereschit 49:27 – 50:20)

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בִּנְיָמִין֙ זְאֵ֣ב יִטְרָ֔ף בַּבֹּ֖קֶר יֹ֣אכַל עַ֑ד וְלָעֶ֖רֶב יְחַלֵּ֥ק שָׁלָֽל׃
27
27
Binjamin ist ein reißender Wolf, am Morgen frisst er Raub, am Abend teilt er seine Beute.
Binjamin ist ein reißender Wolf: er ist ein Wolf, der reißt. Er sagte voraus, dass sie einst an sich reißen würden. וַחֲטַפְתֶּם לָכֶם אִישׁ אִשְׁתּוֹ „raubt euch ein jeder seine Frau“ (Richt. 21:21), nach der Gräueltat der Einwohner von Giw‘ah. Und er sagte voraus auf Schaul, der seine Feinde ringsum besiegte. So heißt es (1 Schmu. 14:47) וְשָׁאוּל לָכַד הַמְּלוּכָה „Schaul ergriff die Regierung“, וַיִּלָּחֶם סָבִיב גו׳ בְּמוֹאָב גו׳ וּבֶאֱדוֹם „und kämpfte ringsum … gegen Moaw … und gegen Edom“, וּבְכֹל אֲשֶׁר יִפְנֶה יַרְשִׁיעַ „und wohin er sich wandte, warf er nieder“.
Raschi
er ist ein Wolf, der reißt: בִּנְיָמִין „Binjamin“, זְאֵב יִטְרָף „ist ein Wolf, der reißt“ und Beute macht. Damit du nicht den Vers liest als בִּנְיָמִין זְאֵב יִטְרָף „Binjamin reißt den Wolf“. Der Wolf ist eine Allegorie für ein reißendes Tier, nicht für Beute, die gerissen wird.
Gur Arye
am Morgen frisst er Beute
עַד bedeutet Beute und Gut, das vom Targum mit עֲדָאָה übersetzt wird. Auch im Hebräischen kommt eine ähnliche Stelle vor: אָז חֻלַּק עַד שָׁלָל „da wird Beutegut in Menge verteilt“ (Jesch. 33:23); er spricht von Schaul, der am Anfang der Befreiung (Blüte) und des Glanzes Israels regierte.
Raschi
am Abend teilt er Beute
Auch nachdem die Sonne Israels durch Nebukadnezar untergegangen war, der Israel nach Bawel wegführte, verteilt er Beute: Mordechai und Esther, die von Binjamin stammen, verteilen das Gut Hamans, so heißt es (Est. 8:7) הִנֵּה בֵית הָמָן נָתַתִּי לְאֶסְתֵּר „siehe, das Haus Hamans habe ich Esther gegeben“.
Onkelos erklärt es als Anteil der Kohanim an den Opfergaben des Heiligtums.
Raschi
כָּל־אֵ֛לֶּה שִׁבְטֵ֥י יִשְׂרָאֵ֖ל שְׁנֵ֣ים עָשָׂ֑ר וְ֠זֹאת אֲשֶׁר־דִּבֶּ֨ר לָהֶ֤ם אֲבִיהֶם֙ וַיְבָ֣רֶךְ אוֹתָ֔ם אִ֛ישׁ אֲשֶׁ֥ר כְּבִרְכָת֖וֹ בֵּרַ֥ךְ אֹתָֽם׃
28
28
Alle diese sind die zwölf Stämme Israels, und das ist es, was ihr Vater zu ihnen sagte, als er sie segnete, jeden nach dem Segen segnete er sie.
und das ist es, was ihr Vater zu ihnen sagte, als er sie segnete
Es waren doch auch solche unter ihnen, die Jaakow nicht segnete, sondern tadelte? Nur so ist die Erklärung: וְזֹאת אֲשֶׁר דִּבֶּר לָהֶם אֲבִיהֶם „und das ist, was ihr Vater zu ihnen sagte“, was er nämlich in diesem Abschnitt gesagt hat. Ich hätte nun meinen können, dass er Rëuwen, Schimon und Levi nicht segnete; darum heißt es וַיְבָרֶךְ אוֹתָם „er segnete sie“, das heißt alle.
Raschi
jeden nach dem Segen segnete er sie
Mit dem Segen, der einem jeden von ihnen zuteil werden sollte, segnete er sie.
Der Vers hätte nun sagen müssen אִישׁ אֲשֶׁר כְּבִרְכָתוֹ בֵּרַךְ ״אוֹתוֹ״ einen jeden nach seinem Segen segnete er „ihn“; was lehrt uns בֵּרַךְ ״אוֹתָם״ segnete er „sie“? Weil er Jehuda die Stärke des Löwen verliehen hatte, Binjamin die reißende Kraft des Wolfes und Naftali die Schnelligkeit der Hirschkuh, hätte ich meinen können, dass er sie nicht alle in alle Segnungen einschloss; darum heißt es בֵּרַךְ אוֹתָם „segnete er sie“.
Raschi
וַיְצַ֣ו אוֹתָ֗ם וַיֹּ֤אמֶר אֲלֵהֶם֙ אֲנִי֙ נֶאֱסָ֣ף אֶל־עַמִּ֔י קִבְר֥וּ אֹתִ֖י אֶל־אֲבֹתָ֑י אֶל־הַ֨מְּעָרָ֔ה אֲשֶׁ֥ר בִּשְׂדֵ֖ה עֶפְר֥וֹן הַֽחִתִּֽי׃
29
29
Und er befahl ihnen und sagte: Ich werde aufgenommen zu meinem Volk, begrabt mich bei meinen Vorvätern in der Höhle, die auf dem Feld des Chetiters Efron liegt,
Ich werde aufgenommen zu meinem Volk
נֶאֱסָף אֶל עַמִּי „Ich werde aufgenommen zu meinem Volk“: weil man die Seelen an den Ort hineingeleitet, in den sie aufgenommen werden. Denn אֲסִיפָה kann im Hebräischen auch „hineinführen“ bedeuten, wie (Richt. 19:15) וְאֵין אִישׁ מְאַסֵּף אוֹתָם הַבַּיְתָה „und keiner nahm sie ins Haus auf“; (Dew. 22:2) וַאֲסַפְתּוֹ אֶל תּוֹךְ בֵּיתֶךָ „nimm es in dein Haus auf“; (Waj. 23:39) בְּאָסְפְּכֶם אֶת תְּבוּאַת הָאָרֶץ „wenn ihr den Ertrag des Landes einsammelt“, ins Haus bringt vor dem Regen; (Schem. 23:16) בְּאָסְפְּךָ אֶת מַעֲשֶׂיךָ „wenn du deine Erträge einsammelst“. Und auch jedes Einsammeln, das beim Tod steht, bedeutet hineinbringen.
Raschi
bei meinen Vorvätern
Die Worte אֶל אֲבֹתָי sind zu verstehen als עִם אֲבוֹתַי, neben meinen Vätern.
Raschi
בַּמְּעָרָ֞ה אֲשֶׁ֨ר בִּשְׂדֵ֧ה הַמַּכְפֵּלָ֛ה אֲשֶׁ֥ר עַל־פְּנֵי־מַמְרֵ֖א בְּאֶ֣רֶץ כְּנָ֑עַן אֲשֶׁר֩ קָנָ֨ה אַבְרָהָ֜ם אֶת־הַשָּׂדֶ֗ה מֵאֵ֛ת עֶפְרֹ֥ן הַחִתִּ֖י לַאֲחֻזַּת־קָֽבֶר׃
30
30
in der Höhle auf dem Feld Machpela, das vor Mamre liegt, im Land Kna’an, in dem Feld, das Awraham von dem Chetiten Efron als dauerhafte Grabstätte gekauft hat.
שָׁ֣מָּה קָֽבְר֞וּ אֶת־אַבְרָהָ֗ם וְאֵת֙ שָׂרָ֣ה אִשְׁתּ֔וֹ שָׁ֚מָּה קָבְר֣וּ אֶת־יִצְחָ֔ק וְאֵ֖ת רִבְקָ֣ה אִשְׁתּ֑וֹ וְשָׁ֥מָּה קָבַ֖רְתִּי אֶת־לֵאָֽה׃
31
31
Dort haben sie Awraham und seine Frau Sara begraben, dort haben sie Jizchak und seine Frau Riwka begraben, und dort habe ich Leah begraben,
מִקְנֵ֧ה הַשָּׂדֶ֛ה וְהַמְּעָרָ֥ה אֲשֶׁר־בּ֖וֹ מֵאֵ֥ת בְּנֵי־חֵֽת׃
32
32
in dem Feld, das ich — mit der Höhle darauf — von den Söhnen Chets gekauft habe.
וַיְכַ֤ל יַעֲקֹב֙ לְצַוֺּ֣ת אֶת־בָּנָ֔יו וַיֶּאֱסֹ֥ף רַגְלָ֖יו אֶל־הַמִּטָּ֑ה וַיִּגְוַ֖ע וַיֵּאָ֥סֶף אֶל־עַמָּֽיו׃
33
33
Und als Jaakow damit geendet hatte, seinen Söhnen Befehle zu geben, zog er seine Füße in das Bett, er verging und wurde aufgenommen zu seinem Volk.
zog er seine Füße in das Bett
וַיֶּאֱסֹף רַגְלָיו, zog sie ins Bett hinein.
Raschi
verging
וַיִּגְוַע וַיֵּאָסֶף „er verging und wurde aufgenommen“. Aber „sterben“, „Tod“ steht nicht bei ihm, darum sagen unsere Weisen (Taanit 5b) „Unser Vorvater Jaakow ist nicht gestorben“.
Raschi
וַיִּפֹּ֥ל יוֹסֵ֖ף עַל־פְּנֵ֣י אָבִ֑יו וַיֵּ֥בְךְּ עָלָ֖יו וַיִּשַּׁק־לֽוֹ׃
1
1
Josef fiel auf das Gesicht des Vaters, weinte über ihn und küsste ihn.
וַיְצַ֨ו יוֹסֵ֤ף אֶת־עֲבָדָיו֙ אֶת־הָרֹ֣פְאִ֔ים לַחֲנֹ֖ט אֶת־אָבִ֑יו וַיַּחַנְט֥וּ הָרֹפְאִ֖ים אֶת־יִשְׂרָאֵֽל׃
2
2
Und Josef befahl seinen Dienern, den Ärzten, seinen Vater zu balsamieren, und die Ärzte balsamierten Israel.
seinen Vater zu balsamieren: war eine Behandlung mit einer Art Gewürzsalbe.
Raschi
וַיִּמְלְאוּ־לוֹ֙ אַרְבָּעִ֣ים י֔וֹם כִּ֛י כֵּ֥ן יִמְלְא֖וּ יְמֵ֣י הַחֲנֻטִ֑ים וַיִּבְכּ֥וּ אֹת֛וֹ מִצְרַ֖יִם שִׁבְעִ֥ים יֽוֹם׃
3
3
Damit wurden vierzig Tage für ihn voll, denn damit wird die Zeit des Einsalbens voll, und es beweinten ihn die Mizrim siebzig Tage lang.
Damit wurden vierzig Tage für ihn voll
וַיִּמְלְאוּ לוֹ אַרְבָּעִים יוֹם „Damit wurden vierzig Tage für ihn voll“: sie vollendeten ihm die Tage seines Einsalbens, bis ihm vierzig Tage voll waren.
Raschi
beweinten ihn die Mizrim siebzig Tage lang
Vierzig Tage für das Einsalben und dreißig Tage für das Weinen; weil mit seiner Ankunft Segen für sie gekommen war, denn der Hunger hatte aufgehört, und das Wasser des Nils war gesegnet worden.
Raschi
וַיַּֽעַבְרוּ֙ יְמֵ֣י בְכִית֔וֹ וַיְדַבֵּ֣ר יוֹסֵ֔ף אֶל־בֵּ֥ית פַּרְעֹ֖ה לֵאמֹ֑ר אִם־נָ֨א מָצָ֤אתִי חֵן֙ בְּעֵ֣ינֵיכֶ֔ם דַּבְּרוּ־נָ֕א בְּאָזְנֵ֥י פַרְעֹ֖ה לֵאמֹֽר׃
4
4
Und als die Trauerzeit vorbei war, sagte Josef zum Hof Pharaos: Wenn ich Gnade in euren Augen gefunden habe, so tragt doch in die Ohren Pharaos Folgendes vor:
Trauerzeit: יְמֵי בְכִיתוֹ, wörtl. Tage des Weinens.
אָבִ֞י הִשְׁבִּיעַ֣נִי לֵאמֹ֗ר הִנֵּ֣ה אָנֹכִי֮ מֵת֒ בְּקִבְרִ֗י אֲשֶׁ֨ר כָּרִ֤יתִי לִי֙ בְּאֶ֣רֶץ כְּנַ֔עַן שָׁ֖מָּה תִּקְבְּרֵ֑נִי וְעַתָּ֗ה אֶֽעֱלֶה־נָּ֛א וְאֶקְבְּרָ֥ה אֶת־אָבִ֖י וְאָשֽׁוּבָה׃
5
5
Mein Vater Jaakow hat mich schwören lassen: Wenn ich gestorben bin, begrabe mich in der Grabstätte, die ich mir im Land Kna’an erworben habe. So lass mich nun hinaufziehen und meinen Vater begraben; dann will ich zurückkehren.
die ich mir erworben habe
אֲשֶׁר כָּרִיתִי לִי, nach dem einfachen Sinn bedeutet es „die ich mir gegraben habe“, wie (Schem. 21:33) כִּי יִכְרֶה אִישׁ „wenn jemand eine Grube gräbt“.
Auch der Midrasch lässt sich mit dem Wort vereinigen, und es bedeutet soviel wie „ich habe erworben“. Rabbi Akiwa sagt, als ich die Städte am Meer besuchte, nannte man einen Verkauf כִּירָה (Rosch haSchana 26a).

Nach einem anderen Midrasch bedeutet es einen aufgehäuften Getreidehaufen. Alles Silber und Gold, das Jaakow aus dem Haus Lawans mitgebracht hatte, nahm er und machte daraus einen Haufen (כְּרִי) und sagte zu Esaw: Nimm das für deinen Anteil an der Höhle.
Raschi
וַיֹּ֖אמֶר פַּרְעֹ֑ה עֲלֵ֛ה וּקְבֹ֥ר אֶת־אָבִ֖יךָ כַּאֲשֶׁ֥ר הִשְׁבִּיעֶֽךָ׃
6
6
Da sagte Pharao: Ziehe hin und begrabe deinen Vater, wie er es dich hat schwören lassen.
wie er es dich hat schwören lassen
Wenn aber nicht wegen des Schwures, hätte ich dich nicht hinaufziehen lassen. Aber er fürchtete sich, zu sagen, übertritt den Schwur, damit Josef nicht sage, wenn das erlaubt ist, werde ich auch jenen Schwur übertreten, den ich dir geschworen habe, nichts von der Heiligen Sprache [Hebräisch] zu erzählen, die ich außer den siebzig Sprachen kenne und die du nicht kennst, wie in der Gemara Sota (36b) vorkommt.
Raschi
[Sota 36b] In der Stunde, als Pharao zu Joseph sprach (Ber. 41:44) וּבִלְעָדֶיךָ לֹא יָרִים אִישׁ אֶת יָדוֹ וְאֶת רַגְלוֹ בְּכָל אֶרֶץ מִצְרָיִם „ohne dich soll keiner seine Hand und seinen Fuß heben im ganzen Land Mizraim“, sprachen die Sterndeuter Pharaos: Einen Sklaven, den sein Herr für zwanzig Silberstücke gekauft hat, willst du über uns herrschen lassen!? Er erwiderte ihnen: Ich sehe an ihm königliche Eigenschaften. Sie sprachen zu ihm: Demnach müsste er die siebzig Sprachen verstehen. Da kam der Engel Gawriel und lehrte ihn die siebzig Sprachen. Am folgenden Tag antwortete er Pharao in jeder Sprache, in der er mit ihm sprach. Als Josef aber Pharao in der Heiligen Sprache (Hebräisch) anredete, verstand er ihn nicht. Da bat er ihn, dass er ihn diese Sprache lehre. Josef lehrte sie ihn, er aber begriff sie nicht. Da sprach Pharao zu ihm: Schwöre mir, dass du dies nicht verrätst.
וַיַּ֥עַל יוֹסֵ֖ף לִקְבֹּ֣ר אֶת־אָבִ֑יו וַיַּֽעֲל֨וּ אִתּ֜וֹ כָּל־עַבְדֵ֤י פַרְעֹה֙ זִקְנֵ֣י בֵית֔וֹ וְכֹ֖ל זִקְנֵ֥י אֶֽרֶץ־מִצְרָֽיִם׃
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Und Josef zog hinauf, um seinen Vater zu begraben, und es gingen mit ihm alle Diener Pharaos, die Ältesten seines Hauses und alle Ältesten des Landes Mizraim,
וְכֹל֙ בֵּ֣ית יוֹסֵ֔ף וְאֶחָ֖יו וּבֵ֣ית אָבִ֑יו רַ֗ק טַפָּם֙ וְצֹאנָ֣ם וּבְקָרָ֔ם עָזְב֖וּ בְּאֶ֥רֶץ גֹּֽשֶׁן׃
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und die gesamte Familie Josefs und seine Brüder und die Familie seines Vaters; nur ihre Kinder und ihre Schafe und Rinder ließen sie im Land Goschen zurück.
וַיַּ֣עַל עִמּ֔וֹ גַּם־רֶ֖כֶב גַּם־פָּרָשִׁ֑ים וַיְהִ֥י הַֽמַּחֲנֶ֖ה כָּבֵ֥ד מְאֹֽד׃
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Auch Wagen und Reiter zogen mit ihm hinauf, und es war ein sehr großer Zug.
וַיָּבֹ֜אוּ עַד־גֹּ֣רֶן הָאָטָ֗ד אֲשֶׁר֙ בְּעֵ֣בֶר הַיַּרְדֵּ֔ן וַיִּ֨סְפְּדוּ־שָׁ֔ם מִסְפֵּ֛ד גָּד֥וֹל וְכָבֵ֖ד מְאֹ֑ד וַיַּ֧עַשׂ לְאָבִ֛יו אֵ֖בֶל שִׁבְעַ֥ת יָמִֽים׃
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Als sie bei Goren ha Atad ankamen, das auf der anderen Seite des Jarden ist, hielten sie dort eine sehr große, gewaltige Totenrede ab, und Josef hielt für seinen Vater eine siebentägige Trauer.
Goren ha-Atad
גֹּרֶן הָאָטָד – מֻקָּף אֲטָדִין [קוֹצִים] הָיָה, eine von Dornen umgebene Scheune. Unsere Lehrer erklären (Sota 13a): Sie wurde nach einer Begebenheit so genannt. Es kamen nämlich alle Könige von Kna’an und die Fürsten von Ischmael herbei, um Krieg zu führen. Als sie aber die Krone Josefs am Sarg Jaakows hängen sahen, erhoben sie sich alle, hingen auch ihre Kronen daran und umgaben ihn mit Kronen wie eine Scheune, die mit einer Dornenhecke umgeben ist.
Raschi
וַיַּ֡רְא יוֹשֵׁב֩ הָאָ֨רֶץ הַֽכְּנַעֲנִ֜י אֶת־הָאֵ֗בֶל בְּגֹ֙רֶן֙ הָֽאָטָ֔ד וַיֹּ֣אמְר֔וּ אֵֽבֶל־כָּבֵ֥ד זֶ֖ה לְמִצְרָ֑יִם עַל־כֵּ֞ן קָרָ֤א שְׁמָהּ֙ אָבֵ֣ל מִצְרַ֔יִם אֲשֶׁ֖ר בְּעֵ֥בֶר הַיַּרְדֵּֽן׃
11
11
Als nun die Einwohner des Landes, die Kna’anim, die Trauer bei Goren ha Atad sahen, sagten sie: Das ist eine große Trauer für Mizraim! Deshalb nannte man den Namen des Ortes *Awel Mizraim („die Trauer Ägyptens“); er liegt auf der anderen Seite des Jarden.*
וַיַּעֲשׂ֥וּ בָנָ֖יו ל֑וֹ כֵּ֖ן כַּאֲשֶׁ֥ר צִוָּֽם׃
12
12
Und Jaakows Söhne taten für ihn so, wie er ihnen befohlen hatte.
wie er ihnen befohlen hatte
Was war das, was er ihnen befohlen hatte? (Nächster Vers) „Seine Söhne trugen ihn …“.
Raschi
וַיִּשְׂא֨וּ אֹת֤וֹ בָנָיו֙ אַ֣רְצָה כְּנַ֔עַן וַיִּקְבְּר֣וּ אֹת֔וֹ בִּמְעָרַ֖ת שְׂדֵ֣ה הַמַּכְפֵּלָ֑ה אֲשֶׁ֣ר קָנָה֩ אַבְרָהָ֨ם אֶת־הַשָּׂדֶ֜ה לַאֲחֻזַּת־קֶ֗בֶר מֵאֵ֛ת עֶפְרֹ֥ן הַחִתִּ֖י עַל־פְּנֵ֥י מַמְרֵֽא׃
13
13
Seine Söhne trugen ihn in das Land Kna’an und begruben ihn in der Höhle des Feldes Machpela, in dem Feld, das Awraham zum dauerhaften Grab von dem Chetiten Efron vor Mamre gekauft hatte.
Seine Söhne trugen ihn: und nicht seine Enkel. Denn so hatte er ihnen befohlen, meine Bahre soll kein mizrischer Mann tragen und keiner von euren Söhnen, die von Töchtern Kna’ans geboren sind, sondern nur ihr. Und er bestimmte für einen jeden den Ort, drei im Osten und so an den vier Seiten. Wie ihre Ordnung später beim Aufbruch des nach Fahnen geordneten Lagers war, so wurden sie auch hier aufgeteilt. Levi sollte nicht tragen, weil er später die Heilige Truhe (אֲרוֹן בְּרִית ה׳) tragen werde, und Josef sollte nicht tragen, weil er König war. Menasche und Efraim sollten an ihre Stelle treten; und das bedeutet (Bam. 2:2) אִישׁ עַל דִּגְלוֹ בְאוֹתוֹת „ein jeder bei seiner Fahne nach den Zeichen“, nach dem Zeichen, das ihr Vater ihnen gegeben hatte, seine Bahre zu tragen.
Raschi
die von Töchern Kna’ans geboren sind: Raschi nennt zuvor (Ber. 37:35) zwei Meinungen darüber, wen Jaakows Söhne heirateten: Rabbi Jehuda sagt, dass sie die Schwestern heirateten, die mit ihnen geboren wurden; Rabbi Nechemia sagt, dass sie Frauen aus Kna’an heirateten. Demfolgend ist hier zu entnehmen, dass Raschi der Meinung von R. Nechemia folgt („keiner von euren Söhnen, die von Töchtern Kna’ans geboren sind“).
Misrachi, Mesiach Ilmim
Aber selbst nach R. Nechemia wurden einige unter Jaakows Enkeln – wie Peretz und Serach, die Söhne von Jehuda und Tamar, und Schaul, der Sohn von Schimon und Dina – nicht von Frauen aus Kna‘an geboren (siehe Raschi zuvor 38:24; 46:10). Jaakow wollte jedoch keine Eifersucht zwischen seinen Enkelsöhnen erregen, indem er einigen von ihnen erlaubte, seine Bahre zu tragen, während er anderen das verbot. Dennoch machte Jaakow eine Ausnahme für Efraim und Menasche (von Raschi unten erwähnt): sie waren Prinzen, Söhne des Vizekönigs Josef, und so würden die anderen Enkel nicht eifersüchtig sein. Außerdem waren Efraim und Menasche, wie der Vers zuvor sagt (48:5), bereits Jaakows eigenen Söhnen gleichgesetzt.
Chiskuni, Nachalat Jaakow
וַיָּ֨שָׁב יוֹסֵ֤ף מִצְרַ֙יְמָה֙ ה֣וּא וְאֶחָ֔יו וְכָל־הָעֹלִ֥ים אִתּ֖וֹ לִקְבֹּ֣ר אֶת־אָבִ֑יו אַחֲרֵ֖י קָבְר֥וֹ אֶת־אָבִֽיו׃
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14
Nachdem er seinen Vater begraben hatte, kehrte Josef nach Mizraim zurück, er und seine Brüder und alle, die mit ihm hinaufgezogen waren, um seinen Vater zu begraben.
er und seine Brüder und alle, die mit ihm hinaufgezogen waren
Bei ihrer Rückkehr nennt der Vers seine Brüder vor den Mizrim, die mit ihm hinaufgezogen waren, aber beim Hingehen nennt er die Mizrim vor den Brüdern. So heißt es (Vers 7) וַיַּעֲלוּ אִתּוֹ כָּל עַבְדֵי פַרְעֹה „es zogen mit ihm hinauf alle Knechte Pharaos“, und danach (Vers 8) כֹּל בֵּית יוֹסֵף וְאֶחָיו „das ganze Haus Josefs und seine Brüder“. Nur, weil die Mizrim die Ehre gesehen hatten, welche die Könige von Kna’an ihnen erwiesen hatten, dass sie ihre Kronen an den Sarg Jaakows hingen, erwiesen auch sie ihnen Ehre (Sota 13a).
Raschi
וַיִּרְא֤וּ אֲחֵֽי־יוֹסֵף֙ כִּי־מֵ֣ת אֲבִיהֶ֔ם וַיֹּ֣אמְר֔וּ ל֥וּ יִשְׂטְמֵ֖נוּ יוֹסֵ֑ף וְהָשֵׁ֤ב יָשִׁיב֙ לָ֔נוּ אֵ֚ת כָּל־הָ֣רָעָ֔ה אֲשֶׁ֥ר גָּמַ֖לְנוּ אֹתֽוֹ׃
15
15
Als nun die Brüder Josefs sahen, dass ihr Vater gestorben war, dachten sie: Wenn uns nun Josef hassen wird und uns alles Böse vergelten wird, das wir ihm angetan haben!
Als nun die Brüder Josefs sahen, dass ihr Vater gestorben war
Was bedeutet „sie sahen …“? Sie erkannten an Josef, dass ihr Vater gestorben war. Denn sie waren gewohnt, am Tisch Josefs zu essen, und er hatte sie, um seinen Vater damit zu ehren, zu sich herangezogen. Als aber Jaakow gestorben war, zog er sie nicht mehr zu sich heran.
Raschi
Wenn uns nun Josef hassen wird
לוּ יִשְׂטְמֵנוּ, vielleicht hasst er uns. Der Begriff לוּ teilt sich in viele Bedeutungen. Manchmal wird לוּ als Ausdruck der Bitte gebraucht, soviel wie הַלְוַאי „wenn doch“, wie (Ber. 30:34) לוּ יְהִי כִדְבָרֶךָ „möge es so sein, wie du sagst“; (Ber. 23:13) לוּ שְׁמָעֵנִי „mögest du auf mich hören“; (Jehosch. 7:7) וְלוּ הוֹאַלְנוּ „hätten wir lieber gewollt“; (Bam. 14:2) לוּ מַתְנוּ „wären wir doch gestorben“.
Manchmal bedeutet לוּ soviel wie „wenn“ (אִם) und „vielleicht“ (אוּלַי), wie (Dew. 32:29) לוּ חָכְמוּ „wenn sie weise wären“; (Jehosch. 48:18) לוּ הִקְשַׁבְתָּ לְמִצְוֹתָי „wenn du auf meine Gebote gehört hättest“; (2 Schmu. 18:12) וְלוּ אָנֹכִי שׁוֹקֵל עַל כַּפַּי „und sollte ich auf meinen Händen wiegen“.

Das Wort לוּ kann auch soviel wie „vielleicht“ (שֶׁמָּא) bedeuten, wie in unserem Vers לוּ יִשְׂטְמֵנוּ: vielleicht wird er uns hassen. Dafür kommt aber kein Beispiel mehr im Vers vor. Hier hat es die Bedeutung von „vielleicht“ (אוּלַי), wie (Ber. 24:5) אוּלַי לֹא תֵלֵךְ הָאִשָׁה אַחֲרָי „vielleicht wird die Frau mir nicht hierher folgen“, im Sinn von שֶׁמָּא „vielleicht“.

Manchmal leitet אוּלַי eine Bitte ein, wie (2 Schmu. 16:12) אוּלַי יִרְאֶה ה׳ בְּעֵינִי „vielleicht sieht der Ewige [die Träume] meines Auges“; (Jehosch. 14:12) אוּלַי ה׳ אוֹתִי „vielleicht wird der Ewige mit mir sein“; und da ist es gleich jener Stelle, לוּ יְהִי כִדְבָרֶךָ „möge es so sein, wie du sagst“. Es gibt auch אוּלַי mit der Bedeutung „wenn“ (אִם), wie im Vers (Ber. 18:24) אוּלַי יֵשׁ חֲמִשִׁים צַדִּיקִים „wenn es fünfzig Gerechte gibt“.
Raschi
vergelten: als Ausgleich jemandem etwas heimzahlen.
וַיְצַוּ֕וּ אֶל־יוֹסֵ֖ף לֵאמֹ֑ר אָבִ֣יךָ צִוָּ֔ה לִפְנֵ֥י מוֹת֖וֹ לֵאמֹֽר׃
16
16
Sie ließen daher Josef sagen: Dein Vater hat vor seinem Tod hinterlassen:
Sie ließen Josef sagen
וַיְצַוּוּ אֶל יוֹסֵף „sie ließen Josef sagen“, wie (Schem. 6:13) וַיְצַוֵּם אֶל בְּנֵי יִשְׂרָאֵל „und schickte sie zu den Kindern Israel“, Er befahl Mosche und Aharon, die Boten zu den Kindern Israel zu sein. Auch hier befahlen sie ihrem Boten, ihr Vermittler bei Josef zu sein, um so zu ihm zu sprechen. Und wen schickten sie? Die Söhne von Bilha, die mit ihm vertraut waren, wie es heißt (Ber. 37:2) וְהוּא נַעַר אֶת בְּנֵי בִלְהָה „er war als Junge bei den Söhnen Bilhas“.
Raschi
Dein Vater hat … hinterlassen
אָבִיךָ צִוָּה „dein Vater hat befohlen“. Sie veränderten das Wort um des Friedens willen. Jaakow hatte nicht so befohlen, denn Josef war in seinen Augen nicht verdächtig.
Raschi
כֹּֽה־תֹאמְר֣וּ לְיוֹסֵ֗ף אָ֣נָּ֡א שָׂ֣א נָ֠א פֶּ֣שַׁע אַחֶ֤יךָ וְחַטָּאתָם֙ כִּי־רָעָ֣ה גְמָל֔וּךָ וְעַתָּה֙ שָׂ֣א נָ֔א לְפֶ֥שַׁע עַבְדֵ֖י אֱלֹהֵ֣י אָבִ֑יךָ וַיֵּ֥בְךְּ יוֹסֵ֖ף בְּדַבְּרָ֥ם אֵלָֽיו׃
17
17
So sollt ihr zu Josef sagen: „Bitte, vergib doch das Verbrechen deiner Brüder und ihre Schuld, dass sie dir Böses angetan haben. Und nun vergib doch das Verbrechen, sind wir doch Diener des G‑ttes deines Vaters.“ Josef aber weinte, als sie so zu ihm sprachen.
Und nun vergib uns doch das Verbrechen, sind wir doch Diener des G‑ttes deines Vaters
Wenn auch dein Vater gestorben ist, sein G‑tt lebt, und jene sind Seine Diener.
Raschi
וַיֵּלְכוּ֙ גַּם־אֶחָ֔יו וַֽיִּפְּל֖וּ לְפָנָ֑יו וַיֹּ֣אמְר֔וּ הִנֶּ֥נּֽוּ לְךָ֖ לַעֲבָדִֽים׃
18
18
Da gingen auch seine Brüder hin, fielen vor ihm nieder und sagten: Wir wollen dir Sklaven sein.
Da gingen auch seine Brüder hin: das wurde von ihnen zu der Botschaft noch hinzugefügt.
Raschi
וַיֹּ֧אמֶר אֲלֵהֶ֛ם יוֹסֵ֖ף אַל־תִּירָ֑אוּ כִּ֛י הֲתַ֥חַת אֱלֹהִ֖ים אָֽנִי׃
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19
Josef aber sagte zu ihnen: Seid ohne Furcht! Bin ich denn an G‑ttes Stelle?
Bin ich denn an G‑ttes Stelle?
כִּי הֲתַחַת אֱלֹהִים אָנִי „bin ich denn an G‑ttes Stelle?“: das ist die Form einer Frage. Selbst wenn ich euch Böses tun wollte, könnte ich denn? Habt ihr nicht alle (nächster Vers) „Böses mir zugedacht, aber G‑tt hat es zum Guten gefügt“, und wie könnte ich allein euch Böses tun!
Raschi
וְאַתֶּ֕ם חֲשַׁבְתֶּ֥ם עָלַ֖י רָעָ֑ה אֱלֹהִים֙ חֲשָׁבָ֣הּ לְטֹבָ֔ה לְמַ֗עַן עֲשֹׂ֛ה כַּיּ֥וֹם הַזֶּ֖ה לְהַחֲיֹ֥ת עַם־רָֽב׃
20
20
Zwar habt ihr mir Böses zugedacht, aber G‑tt hat das zum Guten gefügt, um auszuführen, was ihr am heutigen Tag seht, um ein zahlreiches Volk am Leben zu erhalten.