וַיֵּ֨לֶךְ מֹשֶׁ֜ה וַיָּ֣שָׁב ׀ אֶל־יֶ֣תֶר חֹֽתְנ֗וֹ וַיֹּ֤אמֶר לוֹ֙ אֵ֣לְכָה נָּ֗א וְאָשׁ֙וּבָה֙ אֶל־אַחַ֣י אֲשֶׁר־בְּמִצְרַ֔יִם וְאֶרְאֶ֖ה הַעוֹדָ֣ם חַיִּ֑ים וַיֹּ֧אמֶר יִתְר֛וֹ לְמֹשֶׁ֖ה לֵ֥ךְ לְשָׁלֽוֹם׃
18
18
Mosche ging aus der Wüste fort und kehrte zu seinem Schwiegervater Jeter zurück und sagte ihm: Lass mich doch ziehen und zurückkehren zu meinen Brüdern in Mizraim, damit ich sehe, ob sie noch am Leben sind. Und Jitro sagte zu Mosche: Zieh hin in Frieden.
und kehrte zu seinem Schwiegervater Jeter zurück: um sich von ihm Erlaubnis geben zu lassen, da er ihm geschworen hatte, nur mit seiner Erlaubnis aus Midian wegzugehen.
[Mosches Schwiegervater] hatte sieben Namen: Re’uel, Jeter, Jitro, Keni, Chowaw, Chewer und Puti’el.
Raschi
וַיֹּ֨אמֶר יְהוָ֤ה אֶל־מֹשֶׁה֙ בְּמִדְיָ֔ן לֵ֖ךְ שֻׁ֣ב מִצְרָ֑יִם כִּי־מֵ֙תוּ֙ כָּל־הָ֣אֲנָשִׁ֔ים הַֽמְבַקְשִׁ֖ים אֶת־נַפְשֶֽׁךָ׃
19
19
Und der Ewige sagte in Midian zu Mosche: Geh, kehre nach Mizraim zurück, denn gestorben sind all die Menschen, die dich töten wollen.
gestorben sind all die Menschen, die dich töten wollen
Wer waren diese? Datan und Awiram. Sie lebten zwar noch, aber sie hatten ihr Vermögen verloren, und der Arme wird wie ein Toter angesehen (Nedarim 64b).
Raschi
die dich töten wollen
הַמְבַקְשִׁים אֶת נַפְשֶׁךָ, wörtl. die deiner Seele nachstellen.
וַיִּקַּ֨ח מֹשֶׁ֜ה אֶת־אִשְׁתּ֣וֹ וְאֶת־בָּנָ֗יו וַיַּרְכִּבֵם֙ עַֽל־הַחֲמֹ֔ר וַיָּ֖שָׁב אַ֣רְצָה מִצְרָ֑יִם וַיִּקַּ֥ח מֹשֶׁ֛ה אֶת־מַטֵּ֥ה הָאֱלֹהִ֖ים בְּיָדֽוֹ׃
20
20
Da nahm Mosche seine Frau und seine Kinder, ließ sie auf dem Esel reiten und kehrte in das Land Mizraim zurück; und den Stab G‑ttes nahm er in die Hand.
auf dem Esel: auf dem bestimmten Esel – ׳הַחֲמוֹר׳ בה״א הידיעה; das ist der Esel, den Awraham zur Bindung Jizchaks (עֲקֵדַת יִצְחָק) gesattelt hatte (Ber. 22:3) und auf dem künftig der König Maschiach erscheinen wird, wie es heißt (Sech. 9:9) עָנִי וְרֹכֵב עַל חֲמוֹר „ein Demütiger, der auf einem Esel reitet“.
Raschi
und kehrte in das Land Mizraim zurück; und den Stab G‑ttes nahm er in die Hand
Die zeitliche Reihenfolge ist im Vers nicht eingehalten.
Raschi
Den Stab nahm Mosche noch in Midian in die Hand, und danach kehrte er nach Mizraim zurück.
Misrachi
וַיֹּ֣אמֶר יְהוָה֮ אֶל־מֹשֶׁה֒ בְּלֶכְתְּךָ֙ לָשׁ֣וּב מִצְרַ֔יְמָה רְאֵ֗ה כָּל־הַמֹּֽפְתִים֙ אֲשֶׁר־שַׂ֣מְתִּי בְיָדֶ֔ךָ וַעֲשִׂיתָ֖ם לִפְנֵ֣י פַרְעֹ֑ה וַאֲנִי֙ אֲחַזֵּ֣ק אֶת־לִבּ֔וֹ וְלֹ֥א יְשַׁלַּ֖ח אֶת־הָעָֽם׃
21
21
Und der Ewige sagte zu Mosche: Wenn du nach Mizraim zurückkehrst, so sieh danach, dass du alle Wundertaten, die Ich in deine Hand gebe, vor Pharao ausführst. Ich aber werde sein Herz verhärten, und er wird das Volk nicht ziehen lassen.
Wenn du nach Mizraim zurückkehrst
Wisse, dass du zu diesem Zweck gehst, stark zu sein in Meinem Auftrag, alle Meine Wunderzeichen vor Pharao zu vollbringen und dich nicht vor ihm zu fürchten.
Raschi
die Ich in deine Hand gebe
Nicht die drei Zeichen, die oben stehen [der Stab, der in eine Schlange verwandelt wurde; die Hand, die aussätzig wie Schnee wurde; der Nilfluss, dessen Wasser zu Blut wurde]. Denn diese befahl Er ihm nicht vor Pharao zu vollbringen, sondern vor Israel, damit sie ihm vertrauen. Wir finden auch nicht, dass er sie vor Pharao vollbrachte, sondern die Wunderzeichen, die Ich in Mizraim in deine Hand legen werde, wie (Schem. 7:9) כִּי יְדַבֵּר אֲלֵיכֶם פַּרְעֹה „wenn Pharao zu euch sprechen wird …“ und wundere dich nicht, dass steht אֲשֶׁר שַׂמְתִּי „die ich gelegt habe“ [Vergangenheit]; denn der Sinn ist, wenn du mit ihm sprechen wirst, werde Ich sie bereits in deine Hand gelegt haben.
Raschi
וְאָמַרְתָּ֖ אֶל־פַּרְעֹ֑ה כֹּ֚ה אָמַ֣ר יְהוָ֔ה בְּנִ֥י בְכֹרִ֖י יִשְׂרָאֵֽל׃
22
22
Du sollst zu Pharao sagen: So spricht der Ewige: „Mein erstgeborener Sohn ist Israel.
Du sollst zu Pharao sagen
Wenn du hörst, dass sein Herz fest bleibt und er sich weigert, zu entlassen, dann sollst du Folgendes zu ihm sagen.
Raschi
Mein erstgeborener Sohn
בְּנִי בְכֹרִי „Mein erstgeborener Sohn“ ist ein Ausdruck für Würde, wie (Teh. 89:28) אָנִי בְּכוֹר אֶתְּנֵהוּ „auch setze Ich ihn zum Erstgeborenen ein“, das ist der einfache Sinn.
Der Midrasch sagt, hier besiegelte der Ewige den Verkauf der Erstgeburt, die Jaakow von Esaw erworben hatte (Bereschit Rabba 63:14, Schemot Rabba 5:7).
Raschi
וָאֹמַ֣ר אֵלֶ֗יךָ שַׁלַּ֤ח אֶת־בְּנִי֙ וְיַֽעַבְדֵ֔נִי וַתְּמָאֵ֖ן לְשַׁלְּח֑וֹ הִנֵּה֙ אָנֹכִ֣י הֹרֵ֔ג אֶת־בִּנְךָ֖ בְּכֹרֶֽךָ׃
23
23
Und ich habe dir gesagt: Lass Meinen Sohn ziehen, damit er Mir diene! Wenn du dich aber weigerst, ihn ziehen zu lassen, so töte Ich deinen erstgeborenen Sohn!“
Und ich habe dir gesagt
Und ich habe dir gesagt: im Auftrag des Ewigen: „Lass Meinen Sohn ziehen“.
Raschi
Lass Meinen Sohn: d.h. das Volk Israel.
… so töte Ich
Das ist die letzte Plage, und mit ihr warnte Er ihn zuerst, weil sie die schwerste war. Das ist, was der Vers sagt (Ijow 36:22) הֶן אֵל יַשְׂגִּיב בְּכֹחוֹ „siehe, G‑tt ist groß in Seiner Macht“; darum מִי כָּמוֹהוּ מוֹרֶה „wer vermag gleich Ihm zu unterweisen“. Wenn ein Mensch an seinem Nächsten Vergeltung üben will, verbirgt er seine Absicht, damit jener nicht Rettung suche. Aber der Ewige ist groß in Seiner Macht, und es ist nicht möglich, Seiner Hand zu entrinnen, nur wer zu Ihm zurückkehrt; darum unterweist Er ihn und warnt ihn, damit er umkehre.
Raschi
וַיְהִ֥י בַדֶּ֖רֶךְ בַּמָּל֑וֹן וַיִּפְגְּשֵׁ֣הוּ יְהוָ֔ה וַיְבַקֵּ֖שׁ הֲמִיתֽוֹ׃
24
24
In einer Herberge, als sie auf der Reise waren, begegnete der Ewige Mosche und wollte ihn töten.
und wollte ihn töten: da Mosche seinen Sohn Eliëser nicht beschnitten hatte. Weil er damit zögerte, wurde der Tod über ihn verhängt.
In einer Baraita wurde gelehrt, R. Jose sagt: Der Ewige behüte, Mosche zögerte nicht, sondern er sagte, wenn ich das Kind beschneide und dann die Reise antrete, dann ist es bis zu drei Tagen eine Gefahr für das Kind. Soll ich beschneiden und dann drei Tage warten? Der Ewige hat mir aber befohlen: „Geh, kehre nach Mizraim zurück“ (zuvor, Vers 19). Warum aber wurde der Tod über ihn verhängt? Weil er sich zuerst mit der Herberge beschäftigte.
Der Engel machte sich zu einer Schlange und verschlang ihn von seinem Kopf bis zu seinen Hüften, dann wieder verschlang er ihn von seinen Füßen bis zu jener Stelle, daraus entnahm Zipora, dass es auf die Beschneidung bezogen war.
Raschi
וַתִּקַּ֨ח צִפֹּרָ֜ה צֹ֗ר וַתִּכְרֹת֙ אֶת־עָרְלַ֣ת בְּנָ֔הּ וַתַּגַּ֖ע לְרַגְלָ֑יו וַתֹּ֕אמֶר כִּ֧י חֲתַן־דָּמִ֛ים אַתָּ֖ה לִֽי׃
25
25
Da nahm Zipora eine scharfe Klinge, schnitt die Vorhaut ihres Sohnes ab, legte sie zu seinen Füßen und sagte: Ein Blutbräutigam bist du mir.
zu seinen Füßen
וַתַּגַּע לְרַגְלָיו, wörtl. ließ es an seine Füße rühren.
legte sie zu seinen Füßen
וַתַּגַּע לְרַגְלָיו „zu seinen Füßen“: warf sie vor die Füße Mosches.
Raschi
Talmud Jeruschalmi, Nedarim 3:9 nennt drei Meinungen, wem Zipora die Vorhaut zu Füßen legte: dem Säugling, oder dem Engel, oder ihrem Gatten Mosche.]
Zipora warf die Vorhaut zu Füßen ihres Mannes und verkündete dem Engel: הֵילָךְ גְּזִי חוֹבָךְ, „Hier ist es, durch den Schnitt ist die Schuld beglichen!“
Jeruschalmi, Nedarim 3:9
und sagte über ihren Sohn:
Ein Blutbräutigam bist du mir, du hast verursacht, dass mein Bräutigam wegen dir getötet wird, du tötest mir meinen Mann.
Raschi
Bräutigam: ein Mann am Tag seiner Hochzeit, buchar. domot. Domot hat – so wie das hebräische חָתָן – die zusätzliche Bedeutung „Schwiegersohn“.
וַיִּ֖רֶף מִמֶּ֑נּוּ אָ֚ז אָֽמְרָ֔ה חֲתַ֥ן דָּמִ֖ים לַמּוּלֹֽת׃ (פ)
26
26
Und der Engel ließ von ihm ab, da sagte sie: Blutbräutigam durch die Beschneidung.
Und er ließ von ihm ab: der Engel. Da verstand sie, dass er ihn wegen der Beschneidung hatte töten wollen.
Raschi
da sagte sie: Blutbräutigam durch die Beschneidung
Mein Mann wäre wegen der Beschneidung getötet worden.
Raschi
durch die Beschneidung
לַמּוּלֹת – עַל דְּבַר הַמּוּלוֹת, wegen der Beschneidung, מּוּלֹת ist ein Hauptwort, und der vorgesetzte Buchstabe ל bedeutet soviel wie עַל. Wie (Schem. 14:3) וְאָמַר פַּרְעֹה לִבְנֵי יִשְׂרָאֵל „und Pharao wird von den Kindern Israel sagen“.
Onkelos bezieht דָּמִים auf das Blut der Beschneidung.
Raschi
וַֽיַּאֲמֵ֖ן הָעָ֑ם וַֽיִּשְׁמְע֡וּ כִּֽי־פָקַ֨ד יְהוָ֜ה אֶת־בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֗ל וְכִ֤י רָאָה֙ אֶת־עָנְיָ֔ם וַֽיִּקְּד֖וּ וַיִּֽשְׁתַּחֲוּֽוּ׃
31
31
Das Volk glaubte ihnen, und als sie hörten, dass der Ewige der Kinder Israel gedenkt und dass Er ihr Elend sah, da verneigten sie sich und warfen sich nieder.