Der tägliche Chumasch-Abschnitt

4. Schwat 5787

Dienstag, 12. Jänner 2027

Heute

Bo

3. Alija

(Schemot 10:24 – 11:3)

Optionen
וַיִּקְרָ֨א פַרְעֹ֜ה אֶל־מֹשֶׁ֗ה וַיֹּ֙אמֶר֙ לְכוּ֙ עִבְד֣וּ אֶת־יְהוָ֔ה רַ֛ק צֹאנְכֶ֥ם וּבְקַרְכֶ֖ם יֻצָּ֑ג גַּֽם־טַפְּכֶ֖ם יֵלֵ֥ךְ עִמָּכֶֽם׃
24
24
Pharao ließ Mosche rufen und sagte: Zieht los, dient dem Ewigen, nur eure Schafe und Rinder bleiben. Auch eure Kinder dürfen mit euch ziehen.
Pharao ließ Mosche rufen
Nachdem Pharao drei Tage lange wieder Licht gesehen hatte, ließ er Mosche rufen. Deshalb sprach er nicht in einem bittenden Tonfall, und bat nicht darum, dass der Ewige die Plage von ihnen nehme.
Ibn Esra
Während der Plage der Finsternis ließ Pharao ihn rufen, durch Menschen aus dem Volk Israel.
Ha’amek Dawar
bleiben
יֻצָּג, an ihrem Ort stehenbleiben.
Raschi
יֻצָּג im Sinn von: Die Tiere bleiben an ihrem Ort. So übersetzt auch Onkelos עָנְכוֹן וְתוֹרֵיכוֹן שְׁבוּקוּ „eure Schafe und Rinder belasst“.
Misrachi
bleiben
Schafe und Rinder müssen als Sicherheit (עֵרָבוׄן) hier bleiben. [Chiskuni]
Der gesamte Besitz Israels bestand aus den Schaf- und Rinderherden. Pharao hielt es für unmöglich, dass sie sich jemals von ihrem gesamten Hab und Gut trennen würden.
Ramban
וַיֹּ֣אמֶר מֹשֶׁ֔ה גַּם־אַתָּ֛ה תִּתֵּ֥ן בְּיָדֵ֖נוּ זְבָחִ֣ים וְעֹל֑וֹת וְעָשִׂ֖ינוּ לַיהוָ֥ה אֱלֹהֵֽינוּ׃
25
25
Mosche sagte: Auch du selbst, Pharao, sollst in unsere Hände Mahlopfer und Ganzopfer geben, damit wir sie dem Ewigen, unserem G‑tt, als Opfer bringen können.
Auch du selbst sollst in unsere Hände geben
Nicht genug für dich, dass unsere Herden mit uns gehen; sondern auch du sollst uns noch geben.
Raschi
Auch du selbst sollst in unsere Hände Mahlopfer und Ganzopfer geben: damit wir sie in deinem Namen als Opfer für G‑tt bringen.
Schemot Rabba 14:4
Auch du selbst sollst in unsere Hände geben
Mosches Absicht war es nicht, von Pharao Opfertiere anzunehmen, sondern ihm zu vermitteln: Das Strafgericht G‑ttes wird mit solcher Wucht auf dich niedergehen, dass du selbst Opfertiere bereitstellen wirst, um deine Seele zu retten.
Ramban
וְגַם־מִקְנֵ֜נוּ יֵלֵ֣ךְ עִמָּ֗נוּ לֹ֤א תִשָּׁאֵר֙ פַּרְסָ֔ה כִּ֚י מִמֶּ֣נּוּ נִקַּ֔ח לַעֲבֹ֖ד אֶת־יְהוָ֣ה אֱלֹהֵ֑ינוּ וַאֲנַ֣חְנוּ לֹֽא־נֵדַ֗ע מַֽה־נַּעֲבֹד֙ אֶת־יְהוָ֔ה עַד־בֹּאֵ֖נוּ שָֽׁמָּה׃
26
26
Auch unser Vieh muss mit uns ziehen, kein Huf bleibt zurück, denn davon werden wir nehmen, um dem Ewigen, unserem G‑tt, zu dienen. Und wir wissen nicht, womit wir dem Ewigen dienen werden, bis wir dorthin kommen.
Huf
פַּרְסָה „Huf“, Fuß eines Tieres, plante auf Französisch.
Raschi
wir wissen nicht, womit wir dienen werden: wie schwer der Dienst sein wird; vielleicht verlangt Er mehr von uns, als wir besitzen.
Raschi
Das Wort מַה im Vers ist nicht zu verstehen als „was“, „womit“ wir dem Ewigen dienen werden, sondern כַּמָּה „wie viel“ von den Tierbeständen.
Misrachi
וַיְחַזֵּ֥ק יְהוָ֖ה אֶת־לֵ֣ב פַּרְעֹ֑ה וְלֹ֥א אָבָ֖ה לְשַׁלְּחָֽם׃
27
27
Der Ewige machte das Herz Pharaos hart, und er wollte sie nicht ziehen lassen.
וַיֹּֽאמֶר־ל֥וֹ פַרְעֹ֖ה לֵ֣ךְ מֵעָלָ֑י הִשָּׁ֣מֶר לְךָ֗ אֶל־תֹּ֙סֶף֙ רְא֣וֹת פָּנַ֔י כִּ֗י בְּי֛וֹם רְאֹתְךָ֥ פָנַ֖י תָּמֽוּת׃
28
28
Und Pharao sagte zu Mosche: Weg von mir! Hüte dich, dass du nicht mehr vor mein Angesicht kommst, denn an dem Tag, an dem du vor mein Angesicht kommst, sollst du sterben.
וַיֹּ֥אמֶר מֹשֶׁ֖ה כֵּ֣ן דִּבַּ֑רְתָּ לֹא־אֹסִ֥ף ע֖וֹד רְא֥וֹת פָּנֶֽיךָ׃ (פ)
29
29
Mosche sagte: Gut hast du gesprochen, ich werde nicht mehr vor dein Angesicht kommen.
Gut hast du gesprochen
Gut hast du gesprochen, Pharao, und zur rechten Zeit hast du gesprochen. Das ist die Wahrheit – ich werde vor dir nicht wieder erscheinen.
Raschi
nicht mehr vor dein Angesicht kommen: ich werde nicht mehr zu dir, Pharao, kommen; aber du wirst mich aufsuchen bei der Plage der Erstgeborenen. [Chiskuni]
nicht mehr vor dein Angesicht kommen: in deinem Palast werde ich dich nicht mehr sehen, aber du wirst mich aufsuchen. [Ramban]

nicht mehr vor dein Angesicht kommen: dein Antlitz als strahlender König (פָּנֶיךָ – פְּנֵי מֶלֶךְ בְּיוֹפְיוֹ) werde ich nicht mehr sehen, aber dein von Sorgen gequältes Angesicht werde ich sehen.
Diwre Chanoch
וַיֹּ֨אמֶר יְהוָ֜ה אֶל־מֹשֶׁ֗ה ע֣וֹד נֶ֤גַע אֶחָד֙ אָבִ֤יא עַל־פַּרְעֹה֙ וְעַל־מִצְרַ֔יִם אַֽחֲרֵי־כֵ֕ן יְשַׁלַּ֥ח אֶתְכֶ֖ם מִזֶּ֑ה כְּשַׁ֨לְּח֔וֹ כָּלָ֕ה גָּרֵ֛שׁ יְגָרֵ֥שׁ אֶתְכֶ֖ם מִזֶּֽה׃
1
1
Da sagte der Ewige zu Mosche: Noch eine Plage werde Ich über Pharao und Mizraim bringen, danach wird er euch von hier ziehen lassen. Wenn er euch ziehen lässt, wird er euch alle von hier wegtreiben.
euch alle
כָּלָה, [wie von Onkelos übersetzt] גְּמֵירָא „ganz“, „vollkommen“, er wird euch alle ziehen lassen.
Raschi
Pharao wird euch alle ziehen lassen: Männer, Frauen, Kinder und Herden.
Raschbam
Zunächst hatte Pharao angeboten, nur die Männer ziehen zu lassen (zuvor, Schem. 10:11), später willigte er ein, auch die Kinder ziehen zu lassen, verlangte jedoch den Verbleib ihrer Herden (10:24). Hier verkündet G‑tt, dass Pharao sie zu gegebener Zeit mitsamt ihrem Viehbestand ziehen lassen werde.
Rabbenu Meyuchas
Raschi möchte hier lehren, dass das Wort כָּלָה keine Abwandlung ist von כְּלָיָה „Vernichtung“. Es bedeutet nicht, dass die Mizrim vernichtet werden, wenn Pharao das jüdische Volk ziehen lässt (siehe Targum Jonathan, Abarbanel, Alschich), andernfalls hätte Onkelos dieses Wort mit שֵׁצִיתָא wiedergegeben. Vielmehr bedeutet es „gänzlich“: Pharao wird das gesamte jüdische Volk ziehen lassen.
Misrachi
דַּבֶּר־נָ֖א בְּאָזְנֵ֣י הָעָ֑ם וְיִשְׁאֲל֞וּ אִ֣ישׁ ׀ מֵאֵ֣ת רֵעֵ֗הוּ וְאִשָּׁה֙ מֵאֵ֣ת רְעוּתָ֔הּ כְּלֵי־כֶ֖סֶף וּכְלֵ֥י זָהָֽב׃
2
2
Sage bitte dem Volk, dass jeder Mann von seinem Nächsten und jede Frau von ihrer Nächsten sich Schmuck aus Silber und Gold ausleihen soll.
Sage bitte
[Das Wort נָא bedeutet sowohl „nun“, als auch „bitte“. Im Kontext dieses Verses] kann das Wort נָא nur der Ausdruck einer Bitte sein; Ich bitte dich, ermahne sie dazu, damit nicht Awraham Awinu sagen kann וַעֲבָדוּם וְעִנּוּ אוֹתָם „man wird sie zu Sklaven machen und sie bedrücken“ (Schem. 15:13), hat Er an ihnen erfüllt, aber וְאַחֲרֵי כֵן יֵצְאוּ בִּרְכוּשׁ גָּדוֹל „nachher werden sie mit großem Besitz ausziehen“, das hat Er nicht an ihnen erfüllt (Berachot 9a–b).
Raschi
jeder Mann von seinem Nächsten
אִישׁ מֵאֵת רֵעֵהוּ „jeder Mann von seinem Nächsten“: die Mizrim werden hier als herzliche Freunde beschrieben, da (nächster Vers) „der Ewige dem Volk Israel die Sympathie der Mizrim gab“.
Lekach Tow
Nach dem g‑ttlichen Strafgericht der Plagen hatten die Mizrim ihre Wege bereut und waren zu guten Freunden geworden.
Sechel Tow
Bis zum Geben der Torah werden – ungeachtet der Volkszugehörigkeit – alle Menschen als רֵעִים „Freunde“, „Gefährten“ bezeichnet.
Rabbenu Bechaje
Schmuck
כְּלֵי כֶסֶף וּכְלֵי זָהָב im Sinn von „Schmuck“.
Ibn Esra zu Schem. 3:22
ausleihen soll
וְיִשְׁאֲלוּ bedeutet „ausleihen“. [Chiskuni]
וְיִשְׁאֲלוּ bedeutet „schenken“ (גְּמוּרָה מַתָּנָה); wie im Vers (Teh. 2:8) שְׁאַל מִמֶּנִּי וְאֶתְּנָה גוֹיִם נַחֲלָתֶךָ „Erbitte von mir, so will Ich dir die Völker zum Erbe geben“.
Raschbam
Die Wertgegenstände sind eine Zahlung für die Arbeit, die sie in Mizraim geleistet hatten. Der Ewige befahl ihnen, die Gegenstände „zu entleihen“, damit die Mizrim bereuen und ihnen nachjagen und sodann im Meer ertrinken.
Seforno
Sie entliehen die Wertgegenstände und sagten: Wenn wir wiederkommen – gut; und wenn nicht – könnt ihr von den Feldern und Weinbergen nehmen, die wir zurücklassen.
Moschaw Skenim
וְיִשְׁאֲלוּ כְּלֵי כֶסֶף וּכְלֵי זָהָב „Geräte aus Silber und Gold ausleihen“: Warum steht „leihen“ und nicht וְיִקְחוּ „nehmen“? Denn alles Silber und Gold dieser Welt ist flüchtig und stets nur „geliehen“. So heißt es bei den Weisen (Awot 6:9) „In der Stunde, da der Mensch stirbt, begleiten ihn kein Silber, kein Gold, keine Edelsteine und Perlen, sondern nur Torah und gute Werke allein“.
R. Israel von Modzitz
וַיִּתֵּ֧ן יְהוָ֛ה אֶת־חֵ֥ן הָעָ֖ם בְּעֵינֵ֣י מִצְרָ֑יִם גַּ֣ם ׀ הָאִ֣ישׁ מֹשֶׁ֗ה גָּד֤וֹל מְאֹד֙ בְּאֶ֣רֶץ מִצְרַ֔יִם בְּעֵינֵ֥י עַבְדֵֽי־פַרְעֹ֖ה וּבְעֵינֵ֥י הָעָֽם׃ (ס)
3
3
Und der Ewige gab dem Volk" Israel die Sympathie der Mizrim, auch der Mann Mosche war hoch angesehen im Land Mizraim, bei den Dienern Pharaos und bei dem Volk.
auch der Mann Mosche war hoch angesehen
Viele Mizrim verborgten ihre Gegenstände aus Respekt vor Mosche.
Ibn Esra