Der tägliche Chumasch-Abschnitt

5. Schwat 5787

Mittwoch, 13. Jänner 2027

Heute

Bo

4. Alija

(Schemot 11:4 – 12:20)

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וַיֹּ֣אמֶר מֹשֶׁ֔ה כֹּ֖ה אָמַ֣ר יְהוָ֑ה כַּחֲצֹ֣ת הַלַּ֔יְלָה אֲנִ֥י יוֹצֵ֖א בְּת֥וֹךְ מִצְרָֽיִם׃
4
4
Und Mosche sprach: „So spricht der Ewige: Wenn die Nacht sich teilt, trete Ich hinaus in Mizraim.
Und Mosche sprach: So spricht der Ewige
Als Mosche vor Pharao stand, wurde ihm diese Prophezeiung mitgeteilt; denn, als er von ihm weggegangen war, erschien er nicht mehr vor ihm.
Raschi
Wenn die Nacht sich teilt
כַּחֲצוֹת הַלַּיְלָה – כְּהֵחָלֵק הַלַּיְלָה, wenn die Nacht in der Mitte geteilt wird; wie im Vers (1 Kön. 18:36) בַּעֲלוֹת „als emporstieg“; (Teh. 124:3) בַּחֲרוֹת אַפָּם בָּנוּ „als ihr Zorn gegen uns entbrannte“. Das ist der einfache Sinn, wenn man es entsprechend seiner Stellung im Satz erklärt, denn חֲצוֹת ist kein Hauptwort wie חֲצִי.
Unsere Lehrer erklären (Berachot 4a): Mosche sagte (Schem. 12:29) כַּחֲצוֹת „um Mitternacht herum“, entweder kurz vorher oder nachher; er sagte nicht בַּחֲצוֹת, genau um Mitternacht. Warum? Vielleicht könnten sich die Sterndeuter Pharaos irren und sagen, Mosche ist ein Lügner. Aber G‑tt kennt genau alle Seine Zeiten und Augenblicke und sagte בַּחֲצוֹת, genau um Mitternacht.
Raschi
וּמֵ֣ת כָּל־בְּכוֹר֮ בְּאֶ֣רֶץ מִצְרַיִם֒ מִבְּכ֤וֹר פַּרְעֹה֙ הַיֹּשֵׁ֣ב עַל־כִּסְא֔וֹ עַ֚ד בְּכ֣וֹר הַשִּׁפְחָ֔ה אֲשֶׁ֖ר אַחַ֣ר הָרֵחָ֑יִם וְכֹ֖ל בְּכ֥וֹר בְּהֵמָֽה׃
5
5
Und sterben wird jeder Erstgeborene im Land Mizraim, vom Erstgeborenen Pharaos an, der auf dem Thron sitzt, bis zum Erstgeborenen der Sklavin, die hinter der Handmühle sitzt, und alle Erstgeborenen vom Vieh.
Thron: prunkvoller Sessel eines Königs.
alle Erstgeborenen im Land Mizraim
כָּל בְּכוֹר בְּאֶרֶץ מִצְרַיִם „alle Erstgeborenen im Land Mizraim“: auch ein Erstgeborener aus einem anderen Land, der sich in Mizraim aufhält. [Chiskuni]
כָּל בְּכוֹר „alle Erstgeborenen“: sowohl Erstgeborene des Vaters, als auch Erstgeborene der Mutter.
Pa’aneach Rasa
Das Wort בְּכוֹר kommt drei Mal im Vers vor und umfasst damit 1) den Erstgeborenen des Vaters; 2) den Erstgeborenen der Mutter und 3) den Ältesten im Haus. Das vierte Mal steht בְּכוֹר בְּהֵמָה und wird für die Aussage an sich gebraucht.
Baal haTurim
bis zum Erstgeborenen der Gefangenen
(Schem. 12:29) עַד בְּכוֹר הַשְּׁבִי „bis zum Erstgeborenen der Gefangenen“. Warum wurden die Gefangenen geschlagen? Damit sie nicht sagen könnten, ihre Götze habe ihre Schmach gefordert und Strafen über die Mizrim gebracht.
Raschi
und alle Erstgeborenen vom Vieh: weil sie dieses anbeteten. Wenn der Ewige eine Nation bestraft, straft Er auch ihre Götzen.
Raschi
vom Erstgeborenen Pharaos … bis zum Erstgeborenen der Sklavin
Alle, die geringer als der Erstgeborene Pharaos und angesehener als der Erstgeborene der Sklavin waren, gehörten dazu. Und warum wurden die Söhne der Sklavinnen geschlagen? Weil auch sie die Hebräer knechteten und sich an ihrer Not freuten.
Raschi
die hinter der Handmühle sitzt
רֵחָיִם ist eine Handmühle, mit der sie mahlt.
Andere Erklärung: אַחַר הָרֵחָיִם ist gleichbedeutend mit dem Begriff בֵּית הַבּוֹר „Bunker“, „Haftanstalt“, der weiter erwähnt wird (Schem. 12:29) עַד בְּכוֹר הַשְּׁבִי אֲשֶׁר בְּבֵית הַבּוֹר „bis zum Erstgeborenen der Gefangenen, die in Haft sitzt“. Der Bunker wird mit רֵחָיִם, schweren Mühlsteinen verschlossen.
Ibn Esra
Mit dem „Erstgeborenen der Sklavin“ (בְּכוֹר הַשִּׁפְחָה) in diesem Vers, und der „Erstgeborenen der Gefangenen“ (ְּכוֹר הַשְּׁבִי, weiter 12:20) sind dieselben Menschen beschrieben, denn die Gefangenen wurden gezwungen, hinter den Mühlsteinen zu arbeiten. So finden wir bei Schimschon, als er gefangen bei den Plischtim war (Richt. 16:21) וַיְהִי טוֹחֵן בְּבֵית הָאֲסוּרִים „und er drehte die Mühle im Gefängnis“.
Ibn Esra, Raschbam
וְהָֽיְתָ֛ה צְעָקָ֥ה גְדֹלָ֖ה בְּכָל־אֶ֣רֶץ מִצְרָ֑יִם אֲשֶׁ֤ר כָּמֹ֙הוּ֙ לֹ֣א נִהְיָ֔תָה וְכָמֹ֖הוּ לֹ֥א תֹסִֽף׃
6
6
Es wird ein großes Geschrei im ganzen Land Mizraim geben, wie es eines noch nie gegeben hat und wie es nie wieder geben wird.
וּלְכֹ֣ל ׀ בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֗ל לֹ֤א יֶֽחֱרַץ־כֶּ֙לֶב֙ לְשֹׁנ֔וֹ לְמֵאִ֖ישׁ וְעַד־בְּהֵמָ֑ה לְמַ֙עַן֙ תֵּֽדְע֔וּן אֲשֶׁר֙ יַפְלֶ֣ה יְהוָ֔ה בֵּ֥ין מִצְרַ֖יִם וּבֵ֥ין יִשְׂרָאֵֽל׃
7
7
Gegen alle Kinder Israel aber, gegen Mensch und Vieh, wird kein Hund seine Zunge spitzen, damit ihr erkennet, dass der Ewige einen Unterschied macht zwischen Mizrim und den Kindern Israel.
wird kein Hund seine Zunge spitzen: kein Hund wird bellen.
Targum Onkelos
wird kein Hund seine Zunge spitzen
Ich meine, יֶחֱרַץ bedeutet „schärfen“, kein Hund wird seine Zunge spitzen, ebenso (Jesch. 10:21) לֹא חָרַץ לִבְנֵי יִשְׂרָאֵל לְאִישׁ אֶת לְשׁוֹנוֹ „gegen die Kinder Israel spitzte keiner seine Zunge“, (2 Schmu. 5:24) אָז תֶּחֱרָץ „dann sollst du eilen“, scharf sein; (Jesch. 41:15) לְמוֹרַג חָרוּץ „geschärfte Dreschwalze“, scharf; (Mischle 21:5) מַחְשְׁבוֹת חָרוּץ „die Gedanken des Fleißigen“, eines eifrigen, scharfen Menschen; (Mischle 10:4) וְיַד חֲרוּצִים תַּעֲשִׁיר „die Hand der Fleißigen wird reich“, die Hand der Scharfen, der geschärften Kaufleute.
Raschi
wird kein Hund seine Zunge spitzen
חָרוּץ bedeutet תְּנוּעָה „Bewegung“, die Hunde werden ihre Zunge nicht bewegen.
Radak
Wenn der Todesengel in eine Stadt kommt, beginnen die Hunde zu bellen; hier aber blieben alle Hunde stumm.
Rabbi Jizchak ben Ascher haLevi – ריב״א
wird kein Hund seine Zunge spitzen
Kein Spalt (חָרִיץ) war zwischen ihrem Herzen und ihrer Zunge: Herz und Zunge waren gleich, so sagt der Vers לֹא יֶחֱרַץ, kein Spalt war zu finden, sondern כְּלֵב, so wie das Herz war auch ihre Zunge, לְשֹׁנוֹ. In diesem Verdienst wurden sie erlöst, שֶׁלֹּא שִׁנּוּ אֶת לְשׁוֹנָם, dass sie nicht ihre Worte vom Herzen bis zum Mund änderten.
R. Jizchak von Worki
einen Unterschied macht
Das Wort יַפְלֶה bedeutet יַבְדִּיל „trennt“.
Raschi
וְיָרְד֣וּ כָל־עֲבָדֶיךָ֩ אֵ֨לֶּה אֵלַ֜י וְהִשְׁתַּֽחֲוּוּ־לִ֣י לֵאמֹ֗ר צֵ֤א אַתָּה֙ וְכָל־הָעָ֣ם אֲשֶׁר־בְּרַגְלֶ֔יךָ וְאַחֲרֵי־כֵ֖ן אֵצֵ֑א וַיֵּצֵ֥א מֵֽעִם־פַּרְעֹ֖ה בָּחֳרִי־אָֽף׃ (ס)
8
8
Und alle deine Diener werden zu mir kommen und sich vor mir bücken und sagen: „Zieh weg, du und das ganze Volk, das dir folgt!“ — und dann werde ich wegziehen. Und Mosche ging heiß vor Zorn von Pharao weg.
und alle deine Diener werden zu mir kommen
Er erwies der Regierung Ehre; denn schließlich kam Pharao selbst zu ihm in der Nacht und sagte (Schem. 12:31) וַיֹּאמֶר קוּמוּ צְּאוּ מִתּוֹךְ עַמִּי „Steht auf, zieht von meinem Volk weg“. Aber Mosche sagte vorher nicht zu ihm, du wirst zu mir kommen und dich vor mir bücken (Sewachim 102a).
Raschi
das dir folgt
אֲשֶׁר בְּרַגְלֶיךָ [wörtl. das zu deinen Füßen ist], die deinem Rat und deinem Schritt folgen.
Raschi
und dann werde ich wegziehen: mit dem ganzen Volk aus deinem Land.
Raschi
und ging von Pharao weg
Als er seine Worte vollendet hatte, ging er von ihm weg.
Raschi
heiß vor Zorn: weil Pharao zu ihm gesagt hatte (Schem. 10:28) אַל תֹּסֶף רְאוֹת פָּנַי „Komme nicht mehr vor mein Angesicht“. Nur jetzt, beim Weggehen von Pharao war er voller Wut, aber alle seine Worte der Prophetie (דִּבְרֵי נְבוּאָתוֹ) waren ohne Wut gesagt worden.
Raschi, Diwre David – Tas
וַיֹּ֤אמֶר יְהוָה֙ אֶל־מֹשֶׁ֔ה לֹא־יִשְׁמַ֥ע אֲלֵיכֶ֖ם פַּרְעֹ֑ה לְמַ֛עַן רְב֥וֹת מוֹפְתַ֖י בְּאֶ֥רֶץ מִצְרָֽיִם׃
9
9
Und so wie der Ewige zu Mosche gesagt hatte — „Pharao wird nicht auf dich hören, sodass Meine Wunder im Land Mizraim viel werden“
sodass Meine Wunder viel werden
מוֹפְתַי – zwei, רְבוֹת – drei: die Tötung der Erstgeborenen und die Spaltung des Schilfmeeres und die Mizrim hineinzuschleudern.
Raschi
וּמֹשֶׁ֣ה וְאַהֲרֹ֗ן עָשׂ֛וּ אֶת־כָּל־הַמֹּפְתִ֥ים הָאֵ֖לֶּה לִפְנֵ֣י פַרְעֹ֑ה וַיְחַזֵּ֤ק יְהוָה֙ אֶת־לֵ֣ב פַּרְעֹ֔ה וְלֹֽא־שִׁלַּ֥ח אֶת־בְּנֵֽי־יִשְׂרָאֵ֖ל מֵאַרְצֽוֹ׃ (פ)
10
10
und als Mosche und Aharon all diese Wunder vor Pharao getan hatten, verhärtete der Ewige das Herz Pharaos, und er ließ die Kinder Israel nicht aus seinem Land ziehen.
und als Mosche und Aharon all diese Wunder getan hatten
Der Vers hat uns das bereits bei allen Wundern mitgeteilt, und wiederholt es hier nur, um es mit dem nächsten Abschnitt zu verbinden.
Raschi
וַיֹּ֤אמֶר יְהוָה֙ אֶל־מֹשֶׁ֣ה וְאֶֽל־אַהֲרֹ֔ן בְּאֶ֥רֶץ מִצְרַ֖יִם לֵאמֹֽר׃
1
1
Der Ewige sagte zu Mosche und Aharon im Land Mizraim, wie folgt:
Der Ewige sagte zu Mosche und Aharon
Weil Aharon so wie Mosche sich mühte bei der Vollbringung der Wunder, erweist ihm der Vers diese Ehre bei der ersten Mizwa, dass er ihn mit Mosche in die Anrede einschließt.
Raschi
Der Ewige sagte zu Mosche und Aharon
Bei der ersten Mizwa erwähnt die Torah „Mosche und Aharon“, um zu lehren: ausschließlich sie sind die Propheten der Torah, durch die die Mizwot gegeben werden und danach wird keinerlei neues Gebot G‑ttes mehr gegeben, selbst durch einen Propheten.
Ibn Esra
im Land Mizraim: außerhalb der Stadt; oder vielleicht nicht so, sondern in der Stadt? Darum heißt es (Schem. 9:29) כְּצֵאתִי אֶת הָעִיר „wenn ich aus der Stadt hinausgehe“ – wenn er schon ein leichtes Gebet nicht in der Stadt sprach, weil sie voll Götzen war, war dann nicht eine so schwere Anrede wie diese umso mehr außerhalb der Stadt!
Raschi
im Land Mizraim: der letzte Spruch G‑ttes im Land Mizraim.
Saadia Gaon
הַחֹ֧דֶשׁ הַזֶּ֛ה לָכֶ֖ם רֹ֣אשׁ חֳדָשִׁ֑ים רִאשׁ֥וֹן הוּא֙ לָכֶ֔ם לְחָדְשֵׁ֖י הַשָּׁנָֽה׃
2
2
Dieser Monat soll euch der Anfang der Monate sein! Der erste unter den Monaten des Jahres soll er sein.
Dieser Monat
Der Ewige zeigte ihm den Mond bei seiner Erneuerung und sagte zu ihm: Immer, wenn der Mond sich erneuert, soll für dich der Anfang des Monats sein.
Der Vers verlässt aber niemals seinen einfachen Sinn (אֵין מִקְרָא יוֹצֵא מִידֵי פְּשׁוּטוֹ), und vom Monat Nissan sagte der Ewige hier zu ihm, הַחֹדֶשׁ הַזֶּה לָכֶם רֹאשׁ חֳדָשִׁים, dieser Monat soll der erste sein in der Reihenfolge der Monate, sodass Ijar der zweite Monat, Siwan der dritte Monat genannt wird.
Raschi
Dieser
Die Bestimmung der Erneuerung des Mondes fiel Mosche schwer, in welcher Größe er sichtbar sein muss, damit er geeignet ist, ihn zu heiligen. Da zeigte Er ihm wie mit dem Finger den Mond am Himmel und sagte zu ihm כַּזֶּה רְאֵה וְקַדֵּשׁ „Wenn du ihn so siehst, dann heilige ihn“.
Und wie zeigte Er ihm den Mond, da Er doch nur am Tag mit ihm redete, wie es heißt (Schem. 6:28) וַיְהִי בְּיוֹם דְּבַר ה׳ „es war am Tag, da der Ewige redete“; (Waj. 7:38) בְּיוֹם צַוֹּתוֹ „am Tag, als Er befahl“; (Bam. 15:23) מִן הַיּוֹם אֲשֶׁר צִוָּה ה׳ וָהָלְאָה „vom Tag an, als der Ewige befahl, und weiter“? Nur, kurz vor Sonnenuntergang wurde ihm dieser Abschnitt gesagt, und Er zeigte ihm den Mond vor dem Einbruch der Dunkelheit.
Raschi
דַּבְּר֗וּ אֶֽל־כָּל־עֲדַ֤ת יִשְׂרָאֵל֙ לֵאמֹ֔ר בֶּעָשֹׂ֖ר לַחֹ֣דֶשׁ הַזֶּ֑ה וְיִקְח֣וּ לָהֶ֗ם אִ֛ישׁ שֶׂ֥ה לְבֵית־אָבֹ֖ת שֶׂ֥ה לַבָּֽיִת׃
3
3
Sprecht zur ganzen Gemeinde Israel, wie folgt: Am zehnten dieses Monats nehme ein jeder ein Lamm für das Stammhaus, ein Lamm für jedes Haus.
Sprecht zur ganzen Gemeinde
דַּבְּרוּ „Sprecht“ [in der Mehrzahl]. Sprach denn Aharon? Es steht doch bereits [zu Mosche] אַתָּה תְּדַבֵּר „du sollst sprechen“ (Schem. 7:2). Nur, sie erwiesen einander Ehre und sagten einer zum anderen, belehre mich, und das Wort kam von beiden, als ob beide sprechen.
Raschi
Sprecht zur ganzen Gemeinde Israel … Am zehnten dieses Monats
Sprecht zur Gemeinde heute am Rosch Chodesch, sie sollen es am zehnten des Monats nehmen.
Raschi
dieses Monats: das Pessachopfer in Mizraim soll am zehnten des Monats genommen werden, nicht aber das der späteren Generationen.
Raschi
ein Lamm für das Stammhaus
שֶׂה לְבֵית אָבוֹת „ein Lamm für das Stammhaus“: für eine Familie. Auch wenn sie zahlreich waren, hätte ich gemeint, nur ein einziges Lamm für alle, darum steht noch שֶׂה לַבָּיִת „ein Lamm für jedes Haus“.
Raschi
וְאִם־יִמְעַ֣ט הַבַּיִת֮ מִהְיֹ֣ת מִשֶּׂה֒ וְלָקַ֣ח ה֗וּא וּשְׁכֵנ֛וֹ הַקָּרֹ֥ב אֶל־בֵּית֖וֹ בְּמִכְסַ֣ת נְפָשֹׁ֑ת אִ֚ישׁ לְפִ֣י אָכְל֔וֹ תָּכֹ֖סּוּ עַל־הַשֶּֽׂה׃
4
4
Ist aber die Familie zu klein für ein Lamm, dann nehme er es zusammen mit seinem Nachbarn, der in der Nähe seines Hauses wohnt, nach Anzahl der Personen; einen jeden nach Verhältnis seines Essens sollt ihr zählen auf das Lamm.
Ist aber die Familie zu klein für ein Lamm
וְאִם יִמְעַט הַבַּיִת, wörtl. ist aber das Haus zu klein. Wenn sie zu wenig sind, um zu einem Lamm zu gehören, sodass sie es nicht essen können und davon übrigbleiben würde, so nehme er es zusammen mit seinem Nachbarn. Das ist der Inhalt nach dem einfachen Sinn.
Außerdem gibt es eine halachische Ableitung dazu: nachdem sich Leute zu dem Lamm gezählt haben, können sie sich immer wieder entfernen (לְהִתְמַעֵט) und davon zurückziehen und auf ein anderes Lamm zählen. Nur, wenn sie sich zurückziehen und entfernen wollen, so müssen sie sich entfernen מִהְיוֹת מִשֶּׂה, solange das Lamm noch existiert, solange das Lamm lebt, aber nicht, wenn es bereits geschächtet ist.
Raschi
nach Anzahl der Personen
בְּמִכְסַת „Zahl“, ebenso (Waj. 27:23) מִכְסַת הָעֶרְכְּךָ „Summe der Schätzung“.
Raschi
nach Verhältnis seines Essens
לְפִי אָכְלוֹ „nach Verhältnis seines Essens“: wer imstande ist zu essen; das schließt Kranke und Alte aus, die nicht die Menge einer Olive (כַּזַּיִת) essen können.
Raschi
כַּזַּיִת, wörtl. „wie eine Olive“ ist ein Hohlmaß, entspricht 27 cm3.
sollt ihr zählen
תָּכֹסּוּ, wie von Onkelos übersetzt wird תִּתְמְנוֹן „rechnet euch“.
Raschi
שֶׂ֥ה תָמִ֛ים זָכָ֥ר בֶּן־שָׁנָ֖ה יִהְיֶ֣ה לָכֶ֑ם מִן־הַכְּבָשִׂ֥ים וּמִן־הָעִזִּ֖ים תִּקָּֽחוּ׃
5
5
Ein fehlerloses, männliches, im ersten Jahr stehendes Lamm muss es sein, von Schafen oder von Ziegen dürft ihr es nehmen.
fehlerlos
תָּמִים bedeutet: ohne Fehler am Körper.
Raschi
im ersten Jahr stehendes Lamm
בָּן שָׁנָה „im ersten Jahr stehend“: während seines ganzen ersten Jahres heißt es בָּן שָׁנָה, das heißt, ein in diesem Jahr Geborenes.
Raschi
von Schafen oder von Ziegen
מִן הַכְּבָשִׂים וּמִן הָעִזִּים „von den Schafen oder von den Ziegen“, entweder davon oder davon. Denn auch eine Ziege wird „Lamm“ (hebr. שֶׂה) genannt, so heißt es (Dew. 14:4) וְשֵׂה עִזִּים „Ziegenlamm“.
Raschi
וְהָיָ֤ה לָכֶם֙ לְמִשְׁמֶ֔רֶת עַ֣ד אַרְבָּעָ֥ה עָשָׂ֛ר י֖וֹם לַחֹ֣דֶשׁ הַזֶּ֑ה וְשָׁחֲט֣וּ אֹת֗וֹ כֹּ֛ל קְהַ֥ל עֲדַֽת־יִשְׂרָאֵ֖ל בֵּ֥ין הָעַרְבָּֽיִם׃
6
6
Und ihr sollt es bis zum 14. Tag dieses Monats aufbewahren; dann soll die gesamte Versammlung der Gemeinde Israels es am Nachmittag schlachten.
aufbewahren
וְהָיָה לָכֶם לְמִשְׁמֶרֶת „es sei euch zur Aufbewahrung“. Dieser Ausdruck bedeutet hier soviel wie „untersuchen“. Denn es muss vier Tage vor dem Schächten auf Körperfehler untersucht werden. Warum hat Er aber das Nehmen des Tieres schon vier Tage vor dem Schächten angeordnet, was Er bei dem Pessachopfer der späteren Generationen nicht befohlen hat? Darauf sagte R. Matja ben Cheresch: Siehe, der Vers sagt (Jech. 16:8) וָאֶעֱבֹר עָלַיִךְ וָאֶרְאֵךְ וְהִנֵּה עִתֵּךְ עֵת דּוֹדִים „ich ging an dir vorüber und sah dich; und siehe, deine Zeit war die Zeit der Liebe“; der Schwur war herangekommen, den Ich Awraham geschworen hatte, seine Kinder zu erlösen. Aber es waren in ihrer Hand keine Gebote, um durch sie erlöst zu werden. Denn so heißt es (Jech. 16:7) וְאַתְּ עֵרוֹם וְעֶרְיָה „und du warst nackt und bloß“ [d.h. ohne Mizwot]. Da gab Er ihnen zwei Gebote, das Blut des Pessachopfers und das Blut der Beschneidung. Denn in jener Nacht beschnitten sie sich, so heißt es (Jech. 16:6) מִתְבּוֹסֶסֶת בְּדָמַיִךְ „befleckt von deinem Blut“, [דָמַיִךְ in der Mehrzahl zeigt auf] doppeltes Blut [bei Pessachopfer und bei Beschneidung]. Weiters heißt es (Sech. 9:11) גַּם אַתְּ בְּדַם בְּרִיתֵךְ שִׁלַּחְתִּי אֲסִירַיִךְ מִבּוֹר אֵין מַיִם בּוֹ „auch von dir befreite Ich wegen des Blutes deines Bundes deine Gefangenen aus der wasserlosen Grube“. Und weil sie in Götzendienst versunken waren, sagte Er zu ihnen (weiter, Vers 21) מִשְׁכוּ וּקְחוּ לָכֶם „zieht und nehmt euch“, zieht eure Hände von den Götzen weg, וּקְחוּ לָכֶם צֹאן „und nehmt euch Lämmer“ für das Gebot.
Raschi
„befleckt von deinem Blut“: Dieser Vers endet וָאֹמַר לָךְ בְּדָמַיִךְ חֲיִי וָאֹמַר לָךְ בְּדָמַיִךְ חֲיִי „und ich sprach zu dir: In deinem Blut sollst du leben! Ich sprach zu dir: In deinem Blut sollst du leben!“ Durch diese zwei Mizwot übersteht ihr die Leiden Mizraims und erlangt die Erlösung. Die Wiederholung von „In deinem Blut sollst du leben“ verweist darauf, dass das jüdische Volk durch die freudige Annahme dieser Gebote aus dem ersten Exil erlöst wurde und auch aus dem letzten Exil erlöst wird.
Pirke deRabbi Eliëser, Kap. 29
dann soll die gesamte Gemeinde schlachten
Schächten denn alle? Nur, von hier geht hervor, dass der Bote des Menschen gleich ihm selbst ist.
Raschi
Versammlung der Gemeinde Israels
„Versammlung“, „Gemeinde“, „Israels“: von hier lernten sie, dass die Pessachopfer der Gemeinde in drei Abteilungen geschächtet werden sollen. Eine Abteilung kam nach der anderen. War die eine Abteilung hineingegangen, wurden die Tore des Vorhofes geschlossen, wie in Pessachim (64a) steht.
Raschi
lorem ipsum
וְלָֽקְחוּ֙ מִן־הַדָּ֔ם וְנָֽתְנ֛וּ עַל־שְׁתֵּ֥י הַמְּזוּזֹ֖ת וְעַל־הַמַּשְׁק֑וֹף עַ֚ל הַבָּ֣תִּ֔ים אֲשֶׁר־יֹאכְל֥וּ אֹת֖וֹ בָּהֶֽם׃
7
7
Sie sollen von dem Blut nehmen und es geben an die beiden Pfosten und an die Oberschwelle an den Häusern, in denen sie es essen.
Sie sollen von dem Blut nehmen: das ist das Auffangen des Blutes. Man hätte meinen können, mit der Hand, darum steht (weiter, Vers 22) אֲשֶׁר בַּסָּף „das in der Schale ist“.
Raschi
Pfosten
הַמְּזוּזוֹת „Pfosten“, das sind die aufrechten Balken, von denen sich einer auf dieser Seite des Eingangs und einer auf jener Seite befindet.
Raschi
Oberschwelle
הַמַּשְׁקוֹף „Oberschwelle“, das ist der obere Balken, gegen den die Tür schlägt, wenn man sie schließt. Auf Französisch lintier. Das Wort שְׁקִיפָה bedeutet „schlagen“, wie (Waj. 26:36) קוֹל עָלֶה נִדָּף „der Laut eines verwehten Blattes“, das der Targum übersetzt mit טַרְפָא דְּשָׁקֵיף; (Schem. 21:25) חַבּוּרָה „Beule“, das der Targum übersetzt mit מַשְׁקוֹפִי.
Raschi
an den Häusern, in denen sie es essen: nicht an die Oberschwelle und die Pfosten eines Strohschobers oder eines Rinderstalles, in denen man nicht wohnt.
Raschi
וְאָכְל֥וּ אֶת־הַבָּשָׂ֖ר בַּלַּ֣יְלָה הַזֶּ֑ה צְלִי־אֵ֣שׁ וּמַצּ֔וֹת עַל־מְרֹרִ֖ים יֹאכְלֻֽהוּ׃
8
8
Das Fleisch sollen sie in derselben Nacht essen; gebraten am Feuer, mit Mazzot und bitteren Kräutern sollen sie es essen.
Das Fleisch: und nicht Sehnen und Knochen.
Raschi
mit Mazzot und bitteren Kräutern
עַל מְרוֹרִים „mit bitteren Kräutern“: jedes bittere Kraut wird מָרוֹר genannt. Er befahl ihnen Bitteres zu essen zur Erinnerung an (Schem. 1:14) וַיְמָרְרוּ אֶת חַיֵּיהֶם „sie verbitterten ihr Leben“.
Raschi
אַל־תֹּאכְל֤וּ מִמֶּ֙נּוּ֙ נָ֔א וּבָשֵׁ֥ל מְבֻשָּׁ֖ל בַּמָּ֑יִם כִּ֣י אִם־צְלִי־אֵ֔שׁ רֹאשׁ֥וֹ עַל־כְּרָעָ֖יו וְעַל־קִרְבּֽוֹ׃
9
9
Esst nicht davon halbroh oder in Wasser gekocht; sondern am Feuer gebraten, sein Kopf mit seinen Kniestücken und seinen Eingeweiden.
Esst nicht davon halbroh
נָא „halbroh“. Was nicht genügend gebraten ist, nennt man im Arabischen נָא.
Raschi
oder gekocht: das gehört alles zum Verbot לֹא תֹּאכְלוּ „esst nicht davon“.
Raschi
im Wasser: Woher wissen wir andere Flüssigkeiten? Darum steht doppelt וּבָשֵׁל מְבֻשָּׁל „gekocht, gekocht“, auf irgendeine Weise (Pessachim 41a).
Raschi
sondern nur am Feuer gebraten: zuvor (Vers 8) bestimmte der Vers das mit einem Gebot (מִצְוַת עֲשֵׂה), und hier fügt er noch ein Verbot (לֹא תַּעֲשֶׂה) hinzu: esst nicht davon, außer am Feuer gebraten.
Raschi
seinen Kopf mit seinen Kniestücken: man brate das Ganze in einem Stück mit dem Kopf und den Kniestücken und dem Inneren, die Eingeweide lege man hinein, nachdem man sie abgewaschen hat.
Der Ausdruck עַל כְּרָעָיו וְעַל קִרְבּוֹ ist gleich dem Ausdruck (Schem. 6:26) ״עַל צִבְאֹתָם״ – בְּצִבְאֹתָם, soviel diese sind. Auch hier, soviel es ist, alles Fleisch vollständig.
Raschi
sein Kopf mit seinen Kniestücken und seinen Eingeweiden
Der „Gott“ (אֱלִיל) Mizraims war das Schaf, und das schlachteten die Hebräer vor dem Auszug. Auch heute müssen wir drei Bestandteile dieses Götzendienstes vermeiden, die in den Begriffen „Kopf“, „Kniestücke“ und „Eingeweide“ angedeutet sind.
a. Kopf: Niemals darf der verstandeskalte Kopf zum letzten Entscheidungsträger werden; mit seiner „nüchternen“ Betrachtung lässt er die klare Sicht der Seele (נֶפֶשׁ אֱלֹקִית) erstarren.

b. Kniestücke: Das ist die Lust an der Macht. Der Drang, über das Leben anderer zu bestimmen und sie niederzuhalten, ist eine Form des Götzendienstes.

c. Eingeweide: Die Eingeweide stehen für die Gelüste des Menschen, vor allem die Gier nach Geld. Und wenn das Geld der oberste Gott ist, dann ist alles erlaubt, um noch ein bisschen Geld zu „verdienen“.
Rabbi von Lubawitsch, Brief für Pessach, 11. Nissan 5726 / 1966
וְלֹא־תוֹתִ֥ירוּ מִמֶּ֖נּוּ עַד־בֹּ֑קֶר וְהַנֹּתָ֥ר מִמֶּ֛נּוּ עַד־בֹּ֖קֶר בָּאֵ֥שׁ תִּשְׂרֹֽפוּ׃
10
10
Und lasst nichts übrig davon bis zum Morgen, und was davon übrig geblieben ist bis zum Morgen, sollt ihr im Feuer verbrennen.
und was davon übrig geblieben ist bis zum Morgen
Warum steht noch ein Mal „bis zum Morgen“? Um noch einen Morgen zum ersten Morgen hinzuzufügen. Unter Morgen versteht man erst von der Stunde des Sonnenaufganges (נֵּץ הַחַמָּה) an. Der Vers will aber eine frühere Zeit angeben, dass nämlich schon vom Anbruch des Morgens (עֲלוֹת הַשַּׁחַר) an verboten ist, davon zu essen. Das ist nach dem einfachen Sinn.
Weiters ist noch eine andere halachische Ableitung da, dass es nicht am Festtag, sondern erst am nächsten Tag verbrannt werde. Und du musst den Vers so erklären: wenn am ersten Morgen davon übriggeblieben ist, warte bis zum zweiten Morgen und verbrenne es.
Raschi
וְכָכָה֮ תֹּאכְל֣וּ אֹתוֹ֒ מָתְנֵיכֶ֣ם חֲגֻרִ֔ים נַֽעֲלֵיכֶם֙ בְּרַגְלֵיכֶ֔ם וּמַקֶּלְכֶ֖ם בְּיֶדְכֶ֑ם וַאֲכַלְתֶּ֤ם אֹתוֹ֙ בְּחִפָּז֔וֹן פֶּ֥סַח ה֖וּא לַיהוָֽה׃
11
11
Und so sollt ihr es essen: Eure Lenden gegürtet, eure Schuhe an euren Füßen und euren Stab in eurer Hand; in Eile sollt ihr es essen, ein Pessach\-Opfer ist es dem Ewigen.
Lenden: Hüften.
Eure Lenden gegürtet: zur Reise bereit.
Raschi
in Eile
Das Wort חִפָּזוֹן bedeutet Hast und Schnelligkeit, wie (1 Schmu. 23:26) וַיְהִי דָוִד נֶחְפָּז לָלֶכֶת „David beeilte sich, wegzugehen“; (2 Kön. 7:15) אֲשֶׁר הִשְׁלִיכוּ אֲרָם בְּחָפְזָם „die Aram in ihrer Eile weggeworfen hatten“.
Raschi
ein Pessach-Opfer ist es dem Ewigen
Das Opfer wird פֶּסַח „Überschreitung“ genannt, nach dem Überschreiten und Auslassen. Denn der Ewige überschritt die Häuser Israels zwischen den Häusern der Mizrim und eilte von einem Mizri zum nächsten, während der Hebräer in der Mitte verschont blieb. Ihr aber vollbringt alle Seine Gebote dem Ewigen zu Ehren.
Andere Erklärung: Im Überschreiten und Eilen (דִּלּוּג וּקְפִיצָה) zur Erinnerung an Seinen Namen, denn es wird פֶּסַח „Überschreitungsopfer“ genannt.
Raschi
Eure Lenden gegürtet, eure Schuhe an euren Füßen und euren Stab in eurer Hand
In drei Bereichen verläuft das Leben des Menschen:
a. dem Menschen selbst,

b. der nahen Umgebung,

c. der weiteren Umgebung.

Allen drei Bereichen kann er Freiheit bringen, wie in den Begriffen „Lenden“, „Füße“, „Stab“ angedeutet ist:

Lenden: Der Mensch selbst erlangt Freiheit, wenn er sich loslöst vom Griff des bösen Triebes und seinen törichten Einfällen. Diese Freiheit wird im Wort מָתְנֵיכֶם „eure Lenden“ angedeutet – הַמָתְנַיִם הֵם דָבָר הַמַּעֲמִיד כָּל הַגּוּף עִם הָרֹאשׁ הַנִּצָּב

וְעוֹמֵד עֲלֵיהֶם „Die Lenden sind das Stützelement, um den gesamten Körper, wie auch den Kopf, der sich darüber befindet, aufrecht zu erhalten“ (Buch Tanja, Iggeret haKodesch 1).

Füße: Der nahen Umgebung verhilft er zu Freiheit, wenn er dort das Licht der G‑ttlichkeit und Heiligkeit verbreitet; das wird angedeutet durch נַעֲלֵיכֶם בְּרַגְלֵיכֶם („eure Schuhe an euren Füßen“), denn mit den Füßen und Schuhen tritt der Mensch in Kontakt mit der Erde.

Stab: Auch auf den Teil der Welt, der weit entfernt ist, hat der Mensch Einfluss, muss doch der Mensch sagen חַיָּב אָדָם לוֹמַר, בִּשְׁבִילִי נִבְרָא הָעוֹלָם „für mich wurde die Welt erschaffen“. Direkt kann er diesen Teil der Welt nicht beeinflussen, und das wird angedeutet im Wort מַקֶּלְכֶם „Stab“, denn den Stab nützt der Mensch, um Dinge zu erreichen, die außerhalb seiner direkten Reichweite liegen.
Rabbi von Lubawitsch, Brief 11. Nissan 5746 / 1986
וְעָבַרְתִּ֣י בְאֶֽרֶץ־מִצְרַיִם֮ בַּלַּ֣יְלָה הַזֶּה֒ וְהִכֵּיתִ֤י כָל־בְּכוֹר֙ בְּאֶ֣רֶץ מִצְרַ֔יִם מֵאָדָ֖ם וְעַד־בְּהֵמָ֑ה וּבְכָל־אֱלֹהֵ֥י מִצְרַ֛יִם אֶֽעֱשֶׂ֥ה שְׁפָטִ֖ים אֲנִ֥י יְהוָֽה׃
12
12
Ich werde durch das Land Mizraim ziehen in dieser Nacht und werde jeden Erstgeborenen im Land Mizraim schlagen, von Mensch bis Vieh; und an allen falschen Göttern von Mizraim werde Ich Strafgerichte üben, Ich der Ewige.
Ich werde ziehen: wie ein König, der von Ort zu Ort zieht. Bei einem Hindurchziehen und in einem Augenblick werden alle geschlagen.
Raschi
alle Erstgeborenen im Land Mizraim: alle, auch fremde Erstgeborene, die in Mizraim sind. Und woher weiß ich, auch die Erstgeborenen Mizraims an anderen Orten? לְמַכֵּה מִצְרַיִם בִּבְכוֹרֵיהֶם „der Mizraim schlug an seinen Erstgeborenen“ (Teh. 136:10).
Raschi
von Mensch bis Vieh: bei demjenigen, der zuerst gesündigt hatte, begann die Strafe.
Raschi
an allen falschen Göttern von Mizraim: die aus Holz faulten, die aus Metall schmolzen und ergossen sich zur Erde.
Raschi
werde Ich Strafgerichte üben
Ich, der Ewige, Ich selbst und nicht durch einen Boten.
Raschi
וְהָיָה֩ הַדָּ֨ם לָכֶ֜ם לְאֹ֗ת עַ֤ל הַבָּתִּים֙ אֲשֶׁ֣ר אַתֶּ֣ם שָׁ֔ם וְרָאִ֙יתִי֙ אֶת־הַדָּ֔ם וּפָסַחְתִּ֖י עֲלֵכֶ֑ם וְלֹֽא־יִֽהְיֶ֨ה בָכֶ֥ם נֶ֙גֶף֙ לְמַשְׁחִ֔ית בְּהַכֹּתִ֖י בְּאֶ֥רֶץ מִצְרָֽיִם׃
13
13
Und das Blut soll euch zum Zeichen sein, an den Häusern, in denen ihr seid; Ich werde das Blut sehen und werde über euch wegschreiten, und es wird an euch keine Plage zum Verderben sein, wenn Ich im Land Mizraim schlage.
Und das Blut soll euch zum Zeichen sein: euch zum Zeichen und nicht anderen zum Zeichen; von hier lernen wir, dass sie das Blut nur von innen anbrachten.
Raschi
Ich werde das Blut sehen
Alles ist vor Ihm offenbar. Nur sagte der Ewige, gelobt sei Er, Ich richte Meine Augen darauf, um zu sehen, wie ihr euch mit Meinen Geboten beschäftigt, und schreite über euch hinweg.
Raschi
über euch wegschreiten
Das Wort פָסַחְתִּי bedeutet „verschonen“. Ähnlich im Vers (Jesch. 31:5) פָּסוֹחַ וְהִמְלִיט „überschreiten und entkommen lassen“. Ich meine, überall bedeutet פְּסִיחָה eigentlich „überschreiten“ und „auslassen“.
Raschi
ich überschreite: Er eilte über die Häuser Israels hinweg zu den Häusern der Mizrim. Denn sie wohnten untereinander. Ebenso im Vers ( Kön. 18:21) פֹּסְחִים עַל שְׁתֵּי הַסְּעִפִּים „hinkt ihr auf zwei Meinungen“, denn alle Lahmen gehen wie Springende. Ebenso ist die Bedeutung im Vers (Jesch. 31:5) פָּסוֹחַ וְהִמְלִיט „überschreiten und entkommen lassen“, dass Er zwischen denen, die getötet werden, andere überschreitet und entkommen lässt.
Raschi
dass keine Plage unter euch sei: aber sie wird unter den Mizrim sein. Siehe, wenn ein Mizri im Haus eines Juden war, hätte ich gemeint, er würde gerettet werden. Darum heißt es, es wird an euch keine Plage sein, aber unter den Mizrim in euren Häusern. Wenn ein Jude im Haus eines Mizris war, hätte ich gemeint, er würde gleich ihm geschlagen werden, darum heißt es, es wird an euch keine Plage sein.
Raschi
וְהָיָה֩ הַיּ֨וֹם הַזֶּ֤ה לָכֶם֙ לְזִכָּר֔וֹן וְחַגֹּתֶ֥ם אֹת֖וֹ חַ֣ג לַֽיהוָ֑ה לְדֹרֹ֣תֵיכֶ֔ם חֻקַּ֥ת עוֹלָ֖ם תְּחָגֻּֽהוּ׃
14
14
Es bleibe euch dieser Tag, der 15. Nissan, zum Andenken, ihr sollt ihn als ein Fest dem Ewigen feiern, bei euren Nachkommen, als ewig Festgelegtes sollt ihr ihn feiern.
zum Andenken: für spätere Generationen.
Raschi
ihr sollt feiern: den Tag, der dir zum Andenken sei, sollst du feiern. Wir haben aber noch nicht gehört, welcher der Tag des Andenkens sei. Darum heißt es (Schem. 13:3) זָכוֹר אֶת הַיּוֹם הַזֶּה אֲשֶׁר יְצָאתֶם „gedenkt dieses Tages, an dem ihr ausgezogen seid“. Daraus lernen wir, dass der Tag des Auszuges der Tag des Gedenkens ist. Und an welchem Tag zogen sie aus? Darum heißt es (Bam. 33:3) מִמָּחֳרָת הַפֶּסַח יָצְאוּ „am Tag nach dem Pessachopfer zogen sie aus“. Daraus ergibt sich, dass der 15. Nissan der Festtag ist. Denn in der Nacht zum 15. Nissan aßen sie das Pessachopfer, und am Morgen zogen sie aus.
Raschi
bei euren Nachkommen
לְדֹרֹתֵיכֶם „für eure Generationen“: daraus könnte ich die kleinste Mehrzahl verstehen, nämlich zwei Generationen. Darum heißt es חֻקַּת עוֹלָם תְּחָגּוּהוּ „als ewig Festgelegtes sollt ihr diesen Tag feiern“.
Raschi
als ewig Festgelegtes
חֻקַּת עוֹלָם im Sinn von „ewig Festgelegtes“.
Saadia Gaon
שִׁבְעַ֤ת יָמִים֙ מַצּ֣וֹת תֹּאכֵ֔לוּ אַ֚ךְ בַּיּ֣וֹם הָרִאשׁ֔וֹן תַּשְׁבִּ֥יתוּ שְּׂאֹ֖ר מִבָּתֵּיכֶ֑ם כִּ֣י ׀ כָּל־אֹכֵ֣ל חָמֵ֗ץ וְנִכְרְתָ֞ה הַנֶּ֤פֶשׁ הַהִוא֙ מִיִּשְׂרָאֵ֔ל מִיּ֥וֹם הָרִאשֹׁ֖ן עַד־י֥וֹם הַשְּׁבִעִֽי׃
15
15
Über einen Zeitraum von sieben Tagen sollt ihr Mazzot essen; doch am ersten Tag sollt ihr den Sauerteig weggeschafft haben aus euren Häusern; denn wer Gesäuertes (Chametz) isst vom ersten Tag bis zum siebten Tag, diese Person soll aus Israel ausgerottet werden.
Sieben Tage: [d.h. ein Zeitraum von sieben Tagen], eine Siebenheit von Tagen. Auf Französisch seiteine.
Raschi
Sieben Tage sollt ihr Mazzot essen, und an anderer Stelle heißt es (Dew. 16:8) שֵׁשֶׁת יָמִים תֹּאכַל מַצּוֹת „sechs Tage sollst du Mazzot essen“; das lehrt, dass es am siebten Tag von Pessach keine Pflicht ist, Mazzot zu essen, nur darf man an ihm kein Chametz essen.
Woher wissen wir, dass die Mazza auch an den ersten sechs Tagen freiwillig ist? Darum steht hier שִׁבְעַת יָמִים „sieben Tage“. Denn das ist eine Regel in der Torah: דָּבָר שֶׁהָיָה בִּכְלָל וְיָצָא מַן הַכְּלָל לְלַמֵּד, Wenn etwas zur Regel gehörte und aus der Regel heraustritt, um eine neue Vorschrift zu lehren, לֹא לְלַמֵּד עַל עַצְמוֹ בִּלְבַד יָצָא, lehrt es diese Vorschrift nicht für sich allein, אֶלָּא לְלַמֵּד עַל הַכְּלָל כֻּלּוֹ יָצָא, sondern für alle in der Regel enthaltenden Beispiele. Demzufolge, so wie die Mazza am siebten Tag freiwillig ist, so ist sie auch an den sechs übrigen freiwillig. Ich hätte nun meinen können, dass sie auch in der ersten Nacht freiwillig ist, darum heißt es (Vers 18) בָּעֶרֶב תֹּאכְלוּ מַצּוֹת „am Abend sollt ihr Mazzot essen“ – dieser Vers macht die Mazza zur Pflicht (Pessachim 120a).
Raschi
doch am ersten Tag sollt ihr den Sauerteig weggeschafft haben: am Erew Jomtow. Dieser wird רִאשׁוֹן „erster“ genannt, weil er den sieben vorangeht. Wir finden, dass der vorangehende רִאשׁוֹן genannt wird, wie (Ijow 15:7) הָרִאשׁוֹן אָדָם תִּוָּלֵד „bis du vor Adam geboren worden?“.
Vielleicht ist aber der erste der sieben gemeint? Darum steht (Schem. 34:25) לֹא תִשְׁחַט עַל חָמֵץ „schlachte nicht bei Gesäuertem“, schlachte nicht das Pessachopfer, solange noch Gesäuertes (Chametz) vorhanden ist.
Raschi
diese Person
הַנֶּפֶשׁ הַהִוא [wörtl. diese Seele] „diese Person“: wenn sie über ihre Person und ihren Willen verfügt. Das schließt den aus, der dazu gezwungen wurde.
Raschi
aus Israel: daraus könnte ich entnehmen, diese Person soll aus Israel verstoßen werden und sich zu einem anderen Volk begeben. Darum heißt es an anderer Stelle (Waj. 22:3) מִלְּפָנַי „vor Mir“, an jedem Ort, der Mir gehört.
Raschi
וּבַיּ֤וֹם הָרִאשׁוֹן֙ מִקְרָא־קֹ֔דֶשׁ וּבַיּוֹם֙ הַשְּׁבִיעִ֔י מִקְרָא־קֹ֖דֶשׁ יִהְיֶ֣ה לָכֶ֑ם כָּל־מְלָאכָה֙ לֹא־יֵעָשֶׂ֣ה בָהֶ֔ם אַ֚ךְ אֲשֶׁ֣ר יֵאָכֵ֣ל לְכָל־נֶ֔פֶשׁ ה֥וּא לְבַדּ֖וֹ יֵעָשֶׂ֥ה לָכֶֽם׃
16
16
Am ersten Tag sollt ihr eine heilige Versammlung und auch am siebten Tag sollt ihr eine heilige Versammlung abhalten. Keinerlei Arbeit soll an diesen Tagen gemacht werden; nur was jeder Seele zur Speise dient, nur das darf für euch zubereitet werden.
Versammlung
Das Wort מִקְרָא (wörtl. Einberufung) ist ein Hauptwort. Nenne den Tag heilig bezüglich Speis und Trank und Kleidung.
Raschi
Keinerlei Arbeit soll an diesen Tagen gemacht werden: auch nicht durch Fremde.
Raschi
nur das
הוּא לְבַדּוֹ „das allein [darf zubereitet werden]“. Ich hätte meinen können, auch für Nichtjuden. Darum heißt es, nur das darf für euch zubereitet werden, aber nicht für Nichtjuden. [Raschi]
nur das

הוּא לְבַדּוֹ „das allein [darf zubereitet werden]“. Das, aber nicht die Vorbereitungen dazu, die man schon am Erew Jomtow verrichten konnte.
Raschi
jeder Seele
לְכָל נֶפֶשׁ „jeder Seele“: auch vom Vieh. Ich hätte meinen können, auch vom Nichtjuden. Darum steht לָכֶם „für euch“; (andere Version: Darum steht אַךְ „nur“).
Raschi
וּשְׁמַרְתֶּם֮ אֶת־הַמַּצּוֹת֒ כִּ֗י בְּעֶ֙צֶם֙ הַיּ֣וֹם הַזֶּ֔ה הוֹצֵ֥אתִי אֶת־צִבְאוֹתֵיכֶ֖ם מֵאֶ֣רֶץ מִצְרָ֑יִם וּשְׁמַרְתֶּ֞ם אֶת־הַיּ֥וֹם הַזֶּ֛ה לְדֹרֹתֵיכֶ֖ם חֻקַּ֥ת עוֹלָֽם׃
17
17
Und ihr sollt die Mazzot hüten; denn an ebendiesem Tag habe Ich eure Scharen aus dem Land Mizraim geführt; daher sollt ihr diesen Tag hüten, für eure Generationen als ein ewiges Gesetz.
die Mazzot hüten
וּשְׁמַרְתֶּם אֶת הַמַּצּוֹת „die Mazzot hüten“: ihr sollt die Mazzot hüten, dass sie nicht zur Säuerung kommen. Von hier lernt man, dass man den Teig, wenn er anschwillt, mit kaltem Wasser beschlage.
R. Joschija sagt: Lies nicht מַּצּוֹת (mazzot) sondern מִּצְווֹת (mizwot). Wie man die Mazzot nicht sauer werden lassen darf, so darf man auch die Mizwot nicht sauer werden lassen. Sobald eine Mizwa zu dir kommt, erfülle sie sofort.
Raschi
sollt ihr diesen Tag hüten: vor Arbeit.
Raschi
für eure Generationen als ein ewiges Gesetz: weil bis jetzt „Generationen“ und „ewiges Gesetz“ nicht beim Verbot der Arbeit vorkamen, sondern nur bei der Feier des Festes (zuvor, Vers 14), darum wiederholt der Vers es noch einmal hier, damit du nicht sagest: das Verbot, es darf keinerlei Arbeit verrichtet werden, beziehe sich nicht auf die späteren Generationen, sondern nur auf jene Generation.
Raschi
בָּרִאשֹׁ֡ן בְּאַרְבָּעָה֩ עָשָׂ֨ר י֤וֹם לַחֹ֙דֶשׁ֙ בָּעֶ֔רֶב תֹּאכְל֖וּ מַצֹּ֑ת עַ֠ד י֣וֹם הָאֶחָ֧ד וְעֶשְׂרִ֛ים לַחֹ֖דֶשׁ בָּעָֽרֶב׃
18
18
Im ersten Monat, am 14. Tag des Monats, am Abend, sollt ihr Mazzot essen, bis zum 21. Tag des Monats, am Abend.
sollt ihr Mazzot essen
תֹּאכְלוּ מַצֹּת „sollt ihr Mazzot essen“: das Wort מַצֹּת ist ohne den Buchstaben ו (Waw, Zahlenwert 6) geschrieben und lehrt: 6 Tage ist das Essen von Mazza keine Pflicht, sondern freiwillig.
Baal haTurim
bis zum 21. Tag des Monats
Warum steht das, wo es doch bereits heißt (Schem. 23:15) „sieben Tage“? Weil „Tage“ steht, hätte ich die Nächte nicht gewusst. Darum steht bis zum 21 Tag.
Raschi
שִׁבְעַ֣ת יָמִ֔ים שְׂאֹ֕ר לֹ֥א יִמָּצֵ֖א בְּבָתֵּיכֶ֑ם כִּ֣י ׀ כָּל־אֹכֵ֣ל מַחְמֶ֗צֶת וְנִכְרְתָ֞ה הַנֶּ֤פֶשׁ הַהִוא֙ מֵעֲדַ֣ת יִשְׂרָאֵ֔ל בַּגֵּ֖ר וּבְאֶזְרַ֥ח הָאָֽרֶץ׃
19
19
Sieben Tage darf kein Sauerteig in euren Häusern zu finden sein; denn wer Gesäuertes isst, dieser Mensch soll ausgerottet werden aus der Gemeinde Israels, sei er ein Fremder (Ger) oder ein Einheimischer des Landes.
darf kein Sauerteig in euren Häusern zu finden sein
Woher weiß ich, auch nicht im Gebiet außerhalb des Hauses? Darum steht (Schem. 13:7) בְּכָל גְּבֻלֶךָ „in deinem ganzen Gebiet“. Was lehrt uns, in euren Häusern? Wie dein Haus dir gehört, so auch dein Gebiet, das dir gehört. Damit ist das Gesäuerte des Nichtjuden ausgeschlossen, das sich beim Juden befindet und für das dieser keine Haftpflicht übernommen hat.
Raschi
Denn wer Gesäuertes isst: damit ist auch für Sauerteig (שְּׂאוֹר) die Strafe mit Karet (Ausrottung) ausgesprochen. Der Vers hat zwar für Gesäuertes (חָמֵץ) diese Strafe bereits ausgesprochen. Nur, damit du nicht sagest, für Gesäuertes, das zum Essen geeignet ist, straft er. Für Sauerteig aber, der nicht genießbar ist, soll der Betreffende nicht gestraft werden.
Andererseits: Wenn der Vers für Sauerteig gestraft und für Gesäuertes die Strafe nicht ausgesprochen hätte, so hätte ich gesagt, für Sauerteig, der anderes weitersäuert, hat er gestraft. Für Gesäuertes aber, das anderes nicht mehr säuert, soll der Betreffende nicht gestraft werden, darum steht beides.
Raschi
sei er ein Fremder oder ein Einheimischer
Weil das Wunder Israel geschah, muss der Vers die Fremden hinzufügen.
Raschi
כָּל־מַחְמֶ֖צֶת לֹ֣א תֹאכֵ֑לוּ בְּכֹל֙ מוֹשְׁבֹ֣תֵיכֶ֔ם תֹּאכְל֖וּ מַצּֽוֹת׃ (פ)
20
20
Nichts Gesäuertes sollt ihr essen; in allen euren Wohnsitzen sollt ihr Mazzot essen.
Gesäuertes sollt ihr nicht essen: ist ein Verbot für den Genuss von Sauerteig (שְׂאוֹר).
Raschi
Nichts Gesäuertes
כָּל מַחְמֶצֶת, wörtl. jedes Gesäuerte, fügt noch seine Vermischung dazu [d.h. verbietet jede Speise, der Sauerteig (שְׂאוֹר) beigegeben ist].
Raschi
in allen euren Wohnsitzen sollt ihr Mazzot essen
Das kommt zu lehren: Mazzot dürfen in allen euren Wohnsitzen gegessen werden. Aber es schließt den Zweiten Maasser (מַעֲשֵׂר שֵׁנִי) und die Brote des Dankopfers (חַלּוֹת תּוֹדָה) aus, die nicht in allen Wohnsitzen, sondern nur in Jeruschalaim gegessen werden dürfen.
Raschi